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Geschrieben

Bei Thomas Mann, in seinem Buch, "Der Erwählte", der mittelalterlichen Gregoriuslegende, kommt der Begriff "flätig" vor. Da weiß man vorerst gar nicht, was das bedeutet, bis einem das für uns modernen Menschen bekannte Wort "unflätig" einfällt...

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Geschrieben (bearbeitet)

Zu Einsteinchens "flätig" fällt mir "tümlich" ein, und die Erkenntnis, dass das Volk gar nicht so tümlich ist. 

bearbeitet von Wunibald
Geschrieben

Schöne Grüße on der Google KI

 

Das Plusquamperfekt wird oft verwendet, wenn man über eine vergangene Situation berichtet, in der ein Ereignis noch früher stattgefunden hat, z. B.: „Nachdem wir lange waren gefahren, machten wir eine Pause.“

Geschrieben

Mein Kind hatte sich gestern über das Plusquamperfekt aufgeregt, deswegen habe ich heute mal heimlich nach "Wir waren gefahren" gegoogelt.

Das obige ist der Copy Paste des Ergebnisses.

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb Kulti:

Das Plusquamperfekt wird oft verwendet, wenn man über eine vergangene Situation berichtet, in der ein Ereignis noch früher stattgefunden hat, z. B.: „Nachdem wir lange waren gefahren, machten wir eine Pause.“

Inhaltlich allerdings immer noch verständlich.

 

Umgekehrt kann man aber z.B. auch Englisch mit Deutschem Satzbau schreiben - was dem Text zum einen einen antiken Touch geben soll, weil Altenglisch noch bis in die Zeiten Schüttelbiers nach den kontinentalen Satzbauregeln folgte...

 

"After we long driven been, made we a break."

Geschrieben

Hin und wieder interessiere ich mich ja, was aus dem Wort "Transfinanziell" geworden ist.

Das liegt daran, weil mir das Teil im Jahr 2006 nicht aus dem Kopf wollte, weswegen ich es bei mykath parken musste:

https://www.mykath.de/topic/11711-heute-war-ein-scheiss-tag-weil/page/29/#elControls_720333_menu

 

Caveman hatte seinerzeit danach gegoogelt und nur den Eintrag bei mykath gefunden.

 

https://www.mykath.de/topic/25132-perlen-–-keine-diskussion/page/17/#findComment-723543

 

Mittlerweile hat das Wort tatsächlich Karriere gemacht. Den mykath Eintrag findet google nicht mehr, aber immerhin wurde es von Dennis aus Hürth verwendet.

Und auf T-Shirts und Kaffeetassen ist es auch zu finden.

 

Das früheste Datum bei den Google Treffern ist "vor 7 Jahren".

 

Ach mein kleiner Frankenstein, ich bin ein bisschen stolz auf dich.

 

Geschrieben

In der Komödie „Die Frösche“ (griechisch Batrachoi) von Aristophanes lassen die Frösche ihr Quaken durch den berühmten lautmalerischen Ausruf ertönen: „Brekekekex koax koax“ Βρεκεκεκέξ κοάξ κοάξ.

 
Hermann Löns, menschlich ein ziemlicher Stinkstiefel, der es durch seine völkische Blut- und Bodenromantik auch nicht besser macht, hat als "Heidedichter" aber doch seine literarischen Verdienste. Da fällt mir auf, dass er die Frösche im Graben nicht quaken, sondern knurren lässt. Vor meinem inneren Ohr lasse ich den Grasfrosch knurren und siehe da: So abwegig hört sich das gar nicht an.
 
Lassen auch andere die Frösche knurren, frage ich die KI und die verweist mich an 
 
Barthold Hinrich Brockes (1680–1747) Die Frösche
Jüngst hört‘ ich von neuen dem lauten Gewäsche,
Dem quarrenden Knarren geschwätziger Frösche,
In ihrer ungestöhrten Ruh,
Mit einiger Betrachtung zu.
Mich deucht, daß ihr verwirrt und mancherley Geschrey
In etwan fünf bis sechserley,
Und mehr Verändrungen nicht,
einzutheilen sey.
Der größte Haufe scheint,
auf Menschen Art, zu murren,
Und, um ein Nichts,
zu lärmen und zu knurren...
 
Und so kann ich wieder einmal Arno von der Heiden und das Irdische Vergnügen in Gott erwähnen.
Geschrieben (bearbeitet)
vor 54 Minuten schrieb Wunibald:
 Arno von der Heiden ...

Wen? Google liefert mir dazu nur Arno van der Heyden, der aber anscheinend keine Verbindung zu Brockes aufweist.  

bearbeitet von Merkur
Geschrieben

Arno Schmidt, der in Bargfeld in der Heide wohnte, Verfasser des Radio-Dialogs über Brockes, in Anlehnung an Walther von der Vogelweide.

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Wunibald:

Arno Schmidt, der in Bargfeld in der Heide wohnte, Verfasser des Radio-Dialogs über Brockes, in Anlehnung an Walther von der Vogelweide.

Herzlichen Dank. Das Original stammt anscheinend aus dem Jahr 1955 und wurde 2015 von Jan Philipp Reemtsma neu herausgegeben. Bestellt. Ich bin Brockes-Fan, seit ich seine von Händel vertonte Passion kennengelernt habe. Leider habe ich davon bisher noch keine akzeptable Gesamtausgabe gefunden. 

Geschrieben

Hier mal eine kleine Anmerkung zum Duden. 


Die Duden-Redaktion hatte früher ja lediglich den Anspruch, den Wortbestand zu dokumentieren. Ging dann aber dazu über, spracherziehend wirken zu wollen. So mit dem Tenor "Pfui, das sagt man als politisch korrekt denkender Deutschsprachler nicht". 
 

Ein hübsches Beispiel fang ich vorhin in dem Buch "Die Fragemauer - 100 Antworten zu jüdischem Leben und Israel". Eine der Fragen dort heißt "Darf man Jude oder Jüdin sagen?" Ja selbstverständlich darf man das. Schließlich heiße der deutsche Dachverband der jüdischen Gemeinden "Zentralrat der Juden in Deutschland". Zwar höre man heute auch "Du Jude" als Beleidigung auf dem Schulhof, aber das sei kein Grund, das Wort zu meiden. 

 

Und dann wörtlich: "Die Duden-Empfehlung, aufgrund dieses Missbrauchs im Sprach- und Schriftgebrauch eine alternative Konstruktion wie >jüdische Menschen< zu nutzen, löste großen Protest innerhalb der jüdischen Community aus. Diese Empfehlung wurde daraufhin zurückgezogen." 

 

Geschrieben

Können mir (unter)fränkische Muttersprachler den Unterschied zwischen einer "Eheschließung" und einer "Inthronisation" erklären?

 

Ich brüte gerade über den Kirchenbüchern von Krombach (b. Alzenau) aus den Jahren 1715 - 1860 und da tauchen beide Begriffe auf, ich kann aber nicht erkennen, was nun der Unterschied sein soll (wenn es denn einen gab).

 

https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/wuerzburg/krombach/

Geschrieben

Gärtner dieses kleinen Pflänzleins aus dem englischen Garten ist Prinz Phillip.

 

Hopefully, Lownie’s book will be filled with plenty of Philip’s famous gaffes. A fresh one is offered by the former Doctor Colin Baker, who tells Best of British Magazine about when he performed a musical number at the Royal Variety Performance as part of a group of actors who were thought notable. The duke found them merely not able. Afterwards, he asked how much rehearsal they’d had. “I told him truthfully that we’d only had a chance to all meet up that morning,” Baker said. “He replied, ‘Bloody looked like it too!’”

 

 

Geschrieben

Sehr.

Mir fällt es sehr auf, wie sehr viele Leute - sehr viele Journalisten zumal - so sehr oft das Wörtchen "sehr" in sehr vielen Äußerungen und Texten verwenden. Ein Unternehmen ist selten einfach nur erfolgreich, es ist sehr erfolgreich, die Prinzessin ist sehr schön, der Reiche sehr reich, der Arme sehr arm. Sehr seltsam, das. Es macht mich sehr betroffen. 

 

"Sehr" ist ein Wort, dass als Steigerungsformel seine ursprüngliche Bedeutung verloren hat, es wird nur oder fast nur noch als Bekräftigung verwendet, ähnlich wie geil, irre, toll, cool - Wörter, die auch nicht im alten Wortsinn benutzt werden. Mit einem tollen Rezept ist selten eine Tollkirschensuppe gemeint, die irre Lautstärke bei dem geilen Metal-Konzert soll nicht vermitteln, dass dort mental gestörte, aber zugleich erotisch überschäumend konditionierte Personen versammelt waren - obwohl das auch zutreffen kann, wer weiß. Und cool? Da fällt mir ein Wortwechsel aus einer Sauna ein: "Ich war vorhin ne Viertelstunde in der 95-Grad-Hütte!" "Cool!"

Mit "sehr" ist es ähnlich, wobei diese Wortmünze derart abgegriffen ist (und derart gedankenlos verwendet wird), dass die ursprüngliche Bedeutung nicht einmal erkannt wird. "Sehr" kommt als dem althochdeutschen "sero", und das bedeutet schmerzlich oder wund. Wer verwundet wurde und darunter immer noch schmerzlich leidet, der ist versehrt und geht zum Versehrtensport, in diesen Begriffen hat die alte Bedeutung überlebt. 

Wenn also jemand versichert, er lebe jetzt sehr gesund, ist das im Wortsinn ein Widerspruch, den aber niemand mehr spürt. 

Der übermäßige Gebrauch von Steigerungsformeln wirkt, nebenbei angemerkt, schnell abwertend (um das Modewort "kontraproduktiv" zu meiden). Jemand hat sich "sehr bemüht" steigert nicht, sondern mindert noch das Bemühen. Ein erfolgreiches Unternehmen, eine schöne Prinzessin - sie werden durch das "sehr" nicht erfolgreicher und schöner. Mich berührt die Sehr-Schwemme schmerzlich. Also sehr. 
 

Geschrieben

Es geht ja schon damit los, dass von einer "skispringenden Frau" die Rede ist, statt einfach von einer "Skispringerin". Mir kommt es oft so vor, als müsste es einfach anders sein als bisher üblich...

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Alfons:

Wenn also jemand versichert, er lebe jetzt sehr gesund, ist das im Wortsinn ein Widerspruch, den aber niemand mehr spürt.

 

Man muss dabei aber dies bedenken.

 

vor 4 Stunden schrieb Alfons:

Der übermäßige Gebrauch von Steigerungsformeln wirkt, nebenbei angemerkt, schnell abwertend (um das Modewort "kontraproduktiv" zu meiden). Jemand hat sich "sehr bemüht" steigert nicht, sondern mindert noch das Bemühen. Ein erfolgreiches Unternehmen, eine schöne Prinzessin - sie werden durch das "sehr" nicht erfolgreicher und schöner. Mich berührt die Sehr-Schwemme schmerzlich. Also sehr.

 

Dem stimme ich zu (wollte gerade "ganz und gar zu" schreiben, habe mich aber beherrscht. Es hätte ja nicht wirklich etwas der Aussage hinzugefügt). 

Geschrieben
Am 20.2.2021 um 15:00 schrieb Alfons:

Als Kind war mir ein Wort vertraut und rätselhaft zugleich.

 

Ginkalein.

 

Das Ginkalein war wohl eine Person. Oder doch eine Eigenschaft? Vielleicht war es auf meinen Bruder Hans gemünzt. Ich habe aber nie nachgefragt. Auch kannte ich das Ginkalein nur aus einem Lied. Das Rätsel löste sich erst, als ich Lesen lernte. Das Lied hieß: "Hänschen klein, Ginkalein".

 

Es ist eine norddeutsche Unsitte, das ng als ngk zu sprechen 😎

Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb Lindau:

Es ist eine norddeutsche Unsitte, das ng als ngk zu sprechen 😎

 

Sitte. Nicht Unsitte.
Ebenso die Transformation von G nach CH: "Da issas Ende von wech!" Und das Doppel-T Richtung D : "Zurückbleim bidde!"
Woher weißu, von wo ich wech bin?

Geschrieben
Am 6.7.2022 um 08:01 schrieb Lothar1962:

 

Der Butter, das Spezi, das Teller, die Cola, das Maggi.

Ja, der Butter, das Teller, das Schorle

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Alfons:

 


Ebenso die Transformation von G nach CH: "Da issas Ende von wech!" Und das Doppel-T Richtung D : "Zurückbleim bidde!"
Woher weißu, von wo ich wech bin?

Und …..

 

der Tunnl….. oder das Tunäll?

bearbeitet von Lindau
Geschrieben
Am 15.2.2026 um 09:30 schrieb Einsteinchen:

Bei Thomas Mann, in seinem Buch, "Der Erwählte", der mittelalterlichen Gregoriuslegende, kommt der Begriff "flätig" vor. Da weiß man vorerst gar nicht, was das bedeutet, bis einem das für uns modernen Menschen bekannte Wort "unflätig" einfällt...

Und geschlacht ist das Gegenteil von ungeschlacht

Geschrieben
vor 57 Minuten schrieb Lindau:

der Tunnl….. oder das Tunäll?

Das Tunäll ist natürlich richtig 😄!!

 

 

(Leider ewig nicht mehr in der korrekten Form gehört)

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