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Rotgold

Wer spricht hier eine Mundart?

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Frank
vor 30 Minuten schrieb Rotgold:

In der Fachsprache ist "Dialekt" nicht abwertend gemeint.

In der Alltags-Umgangssprache aber schon.

Findest du? Ich erleb den Begriff eher als neutrum.

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Rotgold

Anyway - ich bevorzuge im Alltag das Wort "Mundart".

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Suzanne62
Am 2.10.2019 um 15:57 schrieb Rotgold:

Vorausschicken möchte ich, dass ich selber mit badischem Alemannisch aufgewachsen bin.

Standarddeutsch war meine erste   Fremdprache.

Ich bin zweisprachig aufgewachsen: mit Rheinisch von meinem Vater und Sächsisch von meiner Mutter. Nach der Einschulung ist dann Hochdeutsch dazu gekommen.

Jetzt lebe ich seit 23 Jahren in Wuppertal und hier wird auch nicht nur reines Hochdeutsch gesprochen - es ist aber nicht mehr das bergische Platt, das z.B. in den Werken von Otto Hausmann gesprochen wird, es hat sich vermischt mit dem Rheinischen und dem Ruhrpott-Slang.

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Alfons
Am 2.10.2019 um 16:42 schrieb duesi:

@ Alfons: Und ich dachte immer, es sei eine deutsche Mundart. Man lernt nie aus. Der Dialekt bei deinem Plattdeutsch ist zwar ein wenig anders. Aber hey. ich versteh ihn 😀

 

Kleiner Nachtrag für duesi: Das Neue Testament in Plautdietsch (leider nicht in Plattdeutsch, die beiden Sprachen sind ja schon etwas unterschiedlich) gibt es hier als kostenloses Hörbuch zum Downloaden.

 

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Beutelschneider
vor 13 Stunden schrieb Rotgold:

Anyway - ich bevorzuge im Alltag das Wort "Mundart".

 

Das liegt aber an Deiner Mundart. In meiner Gegend sagen wir nur Dialekt, das Wort "Mundart" hat einen altmodischen bzw. fremden Klang.

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Einsteinchen

Obwohl: Es gibt Mundartdichter, aber keine Dialektdichter.

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duesi
vor 12 Stunden schrieb Alfons:

 

Kleiner Nachtrag für duesi: Das Neue Testament in Plautdietsch (leider nicht in Plattdeutsch, die beiden Sprachen sind ja schon etwas unterschiedlich) gibt es hier als kostenloses Hörbuch zum Downloaden.

 

Danke für den Tipp. Wobei das wohl noch schwieriger ist, bei Plattdeutsch und Plautdietsch von unterschiedlichen Sprachen zu reden. Bei Leuten aus Mecklenburg-Vorpommern habe ich schon eine plattdeutsche Mundart gehört, die sehr nah an "Plautdietsch" ist. Wobei das sich wohl eher auf das Pommersche als auf das Mecklenburgische bezieht. Es gehört alles zum Niederdeutschen, fällt also alles unter den Begriff "plattdeutsch". Wobei die niederländische Sprache wohl bis ins 15. Jahrhundert auch noch als "nederdutysch", also niederdeutsch bezeichnet wurde.

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Marcellinus

Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, in der in meiner Kindheit und Jugend noch Platt gesprochen wurde. Gesprochen, nicht geschrieben, das ist schon mal der erste Unterschied. Der zweite: man lernt es nicht, man wächst damit auf. Keiner von denen hat je eine Grammatik gelernt oder Vokabeln. Da die Dörfer oft weit auseinander lagen (weit auseinander nach Verhältnissen der vor-Auto-Zeit). Also unterschieden sich die Ausprägungen des Platt durchaus, in Tonfärbung wie auch Vokabular. Und weil hier das Niederländische erwähnt wurde, der Übergang zum Platt war da fleißend. Man lebte und handelte miteinander, die Sprachen waren verwandt und näherten sich an.

 

Was ich sagen will: Platt, Niederdeutsch im allgemeinen ist nicht eine Sprache, sondern eine Familie von vielen, vielen, mit Gemeinsamkeiten wie Unterschieden (siehe auch Wittgensteins Begriff der Familienähnlichkeit). Niederdeutsch ist eine primäre, urwüchsige Sprachfamilie mit zahlreichen regionalen Ausprägungen und fleißenden Übergängen zu verwandten Sprachen. Daher las mein Englischlehrer uns gelegentlich plattdeutsche Geschichten vor. Hochsprachen wie Französisch oder Hochdeutsch sind sekundäre Kunstsprachen, konstruiert um einen festen Wortschatz und (relativ) klare Grammatik, entstanden zu Verwaltungs- und Herrschaftszwecken. Das „Volk“ sprach lange anders. 

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Rotgold
vor 54 Minuten schrieb Beutelschneider:

 

Das liegt aber an Deiner Mundart. In meiner Gegend sagen wir nur Dialekt, das Wort "Mundart" hat einen altmodischen bzw. fremden Klang.

Kurz und knapp: Das Wort "Mundart" ist kein mundartliches Wort. Es ist völlig normales Standard-Deutsch.

Nur weil du es nicht kennst, ist es kein schlechtes Wort.

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gouvernante
vor einer Stunde schrieb Rotgold:

Nur weil du es nicht kennst, ist es kein schlechtes Wort.

Ich denke, Beutelschneider kennt es sehr wohl, nur für norddeutsche Ohren klingt es einfach schräg und fürchterlich altbacken.

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Rotgold

Nun gut.

In meinen Ohren klingt das Wort nicht fürchterlich schräg und altbacken.

 

Aber wie auch immer: Das Wort "Mundart" ist kein mundartliches Wort.

Ich hoffe, darauf können wir uns einigen.

Edited by Rotgold

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Rotgold

Dazu fällt mir jetzt ein:

 

Ich habe es schon ab und zu erlebt, dass manche  Norddeutsche ihre eigene persönliche Variante der deutschen Sprache  für die einzig richtige und das Maß aller Dinge halten.

 

Das geht soweit, dass manche  "Samstag" für  Mundart halten, weil sie selber "Sonnabend" sagen.

Dass  manche "Metzger" für Mundart halten, weil sie selber "Schlachter" oder "Fleischer" sagen.

Und nun muss ich erfahren, "Mundart" sei mundartlich!

 

Ich glaube, das ist ein Fall von: "Was de Buur nit kennt, sell frisst er nit!"

So, das war nun mundartlich.

Aber Wörter wie "Samstag, Metzger, Mundart usw" sind nun mal keine Mundart.

Oder ALLES ist Mundart! :)

 

Edited by Rotgold

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duesi

Das betrifft aber alle Regionen, nicht nur Norddeutschland. Im Rheinland (wo ich herkomme) spricht man z.B. auch kein wirkliches Hochdeutsch.

 

"Ich bin am essen" für "ich esse gerade" ist z.B. typisch rheinländisch. Und so manch einer hält das für hochdeutsch. "Dialekt" ist übrigens auch hochdeutsch, auch wenn es für deine Ohren "abwertend" klingt. So kann man den Norddeutschen auch keinen Vorwurf machen, dass für sie "Mundart" etwas seltsam klingt. Über Geschmacksfragen lässt sich schließlich nicht streiten. Es gibt eine ganze Reihe hochdeutscher Worte, die im allgemeinen Sprachgebrauch seltsam klingen.

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duesi

Mal so eine Frage: Was ist eigentlich hochdeutsch?

 

Ich bin auf Arbeit.

 

Oder:

 

Ich bin in der Arbeit.

 

?

 

Aus dem Rheinland kenne ich das erste. In Bayern benutzt man das zweite.

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gouvernante

"Auf der Arbeit" hat seinen Ursprung wohl in Bergbauregionen.

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gouvernante
vor 14 Minuten schrieb Rotgold:

Dazu fällt mir jetzt ein:

 

Ich habe es schon ab und zu erlebt, dass manche  Norddeutsche ihre eigene persönliche Variante der deutschen Sprache  für die einzig richtige und das Maß aller Dinge halten.

 

Das geht soweit, dass manche  "Samstag" für  Mundart halten, weil sie selber "Sonnabend" sagen.

Dass  manche "Metzger" für Mundart halten, weil sie selber "Schlachter" oder "Fleischer" sagen.

Und nun muss ich erfahren, "Mundart" sei mundartlich!

 

Ich glaube, das ist ein Fall von: "Was de Buur nit kennt, sell frisst er nit!"

So, das war nun mundartlich.

Aber Wörter wie "Samstag, Metzger, Mundart usw" sind nun mal keine Mundart.

Oder ALLES ist Mundart! :)

 

 

Hier kann man schmökern:

https://www.regionalsprache.de/

https://uni-tuebingen.de/fakultaeten/wirtschafts-und-sozialwissenschaftliche-fakultaet/faecher/fachbereich-sozialwissenschaften/empirische-kulturwissenschaft/forschung/ta-sprache/sprechender-sprachatlas/

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Rotgold
vor 13 Minuten schrieb duesi:

Das betrifft aber alle Regionen, nicht nur Norddeutschland. Im Rheinland (wo ich herkomme) spricht man z.B. auch kein wirkliches Hochdeutsch.

 

"Ich bin am essen" für "ich esse gerade" ist z.B. typisch rheinländisch. Und so manch einer hält das für hochdeutsch. "Dialekt" ist übrigens auch hochdeutsch, auch wenn es für deine Ohren "abwertend" klingt. So kann man den Norddeutschen auch keinen Vorwurf machen, dass für sie "Mundart" etwas seltsam klingt. Über Geschmacksfragen lässt sich schließlich nicht streiten. Es gibt eine ganze Reihe hochdeutscher Worte, die im allgemeinen Sprachgebrauch seltsam klingen.

 

Sorry, wir reden aneinander vorbei.

 

Nirgendwo  habe ich gesagt, dass "Dialekt" kein hochdeutsches Wort sei.

Und dass es ein hochdeutsches Wort ist, das  ist kein Widerspruch dazu, dass es abwertend gebraucht werden kann.

 

Und nochmals:  Das Wort "Mundart" kann so seltsam klingen wie es will, aber es ist nun mal selber nicht mundartlich.

Ich hätte gedacht, dass wir uns darauf einigen könnten.

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duesi
vor 2 Minuten schrieb Rotgold:

Und nochmals:  Das Wort "Mundart" kann so seltsam klingen wie es will, aber es ist nun mal selber nicht mundartlich.

Ich hätte gedacht, dass wir uns darauf einigen könnten.

Ja, darauf können wir uns einigen. War aber auch - meine ich -kein Streitpunkt.😀

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Rotgold
vor 23 Minuten schrieb nannyogg57:

 

Ich will keine Links anklicken.

Kannst du den Text hier reinschreiben?

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Rotgold

Iwwrigens: Moooorn isch Sunndi!

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nannyogg57

Das ist youtube. Da passiert dir nix.

 

Mein Lieblingslied

 

Ist auch youtube.

 

Wenn ich den Text reinsetze, dann verstoße ich gegen die Zitationsregeln. Ganz einfach.

 

 

Edited by nannyogg57

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Lothar1962

Spreche ich deutsch, bin ich weitgehend dialektfrei, abgesehen von Einsprengseln (schwäbisch, oberfränkisch).

Wenn ich englisch spreche, spreche ich grausiges German English, allerdings mit korrektem stimmhaften bzw. stimmlosen th.

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Howe

ich spreche Rheinisch und Rruhrgebietsdeutsch versteh aber auch Kölsch und Eifelerplatt.

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Rotgold
Am 4.10.2019 um 12:20 schrieb duesi:

Mal so eine Frage: Was ist eigentlich hochdeutsch?

 

 

 

 

 

Mal etwas vereinfacht gesagt:

 

Das Wort hat 2 Bedeutungen:

 

a) Standard-Deutsch

 

b) Sprachgeschichtlich der Gegensatz zu Niederdeutsch, der Sprache des Norden.

In diesem Sinne ist Hochdeutsch  die Sprache des Südens, also da, wo das Land "hoch" ist.

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