kam

Gottesdienstbesuch und angemessene Kleidung

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vor 20 Stunden schrieb nannyogg57:

Nachdem wir im Evangelikalen-Thread gerade über Geschlechtsbestimmung diskutieren:

 

Ein freikirchlichen Gottesdienst in einer kleinen innovativen Gemeinde ist komplett anders gestrickt als ein katholischer Gottesdienst oder ein evangelischer Gottesdienst.

 

Ganz viele Freikirchen haben keine Kirchengebäude, sondern mieten Räume in Gewerbegebieten. Der Gottesdienstraum ist funktional und in der Regel auch nicht künstlerisch wertvoll gestaltet.

 

Ich habe auch schon erlebt, dass das Abendmahl zwar sehr emotional, aber formlos gefeiert wurde: Das vorgeschnittene Brot und der Traubensaft, in Plastikschnapsbechern schon eingeschenkt, konnte man sich auf einem Tablett holen, während die Pastorin ein freies Gebet sprach, interessanterweise ohne Einsetzungsbericht. Man wartete mit dem Abendmahl in den Händen, bis sie fertig war, dann konsumierte man und warf anschließend die Plastikbecher weg.

 

In diesem Kontext halte ich das Fehlen von Socken beim Leiter des Gottesdienstes für nebensächlich.

 

Die Anfänge des christlichen Gottesdienstes dürften so ähnlich gewesen sein, obwohl das Ritual andere Elemente im Mittelpunkt hatte: Das Brechen des Brotes und das Trinken aus dem einen Kelch.

 

 

 

 

Wir haben ein eigenes Gebaeude mit Pfarrgarten. Da wir keine Orgel haben, steht da irgendwo seitwaerts oben ein Harmonium.  Abendmahl ist nie formlos, dafuer gibt zum einen die Diakone, die sich um Wein/Saft kuemmern und ihn und das Brot  austeilen, zum anderen eine genaue Abfolge. Diese hat sich in den Jahren, in denen ich in dieser Gemeinde bin, nicht wesentlich geaendert. Es gibt ein Gebet (wegen der Besinnung) wir sitzen alle auf unseren Plaetzen, die, welche Diakone sind fuer diesen Gottesdienst, teilt das Brot aus, das esssen wir aber nicht sofort. Es wird die entsprechende Stelle aus dem Evangelium vom Pfarrer gelesen, dann werden die kleinen Becher ausgeteilt. Auch die werden erst nicht mal nicht getrunken, weil es noch ein Gebet gibt und dann werden Brot und Saft konsumiert. Dann ist es still, bis der Pfarrer signalisiert, dass das Vaterunser gebetet wird, dann stehen wir auf. Abendmahl ist einmal im Monat.

 

 

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Es gibt nunmal nicht "den" evangelikalen oder "den" freikirchlichen Gottesdienst. Dennoch wäre mein allgemeiner Eindruck, dass die Form in der RKK, in den orthodoxen und altorientalisch Kirchen eine deutlich größere Rolle spielt und auch viel weitgehender festgelegt ist.

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vor 21 Stunden schrieb nannyogg57:

Nachdem wir im Evangelikalen-Thread gerade über Geschlechtsbestimmung diskutieren:

 

Ein freikirchlichen Gottesdienst in einer kleinen innovativen Gemeinde ist komplett anders gestrickt als ein katholischer Gottesdienst oder ein evangelischer Gottesdienst.

 

Ganz viele Freikirchen haben keine Kirchengebäude, sondern mieten Räume in Gewerbegebieten. Der Gottesdienstraum ist funktional und in der Regel auch nicht künstlerisch wertvoll gestaltet.

 

Ich habe auch schon erlebt, dass das Abendmahl zwar sehr emotional, aber formlos gefeiert wurde: Das vorgeschnittene Brot und der Traubensaft, in Plastikschnapsbechern schon eingeschenkt, konnte man sich auf einem Tablett holen, während die Pastorin ein freies Gebet sprach, interessanterweise ohne Einsetzungsbericht. Man wartete mit dem Abendmahl in den Händen, bis sie fertig war, dann konsumierte man und warf anschließend die Plastikbecher weg.

 

In diesem Kontext halte ich das Fehlen von Socken beim Leiter des Gottesdienstes für nebensächlich.

 

Die Anfänge des christlichen Gottesdienstes dürften so ähnlich gewesen sein, obwohl das Ritual andere Elemente im Mittelpunkt hatte: Das Brechen des Brotes und das Trinken aus dem einen Kelch.

 

Wir erfahren das im 1. Korintherbrief so nebenbei. Und schon damals ging es darum, dass Leute sich bei der Feier danebenbenahmen und es ging auch schon um Kleiderfragen. Damals weniger ein Thema, ob der Leiter Socken tragen solle, sondern ob die Frauen ohne Kopftuch mitmachen dürften.

 

Und bevor jemand jetzt meint, das wäre eine Vorschrift, die wörtlich zu befolgen sei: Dann sind kurze Hosen sehr wohl erlaubt, denn die werden nicht erwähnt.

 

Wie? Die werfen Plastikbecher weg?

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Der Abendmahlswein wird in Plastikwegwerfbechern konsumiert. So Schnapsglasgrösse. Wird so auf Tabletts hergerichtet. Ist wegen der Hygiene.

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Ich frug bereits früher mal, ob jemand die "Jesus Freaks" kennt, eine mir irgendwie recht sympathische Gemeinde, die die typische Evangelikalenflippigkeit ins Quasi-Extreme steigert. 

 

Hardrock-Punkrock Musik, ekstatisch gesunden mit Andachtstexten. 

 

"Abendmahl" mit Erdnussflips und Krombacher (und das meinen die nicht als Jux). 

 

Viele Punker und Alternative. Ich fühlte mich im Anzug seltsam deplaziert. 

 

Predigten, die ansprechen. Selbst mich als Ungläubigen. Kognitiv unhaltbar, aber beeindruckend, mit welcher Energie die Leute glauben was sie sagen und mit welcher Energie sie dabei sind. 

bearbeitet von Xamanoth

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Krombacher? Das hat der Herr nicht verdient.

 

Es sollte wenigstens ein Augustiner sein.

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vor 3 Stunden schrieb nannyogg57:

Der Abendmahlswein wird in Plastikwegwerfbechern konsumiert. So Schnapsglasgrösse. Wird so auf Tabletts hergerichtet. Ist wegen der Hygiene.

Die Hygiene wäre mit preiswerten Schnapsbechern (kosten im GH mit Sicherheit unter 1 Euro/Stück) und einer Spülmaschine genauso gewährleistet.

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vor 43 Minuten schrieb ThomasB.:

Die Hygiene wäre mit preiswerten Schnapsbechern (kosten im GH mit Sicherheit unter 1 Euro/Stück) und einer Spülmaschine genauso gewährleistet.

 

Was bei 300-400 Gottesdienstbesuchern in insgesamt 4 Gottesdiensten schon ein bisschen schwierig wird. Schon weil die Örtlichkeit nur für Sonntags angemietet wird. Es müssen sämtliche Stühle und sonstiges Inventar, das nicht zur Disco gehört, aufgeräumt und verstaut werden. Das ist auch so eine logistische Meisterleistung.

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Erzähle einem Katholiken was über die logistischen Probleme der Kelchkommunion.

 

 

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vor 4 Stunden schrieb Chrysologus:

Oder ein ordentliches Bier.

Nee, Alt oder Kölsch wolltense nich. 

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Ich lasse jetzt mal alle bier- oder erdnussrelevanten Witze aus.

 

Ich kenne die Jesus Freaks nicht persönlich, lese aber gelegentlich die Volxbibel.

 

Es gab und gibt im christlichen Bereich sogenannte niedrigschwellige und hochschwellige Gottesdienste.

 

Historisch ist das zB der Unterschied zwischen der Tagzeitenliturgie der Benediktiner und dem Angelusbeten: Letzteres wurde im Rahmen der franziskanischen Bewegung eingeführt, da man dafür weder liturgische Bücher noch große Kenntnisse brauchte. Pastoral war das Angelusbeten jahrhundertelang ein Renner.

 

Das Ideal des einen Gottesdienstes, der alle zusammenführt, ist zwar im VatII als liturgisches Ideal gewollt worden, mal wieder, scheitert aber an der pastoralen Praxis.

 

Eine Bewegung wie die Jesus-Freaks ist eine Milieu-Bewegung, aber autark. Das heißt, sie müssen, weil's der Herr so wollte, auch die Sache mit dem Abendmahl begehen.

 

Bei uns überlässt man das den Anzugträgern im Pfarrgottesdienst, während die Kinder im Kindergottesdienst irgendwelche Sachen basteln, die Jugendlichen zum Taizegebet aufm Boden sitzen und die christliche Zengruppe auf Meditationshockern sitzt.

 

(Und man kann dann auch an der Kleidung ungefähr sehen, wer in welchen Gottesdienst geht).

 

Für mich als Katholikin ist es nicht ganz einfach zu durchschauen, was so schrecklich an Brot und Wein sein sollte, dass man es durch Erdnussflips und Bier ersetzen müsste.

 

Man hätte mich bei so einer Feier verloren. Ich habe auch das Plastikbecherabendmahl abgelehnt, unabhängig von irgendwelchen Vorschriften, ich dürfte da sowieso nicht mitmachen, weil meine Kirche das nicht will.

 

Dass die Jesus-Freaks überzeugend rüberkommen, das finde ich schön.

 

Ökumene beginnt, wenn man nicht rumläuft und behauptet, nur die eigene Konfession sei ausschließlich die, welche zum ewigen Heil führt. Aber eine eucharistische Gemeinschaft mit den Jesus-Freaks ließe sich vermutlich nicht mal herstellen, wenn sie zum Abendmahl Salavatorbier hernehmen würden.

 

 

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vor 19 Minuten schrieb nannyogg57:

Eine Bewegung wie die Jesus-Freaks ist eine Milieu-Bewegung, aber autark. Das heißt, sie müssen, weil's der Herr so wollte, auch die Sache mit dem Abendmahl begehen.

 

Ich war mal in München bei den Freaks, gab aber kein Abendmahl an dem Sonntag. Der Stuhl auf dem ich saß war eindeutig nicht für mich gemacht, die Hälfte von mir hätte ihn vielleicht bequem gefunden. Und  dann wurde mir auch klar, wieso ich lieber auf dem Boden sitzen wollte. Gut, das war auch nur ein angemieteter Raum. Und die Stühle waren eindeutig normales Inventar.

 

Was die Klientel anging, das waren alles junge Familie mit kleinen Kindern. Also etwas in die Jahre gekommene Freaks. Die Predigt war zwar mitreißend, der Rest zu spießig für meinen Geschmack.

 

Aber die Volxbibel als Hörbuch hätte ich gerne.

Gelesen von Nina Hagen.

 

(Ich warte seit fast einem Jahr auf Luther 2017 mit Rufus Beck)

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Am 5.9.2018 um 17:09 schrieb Higgs Boson:

Ich warte seit fast einem Jahr auf Luther 2017 mit Rufus Beck

 

Dauert noch ein paar Monate.


Spannend hätte ich es auch von Dirk Bach gefunden. Aber der liest ja nicht mehr. Seufz.
(An seinem Grab steht eine rosa Bank, überhaupt ist da sehr viel rosa. Ich hatte kein Hörbuch dabei, das ich dort hätte hören können. Aber nur so sitzen ist auch gut).

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Am ‎03‎.‎09‎.‎2018 um 09:50 schrieb kam:

Es ist klug, Kleidungsfragen mit jungen Leuten in abstracto zu besprechen, wenn die Spaghettiträger mal am Leib sind, ist das nicht der richtige Zeitpunkt. 

Ich sehe auch nicht, mit welchem Recht Erwachsene in einem Gottesdienst über die Köpfe der Jugendlichen hinweg Kleidungsrichtlinien bestimmen.

Und sich dann wundern, wenn die Jugendlichen nicht kommen und nur bei Jugend"events" auftauchen.

 

 

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