Einsteinchen Geschrieben 15. Februar Melden Geschrieben 15. Februar Bei Thomas Mann, in seinem Buch, "Der Erwählte", der mittelalterlichen Gregoriuslegende, kommt der Begriff "flätig" vor. Da weiß man vorerst gar nicht, was das bedeutet, bis einem das für uns modernen Menschen bekannte Wort "unflätig" einfällt... 1 1 Zitieren
Wunibald Geschrieben 15. Februar Melden Geschrieben 15. Februar (bearbeitet) Zu Einsteinchens "flätig" fällt mir "tümlich" ein, und die Erkenntnis, dass das Volk gar nicht so tümlich ist. bearbeitet 15. Februar von Wunibald Zitieren
Kulti Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar Schöne Grüße on der Google KI Das Plusquamperfekt wird oft verwendet, wenn man über eine vergangene Situation berichtet, in der ein Ereignis noch früher stattgefunden hat, z. B.: „Nachdem wir lange waren gefahren, machten wir eine Pause.“ 1 Zitieren
Kulti Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar Mein Kind hatte sich gestern über das Plusquamperfekt aufgeregt, deswegen habe ich heute mal heimlich nach "Wir waren gefahren" gegoogelt. Das obige ist der Copy Paste des Ergebnisses. Zitieren
Flo77 Geschrieben 27. Februar Melden Geschrieben 27. Februar vor 5 Stunden schrieb Kulti: Das Plusquamperfekt wird oft verwendet, wenn man über eine vergangene Situation berichtet, in der ein Ereignis noch früher stattgefunden hat, z. B.: „Nachdem wir lange waren gefahren, machten wir eine Pause.“ Inhaltlich allerdings immer noch verständlich. Umgekehrt kann man aber z.B. auch Englisch mit Deutschem Satzbau schreiben - was dem Text zum einen einen antiken Touch geben soll, weil Altenglisch noch bis in die Zeiten Schüttelbiers nach den kontinentalen Satzbauregeln folgte... "After we long driven been, made we a break." 1 Zitieren
Kulti Geschrieben 3. März Melden Geschrieben 3. März Hin und wieder interessiere ich mich ja, was aus dem Wort "Transfinanziell" geworden ist. Das liegt daran, weil mir das Teil im Jahr 2006 nicht aus dem Kopf wollte, weswegen ich es bei mykath parken musste: https://www.mykath.de/topic/11711-heute-war-ein-scheiss-tag-weil/page/29/#elControls_720333_menu Caveman hatte seinerzeit danach gegoogelt und nur den Eintrag bei mykath gefunden. https://www.mykath.de/topic/25132-perlen-–-keine-diskussion/page/17/#findComment-723543 Mittlerweile hat das Wort tatsächlich Karriere gemacht. Den mykath Eintrag findet google nicht mehr, aber immerhin wurde es von Dennis aus Hürth verwendet. Und auf T-Shirts und Kaffeetassen ist es auch zu finden. Das früheste Datum bei den Google Treffern ist "vor 7 Jahren". Ach mein kleiner Frankenstein, ich bin ein bisschen stolz auf dich. 2 Zitieren
Wunibald Geschrieben 15. März Melden Geschrieben 15. März In der Komödie „Die Frösche“ (griechisch Batrachoi) von Aristophanes lassen die Frösche ihr Quaken durch den berühmten lautmalerischen Ausruf ertönen: „Brekekekex koax koax“ Βρεκεκεκέξ κοάξ κοάξ. Hermann Löns, menschlich ein ziemlicher Stinkstiefel, der es durch seine völkische Blut- und Bodenromantik auch nicht besser macht, hat als "Heidedichter" aber doch seine literarischen Verdienste. Da fällt mir auf, dass er die Frösche im Graben nicht quaken, sondern knurren lässt. Vor meinem inneren Ohr lasse ich den Grasfrosch knurren und siehe da: So abwegig hört sich das gar nicht an. Lassen auch andere die Frösche knurren, frage ich die KI und die verweist mich an Barthold Hinrich Brockes (1680–1747) Die Frösche Jüngst hört‘ ich von neuen dem lauten Gewäsche, Dem quarrenden Knarren geschwätziger Frösche, In ihrer ungestöhrten Ruh, Mit einiger Betrachtung zu. Mich deucht, daß ihr verwirrt und mancherley Geschrey In etwan fünf bis sechserley, Und mehr Verändrungen nicht, einzutheilen sey. Der größte Haufe scheint, auf Menschen Art, zu murren, Und, um ein Nichts, zu lärmen und zu knurren... Und so kann ich wieder einmal Arno von der Heiden und das Irdische Vergnügen in Gott erwähnen. 1 Zitieren
Merkur Geschrieben 15. März Melden Geschrieben 15. März (bearbeitet) vor 54 Minuten schrieb Wunibald: Arno von der Heiden ... Wen? Google liefert mir dazu nur Arno van der Heyden, der aber anscheinend keine Verbindung zu Brockes aufweist. bearbeitet 15. März von Merkur Zitieren
Wunibald Geschrieben 15. März Melden Geschrieben 15. März Arno Schmidt, der in Bargfeld in der Heide wohnte, Verfasser des Radio-Dialogs über Brockes, in Anlehnung an Walther von der Vogelweide. Zitieren
Merkur Geschrieben 15. März Melden Geschrieben 15. März vor 4 Stunden schrieb Wunibald: Arno Schmidt, der in Bargfeld in der Heide wohnte, Verfasser des Radio-Dialogs über Brockes, in Anlehnung an Walther von der Vogelweide. Herzlichen Dank. Das Original stammt anscheinend aus dem Jahr 1955 und wurde 2015 von Jan Philipp Reemtsma neu herausgegeben. Bestellt. Ich bin Brockes-Fan, seit ich seine von Händel vertonte Passion kennengelernt habe. Leider habe ich davon bisher noch keine akzeptable Gesamtausgabe gefunden. Zitieren
Wunibald Geschrieben 15. März Melden Geschrieben 15. März (bearbeitet) https://de.wikipedia.org/wiki/Irdisches_Vergnügen_in_Gott Da findest du die vollständigen Digitalisate. Viel Vergnügen, auch beim Entdecken von Arno Schmidt! Passend zur Jahreszeit dann auch noch Neue-Frühlingsgedanken. bearbeitet 15. März von Wunibald Ergänzung Zitieren
Alfons Geschrieben 21. März Melden Geschrieben 21. März Hier mal eine kleine Anmerkung zum Duden. Die Duden-Redaktion hatte früher ja lediglich den Anspruch, den Wortbestand zu dokumentieren. Ging dann aber dazu über, spracherziehend wirken zu wollen. So mit dem Tenor "Pfui, das sagt man als politisch korrekt denkender Deutschsprachler nicht". Ein hübsches Beispiel fang ich vorhin in dem Buch "Die Fragemauer - 100 Antworten zu jüdischem Leben und Israel". Eine der Fragen dort heißt "Darf man Jude oder Jüdin sagen?" Ja selbstverständlich darf man das. Schließlich heiße der deutsche Dachverband der jüdischen Gemeinden "Zentralrat der Juden in Deutschland". Zwar höre man heute auch "Du Jude" als Beleidigung auf dem Schulhof, aber das sei kein Grund, das Wort zu meiden. Und dann wörtlich: "Die Duden-Empfehlung, aufgrund dieses Missbrauchs im Sprach- und Schriftgebrauch eine alternative Konstruktion wie >jüdische Menschen< zu nutzen, löste großen Protest innerhalb der jüdischen Community aus. Diese Empfehlung wurde daraufhin zurückgezogen." 1 Zitieren
Flo77 Geschrieben 21. März Melden Geschrieben 21. März Können mir (unter)fränkische Muttersprachler den Unterschied zwischen einer "Eheschließung" und einer "Inthronisation" erklären? Ich brüte gerade über den Kirchenbüchern von Krombach (b. Alzenau) aus den Jahren 1715 - 1860 und da tauchen beide Begriffe auf, ich kann aber nicht erkennen, was nun der Unterschied sein soll (wenn es denn einen gab). https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/wuerzburg/krombach/ Zitieren
Wunibald Geschrieben 24. März Melden Geschrieben 24. März Gärtner dieses kleinen Pflänzleins aus dem englischen Garten ist Prinz Phillip. Hopefully, Lownie’s book will be filled with plenty of Philip’s famous gaffes. A fresh one is offered by the former Doctor Colin Baker, who tells Best of British Magazine about when he performed a musical number at the Royal Variety Performance as part of a group of actors who were thought notable. The duke found them merely not able. Afterwards, he asked how much rehearsal they’d had. “I told him truthfully that we’d only had a chance to all meet up that morning,” Baker said. “He replied, ‘Bloody looked like it too!’” 1 Zitieren
Alfons Geschrieben 29. März Melden Geschrieben 29. März Sehr. Mir fällt es sehr auf, wie sehr viele Leute - sehr viele Journalisten zumal - so sehr oft das Wörtchen "sehr" in sehr vielen Äußerungen und Texten verwenden. Ein Unternehmen ist selten einfach nur erfolgreich, es ist sehr erfolgreich, die Prinzessin ist sehr schön, der Reiche sehr reich, der Arme sehr arm. Sehr seltsam, das. Es macht mich sehr betroffen. "Sehr" ist ein Wort, dass als Steigerungsformel seine ursprüngliche Bedeutung verloren hat, es wird nur oder fast nur noch als Bekräftigung verwendet, ähnlich wie geil, irre, toll, cool - Wörter, die auch nicht im alten Wortsinn benutzt werden. Mit einem tollen Rezept ist selten eine Tollkirschensuppe gemeint, die irre Lautstärke bei dem geilen Metal-Konzert soll nicht vermitteln, dass dort mental gestörte, aber zugleich erotisch überschäumend konditionierte Personen versammelt waren - obwohl das auch zutreffen kann, wer weiß. Und cool? Da fällt mir ein Wortwechsel aus einer Sauna ein: "Ich war vorhin ne Viertelstunde in der 95-Grad-Hütte!" "Cool!" Mit "sehr" ist es ähnlich, wobei diese Wortmünze derart abgegriffen ist (und derart gedankenlos verwendet wird), dass die ursprüngliche Bedeutung nicht einmal erkannt wird. "Sehr" kommt als dem althochdeutschen "sero", und das bedeutet schmerzlich oder wund. Wer verwundet wurde und darunter immer noch schmerzlich leidet, der ist versehrt und geht zum Versehrtensport, in diesen Begriffen hat die alte Bedeutung überlebt. Wenn also jemand versichert, er lebe jetzt sehr gesund, ist das im Wortsinn ein Widerspruch, den aber niemand mehr spürt. Der übermäßige Gebrauch von Steigerungsformeln wirkt, nebenbei angemerkt, schnell abwertend (um das Modewort "kontraproduktiv" zu meiden). Jemand hat sich "sehr bemüht" steigert nicht, sondern mindert noch das Bemühen. Ein erfolgreiches Unternehmen, eine schöne Prinzessin - sie werden durch das "sehr" nicht erfolgreicher und schöner. Mich berührt die Sehr-Schwemme schmerzlich. Also sehr. Zitieren
Dies ist ein beliebter Beitrag. Alfons Geschrieben 29. März Dies ist ein beliebter Beitrag. Melden Geschrieben 29. März Im monatlichen Newsletter des Kolumnisten Axel Hacke (ich musste gerade nachschauen, ob es der oder die Newsletter heißt, der ist richtig) fand ich eine hübsche Passage zum Thema "Gedankenlos gendern". Ich zitiere daraus mal einen kurzen Abschnitt, ja? Zitat Frau S. hat im Fernsehen die Olympischen Spiele verfolgt und dabei gehört, wie ein Reporter über eine skispringende Frau sagte, sie sei eine typisch finnische Sportskanonin. Man möchte dem Mann schreiben, die Kanone sei doch schon weiblich, aber es reichte ihm wohl nicht. Ich fragte mich, was dann ein finnischer Skispringer ist. Ein Sportskanon? Sportskanonerich? Man soll natürlich nicht gleich mit den sprichwörtlichen Kanoninnen auf Spatzen schießen, aber das Beispiel ist zu süß, als dass ich es unzitiert vorübergehen lassen möchte. Sportskanonin! Ich fass' es nicht. 5 Zitieren
Aleachim Geschrieben 29. März Melden Geschrieben 29. März Es geht ja schon damit los, dass von einer "skispringenden Frau" die Rede ist, statt einfach von einer "Skispringerin". Mir kommt es oft so vor, als müsste es einfach anders sein als bisher üblich... Zitieren
Domingo Geschrieben 29. März Melden Geschrieben 29. März vor 4 Stunden schrieb Alfons: Wenn also jemand versichert, er lebe jetzt sehr gesund, ist das im Wortsinn ein Widerspruch, den aber niemand mehr spürt. Man muss dabei aber dies bedenken. vor 4 Stunden schrieb Alfons: Der übermäßige Gebrauch von Steigerungsformeln wirkt, nebenbei angemerkt, schnell abwertend (um das Modewort "kontraproduktiv" zu meiden). Jemand hat sich "sehr bemüht" steigert nicht, sondern mindert noch das Bemühen. Ein erfolgreiches Unternehmen, eine schöne Prinzessin - sie werden durch das "sehr" nicht erfolgreicher und schöner. Mich berührt die Sehr-Schwemme schmerzlich. Also sehr. Dem stimme ich zu (wollte gerade "ganz und gar zu" schreiben, habe mich aber beherrscht. Es hätte ja nicht wirklich etwas der Aussage hinzugefügt). 1 Zitieren
Lindau Geschrieben Montag um 12:46 Melden Geschrieben Montag um 12:46 Am 20.2.2021 um 15:00 schrieb Alfons: Als Kind war mir ein Wort vertraut und rätselhaft zugleich. Ginkalein. Das Ginkalein war wohl eine Person. Oder doch eine Eigenschaft? Vielleicht war es auf meinen Bruder Hans gemünzt. Ich habe aber nie nachgefragt. Auch kannte ich das Ginkalein nur aus einem Lied. Das Rätsel löste sich erst, als ich Lesen lernte. Das Lied hieß: "Hänschen klein, Ginkalein". Es ist eine norddeutsche Unsitte, das ng als ngk zu sprechen 😎 Zitieren
Alfons Geschrieben Montag um 12:57 Melden Geschrieben Montag um 12:57 vor 4 Minuten schrieb Lindau: Es ist eine norddeutsche Unsitte, das ng als ngk zu sprechen 😎 Sitte. Nicht Unsitte. Ebenso die Transformation von G nach CH: "Da issas Ende von wech!" Und das Doppel-T Richtung D : "Zurückbleim bidde!" Woher weißu, von wo ich wech bin? Zitieren
Lindau Geschrieben Montag um 15:06 Melden Geschrieben Montag um 15:06 Am 6.7.2022 um 08:01 schrieb Lothar1962: Der Butter, das Spezi, das Teller, die Cola, das Maggi. Ja, der Butter, das Teller, das Schorle Zitieren
Lindau Geschrieben Montag um 15:09 Melden Geschrieben Montag um 15:09 (bearbeitet) vor 2 Stunden schrieb Alfons: Ebenso die Transformation von G nach CH: "Da issas Ende von wech!" Und das Doppel-T Richtung D : "Zurückbleim bidde!" Woher weißu, von wo ich wech bin? Und ….. der Tunnl….. oder das Tunäll? bearbeitet Montag um 15:10 von Lindau Zitieren
Lindau Geschrieben Montag um 15:14 Melden Geschrieben Montag um 15:14 Am 15.2.2026 um 09:30 schrieb Einsteinchen: Bei Thomas Mann, in seinem Buch, "Der Erwählte", der mittelalterlichen Gregoriuslegende, kommt der Begriff "flätig" vor. Da weiß man vorerst gar nicht, was das bedeutet, bis einem das für uns modernen Menschen bekannte Wort "unflätig" einfällt... Und geschlacht ist das Gegenteil von ungeschlacht Zitieren
Kara Geschrieben Montag um 16:08 Melden Geschrieben Montag um 16:08 vor 57 Minuten schrieb Lindau: der Tunnl….. oder das Tunäll? Das Tunäll ist natürlich richtig 😄!! (Leider ewig nicht mehr in der korrekten Form gehört) Zitieren
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