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Mixology


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Es ist vor Weihnachten (auch) mal wieder Zeit für ein geistreich-unterhaltsames Thema.

Nachdem ich mit einem Freund seit langem mal wieder einen Cocktail probiert habe, möchte ich meine Fähigkeit des Mixens etwas erproben.

Nostalgiker der ich bin: welche Klassiker lohnt es wieder zu beleben, was braucht man über den Shaker hinaus, welche Zutaten in welcher Qualität als Basis-Equipment - und gibt es in unserer christlichen Tradition kulturgeschichtlich mehr zu entdecken als "Pharisäer" und "Glühwein"?

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Gestern habe ich etwas Leckeres getrunken: "Voodoo Pigalle"

(Absinth, Chartreuse verte, Limettensaft, Lemon splash, Melonenlikör, crushed ice - und zur Deko eine Lakritzschnecke)

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Der Thread erinnert mich daran, dass wir schon den ersten Advent haben und daher der diesjährige Rumtopf angebrochen werden kann. Zwar kein Cocktail, aber christliche Tradition.

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vor 54 Minuten schrieb rince:

Wie wär es mit der guten alten Feuerzangenbowle?

 

Prinzipiell gerne, aber da braucht man schon eine ordentliche Runde Mittrinker.

(Auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt gibt es da auch Einzelportionen.)

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Der Basler Weihnachtmarkt hat auch mindestens einen Feuerzangenbowlen-Stand, aber das Zubereiten und Zelebrieren in geselliger Runde macht mindestens die Hälfte des Erlebnisses aus... 

 

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Oh ja. Ich habe ja ein Set zum letzten runden Geburtstag bekommen,das gleich eingewiehen wurde. Seitdem leider nicht mehr benutzt

 

Als ich jung war gab's im Studentenwohnheim jedes Jahr im Dezember den Film und danach Bowle auf dem Flur. Mit hochprozentigem Rum,den immer jemand aus Russland organisier hat. Da ich um die Zeit Geburtstag habe,habe ich öfter die Zutaten finanziert.

Am Tag danach waren die Vorlesungen eher spärlich besucht...

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vor 4 Stunden schrieb gouvernante:

Gestern habe ich etwas Leckeres getrunken: "Voodoo Pigalle"

(Absinth, Chartreuse verte, Limettensaft, Lemon splash, Melonenlikör, crushed ice - und zur Deko eine Lakritzschnecke)

 

Das habe ich jetzt mal nachgeschlagen, weil ja doch ziemlich exotisch.

Mir ist dabei eingefallen, dass das klassische Absinth-Ritual schon den inneren Pyromanen auch für eine eher private Trinkerrunde befriedigt.

(Bis auf den Fakt, dass ich keinen Absinth mag. Als Leuchtmittel ist er allerdings sehr viel teurer als Spiritus.)

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Meine Cocktail-Phase liegt schon lange zurück. Und als Freund des Whiskys bin ich dem Mischen von Alkoholika eher abgeneigt. Mit einer Ausnahme. Nämlich: Da gibt es einen wunderbaren Whisky-Likör, den Drambuie, auch "Prince Charles Edwards Liqueur" benannt, zur Erinnerung an Bonnie Prince Charles. Er kommt von der Isle of Skye. Der Name Drambuie kommt vom Gälischen "an dram buidheach", was etwa so viel bedeutet wie "Der Trank, der glücklich macht". Dieser Trank besteht - natürlich - aus Whisky, darunter einige Single Malts, außerdem aus Kräutern und Heidehonig, und hat beachtliche 40 Prozent Alkohol. Aber er ist für meinen Geschmack extrem süß. Und deshalb mische ich Drambuie 1:1 mit einem angenehm runden Single Malt, vorzugsweise mit einem 10-jährigen Isle of Jura. Das Ergebnis hat weiterhin 40 Umdrehungen und ist ein wunderbarer Schlummertrunk. Bitte kein Eis!

 

PS: Diese Mischung ist zwar in meinem eigenen Nosingglas entstanden, es gibt aber einen sehr ähnlichen Short Drink mit dem Namen Rusty Nail, der aus 2 Dritteln Whisky und einem Drittel Drambuie besteht und - horribile dictu - auf Eis getrunken wird. Ich rate davon ab.

Edited by Alfons
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Am 30.11.2019 um 22:43 schrieb Alfons:

Meine Cocktail-Phase liegt schon lange zurück. Und als Freund des Whiskys bin ich dem Mischen von Alkoholika eher abgeneigt. Mit einer Ausnahme. Nämlich: Da gibt es einen wunderbaren Whisky-Likör, den Drambuie, auch "Prince Charles Edwards Liqueur" benannt, zur Erinnerung an Bonnie Prince Charles. Er kommt von der Isle of Skye. Der Name Drambuie kommt vom Gälischen "an dram buidheach", was etwa so viel bedeutet wie "Der Trank, der glücklich macht". Dieser Trank besteht - natürlich - aus Whisky, darunter einige Single Malts, außerdem aus Kräutern und Heidehonig, und hat beachtliche 40 Prozent Alkohol. Aber er ist für meinen Geschmack extrem süß. Und deshalb mische ich Drambuie 1:1 mit einem angenehm runden Single Malt, vorzugsweise mit einem 10-jährigen Isle of Jura. Das Ergebnis hat weiterhin 40 Umdrehungen und ist ein wunderbarer Schlummertrunk. Bitte kein Eis!

 

PS: Diese Mischung ist zwar in meinem eigenen Nosingglas entstanden, es gibt aber einen sehr ähnlichen Short Drink mit dem Namen Rusty Nail, der aus 2 Dritteln Whisky und einem Drittel Drambuie besteht und - horribile dictu - auf Eis getrunken wird. Ich rate davon ab.

 

Dass ich mit dem meisten Whiskey nicht viel anfangen kann, erwähnte ich ja schon. 

Dass damit sogar so eine vergnatzte, sture Verbissenheit verbunden ist, den Trinkern "No-sing-Gläser" vorzuschreiben, ist mir neu - ich hielt gerade Iren und Schotten für ein humorvolles, sangesfreudiges Volk. 

 

Dieser Likör könnte da schon eher was sein, dem gälischen Klang hilft er wohl auch gegen Heiserkeit und Halsschmerzen.

 

Meine eigentlich Frage wäre aber zum Schluss: welcher Whiskey eignet sich gut zum Mixen? So ein "Horrible dictu" auf Eis klingt schon ganz lecker, aber was tue ich in meinen Manhattan oder Sour? Braucht man Bourbon oder Rye Whiskey, oder was zeichnet irischen aus (neben dem katholischen Touch)?.

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ultramontanist
Am 30.11.2019 um 20:09 schrieb mn1217:

 Mit hochprozentigem Rum,den immer jemand aus Russland organisier hat.

 

Rum aus Russland, das klingt noch schlimmer als Strohrum aus der Alpenrepublik mit den endlosen Zuckerrohrfeldern:evil:

 

Ich liebe auch die Zeremonie und die Flammen.

Aber verändert das Verbrennen was am Aroma??????

Ich glaub nicht, nur die schöne Droge wird vernichtet:wink:

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vor 17 Minuten schrieb ultramontanist:

 

Rum aus Russland, das klingt noch schlimmer als Strohrum aus der Alpenrepublik mit den endlosen Zuckerrohrfeldern:evil:

 

Ich liebe auch die Zeremonie und die Flammen.

Aber verändert das Verbrennen was am Aroma??????

Ich glaub nicht, nur die schöne Droge wird vernichtet:wink:

Es geht ja am Ende um das Verbrennen des Zuckers, der Rum dient da nur als Mittel zum Zweck. Der Zucker karamellisiert dabei, und das hat natürlich einen Einfluss auf das Aroma :) 

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vor 3 Minuten schrieb Flo77:

Ob der Urmensch mal an Holzkohle lutschte und meinte "Hmm. Röstaromen!"?

 

Wohl eher an vergorenen Früchten oder Palmen, die Mixology ist keine menschliche Erfindung, "Ole Ma Nature's Southern Booze Shack" hat eine ellenlange zwei-, vier- und sechsbeinige Gästeliste.

https://www.fr.de/wissen/wenn-tiere-alkohol-trinken-11366446.html

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Am 30.11.2019 um 19:53 schrieb rince:

Der Basler Weihnachtmarkt hat auch mindestens einen Feuerzangenbowlen-Stand, aber das Zubereiten und Zelebrieren in geselliger Runde macht mindestens die Hälfte des Erlebnisses aus... 

 

Auf Grund eines schweren Falls von Alkoholknappheit vor etlichen Jahren musste ich einmal eine Feuerzangenbowle an meinem Geburtstag zubereiten (außer schlechtem Rotwein und Rum war nun mal nichts mehr da). Seitdem ist die zur Tradition geworden. Allerdings ist mein Geburtstag Anfang August...

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ultramontanist
vor 1 Stunde schrieb rince:

Es geht ja am Ende um das Verbrennen des Zuckers, der Rum dient da nur als Mittel zum Zweck. Der Zucker karamellisiert dabei, und das hat natürlich einen Einfluss auf das Aroma :) 

 

Ich denke die Feuershow hat den Effekt den Geschmack und die Alkoholwirkung zu potenzeiren, homöopathisch gesprochen:evil:

Reine Placebowirkung:evil:

Karamellisieren  tut da wenig,meine Vermutung:wink:

 

Ich fordere Doppelblindstudien, um meine geliebte Feuerzangenbowle endlich von allem esoterische Ungeist zu befreien.

Prost!!!

 

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Hier vielleicht mal ein Lob des Reinen! Vor dem Genuß von Whisky sollte man sich die Nase zuhalten, damit einem nicht vorher das Wasser im Munde zusammenläuft - denn Wasser im Whiskey, das geht gar nicht! :D

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Das sehen die Schotten grundsätzlich anders. Mein Vater aus Glen-x eine Pipette und ein nimmer mehr leer werdendes Fläschchen Wasser für seinen Whiskey mitgebracht.

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vor 10 Stunden schrieb Shubashi:

Meine eigentlich Frage wäre aber zum Schluss: welcher Whiskey eignet sich gut zum Mixen? So ein "Horrible dictu" auf Eis klingt schon ganz lecker, aber was tue ich in meinen Manhattan oder Sour? Braucht man Bourbon oder Rye Whiskey, oder was zeichnet irischen aus (neben dem katholischen Touch)?. 

 

Für den Manhattan ist, glaube ich, Bourbon richtig. Für den Rusty Nail Scotch, also schottischer Blended Whisky.

Irischer Whiskey ist - hätte ich früher geschrieben  - üblicherweise ein Blend, und er stammt immer aus Middleton. Außer dem Bushmills, der kommt aus Nordirland. Inzwischen hat sich das geändert. Es gibt jetzt eine Reihe von Malts aus Irland, und es gibt sogar getorfte Malts. Und andere Brennereien. Aber grob über den Daumen kann man sagen: Whiskey aus Irland ist meistens ein Blend, meistens dreifach destilliert und damit recht mild, und er kommt meistens aus der Riesen-Brennerei in Middleton, egal ob er Paddy heißt, Jameson oder Tullamore Dew. 
Außerdem unterscheidet sich irischer Whiskey vom schottischen Whisky durch einen Buchstaben. Schottland: Immer Whisky, egal ob Malt, Grain oder Blend. Irland immer Whiskey. USA: Auch Whiskey, mit ein paar Ausnahmen.


Aber eigentlich ist das hier, wo es ums Mixen geht, off topic und gehört in den Whisky-Thread.

 

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vor 14 Stunden schrieb ultramontanist:

Karamellisieren  tut da wenig,meine Vermutung

Du sollst mit einem Zuckerhut arbeiten, nicht mit einem kleinen Zuckerwürfel...

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