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Das Gesetz der Anziehung


duesi
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Ich habe letztens ein YouTube-Video gesehen, das ich hier verlinken möchte. 

 

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Das Video geht über 90 Minuten. Deswegen weiß ich nicht, ob sich das jemand ansehen wird. Deswegen kurz ein paar Standpunkte, die hier vertreten werden:

 

Die Dinge, um die meine Gedanken und Gefühle kreisen, die werden in mein Leben gezogen. Kreise ich um Dinge, für  die ich dankbar bin und über die ich mich freue, ziehe ich mehr Dinge in mein Leben, die positiv sind. Kreise ich um das, was mich ärgert oder runterzieht, ziehe ich mehr Dinge in mein Leben, die mich runterziehen.

 

Das, was ich glaube, dass es passiert, passiert häufig auch. Bin ich von Ängsten getrieben, erfüllen sich meine Ängste. Bin ich von Hoffnung getrieben, erfüllen sich meine Hoffnungen. 

 

Ich denke hier auch an den Bibelvers mit der Aussage Jesu:

"Alles, was ihr bittet im Gebet, glaubt nur, dass ihr es empfangen habt, so wird es euch werden."

 

Deswegen meine Diskussionsfrage: 

 

Sind das bedenkenswerte Thesen oder ist das einfach nur esoterischer Schwachsinn? Kann da eine wahre Tendenz beschrieben sein? Oder sogar ein allgemein gültiges Gesetz? Oder ist das einfach nur Realitâtsverweigerung? Ich würde mich über Beiträge freuen.

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Marcellinus

Freue dich, denn es könnte schlimmer sein! Ich freute mich, und es wurde schlimmer! ;)

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vor 27 Minuten schrieb duesi:

Ich habe letztens ein YouTube-Video gesehen, das ich hier verlinken möchte. 

 

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Das Video geht über 90 Minuten. Deswegen weiß ich nicht, ob sich das jemand ansehen wird. Deswegen kurz ein paar Standpunkte, die hier vertreten werden:

 

Die Dinge, um die meine Gedanken und Gefühle kreisen, die werden in mein Leben gezogen. Kreise ich um Dinge, für  die ich dankbar bin und über die ich mich freue, ziehe ich mehr Dinge in mein Leben, die positiv sind. Kreise ich um das, was mich ärgert oder runterzieht, ziehe ich mehr Dinge in mein Leben, die mich runterziehen.

 

Das, was ich glaube, dass es passiert, passiert häufig auch. Bin ich von Ängsten getrieben, erfüllen sich meine Ängste. Bin ich von Hoffnung getrieben, erfüllen sich meine Hoffnungen. 

 

Ich denke hier auch an den Bibelvers mit der Aussage Jesu:

"Alles, was ihr bittet im Gebet, glaubt nur, dass ihr es empfangen habt, so wird es euch werden."

 

Deswegen meine Diskussionsfrage: 

 

Sind das bedenkenswerte Thesen oder ist das einfach nur esoterischer Schwachsinn? Kann da eine wahre Tendenz beschrieben sein? Oder sogar ein allgemein gültiges Gesetz? Oder ist das einfach nur Realitâtsverweigerung? Ich würde mich über Beiträge freuen.

mit ein bißchen psychologischem wissen untermauert ist das OK. es kann sich aber auch in esoterik entwickeln. es hängt von deiner momentanen psychischen grundausstattung ab. die ist aber nicht festgelegt im sinn von unveränderbar.

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Ich habe den Film nicht gesehen, aber das, was gemeinhin unter dem Gesetz der Anziehung verstanden wird, halte ich für schlüssig. Den dazu zitierten Bibelvers (es geht anscheinend um Markus 11:24) halte ich allerdings für unpassend. Das Gesetz der Anziehung hat nur bedingt mit dem Gottvertrauen zu tun, von dem dieser Bibelvers handelt.

 

 

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vor 2 Stunden schrieb Merkur:

Ich habe den Film nicht gesehen, aber das, was gemeinhin unter dem Gesetz der Anziehung verstanden wird, halte ich für schlüssig. Den dazu zitierten Bibelvers (es geht anscheinend um Markus 11:24) halte ich allerdings für unpassend. Das Gesetz der Anziehung hat nur bedingt mit dem Gottvertrauen zu tun, von dem dieser Bibelvers handelt.

 

 

In dem Film werden verschiedene Möglichkeiten besprochen, das Gesetz der Anziehung in Worte zu fassen. Der Theologe bezieht sich auf Gott als dem Garanten für dieses Gesetz. Allerdings werden auch völlig unreligiöse Varianten genannt, das Gesetz der Anziehung für sich selbst nutzbar zu machen. Dieser Vers wird in dem Film nicht genannt. Allerdings wird ein Vorschlag gemacht, seine Wünsche in folgenden drei Schritten anzustreben:

1. Bitten (das kann auch eine Bitte an sich selbst oder ans Universum sein)

2. Glauben (ein vertrauensvolles Beschäftigen mit den Wünschen, dass diese wahrhaft möglich sind und auch erreicht werden)

3. Empfangen (der Schritt auf die Wünsche zu und ein sich selbst so fühlen, als hätte man sie schon erreicht, obwohl man noch nicht da ist)

 

Und diese drei Schritte habe ich in den Bibelvers wiedergefunden.

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Marcellinus
vor 25 Minuten schrieb duesi:

In dem Film werden verschiedene Möglichkeiten besprochen, das Gesetz der Anziehung in Worte zu fassen. Der Theologe bezieht sich auf Gott als dem Garanten für dieses Gesetz. Allerdings werden auch völlig unreligiöse Varianten genannt, das Gesetz der Anziehung für sich selbst nutzbar zu machen. Dieser Vers wird in dem Film nicht genannt. Allerdings wird ein Vorschlag gemacht, seine Wünsche in folgenden drei Schritten anzustreben:

1. Bitten (das kann auch eine Bitte an sich selbst oder ans Universum sein)

2. Glauben (ein vertrauensvolles Beschäftigen mit den Wünschen, dass diese wahrhaft möglich sind und auch erreicht werden)

3. Empfangen (der Schritt auf die Wünsche zu und ein sich selbst so fühlen, als hätte man sie schon erreicht, obwohl man noch nicht da ist)

 

Es haben schon sehr viele Menschen sehr vieles gewünscht. Leider ist diese Welt keine Wunscherfüllungsmaschine. Ich halte das für esoterischen Blödsinn. Aber nicht ungeschickt gemacht. Wenn ein Wunsch in Erfüllung geht, kann der Autor sagen: siehste! Geht er nicht in Erfüllung, hast du nicht ernsthaft genug drum gebeten, oder nicht fest genug dran geglaubt. Ist aber irgendwie keine neue Masche. ;)

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Die Angelika
vor 8 Stunden schrieb duesi:

Ich habe letztens ein YouTube-Video gesehen, das ich hier verlinken möchte. 

 

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Das Video geht über 90 Minuten. Deswegen weiß ich nicht, ob sich das jemand ansehen wird. Deswegen kurz ein paar Standpunkte, die hier vertreten werden:

 

Die Dinge, um die meine Gedanken und Gefühle kreisen, die werden in mein Leben gezogen. Kreise ich um Dinge, für  die ich dankbar bin und über die ich mich freue, ziehe ich mehr Dinge in mein Leben, die positiv sind. Kreise ich um das, was mich ärgert oder runterzieht, ziehe ich mehr Dinge in mein Leben, die mich runterziehen.

 

Das, was ich glaube, dass es passiert, passiert häufig auch. Bin ich von Ängsten getrieben, erfüllen sich meine Ängste. Bin ich von Hoffnung getrieben, erfüllen sich meine Hoffnungen. 

 

Ich denke hier auch an den Bibelvers mit der Aussage Jesu:

"Alles, was ihr bittet im Gebet, glaubt nur, dass ihr es empfangen habt, so wird es euch werden."

 

Deswegen meine Diskussionsfrage: 

 

Sind das bedenkenswerte Thesen oder ist das einfach nur esoterischer Schwachsinn? Kann da eine wahre Tendenz beschrieben sein? Oder sogar ein allgemein gültiges Gesetz? Oder ist das einfach nur Realitâtsverweigerung? Ich würde mich über Beiträge freuen.

 

In dieser Absolutheit ist das mMn esoterischer Schwachsinn.

Logisch, dass ich, wenn meine Gedanken und Gefühle ausschließlich um Dinge kreisen, die mich ärgern oder runterziehen, dass ich dann mehr und mehr darauf fixiert bin und die positiven Dinge kaum mehr wahrnehme.

Aber trotzdem schaffe nicht ich durch meine Gedanken und Gefühle problematische Situationen.

Die Frage ist eher, wie ich mit meinem Ärger umgehen will und kann. Da gibt es eben Menschen, denen es leichter fällt, sich nicht runterziehen zu lassen. Ein Stück weit kann man das auch lernen.

 

Wenn ich das da oben aber als absolut betrachte, dann ist der Schritt nicht mehr weit zu der Idee, dass derjenige, dem es in seinem Leben schlecht geht, das ganz allein durch seine Haltung dazu verändern könne und es ihm also letztlich selbstverschuldet schlecht geht.

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vor 9 Stunden schrieb Marcellinus:

Freue dich, denn es könnte schlimmer sein! Ich freute mich, und es wurde schlimmer! ;)

Optimist: "Schlimmer kann es nicht mehr werden!"

Pessimist: "Doch, doch..."

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vor 3 Stunden schrieb Marcellinus:

 

Es haben schon sehr viele Menschen sehr vieles gewünscht. Leider ist diese Welt keine Wunscherfüllungsmaschine. Ich halte das für esoterischen Blödsinn. Aber nicht ungeschickt gemacht. Wenn ein Wunsch in Erfüllung geht, kann der Autor sagen: siehste! Geht er nicht in Erfüllung, hast du nicht ernsthaft genug drum gebeten, oder nicht fest genug dran geglaubt. Ist aber irgendwie keine neue Masche. ;)

Ja, die Behauptung, dass man durch positive oder negative Gedanken seine Umwelt positiv oder negativ beeinflussen kann, lässt sich wohl aus naturwissenschaftlicher Sicht weder widerlegen noch nachweisen.

Dennoch gibt es gewisse Zusammenhänge, die auch ohne Übersinnliches Sinn machen. Wenn ich eine positive Einstellung zum Leben habe, kann ich selbst Dinge optimistischer anpacken, strahle mehr Freude aus und verhalte mich automatisch häufiger konstruktiv. Deshalb denke ich, dass das Gesetz der Anziehung nicht völlig an der Realität vorbei geht.

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Marcellinus
vor 5 Minuten schrieb duesi:

Ja, die Behauptung, dass man durch positive oder negative Gedanken seine Umwelt positiv oder negativ beeinflussen kann, lässt sich wohl aus naturwissenschaftlicher Sicht weder widerlegen noch nachweisen.

 

Es läßt sich sicherlich widerlegen.

 

vor 5 Minuten schrieb duesi:

Dennoch gibt es gewisse Zusammenhänge, die auch ohne Übersinnliches Sinn machen. Wenn ich eine positive Einstellung zum Leben habe, kann ich selbst Dinge optimistischer anpacken, strahle mehr Freude aus und verhalte mich automatisch häufiger konstruktiv. Deshalb denke ich, dass das Gesetz der Anziehung nicht völlig an der Realität vorbei geht.

 

Das ist etwas vollkommen anderes. Es ist halt dieses Gefühl, das Glas sei eher halbvoll als halbleer, das einen weniger Gedanken auf Negatives verschwenden läßt, und auch auf andere motivierend wirken kann. Aber eine Garantie für Erfolg ist es nicht, manchmal läßt es einen auch nur einfach großartiger scheitern. 

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vor 14 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Es läßt sich sicherlich widerlegen.

Dazu müsste man die Positivität oder Negativität von Gedanken messbar machen. Und zwar über längere Zeiträume hindurch. Und die Probanden müssten gleiche oder vergleichbare Ziele haben. Ich halte dieses Experiment aufgrund seiner Komplexität im Moment für nicht durchführbar. Aber es ist zumindest prinzipiell denkbar, dass sich das irgendwann einmal experimentell untersuchen lässt.

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vor 2 Stunden schrieb Die Angelika:

betrachte, dann ist der Schritt nicht mehr weit zu der Idee, dass derjenige, dem es in seinem Leben schlecht geht, das ganz allein durch seine Haltung dazu verändern könne und es ihm also letztlich selbstverschuldet schlecht geht.

Sehe ich nicht so. Die ermutigende Botschaft, dass ich meine Lebenssituation durch positives Denken positiv beeinflussen kann, bedeutet nicht, dass es nicht auch andere Einflüsse auf mein Leben gibt, die ich nicht beeinflussen kann. Ich halte die Hioberfahrung des unverschuldet Leidenden nicht für Unsinn. Hiob ist nicht selbst schuld, weil er nicht genug geglaubt hätte oder zu negativ war. Aber wie ich selbst in meinem Leben erfahren habe, brauchen Menschen in ihren Nöten eben nicht nur Mitleid, Beistand und Trost. Sondern ab und zu auch Mal den rettenden Arschtritt, wieder nach vorne zu schauen und auf die schönen Seiten des Lebens zu blicken.

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Marcellinus
vor 5 Minuten schrieb duesi:

Aber wie ich selbst in meinem Leben erfahren habe, brauchen Menschen in ihren Nöten eben nicht nur Mitleid, Beistand und Trost. Sondern ab und zu auch Mal den rettenden Arschtritt, wieder nach vorne zu schauen und auf die schönen Seiten des Lebens zu blicken.

 

Ja, aber auch die Erkenntnis, daß das Leben eben nicht nur schöne Seiten hat. Das Leben ist wie ein kräftiger Eintopf, du hast Hunger, nimmst einen kräftigen Hieb, und verbrennst dir die Zunge. Ich nenne das „heiteren Pessimismus“. :D

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Man begegnet diesem Gesetz überall. Wer z.B. von ehrgeizigen, erfolgreichen Menschen umgeben ist, hat bessere Chancen selbst Erfolg zu haben.  MIt enem "positiven Denken" hat das nichts zu tun, eher mit einer Art Urvertrauen in die eigene Kraft. Ich halte das für eine BInsenweisheit.

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Die Angelika
vor einer Stunde schrieb duesi:

Die ermutigende Botschaft, dass ich meine Lebenssituation durch positives Denken positiv beeinflussen kann, bedeutet nicht, dass es nicht auch andere Einflüsse auf mein Leben gibt, die ich nicht beeinflussen kann. Ich halte die Hioberfahrung des unverschuldet Leidenden nicht für Unsinn. Hiob ist nicht selbst schuld, weil er nicht genug geglaubt hätte oder zu negativ war. Aber wie ich selbst in meinem Leben erfahren habe, brauchen Menschen in ihren Nöten eben nicht nur Mitleid, Beistand und Trost. Sondern ab und zu auch Mal den rettenden Arschtritt, wieder nach vorne zu schauen und auf die schönen Seiten des Lebens zu blicken.

 

Weißt du, ich habe bei solchen Aussagen einfach heftige Bauchschmerzen. Das mag sich ja alles gut und richtig anhören, vielleicht auch anfühlen, solange wir in unserer relativen Wohlstands- und Komfortzone sind.

Aber was braucht ein Mensch z.B. in den Folterlagern ind Libyen? Was ändert sich durch postive Gedanken? Da ändert sich lediglich die innere Haltung, um sein Elend zu ertragen und nicht wahnsinnig zu werden.

Solche Ideen klingen in meinen Ohren schlichtweg zu stark nach religiöser Vertröstung. Und Vertröstung kann auch zynisch sein, selbst wenn da das Wort Trost drinsteckt....

Das mag ich für mich so empfinden. Aber kann ich so etwas wirklich grundsätzlich als etwas Wirksames für meine Mitmenschen propagieren?

Ich glaube, dass es manchmal sinnvoller ist, angesichts des Leids anderer Menschen zu schweigen als mit wohlklingenden religiösen bis esoterischen (Selbst)-Erlsöungstheorien aufzuwarten

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vor 17 Minuten schrieb Die Angelika:

 

Weißt du, ich habe bei solchen Aussagen einfach heftige Bauchschmerzen. Das mag sich ja alles gut und richtig anhören, vielleicht auch anfühlen, solange wir in unserer relativen Wohlstands- und Komfortzone sind.

Aber was braucht ein Mensch z.B. in den Folterlagern ind Libyen? Was ändert sich durch postive Gedanken? Da ändert sich lediglich die innere Haltung, um sein Elend zu ertragen und nicht wahnsinnig zu werden.

Solche Ideen klingen in meinen Ohren schlichtweg zu stark nach religiöser Vertröstung. Und Vertröstung kann auch zynisch sein, selbst wenn da das Wort Trost drinsteckt....

Das mag ich für mich so empfinden. Aber kann ich so etwas wirklich grundsätzlich als etwas Wirksames für meine Mitmenschen propagieren?

Ich glaube, dass es manchmal sinnvoller ist, angesichts des Leids anderer Menschen zu schweigen als mit wohlklingenden religiösen bis esoterischen (Selbst)-Erlsöungstheorien aufzuwarten

Ich bin zumindest dankbar, dass es Menschen in meinem Leben gegeben hat, die nicht geschwiegen haben. Die haben zwar nicht das Gesetz der Anziehung oder diesen Film propagiert, aber Worte des Glaubens und der Ermutigung gesprochen. Und ohne die wäre ich vermutlich schon unter der Erde. Das ganze betreten Schweigen und die mitleidigen Blicke waren mir irgendwann so zum kotzen ... (Man verzeihe mir die Wortwahl)

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Die Angelika
vor 8 Minuten schrieb duesi:

Ich bin zumindest dankbar, dass es Menschen in meinem Leben gegeben hat, die nicht geschwiegen haben. Die haben zwar nicht das Gesetz der Anziehung oder diesen Film propagiert, aber Worte des Glaubens und der Ermutigung gesprochen. Und ohne die wäre ich vermutlich schon unter der Erde. Das ganze betreten Schweigen und die mitleidigen Blicke waren mir irgendwann so zum kotzen ... (Man verzeihe mir die Wortwahl)

 

Davon rede ich nicht. Es geht nicht um betretenes Schweigen und/oder mitleidige Blicke. Ich sehe auch noch einen massiven Unterschied zwischen Gesetzen der Anziehung undWorten des Glaubens und der Ermutigung. Und dennoch, selbst diese können manchmal fehl am Platz sein...

Ich rede z.B. von dem jungen Eritreer (anerkannter Flüchtling), der eine ungeheuerliche Flucht auf sich genommen hat, der hier kaum auf die Beine kommt, dann erfährt, dass sein Vater in der Heimat gerade schwerstkrank um sein Leben kämpft, weil er keine Medikamente bezahlen kann, der hier sitzt und auch nicht helfen kann, weil er nicht 'einfach' zusätzlich zu seiner Ausbildung jobben darf, der vom Tod seines Vaters erfahren muss und den es vor Trauer fast zerreißt, sodass er in eine echte Depression fällt. Was soll man da noch sagen? Da ist es vielleicht dann doch besser zu schweigen und einfach nur da zu sein. Und ja, ich bin mir sicher, dass da auch kein Gesetz der Anziehung dahintersteht. Dieses Unheil hat der junge Mann sicher nicht durch seine Haltung angezogen......

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Mistah Kurtz
vor 5 Stunden schrieb Moriz:

Optimist: "Schlimmer kann es nicht mehr werden!"

Pessimist: "Doch, doch..."

 

Einer meiner  Sinnsprüche: 

 

Immer, wenn man meint, schlimmer geht nimmer, geht's immer noch schlimmer.

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vor 5 Stunden schrieb Die Angelika:

 

Davon rede ich nicht. Es geht nicht um betretenes Schweigen und/oder mitleidige Blicke. Ich sehe auch noch einen massiven Unterschied zwischen Gesetzen der Anziehung undWorten des Glaubens und der Ermutigung. Und dennoch, selbst diese können manchmal fehl am Platz sein...

Ich rede z.B. von dem jungen Eritreer (anerkannter Flüchtling), der eine ungeheuerliche Flucht auf sich genommen hat, der hier kaum auf die Beine kommt, dann erfährt, dass sein Vater in der Heimat gerade schwerstkrank um sein Leben kämpft, weil er keine Medikamente bezahlen kann, der hier sitzt und auch nicht helfen kann, weil er nicht 'einfach' zusätzlich zu seiner Ausbildung jobben darf, der vom Tod seines Vaters erfahren muss und den es vor Trauer fast zerreißt, sodass er in eine echte Depression fällt. Was soll man da noch sagen? Da ist es vielleicht dann doch besser zu schweigen und einfach nur da zu sein. Und ja, ich bin mir sicher, dass da auch kein Gesetz der Anziehung dahintersteht. Dieses Unheil hat der junge Mann sicher nicht durch seine Haltung angezogen......

Wenn du sagen kannst "davon rede ich nicht", dann kann ich das oben zu deinem Vorwurf auch sagen. Sicherlich braucht der Eritreer erst einmal Beistand und Respekt davor, dass eine Zeit der Trauer auch berechtigt ist. Und die Zeit der Trauer darf auch bei jedem unterschiedlich lang sein. Und natürlich hast du absolut Recht, dass er die Kriegs- und  Fluchttraumata nicht durch seine Haltung angezogen hat. Wo habe ich je sowas behauptet? Aber wenn der Eritreer nun (Extrembeispiel!) auch nach 5(!) Jahren Abstand zum Tod des Vaters in Selbstmitleid zerfließt, trotz abgeschlossener Ausbildung kein Licht am Ende des Tunnels sieht, den ganzen Tag im Bett liegt und nichts mit sich anzufangen weiß, dann wäre vielleicht zusätzlich zu einer Behandlung seiner Depression auch Mal ein freundlicher Tritt in den A**** angebracht, eine Ermutigung, dass er alles schaffen kann, eine Ermahnung, sich Mal auf die positiven Dinge des Lebens zu konzentrieren oder die Glaubensbotschaft, dass da ein Gott ist, der sein Leben und sein Glück will. Und das meinte ich mit meinem obigen Beitrag, den du mit dem Gefühl von Bauchschmerzen kommentiert hast.

Edited by duesi
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vor 9 Stunden schrieb duesi:

Dazu müsste man die Positivität oder Negativität von Gedanken messbar machen. Und zwar über längere Zeiträume hindurch. Und die Probanden müssten gleiche oder vergleichbare Ziele haben. Ich halte dieses Experiment aufgrund seiner Komplexität im Moment für nicht durchführbar. Aber es ist zumindest prinzipiell denkbar, dass sich das irgendwann einmal experimentell untersuchen lässt.

gedanken auf messen reduzieren? ja, sagen die reduktionisten. jeder gedanke ändert die welt. wie willst du mit dem messen hinterherkommen. das messen ändert die welt. physikalisch wärest du in der quantenwelt.

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Die Angelika
vor 12 Stunden schrieb duesi:

Wenn du sagen kannst "davon rede ich nicht", dann kann ich das oben zu deinem Vorwurf auch sagen. Sicherlich braucht der Eritreer erst einmal Beistand und Respekt davor, dass eine Zeit der Trauer auch berechtigt ist. Und die Zeit der Trauer darf auch bei jedem unterschiedlich lang sein. Und natürlich hast du absolut Recht, dass er die Kriegs- und  Fluchttraumata nicht durch seine Haltung angezogen hat. Wo habe ich je sowas behauptet? Aber wenn der Eritreer nun (Extrembeispiel!) auch nach 5(!) Jahren Abstand zum Tod des Vaters in Selbstmitleid zerfließt, trotz abgeschlossener Ausbildung kein Licht am Ende des Tunnels sieht, den ganzen Tag im Bett liegt und nichts mit sich anzufangen weiß, dann wäre vielleicht zusätzlich zu einer Behandlung seiner Depression auch Mal ein freundlicher Tritt in den A**** angebracht, eine Ermutigung, dass er alles schaffen kann, eine Ermahnung, sich Mal auf die positiven Dinge des Lebens zu konzentrieren oder die Glaubensbotschaft, dass da ein Gott ist, der sein Leben und sein Glück will. Und das meinte ich mit meinem obigen Beitrag, den du mit dem Gefühl von Bauchschmerzen kommentiert hast.

 

Welcher Vorwurf?

Ich kommentiere hier immer noch mit Blick auf ein angebliches Gesetz der Anziehung.

Verräterisch hierbei ist das Wort "Gesetz". Da ist man dann ganz schnell bei Gesetzlichkeit. So funktioniert nun aber Leben nach meiner Erfahrung nicht, dass man nur die Gesetze des Lebens kennen müsse und dann sein Leben im Griff habe. Tendenziell mag der gute Mann da etwas entdeckt haben, was aber im Grunde eine Binsenweisheit ist. Irgendjemand hat das hier, sofern ich das richtig in Erinnerung habe, auch geschrieben. Wenn man jedoch aus der Tendenz ein Gesetz macht, ist es einfach daneben.

 

Mit deinen jetzigen Erörterungen bist du von deinem Ausgangsposting meilenweit entfernt.

Übrigens, der Eritreer trauert nicht seit 5(!) Jahren. Nein, er flüchtete, kam nach Deutschland, versuchte hier Fuß zu fassen, es gab schon einige Rückschläge, und dann (als er bereits einige Jahre in D war) wurde sein Vater so schwer krank und das Geld für Medikamente fehlte. Der Junge fühlte sich verantwortlich, fast schon schuldig, dass das Geld fehlte. Denn, tja wo war wohl das Geld der Familie gelandet? Richtig: bei der Finanzierung seiner Flucht. Das musst du als 18-Jähriger erstmal verkraften. Und nein, man kann eben keineswegs "alles schaffen". Und genau deshalb sollte man mMn niemanden dazu ermutigen, dass er alles schaffen kann. Das streut man jungen Menschen nur Sand in die Augen und verstellt ihnen die Sicht für die Realität, für das, was tatsächlich geschafft werden kann. Mit solchen Ermutigungen werden Menschen permanent überfordert. Denn wenn man alles schaffen kann, dann muss derjenige, der es nicht schafft, ja wohl irgendwas falsch machen, sonst würde er es ja schaffen.

Dass da ein Gott ist, das war und ist für diesen jungen Mann so ziemlich das einzige, was ihn in dieser Zeit am Leben hielt. Ich erinnere mich noch so sehr daran, als er zu uns kam. Er war ein Einzelgänger unter unseren jungen Geflüchteten. Das war er aufgrund seines Glaubens, denn er ist Christ. Er hatte fast nichts aus seiner Heimat dabei, aber ein Musikinstrument, eine Krar. Die spielte er oft, ganz allein. Ich kam einmal ins Gespräch mit ihm, was das genau für ein Instrument sei. Er erzählte mir, dass dieses Isntrument in der Liturgie eritreischer Christen eer eine Rolle spiele, er habe es bei Gottesdiensten gespielt. Ihm fehlte seine christliche Gemeinde, in der örtlichen christlichen Gemeinde fühlte er sich 'falsch', weil Hochfeste an anderen Daten waren. Eine eritreische Gemeinde war aber erst ganze 50 Kilometer entfernt da.

Für mich war diese Begegnung mit ihm sehr lehrreich.

Als mein Vater starb, war es für die gesamte Umgebung damit getan, mir herzliches Beileid zu wünschen. Das war alles so formell. Ich hatte drei Tage Urlaub, um die Beerdigung mitzuorganisieren, dann sollte ich wieder funktionieren. ICh funktionierte aber nicht, schließlich hatte ich meinen Vater über Monate beim Sterben begleitet und eine Menge zu verarbeiten. Aber Seelsorgerisches wirkte auf mich zum größten Teil hohl, phrasenhaft. Das einzige, was mir etwas half, war, dass ich im Gottesdienst die Predigt halten durfte. ICh wollte eigentlich eine Ansprache innerhalb des GoDis halten, der Pfarrer erlaubte dann unerlaubterweise, dass das anstelle der Predigt geschah. Aber ansonsten: Du solltest wieder funktionieren. Das wurde einfach erwartet.

Tja und nun erwartete wir das von diesem jungen Mann auch. Um Himmels willen, geh gefälligst zur SChule, du stehst kurz vor deinem Abschluss. Die LEhrkräfte hatten auch nur ansatzweise Verständnis und faselten etwas von "Integration", die sich darin zeigen sollte, dass er sich systemkonform trauernd (nämlich funktionierend trauernd) verhalten sollte, während der junge Mann mehr und mehr in eine Depression verfiel. Er hätte Zeit gebraucht, seine Trauer ausleben dürfen. Zu allem Unglück kam dann auch noch dazu, dass ihm seine Krar von der Polizei abgenommen wurde, weil er angeblich irgendeinen Somali damit bedroht haben sollte. amit konnte er seine Trauer nicht einmal mehr mit Musik ausdrücken. Die Polizei blieb unerbittlich. Die Krar blieb über Wochen konfisziert. Gesetz der Anziehung? Wohl kaum....

 

 

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@Die Angelika: Dass du immer aus jeder positiven Botschaft die Negation machen musst. Aus der Ermutigung "du kannst alles schaffen" machst du die Negation "und wenn du es nicht schaffst, bist du selber schuld". Aus der Ermutigung "wenn du positiv denkst, kannst du positives in dein Leben ziehen" machst du "und wenn du negatives in dein Leben ziehst, bist du selber schuld". 

 

Ich sehe diese Negation nicht als logische Konsequenz der Ermutigung an. Überhaupt nicht. Ich halte die Fähigkeit zu träumen und Wünsche zu haben für lebenswichtig. Und ich möchte mich dabei nicht von den Dingen beschränken lassen, die greifbar sind. Wenn ich meine Träume nicht erreiche, weil sie zu hoch und zu unrealistisch sind, dann habe ich mich zumindest auf sie zu bewegt. Immer noch besser als gar nicht zu wagen zu träumen. 

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Die Angelika
vor 10 Minuten schrieb duesi:

@Die Angelika: Dass du immer aus jeder positiven Botschaft die Negation machen musst.

 

wie bitte?

ich mache immer aus jeder positiven Botschaft die Negation?

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vor 3 Minuten schrieb Die Angelika:

 

wie bitte?

ich mache immer aus jeder positiven Botschaft die Negation?

Sorry! Was ich sagen wollte, war, dass du aus mehreren positiven Sätzen, die ich gepostet hatte, eine Schuldzuweisung gemacht hast. Das habe ich kritisiert. Es ging mir nicht darum, dich als destruktive Person zu bezeichnen. Ganz im Gegenteil. Obwohl wir bei diesem Thema unterschiedlich denken, erlebe ich dich meistens als positive und konstruktive Gesprächspartnerin. Begriffe wie "immer" sind destruktiv, wenn man sie jemandem vorwirft. Deswegen entschuldige ich mich dafür.

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