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Alfons

Trauer und Entsetzen

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Studiosus

Die Diskussion um die Hintermänner, wenn damit nicht die tatsächlichen Drahtzieher einer Gewalttat (im Sinne von Bereitstellung von Waffen, Auftraggeber, Logistik, Fluchtwagen etc.), die selbstverständlich verfolgt werden müssen, gemeint sind, finde ich schwierig. 

 

"Hintermännern" im Sinne von Ideologen wird man ungleich schwerer habhaft. Gerade wenn sie der Strafverfolgung entzogen, sprich lange tot, sind. "Inspiration" oder "Legitimation" für sinnloses Töten kann sich jemand, der wirklich töten will, natürlich überall holen. Wenn ein Gedanke, wie in diesem Falle der Hass auf Juden, einmal in der Welt ist, ist der Geist schwer wieder in die Flasche zu sperren. Und der Judenhass ist - leider - uralt. In diesem Sinne führt die Frage nach einem (ideologischen) Hintermann zum infiniten Regress: Wer ist der Hintermann von Höke? Wer war der Hintermann von Hitler? Wer der Hintermann von Martin Luther? Wer der Hintermann von Mohammed? Wer der Hintermann von Melito von Sardes? Wer der Hintermann von Antiochus IV.? Es ginge ewig so weiter.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Edited by Studiosus

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Rotgold
Am 9.10.2019 um 21:02 schrieb Alfons:

 


Ich bin voll Trauer. Heute morgen habe ich vor Schülern einen Vortrag über Stolpersteine gehalten - was sie bedeuten, wie viele wir davon in unserer Stadt verlegt haben.

 

 

 

Ich bin auch entsetzt über diese grauenhafte Tat in Halle.

 

@ Stolpersteine

 

Auch ich war schon dabei, wenn Stolpersteine gelegt worden sind. Und einen solchen Stein habe ich auch ge-sponsort.

 

Und ich selbst habe auch schon  in der Synagoge hier den Tag JOM KIPPUR mitgefeiert.

Edited by Rotgold

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helmut
vor 6 Stunden schrieb rince:

Dann bist du der erste, der über Islamfeindlichkeit jammert...

ich finde nur parallelen, nicht identitäten, zwischen waffengebrauch im rassistischen umfeld und dem ruf nach waffen.

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helmut
vor einer Stunde schrieb Studiosus:

...

"Hintermännern" im Sinne von Ideologen wird man ungleich schwerer habhaft....

habhaft im sinn der identifikation ist nicht schwer. man schaue nur kritisch um sich.

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helmut
vor 23 Stunden schrieb Studiosus:

Die Solidarität aller Christen, egal welcher Konfession und theologischen Schule und ungeachtet dessen, was uns von den Kindern Israels trennt, muss heute ohne Zweifel beim jüdischen Volk, besonders aber bei den in Deutschland lebenden Juden liegen. Der versuchte Anschlag auf die betenden Juden in der Synagoge muss uns schmerzen als hätte man unsere Schwester oder Mutter attackiert.

 

An diesem schmerzvollen Tag gilt es inne zu halten und sich zu fragen, wie viel Blut wohl noch vergossen werden muss bis nicht etwa der Gott unserer Väter versöhnt sei, sondern die perversen Gewaltphantasien und Gewalttaten fehlgeleiteter Menschen zu einem Ende kommen.

 

Beten wir für die Opfer und für Israel.

 

Die Solidarität aller sollten den rassisch verfolgten, den ausgegrenzten, den verächtlich gemachten gehören.

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helmut
vor 10 Stunden schrieb elad:

.... es wird zeit, dass juden ihre koffer packen und einwandern bevor es zu spaet ist, ....

die einwanderer kamen nicht in ein leeres land. es geschah gewalt, es geschah vertreibung, es geschah kulturelle und ökonomische hegemonie.

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Long John Silver
vor 9 Stunden schrieb elad:

 

es geht eben nichts ueber freedom of speech !!

 

 

Nein, darueber geht nichts. 

Ich weiss, dass das nicht ungefaehrlich, das jetzt hier zu sagen, aber ich tue es trotzdem. 

Zum einen, weil es ein Irrtum ist zu glauben, die Dinge waeren in Ordnung, nur weil Leute schweigen. Zum anderen weil es keine Alternative zur Meinungsfreiheit gibt, die mit  Freiheit zu vereinbaren waere. 

 

Zu den Unis: Uni sind eigene Biotope, wo politische Ansichten immer einerseits skurrilen, andererseits verdummenden und auch weltfremden fundamentalistischen Ansichten und Verschwoerungstheorien  gefuehrt haben. Da gibt es immer Gruppen, die gegen irgendeine Gruppe sind, da werden Professoren gemobbt   und diskrediet aus diesem oder jenem meistens austauschbaren Grund, da werden Redner drangsaliert und beschimpft, da wird versucht Druck auf die Leitung auszuueben, diesen oder jenen gar nicht erst einzuladen, Diskussionen von vornherein zu unterbinden. 

 

Dass es ein Luegen in die eigene Tasche ist, wenn man meint, durch Beschraenken der Meinungsfreiheit Aversionen gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen zu unterbinden, sieht man in Deutschland. Die Leute denken, was sie wollen und sie finden immer Wege, sich zu vernetzen, auch ohne Oeffentlichkeit. Das war bereits zu Zeiten so, in denen es kein Internet gab. Man kann sich dann gut einreden,bestimmte Meinungen  gaebe es gar nicht, aber wozu soll diese Augenwischerei gut sein?

 

Wie dem auch sei, zur Meinungsfreiheit gibt es keine Alternative. Das muss bei jedem Terrorangriff verblendeter Menschen gegen andere immer wieder betont werden. 

Ausserdem - nur was man weiss, kann bekaempft werden und eingeschaetzt. 

 

Da, denke ich, ist der Handlungsbedarf - solche Gefahren einzuschaetzen und richtig zu beurteilen.  Da ist mir ehrlich gesagt, die USA lieber mit ihrer teilweise offensiven oeffentlichen Rechtsextremismus als die Situation in Deutschland, wo alle seit einiger Zeit aus den Wolken gefallen sind weil es so etwas ueberhaupt in besonderem Ausmass gibt. 

 

Noch mal zu den Unis - hier geht es auch um radikale politische Ansichten ueber die Rolle Israels im Nahen Osten, also wohl eher um Anti- Zionismus als um Antisemitismus deutscher Praegung. Diese Rolle gibt natuerlich viel Stoff zu Fragen, und vor allem viel Anlass zu jeweils extrem gegensaetzlicher Positionierung.

(nicht nur an Universitaeten).  Wie durchdacht diese jeweilige Positionierung ist und wie sinnvoll, hat nichts damit zu tun, dass man sie nicht auessern darf oder sollte. Damit muss eine Gesellschaft leben und umgehen koennen, die sich freiheitlich nennt. 

 

@Alfons: sollte dieses Posting zu politisch sein und nicht in den Rahmen dessen passen, was mit diesem Thread beabsichtigt war, naemlich die persoenlichen Gefuehle ueber dieses Attentat auszudruecken, kann es gern geloescht werden oder vielleicht abgespalten. Ich sehe allerdings, wie schon oft hier im Forum besprochen, eine riesige Gefahr fuer die (westliche) Welt, wenn bei jedem Attentat und Terroranschlag, an der Meinungsfreiheit herum geschraubt werden soll und Grundrechte infrage gestellt. Das ist meines Erachtens nicht der richtige Weg, sondern genau der falsche. Wir muessen uns mit dem auseinandersetzen, was andere Menschen denken und das koennen wir nur, wenn wir es wissen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Edited by Long John Silver

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duesi

Der Attentäter war wohl ein ziemlicher Eigenbrötler. Leider sogar etwas, was er mit mir gemeinsam hat. Kein klassischer Neonazi oder Mitglied der deutschen rechten Szene.

 

Wenn ich mich in ihn hineinzuversetzen versuche, so sehe ich einen Menschen, der es in unserer individualisierten Gesellschaft nicht geschafft hat, den gesellschaftlichen Anschluss zu finden. Und das einzige, was ihm geblieben ist, ist der Wunsch, besonders kritisch zu allem und jedem zu sein und damit ist er anfällig für allerhand Verschwörungstheorien geworden. Besonders für englischsprachigen Rassismus aus dem amerikanischen Raum.

 

Da ich Mal Leiter einer christlichen Forengruppe war, in der allerhand Verschwörungstheorien diskutiert wurden, müsste ich mich gezwungenermaßen mit solchen Theorien auseinandersetzen. Dabei bin ich in meinen Recherchen einmal auf einen amerikanischen Film in Spielfilmlänge im Stil einer Doku gestoßen, in dem mit viel Halbwissen der Holocaust geleugnet und Hitler glorifizierend dargestellt worden ist. Sobald mir die Zielsetzung des Films klar wurde, habe ich angewidert abgeschaltet. Aber solche Materialien sind im Internet frei verfügbar. 

 

Dieses Attentat hätte man durch mehr AfD-Bashing nicht verhindern können. Um solche Eigenbrötler zu verhindern, muss man etwas gegen die wachsende Individualisierung der Gesellschaft tun.

 

 

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Long John Silver
vor 24 Minuten schrieb duesi:

Der Attentäter war wohl ein ziemlicher Eigenbrötler. Leider sogar etwas, was er mit mir gemeinsam hat. Kein klassischer Neonazi oder Mitglied der deutschen rechten Szene.

 

 

 

 

Solche Menschen wird es immer geben, egal in welcher Gesellschaftsform oder Zeit. Das hat nichts mit individualsierung der Gesellschaft, da kommt einiges andere zusammen. 

 

Meines Erachtens gibt es keine hundertprozentige Sicherheit vor solchen Menschen, die aus diesem oder jenem Grund ausrasten. Egal, ob man nun als Mutter mit Kind an einer Bahnsteigkante steht oder ein Amokschuetze in der Schule auftaucht oder in eine Synagoge/Moschee will oder einfach mit mit dem LKI Menschen tot faehrt. 

 

Was wir momentan haben, ist eine grosse Nachahmungskultur,, das haengt damit zusammen, dass heute alle alle erfahren (durch die Medien etc.). Das  gab es in dem Ausmass frueher nicht, natuerlich. Der eine macht es oeffentlich vor, die anderen machen es nach. Da koennte man eigentlich wetten abschliessen, wenn es nicht so makabrer waere, wann dieser oder jener Anschlag oder versuchter Anschlag nachgeahmt wird. Hinzu kommt die Verfuegbarkeit bestimmter Utensilien durch das Internet, ob es nun Waffen oder chemische Substanzen sind. 

 

Edited by Long John Silver

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Thofrock
vor 23 Minuten schrieb duesi:

Dieses Attentat hätte man durch mehr AfD-Bashing nicht verhindern können.

 

AfD-Bashing? Was soll das sein? 

Ich hoffe, Gauck hat sich vorgestern beim Gedanken an seine unsäglicheToleranz Rede verschluckt. Rechtsextremistische Straftaten haben natürlich etwas mit der Salonfähigmachung der Ideologie im Hintergrund zu tun. 

Und wir bekommen dann nachdem Thüringen Wahl, die wohlbemerkt eine Höcke Wahl ist, wieder mitgeteilt, das seien ja nicht alles Nazis, und man müsse die Ängste der Leute ernst nehmen.

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duesi
vor 14 Minuten schrieb Long John Silver:

Meines Erachtens gibt es keine hundertprozentige Sicherheit vor solchen Menschen, die aus diesem oder jenem Grund ausrasten. Egal, ob man nun als Mutter mit Kind an einer Bahnsteigkante steht oder ein Amokschuetze in der Schule auftaucht oder in eine Synagoge/Moschee will oder einfach mit mit dem LKI Menschen tot faehrt. 

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Das ist klar. Aber das Motiv ist nicht egal. Berichte von Amokläufern gibt es schon in der alttestamentlichen Bibel. So etwas lässt sich leider nicht völlig aus der Welt schaffen. Aber in diesem Fall war es kein Amok. Der Täter ist planvoll vorgegangen und wollte gezielt Terror gegen Juden verbreiten. Dazu bedarf es einer gewissen Geisteshaltung. Und der Täter ist auch nicht ausgerastet, was für verminderte Schuldfähigkeit sprechen würde. Der Täter ist völlig kaltblütig vorgegangen. Vielleicht hast du recht, dass man so etwas auch nicht grundsätzlich verhindern kann. Doch ich meine, dass wir als Deutsche aufgrund unseres schweren Erbes eine gewisse moralische Verantwortung gegenüber den Juden haben, alles in unserer Macht mögliche zu tun, damit Juden in Deutschland frei und friedlich leben können. Und da ist es geboten, über Lösungsansätze nachzudenken, die darüber hinaus gehen, die eigene Trauer zum Ausdruck zu bringen.

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Flo77

Wieder ein Trottel, der seinen eigenen Ideen einen Bärendienst erwiesen hat.

 

Wieder ist die jüdische Gemeinde Opfer (wobei die Toten so weit ich weiß überhaupt keine Juden waren).

 

Der Schock könnte das Wahlergebnis zu Gunsten der linken Parteien beeinflussen.

 

Die so aufgezwungene  Opferrolle macht wieder einmal Kritik an den jüdischen Repräsentanten unmöglich.

 

Die Überreaktion bei Täter und Zeugen macht einen Diskurs über die Integration und die Identität mal wieder zu einer reinen Emotionsschlacht.

 

Der Herr möge sich unser erbarmen, die Toten bei sich aufnehmen und die Hinterbliebenen trösten.

 

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duesi
vor 9 Minuten schrieb Thofrock:

AfD-Bashing? Was soll das sein? 

Ich hoffe, Gauck hat sich vorgestern beim Gedanken an seine unsäglicheToleranz Rede verschluckt. Rechtsextremistische Straftaten haben natürlich etwas mit der Salonfähigmachung der Ideologie im Hintergrund zu tun. 

Und wir bekommen dann nachdem Thüringen Wahl, die wohlbemerkt eine Höcke Wahl ist, wieder mitgeteilt, das seien ja nicht alles Nazis, und man müsse die Ängste der Leute ernst nehmen.

Dieses Fass wollte ich eigentlich nicht aufmachen. Ich bezog mich dabei indirekt auf ein Posting von Frank, dass er "für AfD-Bashing immer zu haben" sei. Ich habe nichts gegen AfD-Bashing und bin absolut kein Freund dieser Partei. Ich meine nur, dass es solchen Eigenbrötlern wie in diesem Fall völlig egal ist, ob ihr verqueres Gedankengut salonfähig ist oder nicht. Natürlich wird man durch klare Abgrenzung den ein oder anderen von der AfD abhalten können. Das wollte ich gar nicht in Abrede stellen.

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Shubashi
vor 9 Minuten schrieb Thofrock:

AfD-Bashing? Was soll das sein? 

Ich hoffe, Gauck hat sich vorgestern beim Gedanken an seine unsäglicheToleranz Rede verschluckt. Rechtsextremistische Straftaten haben natürlich etwas mit der Salonfähigmachung der Ideologie im Hintergrund zu tun. 

Und wir bekommen dann nachdem Thüringen Wahl, die wohlbemerkt eine Höcke Wahl ist, wieder mitgeteilt, das seien ja nicht alles Nazis, und man müsse die Ängste der Leute ernst nehmen.

 

Die AfD duldet und ermutigt widerliche Antisemitisten offen in ihren Reihen, weil sie in weiten Teilen (v.a. die Höcke/Flügel-Truppe) von diesem Wählerpotential profitieren will. Bei uns in SH haben sie sich mehrheitlich zu dieser Pseudoadeligen bekannt, die sich wiederum zu einem von weinerlichem Volkstümlertum und Antisemitismus geprägten Verein bekannt hat. Da ist also kein großer Irrtum möglich - die AfD möchte gleichzeitig von Leuten gewählt werden, die keine Juden mögen und von solchen, die keine Muslime mögen, nur sind diese Gruppen nicht immer deckungsgleich.

 

Duesi hat aber in meinen Augen auf einen sehr wichtigen Punkt hingewiesen: der Typ von Halle ist möglichweise genauso sehr der moderne Sozialversager und Nerd, der seiner traurigen Existenz einen www-bestaunten Abgang verleihen wollte.

Das nicht sehen zu wollen, ist in meinen Augen sehr gefährlich, weil man eben übersieht, dass Terror im Zeitalter von Chatrooms, Streamingsites und abseitiger Trollkultur auf die traditionellen extremistischen Strukturen nicht mehr angewiesen ist.

 

 

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rorro
vor 3 Stunden schrieb Long John Silver:

 

Nein, darueber geht nichts. 

Ich weiss, dass das nicht ungefaehrlich, das jetzt hier zu sagen, aber ich tue es trotzdem. 

Zum einen, weil es ein Irrtum ist zu glauben, die Dinge waeren in Ordnung, nur weil Leute schweigen. Zum anderen weil es keine Alternative zur Meinungsfreiheit gibt, die mit  Freiheit zu vereinbaren waere. 

 

Zu den Unis: Uni sind eigene Biotope, wo politische Ansichten immer einerseits skurrilen, andererseits verdummenden und auch weltfremden fundamentalistischen Ansichten und Verschwoerungstheorien  gefuehrt haben. Da gibt es immer Gruppen, die gegen irgendeine Gruppe sind, da werden Professoren gemobbt   und diskrediet aus diesem oder jenem meistens austauschbaren Grund, da werden Redner drangsaliert und beschimpft, da wird versucht Druck auf die Leitung auszuueben, diesen oder jenen gar nicht erst einzuladen, Diskussionen von vornherein zu unterbinden. 

 

Dass es ein Luegen in die eigene Tasche ist, wenn man meint, durch Beschraenken der Meinungsfreiheit Aversionen gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen zu unterbinden, sieht man in Deutschland. Die Leute denken, was sie wollen und sie finden immer Wege, sich zu vernetzen, auch ohne Oeffentlichkeit. Das war bereits zu Zeiten so, in denen es kein Internet gab. Man kann sich dann gut einreden,bestimmte Meinungen  gaebe es gar nicht, aber wozu soll diese Augenwischerei gut sein?

 

Wie dem auch sei, zur Meinungsfreiheit gibt es keine Alternative. Das muss bei jedem Terrorangriff verblendeter Menschen gegen andere immer wieder betont werden. 

Ausserdem - nur was man weiss, kann bekaempft werden und eingeschaetzt. 

 

Da, denke ich, ist der Handlungsbedarf - solche Gefahren einzuschaetzen und richtig zu beurteilen.  Da ist mir ehrlich gesagt, die USA lieber mit ihrer teilweise offensiven oeffentlichen Rechtsextremismus als die Situation in Deutschland, wo alle seit einiger Zeit aus den Wolken gefallen sind weil es so etwas ueberhaupt in besonderem Ausmass gibt. 

 

Noch mal zu den Unis - hier geht es auch um radikale politische Ansichten ueber die Rolle Israels im Nahen Osten, also wohl eher um Anti- Zionismus als um Antisemitismus deutscher Praegung. Diese Rolle gibt natuerlich viel Stoff zu Fragen, und vor allem viel Anlass zu jeweils extrem gegensaetzlicher Positionierung.

(nicht nur an Universitaeten).  Wie durchdacht diese jeweilige Positionierung ist und wie sinnvoll, hat nichts damit zu tun, dass man sie nicht auessern darf oder sollte. Damit muss eine Gesellschaft leben und umgehen koennen, die sich freiheitlich nennt. 

 

@Alfons: sollte dieses Posting zu politisch sein und nicht in den Rahmen dessen passen, was mit diesem Thread beabsichtigt war, naemlich die persoenlichen Gefuehle ueber dieses Attentat auszudruecken, kann es gern geloescht werden oder vielleicht abgespalten. Ich sehe allerdings, wie schon oft hier im Forum besprochen, eine riesige Gefahr fuer die (westliche) Welt, wenn bei jedem Attentat und Terroranschlag, an der Meinungsfreiheit herum geschraubt werden soll und Grundrechte infrage gestellt. Das ist meines Erachtens nicht der richtige Weg, sondern genau der falsche. Wir muessen uns mit dem auseinandersetzen, was andere Menschen denken und das koennen wir nur, wenn wir es wissen. 

 

Ich stimme dem inhaltlich voll zu, bin allerdings auch eher liberal (im klassischen Sinne) eingestellt.

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elad
10 hours ago, helmut said:

die einwanderer kamen nicht in ein leeres land. es geschah gewalt, es geschah vertreibung, es geschah kulturelle und ökonomische hegemonie.

stimmt, das land war nicht leer, aber beschaeftige dich mal ein bisschen mit den landkaeufen hier zur zeit der tuerken.

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Shubashi
vor 1 Stunde schrieb duesi:

Dieses Fass wollte ich eigentlich nicht aufmachen. Ich bezog mich dabei indirekt auf ein Posting von Frank, dass er "für AfD-Bashing immer zu haben" sei. Ich habe nichts gegen AfD-Bashing und bin absolut kein Freund dieser Partei. Ich meine nur, dass es solchen Eigenbrötlern wie in diesem Fall völlig egal ist, ob ihr verqueres Gedankengut salonfähig ist oder nicht. Natürlich wird man durch klare Abgrenzung den ein oder anderen von der AfD abhalten können. Das wollte ich gar nicht in Abrede stellen.

 

Lass Dich bitte nicht ins Boxhorn jagen. Auch in meinen Augen ist die aktuelle politische Diskussion tlw. dysfunktional bzw. bedient die Vereinnahmung der Tat.

Die AfD könnte morgen politisch verschwinden, deswegen hätten wir weiterhin das Problem solcher real isolierter Einzeltäter, die sich aber heute über Internet aus ideologischen Versatzstücken, Vorbildtaten und wenigen auch internationalen Zuhörern ihre eigenen ideologischen Echokammern bauen können.

 

Interessant sind in meinen Augen Analysen wie diese hier:

https://www.zeit.de/digital/internet/2019-10/rechtsextremismus-netz-anschlag-halle-radikalisierung-jakob-guhl/komplettansicht

 

Wenn man mal die Kommentardiskussion dazu liest sieht man, dass das interessierte digital aufgewachsene Publikum im Verständnis ofterheblich weiter ist als viele Politiker, die letztlich immer noch intellektuelle Diskurse aus den 80ern bewirtschaften möchten.

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Rotgold
vor 12 Stunden schrieb Rotgold:

 

Ich bin auch entsetzt über diese grauenhafte Tat in Halle.

 

@ Stolpersteine

 

Auch ich war schon dabei, wenn Stolpersteine gelegt worden sind. Und einen solchen Stein habe ich auch ge-sponsort.

 

Und ich selbst habe auch schon  in der Synagoge hier den Tag JOM KIPPUR mitgefeiert.

 

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Rotgold

@ die Entstehung neuer Verschwörungstheorien

Im Falles des Angriffs auf die Synagoge in Halle erleben wir gerade die Entstehung von zwei neuern Verschwörungstheorien

a) dass es einen zweiten Täter vor Ort gegeben haben soll

b) dass die Synagoge dort jeden Tag bewacht gewesen sei, aber an Jom Kippur sei die Bewachung auf verdächtige Weise zurückgezogen worden.

------------------------

Ich teile diese V-Theorien nicht.

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Shubashi

Eine ebenfalls lesenswerte Darstellung, wie sich der moderne antisemitische Diskurs heute inhaltlich gewandelt hat.

Im Kern immer noch eine "ideale" Sündenbocktheorie, die sich anscheinend jedem modernen Unbehagen anpassen läßt.

Egal ob ein Jude da ist oder nicht, irgendwie "schuld" ist er immer und an allem.

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-10/antisemitismus-halle-rechtsextremismus-matthias-quent/komplettansicht

 

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Frank
vor 25 Minuten schrieb Rotgold:

dass die Synagoge dort jeden Tag bewacht gewesen sei, aber an Jom Kippur sei die Bewachung auf verdächtige Weise zurückgezogen worden.

Ich weiß nicht wo du das gehört hast, aber ich hab in verschiedenen Nachrichtensendungen und in der Pressekonferenz an der neben dem Bundesinnenminister auch der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland teilnahm (wurde auf Phoenix übertragen) folgende Version gehört: Die Gemeinde der Synagoge in Halle hätte mehrfach nach stärkere Polizeipräsenz gebeten, mit Hinweis auf Gefährdungseinschätzungen der Polizei (keine Vorkommnisse in den letzten sechs Jahren) hätte sich die Polizei dagegen entschieden Sicherheitsmaßnahmen hoch zu fahren. 

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rorro

Es ist ja auch nicht so, daß die Polizei personalmäßig so drall ausgestattet wäre, überall notwendige Sicherheit zu gewährleisten. Leider.

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rince

Und auch an der Umsetzung von baulichen Massnahmen zum besseren Schutz hat sich das Land nicht nicht beteiligen wollen. Auf Medienanfragen dazu schweigt man sich bei den zuständigen Behörden bisher dazu aus... 

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duesi

Es gab mal im studivz ein Diskussionsforum mit dem Titel "Weltfinanzjudentum". Es war laut Selbstbeschreibung eine Gruppe, die von Juden gegründet wurde, um sich selbst ein wenig auf die Schippe zu nehmen - durchaus mit einem sehr ernstzunehmenden Hintergedanken.

 

Obwohl ich  LJS damit zustimme, dass Meinungen durch Verbot nicht totzukriegen sind, weiß ich nicht, in welchem Rahmen das geleistet werden kann, solchen antisemitischen Meinungen inhaltlich die Stirn zu bieten. Da müsste es organisierte Foren von Wissenschaftlern und Experten geben, in denen sich Antisemiten anonym äußern können, bei gleichzeitig vorhandener überlegener Kompetenz, gegenüber den Antisemiten beständig inhaltlich die Meinungshoheit zu erringen. Dann hätte man ein Biotop geschaffen, indem solche Radikalisierungen aufgefangen werden könnten. In meiner damaligen studivz-Gruppe kam es zuweilen auch zu antisemitischen Äußerungen, die ich dann Konsequent mit Löschung und Sperre verfolgt habe. Schließlich kann es eine Gruppe mit dem Anliegen, christliche Denominationen zusammenzubringen, nicht leisten, inhaltlich einem aufkeimenden Antisemitismus die Stirn zu bieten.

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rorro
vor 3 Stunden schrieb Thofrock:

Und wir bekommen dann nachdem Thüringen Wahl, die wohlbemerkt eine Höcke Wahl ist, wieder mitgeteilt, das seien ja nicht alles Nazis, und man müsse die Ängste der Leute ernst nehmen.

 

Es sind zum Teil Nazis UND man muß die Ängste der Menschen ernst nehmen. In einer Demokratie ist das eben so. Auch die Irrationalen dürfen wählen.

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