rorro Geschrieben 6. Mai 2025 Melden Geschrieben 6. Mai 2025 (bearbeitet) Hallo zusammen, ich bin kein Kenner und kein großer Bewunderer zeitgenössischer Kunst (habe es eher so mit dem figürlichen, ist da nicht so arg präsent), aber ich würde gerne mal wissen, was Euch so berührt (angeregt durch diesen Hinweis von Alfons), egal welcher Epoche, egal welcher Stil - alles im kirchlichen Rahmen. Neulich habe ich die für mich schönste Mariendarstellung gesehen, die ich kenne (toppt noch die Pietà von Michelangelo für mich). Es ist eine zeitgenössische Darstellung eines spanischen Künstlers, im Auftrag der jungen span. kath. Gruppe/Gemeinschaft "Hakuna". Er hat früh entschieden eine eucharistische Darstellung von Maria zu wollen - und was da rauskam, hat bislang jede Mama, die ich kenne, sehr begeistert. So sieht die Figur aus: hakuna25-perfil.jpg (666×994) bearbeitet 6. Mai 2025 von rorro 1 1 Zitieren
rorro Geschrieben 6. Mai 2025 Autor Melden Geschrieben 6. Mai 2025 (bearbeitet) Zwei andere Werke, die mich auch berühren, sind (ersteres ist auch im Vatikan wohl irgendwo zu finden): Der obdachlose Jesus und Das Kind, das nie geboren wurde bearbeitet 6. Mai 2025 von rorro 1 Zitieren
iskander Geschrieben 6. Mai 2025 Melden Geschrieben 6. Mai 2025 Die von Dir erwähnte Pietà von Michelangelo. Geht es allein um "berührende" Kunst im engeren Sinne, oder auch um alles, was man schön findet? Und nur um bildende Kunst, oder auch um Architektur? Von der Ästhetik her gefallen mir jene prächtigen orthodoxen Kirchen wie z.B. die Christ-Erlöser-Kathedrale oder die Basilius-Kathedrale (beide in Moskau). Aber auch Sacré-Cœur. Zitieren
gouvernante Geschrieben 6. Mai 2025 Melden Geschrieben 6. Mai 2025 Ich habe seit langem eine Beziehung zu Ikonen, besonders berührend finde ich folgenden Typos: ho nymphios Ein weiteres Motiv, das mich immer neu berührt, ist das Motiv Christus in der Kelter (hier und hier zb) Zitieren
Flo77 Geschrieben 6. Mai 2025 Melden Geschrieben 6. Mai 2025 (bearbeitet) vor einer Stunde schrieb gouvernante: Ich habe seit langem eine Beziehung zu Ikonen, besonders berührend finde ich folgenden Typos: ho nymphios Den habe ich hier gemalt von meinem Großonkel in Öl auf Leinwand von 1957/58. Hing während der dunkelsten Phasen meines Lebens rund um Corona über meinem Schreibtisch... Ich kannte allerdings nur die Bezeichnungen "Herr in der Rast", "Herrgottsruh" und "Ecce Homo". bearbeitet 6. Mai 2025 von Flo77 Zitieren
gouvernante Geschrieben 6. Mai 2025 Melden Geschrieben 6. Mai 2025 In der griechischen Tradition heißt dieser Typos „der Bräutigam“. Zitieren
Kara Geschrieben 6. Mai 2025 Melden Geschrieben 6. Mai 2025 (bearbeitet) vor 4 Stunden schrieb rorro: ich würde gerne mal wissen, was Euch so berührt Rembrandt - Der Engel verhindert die Opferung Isaaks Das Bild war - wunderschön nachgemalt - in meiner Kinderbibel und ich fand es damals schon toll. Im Original natürlich noch viel besser. Ich liebe es einfach. vor 4 Stunden schrieb rorro: So sieht die Figur aus: hakuna25-perfil.jpg (666×994) Wirklich sehr schön! bearbeitet 6. Mai 2025 von Kara Zitieren
iskander Geschrieben 6. Mai 2025 Melden Geschrieben 6. Mai 2025 Auch klassische Kathedralen wie etwa die Kathedralen von Notre Dame und Reims oder der Kaiserdom zu Speyer haben für mich etwas Erhabenes und Erhebendes an sich, wenn ich das so formulieren darf. 1 Zitieren
Wunibald Geschrieben 6. Mai 2025 Melden Geschrieben 6. Mai 2025 Einerseits der Große Gott von Altenstadt (Bild lässt sich vergrößern) und andererseits der Isenheimer Altar von Grünewald. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 7. Mai 2025 Melden Geschrieben 7. Mai 2025 Mich berühren immer wieder aufs neue der Wallfahrtsdom in Neviges (ich bin großer Böhm-Fan) und die Vinzenzkirche in Untermarchtal (die man sich erlaufen muss, Bilder geben das nicht wieder), das Richter-Fenster im hohen Dom zu Köln - ûnd ein kleines Bronzekreuz von Hans Dinnedahl, das mich seit nunmehr fast 40 Jahren begleitet und meist auf meinem Schreibtisch liegt, auf Wall- und anderen Fahrten bisweilen auch in meiner Hosentasche. Zitieren
Alfons Geschrieben 4. Juni 2025 Melden Geschrieben 4. Juni 2025 (bearbeitet) Am 7.5.2025 um 08:38 schrieb Chrysologus: Mich berühren immer wieder aufs neue der Wallfahrtsdom in Neviges (ich bin großer Böhm-Fan) und die Vinzenzkirche in Untermarchtal (die man sich erlaufen muss, Bilder geben das nicht wieder), das Richter-Fenster im hohen Dom zu Köln - ûnd ein kleines Bronzekreuz von Hans Dinnedahl, das mich seit nunmehr fast 40 Jahren begleitet und meist auf meinem Schreibtisch liegt, auf Wall- und anderen Fahrten bisweilen auch in meiner Hosentasche. Auf dieser Website gibt es eine Fotogalerie mit Bildern der Vinzenzkirche in Untermarchtal. Aber Du hast recht - der Eindruck, wenn man vom Eingang der Kirche den Linksbogen hinauf geht und dann oben in den Kirchenraum blickt, ist kaum auf Fotos darzustellen. Ich war dort und sehr beeindruckt. Es ist Architektur gewordene Spiritualität. Ähnliches - und stärker noch - empfinde ich beim Richter-Fenster im Kölner Dom. bearbeitet 4. Juni 2025 von Alfons Zitieren
Chrysologus Geschrieben 4. Juni 2025 Melden Geschrieben 4. Juni 2025 vor einer Stunde schrieb Alfons: Auf dieser Website gibt es eine Fotogalerie mit Bildern der Vinzenzkirche in Untermarchtal. Aber Du hast recht - der Eindruck, wenn man vom Eingang der Kirche den Linksbogen hinauf geht und dann oben in den Kirchenraum blickt, ist kaum auf Fotos darzustellen. Ich war dort und sehr beeindruckt. Es ist Architektur gewordene Spiritualität. Ähnliches - und stärker noch - empfinde ich beim Richter-Fenster im Kölner Dom. Ich danke für die Bilder - eine besondere Merkmal sieht man leider nur in einer Perspektive: Wenn man den Bogen hinauf geht, dass ist rechter Hand das Grab Christi zu sehen, von der Welt aus geschlossen und abweisend. Wenn man aber vom Kirchraum her kommt, dann ist es offen und man blickt durch Fenster in die Natur und die Welt hinaus. Zitieren
Alfons Geschrieben 4. Juni 2025 Melden Geschrieben 4. Juni 2025 vor 11 Minuten schrieb Chrysologus: Ich danke für die Bilder - eine besondere Merkmal sieht man leider nur in einer Perspektive: Wenn man den Bogen hinauf geht, dass ist rechter Hand das Grab Christi zu sehen, von der Welt aus geschlossen und abweisend. Wenn man aber vom Kirchraum her kommt, dann ist es offen und man blickt durch Fenster in die Natur und die Welt hinaus. Hey! Das ist mir bei meinem Besuch nicht einmal aufgefallen! Aber er stimmt, siehe hier. Grandios. Zitieren
Ennasus Geschrieben 4. Juni 2025 Melden Geschrieben 4. Juni 2025 Ich kenne die Kirche nicht, aber da ist ja ein Wandbild von Ferdinand Gehr, wie ich gerade sehe 🙂! Den (bzw. seine Bilder) mag ich sehr, es gibt sie hier in mehreren Kirchen. In der Kapelle des Bildungshauses Batschuns hängen zum Beispiel Wandteppiche von ihm und in der Propstei St. Gerold hat er die ehemalige Altarwand gestaltet. Zu meiner großen Freude habe ich einige seiner Bilder von einer sehr lieben Freundin geerbt. Zitieren
Kulti Geschrieben 16. Juni 2025 Melden Geschrieben 16. Juni 2025 (bearbeitet) Betreten meine Frau und ich St. Stephanus in Mainz (Chagallkirche) an einem sonnigen Tag - alles in blau getaucht und dann kommt auch noch ein Hpchzeitspaar um die Ecke. Das hat mal berührt. (Der obdachlose Jesus braucht aber auch nur 2 Sekunden um mich zu berühren) bearbeitet 16. Juni 2025 von Kulti "wir" ersetzt durch handelnde personen. Meister Kulti war nicht dabei. Zitieren
Flo77 Geschrieben 17. August 2025 Melden Geschrieben 17. August 2025 (bearbeitet) Der Marienaltar im Naumburger Dom: https://static99.evangelisch.de/get/ccd/00010001WwtGnDsWpUjk2-HPVZBQVmc4dVJEZz5M7OCaz8woC9Lb000000373332/i-311 Ehrlich gesagt, ich bin sehr wenig berührt, aber ich kann nicht wirklich greifen, was mich so auf Distanz hält. Gut - inhaltlich habe ich auch einige Fragen (was z.B. soll diese merkwürdige Kopfbedeckung bei dem einzigen Farbigen auf dem Bild???). Aber vorallem beißt sich für mich der Stil des Mittelteils mit den Seitenflügeln. Zu ähnlich um zu kontrastieren, zu "modern" um wirklich dazu zu passen. Mich erinnern die Gesichter vielleicht auch nur zu extrem an: https://en.m.wikipedia.org/wiki/File:Grant_Wood_-_American_Gothic_-_Google_Art_Project.jpg bearbeitet 17. August 2025 von Flo77 Zitieren
Kulti Geschrieben 20. Juni Melden Geschrieben 20. Juni On 5/6/2025 at 12:46 PM, rorro said: was Euch so berührt In Irland waren wir mal in der Nähe der Kathedrale von Cobh auf einem Hügel, als plötzlich jemand mit den 50 Glocken der Kathedrale kirchliche Musik spielte. Blick aufs Wasser, nur die Musik war zu hören - das war mal ne Andacht. 1 Zitieren
Kulti Geschrieben 20. Juni Melden Geschrieben 20. Juni 3 hours ago, Wunibald said: Das war dann wohl ein Carillon. So isses https://carilloncobh.com/ Zitieren
Adrian94 Geschrieben 21. Juni Melden Geschrieben 21. Juni Mich sprechen alle Kunststile an, selbst gut gemachte Neogotik oder Neobarock. Ich liebe auch schlichte Kirchen, durch gut gesetzte Akzente können solche Kirchen ein wahrer Segen sein für das Innehalten - gerade in einer Welt in der wir ja eine regelrechte Bilderflut auf allen Ebenen erleben. Mein Favorit ist die Franziskanerkirche in Graz, die bunten Glasfenster im Ostchor und das Kreuz am Hochaltar beeindrucken mich sehr. Besonders je nach Lichteinfall erscheint der Kirchenraum völlig anders. Zitieren
Kulti Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni Das Richter Fenster im Kölner Dom - aber nicht das Fenster selber, sondern die Stimmung die es erzeugt, wenn es den Dom im Sonnenlicht einfärbt. 1 1 Zitieren
Alfons Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 57 Minuten schrieb Kulti: Das Richter Fenster im Kölner Dom - aber nicht das Fenster selber, sondern die Stimmung die es erzeugt, wenn es den Dom im Sonnenlicht einfärbt. Das Richter-Fenster ist für mich lichtgewordene Spiritualität. Als ich das erste Mal dort saß, sind mir die Tränen runtergelaufen. Überhaupt Kirchenfenster. Sie sind, gerade im Rheinland, wo im Krieg viel kaputt gegangen ist, ein dezentrales Museum der modernen Kunst. Eintritt kostenlos (außer demnächst im Kölner Dom). Für einen Text über Glaskunst habe ich mir vor ein paar Wochen hunderte Kirchenfenster angeschaut - also im Internet natürlich, aber ich renne auch im echten Leben in jede Kirche mit großartigen Kunstwerken. Es gibt Glaskunst, da bleibt dir der Atem weg. Werke von Ludwig Schaffrath, von Wilhelm Buschulte, Herb Schiffer, Maria Katzgrau. Und die Motive! Von Albert Einstein bis Adolf Hitler, vom Tischtennis bis zum Rattensperma und von der Erschaffung der Welt bis zu ihrem Ende ist alles dabei. 1 Zitieren
Kulti Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni Dann wären da noch die Küstenkirchen mit ihren fliegenden Schiffen - die Angst der Menschen um ihre Seeleute ist hier manchmal sehr deutlich zu spüren. Gibt es sowas auch analog für den Bergbau? Zitieren
Flo77 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 40 Minuten schrieb Kulti: Dann wären da noch die Küstenkirchen mit ihren fliegenden Schiffen - die Angst der Menschen um ihre Seeleute ist hier manchmal sehr deutlich zu spüren. Gibt es sowas auch analog für den Bergbau? Das Barbarapatrozinium in Bergbauregionen ist kein Zufall. Ob das auch durch entsprechende architektonische Symbolik ausgedrückt wurde, weiß ich nicht. 1 Zitieren
Alfons Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni (bearbeitet) vor einer Stunde schrieb Kulti: Dann wären da noch die Küstenkirchen mit ihren fliegenden Schiffen - die Angst der Menschen um ihre Seeleute ist hier manchmal sehr deutlich zu spüren. Gibt es sowas auch analog für den Bergbau? Es gibt Kirchenfenster zum Thema Bergbau, ich kenne zwei, aber die haben jeweils eine andere Intention - also nicht Sorge um die Menschen, die untertage ihr Leben riskieren, eher Stolz. 1. In der evangelischen Kirche St. Vinzentius in Bochum-Harpen stellen vier Fenster das Leben der Bergleute dar. Entstanden in den Jahren 1939-42, also heroischer Realismus. Die Fenster wurden im Krieg ausgebaut (oder gar nicht erst eingebaut) und tief unter der Erde im Bergwerk Amalia eingelagert. 2. In der "Gedächtniskapelle Kirchspiel Lohn" im Rheinischen Braunkohlenrevier gibt es ein Fenster, das einen Braunkohlenbagger und Strommasten zeigt. Die Kapelle wurde vor etwa 25 Jahren an der Stelle errichtet, an der früher das Dorf Lohn stand - eines der Dörfer, die für den Tagebau Zukunft abgebaggert wurden. PS: Außerdem gibt es natürlich eine Menge Kirchenfenster mit Darstellungen der heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute. PPS: Da schau her, das hier ist in einer Kirche in Recklinghausen, ich weiß noch nicht, in welcher, aber lässt sich herausfinden. bearbeitet 23. Juni von Alfons 1 Zitieren
Recommended Posts
Join the conversation
You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.