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Long John Silver

Das Problem der -ismen

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Long John Silver

Die letzten Tage ging mir vermehrt durch den Sinn, welches Problem es mit sich bringt, wenn alles unter einem -ismus subsumiert wird, wenn ein -ismus wie ein Raster auf die Welt gelegt wird und alles durch dieses Raster beurteilt und definiert wird (konkret jetzt auch am Thema "Sexismus" und anderes hier im Forum). 

 

Mir scheint seit langem, dass diese Raster die Menschen mehr trennen als verbinden, jeder beansprucht fuer sich aufgrund seines spezifischen Rasters die Deutungshohheit ueber die Dinge und Zusammenhaenge und Geschehnisse (es gab und gibt auch diesen Tendenz, Darwins Mechanismen auf alles und jedes ueberzuklatschen, als wuerden sie die Biologe grundsaetzlich erklaeren koennen, von den diversen politischen -ismen gar nicht zu reden, die eine Erklaerung der Welt fuer sich beanspruchen). 

 

In gewisser Weise aehnelt das dem Fundamentalismus, ohne religiose Vorzeichen. Die Welt wird nicht erklaert, wie sie ist, sondern wie  das spezielle Raster sie angeblich erklaert. 

 

Eine sehr einfache Methode der Welterklaerung, darum so beliebt. 

 

 

Edited by Long John Silver

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Marcellinus

Vor allem, wenn so getan wird, als wenn es sich bei diesen -ismen um beobachtbare Tatsachen handele, statt um bloße gedankliche Modelle, also letztlich um Vereinfachungen, meistens noch von der eher schlichten Art.

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mn1217

Fundamentalismus ist ja auch ein

- ismus.

Vermutlich wurde die immer geben.

Und es gilt,wachsam zu sein und möglichst differenziert an Dinge heranzugehen 

 

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Flo77

Humanismus auch.

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rince

Und Kannibalismus erst... :ninja: 

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helmut
vor 6 Stunden schrieb Long John Silver:

Die letzten Tage ging mir vermehrt durch den Sinn, welches Problem es mit sich bringt, wenn alles unter einem -ismus subsumiert wird, wenn ein -ismus wie ein Raster auf die Welt gelegt wird und alles durch dieses Raster beurteilt und definiert wird (konkret jetzt auch am Thema "Sexismus" und anderes hier im Forum). 

 

Mir scheint seit langem, dass diese Raster die Menschen mehr trennen als verbinden, jeder beansprucht fuer sich aufgrund seines spezifischen Rasters die Deutungshohheit ueber die Dinge und Zusammenhaenge und Geschehnisse (es gab und gibt auch diesen Tendenz, Darwins Mechanismen auf alles und jedes ueberzuklatschen, als wuerden sie die Biologe grundsaetzlich erklaeren koennen, von den diversen politischen -ismen gar nicht zu reden, die eine Erklaerung der Welt fuer sich beanspruchen). 

 

In gewisser Weise aehnelt das dem Fundamentalismus, ohne religiose Vorzeichen. Die Welt wird nicht erklaert, wie sie ist, sondern wie  das spezielle Raster sie angeblich erklaert. 

 

Eine sehr einfache Methode der Welterklaerung, darum so beliebt. 

 

 

ich erkläre meinen gerade verwendeten -ismus, beschreibe ihn, enge ihn auf etwas konkretes ein. dann verwende ich diesen. als alternative hätte nur details, anekdotisches. führt das weiter? ähnlich ist es wenn ich vom steinzeitkommunismus eines pol pot oder vom kommunisrmus stalins spreche. auch der sozialistische  humanismus unterscheidet sich von dem albert schweitzers. wir könnten es aber auch beim islamismus versuchen.

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Marcellinus

"Das vielleicht beste Beispiel für die verbreitete Niveaulosigkeit in Fragen der Ehrlichkeit ist unsere Tendenz, in Etiketten zu denken. Worte wie Existenzialismus, Pragmatismus, Empirismus, Liberalismus und Konservativismus sind bequeme Ausflüchte für Leute, die es ablehnen, sich auf individuelle Gedankengänge einzulassen und den kalten Wind der Vernunft scheuen. Für die weniger Gebildeten erfüllen Schlagworte wie Katholik, Demokrat, Republikaner und Kommunist die gleiche Aufgabe. Es gibt unzählige Fälle, in denen diese Worte völlig legitim benutzt werden; ebensooft werden sie jedoch mißbraucht, um Gedanken vorzutäuschen, wo in Wahrheit nur geschwatzt wird."
Walter Kaufmann: Der Glaube eines Ketzers, 1965, S. 40

 

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mn1217
vor 3 Stunden schrieb rince:

Und Kannibalismus erst... :ninja: 

Hast du Hunger?

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helmut
vor 3 Stunden schrieb Marcellinus:

"..... Es gibt unzählige Fälle,.......; ebensooft ...."

 

2*unzählig=unzählig?????

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Flo77
vor 1 Stunde schrieb mn1217:

Hast du Hunger?

Es ist noch Milchreis da. Läuft das unter Lactorizimus?

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rorro
vor 2 Stunden schrieb helmut:

2*unzählig=unzählig?????

 

Für einen Minimalisten vielleicht zu schwierig.

Edited by rorro

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rorro

Ich finde ja, Katholizismus ist auch eine Schublade wert.

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Long John Silver
vor 20 Stunden schrieb Marcellinus:

Vor allem, wenn so getan wird, als wenn es sich bei diesen -ismen um beobachtbare Tatsachen handele, statt um bloße gedankliche Modelle, also letztlich um Vereinfachungen, meistens noch von der eher schlichten Art.

 

Nun,  diese -ismen werden sozusagen versucht nachtraeglich mit "Leben" zu erfuellen, indem sie als Fakt postuliert werden, werden sie erst versucht existent zu machen.  Ein abstrakter (soziologischer) Begriff kann niemals  die Existenz uind die Welt und ihre  ihre diffiizilen Zusammenhaenge erklaeren, er erklaert, nur, wie ich sagte,  das  angeblich eindeutige Raster, was man dabei anlegt. 

 

Problematisch wird das, wenn es die Kommunikation von Menschen untereinander hauptsaechlich bestimmt und es eine Kommunikation in austauschbaren und abrufbaren Versatzstuecken wird, wie Textbausteine, die immer wieder je nach Situation und Gespraechsstand zueinander geordnet werden, damit das Weltbild, das man vermitteln will, passt.

 

 

 

 

 

 

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helmut
vor 3 Stunden schrieb Long John Silver:

 

....  Ein abstrakter (soziologischer) Begriff kann niemals  die Existenz uind die Welt und ihre  ihre diffiizilen Zusammenhaenge erklaeren, ,,

 

das kann er wirklich nicht. er kann aber als hilfsmittel dienen. wie willst du die Welt und ihre  ihre diffiizilen Zusammenhaenge erklaeren. sie sind unendlicher natuer. jede praktische begrenzung ist schon ein modell.

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Thofrock
vor 8 Stunden schrieb Long John Silver:

Problematisch wird das, wenn es die Kommunikation von Menschen untereinander hauptsaechlich bestimmt und es eine Kommunikation in austauschbaren und abrufbaren Versatzstuecken wird, wie Textbausteine, die immer wieder je nach Situation und Gespraechsstand zueinander geordnet werden, damit das Weltbild, das man vermitteln will, passt.

 

 

aka Silverismus.

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helmut
vor 11 Stunden schrieb Long John Silver:

 

....  Ein abstrakter (soziologischer) Begriff kann niemals  die Existenz uind die Welt und ihre  ihre diffiizilen Zusammenhaenge erklaeren, er erklaert, nur, wie ich sagte,  das  angeblich eindeutige Raster, was man dabei anlegt......

 

und du willst das mit smalltalk machen, mit subjektiven begrifflichkeiten?

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Long John Silver
vor 2 Stunden schrieb Wunibald:

 

Es gibt auf dem Gebiet der -ismen nichts, was nicht grotesk genug ist, um nicht zu passieren.  Da muss nur jemand konsequent genug den -ismus anwenden, dann passt das schon ins Weltbild. Es gab auch mal die Idee, die weibliche Brust als Geschlechtsmerkmal begrifflich "abzuschaffen", das kam wohl aus Skandanavien oder so, ich weiss nicht mehr. 

 

Im Bereich des Tierschutzes gibt  es einige durchgeknallte Leute (unabhaengig jetzt von diesem Vorfall). Das kommt wohl daher, dass die staendige Konfrontation mit schrecklichen Dingen, welchen Tieren durch Menschen passieren, zu einer voelligen Verdrehung des Weltbildes kommt, also einer voelligen Einseitigkeit und Dogmatisierung. Und dazu kommt sicher noch individuelle Veranlagung, Dinge gern zu dogmatisieren und zu ideologischen Weltbildern zu verfestigen. 

 

Es gibt auch Leute, die moechten die Hautfarbe als individuelles Merkmal abschaffen, die Ethnie fuer irrelevant erklaeren. Es gibt wirklich nichts, was es da nicht gibt. Es gibt auch Leute, die halten es fuer Sexismus, wenn man einer Frau in den Mantel hilft oder ihr ein Kompliment machen.  Es gibt Leute, die halten es fuer uebergriffig, wenn man jemanden fragt, woher er kommt. Irgendeinen -ismus gibt es immer, der passt :-))

 

Aber das ist eigentlich nicht witzig, sondern laengst tragisch.  Von dem politischen -ismen ganz zu schweigen.

 

Edited by Long John Silver

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mn1217

Wobei ich mir meine Jacke/meinen Mantel wirklich selbst anziehen kann(klappt sogar besser).

 

Aber ja, es gibt echt abgedrehte Dinge. Eigentlich ist es ja egal, welche Fellfarbe ein Alpaka(?) oder welche Hautfarbe ein Mensch hat.

 

 

Edited by mn1217

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Long John Silver
vor einer Stunde schrieb mn1217:

Wobei ich mir meine Jacke/meinen Mantel wirklich selbst anziehen kann(klappt sogar besser).

 

 

 

 

 

Keine Sorge, es gibt immer noch genug Frauen, die auf solche Hoeflichkeit und Feinheiten Wert legen :-)))

 


 

Edited by Long John Silver

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mn1217
vor 36 Minuten schrieb Long John Silver:

 

Keine Sorge, es gibt immer noch genug Frauen, die auf solche Hoeflichkeit und Feinheiten Wert legen :-)))

 


 

Ich finde es nett und lasse den Mann machen, aber ich finde es  unnötig. Ich werde nur nie verstehen, was Männer davon haben. Höflich sein kann Mann doch auch anders. Was hilft mri Stühlerücken, wenn der Herr dann eine Anzüglichkeit nach der anderen macht oder den Macho rauskehrt?

Und das mit dem Mantel kann ich einfach nicht., da stelle ich mich doof an.

Dass du mir hier ständig Unerzogenheit/schlechte Manieren unterstellst, finde ich daneben.

Ich habe halt nur kein Problem damit, auch einem Mann die Tür aufzuhalten oder , wenn nötig, in eine Jacke zu helfen.

Ich kann mich selbst anziehen und einen Stuhl rücken. Das überfordert mich nicht, nur weil ich kein y Chromosom habe. Ich bin keine hilflose Frau, die unbedingt einen Mann zum Überleben braucht.

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Long John Silver
vor 7 Minuten schrieb mn1217:

Ich finde es nett und lasse den Mann machen, aber ich finde es  unnötig. Ich werde nur nie verstehen, was Männer davon haben.

 

Musst du auch nicht  :-)))

 

Es reicht doch, dass die Frauen es verstehen, die es gut finden :-))) und Wert darauf legen. 

 

Von dir habe ich gar nicht gesprochen, ich schrieb: es gibt Frauen, die .. 


Erst lesen, bevor man sich aufregt und was persoenlich nimmt. 

 

Edited by Long John Silver

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Alfons
vor 17 Stunden schrieb Long John Silver:

Es gab auch mal die Idee, die weibliche Brust als Geschlechtsmerkmal begrifflich "abzuschaffen"

 

Ich finde die weibliche Brust als Geschlechtsmerkmal absolut sensationell. Ich bin sehr dagegen, das abzuschaffen.

 

Außerdem helfe ich auch Frauen in den Mantel. Ich kann nichts dagegen tun, es ist ein Automatismus. Ich denke mir nichts dabei. Wahrscheinlich ist es genetisch verankert: Frau - Wanderjacke - aufstehen - helfen. Das läuft unbewusst.

Sich bei etwas nichts zu denken ist, glaube ich, typisch männlich. Wenn eine Frau fragt "Was denkst du?" und der Mann antwortet "Nichts" solte sie ihm unbedingt glauben. Es ist die Wahrheit.
Ab und zu denken Männer aber nicht nur nichts, sondern an die weibliche Brust als Geschlechtsmerkmal. Man sollte es ihnen nicht nehmen.

Alfons

 

Edited by Alfons
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helmut
Am 24.8.2019 um 07:12 schrieb Long John Silver:

 

.... Es gibt Leute, die halten es fuer uebergriffig, wenn man jemanden fragt, woher er kommt. Irgendeinen -ismus gibt es immer, der passt :-))...

 

welcher -ismus wäre das?

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