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Mistah Kurtz

„Das ist der natürliche Endpunkt der Reise jedes intelligenten Theologen.“

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Marcellinus

@MartinO

Ich wollte nur darauf hinweisen, woran sich die Kritik des Christentums durch den Islam meistens festmacht (jedenfalls nach meiner unmaßgeblichen Meinung). Das war nicht als ein Lob des Islam gemeint. Aus meiner kritische Distanz zu allen Religionen, ja zu Ideologien überhaupt habe ich nie ein Hehl gemacht.

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nannyogg57
vor 3 Stunden schrieb duesi:

Würde der Koran das christliche Offenbarungsverständnis vertreten, würde ich dir sogar zustimmen. Aber es heißt schon in Sure 1: "Dies ist die Schrift, an der nicht zu zweifeln ist." Und du kannst das gerne als naiv bezeichnen. Aber ich traue einem allmächtigen allwissenden Gott zu, so etwas richtig wiederzugeben. 

Steht sich irgendwo im Koran, aber ned in der 1. Sure.

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duesi
vor 18 Minuten schrieb nannyogg57:

Steht sich irgendwo im Koran, aber ned in der 1. Sure.

Danke für die Korrektur. Ist schon 12 Jahre her, dass ich mich mit dem Koran beschäftigt habe. Es steht in Sure 2,2. Ich wusste noch, dass es ziemlich am Anfang war. Wobei es in der verlinkten Version noch etwas weniger fundamentalistisch klinkt. In der Übersetzung, die ich damals gelesen habe, hieß es: "Dies ist die Schrift, an der nicht zu zweifeln ist, geoffenbart als Rechtleitung für die Gottesfürchtigen."

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Long John Silver
vor 3 Stunden schrieb MartinO:

Es wäre überhaupt nichts dagegen einzuwenden, wenn die Moslems das Konzept der Dreieinigkeit als unsinnig ablehnen würden. Der Punkt ist, dass in einer SChrift, die im Islam als wörtliche Aussage Gottes (nicht nur als von Gott inspiriert) verstanden wird, falsche Aussagen stehen. Ein Christentum, das heute noch als wörtliche Aussage Gottes behaupten würde, Fliegen hätten vier Beine, wäre objektiv unsinnig.

 

Die zweite: Der Koran lehrt bekanntlich, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben sei. Zudem behaupten laut Koran nicht die Christen, er sei gekreuzigt worden, sondern die Juden (!), sie hätten ihn gekreuzigt.

Nun spielen wir einmal folgendes Gedankenspiel: Angenommen, man könnte herausfinden, dass Jesus wirklich nicht gekreuzigt wurde, sondern sich zurückgezogen und später geheiratet hätte (Ich schließe zwar ziemlich aus, dass so etwas herausgefunden werden kann; dennoch kann man den Gedanken zur Verdeutlichung weiterspielen): Damit wäre das Christentum, wie wir es kennen, wohl dahin. Auf das Judentum hätte ein solcher Befund so gut wie keine Auswirkungen: Jesus war nicht der einzige Mensch, der sich als Messias ausgegeben hat oder von seinen Anhängern dafür gehalten wurde. Er war auch nicht der einzige Gekreuzigte, egal, ob ihn jüdische Autoritäten auslieferten oder Pilatus ihn von sich aus verhaften ließ.

 

Mir ist nicht klar, warum ich mich als Christ dafuer interessieren sollte, was der Koran schreibt.

 

(Ich habe ihn auch gelesen, jedenfalls den groessten Teil, ist aber schon lang her, weniger aus wirklichem Interesse, sondern weil ich das als Grundlage brauchte fuer etwas bestimmtes, was hier nichts zur Sache tut).

 

Es ist mir ehrlich gesagt, so was von egal, was der Koran zur Trinitaet oder was auch immer zu christlichen Glaubenssaetzen sagt.  Oder was er ueberhaupt sagt. Gibt es einen theologischen Grund, dass ich mir darueber den Kopf zerbrechen muesste? Ich respektiere den Koran als das Heilige Buch der Muslime, damit ist meine Haltung dazu abgedeckt. 

 

 

 

 

 

 

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MartinO
vor 7 Stunden schrieb Gallowglas:

Moment, das spricht sogar SEHR für die Glaubwürdigkeit, denn in der Praxis ist es bei den Katholen doch genau so ... 

 

Wobei, bei religiösen Schriften von "Glaubwürdigkeit" zu reden ist ohnehin absurd. 

Mal schauen, ob Fakten grundsätzlich entfernt werden:
 

"In der Praxis" ist es nicht generell so. Außerdem ist für die Beurteilung der Lehre einer Gruppe (nicht nur Religionsgemeinschaft) eben deren Lehre maßgeblich - und die lautet: Trinität = Vater, Sohn, Heiliger Geist und nicht anders.

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Fidelis
vor 1 Stunde schrieb Long John Silver:

 

Mir ist nicht klar, warum ich mich als Christ dafuer interessieren sollte, was der Koran schreibt.

 

Es ist mir ehrlich gesagt, so was von egal, was der Koran zur Trinitaet oder was auch immer zu christlichen Glaubenssaetzen sagt.  Oder was er ueberhaupt sagt. Gibt es einen theologischen Grund, dass ich mir darueber den Kopf zerbrechen muesste? 

 

 

Vielleicht, weil es "nur den einen Gott gibt: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt."? (1. Kor 12,6 f.)

 

Ich für meinen Teil maße mir jedenfalls nicht an, Gott vorschreiben zu können, wo er (nicht) zu wirken hat und ihn a priori auf das "christliche' Schriftgut festzulegen. 

 

Genau so wenig, wie ich alles, was der christlichen Tradition entsprungen ist, gut und richtig finden muss, genauso wenig gilt dies für andere religiöse Symbolwelten. - Umgekehrt gilt dies aber auch: nur weil etwas nicht orihiär christlich ist, muss es deswegen noch lange nicht wertlos oder gar abzulehnen sein. 

 

Vielmehr gilt auch hier der Rat des Paulus: "Prüfet aber alles und das gute behaltet." (1. Thess 5,21)

Ich vertraue insoweit darauf, dass der Geist mir schon die notwendige Einsicht und das Verständnis geben wird, um die Geister zu unterscheiden und keinen "Fehltritt" zu tun. 

 

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Long John Silver
vor 30 Minuten schrieb Fidelis:

 

Vielleicht, weil es "nur den einen Gott gibt: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt."? (1. Kor 12,6 f.)

 

Ich für meinen Teil maße mir jedenfalls nicht an, Gott vorschreiben zu können, wo er (nicht) zu wirken hat und ihn a priori auf das "christliche' Schriftgut festzulegen. 

 

Genau so wenig, wie ich alles, was der christlichen Tradition entsprungen ist, gut und richtig finden muss, genauso wenig gilt dies für andere religiöse Symbolwelten. - Umgekehrt gilt dies aber auch: nur weil etwas nicht orihiär christlich ist, muss es deswegen noch lange nicht wertlos oder gar abzulehnen sein. 

 

Vielmehr gilt auch hier der Rat des Paulus: "Prüfet aber alles und das gute behaltet." (1. Thess 5,21)

Ich vertraue insoweit darauf, dass der Geist mir schon die notwendige Einsicht und das Verständnis geben wird, um die Geister zu unterscheiden und keinen "Fehltritt" zu tun. 

 

 

Ich kann jetzt nicht erkennen, was das mit meinem Posting zu tun ...?

 

Es gibt kein Muss, sich fuer den Koran spirituell interessieren zu muessen oder ihn fuer die eigene Religion fuer theologisch wichtig zu halten. 

 

Mein allgemeiner Respekt vor den Schriften, Ritualen und Symbolen anderer Religionen (nicht nur den grossen Weltreligionen) ist eine Sache fuer sich. 

 

Gott etwas vorschreiben zu wollen, habe ich nicht vor mir anzumassen und sehe auch keinen Zusammenhang mit meinem Posting. 

 

 

 

 

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Fidelis
vor 16 Minuten schrieb Long John Silver:

 

Ich kann jetzt nicht erkennen, was das mit meinem Posting zu tun ...?

 

 

Du hast nach einem "theologischen Grund" gefragt, warum du dich "als Christ dafuer interessieren sollte, was der Koran schreibt" und dir darüber den Kopf zerbrechen solltest.
Ich habe versucht, dir einen solchen Grund zu nennen.

 

Wer die Allwirksamkeit Gottes ernst nimmt, kann nicht andere Religionen a priori für wertlos erklären. Denn das würde bedeuten, bestimmte Bereiche des Lebens von Gottes Wirksamkeit kategorisch auszuschließen. Dies erschiene theologisch durchaus problematisch. Vielmehr erscheint es begründeter anzunehmen, dass auch in anderen Religionen Wahrheiten gefunden werden können. 

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Long John Silver
vor 16 Minuten schrieb Fidelis:

 

Du hast nach einem "theologischen Grund" gefragt, warum du dich "als Christ dafuer interessieren sollte, was der Koran schreibt" und dir darüber den Kopf zerbrechen solltest.
Ich habe versucht, dir einen solchen Grund zu nennen.

 

Wer die Allwirksamkeit Gottes ernst nimmt, kann nicht andere Religionen a priori für wertlos erklären. Denn das würde bedeuten, bestimmte Bereiche des Lebens von Gottes Wirksamkeit kategorisch auszuschließen. Dies erschiene theologisch durchaus problematisch. Vielmehr erscheint es begründeter anzunehmen, dass auch in anderen Religionen Wahrheiten gefunden werden können. 

 

Erstens habe ich keine anderen Religionen fuer "wertlos" erklaert. Kann es sein, dass du da was missverstanden hast?

 

Dein "Grund" ist allerdings fuer mich persoenlich keiner.  Ich kenne den Koran, er sagt mir nichts und ich brauche ihn darum nicht.

 

Es ging hier (siehe Martin) um die Trinitaet und  der Blick des Koran auf bestimmte christliche Glaubenssaetze, den er  als "falsche Interpretationen" benannte. Darauf bezog sich auch meine Aussage: mir ist es egal, wie der Koran christliche Glaubenssaetze interpretiert, weil er fuer mich keine Grundlage meiner Spiritualitaet ist und auch nicht sein kann. Ergo kann er alle moeglichen falschen Annahmen  beinhalten, das muss mich nicht tangieren. Das war der konkrete Zusammenhang meines Postings. 

 

 

bearbeitet von Long John Silver

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duesi
vor 8 Stunden schrieb gouvernante:

Ich denke, es ist erst einmal hilfreich, sich eine Nische zu suchen, in der Du persönlich gut ankommen kannst. Erst mit guten Wurzeln ist es mE möglich, denen, die auf der anderen Seite von was für Gräben auch immer zu stehen meinen, für genauso katholisch zu halten, wie man sich selbst sieht.

Meine Erfahrung ist die, dass man man in der katholischen Kirche viel mehr Eigeninitiative zeigen muss, als ich das von den Mennoniten gewohnt war, wo jeder von der Gemeinde irgendwie eingebunden worden ist. Meine schönste Erfahrung bisher in der katholischen Kirche war, als ich dort in einem Chor gesungen habe, was irgendwann aufgrund meines Umzugs nicht mehr möglich gewesen ist. In der ökumenischen Gebetsbewegung, in der ich aktiv bin, habe ich eine Handvoll guter Freunde gefunden, die ich sehr schätze. Ich tendiere ja eher zu einer etwas konservativeren Theologie, habe aber meinen eigenen Kopf. Von daher passt das durchaus. Allerdings komme ich nicht gut damit zurecht, wie respektlos teilweise von konservativen Christen über unseren Bischof Kardinal  Marx gesprochen wird. Auch wenn man theologisch anderer Meinung ist, finde ich das nicht richtig. Ich habe probeweise auch schon Kontakte mit der Legion Mariens gehabt. Mit dem Fokus auf die Marienverehrung komme ich durchaus zurecht. Allerdings nicht mit der Verurteilung anderer Christen, deren Fokus weniger auf Maria liegt. Ich habe auch schon über ein karitatives Engagement bei der Caritas nachgedacht. Allerdings fehlt mir dazu im Moment einfach die Kraft. Mit dem Priester meiner Pfarrei habe ich mal darüber gesprochen. Er hat mir vorgeschlagen, einen Altengeburtstagsbesuchsdienst zu machen, weil ich so etwas ähnliches schon in der Mennonitengemeinde gemacht habe. Die entsprechende Gruppe hat sich mit mir in Verbindung gesetzt, die wollten sich aber später noch melden und darauf warte ich jetzt schon seit ein paar Monaten. Ich denke im Moment darüber nach, bei der Gebetsbewegung aufzuhören und mich mal mit der Gemeinschaft neuer Weg in Verbindung zu setzen. Die sind in München sehr aktiv und haben Gebets-und Bibelkreise, die sich einmal wöchentlich treffen. Deren Spiritualität spricht mich auch sehr an. Das kollidiert nur leider mit den Terminen der Gebetsbewegung, in der ich derzeit aktiv bin.

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Long John Silver

Ich wollte noch etwas zu meinem letzten Posting hinzufuegen (es war zu spaet es zu editieren).

 

Meines Erachtens ist es kein Muss und auch keine Pflicht und auch kein fuer den eigenen Glauben unerlaessliches Tun, sich  mit Schriften oder Ritualen anderer Religionen spirituell beschaeftigen zu muessen. Das kann fuer manche Leute persoenlich sinnvoll sein, fuer andere ist es das weniger oder gar nicht, eine Beurteilung ueber ihren Glauben oder ihre Spiritualitaet kann man daraus nicht ableiten. Millionen Menschen haben ueber die Jahrhunderte ernsthaft und  tief an Christus geglaubt ohne jemals eine Zeile vom Koran gelesen zu haben und es ist auch heute noch so. Die Beschaeftigung mit bestimmten Dingen ist immer ein persoenliches Verlangen es gibt da kein "man sollte das tun" oder "man begreift etwas besser, wenn´... Da sollte es keinen paedagogischen Zeigefinger geben, was jemand zu tun haette, weil das einfach zu persoenlich ist, und schon gar nicht sind daraus daraus Rueckschluesse auf den jeweiligen Glauben des Betreffenden zu ziehen oder seine theologische "Bandbreite" oder "Weltoffenheit".Wir sollten uns nicht gegenseitig "erziehen" wollen, was "liberal" sei nicht oder  wie jemand die Bibel besser lesen sollte oder sich mit was auch immer beschaeftigten muesste, um theologisch "in" zu sein. 

 

Und weil dann auch gleich Gott ins Spiel gebracht wurde: ich denke, Gott wird schon wissen, was fuer mich wichtig ist. Da mache ich mir jetzt keine Gedanken.

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elad
vor 18 Minuten schrieb Long John Silver:

Ich wollte noch etwas zu meinem letzten Posting hinzufuegen (es war zu spaet es zu editieren).

 

Meines Erachtens ist es kein Muss und auch keine Pflicht und auch kein fuer den eigenen Glauben unerlaessliches Tun, sich  mit Schriften oder Ritualen anderer Religionen spirituell beschaeftigen zu muessen. Das kann fuer manche Leute persoenlich sinnvoll sein, fuer andere ist es das weniger oder gar nicht, eine Beurteilung ueber ihren Glauben oder ihre Spiritualitaet kann man daraus nicht ableiten. Millionen Menschen haben ueber die Jahrhunderte ernsthaft und  tief an Christus geglaubt ohne jemals eine Zeile vom Koran gelesen zu haben und es ist auch heute noch so. Die Beschaeftigung mit bestimmten Dingen ist immer ein persoenliches Verlangen es gibt da kein "man sollte das tun" oder "man begreift etwas besser, wenn´... Da sollte es keinen paedagogischen Zeigefinger geben, was jemand zu tun haette, weil das einfach zu persoenlich ist, und schon gar nicht sind daraus daraus Rueckschluesse auf den jeweiligen Glauben des Betreffenden zu ziehen oder seine theologische "Bandbreite" oder "Weltoffenheit".Wir sollten uns nicht gegenseitig "erziehen" wollen, was "liberal" sei nicht oder  wie jemand die Bibel besser lesen sollte oder sich mit was auch immer beschaeftigten muesste, um theologisch "in" zu sein. 

 

Und weil dann auch gleich Gott ins Spiel gebracht wurde: ich denke, Gott wird schon wissen, was fuer mich wichtig ist. Da mache ich mir jetzt keine Gedanken.

meiner bescheidenen meinung nach muss sich jeder 24 stunden pro tag, 7 tage die woche und 365 tage im jahr gedanken ueber sein verhalten machen, besonders ueber das verhalten gegenueber anderen und besonders ueber das verhalten gegenueber andersdenkenden.

wer sein denken anderen ueberlaesst, egal ob religoesen, politischen, gesellschaftlichen usw. fuehrern, der kann irgendwann mal  bei "fuehrer befiehl, ich folge" landen.

wir leben nicht mehr in homogenen kleinen gruppen in hoehlen, sondern in grossen pluralistischen gemeinschaften, in denen es unzaehlige meinungen, auffassungen usw. gibt. die allein seeligmachende, richtige, moralische auffassung gibt es nicht.

ein gemeinsames zusammenleben ist nur moeglich, wenn gemeinsame grundwerte akzeptiert und eingehalten werden, darueber hinaus ist es aber voellig unwichtig,  an was und wen und warum jemand glaubt oder nicht glaubt.

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rince
Am 26.10.2018 um 17:19 schrieb Mistah Kurtz:

sagt die irische Sängerin Sinead O'Connor zur Bekanntgabe ihrer Konversion. Sie ist jetzt Sr. Shuhada' Davitt und ist stolz darauf endlich Muslim zu sein 

Und in China ist am Wochenende ein Sack Reis umgefallen...

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Werner001
On ‎27‎.‎10‎.‎2018 at 4:32 PM, Flo77 said:

Wenn jemand zum Islam konvertieren will, sehe ich das eigentlich immer als dringenden Fall für die psychiatrische Zunft an. In diesem Fall deutet auch noch mehr darauf hin, daß das sinnvoll wäre. Aber das ist nur meine Meinung basierend auf dem, was bislang öffentlich ist.

Ich habe mich inzwischen schon ein ganzes Stück weit mit dem Islam befasst und kann es nicht nachvollziehen, wie jemand mit westlicher Sozialisierung dorthin konvertieren kann. Allerdings ist es mit der Sozialisierung ja auch so eine Sache, und ich schließe da vermutlich zu sehr von mir auf andere. Nach meinem Empfinden (ich habe mich wirklich damit beschäftigt) ist der Islam, verglichen etwa mit dem Christentum, aber auch weltlichen westlichen Philosophien, eine relativ "simpel gestrickte" (freundlich gesagt) Religion. Ist man darin aufgewachsen, ist das schön und gut, aber wie jemand mit wirklicher christlicher Sozialisierung (reines Papierchristentum gilt nicht) den Islam als "wahr erkennen" kann, begreife ich nicht (den Weg zum Atheismus kann ich dagegen durchaus nachvollziehen).

Dazu kommt, dass der Islam ja nicht nur eine Religion, sondern eine echte Lebensform ist, die gute O'Connor betet ja konsequenterweise nicht nur anders, sie fängt auch gleich an, sich den Kopf einzuwickeln und fordert auch ihre Mitmenschen auf, das zu tun, etc.

Das ist der zweite Punkt, den ich nicht nachvollziehen kann, wie man sich als westlich sozialsierter Mensche einer solchen totalitären (nicht im politischen Sinn gemeint, aber sämtliche Aspekte meines (!) Lebens bevormundenden) Weltanschauung freiwillig unterwerfen kann. Na gut, ich bin vermutlich auch aufgrund meiner Biografie da ziemlich stark individualistisch unterwegs.

Lange Rede, kurzer Sinn, als ich das von O'Connor gehört habe, hab ich spontan gedacht "was muss die arme Frau für Probleme haben", und so war es ja wohl auch. Labile Menschen neigen wohl dazu, auf Rattenfänger hereinzufallen, und das ist nicht mal islamophob gemeint, es gibt auch andere Rattenfänger, die labile Menschen einfangen. Ob das den labilen Menschen dann wirklich hilft? Ich weiß es nicht. Der Islam ist keine Religion, in der das Individuum einen solch hohen Stellenwert hat, wie im Christentum. Das Motto dort ist "in der Masse mitschwimmen". Das mag manchem das Gefühl von Sicherheit geben, aber ob es jemandem mit psychischen Problemen auf Dauer hilft?

 

Werner

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Werner001
On ‎27‎.‎10‎.‎2018 at 7:22 PM, Julius said:

 

Sie ist es zumindest ernsthaft angegangen und von den irischen Muslimen sehr freundlich aufgenommen worden.

Auch die Römer hängen die Konversion von Promis an die etwas größere Glocke. Das will nichts heißen.

 

Werner

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Werner001
On ‎27‎.‎10‎.‎2018 at 10:59 PM, MartinO said:

Wenn ein Satz wahr ist, wird er nicht dadurch falsch, dass ihn ein Verbrecher oder ein *biep* gesagt hat. Das war (im großen und ganzen) auch vor dem II. Vatikanum katholische Lehre.

Die radikale Linie in der Form, in der du sie vertrittst, wäre in der aufgeklärten Gesellschaft dagegen tatsächlich der Tod der Kirche (zumindest wie wir sie kennen): Mit der Aussage "Jeder, der dies anders sieht, kommt in die Hölle" fängt man keinen mehr. Mit der Aussage "Auch, wenn andere dasselbe glauben wie wir, ist es durch ihren Irrtum entwertet" noch weniger. So können die Zeugen Jehovas und andere Randgruppen existieren, aber nicht die katholische Kirche.

 

Es ist doch ein Unterschied, ob man sagt, auch außerhalb der Kirche können Individuen gerettet werden, oder ob man sagt, auch andere Religionen können wahr sein.

Der Islam ist übrigns nicht so zimperlich, der erklärt sich selbstverständlich selbst zur einzig wahren Religion und alle Andersgläubigen zu Falschgläubigen.

 

Werner

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Werner001
21 hours ago, Julius said:


Ähm ... ich gehe nicht davon aus, dass ein allmächtiger, allwissender Gott daran zu messen ist, ob er - wie ein Schulbub - das christliche Trinitätsverständnis aufsagen kann. Anders gesagt: Ich halte diesen Gott für darüber erhaben.

Da ziehe ich dann doch eher in Zweifel, dass ein solcher Gott irgendeinem Propheten irgendwelche Aussagen in die Feder diktiert hat.

Der Schluss daraus ist jeweils der gleiche: Der Koran wurde nicht von Gott diktiert, sondern Mohammed hat ihn sich ausgedacht.

 

Werner

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mn1217

Ach um Himmels willen,  da war eher abschreckend.  Alleiniger Wahtheitsanspruch endet nie gut.

Die Wahrheit Gottes ist umfassend genug, im nicht nur in allen Religionen, sondern auch außerhalb dieser gefunden werden zu können.

 

Und Menschen abzuwerten,  weil sie nicht das gleiche glauben , geht auch nie gut.

bearbeitet von mn1217

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Chrysologus
vor 21 Minuten schrieb Werner001:

Das ist der zweite Punkt, den ich nicht nachvollziehen kann, wie man sich als westlich sozialsierter Mensche einer solchen totalitären (nicht im politischen Sinn gemeint, aber sämtliche Aspekte meines (!) Lebens bevormundenden) Weltanschauung freiwillig unterwerfen kann.

Das ist zumindest auch ein im Christentum mögliches Phänomen - das Leben nach oder unter einer Regel. Agamben weist in "Höchste Armut" darauf hin, dass einige Regeln überschrieben wurden mit "Vita vel regula", Leben und Regel sind dasselbe. Man lebt nicht nach einer Regel, man lebt die Regel. Der Islam kann in manchen Varianten ähnlich sein.

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Werner001
2 minutes ago, Chrysologus said:

Das ist zumindest auch ein im Christentum mögliches Phänomen - das Leben nach oder unter einer Regel. Agamben weist in "Höchste Armut" darauf hin, dass einige Regeln überschrieben wurden mit "Vita vel regula", Leben und Regel sind dasselbe. Man lebt nicht nach einer Regel, man lebt die Regel. Der Islam kann in manchen Varianten ähnlich sein.

Nur ist es im Islam kein Ding Weniger dazu berufener, sondern aller. Und das ist mir zuviel Absolutheitsanspruch.

 

Werner

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Chrysologus

Dennoch kann genau dieser Anspruch auf manche anziehend wirken - mehr wollte ich gar nicht behaupten.

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Werner001

ja, genau das habe ich ja auch weiter oben schon geschrieben.

Wobei da noch ein zusätzliches Problem des sunnitischen Islam hinzukommt (gibt es eigentlich in nennenswertem Umfang auch westliche Konversionen zur Shia?)

Durch das Fehlen einer Hierarchie steht man als Konvertit erst mal ziemlich alleine da. Gerade Leute, die nach Halt und Struktur suchen, suchen aber ja dann auch Lenkung und Weisung. Und das ist dann die Stunde der Islamisten. Dass sich die O'Connor jetzt "Schwester" Dingsbums nennt, lässt bei mir ein paar Alarmglocken losgehen.

Aber soll sie ruhig nach ihrer Facon selig werden.

 

Werner

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Julius
vor 35 Minuten schrieb Werner001:

Und das ist dann die Stunde der Islamisten. Dass sich die O'Connor jetzt "Schwester" Dingsbums nennt, lässt bei mir ein paar Alarmglocken losgehen.

 

Der Sheikh, dem sie auf dem Video das islamische Glaubensbekenntnis nachspricht, ist allerdings nicht als Islamist bekannt.

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rince

Als aus Cat Stevens plötzlich Yussuf Islam wurde, ist die Welt auch nicht untergegangen. Ganz entspannt bleiben. Hat diese arme Frau noch ansatzweise eine Vorbildfunktion für eine nennenswerte Zielgruppe? Im türkischen Freundeskreis hat man ob dieser Aktion nur traurig den Kopf geschüttelt.

 

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Higgs Boson

Justin Biber hat sich taufen lassen. Ein paar Bemerkungen in den Medien und fertig.

 

Mehr ist das hier auch nicht.

 

Interessant wird es doch erst, wenn sie es sich anders überlegt und beim nächsten Update Zeugin Jehova wird oder so.

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