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Regretting Fatherhood


Die Angelika

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Angeregt durch @rorros Einwurf, ob ich schon mal was von regretting motherhood gehört hätte, habe ich recherchiert, wie es mit Regretting Fatherhood aussieht, weil ich davon bisher noch nichts gehört habe.

Hierbei bin ich auf den Artikel Regretting fatherhood. Wenn der distanzierte Vater noch immer die Norm ist gestoßen.

 

Während Vaterliebe anscheinend als Glücksfall gilt. scheint es für selbstverständlich gehalten zu werden, dass eine Mutter ihr Kind liebt.

Woher kommt das? Warum wird es für selbstverständlich erachtet, dass eine Frau ihr Kind bedingungslos liebt und bereits ist, dafür sprichwörtlich alles zu tun und auch alles hinzugeben, während Selbiges anscheinend bei einem Mann für etwas  Großartiges, für ein Glücksfall erachtet wird?

 

Heide Oestreich verweist nun darauf, dass es durchaus auch Rollenerwartungen gibt, die auch durchaus einem Mann zu viel werden können.

Nun ja, das mag schon sein. Nur, was geschieht, wenn ein Mann seine Vaterschaft bedauert und daraus Konsequenzen zu ziehen gedenkt bzw. zieht? Ich behaupte, das wird 

in unserer Gesellschaft entschieden weniger emotionalisiert aufgenommen.

 

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Der verlassende Vater wird in unserer Kultur als "normal" empfunden. Ein Mann dem seine Familie zu viel wird geht und wenn er einen Rest Anstand hat zahlt er (oder wird vom Familiengericht ausgenommen).

 

Soweit die Klischees (die leider ihre sehr wahren Kerne haben).

 

Diese Rollenerwartungen sind immer noch sehr präsent (daran wird allerdings auch kein Gendersternchen etwas ändern) und teilweise haben sie schon was von "selbsterfüllender Prophezeihung". Ein Afroamerikaner, der hier in Deutschland Vater wurde, berichtet in einem Youtube-Video, daß er völlig davon überrumpelt wurde, mit welcher Selbstverständlichkeit er hier bei uns als Vater von Hebammen, Krankenschwestern, Erzieherinnen, Lehrerinnen, etc. in die Pflicht genommen wurde, weil in den USA quasi von jungen schwarzen Männern erwartet wird, daß sie ihre Familien sitzen lassen.

 

In der professionellen Kinderbetreuung ist das sicherlich so, in den Köpfen der meisten Mütter allerdings nicht. Zumindest in meinem Umfeld wurde zwar von Männern erwartet sich um ihre Kinder zu kümmern, aber soweit ich das mitbekommen habe stand das immer unter "mütterlichem Vorbehalt" (mit einer Ausnahme und da war die Mutter psychisch labil).

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Da schlägt wohl noch die Biologie durch.

Flaschennahrung gibt es jetzt noch nicht soooo lange; und zuvor ist ein Säugling halt einfach schnell verhungert, wenn seine Mutter ihn nicht stillen wollte oder konnte und keine Amme zur Hand war. Während es immer schon ohne Väter ging.

Dazu kommt, daß Vaterliebe, auch in der Vergangenheit, sich häufig anders ausdrückte. Viele Väter haben sich beruflich krummgelegt, damit sie ihrer Familie, also auch ihren Kindern, ein möglichst gutes Leben bieten konnten. Was zu einer vergleichsweise guten, aber eben auch ziemlich vaterlosen Kindheit führen konnte.

Und schießlich: Es soll Frauen geben, die mit der Geburt anfangen, ziemlich zu klammern. Da hat der Vater keine Chance, sich "gleichberechtigt" und die Kleinen zu kümmern. Dafür ist es für Väter immer noch einfacher, seine Familie zu verlassen, auch was die gesellschaftliche Ächtung angeht.

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