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Politik für Alle

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Ennasus
vor 9 Minuten schrieb Werner001:

Weil "früher" keiner ahnte, was die Umsetzung "in jedem Fall" für Konsequenzen haben kann. Genau das ist der Punkt. 

 

Werner


Da stimme ich dir zu.
Ahnen hat man es schon können, aber konkret sichtbar und ins Bewusstsein gerückt sind die Konsequenzen erst in den letzten Jahren.
Und dann haben sich sozusagen die Geister geschieden. Den einen wurde bewusst, dass sie das nicht tragen wollen oder können, die anderen haben sich dazu entschieden, es schon tragen zu wollen. Welche Gruppe sich durchsetzt oder ob es gelingt, einen Weg zu finden, den alle gehen können, das herauszufinden, in diesem Prozess stecken wir gerade.
Das lässt sich auch nicht umgehen. Mir ging es hier lediglich um die Rolle der Journalisten in dieser Dynamik. Da nehme ich einiges an Vorstellungen und Forderungen, die hier kolportiert werden, als an der Realität vorbeigehend wahr.

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Flo77
vor 51 Minuten schrieb Ennasus:


Anders als du habe ich das nicht als verlogen empfunden. Dass inzwischen vieles anderes gesehen und verstanden wird, ist so. Zum Glück lernen wir dazu.
Was ich aber bis vor einigen Jahren schon empfunden habe, war, dass es in einem großen Teil der Bevölkerung eine Übereinkunft gegeben hat, dass "menschlich" und empathisch zu sein, ein in unserer Gesellschaft nicht ernsthaft hinterfragbarer Wert ist. Das hat sich verändert.

Es gab die theoretische Übereinkunft (die einem ja auch von der Kirche so eingeredet und in den damals verfügbaren Medien verkündet wurde), aber kein Mensch hätte damals akzeptiert, daß "die armen Kinder aus Afrika" tatsächlich hier her kommen. Dafür zahlte man ja schließlich, aber persönlich mit denen etwas zu tun haben wollte keiner. Ich habe in den 80ern in Duisburg-Marxloh gelebt, ich weiß was soziale, emotionale und ökonomische Segregation ist und wie man sie übertüncht.

 

Was heute anders ist: Die damals junge Generation ist mit der Illusion aufgewachsen ihre Eltern hätten das Humanitätsgesäusel tatsächlich ernst gemeint und glauben jetzt selber dran. Denen fehlt schlicht die Vorgeschichte, warum man sich in der Öffentlichkeit damals so aufgeführt hat. Daß das damals mehr oder weniger Show war, kann von den Älteren natürlich keiner mehr zugeben und jetzt haben wir den Salat.

Edited by Flo77

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helmut
vor 4 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Nur gibt es eine solche Definition leider nicht. Womit der Rest deines Posts leider ins Leere geht.

 

es gibt immer eine definition, subjektiv, persönlich, bewußt persönlich verantwortet.

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helmut
vor 23 Minuten schrieb Werner001:

Weil "früher" keiner ahnte, was die Umsetzung "in jedem Fall" für Konsequenzen haben kann. Genau das ist der Punkt. 

 

Werner

in "jedem fall" gerade nicht. ich bewerte die konsequenzen anders als du.

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Ennasus
vor 27 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Wenn ich das Modewort „Empatie“ höre, wird mir immer ganz komisch. Es wird verwendet, als sei das eine Form von Wahrnehmung, wie Sehen oder Hören. Es ist es nicht! Es ist eine Simulation unseres Gehirns!


Da irrst du dich. Soziale Wahrnehmung ist sehr wohl eine Fähigkeit unseres Gehirns. (sowohl die emotionale als auch die kognitive soziale Wahrnehmung - Stichworte dazu wären z.B. Spiegelneuronen oder Theory of Mind). Natürlich simulieren wir dabei das, was sich in anderen Köpfen abspielt. Und natürlich muss man sich auch immer vergewissern, ob die eigene Simualition der Gefühle anderer auch deren erlebter Realität entspricht. Aber wenn das nicht zumindest teilweise so wäre, könnten wir jegliche sozialen Interaktionen vergessen.

Und noch was: empathisch sein bedeutet nicht, dass man sich sicher ist, genau das zu fühlen, was der andere fühlt. Sondern es ist die Fähigkeit und die Bereitschaft, sich einzufühlen, emotional mit dem anderen mitzuschwingen, bereit zu sein, dessen Emotionen bei sich ankommen zu lassen. Das kann nicht jeder gleich gut, es gibt auch so etwas wie eine besser oder weniger gut ausgebildetete emotionale Sensitivität - und: man kann das üben (Tanja Singer forscht z.B. dazu.).   Wie es sich auswirkt, wenn diese Fähigkeit fehlt, sieht man z.B. bei Menschen mit schweren Auffälligkeiten aus dem Autismus-Spektrum.

Ach ja: Auch beim Sehen und Hören haben wir das Gesehene oder Gehörte nicht eins zu eins in unserem Kopf, sondern es bildet sich genauso als Muster neuronaler Erregungen ab wie das beim Einfühlen in andere geschieht.
 

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Marcellinus
vor 19 Minuten schrieb helmut:

es gibt immer eine definition, subjektiv, persönlich, bewußt persönlich verantwortet.

 

Eine Definition, die subjektiv ist, ist keine.

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Ennasus
vor 27 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Nur gibt es eine solche Definition leider nicht. Womit der Rest deines Posts leider ins Leere geht.

 


Es gibt, wie bei vielen Worten, unterschiedliche Definitonen dazu. Die von Gut und Böse ist eine zentrale Frage in Religionen, Kulturwissenschaft, philosophischer Ethik...
Ich habe eine für mich stimmige. Und wenn ich dieses Wort verwende (tue ich ausgesprochen selten), dann erkläre ich immer auch dazu, was ich darunter verstehe.
(Eigentlich denke ich, Werner muss auch eine Vorstellung davon haben, was er unter diesem Wort versteht, sonst könnte es ihn nicht treffen, wenn er als böse bezeichnet wird).
 

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Marcellinus
vor 2 Minuten schrieb Ennasus:


Da irrst du dich. Soziale Wahrnehmung ist sehr wohl eine Fähigkeit unseres Gehirns. (sowohl die emotionale als auch die kognitive soziale Wahrnehmung - Stichworte dazu wären z.B. Spiegelneuronen oder Theory of Mind). Natürlich simulieren wir dabei das, was sich in anderen Köpfen abspielt. Und natürlich muss man sich auch immer vergewissern, ob die eigene Simualition der Gefühle anderer auch deren erlebter Realität entspricht. Aber wenn das nicht zumindest teilweise so wäre, könnten wir jegliche sozialen Interaktionen vergessen.

Und noch was: empathisch sein bedeutet nicht, dass man sich sicher ist, genau das zu fühlen, was der andere fühlt. Sondern es ist die Fähigkeit und die Bereitschaft, sich einzufühlen, emotional mit dem anderen mitzuschwingen, bereit zu sein, dessen Emotionen bei sich ankommen zu lassen. Das kann nicht jeder gleich gut, es gibt auch so etwas wie eine besser oder weniger gut ausgebildetete emotionale Sensitivität - und: man kann das üben (Tanja Singer forscht z.B. dazu.).   Wie es sich auswirkt, wenn diese Fähigkeit fehlt, sieht man z.B. bei Menschen mit schweren Auffälligkeiten aus dem Autismus-Spektrum.

Ach ja: Auch beim Sehen und Hören haben wir das Gesehene oder Gehörte nicht eins zu eins in unserem Kopf, sondern es bildet sich genauso als Muster neuronaler Erregungen ab wie das beim Einfühlen in andere geschieht.
 

 

Empathie ist der Versuch unseres Gehirns, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale Anderer zu simulieren, wobei diese Anderen als Personen gedacht werden, es aber nicht zwingend sein müssen. Grundlange dieser Empfindung können Beobachtungen des Verhaltens der Anderen sein, Gestik, Mimik, Haltung, aber es reicht oft auch eine gut erzählte Geschichte, um diese Empfindung auszulösen.

 

Diese Anlage ist evolutionär entstandenen, muß aber als Fähigkeit gelernt werden und ist damit in ihrer jeweiligen Ausprägung Teil der menschlichen Kultur. Sie ermöglicht den Menschen, sich auf das Verhalten anderer Menschen besser einzustellen. Es erleichtert Kommunikation und Kooperation ebenso wie Konkurrenz und Konfrontation.

 

Empathie selbst ist keine Form der Wahrnehmung, sondern eine Modellbildung unseres Gehirns, die auf anderen Wahrnehmungen beruht. Sie ist umso zielsicherer, je mehr Subjekt und Objekt die gleiche kulturelle Grundlage teilen, und je näher sie sich sind, und sie geht umso mehr in die Irre, je mehr sich zwischen Subjekt und Objekt andere Vorstellungen und Gefühle schieben, eigene oder fremde, sodaß das Subjekt seine Gedanken und Gefühle nicht mehr von denen des Objekts unterscheiden kann oder will.

 

Empathie ist übrigens keineswegs auf Kooperation beschränkt. Auch wer andere Menschen besonders erfolgreich übers Ohr hauen will, braucht sehr viel Einfühlungsvermögen.

 

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Marcellinus
vor 2 Minuten schrieb Ennasus:


Es gibt, wie bei vielen Worten, unterschiedliche Definitonen dazu. Die von Gut und Böse ist eine zentrale Frage in Religionen, Kulturwissenschaft, philosophischer Ethik...
Ich habe eine für mich stimmige. Und wenn ich dieses Wort verwende (tue ich ausgesprochen selten), dann erkläre ich immer auch dazu, was ich darunter verstehe.
(Eigentlich denke ich, Werner muss auch eine Vorstellung davon haben, was er unter diesem Wort versteht, sonst könnte es ihn nicht treffen, wenn er als böse bezeichnet wird).
 

 

Über Gut und Böse

 

„Gut“ und vor allem „Böse“ sind moralische Kategorien, die im persönlichen Umgang, in dem jeder jeden kennt, durchaus Sinn machen. Moral ist schwarz-weiß, und jeder weiß daher unmittelbar, was zu tun ist.

 

In menschlichen Gesellschaften aber kennt man nicht mehr alle Umstände, nichts ist schwarz-weiß, und das moralische Gefühl geht in die Irre. Daher haben die Menschen Gesetze erfunden, als ihre Gruppen größer wurden als ein paar hundert Leute, man also nicht mehr jedes Gruppenmitglied persönlich kennen konnte und damit auch nicht mehr alle näheren Umstände.

 

Heute wird der Versuch gemacht, im Namen der „Moral“ die Gesetze auszuhebeln. Das führt zu zahlreichen Problemen. Moralisierung ist hoffnungslose Vereinfachung, und sie ist exklusivistisch. Jeder hält seine Moral für die einzig richtige. Also kann man sie auch nicht diskutieren, um die Vereinfachungen aufzuklären. Wo aber die Diskussion endet, endet die Demokratie, und es beginnt der Bürgerkrieg, immer erst in Worten, aber manchmal endet es eben nicht da. Das alles hat die Welt erkennbar nicht besser gemacht.

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Ennasus
vor 7 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Empathie ist der Versuch unseres Gehirns, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale Anderer zu simulieren, wobei diese Anderen als Personen gedacht werden, es aber nicht zwingend sein müssen. Grundlange dieser Empfindung können Beobachtungen des Verhaltens der Anderen sein, Gestik, Mimik, Haltung, aber es reicht oft auch eine gut erzählte Geschichte, um diese Empfindung auszulösen.

 

Diese Anlage ist evolutionär entstandenen, muß aber als Fähigkeit gelernt werden und ist damit in ihrer jeweiligen Ausprägung Teil der menschlichen Kultur. Sie ermöglicht den Menschen, sich auf das Verhalten anderer Menschen besser einzustellen. Es erleichtert Kommunikation und Kooperation ebenso wie Konkurrenz und Konfrontation.

 

Empathie selbst ist keine Form der Wahrnehmung, sondern eine Modellbildung unseres Gehirns, die auf anderen Wahrnehmungen beruht. Sie ist umso zielsicherer, je mehr Subjekt und Objekt die gleiche kulturelle Grundlage teilen, und je näher sie sich sind, und sie geht umso mehr in die Irre, je mehr sich zwischen Subjekt und Objekt andere Vorstellungen und Gefühle schieben, eigene oder fremde, sodaß das Subjekt seine Gedanken und Gefühle nicht mehr von denen des Objekts unterscheiden kann oder will.

 

Empathie ist übrigens keineswegs auf Kooperation beschränkt. Auch wer andere Menschen besonders erfolgreich übers Ohr hauen will, braucht sehr viel Einfühlungsvermögen.

 


Da widersprichst du mir aber nicht 😃, im Gegenteil.

 

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Shubashi
vor 11 Minuten schrieb Ennasus:


Es gibt, wie bei vielen Worten, unterschiedliche Definitonen dazu. Die von Gut und Böse ist eine zentrale Frage in Religionen, Kulturwissenschaft, philosophischer Ethik...
Ich habe eine für mich stimmige. Und wenn ich dieses Wort verwende (tue ich ausgesprochen selten), dann erkläre ich immer auch dazu, was ich darunter verstehe.
(Eigentlich denke ich, Werner muss auch eine Vorstellung davon haben, was er unter diesem Wort versteht, sonst könnte es ihn nicht treffen, wenn er als böse bezeichnet wird).
 

 

Es ist aber auch eines der am stärksten polarisierenden Begriffspaare - hat das Herunterbrechen von z.B. Politik auf diese schwer allgemeingültig zu definierenden Begriffe also wohl eher den Zweck, wirklich "Gutes" zu schaffen und "Böses" zu verhindern, oder aber den viel einfacheren und eindeutigeren Zweck zu polarisieren, zu emotionalisieren und mobilisieren?

Letzteres funktioniert ziemlich zuverlässig, ersteres - also sicher zu definieren, was in der rationalen Sachpolitik moderner demokratischer Sozial- und Industriestaaten "gut" und "böse" sei - erscheint mir eine geradezu systemfremde Polemik. Wenn ich mir sicher wäre, dass ein Parteiführer bei uns nach solchen Kriterien führen wollte, wüsste ich eins: er ist ein Demagoge und niemand, den ich an der Spitze eines säkularen und liberalen Rechtsstaates haben möchte.

Edited by Shubashi

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Marcellinus
vor 10 Minuten schrieb Ennasus:

Es gibt, wie bei vielen Worten, unterschiedliche Definitonen dazu. Die von Gut und Böse ist eine zentrale Frage in Religionen, Kulturwissenschaft, philosophischer Ethik...

 

Allerdings waren sie nicht erfolgreich darin, sie zu beantworten. :D

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Ennasus
vor 7 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Über Gut und Böse

 

„Gut“ und vor allem „Böse“ sind moralische Kategorien, die im persönlichen Umgang, in dem jeder jeden kennt, durchaus Sinn machen. Moral ist schwarz-weiß, und jeder weiß daher unmittelbar, was zu tun ist.

 

In menschlichen Gesellschaften aber kennt man nicht mehr alle Umstände, nichts ist schwarz-weiß, und das moralische Gefühl geht in die Irre. Daher haben die Menschen Gesetze erfunden, als ihre Gruppen größer wurden als ein paar hundert Leute, man also nicht mehr jedes Gruppenmitglied persönlich kennen konnte und damit auch nicht mehr alle näheren Umstände.

 

Heute wird der Versuch gemacht, im Namen der „Moral“ die Gesetze auszuhebeln. Das führt zu zahlreichen Problemen. Moralisierung ist hoffnungslose Vereinfachung, und sie ist exklusivistisch. Jeder hält seine Moral für die einzig richtige. Also kann man sie auch nicht diskutieren, um die Vereinfachungen aufzuklären. Wo aber die Diskussion endet, endet die Demokratie, und es beginnt der Bürgerkrieg, immer erst in Worten, aber manchmal endet es eben nicht da. Das alles hat die Welt erkennbar nicht besser gemacht.


Auch da ist kein Widerspruch - es geht nur auf nichts ein, was ich Werner geantwortet habe.

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Ennasus
vor 1 Minute schrieb Shubashi:

 

Es ist aber auch eines der am stärksten polarisierenden Begriffspaare - hat das Herunterbrechen von z.B. Politik auf diese schwer allgemeingültig zu definierenden Begriffe also wohl eher den Zweck, wirklich "Gutes" zu schaffen und "Böses" zu verhindern, oder aber den viel einfacheren und eindeutigeren Zweck zu polarisieren, zu emotionalisieren und mobilisieren?

Letzteres funktioniert ziemlich zuverlässig, ersteres - also sicher zu definieren, was in der rationalen Sachpolitik moderner demokratischer Sozial- und Industriestaaten "gut" und "böse" sei - erscheint mir eine geradezu systemfremde Polemik. Wenn ich mir sicher wäre, dass ein Parteiführer bei uns nach solchen Kriterien führen wollte, wüsste ich eins: er ist ein Demagoge und niemand, den ich an der Spitze eines säkularen und liberalen Rechtsstaates haben möchte.


Ja eh - aber auch das geht an dem vorbei, was ich Werner geantwortet habe.

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Ennasus
vor 2 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Allerdings waren sie nicht erfolgreich darin, sie zu beantworten. :D


Ich denke, es gibt da auch nicht d i e Antwort. Gut und Böse orientieren sich an Werten, die man verwirklichen will oder eben nicht.
Was dazu dient, das zu fördern und zu unterstützen, was man für wertvoll hält, ist "gut" und was es beschädigt, ist "böse". 

 

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Werner001
2 hours ago, Ennasus said:

Den einen wurde bewusst, dass sie das nicht tragen wollen oder können, die anderen haben sich dazu entschieden, es schon tragen zu wollen. Welche Gruppe sich durchsetzt oder ob es gelingt, einen Weg zu finden, den alle gehen können, das herauszufinden, in diesem Prozess stecken wir gerade.

Wobei nur ein fundamentaler Unterschied besteht: Setzen sich die einen durch, bleibt es den anderen unbenommen, trotzdem so viel zu tragen, wie sie wollen oder können, setzen sich die  anderen durch, werden die einen in komplette Mithaftung genommen, egal ob sie wollen oder nicht.

 

Werner

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Werner001
2 hours ago, Ennasus said:


Wenn das Wort "böse" verwendet wird, braucht es dazu eine Definition. Wenn die da ist, wenn klar ist, was als gut und was als böse angesehen wird, dann muss es auch möglich sein, auf diesem Hintergrund eine Handlung oder eine Haltung als böse zu bezeichnen. Wenn man das nicht mehr sagen darf, gibt es da genauso einen Maulkorb, wie wenn jemand verbieten will, bestimmte Fragen zu stellen.
Wer eine andere Vorstellung davon hat, was gut und was böse ist, muss sich dann von solchen Worten ja auch nicht treffen lassen. Wer dieselben hat, muss sich dann vielleicht halt auch eingestehen, dass etwas von dem, was er tut, böse ist. Ich denke, ob man solche Worte zu sich nimmt, dafür ist man selbst verantwortlich.

(Was nach meinem Verständnis dieser Worte auf keinen Fall geht, ist, deswegen eine ganz Person als böse zu verteufeln und ihn zum personifizierten Bösen zu machen.)

Es geht nicht nur um abstrakte Begriffe. Mir wurde hier im Forum zum Beispiel vorgeworfen, ich würde am liebsten Leute "ersaufen" lassen.

Wer erst mal mit dem abstrakten Begriff "böse" gebrandmarkt ist, dem traut man alles zu, egal, welche konkrete Definition man in den Begriff legt. Es gibt hier Leute, die mich persönlich kennen und mich einen Rassisten nennen, gemäß ihrer eigenen kruden Privatdefinition dieses Begriffes.

Damit kann man leichter umgehen, als mit einem abstrakten Begriff wie "gut" und "böse". Gegen den kann man sich nicht zur Wehr setzen, wenn man schon als "böse" gilt, wenn man anderer Meinung ist.

Und genau dieser Logik folgten große Teile der Medien, ein Teil tut es immer noch, obwohl es besser geworden ist, womit wir dann wieder beim Thema Journalisten sind.

Ein Journalist sollte über einen Andersgläubigen anders berichten als der Protokollführer der Inquisition, aber seit ein paar Jahren hat man bei manchen Journalisten den Eindruck, sie sehen  sich eher in der Rolle des Inquisitionsschreibers.

 

Werner

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helmut
vor 2 Stunden schrieb Marcellinus:

 

Eine Definition, die subjektiv ist, ist keine.

es geht hier um eine definition von "böse". sie wäre wohl eine definition aus der Sozialwissenschaft. da sie ja erst geklärt werden soll, wäre es eine arbeitsdefinition.

wie wird derartiges geklärt? durch intersubjektivität der beteiligten. ob es zu einer objektiven definition kommt, bleibt offen. den von dir inkriminierten post kann ich nicht anders deuten.

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helmut
vor 14 Minuten schrieb Werner001:

.....Mir wurde hier im Forum zum Beispiel vorgeworfen, ich würde am liebsten Leute "ersaufen" lassen......

ich glaub es nicht. ist es vielleicht deine deutung einer anderen formulierung?

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Werner001
1 minute ago, helmut said:

ich glaub es nicht. ist es vielleicht deine deutung einer anderen formulierung?

Nein, ich weiß auch noch, wer es war.

Er schreibt hier nicht mehr.

 

Werner

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Ennasus
vor 33 Minuten schrieb Werner001:

Wobei nur ein fundamentaler Unterschied besteht: Setzen sich die einen durch, bleibt es den anderen unbenommen, trotzdem so viel zu tragen, wie sie wollen oder können, setzen sich die  anderen durch, werden die einen in komplette Mithaftung genommen, egal ob sie wollen oder nicht.

 

Werner


Das ist leider nichts Einseitiges. Immer tragen die anderen an dem mit, was die einen beschlossen haben.

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Werner001
6 minutes ago, Ennasus said:


Das ist leider nichts Einseitiges. Immer tragen die anderen an dem mit, was die einen beschlossen haben.

Wer würde dich hindern, zu helfen, wenn beschlossen würde, von Staats wegen nicht zu helfen?

Wir hatten hier in D die Möglichkeit, per Bürgschaft Leute ins Land zu holen. Man musste sich aber verpflichten, für die Betreffenden finanziell aufzukommen. Ich weiß auch von Fällen, wo Iraker und Syrer Familienangehörige auf diesem Weg geholt haben.

Es gab aber auch Fälle, wo Leute eine solche Bürgschaft übernommen haben, und hinterher so lange herumgemacht haben, bis die finanziellen Verpflichtungen doch vom Steuerzahler übernommen wurden. Da kann man dann leicht erzählen, man sei zum Tragen der Folgen bereit. Ähnlich war es mit der deutschen Forderung, es müssten nun alle Europäer Migranten aus Deutschland aufnehmen. 

Ich widerspreche dir: keiner wird gehindert, trotzdem zu helfen, wenn die Gesellschaft nicht hilft. 

 

Werner

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helmut
vor 20 Minuten schrieb Werner001:

.....Es gibt hier Leute, die mich persönlich kennen und mich einen Rassisten nennen, gemäß ihrer eigenen kruden Privatdefinition dieses Begriffes.....

ich glaub auch dieses nicht. ich nenne die begriffsdefinition nicht "krude" sondern zeitgemäß und wohlbegründet. sprachst du nicht auch von alltagsrassismus?

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Ennasus
vor 15 Minuten schrieb Werner001:

Wer würde dich hindern, zu helfen, wenn beschlossen würde, von Staats wegen nicht zu helfen?

Wir hatten hier in D die Möglichkeit, per Bürgschaft Leute ins Land zu holen. Man musste sich aber verpflichten, für die Betreffenden finanziell aufzukommen. Ich weiß auch von Fällen, wo Iraker und Syrer Familienangehörige auf diesem Weg geholt haben.

Es gab aber auch Fälle, wo Leute eine solche Bürgschaft übernommen haben, und hinterher so lange herumgemacht haben, bis die finanziellen Verpflichtungen doch vom Steuerzahler übernommen wurden. Da kann man dann leicht erzählen, man sei zum Tragen der Folgen bereit. Ähnlich war es mit der deutschen Forderung, es müssten nun alle Europäer Migranten aus Deutschland aufnehmen. 

Ich widerspreche dir: keiner wird gehindert, trotzdem zu helfen, wenn die Gesellschaft nicht hilft. 

 

Werner


Es hindert mich primär niemand zu helfen.
Aber tragen tut man nicht nur finanzielle und materielle Konsequenzen. Man trägt auch Verzweiflung und Leid und Angst und Sorge, die durch die Entscheidungen der anderen entstehen. Man trägt auch Frust und Enttäuschung und Müdigkeit und Krankwerden, wenn aller Einsatz nichts fruchtet, weil die Gesetze verhindern, dass man helfen kann (Gesetze verhindern oft wirklich, dass man helfen kann!) und wenn alle Mühe durch irgendwelche willkürlichen Behördenentscheidungen vergeblich war. 
(Ich trage an dem allem wesentlich schwerer als am anderen - es ist mir aber klar, dass das halt ich bin. Mir geht es hier im Moment nur darum, zu zeigen, dass das Durchsetzen unterschiedlicher Bedürfnisse und Wertvorstellungen immer auch Konsequenzen für die anderen hat.)

Edited by Ennasus
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helmut
vor 6 Minuten schrieb Werner001:

...wenn beschlossen würde, von Staats wegen nicht zu helfen?

....

wäre das in meinem sinn. über die wirtschaftlichen und sozialen und kulturellen probleme bin ich mir im klaren.auf politischem weg mute ich das der gemeinschaft zu.

deswegen achte ich meinen bundespräsidenten und meine bundeskanzlerin die gegen rassismus und hass auftreten. welche definition von rassismus haben diese beiden im hinterkopf? vielleicht meine, die ich mir erarbeitet habe?

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