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Flo77

Das Kreuzopfer "from the other side"

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Flo77

Keine Ahnung, ob dieser Gedanke schonmal Niederschlag in der christlichen Literatur gefunden hat (mir erscheint es logisch, es ist mir aber so konkret formuliert noch nie begegnet), aber ist das Kreuzopfer nicht eigentlich ein verdrehtes Opfer bei dem die klassischen Opfervorstellungen umgekehrt werden?

 

Ein "normales" Opfer ist ja eine Gabe oder ein Gelübde vom Menschen als Geber an Gott als Empfänger. Ein weiteres Charakteristikum ist ja, daß die Opfergabe - zumindest in unserer Hemisphäre - der Verfügungsgewalt des Opfernden entzogen und die Opfergabe unbrauchbar gemacht wird.

 

Beim Kreuzopfer ist Christus Priester und Gabe aber opfert er sich wirklich dem Allmächtigen als Pessachlamm für die Sünden der Welt? Oder dreht er nicht vielmehr das Gott-Mensch-Verhältnis auf links, wenn er sich dem Menschen ausliefert und sich ihm zum Geschenk macht? Zumal Christus die einzige Opfergabe sein dürfte, die nach ihrem Opfergang noch die freie Verfügungsgewalt über sich selbst hat.

 

Wenn aber Gott sich dem Menschen opfert, ergäbe es einen Sinn, daß der Priester die Gaben für den Allmächtigen bereitstellt und stellvertretend für Christus seinen Leib buchstäblich austeilt.

 

Das einzige, was ich hier nicht untergebracht bekomme ist das Lob- und Dankopfer der Gemeinde weil hier die Opferrichtung wieder Mensch an Gott ist.

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Gallowglas

könnte man so sehen, aber da das "Kreuzopfer" ja kein wirkliches Opfer war, sondern lediglich eine zeitlich begrenzte Unannehmlichkeit, stellt sich die Frage doch eigentlich nicht wirklich, oder ? 

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Die Angelika
Am 11.1.2019 um 09:36 schrieb Flo77:

Keine Ahnung, ob dieser Gedanke schonmal Niederschlag in der christlichen Literatur gefunden hat (mir erscheint es logisch, es ist mir aber so konkret formuliert noch nie begegnet), aber ist das Kreuzopfer nicht eigentlich ein verdrehtes Opfer bei dem die klassischen Opfervorstellungen umgekehrt werden?

 

Ein "normales" Opfer ist ja eine Gabe oder ein Gelübde vom Menschen als Geber an Gott als Empfänger. Ein weiteres Charakteristikum ist ja, daß die Opfergabe - zumindest in unserer Hemisphäre - der Verfügungsgewalt des Opfernden entzogen und die Opfergabe unbrauchbar gemacht wird.

 

Beim Kreuzopfer ist Christus Priester und Gabe aber opfert er sich wirklich dem Allmächtigen als Pessachlamm für die Sünden der Welt? Oder dreht er nicht vielmehr das Gott-Mensch-Verhältnis auf links, wenn er sich dem Menschen ausliefert und sich ihm zum Geschenk macht? Zumal Christus die einzige Opfergabe sein dürfte, die nach ihrem Opfergang noch die freie Verfügungsgewalt über sich selbst hat.

 

Wenn aber Gott sich dem Menschen opfert, ergäbe es einen Sinn, daß der Priester die Gaben für den Allmächtigen bereitstellt und stellvertretend für Christus seinen Leib buchstäblich austeilt.

 

Das einzige, was ich hier nicht untergebracht bekomme ist das Lob- und Dankopfer der Gemeinde weil hier die Opferrichtung wieder Mensch an Gott ist.

 

gefällt mir.

Meine Erklärung, warum du dann ds Lob- und Dankopfer der Gemeinde nicht mehr unterbringen kannst:

Mit dieser Umkehrung der Verhältnisse hat Gott es für sich ein für allemal abgeschafft, dass Menschen sich einbilden, sie könnten Gott auch nur irgendein Opfer bringen, mit dem sie ihn in irgendeiner Weise zu irgendetwas bewegen könnten. Dem folgt dann Luthers Gedanke "sola gratia". Der Mensch kann nichts tun, um sein Heil zu erlangen. Gott schenkt es ihm völlig unverdient.

Dazu passt auch die Stelle im At, in der Gott erklärt, dass er keine Opfer wolle.

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Die Angelika
Am 11.1.2019 um 11:34 schrieb Gallowglas:

könnte man so sehen, aber da das "Kreuzopfer" ja kein wirkliches Opfer war, sondern lediglich eine zeitlich begrenzte Unannehmlichkeit, stellt sich die Frage doch eigentlich nicht wirklich, oder ? 

 

Das ist aber jetzt wohl doch ein Euphemismus, die Kreuzigung als "zeitlich begrenzte Unannehmlichkeit" zu bezeichnen.

Ich möchte diese "zeitlich begrenzte Unannehmlichkeit" nicht durchleben müssen. Und du?

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