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philipph

Offenbarung des Johannes -- Katholische Interpretation

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Mat
vor 31 Minuten schrieb Abaelard:

 

Ist es denn nicht schon längst Allgemeingut in der JohApk-Forschung, dass dieser Text kein Drehbuch für den letzten Akt des Menschheitsdramas darstellt?

Offensichtlich nicht.

Klar ist es das, was aber niemanden daran hindert, es doch zu tun...

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Abaelard
vor einer Stunde schrieb Higgs Boson:

Langsam an der Klimaerwärmung aussterben ist doch irgendwie langweilig

 

Du magst es also, wenn es zünftig hergeht,

nicht mit langsamem Aussterben und so?

Edited by Abaelard

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Cosifantutti

ich finde die "Offenbarung des Johannes" schon rein von der literarischen Seite her eines der absolut interessantesten und spannensten Bücher der Bibel überhaupt. In diesem Buch gibt es es wirklich grandiose Passagen und gewaltige Sprachbilder. Man kann froh sein, dass innerhalb der Kanonisierung der biblischen Bücher diese "Offenbarung der Johannes" letztlich doch mit hinein genommen wurde. Letztlich geht es in diesem Buch, das macht es auch so "spannend" um eine Abrechung mit dem Römischen Weltreich" als "Große Hure Babylon" ( vgl Kapitel 17 )...

PS: Ist für micht die Offenbarung des Johannes für mich das spannendste oder eines der spannensten Bücher der Bibel, ist  das "schönste" Biblisch Buch für mich auf jeden Fall "Das Hohelied" aus dem Alten Testament

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Ennasus
vor 11 Stunden schrieb Cosifantutti:

ich finde die "Offenbarung des Johannes" schon rein von der literarischen Seite her eines der absolut interessantesten und spannensten Bücher der Bibel überhaupt. In diesem Buch gibt es es wirklich grandiose Passagen und gewaltige Sprachbilder. Man kann froh sein, dass innerhalb der Kanonisierung der biblischen Bücher diese "Offenbarung der Johannes" letztlich doch mit hinein genommen wurde. Letztlich geht es in diesem Buch, das macht es auch so "spannend" um eine Abrechung mit dem Römischen Weltreich" als "Große Hure Babylon" ( vgl Kapitel 17 )...

PS: Ist für micht die Offenbarung des Johannes für mich das spannendste oder eines der spannensten Bücher der Bibel, ist  das "schönste" Biblisch Buch für mich auf jeden Fall "Das Hohelied" aus dem Alten Testament


Zuerst mal: Ich freue mich sehr, dass du den Weg ins Forum gefunden hast - was ich von dir bis jetzt gelesen habe, war ein wirklicher Gewinn!
Auch deine Wertschätzung des Johannesevangeliums und des Hohelieds teile ich.

Wo ich dir jetzt aber widersprechen möchte, ist bei diesem Satz: "Letztlich geht es in diesem Buch, das macht es auch so "spannend" um eine Abrechung mit dem Römischen Weltreich" als "Große Hure Babylon" ( vgl Kapitel 17 )...".
Das glaube ich nicht. Nach meinem Verständnis ist das Johannesevangelium ein Text, der durchgehend in Symbolsprache spricht und den Zusammenhang zwischen materieller und geistiger Wirklichkeit meditiert und reflektiert. Alle scheinbar politischen Begriffe (wie die "Hure Babylon", "die Juden", "die Griechen" usw.) sind bei ihm bewusst eingesetzte Bildworte für eine bestimmte Art des Weltzugangs. Und er benutzt sie, wie auch seine anderen Sprachbilder, um mit ihrer Hilfe und mit Hilfe seines ständigen Hin- und Herwechselns zwischen den Ebenen die äußerlich-innerliche, materiell- geistige Doppelwirklichkeit unseres seelisch-geistigen Daseins in Sprache zu bringen.

Johannes redet - so verstehe ich ihn - ständig und durchgehend davon, dass "der Geist in allen Dingen" ist und dass es darum geht, in in allem zu erkennen und der Wirklichkeit Bedeutung zu geben. Oder umgekehrt: Johannes redet von der zur Wirklichkeit gewordenen Bedeutung.
 

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helmut
vor einer Stunde schrieb Ennasus:


Zuerst mal: Ich freue mich sehr, dass du den Weg ins Forum gefunden hast - was ich von dir bis jetzt gelesen habe, war ein wirklicher Gewinn!
Auch deine Wertschätzung des Johannesevangeliums und des Hohelieds teile ich.

Wo ich dir jetzt aber widersprechen möchte, ist bei diesem Satz: "Letztlich geht es in diesem Buch, das macht es auch so "spannend" um eine Abrechung mit dem Römischen Weltreich" als "Große Hure Babylon" ( vgl Kapitel 17 )...".
Das glaube ich nicht. Nach meinem Verständnis ist das Johannesevangelium ein Text, der durchgehend in Symbolsprache spricht und den Zusammenhang zwischen materieller und geistiger Wirklichkeit meditiert und reflektiert. Alle scheinbar politischen Begriffe (wie die "Hure Babylon", "die Juden", "die Griechen" usw.) sind bei ihm bewusst eingesetzte Bildworte für eine bestimmte Art des Weltzugangs. Und er benutzt sie, wie auch seine anderen Sprachbilder, um mit ihrer Hilfe und mit Hilfe seines ständigen Hin- und Herwechselns zwischen den Ebenen die äußerlich-innerliche, materiell- geistige Doppelwirklichkeit unseres seelisch-geistigen Daseins in Sprache zu bringen.

Johannes redet - so verstehe ich ihn - ständig und durchgehend davon, dass "der Geist in allen Dingen" ist und dass es darum geht, in in allem zu erkennen und der Wirklichkeit Bedeutung zu geben. Oder umgekehrt: Johannes redet von der zur Wirklichkeit gewordenen Bedeutung.
 

ich kann dem gedanken  folgen und ihn grundsätzlich teilen. aaaaaber, ist das nicht etwas für elitäre?

 

für wenige minuten halte ich eine  konkrete offenbarungsdeutung bei k-tv aus. ich glaube hans buob macht sich dort verdient. eugen drewermann ist mir näher, viel näher.

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Ennasus
vor 6 Minuten schrieb helmut:

ich kann dem gedanken  folgen und ihn grundsätzlich teilen. aaaaaber, ist das nicht etwas für elitäre?

 

Jeder solche Text ist ein Angebot. Für jeden. Immer.

Natürlich haben für das Verstehen nicht alle Menschen die gleichen Ausgangsbedingungen. Aber was ein bestimmter Text für jemanden wird, hängt immer von diesem Einzelnen ab: Lässt er/sie sich davon ansprechen, irritieren, zu Fragen bewegen, sich berühren...? Ist er/sie bereit, sich damit zu befassen, sich Wissen dazu zu holen, sich durch den Text auch verändern zu lassen?
Wo das geschieht, kann der Text Wirkung entfalten und Wachstum anregen. Wo solche Aktivität nicht ist (nicht aufgewandt oder verweigert wird oder vielleicht noch gar nicht möglich ist), nicht. Dann sind es halt vielleicht (hoffentlich!) andere Texte oder Lebensereignisse, die das tun.

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helmut
vor 1 Minute schrieb Ennasus:

 

Jeder solche Text ist ein Angebot. Für jeden. Immer.

Natürlich haben für das Verstehen nicht alle Menschen die gleichen Ausgangsbedingungen. Aber was ein bestimmter Text für jemanden wird, hängt immer von diesem Einzelnen ab: Lässt er/sie sich davon ansprechen, irritieren, zu Fragen bewegen, sich berühren...? Ist er/sie bereit, sich damit zu befassen, sich Wissen dazu zu holen, sich durch den Text auch verändern zu lassen?
Wo das geschieht, kann der Text Wirkung entfalten und Wachstum anregen. Wo solche Aktivität nicht ist (nicht aufgewandt oder verweigert wird oder vielleicht noch gar nicht möglich ist), nicht. Dann sind es halt vielleicht (hoffentlich!) andere Texte oder Lebensereignisse, die das tun.

ich habe nicht umsonst hans buob - k-tv erwähnt. der erstzugang kann schon eine apokalypse sein.

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Ennasus
Gerade eben schrieb helmut:

ich habe nicht umsonst hans buob - k-tv erwähnt. der erstzugang kann schon eine apokalypse sein.


Ein Weltuntergang?
Ja. Aber das enthebt doch nicht der Verantwortung, die man für den eigenen Zugang hat?
Zumindest bin ich dann dafür verantwortlich, dass ich beim Erstzugang stecken geblieben bin.
(Was ja auch kein Drama sein muss, wenn ich damit gut leben kann oder mir ein Text sowieso nicht wichtig ist und nichts in mir anrührt).

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helmut
vor 2 Minuten schrieb Ennasus:


Ein Weltuntergang?
Ja. Aber das enthebt doch nicht der Verantwortung, die man für den eigenen Zugang hat?
Zumindest bin ich dann dafür verantwortlich, dass ich beim Erstzugang stecken geblieben bin.
(Was ja auch kein Drama sein muss, wenn ich damit gut leben kann oder mir ein Text sowieso nicht wichtig ist und nichts in mir anrührt).

es ist ein dramatischer, auch krankmachend könnender, hier zu besichtigender zugang. nicht der text rührt mich an, seine wirkung.

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ThomasB.
vor 1 Stunde schrieb Ennasus:

Johannes redet von der zur Wirklichkeit gewordenen Bedeutung.

Der fleischgewordene Logos?

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Ennasus
vor 30 Minuten schrieb ThomasB.:

Der fleischgewordene Logos?


Ja. So verstehe ich es zumindest. Das "Ursakrament".
 

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Marcellinus
vor einer Stunde schrieb Ennasus:

Natürlich haben für das Verstehen nicht alle Menschen die gleichen Ausgangsbedingungen. Aber was ein bestimmter Text für jemanden wird, hängt immer von diesem Einzelnen ab: Lässt er/sie sich davon ansprechen, irritieren, zu Fragen bewegen, sich berühren...? Ist er/sie bereit, sich damit zu befassen, sich Wissen dazu zu holen, sich durch den Text auch verändern zu lassen?
Wo das geschieht, kann der Text Wirkung entfalten und Wachstum anregen. Wo solche Aktivität nicht ist (nicht aufgewandt oder verweigert wird oder vielleicht noch gar nicht möglich ist), nicht. Dann sind es halt vielleicht (hoffentlich!) andere Texte oder Lebensereignisse, die das tun.

 

Ich hoffe, du meinst das Richtige, aber bei dir klingt es immer so, als wenn es am Leser liegt, daß ihm ein bestimmter Text nichts sagt, daß er nicht bereit ist, „sich zu öffnen“, „sich verändern zu lassen“, kurz nicht bereit ist, sich zu bemühen, denn täte er es, würde der Text „Wirkung entfalten und Wachstum anregen“. Es sei eben denn, der Leser verweigere sich.

 

Wie gesagt, ich hoffe, du meinst das Richtige, aber ich denke, du mußt damit leben, daß die biblischen Texte nicht von jedem für so positiv gehalten werden, wie du sie siehst. Daß es Menschen gibt, die aus guten Gründen ablehnen, sich „verändern zu lassen“. Die die Ideologie, die hinter diesen Texten steht, ablehnen, oder, um es vorsichtiger zu formulieren, für Texte einer Welt von gestern halten.

 

Ich formuliere es mal anders: Seit Jahrzehnten besitze ich ein kleines Büchlein mit Briefen von Seneca, das ich immer sehr geschätzt habe, so wie ich schon mein gesamtes bewußtes Leben zur Welt der griechisch-römischen Antike eine besondere Neigung hatte, und bis heute habe.

 

Aber es hat eine Zeit lang gebraucht, bis ich begriffen haben, daß wir in der Vergangenheit immer nur uns selbst suchen, mit hin eine Illusion, denn auch wir selbst sind ja nichts Statisches, sondern ein Prozeß, der sich ständig eine neues, trügerisches Bild von sich selbst macht. 

 

Die heidnische Antike, so sehr ich besonders ihre griechisch-römische Ausprägung interessant und anregend finde, war einerseits unserer Welt sehr ähnlich, und im nächsten Augenblick ungeheuer fremd. Auch Seneca, um zu meinem Beispiel zurückzukehren, muß man so lesen, als die Schriften eines Menschen, der in einer weit entfernten Zeit gelebt hat, und dazu noch ein Bild von sich zeichnete, nicht wie er war, sondern wie er gesehen werden wollte. 

 

Bei der Bibel, um zu deinem Beispiel zurückzukehren, kommt noch hinzu, daß mir deren Lebenswelt vollkommen fremd ist, und nichts davon wünschenswert oder auch nur nachvollziehbar. Es ist eine Welt des „Überglaubens“ (superstitio), die nicht nur quer zu meinem Leben steht, sondern auch schon zur damaligen Welt, weshalb beide auch auf Dauer nicht nebeneinander existieren konnten. Es gibt halt Kulturen, die miteinander unvereinbar sind. 

 

Zum Schluß noch eine Bemerkung, damit kein Mißverständnis aufkommt. Die Erfahrung zeigt, daß man mit den meisten heutigen Christen, Anders- oder Nichtgläubigen zurechtkommen kann, wenn sich alle Beteiligten die Mühe machen, Glauben und Wissen auseinanderzuhalten. Leider gibt es eine wachsende Zahl von Menschen, die ihren jeweiligen Glauben (der nicht unbedingt vordergründig religiös sein muß) für Wissen halten, und zwar das einzig wahre, umfassende und einzige Wissen. Das macht das Leben in dieser Welt zunehmend schwierig. 

 

 

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Ennasus
vor 1 Stunde schrieb helmut:

es ist ein dramatischer, auch krankmachend könnender, hier zu besichtigender zugang. nicht der text rührt mich an, seine wirkung.


Ich verstehe gut, was du meinst.
Aber Wirkung erfolgt nicht unveränderlich und so, dass man ihr ein Leben lang passiv und ohnmächtig ausgeliefert ist. Man kann sich dazu verhalten und sich verändern (und bereit sein, sich verändern zu lassen.)

 

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Ennasus
vor 1 Minute schrieb Marcellinus:

 

Ich hoffe, du meinst das Richtige, aber bei dir klingt es immer so, als wenn es am Leser liegt, daß ihm ein bestimmter Text nichts sagt, daß er nicht bereit ist, „sich zu öffnen“, „sich verändern zu lassen“, kurz nicht bereit ist, sich zu bemühen, denn täte er es, würde der Text „Wirkung entfalten und Wachstum anregen“. Es sei eben denn, der Leser verweigere sich.

 


Nein, das meine ich ganz und gar nicht.
Ob einen ein Bild anredet oder nicht, das ist nichts, was wir machen können. Sondern ob es ein Echo ins uns gibt, hängt damit zusammen, ob eigene abgespeicherte Emotionen und Bilder da sind, die auf ein solches Symbolbild reagieren. (Z.B. gibt es in mir nichts, was auf hinduistische Götterbilder reagiert, obwohl die ganz sicher genauso Symbolsprache sind.)
Aber sobald einem ein Bild im Gedächtnis hängen bleibt, einen beschäftigt, einen ärgert oder irritiert, hat es einen schon erreicht. Und dann ist halt die Frage, wie man damit umgeht.

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Ennasus
vor 11 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Wie gesagt, ich hoffe, du meinst das Richtige, aber ich denke, du mußt damit leben, daß die biblischen Texte nicht von jedem für so positiv gehalten werden, wie du sie siehst. Daß es Menschen gibt, die aus guten Gründen ablehnen, sich „verändern zu lassen“. Die die Ideologie, die hinter diesen Texten steht, ablehnen, oder, um es vorsichtiger zu formulieren, für Texte einer Welt von gestern halten.


Damit lebe ich sowieso. Das ist so. Womit ich Probleme habe, ist, wenn man diese Ablehnung mit einer angeblichen Ideologie begründet und in Wirklichkeit nur das eigene Verständnis davon meint. Aber dieses Verständnis absolut setzt und dann gar noch Forderungen daraus ableitet.

 

Zitat

 

Ich formuliere es mal anders: Seit Jahrzehnten besitze ich ein kleines Büchlein mit Briefen von Seneca, das ich immer sehr geschätzt habe, so wie ich schon mein gesamtes bewußtes Leben zur Welt der griechisch-römischen Antike eine besondere Neigung hatte, und bis heute habe.

Aber es hat eine Zeit lang gebraucht, bis ich begriffen haben, daß wir in der Vergangenheit immer nur uns selbst suchen, mit hin eine Illusion, denn auch wir selbst sind ja nichts Statisches, sondern ein Prozeß, der sich ständig eine neues, trügerisches Bild von sich selbst macht. 

 

 

Das ist nach meinem Verständnis einer der großen Unterschiede zwischen Seneca und "heiligen Texten": In ihnen findet sich immer auch ein Wissen um die Zukunft, um das mögliche Entwicklungspotential von Menschen.
Dass man sich dagegen in den Texten selbst sucht (und - wenn sie einen denn "angehen", auch findet), ist nichts, das ich negativ finde, im Gegenteil, es ist unter anderem ja genau das, warum sie wichtig sind: Sie ermöglichen eine Art und Weise der Auseinandersetzung mit sich selbst, die uns immer deutlicher uns selbst werden lässt. Illusorisch wäre, wenn du meintest, du seist Seneca. Aber wenn dir in der Auseinandersetzung mit den Briefen von Seneca bewusster wirst, wo du ähnlich empfindest und denkst, und wo du ganz anders bist, und wenn du vielleicht etwas entdeckst, das dich an Seneca beeindruckt und was du auch gerne lernen würdest, dann geht das in eine ähnliche Richtung. 

 

Zitat

Bei der Bibel, um zu deinem Beispiel zurückzukehren, kommt noch hinzu, daß mir deren Lebenswelt vollkommen fremd ist, und nichts davon wünschenswert oder auch nur nachvollziehbar. Es ist eine Welt des „Überglaubens“ (superstitio), die nicht nur quer zu meinem Leben steht, sondern auch schon zur damaligen Welt, weshalb beide auch auf Dauer nicht nebeneinander existieren konnten. Es gibt halt Kulturen, die miteinander unvereinbar sind. 


Du bringst die Dinge ein bisschen durcheinander.
Ich kann z.B. sehr wenig mit GHs Götterwelt und mit einem Teil seiner Werte wenig bis gar nichts anfangen. Da ist wirklich etwas unvereinbar. (Für ihn umgekehrt auch). 
Aber im Verständnis von Mythen und Symbolen und ihrer Funktion, da sind wir sehr nah beisammen.

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phyllis
3 hours ago, Ennasus said:

Wo ich dir jetzt aber widersprechen möchte, ist bei diesem Satz: "Letztlich geht es in diesem Buch, das macht es auch so "spannend" um eine Abrechung mit dem Römischen Weltreich" als "Große Hure Babylon" ( vgl Kapitel 17 )...".
Das glaube ich nicht. Nach meinem Verständnis ist das Johannesevangelium ein Text, der durchgehend in Symbolsprache spricht und den Zusammenhang zwischen materieller und geistiger Wirklichkeit meditiert und reflektiert. Alle scheinbar politischen Begriffe (wie die "Hure Babylon", "die Juden", "die Griechen" usw.) sind bei ihm bewusst eingesetzte Bildworte für eine bestimmte Art des Weltzugangs. Und er benutzt sie, wie auch seine anderen Sprachbilder, um mit ihrer Hilfe und mit Hilfe seines ständigen Hin- und Herwechselns zwischen den Ebenen die äußerlich-innerliche, materiell- geistige Doppelwirklichkeit unseres seelisch-geistigen Daseins in Sprache zu bringen.

schade können wir ihn nicht mehr fragen. Ich glaub das nämlich überhaupt nicht; ich sehe nicht den geringsten Anhaltspunkt warum sein Gekeife irgend was anderes sein sollte als der Frust eines alten Giftsacks der den Ungläubigen alles erdenklich schlechte wünscht und androht. Vielleicht weil er die Hoffnung auf Jesu Wiederkunft inzwischen aufgegeben hatte?

 

 

Er nennt es die “Hure Babylon” die fundamentalen Mohammedaner heutzutage die “Hure Europa”.  Gemeint ist das gleiche. Männliche Frauenbilder über emanzipierte Frauen. Die Stadtfrau ist ein unzüchtiges Objekt, das man militärisch angreift, in Besitz nimmt und brutal bestraft. Stadtfrauen – logo nur wenn sie die richtige Abstammung hatten - waren schon im römischen Reich selbstbewusst, vermögend, gebildet, und einige lebten sicher auch promiskuitiv. Dahinter stand und steht (bei der „Hure Europa“) eine den Hetzern in allen Belangen überlegene, weiter entwickelte und oft auch tolerante Kultur (selbst den Hetzern gegenüber). Eine Zivilisation, die ihren primitven patriarchischen Vorstellung unerträglich war, vllt auch bedrohlich. Dazu war mw Prostitution bei den Römern keineswegs ein Tabu und ihre Dienstleisterinnen keineswegs verachtet, auch die männlichen nicht.

 

 

Die Kirche schiesst sich in den Fuss wenn sie dieses Hasspamphlet zu den Offenbarungen zählt. Denn sie behauptet doch ständig, die Offenbarung sei durch Jesus abgeschlossen und komplett. Was hat die Apokalypse denn da noch verloren? Andere Schriften, wie die Paulus-Briefe, kann man ja durchaus als Interpretationen der Lehre Jesu auffassen, aber das apokalyptische Gekeife widerspricht ihr doch direkt frontal. Wenn ich sinngemäss heute sowas schreibe würde, zb die „Hure Mekka“, ich bin sicher die politisch Korrekten würden umgehend den Staatsanwalt bemühen.

 

 

 

 

Edited by phyllis
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Ennasus
vor 19 Minuten schrieb phyllis:

Ich glaub das nämlich überhaupt nicht;


Ja, so ist das.

Wobei mir gerade bewusst geworden ist, dass ich in meinem ersten Posting zu diesem Thema heute einen ziemlichen Bock geschossen habe - ich hatte aus unerfindlichen Gründen statt "Offenbarung des Johannes" "Johannesevangelium" gelesen.
Damit passt meine Reaktion auf Cosifantutti nicht mehr so richtig.
(Aber ich glaube trotzdem, dass es in der Offenbarung auch genau um dasselbe Grundthema geht, und dass jede Verkürzung auf eine solche zeitgebundene politische Botschaft die Texte um ihr Eigentliches bringt)

Edited by Ennasus

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helmut
vor 42 Minuten schrieb Ennasus:


Ich verstehe gut, was du meinst.
Aber Wirkung erfolgt nicht unveränderlich und so, dass man ihr ein Leben lang passiv und ohnmächtig ausgeliefert ist. Man kann sich dazu verhalten und sich verändern (und bereit sein, sich verändern zu lassen.)

 

mich berührt mein nächster, der derartig gefangen ist.

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phyllis
50 minutes ago, Marcellinus said:

Wie gesagt, ich hoffe, du meinst das Richtige, aber ich denke, du mußt damit leben, daß die biblischen Texte nicht von jedem für so positiv gehalten werden, wie du sie siehst. Daß es Menschen gibt, die aus guten Gründen ablehnen, sich „verändern zu lassen“. Die die Ideologie, die hinter diesen Texten steht, ablehnen, oder, um es vorsichtiger zu formulieren, für Texte einer Welt von gestern halten.

"Von gestern" halte ich den Text nicht. Bei aller Vorsicht die man walten lassen muss - Parallelen zu gegenwärtiger fundamentalistisch-religiöser Denkweise sind für mich zu offensichtlich. Die haben sich in 2000 Jahren anscheinend nicht gross geändert. Die Apokalypse ist auch kein Mythos, sondern eine Offenbarung über die Zukunft. Somit kann man sich auch nicht hinter mythischen Ausflüchten verstecken.

Edited by phyllis

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phyllis
14 minutes ago, Ennasus said:

(Aber ich glaube trotzdem, dass es in der Offenbarung auch genau um dasselbe Grundthema geht, und dass jede Verkürzung auf eine solche zeitgebundene politische Botschaft die Texte um ihr Eigentliches bringt)

Meine Interpretation solcher Texte ist nunmal so dass ich primär lese was da steht. Wenn ich den Text für interessant genug halte bemühe ich mich etwas über die Zeit und Lebensumstände des Autors zu erfahren, und über das Thema des Textes, um meine Interpretation zu konkretisieren. Das alles hab ich bei der Apokalypse getan. Was ich nie tu ist Dinge in den Text hineinzuphantasieren.

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Marcellinus
vor 2 Stunden schrieb Ennasus:

Das ist nach meinem Verständnis einer der großen Unterschiede zwischen Seneca und "heiligen Texten": In ihnen findet sich immer auch ein Wissen um die Zukunft, um das mögliche Entwicklungspotential von Menschen.

 

Ich bin im Moment etwas in Eile, daher nur so viel: Es gibt keine Wissen um die Zukunft, höchstens den Glauben, man hätte es. 

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Marcellinus
vor 2 Stunden schrieb phyllis:
vor 3 Stunden schrieb Marcellinus:

Wie gesagt, ich hoffe, du meinst das Richtige, aber ich denke, du mußt damit leben, daß die biblischen Texte nicht von jedem für so positiv gehalten werden, wie du sie siehst. Daß es Menschen gibt, die aus guten Gründen ablehnen, sich „verändern zu lassen“. Die die Ideologie, die hinter diesen Texten steht, ablehnen, oder, um es vorsichtiger zu formulieren, für Texte einer Welt von gestern halten.

"Von gestern" halte ich den Text nicht. Bei aller Vorsicht die man walten lassen muss - Parallelen zu gegenwärtiger fundamentalistisch-religiöser Denkweise sind für mich zu offensichtlich. Die haben sich in 2000 Jahren anscheinend nicht gross geändert. Die Apokalypse ist auch kein Mythos, sondern eine Offenbarung über die Zukunft. Somit kann man sich auch nicht hinter mythischen Ausflüchten verstecken.

 

Ja, eine bestimmte Denkweise dahinter gibt es bis heute. Das ist sicher richtig. Mit „von gestern“ meinte ich, daß sie in einer Welt entstanden sind, die es nicht mehr gibt. Wenn heute noch Menschen an solchen Vorstellungen hängen - umso schlimmer.

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Ennasus
vor 4 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Ich bin im Moment etwas in Eile, daher nur so viel: Es gibt keine Wissen um die Zukunft, höchstens den Glauben, man hätte es. 


Du weißt nicht, dass deine Enkelkinder irgendwann erwachsen sein werden?
Du weißt nicht, dass die sozialen und emotionalen Erfahrungen, die ein Kind macht, sein Leben prägen werden?
Du hattest keine Ahnung davon, wo die besonderen Begabungen deiner Kinder liegen und in welcher Art von Beruf sie vermutlich unglücklicher/glücklicher werden würden?
Du weißt nicht, dass das kognitive Potential eines Kindes, das keine Schule besuchen darf und sich sein Essen auf Müllhalden zusammen suchen muss, sich vermutlich anders entfalten wird als das eines Kindes, das von früh auf gefördert wird?

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Marcellinus

Leben ist das, was stattfindet, während wir andere Pläne machen. :D

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