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Gottesbilder


Niklas97
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Hallo,

 

ich bin Niklas, 22 Jahre und bezeichne mich selbst als gläubigen Christen.

In meiner Vergangenheit habe ich mich natürlich auch mit verschiedenen Gottesbildern auseinandergesetzt und bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass ich ein Gottesbild eines personifizierten Gott ablehne, bzw. daran nicht glauben kann. 

Ein ganz anderes Gottesbild hingegen hat mich sehr überzeugt, nämlich ein pantheistisches. Für mich ist Gott das All, das uns umgibt. Jeder Stein, jede Zelle, jeder Planet und jeder Stern um uns herum ist für mich ein Teil Gottes. Gott selbst ist in der Schlussfolgerung die Summe aus allem. 

Ich habe es so geschafft, den für mich kleinsten gemeinsamen Nenner von Wissenschaft und Religion zu finden. Wissenschaftliche Erkenntnisse und technischer Fortschritt sind die Motoren einer Zivilisation, der Glaube an Gott das Rückgrat und die Kirche das verbindende und einende Element der Welt und der verschiedenen Kulturen. 

 

Mir ist bewusst, dass Gottesbilder eine höchstpersönliche Angelegenheit sind und sich im Laufe des Lebens eines einzelnen ändern können, ja vielleicht sogar ändern müssen, schließlich wird man älter, und sammelt Erfahrungen, die einen prägen.

Ich möchte Sie hier, kurz vor Ostern (und selbstverständlich auch gerne darüber hinaus) dazu einladen mit mir in einen Austausch zu treten. Was ist Ihr Gottesbild? Gab es prägende Ereignisse, die dieses in Ihnen manifestiert haben? 

 

Über einen freundlichen Austausch und eine sachliche Diskussion würde ich mich freuen.

Ein schönes und gesegnetes Osterfest wünsche ich Ihnen und Ihren Nächsten. Bleiben Sie gesund.

 

Gruß,

Niklas

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Moin, 

 

Ich neu hier im Forum. Ich bin 68 Jahre alt, verheiratet, 3 Kinder und mittlerweile 5 Enkelkinder. Ich bin katholisch geprägten Untereichsfeld aufgewachsen und entsprechend sozialisiert worden. Meine Frau bei einer sozialen Freizeit der kath. Kirche in Hildesheim kennengelernt. 

Kirche, Glauben und Gott waren bis zu diesem Zeitpunkt nahezu identisch. 

Dann kam das Leben... Ich habe Ingenieurswissenschaft studiert, eine Familie gegründet und in der Industrie gearbeitet. 

Nach und nach ist dann bei mir - ohne schreckliche Schicksalsschläge - der Glaube an einen persönlichen Gott, so wie ihn unsere Kirche vertritt, vergangen. 

Ich stehe voller Ehrfurcht vor der Schöpfung 'Leben' im Lebem, ich staune über diese Schöpfung, aber an einen allmächtigen, allgütigen Gott kann ich nicht glauben. Dafür ist Gottes Schöpfung einfach viel zu ungerecht, dafür gibt es viel zu viel Leid in dieser Welt. 

Ich bin überzeugt, dass es Gott gibt. Ich denke, dass mein/unser erlerntes Gottesbild einfach unvollständig bzw. reduziert ist. 

Im Studium musste ich mich notgedrungen mit Aspekten der Quantenphysik rumschlagen. Da gibt es ganz komische Phänomene - beispielsweise, dass Materie (z.B. ein Elektron) eine nicht-materielle Existenzebene hat, dass bestimmte Versuche die Vermutung nahelegen, Materie hat sowas wie ein Bewusstsein. Ich habe es damals nicht verstanden - ich musste lediglich damit mathematisch umgehen. 

Verstehen kann ich diese Dinge heute immer noch nicht. Ich staune immer noch. UND: sie haben mich in meiner Suche nach einem Gottesbild weitergebracht. Ich bin durch eine Zeitschrift der Alt-katholischen Kirche auf ein Buch von Andreas Neyer gestoßen 'Quantenphysik und NahtodErfahrung'. Herr Neyer hat einen spannen Lebensweg: nach dem Abitur ist er den Franziskanerorden beigetreten und wollte Priester werden. Hat dies nach 5 Jahren aufgegeben, anschließend Physik studiert und war dann Prof. in Dortmund. Herr Neyer ist auch ein Gottsucher. 

Die Phänomene der Quantenphysik und auch die der NahtodErfahrungen haben ihn zum Gottesbild der christlichen Mystiker zurück gebracht 'Gott ist in Allem'! 

Diese Gedanken sind für mich absolut trösten, sie passen zu meiner naturwissenschaftlichen Einstellung und sie passen zu meinem Menschenbild 'Der Mensch ist als Schöpfung Gottes absolut eigenverantwortlich'. 

Soviel für heute... 

 

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vor 10 Stunden schrieb Imker:

Nach und nach ist dann bei mir - ohne schreckliche Schicksalsschläge - der Glaube an einen persönlichen Gott, so wie ihn unsere Kirche vertritt, vergangen. 

Ich stehe voller Ehrfurcht vor der Schöpfung 'Leben' im Lebem, ich staune über diese Schöpfung, aber an einen allmächtigen, allgütigen Gott kann ich nicht glauben.

 

vor 10 Stunden schrieb Imker:

Ich bin überzeugt, dass es Gott gibt. Ich denke, dass mein/unser erlerntes Gottesbild einfach unvollständig bzw. reduziert ist. 

 

Hallo!

 

Noch bis vor einem Jahr habe ich das alles ganz genauso gesehen. Dein Text hätte von mir stammen können. Mit dem einzigen Unterschied, dass die Theodizee-Frage nie eine Rolle gespielt hat. Die habe ich schon früh für mich abgehakt.

Beispiel: Wenn ich mit meinen Katzen zum Impfen gehe, haben sie schreckliche Angst und erleiden Schmerzen. Ihr beschränktes Katzenhirn kann nicht begreifen, warum ich das mit ihnen mache. Sie wissen nicht, dass es zu ihrem Besten ist. Genauso denke ich, dass unser menschliches Gehirn zu beschränkt ist um Gott in dieser Hinsicht zu verstehen. 

 

Das Theodizee-Problem ist für mich also kein Widerspruch zu einem persönlichen, liebenden Gott. Trotzdem habe ich dieses Gottesbild relativ schnell verloren.

 

Ich bin Naturwissenschaftlerin und habe immer an Gott geglaubt. Aber an eine eher unpersönliche Kraft, die hinter allem steht. Eine, die den Funken (auch des Lebens) gezündet hat. 

 

Das "Leben nach dem Tod" war für mich eher die Zurückführung meiner Lebensenergie in das allumfassend Göttliche.

 

Ich kam gut klar in meiner Welt... mit meinem Gottesbild. Ich habe den Gott meiner Jugend nicht vermisst. 

 

Und dann ist etwas passiert. Ich habe ihn nicht gesucht, aber er hat mich gefunden. Seitdem weiß ich, dass er da ist. Ganz real. Er ist bei mir und tief in mir. Immer. Er, der ganz persönliche Gott in seiner Dreifaltigkeit.

 

Er kam ganz plötzlich und unverhofft. Aus dem Nichts. Mit einer Intensität, die mich umgehauen hat. Und ich bin immer noch dabei, mich neu zu sortieren.

 

vor 10 Stunden schrieb Imker:

Diese Gedanken sind für mich absolut trösten, sie passen zu meiner naturwissenschaftlichen Einstellung und sie passen zu meinem Menschenbild 'Der Mensch ist als Schöpfung Gottes absolut eigenverantwortlich'. 

 

Das alles passt ebenso zu meinem persönlichen Gott. Für mich gibt es keinen Konflikt zwischen dem Glauben an ihn und den Naturwissenschaften. Auch die Tatsache, dass wir Wesen mit freiem Willen sind, die eigenverantwortlich ihr Schicksal auf Erden in der Hand haben, widerspricht sich nicht mit meiner Vorstellung eines tröstenden, liebenden und mir helfenden Gottes.

 

Ich bin nicht auf der Suche nach ihm und war es auch nie. Er hat mich gefunden, wofür ich unendlich dankbar bin. Er hat mein Gottesbild geändert. 

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