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zieh die Schuhe aus...


Flo77

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... denn dort wo Du stehst ist heiliger Boden!

 

Warum eigentlich? Im Islam geht man auch auf Socken in die Moschee, aber woher kommt die Vorstellung eigentlich, daß ein "heiliger" Raum barfuß bzw. ohne Schuhe betreten werden solle?

 

Über die Tallitot habe ich (ich meine bei Paul Spiegel) mal gelesen, daß sie Pflicht sind, damit man nicht nackt vor Gott erscheint.

 

Bei einem omnipräsenten Gott halte ich das ja schon für schwierig, aber angemessene Kleidung für den Gottesdienst ist ja schon an sich ein dankbares Streitthema, für das Privatgebet habe ich noch keine Lösung.

 

Zur Unterscheidung der tierischen und der menschlichen Natur ergibt der Tallit so durchaus Sinn, aber warum barfuß?

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In Asien ist es die normalste Sache auf der Welt bei betreten eines Hauses die Schuhe auszuziehen. Dasselbe gilt natürlich für Tempel, idr sind die Böden dort auch blitzsauber, sie werden regelmässig gefegt. Eigentlich eine praktisch-hygienische Angelegenheit, keine spirituelle. Was die Leute natürlich nicht davon abhält der guten Sitte irgend einen überirdischen Sinn anzudrehen.

Edited by phyllis
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Interessanterweise zieht man in deutschen Haushalten ja auch die Schuhe aus, was Expats häufig sehr verwundert. Und da geht es wirklich nur um Reinlichkeit.

 

Als Moses in der Wüste den brennenden Dornbusch fand, wird allerdings kaum jemand da gewesen sein, um ihm hinterher zu feudeln.

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Lothar1962
vor 17 Stunden schrieb Flo77:

Warum eigentlich? Im Islam geht man auch auf Socken in die Moschee, aber woher kommt die Vorstellung eigentlich, daß ein "heiliger" Raum barfuß bzw. ohne Schuhe betreten werden solle?

 

In Ostasien zieht man sogar manchmal die Schuhe aus, wenn man in einen Fernbus einsteigt.

 

Ich vermute (bei Moscheen) ganz einfach, dass man nicht den Boden schmutzig machen sollte, da andere Leute dort hocken oder knien. Mit den Schuhen geht man im Straßenstaub umeinander. Vielleicht gibt es dabei auch gewisse Analogien zu heiligen Waschungen, die es ja sowohl im Islam, als auch im Judentum gibt - möglicherweise auch im Christentum, man müsste die Taufe mal vorchristlich analysieren.

 

 

vor 17 Stunden schrieb Flo77:

angemessene Kleidung für den Gottesdienst

 

Die Kleidung sollte die Gemeinschaft nicht stören.

 

Ich trage Hose, Hemd, Sandalen (letztere deswegen, weil man sie leicht ablegen kann, zum Orgelspielen). Im Winter Socken, im Sommer barfuß. Wer sich daran stört, Socken in Sandalen zu tragen, kann auch normale Schuhe tragen und an der Orgel Schlapfen (=Pantoffel) stehen haben. 

 

Abgesehen davon, bin ich mir auch ziemlich sicher, dass man auch mit Anzug und Krawatte, mit einer weltlichen Uniform (kam bei uns früher öfters vor), mit Arbeitskleidung (wir hatten mal einen Elektriker bei uns, der manchmal Sonntagvormittag Bereitschaft hatte) oder mit Pullover gut gekleidet ist.

 

Wenn man es geschafft hat, Wohnsitzlose in den Gottesdienst zu bekommen (habe ich mal in den USA bei den dortigen Episkopalen erlebt), dürfte auch die etwas schmutzige Kleidung mit dem strengen Geruch angemessen sein. 

 

Badekleidung halte ich für suboptimal; wenn allerdings der Gottesdienst speziell darauf ausgerichtet ist - warum nicht? 

 

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nannyogg57

Auf Ikonen haben Engel und der Auferstandene keine Schuhe an.

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vor 6 Stunden schrieb nannyogg57:

Auf Ikonen haben Engel und der Auferstandene keine Schuhe an.

Wo sollte der Auferstandene auch Schuhe herhaben? Obwohl, Kleider hat er ja auch. Was interessant ist, denn eigentlich sollte man meinen, dass derlei irdischer Kram im Jenseits obsolet ist. Adam und Eva kamen im Paradies ja auch ohne aus

 

Werner

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vor 1 Stunde schrieb Werner001:

Wo sollte der Auferstandene auch Schuhe herhaben? Obwohl, Kleider hat er ja auch. Was interessant ist, denn eigentlich sollte man meinen, dass derlei irdischer Kram im Jenseits obsolet ist. Adam und Eva kamen im Paradies ja auch ohne aus

Ich werde den Verdacht nicht los, daß die "Gewänder", von Kleidung kann man wohl meistens kaum sprechen, eher dem menschlichen Anstand geschuldet sind. Und mangelnder Phantasie wie man den verklärten Leib - in dem wir nicht mehr Mann noch Frau sind sondern wie die Engel - als solches darstellen sollte.

 

Ein nackter Christus am Kreuz - und die römische Praxis lässt es hochwahrscheinlich erscheinen, daß er nackt war - scheint ja selbst im Mittelalter als unzumutbar empfunden worden zu sein.

 

In der Ikonographie wird das Gewand außerdem auch der Unterscheidung von den meist unbekleideten armen Seelen/Menschen überhaupt dienen.

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