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Pensées et Regards sur....


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Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb Cosifantutti:

Ja natürlich hat dieser Kurienkardinal  eine ganz fatale Rolle gespielt in der Entwicklung der Kirche Lateinamerikas nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Aber schon unter JPII hatte Ratzinger in den 80er Jahren der Befreiungstheologie pauschal sozusagen „marxistische“ Umtriebe unterstellt.

 

Das wird zwar immer wieder so erzählt (von rechts wie links), ist aber ein Märchen. Wenn Du die beiden Dokumente aus der Feder Ratzingers zur Befreiungstheologie liest, dann stellt er keineswegs ein pauschales Urteil aus. Er kritisiert den Ansatz der marxistischen Interpretation ökonomischer Zustände (die in der Tat katastrophal waren und zum Teil immer noch sind), aber sagt nicht, daß die Befreiungstheologie per se dessen schuldig wäre. Er unterscheidet gut. Zu behaupten, es häbe diese marxistischen Fraktionen innerhalb der Befreiungstheologie nicht gegeben (und sie gibt es noch heute, siehe Frei Betto, einer der größten Fans von Fidel Castro), wäre höchstgradig naiv (ich habe nicht gessagt, daß Du diese geleugnet hättest).

 

vor 1 Stunde schrieb Cosifantutti:

Auch hatte sich Romero wiederholt darüber beklagt, dass sein Ansatz und sein Anliegen im Kern in Rom im Grunde überhaupt nicht verstanden wurde. Auch in der eigenen Bischofskonferenz war Romero mehr oder weniger isoliert….. Umso beeindruckender, dass er trotz mangelnder Unterstützung seiner eigenen Amtsbrüder“ ( Bischöfe, Kardinäle und auch JPII ) seinen Weg konsequent weiter gegangen ist und sein Lebenszeugnis wenigstens „posthum“ von Franziskus durch die Heiligsprechung gewürdigt wurde. 

 

Ja, JPII hat ihn nicht verstanden. Aber es hätte beiden klar sein können, warum sie sich gegenseitig nicht verstehen konnten, ihre Biographien ließen (leider) kein anderes Ergebnis zu. 

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb rorro:

 

Das wird zwar immer wieder so erzählt (von rechts wie links), ist aber ein Märchen. Wenn Du die beiden Dokumente aus der Feder Ratzingers zur Befreiungstheologie liest, dann stellt er keineswegs ein pauschales Urteil aus. Er kritisiert den Ansatz der marxistischen Interpretation ökonomischer Zustände (die in der Tat katastrophal waren und zum Teil immer noch sind), aber sagt nicht, daß die Befreiungstheologie per se dessen schuldig wäre. Er unterscheidet gut. Zu behaupten, es häbe diese marxistischen Fraktionen innerhalb der Befreiungstheologie nicht gegeben (und sie gibt es noch heute, siehe Frei Betto, einer der größten Fans von Fidel Castro), wäre höchstgradig naiv (ich habe nicht gessagt, daß Du diese geleugnet hättest).

 

 

Ja, JPII hat ihn nicht verstanden. Aber es hätte beiden klar sein können, warum sie sich gegenseitig nicht verstehen konnten, ihre Biographien ließen (leider) kein anderes Ergebnis zu. 

Man kann das Schicksal der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung durchaus vergleichen mit der „Nouvelle Theologie“ in Frankreich vor dem 2. Vatikanischen Konzil unter den Pius-Päpsten. Wurden führende französischen Theolgen dieser Zeit von der Kirchenleitung unter den Pius-Päpsten erheblich drangsaliert und ihre Forschungsarbeit in erheblichem Maße erschwert und behindert…..so wurden sie unter Johannes XXIII vollständig sozusagen „rehabilitiert“. Wichtige Impulse und Anliegen der „Nouvelle Theologie“ der französischen Theologen sind in die Dokumente des 2. Vatikanischen Konzils eingeflossen und wurden damit auch „Kirchenlehre“. 

 

Dieselbe Beobachtung kann man nun auch im Bezug auf die Theologie der Befreiung machen: Jon Sobrino; Leonardo Boff, Oscar Romero, Ernesto Cardenal wurden unter Franziskus auf verschiedene Weise „rehabilitiert“ und die Grundanliegen /zentralen Aspekte der Theologie der Befreiung wurden Bestandteil der Verkündigung von Franziskus und damit sozusagen auch ganz „offiziell“ Lehre der Kirche

Geschrieben

Der 6. Evangelist......

 

Heute zum Hochfest Mariä Verkündigung hat Bach die wunderschöne Kantate "Wie schön leuchtet der Morgenstern" ( BWV 1 ) komponiert. Eine Kantate aus dem "Choralkantatenjahrgang". Grundlage dieser Kantate ist natürlich der wunderschöne Choral "Wie schon leuchtet der Morgenstern"..... mit seinen schönen poetischen  Bildern.... die Choralstrophen atmen den Duft des Hoheliedes Salomos und der mystischen Tradition der Spiritualität..... die Braut-Bräutigam-Mystik....das Verlangen....das Einssein..... 

 

Kein Wunder, dass es zu dieser Kantate zahlreiche verschiedene Einspielungen gibt....

 

bwv 1 wie schön leuchtet der morgenstern - YouTube

 

Die Einspielung von Gardiner wurde mit einem sehr interessanten Cover bedacht...:

 

Wie schön leuchtet der Morgenstern, BWV 1: Wie schon leuchtet der Morgenstern (Chorus)

Geschrieben (bearbeitet)
vor 11 Stunden schrieb Cosifantutti:

Man kann das Schicksal der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung durchaus vergleichen mit der „Nouvelle Theologie“ in Frankreich vor dem 2. Vatikanischen Konzil unter den Pius-Päpsten. Wurden führende französischen Theolgen dieser Zeit von der Kirchenleitung unter den Pius-Päpsten erheblich drangsaliert und ihre Forschungsarbeit in erheblichem Maße erschwert und behindert…..so wurden sie unter Johannes XXIII vollständig sozusagen „rehabilitiert“. Wichtige Impulse und Anliegen der „Nouvelle Theologie“ der französischen Theologen sind in die Dokumente des 2. Vatikanischen Konzils eingeflossen und wurden damit auch „Kirchenlehre“. 

 

Dieselbe Beobachtung kann man nun auch im Bezug auf die Theologie der Befreiung machen: Jon Sobrino; Leonardo Boff, Oscar Romero, Ernesto Cardenal wurden unter Franziskus auf verschiedene Weise „rehabilitiert“ und die Grundanliegen /zentralen Aspekte der Theologie der Befreiung wurden Bestandteil der Verkündigung von Franziskus und damit sozusagen auch ganz „offiziell“ Lehre der Kirche

 

Wie wurden sie denn "rehabilitiert" - falls jemals etwas von ihnen verurteilt wurde (bei Romero nichts)? Sobrino wurden wegen seiner Christologie gerügt, Boff wegen seiner Ekklesiologie und Cardenal hatte ein seit dem CIC von 1983 für Priester verbotenes politisches Amt inne (er wurde 1985 suspendiert und das geschah noch bei vielen anderen Priestern, die politisch aktiv wurden). Zugegebenermaßen war das öffentl. Verhalten von JPII ggü. Cardenal menschlich schäbig.

 

Das hat alles mit der Befreiungstheologie nichts zu tun - es sei denn, man sieht diese theologischen Irrtümer als Folger derselben, was ich nicht so sehe. Bekanntermaßen waren Kardinal Gerhard Müller und Gustavo Gutiérrez OP gut befreundet. Befreiungstheologie im Schoß der Kirche kann unserem reichen Norden sehr viel lehren.

Papst Franziskus war kein Anhänger der Befreiungstheologie, sondern viel mehr der ähnlichen, aber nicht deckungsgleichen teología del pueblo, Theologie des Volkes, eine argentinische Entwicklung.

Bekannte Befreiungstheologen hatten auch bspw. das Abschlußdokument der CELAM von Aparecida verwofen, dessen Hauptverantwortlicher der Erzbischof von Buenos Aires Jorge Mario Bergoglio war.

 

Schablonenartig pro Franziskus und contra Ratzinger ist definitiv zu simpel und falsch. Letzterer hat als Papst Benedikt XVI. auch Hans Küng empfangen - das hat an der Beurteilung dessen Werk nichts geändert.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 22 Stunden schrieb rorro:

 

Wie wurden sie denn "rehabilitiert" - falls jemals etwas von ihnen verurteilt wurde (bei Romero nichts)? Sobrino wurden wegen seiner Christologie gerügt, Boff wegen seiner Ekklesiologie und Cardenal hatte ein seit dem CIC von 1983 für Priester verbotenes politisches Amt inne (er wurde 1985 suspendiert und das geschah noch bei vielen anderen Priestern, die politisch aktiv wurden). Zugegebenermaßen war das öffentl. Verhalten von JPII ggü. Cardenal menschlich schäbig.

 

Das hat alles mit der Befreiungstheologie nichts zu tun - es sei denn, man sieht diese theologischen Irrtümer als Folger derselben, was ich nicht so sehe. Bekanntermaßen waren Kardinal Gerhard Müller und Gustavo Gutiérrez OP gut befreundet. Befreiungstheologie im Schoß der Kirche kann unserem reichen Norden sehr viel lehren.

Papst Franziskus war kein Anhänger der Befreiungstheologie, sondern viel mehr der ähnlichen, aber nicht deckungsgleichen teología del pueblo, Theologie des Volkes, eine argentinische Entwicklung.

Bekannte Befreiungstheologen hatten auch bspw. das Abschlußdokument der CELAM von Aparecida verwofen, dessen Hauptverantwortlicher der Erzbischof von Buenos Aires Jorge Mario Bergoglio war.

 

Schablonenartig pro Franziskus und contra Ratzinger ist definitiv zu simpel und falsch. Letzterer hat als Papst Benedikt XVI. auch Hans Küng empfangen - das hat an der Beurteilung dessen Werk nichts geändert.

Es geht mir weniger um kirchenrechtliche Fragen, sondern eher um Atmosphäre….. du sagst ja selbst, dass du das Verhalten von JPII gegenüber Cardenal „menschlich schäbig“ findest. 

Geschrieben
vor 54 Minuten schrieb Cosifantutti:

Es geht mir weniger um kirchenrechtliche Fragen, sondern eher um Atmosphäre….. du sagst ja selbst, dass du das Verhalten von JPII gegenüber Cardenal „menschlich schäbig“ findest. 

 

Nicht die Suspendierung als solche war schäbig, die halte ich für richtig (Priester haben in aktiver Parteipolitik nichts verloren, sie sind gleichermaßen für alle da). Schäbig war Cardenals demütigende Zurechtweisung am Flughafen durch JPII, nachdem Cardenal ihm als einziger den Ring geküßt hatte (was nicht nötig ist, aber so reagiert man dann nicht).

Geschrieben
vor 11 Stunden schrieb rorro:

 

Nicht die Suspendierung als solche war schäbig, die halte ich für richtig (Priester haben in aktiver Parteipolitik nichts verloren, sie sind gleichermaßen für alle da). Schäbig war Cardenals demütigende Zurechtweisung am Flughafen durch JPII, nachdem Cardenal ihm als einziger den Ring geküßt hatte (was nicht nötig ist, aber so reagiert man dann nicht).

Zu solchen Einschätzungen könnte man auch etwa in Bezug auf Leonardo Boff und Jon Sobrino kommen. Es geht nicht so sehr um kirchenrechtliche Aspekte, darum ob das „Lehramt“, die Glaubenskongregation „recht“ hat, sondern wie der Umgang miteinander ist, ob es jeweils der Person und deren Lebenswerk auch nur im Entferntesten angemessen ist. Die „Rüge“ um Beispel, die Jon Sobrino von der Glaubenskongregation erhalten hat, war mehr als abenteuerlich. Es war ein sehr spezieller Aspekt, eine Detailfrage….und dann auch noch die „Rüge“, er würde die Armut zu sehr in den Mittelpunkt seiner Reflexionen stellen….

 

Ein weiterer Aspekt ist interessant: Sowohl Boff als auch Jobrino sind / waren Ordenstheologen….während offensichtlich Jon Sobrino die volle Unterstützung und Solidarität seines Ordens und des Ordensgenerals der Jesuiten gegenüber der Glaubenskongregation hatte, war das bei Boff und den Franziskanern offensichtlich anders….. 

Man sieht bei solchen Konflikten immer wieder, dass sehr unterschiedliche Aspekte eine Rolle spielen……

Geschrieben
Am 24.3.2026 um 15:07 schrieb rorro:

Romeros größter Gegner war der Kurienkardinal Alfonso López Trujillo. Erst als er 2008 gestorben war, konnte der Seligsprechungsprozess fortgesetzt werden. Ich kreide da Ratzinger wenig an (zumal nachdem ich neulich gelernt habe, wie aufwendig und teuer(!) ein Selig- oder Heiligsprechungsprozess ist).

 

Der Papst hätte dem feinen Herrn Trujillo ja nicht diese Macht einräumen müssen. Schließlich hat allein der Papst alle Gewalt und ist auf die Zustimmung eines Trujillo nicht angewiesen. Zumal der wohl eh eine - wie drücke ich es auch - zweifelhafte Person war. Laut F. Martel (Sodom) ist davon auszugehen, dass er sogar Blut an den Händen hatte:
 

"»López Trujillo war mit Mitgliedern der Paramilitärs unterwegs«, erklärt auch Alvaro Léon (der ihn als erzbischöflicher Zeremonienmeister begleitete). »Er zeigte
ihnen die Priester, die in den barrios und Armenvierteln Sozialarbeit machten. Die Paramilitärs orteten sie, und manchmal kamen sie später wieder, um sie zu ermorden;
häufig mussten sie zumindest die Region oder das Land verlassen.« (Diesen zunächst unwahrscheinlich klingenden Bericht bestätigen Zeugenaussagen, die die Journalisten
Hernando Salazar Palacio und Gustavo Salazar Pineda in ihren Büchern zitieren.) [...] Heute wird López Trujillo direkt oder indirekt für den Tod von Bischöfen und Dutzenden von Priestern verantwortlich gemacht, die wegen ihrer progressiven Überzeugungen beseitigt wurden."

Cosifantutti
Geschrieben (bearbeitet)

Das 5. Evangelium……

 

jedes Jahr neu und immer wieder in dieser Woche und ganz besonders am heutigen Tag:

Bachs große Passionen nach den Evangelisten Johannes und Matthäus…..

 

Ganz besonders berührend in der Matthäuspassion, wie es Bach gelingt, nachdem der Tod Jesu erzählt wurde, eine Atmosphäre der Ruhe, des Friedens und der Versöhnung zu schaffen, mit dem Arioso „Am Abend das es kühle ward….“ und der direkt daran anschließenden zu Herzen gehenden, ergreifenden  Bariton-Arie  „Mache dich mein Herze rein, ich will Jesum selbst begraben….“

 

Und zuletzt der gewaltige Schlusschor:

„Wir setzen uns mit Tränen nieder

und rufen dir im Grabe zu.

Ruhe sanfte, sanfte ruh.“

bearbeitet von Cosifantutti
Cosifantutti
Geschrieben

Te Deum……..Stundengebet im Alltag…….

 

„Des Menschen Heimat ist Gott

und dem Geheimnis von Gottes Liebe Liebe verdankt er seine Entstehung.

Der Mensch ist ein Bild Gottes

und ein Partner aller Kreaturen der Welt.

So war es Gottes Plan von Anfang an.“

( Hildegard von Bingen ) 

 

„Gott ist die Heimat aller Menschen.

Er ist unsere einzige Sehnsucht.

Gott ist im innersten aller Kreaturen verborgen und ruft uns.

 

Obwohl wir Gott nie gesehen haben,

sind wir wie Zugvögel, die,

an einem fremden Ort geboren,

doch eine geheimnisvolle Unruhe empfinden,

wenn der Winter naht,

ein Ruf des Blutes,

eine Sehnsucht nach der frühlingshaften Heimat,

die sie nie gesehen haben

und zu der sie aufbrechen,

ohne zu wissen, wohin.“

( Ernesto Cardenal ) 

 

Wie das Wesentliche des Lebens doch über all die Jahrhunderte gleich bleibt, unveränderlich ist, ist ja schon sehr erstaunlich…..

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