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Predigt-Themen


Kara

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Hallo!

 

Wie ist das denn bei euch in der Gemeinde? Werden dort die Lesungen in der Predigt aufgegriffen? 

 

Unser Pfarrer macht das kaum. Manchmal sind die Texte ja nicht gerade einfach zu verstehen. Man grübelt gerade noch ein bisschen drüber nach, da fängt er von was komplett anderem an. Also thematisch hat die Predigt bei ihm so gut wie nie etwas mit dem zuvor Gehörten zu tun. Ich finde das sehr schade, weil eine Auslegung doch oft hilfreich für mich wäre.

 

Diese Predigten haben auch nichts mit bspw. anstehenden Festen zu tun. In der Adventszeit predigt er weder über die Lesungstexte, noch über Themen, die z.B.  auf die Geburt Jesu hinführen. Er predigt über irgendwas, über das er zu jedem anderen Zeitpunkt des Jahres auch predigen könnte.

 

Wenn unser Diakon predigt, ist das anders. Er bezieht sich in der Regel direkt auf das Evangelium, das er zuvor vorgelesen hat. Leider predigt er momentan kaum.

 

Wie ist es bei euch?

 

bearbeitet von Kara
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Bei uns rotieren rund 3-5 Zelebranten/Prediger.

 

Wie oft die Lesungstexte oder das Evangelium übergangen werden, kann ich gar nicht sagen, weil ich da selten drauf achte. Kommt allerdings insbesondere vor, wenn die Filialleiter mal wieder einen Bock der Regionalleitung auffangen müssen.

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vor 3 Minuten schrieb bw83:

Bei uns sind es immer ans Evangelium oder Lesung angelehnte Predigten. Kenne das von unserem Pfarrer nicht anders.

 

Könnte es daran liegen, daß man von ihnen eine Predigt erwartet, obwohl sie nichts zu sagen haben? ;)

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Der Sinn der Predigt in der Eucharistiefeier, der Homilie, soll die Auslegung der Schrifttexte, genauerhin des Evangeliums, sein. 

 

Meiner Erfahrung nach können manchmal sowohl konservative als auch progressive Prediger der Versuchung nicht widerstehen, die Homilie für eine andere Art der Verkündigung zu gebrauchen. Dann wird entweder über "die Kirchenkrise" gesprochen oder über aktuelle gesellschaftliche Themen, sei es Aktuelles aus der Politik oder im Zweifel der "Pride-Month". 

bearbeitet von Studiosus
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vor 2 Stunden schrieb Studiosus:

Der Sinn der Predigt in der Eucharistiefeier, der Homilie, soll die Auslegung der Schrifttexte, genauerhin des Evangeliums, sein. 

Ja, ich würde mir das auch so wünschen. Muss ja nicht immer sein. Aber halt schon auch. Wenn ich mal woanders in die Kirche gehe, finde ich das immer total toll, wenn das der Pfarrer dort so macht... bin ich nicht gewohnt.

 

vor 2 Stunden schrieb Studiosus:

Meiner Erfahrung nach können manchmal sowohl konservative als auch progressive Prediger der Versuchung nicht widerstehen, die Homilie für eine andere Art der Verkündigung zu gebrauchen. Dann wird entweder über "die Kirchenkrise" gesprochen oder über aktuelle gesellschaftliche Themen, sei es Aktuelles aus der Politik oder im Zweifel der "Pride-Month". 

Unser Pfarrer ist weder noch. Bei manchen Themen progressiv, bei manchen sehr konservativ.

 

Seine Predigten haben immer mit dem Glauben zu tun, das schon. Es geht um bestimmte Heilige, um christliche Tugenden, um die frühkirchliche Gemeinde, über meditierende Einsiedler, ...durchaus interessant, aber die Schrift legt er so gut wie nie aus.

 

Mich würde einfach interessieren, wie das andere Pfarrer machen. Natürlich gehe ich ab und an auch mal in eine andere Kirche, aber zu selten um über diese Pfarrer eine Statistik erstellen zu können 😁.

bearbeitet von Kara
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vor 2 Stunden schrieb Studiosus:

Der Sinn der Predigt in der Eucharistiefeier, der Homilie, soll die Auslegung der Schrifttexte, genauerhin des Evangeliums, sein.

Gibt es denn etwas, das zu den Schrifttexten noch nicht gesagt wurde? Ohne einen Bezug zu anderen Themen,  die bestenfalls irgendwie zur Lesung passen, besteht die Gefahr, sich zu wiederholen bzw. bereits bekanntes auszuführen.

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vor 18 Stunden schrieb Studiosus:

Der Sinn der Predigt in der Eucharistiefeier, der Homilie, soll die Auslegung der Schrifttexte, genauerhin des Evangeliums, sein. 

Aber ist es nicht Ziel dieser Auslegung die Worte der Schrift zu verheutigen?

 

Die Frage ist doch: Was sagen mir die Worte, die vor 2000 Jahren ausgeschrieben wurden heute, im hier und jetzt?

 

Die Antwort auf die Frage findet man doch nicht im luftleeren Raum. Sie ist, meiner Ansicht nach, vor dem Hintergrund der Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute zu suchen. 

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17 hours ago, Merkur said:

Gibt es denn etwas, das zu den Schrifttexten noch nicht gesagt wurde? Ohne einen Bezug zu anderen Themen,  die bestenfalls irgendwie zur Lesung passen, besteht die Gefahr, sich zu wiederholen bzw. bereits bekanntes auszuführen.


Ich überlege die ganze Zeit, ob es wirklich um die theologische Auslegung im engeren Sinne geht?

Die Bibel ist für mich auch in dem Sinne „Wort des lebendigen Gottes“ dass sie immer neue, persönliche Nuancen enthüllt. 
Kann es nicht grundsätzlich sein, dass, so wie jeder Tag neu ist, auch das Opfer jedes Mal neu gebracht wird? 
Natürlich ist es auch eine enorme Herausforderung, von einem Priester „spirituelle Präsenz“ zu erwarten, aber wie sollte ganz ohne die Begeisterung überspringen? 

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Am 23.7.2023 um 18:20 schrieb Kara:

Mich würde einfach interessieren, wie das andere Pfarrer machen. Natürlich gehe ich ab und an auch mal in eine andere Kirche, aber zu selten um über diese Pfarrer eine Statistik erstellen zu können 😁.

Wie bereits gesagt, unser Pfarrer bezieht seine Predigten immer auf Lesung(en) oder das Evangelium. Ich kenne das von ihm nicht anders. Egal ob es jetzt um den Sonntags- oder Festgottesdienste geht.

Die Urlaubsvertretung, die wir seit drei Jahren immer im Sommer haben, handhabt das genauso. Der hat sogar das Talent, seine Predigten so aufzubauen, dass er mehrwöchige Kreise zieht. 

Höre beiden relativ gerne zu.

 

Der mittlerweile sich im Ruhestand befindliche Pfarrer aus meiner Heimatpfarrei jedoch dagegen, ohje, ohje...

Ich kann's nicht anders sagen und mein's auch nicht als Beschimpfung, aber der hat teilweise einen Schmarrn zusammengepredigt, unfassbar. Da waren dann die Lenden Jesu schon mal das prägende Thema bei der Predigt im Requiem.

bearbeitet von bw83
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Am 23.7.2023 um 18:57 schrieb Merkur:

Gibt es denn etwas, das zu den Schrifttexten noch nicht gesagt wurde? Ohne einen Bezug zu anderen Themen,  die bestenfalls irgendwie zur Lesung passen, besteht die Gefahr, sich zu wiederholen bzw. bereits bekanntes auszuführen.

 

Womöglich wurde schon alles gesagt. Doch sicher nicht jedem alles, Dir und mir sicher nicht.

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vor 11 Stunden schrieb Frank:

Aber ist es nicht Ziel dieser Auslegung die Worte der Schrift zu verheutigen?

 

Die Frage ist doch: Was sagen mir die Worte, die vor 2000 Jahren ausgeschrieben wurden heute, im hier und jetzt?

 

Die Antwort auf die Frage findet man doch nicht im luftleeren Raum. Sie ist, meiner Ansicht nach, vor dem Hintergrund der Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute zu suchen. 

 

Und wo genau ist der Widerspruch zu dem was Studiosus geschrieben hat (der es vom letzten Konzil hat)?

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vor 20 Stunden schrieb Flo77:

Ernsthaft oder Tippfehler?

Mein absoluter Ernst.

Ich werde das auch nie mehr vergessen, weil das gerade bei dem Anlass dazu führte, dass sich da bei manchem Besucher des Requiems die Stimmung veränderte. Traurig waren die dann nicht mehr.

Die junge Dame hinter mir hatte damit zu tun, nicht laut zu lachen.

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Will jetzt natürlich auch nicht sagen, dass solche Sachen die Regel waren, sagen wir mal so, "fernab von Lesung oder Evangelium" war er eben gern mal unterwegs. Predigen war seins einfach nicht. Der war ein super Seelsorger und man mag ihn heute noch gern, aber da waren schon einige Granaten dabei.

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vor 22 Minuten schrieb Kara:

Kannst du den Inhalt mal kurz umreißen? Ich bin neugierig 😁.

Das krieg ich leider nicht mehr ganz zusammen, er hat aber einen Bezug zum Toten bzw. zum Anlass hergestellt bzw. es versucht.

Es ging ganz grob darum, dass ja viele Leute ein riesiges Brimborium aufführen würden, was der Tote für eine Kleidung im Sarg bekommen sollte. Denn für den Tod am Kreuz und die Auferstehung wäre es komplett egal gewesen, ob Jesu ein "Lendentuch" getragen hätte oder ob seine "Lenden nackt" gewesen wären. Dies hat er deswegen aufgebracht, weil dies laut unserem Pfarrer in der Forschung zwar ein Streitpunkt wäre, was Jesu denn getragen hätte - für uns Gläubige wäre das aber insofern total unwichtig, da wir ja vor Gott alle gleich wären.

Lenden hier, Lenden da.

Lassen wir mal dahingestellt, ob das zielführend war.

 

Seine Predigten waren selten lang, aber sehr oft wirr. 

 

Er hatte jahrelang auch das Lieblingsthema Abtreibung. Keine Lesungen oder Evangelien, über die er keinen Bezug dazu herstellen konnte oder besser gesagt es versuchte. War teilweise wirklich schwere Kost. Er war im Grunde auch aufgrund seiner Herkunft ein einfacher Mann, was ja an sich nichts Schlimmes ist, aber er hat dann immer die ganz dicken Bretter bohren wollen und da hat ihm schlichtweg das Rüstzeug gefehlt.

 

bearbeitet von bw83
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Am 24.7.2023 um 11:12 schrieb Frank:

Aber ist es nicht Ziel dieser Auslegung die Worte der Schrift zu verheutigen?

 

Unbedingt. Wenn es nur um die Erklärung des Schrifttextes in seinem historischen Kontext ginge, wäre es eine Exegese und keine Homilie.

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vor einer Stunde schrieb Andreas23:

Wenn es nur um die Erklärung des Schrifttextes in seinem historischen Kontext ginge, wäre es eine Exegese und keine Homilie.

 

Das sollte auch dringend unterlassen werden. Die kirchliche Verkündigung ist zu unterscheiden von einer theologischen Vorlesung. Und historische Bibelkritik ist wohl das Letzte, was man im gottesdienstlichen Kontext braucht. 

 

Es geht im besten Sinne darum, die Schrift "aufzuschließen" und der Gemeinde ihre verschiedenen Sinnebenen, insbesondere die Anagogie und Moral, zu vermitteln, die in der christlichen Bewährung im Alltag praktiziert werden können und sollten. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 5 Minuten schrieb Studiosus:

 

Das sollte auch dringend unterlassen werden. Die kirchliche Verkündigung ist zu unterscheiden von einer theologischen Vorlesung. 

 

Eben. Manchmal ist es durchaus hilfreich, die Schrifttexte in der Predigt zu "erden" und die geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe zu erläutern, z.B. wenn es um schwierige Texte geht, wo sich heute jeder fragen würde, was das soll (z.B. die Vorschrift, Ehebrecher zu steinigen).

 

Aber grundsätzlich geht es um die Verheutigung der Lesungen. "Sucht neue Worte, das Wort zu verkünden" heißt es in einem "neuen" geistlichen Lied - das ist in meinen Augen das Ziel: Das Wort Gottes so übersetzen, dass es Menschen von heute verstehen (wer versteht denn heute noch die Geschichten aus der Lebenswelt des 1. Jahrhunders) und eine Idee bekommen, es auch anzuwenden.

 

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