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theresa???

Berufung

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Glaubt ihr an Berufung? Wenn ja, was versteht ihr darunter?

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Selbstverständlich gibt es Berufung - die tiefinnerliche Überzeugung, zu einem Beruf, einem Wirken, einer Lebensweise berufen zu sein. Vorzugsweise zu einer künstlerischen, einer altruistischen oder spirituellen Lebensweise. Nicht immer fallen Berufung und Befähigung zusammen. Das ist dann tragisch.

 

Somerset Maugham untersucht in seinem (streckenweise autobiographischen) Entwicklungsroman "Der Menschen Hörigkeit" (Of human Bondage, 1915) das Thema Berufung auf vielen Perspektiven. Eine seiner Figuren ist die Engländerin Fanny Price, die ihren Beruf als Erzieherin aufgegeben hat und nach Paris gezogen ist, um ihrer Berufung zu folgen und Malerin zu werden. Sie ist talentlos, sie hungert, aber sie wird lieber sterben als vom Glauben an ihre Berufung zu lassen. Und das tut sie dann auch - sterben.

Somerset Maugham selber hatte mit seiner Berufung - an der er immer wieder auch zweifelte - mehr Glück. Er war wirklich der große Schriftsteller, der er wünschte zu sein - und zu seinem Erstaunen war er außerdem, anders als Fanny Price, erfolgreich.

Alfons

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Was ist Berufung? Keine Ahnung. Konkreter als so ein "So bin ich Schwein, so will ich sein"-Gefühl kann ichs nicht erklären.

Vieleicht an meinem Beruflichen Werdegang erläutern.

 

Mein Vater ist Krankenpfleger, Meine Ma war Krankenschwester. Natürlich war als es an die Berufswahl ging irgendwie klar das ich in den Pflegeberuf gehe.

Nun ja, mit meinem mittelmässigen Hauptschulabschluss war da nix zu holen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung hätte mir die Türen geöffnet. Aber was? Heute könnte ich Pflegehelfer lernen aber das stand damals als Option nicht zur Verfügung. Planlos wie ich damals war verfrachtete mich meine Ma auf die Kinderpflegeschule. Um die Geschichte kurz zu machen: Das hab ich versiebt.

Gleichzeitig engagierte ich mich stärker bei Ministranten und in der Jugendarbeit, die Arbeit unseres Kaplans faszinierte mich... Ja, gut, das was ich davon sah. Priester wollte ich aber nicht werden - wegen dem Zölibat. Gemeindereferent war der Plan.

Aber erst einmal forderte Vater Staat sein Recht. Zivildienst in der Kinderklinik. Da kam ich mit den Kids besser zurecht als in der Kinderpflegeschule... die meisten waren auch älter.

Der Zivildienst war rum eine Ausbildung musste her! Und Mittlere Reife. Die Kombi aus Quali (mindestens im Fach Englisch und mindestens mit 2,5) nachholen und abgeschlossener Berufsausbildung hätte mir den Weg zum Gemeindereferenten ermöglicht... sagten die mir bei der Fachakademie für Gemeindepastoral... Ob die mich mit den minimalanforderungen genommen hätten werde ich nie erfahren. Die Ausbildung zum Sozialbetreuer (die eierlegende Wollmilchsau in den sozialen Hilfsberufen: In zwei Jahren wird man ausgebildet um entweder als Kinderpfleger oder als Hep-Helfer oder als Pflegehelfer zu arbeiten) schloss ich mir 2,51 ab. Auf dem zweiten Bildungsweg zur mittleren Reife und dann zum Abitur ging aus familiären Gründen nicht.

Und so kam ich mehr oder weniger aus Verlegenheit in die Altenpflege.

Wenn schon Gemeindereferent nicht geht, dann doch Pflege - Pflegehelfer bleib ich nicht, so mein Entschluss. Jetzt kannte ich die Krankenpflege von innen (aus dem Zivildienst) und die Altenpflege (aus der Arbeit als Pflegehelfer) und ging mit der Frage ob ich Krankenpfleger oder Altenpfleger lerne knapp drei Jahre schwanger. Nun muss man dazu sagen: Von der Qualifaktion können Krankenpfleger auch in der Altenpflege arbeiten und auch Altenpfleger - wenn gleich es da schwieriger wird - in der Krankenpflege. Aber vom Pflegeverständnis, von der Mentalität, her sind das zwei Paar Stiefel. Ich entschied mich für die Altenpflege. Es fühlte sich richtig an.

Und heute hab ich mein Examen 14 Jahre und muss sagen: Es war richtig. Da gehör ich hin. Da bin ich Schwein, da kann ich sein.

 

Wenn ich so nach denke: Vielleicht war die ein oder andere Sackgasse ein hinstupsen wo Gott mich hin haben will. Oder eben ein Ruf. Eine BeRUFung eben.

bearbeitet von Frank

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Kurzum, was man im Englischen „the calling of my heart“ nennt.

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vor 7 Stunden schrieb Frank:

Was ist Berufung? Keine Ahnung. Konkreter als so ein "So bin ich Schwein, so will ich sein"-Gefühl kann ichs nicht erklären.

Vieleicht an meinem Beruflichen Werdegang erläutern.

 

Mein Vater ist Krankenpfleger, Meine Ma war Krankenschwester. Natürlich war als es an die Berufswahl ging irgendwie klar das ich in den Pflegeberuf gehe.

Nun ja, mit meinem mittelmässigen Hauptschulabschluss war da nix zu holen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung hätte mir die Türen geöffnet. Aber was? Heute könnte ich Pflegehelfer lernen aber das stand damals als Option nicht zur Verfügung. Planlos wie ich damals war verfrachtete mich meine Ma auf die Kinderpflegeschule. Um die Geschichte kurz zu machen: Das hab ich versiebt.

Gleichzeitig engagierte ich mich stärker bei Ministranten und in der Jugendarbeit, die Arbeit unseres Kaplans faszinierte mich... Ja, gut, das was ich davon sah. Priester wollte ich aber nicht werden - wegen dem Zölibat.

Aber erst einmal forderte Vater Staat sein Recht. Zivildienst in der Kinderklinik. Da kam ich mit den Kids besser zurecht als in der Kinderpflegeschule... die meisten waren auch älter.

Der Zivildienst war rum eine Ausbildung musste her! Und Mittlere Reife. Die Kombi aus Quali (mindestens im Fach Englisch und mindestens mit 2,5) nachholen und abgeschlossener Berufsausbildung hätte mir den Weg zum Gemeindereferenten ermöglicht... sagten die mir bei der Fachakademie für Gemeindepastoral... Ob die mich mit den minimalanforderungen genommen hätten werde ich nie erfahren. Die Ausbildung zum Sozialbetreuer (die eierlegende Wollmilchsau in den sozialen Hilfsberufen: In zwei Jahren wird man ausgebildet um entweder als Kinderpfleger oder als Hep-Helfer oder als Pflegehelfer zu arbeiten) schloss ich mir 2,51 ab. Auf dem zweiten Bildungsweg zur mittleren Reife und dann zum Abitur ging aus familiären Gründen.

Und so kam ich mehr oder weniger aus Verlegenheit in die Altenpflege.

Wenn schon Gemeindereferent nicht geht, dann doch Pflege - Pflegehelfer bleib ich nicht, so mein Entschluss. Jetzt kannte ich die Krankenpflege von innen (aus dem Zivildienst) und die Altenpflege (aus der Arbeit als Pflegehelfer) und ging mit der Frage ob ich Krankenpfleger oder Altenpfleger lerne knapp drei Jahre schwanger. Nun muss man dazu sagen: Von der Qualifaktion können Krankenpfleger auch in der Altenpflege arbeiten und auch Altenpfleger - wenn gleich es da schwieriger wird - in der Krankenpflege. Aber vom Pflegeverständnis, von der Mentalität, her sind das zwei Paar Stiefel. Ich entschied mich für die Altenpflege. Es fühlte sich richtig an.

Und heute hab ich mein Examen 16 Jahre und muss sagen: Es war richtig. Da gehör ich hin. Da bin ich Schwein, da kann ich sein.

 

Wenn ich so nach denke: Vielleicht war die ein oder andere Sackgasse ein hinstupsen wo Gott mich hin haben will. Oder eben ein Ruf. Eine BeRUFung eben.

Es gibt keine Sackgassen. Keine krummen Weg.

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vor 6 Stunden schrieb Marcellinus:

Kurzum, was man im Englischen „the calling of my heart“ nennt.

 

ducunt fata volentem nonlentem trahunt

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vor 1 Stunde schrieb teofilos:

Es gibt keine Sackgassen. Keine krummen Weg.

 

Es gibt auch keinen Weg. Der Weg kommt beim Gehen.

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Berufung besteht für mich aus zwei Teilen:

Zum einen ist es das Hingezogen sein zu einer Sache, oder auch die Vorstellung "Diese Sache ist mein Ding".  Auf der anderen Seite ist es die Eignung.

Beispielsweise kann ich ja nur Fußballprofi werden, wenn ich einerseits dafür begeistert bin, gerne in der Öffentlichkeit stehe, viel Reisen will, wenn ich andererseits aber auch das Talent dafür habe, fleißig trainiere und es mir nichts ausmacht, jede Woche über mich in der Zeitung zu lesen.

 

Begeisterung und Eignung sind aber graduelle Aspekte, kein Schwarz oder Weiß. Ich bin in der Regel mehr oder weniger von einer Sache begeistert, ich bin dafür mehr oder weniger begabt und ich kann die Begleitumstände mehr oder weniger gut ertragen oder mögen. 

Was bedeutet also Berufung, wenn ich überlege, eine Sache zu tun (oder auch nicht) und vor mir ein Mosaik habe, in dem die Aspekte dieser Sache mehr oder weniger gut zu mir passen? Anders sieht es mit den eindeutig Begabten aus: Mozart beispielsweise war definitiv zum Musiker berufen und alles in seinem Leben richtete sich danach aus. Aber wie ist es mit mir als "Duchschnittsbegabter" der vieles kann und will oder aber auch nicht?

 

Ich glaube, dass Berufung den meisten nicht auf dem Silbertablett serviert wird. Berufung ist etwas, dass sich im "Ringen" mit dem Leben zeigt. Vielleicht landet man ja mit der ersten Wahl den Volltreffer, warum nicht? Vielleicht merkt man, dass die erste Wahl - entgegen des ersten Gefühls - eben doch nicht "das" Ding ist. Man kann dann aufgrund der Erfahrungen etwas anderes machen.

Die Kunst scheint für mich darin zu bestehen, dass man in Kontakt mit sich bleibt und überprüft, wieweit ein Weg stimmt und dann entsprechend abwägt. Die Gefahr ist, dass man an einem Weg aus vielen Gründen festhält, obwohl dieser tatsächlich nicht dem Eigenen entspricht.

 

Die schönste Geschichte, die ich dazu kenne, stammt von Hirschhausen:  Das Pinguin-Prinzip

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Zuerst einmal: ich glaube (im theologischen Sinn) an Gott (und an sonst nichts).

Die netteste Beschreibung für Berufung, die ich mal gelesen habe - und die ich mir so auch aneignen würde: "Die begeisterte Unfähigkeit, irgendetwas anderes zu tun" (und ich würde ergänzen: zu sein).

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vor einer Stunde schrieb gouvernante:

"Die begeisterte Unfähigkeit, irgendetwas anderes zu tun" (und ich würde ergänzen: zu sein).

 

Dann war ich nie zu etwas beruflichem berufen, nicht mal zum Studium. Gut, kann nicht jeder sein.

 

Privat schon. Glaubensmäßig - nun ja. Vielleicht. Möglicherweise.

 

Das Problem ist, dass sich ein Weg in eine "Berufung" zu einem Problem entwickeln kann - und dann zu teilweise kaum mehr lösbaren Schwierigkeiten führt. Nicht, dass das nicht auch passieren könnte, wenn man ohne Berufung irgendwas macht  - nur - es passiert eben AUCH bei "Berufungen."

 

Kann man denn sagen, dass eine Berufung, die sich irgendwann zur Qual entwickelt und von der man dann irgendwann Abstand nimmt, definitionsgemäß "keine Berufung" war?

 

Mir macht der Begriff Schwierigkeiten. Ziemlich große sogar.

 

bearbeitet von Lothar1962
missverständlich

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1 hour ago, Lothar1962 said:

Dann war ich nie zu etwas beruflichem berufen, nicht mal zum Studium. Gut, kann nicht jeder sein.

ich auch nicht. Es muss ja auch Generalisten geben.

 

Werner

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vor 2 Stunden schrieb Lothar1962:

Privat schon.

Na siehste.

Ich bin zu meinem aktuellen Broterwerb sicher auch nicht berufen, kann ihn aber verantwortlich und verantwortet ausüben. Nicht alles muss oder sollte in meinen Augen unter "Berufung" abgehandelt werden.

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vor 17 Stunden schrieb theresa???:

Glaubt ihr an Berufung? Wenn ja, was versteht ihr darunter?

 

Ich bin der Ansicht, es gibt etwas, was man treffend mit Berufung umschreiben kann. Ich verstehe darunter die Kombination von einer ausgeprägten Fähigkeit bzw. Talent etwas spezielles tun zu können und einem gesteigerten persönlichen Interesse, einer Passion, dieses auch tun zu wollen. Das alles muss aber auch noch gepaart sein mit den äusseren Umständen, dieses alles auch verwirklichen zu können. Da es hier der katholische Bereich ist, möchte ich  es kurz an Nicolás Dávila erklären. Den Namen muss man nicht kennen. Er war katholisch, ein Anti-Modernist und Schriftsteller - mache bezeichnen ihn auch als Philosoph. Er hat zweifelsohne eine Talent für Sprachen, sowohl diese zu erlernen als auch anzuwenden. Er war ein scharfer Beobachtung von gesellschaftlichen Prozesse. Dazu kam seine Passion, seine Beobachtungen und Gedanken in einer sehr kondensierten Form pointiert seinen Mitmenschen darzulegen. Doch auch die äusseren Umstände waren günstig. Wäre er als Sohn eines armen Kaffeeplantagen-Arbeiters geboren, wäre wohl kaum aus ihm der Dávila geworden, wie man ihn heute kennt.

 

DonGato. 

 

     

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vor 15 Minuten schrieb DonGato:

Den Namen muss man nicht kennen.      

 

So isses! :D

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vor 8 Minuten schrieb Marcellinus:

 

So isses! :D

:D

 

 

auch so issend..............tribald

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Immer wieder faszinierend, wie schnell man jemanden beurteilen kann, von dem man 30 Minuten zuvor noch nie etwas gehört/gelesen hatte. 

 

Es gab mal jemanden, der sagte, die Grenzen seiner Welt sind die Grenzen seiner Sprache.

Heute muss man wohl sagen, die Grenzen seiner Welt werden gesetzt durch 30 Sekunden googeln.

 

DonGato.

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vor 9 Minuten schrieb DonGato:

Immer wieder faszinierend, wie schnell man jemanden beurteilen kann, von dem man 30 Minuten zuvor noch nie etwas gehört/gelesen hatte. 

 

Es gab mal jemanden, der sagte, die Grenzen seiner Welt sind die Grenzen seiner Sprache.

Heute muss man wohl sagen, die Grenzen seiner Welt werden gesetzt durch 30 Sekunden googeln.

 

DonGato.

Nimms nicht so ernst. Wir mögen dich jedenfalls trotzdem.

 

lieb zum Don rüberblinzelnd...............tribald

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vor 9 Minuten schrieb tribald:

Nimms nicht so ernst. Wir mögen dich jedenfalls trotzdem.

 

lieb zum Don rüberblinzelnd...............tribald

 

Danke für Deinen Zuspruch. 

 

Übrigens: Das immer schnellere Laufen auf dem gleichen Weg in die gleiche Richtung wird von modernen Menschen "Veränderung" genannt. (Sinngemäss nach Dávila).

 

DonGato.

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vor 38 Minuten schrieb DonGato:

Immer wieder faszinierend, wie schnell man jemanden beurteilen kann, von dem man 30 Minuten zuvor noch nie etwas gehört/gelesen hatte. 

 

Neugier ist eine menschliche Tugend, und Dávila scheint wie geschaffen dafür. “Er äußerte seine antimoderne Grundhaltung vor allem in Aphorismen und Fragmenten“ (Wiki). Er wollte offenbar schnell gelesen werden. ;)

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vor 6 Minuten schrieb Marcellinus:

@DonGato Darf ich fragen, woher der zweite Satz in deiner Signatur stammt? 

 

Eine etwas überraschende Frage, da Du selber dieses Zitat erst vor kurzen verwendet hattest.

Es ist das sogenannte "ley campoamor",  letzte Strophe aus dem Gedicht "las dos linternas" von Ramón de Campoamor.

 

DonGato.

 

 

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vor 14 Minuten schrieb DonGato:

 

Eine etwas überraschende Frage, da Du selber dieses Zitat erst vor kurzen verwendet hattest.

Es ist das sogenannte "ley campoamor",  letzte Strophe aus dem Gedicht "las dos linternas" von Ramón de Campoamor.

 

DonGato.

 

 

 

Ich habe schon ziemlich lange eine (oder genauer gesagt mehrere) Sammlungen von Aphorismen u.ä., leider oft (besonders bei den älteren) ohne Quellenangabe. Dies ist so ein Fall: „In dieser verräterischen Welt ist nichts Wahrheit und nichts Lüge; alles ist wie die Farbei des Glases, durch das man es sieht.“ Ich meinte, es könnte von Robert Silverberg sein, aber finden konnte ich es bei ihm bisher nicht (was nichts heißen will, denn erstens hat er viel geschrieben, und zweitens muß ja meine Vermutung auch nicht stimmen). Ramón de Campoamor sagt mir dagegen nichts. Trotzdem vielen Dank für deinen Hinweis.

bearbeitet von Marcellinus

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vor 12 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Ich habe schon ziemlich lange eine (oder genauer gesagt mehrere) Sammlungen von Aphorismen u.ä., leider oft (besonders bei den älteren) ohne Quellenangabe. Dies ist so ein Fall: „In dieser verräterischen Welt ist nichts Wahrheit und nichts Lüge; alles ist wie die Farbei des Glases, durch das man es sieht.“ Ich meinte, es könnte von Robert Silverberg sein, aber finden konnte ich es bei ihm bisher nicht (was nichts heißen will, denn erstens hat er viel geschrieben, und zweitens muß ja meine Vermutung auch nicht stimmen). Ramón de Campoamor sagt mir dagegen nichts. Trotzdem vielen Dank für deinen Hinweis.

 

Ich persönlich würde es ins Deutsche so übertragen:

 

In dieser tückischen Welt

Nichts ist Wahrheit oder Lüge:

Alles ist im Auge,

dem Auge des Betrachters.

 

Das wörtlich: "Alles ist in der Farbe des Glases, durch das man schaut" finde ich persönlich kein schönes poetisches Deutsch.

 

DonGato. 

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Noch einmal vielen Dank. Leider erklärt das nicht, wie diese Zeilen auf mich gekommen sind, und da sie andererseits schon seit vielen Jahrzehnten in meinem Kopf sind, beschäftigt mich diese Frage ein wenig. Und nein, Silverberg war es definitiv nicht, das konnte ich mittlerweile ausschließen.

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Das Zitat ist so bekannt, fast Allgemeingut  und wurde in den letzten 100 Jahren vermutlich so oft in verschiedenen Sprachen übersetzt, von verschiedenen Leuten angeführt,  dass man es wahrscheinlich in abgewandelten Form sogar als Sprüche in Glückskeksen oder Baci finden wird.

 

DonGato.

 

   

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