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Jan_Duever

Welche Weihrauchsorte im Gottesdienst?

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Jan_Duever

Ich weiß nicht, ob es dem ein oder anderen von euch ebenfalls aufgefallen ist: Wenn in Deutschland in einem Gottesdienst Weihrauch zum Einsatz kommt, wird fast immer eine herb riechende Sorte verwendet.

Ganz anders dagegen in den Niederlanden: Dort hat der Weihrauch einen angenehm süßlichen Duft; ebenso in den orthodoxen Kirchen.

Hat sich das so eingebürgert oder gibt es entsprechende Vorgaben seitens der Bischofskonferenz?

Vermutlich trauen sich die meisten Pfarrer nicht, den süßen Weihrauch einzusetzen und verwenden stattdessen lieber die herbe Sorte oder könnten noch andere Gründe ausschlaggebend sein?

bearbeitet von Jan_Duever

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Gallowglas

Bist du dir sicher, dass sie in den Niederlanden auch Weihrauch verwenden und nicht "Weihrauch" ? 

:D

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Alfons

Kann es sein, dass in den Niederlanden dem Weihrauch mehr Benzoe beigemischt wird? In der orthodoxen Kirche ist das üblich. Die in deutschen Kirchen übliche Mischung enthält meist Styrax. Auch die Herkunft des Weihrauchs lässt sich riechen, der meiste Stoff kommt aus Somalia, der ist nicht so aromatisch wie der z.B. aus dem Jemen.

Danke an Jan_Duever für die Frage, eine sachkundige Antwort würde mich auch interessieren.
Alfons

 

bearbeitet von Alfons

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gouvernante

Keine Vorschriften. Nur Tradition. Als ich bei uns auf Athos-Weihrauch umstellen wollte (wegen des angenehmeren Duftes), wurde das geblockt mit der Begründung: das qualmt nicht ausreichend. Der Qualm ist allerdings nicht weihrauchtypisch, sondern kommt von den beigemischten Holzspänen.

bearbeitet von gouvernante

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Lothar1962
vor 1 Stunde schrieb gouvernante:

Der Qualm ist allerdings nicht weihrauchtypisch, sondern kommt von den beigemischten Holzspänen.

 

Nicht nur. Es gibt reine Harzweihrauche (z.B. die allseits bekannten bunten Körnchen, vor denen es jeden traditionsbewussten Priester graust), die so qualmen, dass die erste Reihe in der Kirche hustet und der Priester unsichtbar wird. Ganz ohne Sägespäne. Selbst wenn man eine indirekte Heizung wählt (elektrischer Weihrauchbrenner oder Weihrauchstövchen mit Teelicht).

 

Es gehört aber noch mehr zum Weihrauch: Das typische Anschlagen der Kette an den Kessel beim Schwenken beispielsweise. Ein still vor sich hinrauchendes Stövchen ist da nicht so eindrucksvoll, auch wenn es noch so qualmt.

 

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Lothar1962
vor 36 Minuten schrieb Jan_Duever:

Lothar: Wird in alt-katholischen Kirchen Weihrauch eingesetzt?

 

Grundsätzlich ja. Es hängt von der Gemeinde ab, manche lehnen das konsequent ab, da macht das dann der Pfarrer auch nicht. Oftmals hört man dort dann als Begründung "wir sind doch keine Römer". In anderen Gemeinden wird er eingesetzt, manchmal in kleinen Stövchen z.B. zum Taizé-Gebet, aber auch in Festgottesdiensten, dabei üblicherweise in den "klackenden" Rauchkesseln.

 

Dann gibt es die Ostkirche-Fans (hierzu muss man wissen, dass Bischof Joachim Vobbe einen engen Kontakt zu verschiedenen Klöstern in Rumänien und  der Republik Moldau hatte. Bei jeder Synode gibt es ein Abendgebet in ostkirchlicher Liturgie, und da wird Weihrauch eingesetzt, bis alle husten. Und der Bischof - bei dieser Feier ein "normaler" Besucher, üblicherweise in der ersten Reihe sitzend, kann nur schwer seine Ablehnung von "viel Rauch" verbergen.

 

Und dann gibt es die großen Festgottesdienste, denen der Bischof selbst vorsteht, da wird immer Weihrauch eingesetzt, in einer Weise, wie das auch in der RKK üblich ist.

 

In der evangelischen Kirche in Bayern ist die Auseinandersetzung um den Weihrauch noch viel drastischer: Die fränkischen Landesteile, die früher mal preußisch waren, sind eher reformiert geprägt. Dort wird der Weihrauch vehement abgelehnt. Im bayerischen Kernland hingegen ist man eher lutherisch eingestellt, dort wird manchmal Weihrauch in kleinen Mengen verwendet. Unsere evangelische Pfarrerin kommt aus einem ziemlich lutherischen Teil Altbayerns und mag Weihrauch, ist aber nun in einer ziemlich trockenen, reformierten evangelischen Gegend. Die Arme: "Frau Pfarrerin, wollen Sie uns katholisieren?"

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gouvernante
vor einer Stunde schrieb Lothar1962:

Bei jeder Synode gibt es ein Abendgebet in ostkirchlicher Liturgie, ... in der ersten Reihe sitzend, ...

Na, sonderlich ostkirchlich ist das dann ja nicht ;)

Wie will der denn sitzend die ganzen Metanien machen?

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Lothar1962
vor 10 Stunden schrieb gouvernante:

Na, sonderlich ostkirchlich ist das dann ja nicht ;)

Wie will der denn sitzend die ganzen Metanien machen?

 

OK - es ist so ostkirchlich, wie ein indisches Restaurant in Deutschland indisch ist. Oder ein chinesisches Restaurant in Deutschland chinesisch ist.

 

Und - wie schon geschrieben - der Bischof ist nicht an der Liturgie beteiligt. Er ist ein Zuschauer. Sozusagen.

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gouvernante
vor 2 Stunden schrieb Lothar1962:

Und - wie schon geschrieben - der Bischof ist nicht an der Liturgie beteiligt. Er ist ein Zuschauer. Sozusagen.

Da rollen sich jedem Ostkirchler die Nägel auf. Mir auch, weil ich die Ekklesiologie, die sich darin ausdrückt, bedenklich finde.

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