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Long John Silver

Heiligung des Lebens

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theresa???

 

vor 9 Minuten schrieb duesi:

Ich finde auch, dass der Kardinal in seiner Ausführung über die Abtötungen weit übers Ziel hinausgeschossen ist. Die Freude an der Schönheit der Schöpfung und das Genießen müssen anscheinend von manchen "Abtötern" wieder als Tugenden entdeckt werden. Denn es preist ja schließlich den Schöpfer, wenn man sich des Lebens erfreuen kann.

 

Bei der Abtötung geht es m.E. darum, eine größere Freude am Schöpfer zu finden als an den zeitlichen Genüssen. Wenn es um eine Geringschätzung irdischer Genüsse geht, wird m.E. das Ziel verfehlt. Denn wenn so manch einer töten würde, um ein gutes Konzert zu besuchen, verfehlt die Freude am Konzert ebenfalls ihren Zweck. Und wenn ich mich so an die Zärtlichkeiten von meinem Partner gewöhnt habe, dass ich ihn nicht mehr lieben kann, wenn er mir diese guten Gefühle nicht mehr liefert, dann ist das auch ein Zeichen, dass ich die "guten Gefühle" mehr geliebt habe als den Partner. Auf diese Weise kann die Freude am Genuss zu einer Gier werden. Und wenn man das bemerkt, sollte man an sich arbeiten und mit sich ins Gericht gehen. Die Liebe ist immer ein höheres Gut als der zeitliche Genuss. Und indem wir uns nach der Liebe als der höchsten aller Tugenden ausstrecken, finden alle irdischen Genüsse ihren rechten Platz.

Danke für deine Erklärung. Das klingt für mich sehr plausibel, ist aber glaub ich von der Stoßrichtung etwas ganz anderes als das, was in dem Artikel vom Opus Dei, mit dem die Diskussion begann, beschrieben war.

 

bearbeitet von theresa???
Text gelöscht, der in einen anderen Beitrag gehörte

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Long John Silver

Ich moechte noch zu dem Punkt Essen bei diesem Text Abtoetung etwas sagen und zwar zu der Aussage, keinen Genuss  beim Essen zuzulassen (jedenfalls habe ich das so verstanden). 

 

Fuer unser Essen muessen  allermeistens Tiere sterben, Pflanzen werden vertilgt. Das mindeste Ehre, die wir den Tieren erweisen koennen, ist dass wir den Wohlgeschmack und die Nahrhaftigkeit wuerdigen, die ihr Fleisch hat, und nicht so tun, als wuerden wir trockene Pappe herunter schlingen, nur was im Magen zu haben. (Ich selbst bin kein Fleischesser, aber ich gehe davon aus, dass die meisten Menschen Fleisch essen und das auch in der Schoepfungsordnung so vorgesehen ist. Meine Vorfahren dankten ueblicherweise dem Wild, das sie erlegt hatten, dafuer, dass es sie ernaehrte.

 

Auch das ist Heiligung. 

bearbeitet von Long John Silver

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Marcellinus
vor 14 Minuten schrieb theresa???:

Wo denn? In der Bibel finde ich keine solchen Stellen. Hilf mir mal auf die Sprünge, bitte.

 

„Unsere Heimat ist der Himmel“ findet sich bei Paulus, „Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist“ im Johannesbrief, „Der Christ ist ein Fremdling in dieser Welt; er ist ein Bürger des himmlischen Jerusalem“, schreibt Tertullian und bei Origines finden wir: „Solange Christen als Bürger der Erde in ihrem Körper wohnen, bleiben sie ausgebürgert aus dem Reich Gottes. Christen sehnen sich aber danach, sich aus ihrem Körper auszubürgern und beim Herrn eingebürgert zu werden, damit sie, wenn sie Bürger seines Reiches sind, eins werden mit Gott.“ „Die Welt gehört Gott“, schreibt Tertullian, „die Dinge der Welt aber dem Teufel.“

bearbeitet von Marcellinus

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theresa???
vor 1 Minute schrieb Marcellinus:

 

„Unsere Heimat ist der Himmel“ findet sich bei Paulus, „Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist“ im Johannesbrief, „Der Christ ist ein Fremdling in dieser Welt; er ist ein Bürger des himmlischen Jerusalem“, schreibt Tertullian und bei Origines finden wir: „Solange Christen als Bürger der Erde in ihrem Körper wohnen, bleiben sie ausgebürgert aus dem Reich Gottes. Christen sehnen sich aber danach, sich aus ihrem Körper auszubürgern und beim Herrn eingebürgert zu werden, damit sie, wenn sie Bürger seines Reiches sind, eins werden mit Gott.“ „Die Welt gehört Gott“, schreibt Tertullian, „die Dinge der Welt aber dem Teufel.“

Naja, gut, ich müsste lügen, würde ich sagen, dass ich in den Johannesbriefen keine gnostischen Tendenzen sehe ;)

Wenn Paulus schreibt, dass unsere Heimat der Himmel ist, dann bin ich da ziemlich bei ihm. Trotzdem fühle ich mich wohl auf der Erde. Und kann sie genießen. Das muss man ja nicht als strengen Dualismus denken und Paulus scheint mir das auch nicht zu tun.

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duesi
vor 9 Minuten schrieb Marcellinus:

Kultur ist Triebunterdrückung, doch da unsere biologischen Instinkte (Selbstbehauptung, Nahrung und Sex) sehr stark sind, haben die Menschen sich Regeln geschaffen, die unbedingt zu befolgen sind, und diese Regelwerke nennt man Moral. „Moral ist evolutionsbiologischer Instinktersatz und Freiheitskompensation“ (Alexander Grau). Aber regeln heißt eben nicht „abtöten“. Hinter „abtöten“ steht ein ideologischer Ansatz, kein kultureller. 

Ja, hier stimme ich dir sogar zu. Ich verstehe es so, wenn Jesus sagt, alle Gebote seien in der Liebe erfüllt, dass alle Gebote auch nur in ihrem kulturellen Rahmen auf Rücksicht auf das kulturelle Gefüge der eigenen Gruppe und zur Förderung der Friedfertigkeit gegenüber fremden Gruppen ihre Berechtigung haben. (hier würde mir manch ein konservativer Christ widersprechen) Die Ehe, obwohl sie laut Jesus von ihrem Ursprung her unauflöslich ist, wird in der Vollendung einmal obsolet werden, wenn alle Menschen frei wie Engel sein werden und die Frage, wer mit wem verheiratet gewesen ist, keine Rolle mehr spielen wird.

 

Die "Abtötung" sehe ich in diesem Sinne nicht als Ideologie, sondern als Handwerkszeug, um der kulturellen Forderung der eigenen kulturellen Gruppe gerecht werden zu können.

 

In unserer Gesellschaft, in der Sexualität immer dann gerechtfertigt wird, wenn sie einvernehmlich erfolgt, wird das Bilden sozialer Netzwerke, die gemeinsames Handeln ermöglichen, sehr stark erschwert. Die Netzwerke, die tatsächlich gemeinsames Handeln ermöglichen, sind entweder Familienclans, in denen Untreue unter der Hand stark sanktioniert wird oder Unternehmen oder Vereine, in denen das Sexualverhalten der Mitarbeiter für das Ansehen der einzelnen Mitarbeiter keine Rolle spielt. Daneben gibt es noch ein paar konservative christliche Gemeinden und Moscheevereine, in denen Sexualverhalten gegen die Norm ebenfalls sanktioniert wird und denen es dadurch gelingt, handlungsfähige Familienverbände zusammenzubringen.

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Studiosus

Allerdings sollte man auch vermeiden von der anderen Seite vom Pferd zu fallen und Abtötung als reines Mittel zur Selbstveredelung des Menschen zu betrachten. Denn darum geht es nun auch wieder nicht. Also um ein Elitedenken oder die Bewunderung der eigenen Selbstdisziplin.

 

Es muss schon Gott die Triebfeder sein, sonst kann man es gleich lassen. Und dazu wird jeder gute Seelenführer auch raten, wenn es aus diesen Motiven heraus erfolgt.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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Marcellinus
vor 4 Minuten schrieb theresa???:

Naja, gut, ich müsste lügen, würde ich sagen, dass ich in den Johannesbriefen keine gnostischen Tendenzen sehe ;)

Wenn Paulus schreibt, dass unsere Heimat der Himmel ist, dann bin ich da ziemlich bei ihm. Trotzdem fühle ich mich wohl auf der Erde. Und kann sie genießen. Das muss man ja nicht als strengen Dualismus denken und Paulus scheint mir das auch nicht zu tun.

 

Ich bin Historiker. Mich interessiert nur, wie es nachweislich gewesen ist (soweit es sich nachweisen läßt). Die Gefühle oder der Glaube der Anwesenden ist nicht mein Gegenstand. Gnosis ist in der innerkirchlichen Auseinandersetzung um die „wahre Lehre“ immer auch ein Kampfbegriff gewesen. Der Begriff der „Abtötung“, die Leib- und Genußfeindlichkeit stammt aus den von mir zitierten Vorstellungen. Und ja, dahinter steht ein klarer Dualismus von sündhaftem Leib vs erlösungsbedürftiger Seele, genau das was man den Gnostikern vorgeworfen hat, und man noch heute bei frommen Christen findet. So bei den Hutterern, die einem frisch verheirateten Hochzeitspaar einen Pferdeschädel auf den Tisch legen, um ihre Gedanken von eventuellen Ehefreuden ab- und auf die Vergänglichkeit des Lebens hinzulenken.  

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Studiosus

Was irgendwem gnostisch vorkommt interessiert nicht. Der Johannesbrief ist kanonisch, i. e. von der Kirche rekognosziert. Der Rest sind Privatmeinungen.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

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duesi
vor 2 Minuten schrieb Marcellinus:

So bei den Hutterern, die einem frisch verheirateten Hochzeitspaar einen Pferdeschädel auf den Tisch legen, um ihre Gedanken von eventuellen Ehefreuden ab- und auf die Vergänglichkeit des Lebens hinzulenken.   

Ja, bei den Mennoniten in Bolivien und Paraguay gibt es ähnliche Traditionen, dass die Braut z.B. ein schwarzes Hochzeitskleid trägt, um an den Ernst der Ehepflichten erinnert zu werden. Deutsche Mennoniten versuchen ihnen da im Rahmen der Bruderhilfe klarzumachen, dass man die Ehe im biblischen Sinne doch als Freudenfest feiern sollte. Und manche haben schon von der Tradition des schwarzen Hochzeitskleides zu einem weißen gewechselt. Doch manche Bräuche halten sich hartnäckig.

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Marcellinus
vor 13 Minuten schrieb duesi:

In unserer Gesellschaft, in der Sexualität immer dann gerechtfertigt wird, wenn sie einvernehmlich erfolgt, wird das Bilden sozialer Netzwerke, die gemeinsames Handeln ermöglichen, sehr stark erschwert. Die Netzwerke, die tatsächlich gemeinsames Handeln ermöglichen, sind entweder Familienclans, in denen Untreue unter der Hand stark sanktioniert wird oder Unternehmen oder Vereine, in denen das Sexualverhalten der Mitarbeiter für das Ansehen der einzelnen Mitarbeiter keine Rolle spielt. Daneben gibt es noch ein paar konservative christliche Gemeinden und Moscheevereine, in denen Sexualverhalten gegen die Norm ebenfalls sanktioniert wird und denen es dadurch gelingt, handlungsfähige Familienverbände zusammenzubringen.

 

Sag mal, auf was für einem Trip bist du denn? Meinst du Familienclans wie die ’Ndrangheta oder die libanesischen Clans in Berlin? Da hast du „handlungsfähige Familienverbände“, ein Anachronismus in einer modernen Demokratie.

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duesi
Gerade eben schrieb Marcellinus:

 

Sag mal, auf was für einem Trip bist du denn? Meinst du Familienclans wie die ’Ndrangheta oder die libanesischen Clans in Berlin? Da hast du „handlungsfähige Familienverbände“, ein Anachronismus in einer modernen Demokratie.

Ja, die meine ich auch. Aber du willst mir doch nicht erzählen, dass es in reichen biodeutschen Familienclans nicht auch solche Phänomene wie Vernunftheirat und Knüpfung er Erbberechtigung an das eigene Sexualverhalten geben würde. Und wieso sollen familiäre Netzwerke grundsätzlich ein Anachronismus sein? Wenn Familien gemeinsame Werte pflegen, untereinander heiraten und deswegen fähig werden, Verantwortung für Staat und Gesellschaft zu übernehmen, wieso soll das etwas grundsätzlich schlechtes sein? Solange das auf dem Boden von Grundgesetz und Rechtsordnung geschieht, kann ich darin nichts verwerfliches erkennen. Und sicher gibt es auch Netzwerke von Menschen, die sich nicht über Religion und Familie definieren, die tragfähig sind. Aber familiäre Netzwerke mit stabilen Familienstrukturen sind nach meiner Beobachtung immer noch die tragfähigsten Netzwerke, die es gibt. Ich bin gerne offen dafür, mich von dir eines besseren belehren zu lassen und Beispiele für tragfähige menschliche Netzwerke zu lesen, die abseits von Familienverbänden existieren. 

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Marcellinus

Es ist viel schlimmer: Staatenbildung im allgemeinen und Demokratie und gesellschaftlicher Fortschritt beruhen auf der Auflösung solcher Familienverbände. Deine Kirche hat daran übrigens eifrig mitgewirkt, als sie die Heirat, die ursprünglich eine durchaus irdische Vereinbahrung zwischen Familien war, zu einer von der Kirche legitimierten zwischen zwei Menschen machte.

 

Es stärkte den kirchlichen Einfluß wie den der Eheleute gleichermaßen gegenüber ihren Familien. Einen ähnlichen Trend gab es in der Staatenbildung, als das Gewaltmonopol von den Familiengliedern mit ihrer Selbstnustiz auf die Staaten überging.

 

Andersherum behindern Familienverbände gesellschaftlichen Fortschritt, weil gegenseitige Verpflichtungen innerhalb der Familie Anforderungen an eine moderne Leistungsgesellschaft im Wege stehen. Die Netzwerke innerhalb einer von Individualität geprägten Gesellschaft mögen schwächer sein, was aber durch ihre Reichweite und die Möglichkeit, leistungsorientierte und arbeitsteilige Gesellschaften von Millionen und Abermillionen zu bilden, mehr als aufgewogen wird. Dein Weltbild ist leider irgendwo in vorindustriellen und vorstaatlichen Zeiten hängen geblieben, sowie solche Familienclans nur dort existieren können, wo staatliche Strukturen sich zurückbilden und versagen. 

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duesi

Nach dieser Darstellung wäre eine demokratische fortschrittliche Staatsordnung nur möglich, wenn das Vertrauen in die staatliche Ordnung größer ist als das Vertrauen in die eigenen Familienangehörigen und Freunde. Damit beschreibst du als Idealbild einer fortschrittlichen und demokratischen Gesellschaft einen totalitären Staat. Im dritten Reich waren es vor allem Netzwerke aus Familienverbänden, die Juden geholfen haben. In dem Staatswesen, das du als Idealbild beschreibst, gibt es jedoch keine Netzwerke von Menschen mehr, die in der Lage sind, einem totalitären Staat Paroli zu bieten. Eine Leistungsgesellschaft, in der familiäre und ehrenamtliche Verpflichtungen als Hindernis betrachtet werden. Schöne neue Welt!

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Long John Silver

Ich wollte zaghaft noch einmal darauf hinweisen, dass meine Intention bei diesem Thread eigentlich eine andere war ... mehr zu erfahren, was individuell Heiligung des Lebens fuer diesen oder jenen bedeutet bzw. wie sie diesen Begriff fuellen.

 

bearbeitet von Long John Silver

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Julius
vor 3 Stunden schrieb Studiosus:

Dieser Artikel behandelt das Thema erschöpfend:

 

http://www.kathpedia.com/index.php?title=Abtötung

 

 

Oha, sowas müssen sie gelesen (wahrscheinlich nicht nur gelesen) haben, die Kleriker in den 1950ern, die "Abtötung", ggf. mit Hilfe allerlei seltsamer Werkzeuge, nein, nicht laut predigten, sondern den Leuten heimlich wispernd im Beichtstuhl auferlegten. Da hat wohl der heilige Zeitgeist nachgewirkt, der zu der Zeit herrschte, zu der sie aufgewachsen sind.
 

Zitat

"Erinnern Sie sich daran, dass Sie die größte aller Abtötungen praktizieren, wenn Sie es lieben, gedemütigt zu werden, und dass Sie denen gegenüber den vollkommensten Gehorsam üben, denen gegenüber Gott will, dass Sie sich unterwerfen."


Äh ja, und dem sich-erinnern wurde dann mit Demütigungen noch ein bisschen nachgeholfen, jaja. Dem Kind im Beichtstuhl zugewispert, es möge sich demütigen, indem es auf den Besuch der höheren Schule verzichte. Zum Beispiel.
(Von einem Kind weiss ich, dass es sich auch auf solchen seelsorgerlichen Zuspruch hin nicht gedemütigt hat).
Orden gab es, in denen Mitglieder damit gedemütigt wurden, dass sie mittags, mit einem Napf in Händen, reihum und jeweils kniend von Mitbruder/Mitschwester zum nächsten rutschend, um einen Löffel Suppe aus deren Tellern betteln mussten. Mindestens in einem belgischen Kloster zwischen WK I und WK II. Passt auch in die Zeit ...

 

Gott wird sich ungemein daran erfreut haben.

bearbeitet von Julius

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duesi
vor 16 Minuten schrieb Long John Silver:

Ich wollte zaghaft noch einmal darauf hinweisen, dass meine Intention bei diesem Thread eigentlich eine andere war ... mehr zu erfahren, was individuell Heiligung des Lebens fuer diesen oder jenen bedeutet bzw. wie sie diesen Begriff fuellen.

Okay, zum Thema zurück: Ein Punkt, der mich seit etwa zwei Monaten beim Thema der persönlichen Heiligung bewegt, ist ein Vers aus Psalm 119:

Zitat

Psalm 119, 79 Zuwenden sollen sich zu mir, die dich fürchten, die deine Zeugnisse kennen. 

Dieser Vers hat mich dazu inspiriert, Freundschaften zu Menschen zu intensivieren, denen der Glaube ebenfalls wichtig ist. Das soll keine Abwertung gegenüber den Freunden sein, die einen anderen Weg gehen. Aber einfach Gelegenheiten zu finden, gemeinsam mit anderen Glaubenden über den Glauben und gesellschaftliche aktuelle Themen zu reflektieren, Zeit für gemeinsame Unternehmungen zu finden, sich gegenseitig auf dem Weg des Glaubens zu ermutigen. Das ist bei mir im Moment ein Punkt, den ich auch mit der persönlichen Heiligung verbinde.

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Julius
vor 51 Minuten schrieb Long John Silver:

Ich wollte zaghaft noch einmal darauf hinweisen, dass meine Intention bei diesem Thread eigentlich eine andere war ... mehr zu erfahren, was individuell Heiligung des Lebens fuer diesen oder jenen bedeutet bzw. wie sie diesen Begriff fuellen.

 


Ich fülle ihn gar nicht (der ist mir von anderen bis zum Überlaufen eingeschenkt worden), ich komme völlig ohne diesen Begriff aus. Mir ist so ziemlich alles, was mit diesem Etikett daherkommt, erst einmal verdächtig.

bearbeitet von Julius

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duesi
vor 15 Minuten schrieb Julius:


Ich fülle ihn gar nicht (der ist mir von anderen bis zum Überlaufen eingeschenkt worden), ich komme völlig ohne diesen Begriff aus. Mir ist so ziemlich alles, was mit diesem Etikett daherkommt, erst einmal verdächtig.

Was bei derart abschreckenden "Vorbildern" (die du hinreichend dargelegt hast) sehr verständlich ist.

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Moriz
vor 4 Stunden schrieb Long John Silver:

 

PS: Ich wuesste nicht, wie ich das ganze im Tango-Club umsetzen sollte :-)). Puh, am besten ich ginge nicht mehr hin. Diese Frauen. Diese Schoenheit. Diese Koerper, Diese Musik. Diese Hingabe. Diese Sinnlichkeit. Diese Kleidung. Eijjaja. Nee, ich mache es anders herum: Zu jedem Punkt ein schmetternd lautes: Bravo, lieber Gott! Gut  gemacht, lieber Gott! Danke, lieber Gott, dass ich das erleben darf! 

 

 

Wenn ich das lese kommt mir der Gedanke, es muss eine Häresie sein, die guten Gaben Gottes nicht zu schätzen.

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Long John Silver
vor 8 Stunden schrieb Moriz:

 

Wenn ich das lese kommt mir der Gedanke, es muss eine Häresie sein, die guten Gaben Gottes nicht zu schätzen.

 

Nun, so extrem wuerde ich nicht gehen, denn die Leute, denen es schwer faellt oder die es ganz ablehnen, die guten Gaben Gottes zu zu schaetzen, sind nicht   freiwillig so,  sie sind so "geworden, gemacht worden".  Ich habe eher ein Problem, wenn  sie anderen Menschen  dazu draengen, eine solche Einstellung  als "sinnvoll" anzusehen, aber das ist kein genuin christlicheds Phaenomen, das machen Leute, die sich selbst kasteien (egal nun in welcher Form) immer, dass sie anderen etwas missgoennen oder es ihnen schlecht reden wollen, die einfach entspannt und normal mit einer Sache umgehen, und dass es ihnen am liebsten waere, die ganze Welt waere wie sie selbst. 

 

(Um noch mal aufs Tango-Tanzen einzugehen: es waere auf jeden Fall eine Beleidigung der Frau, der Tanzpartnerin, wenn man sie nicht in dem Sinn schaetzt, wie ich beschrieb. Und sie merkt das).

 

 

 

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Long John Silver
vor 9 Stunden schrieb duesi:

Was bei derart abschreckenden "Vorbildern" (die du hinreichend dargelegt hast) sehr verständlich ist.

 

Ja, sicher.


Das ist der Grund, warum ich auf diesen Begriff explizit  eingehen wollte. Es gibt so viele fromme religioese "Floskeln", so einen christlichen Insider-Jargon. Hinter manchem steckt etwas, dass durch die Floskeln verdeckt wird, ein wichtiger Inhalt.

 

Ich habe oft festgestellt, dass es sich lohnt, einmal hinter diesen Sprachgebrauch zu schauen, und dann gemerkt, dass es eigentlich um was ganz Wichtiges geht. Es ist ganz gut, wenn ich versuche, diese "Floskeln"in den eigenen Alltag uebersetzen, die eigene Glaubenspraxis. Moeglicherweise sage ich einen bestimmten Sachverhalt einfach nur anders oder ich finde Zusammenhaenge mit anderen Sachverhalten. 

 

Mir ist z.B. in den Sinn gekommen, wie sehr in indigenen Religionen "Heiligung des Lebens" im Alltag eine ganz uebliche Haltung ist, indem man bestimmte Handlungen oder einfach auch nur die Umwelt und sich selbst in konstanten Bezug zum Goettlichen setzt. Es ist  keine christliche "Erfindung, sondern  ein spirituelles Grundbeduerfnis, sich selbst konstant in Bezug zu Gott zu setzen. 

 

Ich denke auch, dass es heutzutage noetig ist, christliche Floskeln zu "uebersetzen", fuer sich und andere, denn mit einem bestimmten  innerchristlichen Jargon koennen viele Menschen ueberhaupt nichts mehr anfangen, selbst Christen nicht. Sie sind eher abgestossen von einer bestimmten Sprache. Und dann gibt es keine Bruecke mehr zu den eigentlich unter Umstaenden wertvollen Inhalten. 

 

 

 

 

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Long John Silver
vor 10 Stunden schrieb duesi:

Okay, zum Thema zurück: Ein Punkt, der mich seit etwa zwei Monaten beim Thema der persönlichen Heiligung bewegt, ist ein Vers aus Psalm 119:

Dieser Vers hat mich dazu inspiriert, Freundschaften zu Menschen zu intensivieren, denen der Glaube ebenfalls wichtig ist. Das soll keine Abwertung gegenüber den Freunden sein, die einen anderen Weg gehen. Aber einfach Gelegenheiten zu finden, gemeinsam mit anderen Glaubenden über den Glauben und gesellschaftliche aktuelle Themen zu reflektieren, Zeit für gemeinsame Unternehmungen zu finden, sich gegenseitig auf dem Weg des Glaubens zu ermutigen. Das ist bei mir im Moment ein Punkt, den ich auch mit der persönlichen Heiligung verbinde.

 

Das ist auch ein Grund, weshalb mir dieses Forum wichtig ist, in der Form, wie es jetzt ist.

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Werner001
On ‎1‎/‎20‎/‎2019 at 6:30 PM, duesi said:

Ja, bei den Mennoniten in Bolivien und Paraguay gibt es ähnliche Traditionen, dass die Braut z.B. ein schwarzes Hochzeitskleid trägt, um an den Ernst der Ehepflichten erinnert zu werden. Deutsche Mennoniten versuchen ihnen da im Rahmen der Bruderhilfe klarzumachen, dass man die Ehe im biblischen Sinne doch als Freudenfest feiern sollte. Und manche haben schon von der Tradition des schwarzen Hochzeitskleides zu einem weißen gewechselt. Doch manche Bräuche halten sich hartnäckig.

Meine katholischen Großmütter haben auch in schwarzen Kleidern geheiratet, das war damals so üblich. Daher dürften es auch die Mennoniten haben, und weil die Mode heute anders ist, hat man sich fromme Geschichten ausgedacht. Das ist bei vielen ganz profanen Bräuchen, deren Ursprung vergessen worden ist, der Fall, dass solche frommen Geschichten entstehen.

 

Werner

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Chrysologus

Das erste nachweisbare weiße Brautkleid trug meines Wissens Königin Victoria, und löste damit eine Mode aus.

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Werner001

Es war früher einfach nicht möglich, sich ein sündhaft teures weißes Kleid nur für einen einmaligen Gebrauch zu kaufen.

Ein schwarzes Kleid dagegen konnte man immer brauchen, wegen der großen Verwandtschaft und der langen Trauerzeiten war man ja die meiste Zeit "in Trauer" 

 

Werner

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