Jump to content
Sign in to follow this  
Shubashi

Der weite Garten der Wörter

Recommended Posts

UHU
vor 10 Stunden schrieb Chrysologus:

Prokrastination ist auch ein schönes Wort.

Das Wort ist toll, aber ich habe aus diesem Grund begraben.

Share this post


Link to post
Share on other sites
UHU

Viel Eindruck kann man mit Transportoptimierung nach der Vogelschen Approximationsmethode machen.

Die Methode ist zwar veraltet und wird daher nicht mehr in Praxis genutzt, aber zum Klugsch***en taugt sie immer noch sehr viel. Besonders bei Logistikern/Speditionsleuten/usw. macht das ganz viel Spaß.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Die Angelika

Sondergleichen mag ich ohnegleichen. Ohnegleichen mag ich sondergleichen

  • Thanks 1

Share this post


Link to post
Share on other sites
Domingo

Deinesgleichen mag solcherlei nun mal.

  • Like 1
  • Haha 1

Share this post


Link to post
Share on other sites
Die Angelika

Mancheiner mag solcherlei Kinkerlitzchen, obgleich ihm mancherlei widerfährt. Desungeachtet verkriecht er niemals sich mäuschenklein in sein klitzekleines Kabäuschen.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Die Angelika

Herzkasper

Share this post


Link to post
Share on other sites
Die Angelika

Wieso gibt es eigentlich einen Herzkasper, aber keine Verstandsgretel?

Share this post


Link to post
Share on other sites
Flo77

Weil der Herzkasper schnell zu Fiesematenten führt, obwohl die Jungfer die Plümmos lüften und das Plavong abfegen und die Lamperie abwischen sollte. Zuvor aber auch der Trottewar gefegt werden und die Furschetts noch einsortieren muss bevor die Kirmessaache wieder ins hinnerste Eck der Kredenz verräumt werden können.

 

Sonst gibt's was mit dem Paraplü.

 

Und dann kommt der Hund und macht noch Mahlör in der Stuff.

Edited by Flo77
  • Like 1
  • Haha 1

Share this post


Link to post
Share on other sites
Flo77

Bitte.

Danke.

Ich bitte um Entschuldigung.

Pardon!

Guten Morgen.

Auf Wiedersehen.

Wären Sie so freundlich?

Sie erlauben?

Kann ich Ihnen helfen?

Maske!

Abstand!

 

Edited by Flo77

Share this post


Link to post
Share on other sites
Shubashi
vor 6 Stunden schrieb Die Angelika:

Wieso gibt es eigentlich einen Herzkasper, aber keine Verstandsgretel?


Weil der Herzkasper heute ganz vornehm als ACS* firmiert.

(Der Gretel würden ja ständig ihre Defizite vorgehalten, das ist heute nicht mehr pc.)

 

 

 

*akutes Coronarsyndrom

(ohne r bekommt man Zustände heutzutage.)

Share this post


Link to post
Share on other sites
Die Angelika
vor 6 Stunden schrieb Shubashi:


Weil der Herzkasper heute ganz vornehm als ACS* firmiert.

(Der Gretel würden ja ständig ihre Defizite vorgehalten, das ist heute nicht mehr pc.)

 

 

 

*akutes Coronarsyndrom

(ohne r bekommt man Zustände heutzutage.)

 

AKutes Coronasyndrom gibt es sicher auch.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Shubashi

Was im „Garten“ noch weiter verfolgt werden könnte, sind Sprichwörter und Redensarten, die zu allerlei klugen und nicht ganz so klugen Übersetzungen Anlaß bieten.

 

Z.B. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ist eigentlich übersetztes Englisch für „Morgenstund hat Gold im Mund“. Inzwischen dürfte beides gebraucht werden.

 

Schwieriger finde ich „Saru mo ki kara ochiru“, was wörtlich „Auch Affen fallen vom Baum“ übersetzt wird. Persönlich finde ich

“Der Affe fällt nicht weit vom Stamm“ viel schöner, aber leider weiß niemand, was das bedeuten soll.


Auch Profis haben mit solchen Sätzen Probleme, ich verweise wieder auf den hochgeehrten Prof Schinzinger und sein Wörterbuch:

Aus dem tief historisch beladenen „teki wa, honnan-ji ni ari“ (Der Feind steht am Honnan-ji Tempel, sinngemäß für: das eigentliche Ziel, Zweck, Problem liegt an anderer Stelle, gemäß einer Anekdote aus der Zeit der Reichs-Einigungskriege vor 1600) machte Schinzinger:

„Woanders liegt des wahren Pudels Kern!“

 

Es ist meiner Meinung nach ziemlich schwierig, für Sprichwörter entfernter Kulturkreise etwas passendes im eigenen zu finden, weswegen ein Helge-Schneider-mäßiges Vorgehen sehr sinnvoll sein könnte.

Wie wäre z.B. das kurze „hana yori dango“ (lieber Klöße statt Blumen) zu übertragen?


Edit:

Wir hatten ja schon das Beispiel des „Geld-Sprichwortes“ im Sanskrit.

Das hat mich allerdings überrascht.

 

Edited by Shubashi

Share this post


Link to post
Share on other sites
Flo77

@früher Vogel: der Wurm war noch eher da. Und was hat es ihm gebracht?

 

Zu fallen vom Baum: Soweit ich weiß fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Abstürzende Affen sind hier eher selten.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Flo77
vor 5 Minuten schrieb Shubashi:

Wie wäre z.B. das kurze „hana yori dango“ (lieber Klöße statt Blumen) zu übertragen?

In Brechtscher Breite.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Elima
vor 11 Minuten schrieb Shubashi:

Was im „Garten“ noch weiter verfolgt werden könnte, sind Sprichwörter und Redensarten, die zu allerlei klugen und nicht ganz so klugen Übersetzungen Anlaß bieten.

 

Z.B. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“ ist eigentlich übersetztes Englisch für „Morgenstund hat Gold im Mund“. Inzwischen dürfte beides gebraucht werden.

 

Schwieriger finde ich „Saru mo ki kara ochiru“, was wörtlich „Auch Affen fallen vom Baum“ übersetzt wird. Persönlich finde ich

“Der Affe fällt nicht weit vom Stamm“ viel schöner, aber leider weiß niemand, was das bedeuten soll.

 

 

 

Wie kommst du auf den Affen? In meiner Jugend hieß das: der Apfel fällt nicht weit vom Stammm. (was auch gut zu erklären ist) und bei uns -damals Jungen war die Fassung: "der Apfel fällt nicht weit vom Pferd ehergebräuchlich).

Share this post


Link to post
Share on other sites
Shubashi
vor 3 Minuten schrieb Elima:

 

Wie kommst du auf den Affen? In meiner Jugend hieß das: der Apfel fällt nicht weit vom Stammm. (was auch gut zu erklären ist) und bei uns -damals Jungen war die Fassung: "der Apfel fällt nicht weit vom Pferd ehergebräuchlich).


Reine Albernheit, wie wohl Euer Pferd damals  - „der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ bedeutet ja, dass die Nachkommen wie ihre Vorfahren oder Lehrer sind.

Der Affe ist im japanischen Orginal der Bedeutungsträger, weil er gut klettern kann - und trotzdem fallen auch solche mal vom Baum. Nach einigem Nachdenken ist mir jetzt übrigens eine ziemlich passende Entsprechung eingefallen:

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“

(Zwar ohne Affe, aber das „fallen“ ist noch dabei.)

Share this post


Link to post
Share on other sites
phyllis
21 minutes ago, Shubashi said:

Wie wäre z.B. das kurze „hana yori dango“ (lieber Klöße statt Blumen) zu übertragen?

Substanz ist wichtiger als Stil.


 

5 minutes ago, Shubashi said:

Der Affe ist im japanischen Orginal der Bedeutungsträger, weil er gut klettern kann - und trotzdem fallen auch solche mal vom Baum. Nach einigem Nachdenken ist mir jetzt übrigens eine ziemlich passende Entsprechung eingefallen:

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“

(Zwar ohne Affe, aber das „fallen“ ist noch dabei.)

eher - auch grosse Meister machen Fehler. (mir wurde es simpel erklärt im "Shinto-Unterricht" - nobody is perfect)

Analog auch:

河童の川流れ

Share this post


Link to post
Share on other sites
Aristippos
vor 31 Minuten schrieb Shubashi:

Wir hatten ja schon das Beispiel des „Geld-Sprichwortes“ im Sanskrit.

Das hat mich allerdings überrascht. 

Da gibt es ein anderes schönes:

Wir haben ja das Sprichwort "Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach."

Der Inder denkt da größer: "Besser heute eine Taube als morgen ein Pfau!" (Paramadya kapotah śvo mayurât)

  • Thanks 1

Share this post


Link to post
Share on other sites
Elima

Und eben ist mir eingefallen, dass jede sog. Übersetzung immer auch eine Interpretation ist.  Im Deutschen gibt es die Redensart: "um des Kaisers Bart streiten", der lateinische Text spricht von Ziegenwolle. Ähnlich und doch ganz anders?  Oder "unter aller Kanone"? Das soll auch mit Kanone nichts zu tun haben (sondern mit Kanon = Regel)(warum man dann im Deutschen dafür auch sagen kann "unter aller Sau" entzieht sich meiner Kenntnis)

Share this post


Link to post
Share on other sites
Shubashi
vor 19 Minuten schrieb phyllis:

Substanz ist wichtiger als Stil.


 

eher - auch grosse Meister machen Fehler. (mir wurde es simpel erklärt im "Shinto-Unterricht" - nobody is perfect)

Analog auch:

河童の川流れ


Du hast wohl recht, „nobody is perfect“ trifft es besser - aber das ist natürlich für ein Sprichwort nicht so richtig „blumig“ oder besser „bildhaft“.

 

Mit dem „Kappa“ (ein Wasserkobold, der sehr gut schwimmen kann - das kannte ich noch gar nicht) heißt es dann entsprechend „Auch ein Wasserkobold wird mal vom Fluss mitgerissen“)

 

Die „Klöße“ stehen für mein Gefühl mehr für praktischen Nutzen - nach dem gerade passenden Thema: „Lieber einen Corona-Bonus statt Heldengeklatsche“ (ich liiiebe Klöße jeder Art - Thüringen, Böhmen, Semmel, Marillen etc etc)

 

Share this post


Link to post
Share on other sites
Shubashi
vor 7 Minuten schrieb Elima:

Oder "unter aller Kanone"? Das soll auch mit Kanone nichts zu tun haben (sondern mit Kanon = Regel)


Die Unterscheidung fällt ja anscheinend selbst Professoren schwer, wie die „unbuddhistischen Kanonen“ zeigten.

Apokryphen sind dann letztlich auch nur „unchristliche Kanonen“.

Share this post


Link to post
Share on other sites
UHU
vor 16 Stunden schrieb Flo77:

Weil der Herzkasper schnell zu Fiesematenten führt, obwohl die Jungfer die Plümmos lüften und das Plavong abfegen und die Lamperie abwischen sollte. Zuvor aber auch der Trottewar gefegt werden und die Furschetts noch einsortieren muss bevor die Kirmessaache wieder ins hinnerste Eck der Kredenz verräumt werden können.

 

Sonst gibt's was mit dem Paraplü.

 

Und dann kommt der Hund und macht noch Mahlör in der Stuff.

Bis zum ersten Komma bin ich noch mitgekommen - kannste der Rest in handelsübliches Hochdeutsch übersetzen oder ggf. zusammenfassen. Besten Dank.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Flo77
vor 18 Minuten schrieb UHU:

Bis zum ersten Komma bin ich noch mitgekommen - kannste der Rest in handelsübliches Hochdeutsch übersetzen oder ggf. zusammenfassen. Besten Dank.

Plümmo = Federbett

Plavong = Zimmerdecke

Lamperie = Fußleiste

Trottewar  = Bürgersteig

Furschett = Gabel

Kirmessaache = das gute Geschirr

Kredenz = Anrichte

Paraplü = Regenschirm

Mahlör = Unglück/Sauerei

Stuff = Stube/Wohnzimmer

Share this post


Link to post
Share on other sites
UHU

aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah - danke!

Und aus welcher Sprache, welchem Dialekt oder aus welchem Jahrhundert stammen diese tollen Worte?
*Vokabelheftaufschlag-und-alles-eintrag*

Außer Dein Mahlör kenne ich unter Maleur.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now
Sign in to follow this  

×