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Eine christliche Perspektive auf den Umgang mit der AfD


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Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb rorro:

Die Eucharistie ist das Heiligste, das wir haben. Es heißt nicht umsonst Allerheiligstes Sakrament.

 

Wenn man jemandem das Allerheiligste gibt, obwohl man zu unrein denkt für den PGR - sind dann die Prioritäten noch in Ordnung?

Was??? Wer spricht denn von "unrein"?

 

Und überhaupt, die Eucharistie ist doch keine Belohnung! Nichts, was nur denen zusteht, die besonders würdig sind o. ä. Was soll das? Das Allerheiligste ist uns geschenkt. Er hat sich hingegeben, ausgeliefert... Nicht auf dem Silbertablett den "Reinen" serviert! Ich könnte grad... 

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Aleachim:

Was??? Wer spricht denn von "unrein"?

 

Was ist es denn anderes als "unreines Denken"?

 

vor 3 Minuten schrieb Aleachim:

Und überhaupt, die Eucharistie ist doch keine Belohnung! Nichts, was nur denen zusteht, die besonders würdig sind o. ä. Was soll das? Das Allerheiligste ist uns geschenkt. Er hat sich hingegeben, ausgeliefert... Nicht auf dem Silbertablett den "Reinen" serviert! Ich könnte grad... 

 

Verstehe. Für den PGR muß man würdig sein. Gut, daß ich da nicht mitmache. Ich würde da nicht reinpassen als Sünder.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 5 Minuten schrieb rorro:

 

Für den PGR muß man würdig sein. 

Nein, beim PGR geht es um Eignung für eine Aufgabe.

 

Völlig verschiedene Paar Schuhe

bearbeitet von Aleachim
Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Aleachim:

Nein, beim PGR geht es um Eignung für eine Aufgabe.

Und für welche Aufgaben, die man als Pfarrgemeinderat so wahrnimmt, eignet man sich pauschal nicht als AfD-Mitglied?

 

Das ist eine ernsthafte Frage, sehr gut möglich, dass ich etwas übersehe.

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Werner001:

Dürfen eigentlich Kommunisten für den PGR kandidieren? Also „Die Linke“ und so was?

 

Gute Frage. "Die Linke" hat doch unter ihrem früheren Namen SED eine jahrzehntelange Diktatur betrieben, in der Christen verfolgt wurden. Mitglieder dieser Partei geeignet sich scheinbar gut für den PGR?

 

Oder was ist mit den Grünen? Die feiern im Bundestag eine Party für die Verabschiedung von Pro-Abtreibungs-Gesetzen. Scheinbar qualifiziert man sich als Mitglied einer solchen Partei auch für den PGR?

Geschrieben (bearbeitet)

Heiligkeit ist kein Kriterium, damit man für den PGR kandidieren darf.

 

Übrigens auch nicht für den Kommunionempfang.

 

IMHO.

 

Es besteht wohl in beiderlei Hinsicht kein Konsens:

 

Widerspricht die AfD fundamentalen christlichen Werten oder ist sie die Erfüllerin christlicher Werte, wie hier von @Guppy  dargelegt wurde (sehe ich nicht so)?

 

Darf man nur von Sünden gereinigt zur Kommunion (sehe ich nicht so) oder reinigt die Kommunion von Sünden?

bearbeitet von nannyogg57
Geschrieben

Es geht nicht darum, ob „die AfD“ fundamentalen christlichen Werten widerspricht, denn das tun alle Parteien, die im Bundestag sind (und waren). Auch die AfD.

 

(Ja, staatlich finanziertes Menschentöten ist gegen fundamentale christliche Werte, sollte niemanden überraschen.)

 

Und zur zweiten Frage sollte Dir Dein katholisches Theologiestudium ausreichend Antwort geben. Ich gehe davon aus, daß Du die Sicht der Kirche da gelernt hast.

 

Wenn also alle Parteien sich nur opportunistisch für das Christentum interessieren (angesichts der Bevölkerung verständlich, Christen in der Minderheit, unter den Christen eine Minderheit, die selbst nicht opportunistisch überzeugt sind) - welches Kriterium befähigt zur Mitarbeit in PGR und KV?

Geschrieben
vor 50 Minuten schrieb rorro:

Es geht nicht darum, ob „die AfD“ fundamentalen christlichen Werten widerspricht, denn das tun alle Parteien, die im Bundestag sind (und waren). Auch die AfD.

Die Bischöfe argumentieren ja damit, dass das die AfD ganz grundsätzlich tut, die anderen Parteien nur in einzelnen Aspekten. 

Ich kann dieser Unterscheidung nicht zustimmen und der Argumentation auch nicht folgen.

 

Abgesehen davon, dass immer noch das Problem des in einen Topf Werfens aller AfD-Mitglieder/-Unterstützer bleibt.

Geschrieben (bearbeitet)

Neulich hörte ich eine Definition von „Feind“, die ich sehr überzeugend fand: ein Feind ist jemand, der einem Interesse von mir entgegensteht.

 

Und da nach unchristlichen Positionen Feinde nicht geliebt werden sollen, sondern beseitigt werden dürfen, haben die Gegner des absoluten Lebensrechtes Ungeborgener und die Gegner der absoluten Menschenwürde aller Geborenen ziemlich viel gemeinsam.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb Kara:

Die Bischöfe argumentieren ja damit, dass das die AfD ganz grundsätzlich tut, die anderen Parteien nur in einzelnen Aspekten. 

 

Die Bischöfe nennen aber nicht ein einziges schlüssiges Argument. Ich wüsste nicht, wo die AfD die Menschenwürde oder das Recht auf Leben für bestimmte Gruppen von Menschen einschränken oder abschaffen will: Zum Vergleich: Die Grünen wollen Ungeborene rechtlich für vogelfrei erklären und Abtreibung komplett legalisieren. Diese Partei veranstaltet im Bundestag Parties, um die Verabschiedung von Pro-Abtreibungs-Gesetzen zu feiern. Nichts dazu von den Bischöfen, rein gar nichts.

Geschrieben
vor 20 Minuten schrieb Guppy:

Nichts dazu von den Bischöfen, rein gar nichts.

Ich meine, in dem entsprechenden bischöflichen Dokument (zur AfD) steht, dass auch die permanente Teilnahme an Pro-Abtreibungs-Demos oder sogar deren Organisation nicht vereinbar mit kirchlichen Ämtern ist.

 

Wenn ich das Papier richtig verstanden habe (ist aber auch schon eine Weile her), kommt es bei der Mitgliedschaft in anderen Parteien darauf an, was derjenige tatsächlich "sichtbar" tut und in wie weit das unvereinbar mit den kirchlichen Überzeugungen ist. Im Falle der AfD reicht eine Mitgliedschaft als Ausschlusskriterium aus, selbst wenn dieses AfD-Mitglied nur beim Partei-Sommerfest die Würstchen grillt (also öffentlich als AfD-Mitglied zu erkennen ist).

 

Ich wäre da einfach für Gleichbehandlung.

Geschrieben

Wie wäre es, wenn die Bischöfe sich mal im die Balken im eigenen Auge kümmern?

 

Die Kirche in Deutschland und vorallem die Bischöfe haben doch in den letzten Jahren genug Schuld auf sich geladen, z.B. bei Corona oder bei der "Flüchtlingspolitik", wo kaum Kritik zu hören war und man sich zum Helfershelfer der Regierung gemacht hat, bis heute ohne Reue und Einsicht darüber wie inhuman das eigentlich alles war.

 

Aber großspurig mit dem Finger auf andere zeigen, die nicht alles kritiklos mitmachen und aus guten Gründen Widerspruch erheben.

 

 

Geschrieben (bearbeitet)
On 12/21/2025 at 8:49 AM, Merkur said:

Zum Christentum gehört das christliche Menschenbild. Dazu gehört die Menschenwürde. Die verträgt sich nicht mit Unfreiheit. Zur Freiheit gehört auch, in dem Gemeinwesen, in dem man lebt, mitbestimmen zu können. Deswegen können undemokratische Gesellschaftsformen nicht christlich sein. 

Gebt dem Kaiser was dem Kaiser gehört... widerspricht dir da klar. Der war wohl nicht gerade sehr demokratisch. Ueberhaupt sind nicht einzelne Länder oder Gesellschaftsformen christlich, sondern einzelne Menschen. Und selbst bei denen ist das nicht so ohne weiteres binär feststellbar. Wenn man einen AfD-ler für ungeeignet ansieht, in der Pfarre eine Aufgabe zu übernehmen, und sei es nur den Bus zum Pilgerort zu fahren, dann ist das allerdings hochgradiges Geheuchel. Es gibt viele Gründe bei der AfD mitzumachen ohne ein glatzköpfiger Rechtsextremist zu sein. zb

  • man traut ihr zu die Probleme besser lösen zu können als die Altparteien, resp. man die Schnauze vor denen endgültig voll.
  • der Kandidat des Wahlkreises ist einem sehr sympathisch
  • man will durch Engagement zu verhindern versuchen dass sie in den Rechtsextremismus abgleitet. Es gibt dort wohl, wie in jeder Partei, "linke" und "rechte" Flügel. Oder besser ausgedrückt - gemässigte und extreme.
bearbeitet von phyllis
Geschrieben (bearbeitet)
vor 34 Minuten schrieb phyllis:

Gebt dem Kaiser was dem Kaiser gehört... widerspricht dir da klar. 

Im Gegenteil, das bestätigt meine Meinung. Der Vers lautet vollständig: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist". Dem Kaiser gehört nicht alles, sondern nur das, was ihm zusteht. Der Mensch ist keine Verfügungsmasse der Regierenden = christliches Menschenbild. 

bearbeitet von Merkur
Geschrieben

Ich glaube, daß, so wie es die Kirche lehrt, der Christ in jeder Regierungsform leben kann (wenn man ihn läßt), eine auf die Freiheit aller Menschen konzentrierte Demokratie aber der Würde des Menschen am ehesten entspricht. Damit wird allerdings die Demokratie nicht christlich.

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb rorro:

Ich glaube, daß, so wie es die Kirche lehrt, der Christ in jeder Regierungsform leben kann (wenn man ihn läßt), eine auf die Freiheit aller Menschen konzentrierte Demokratie aber der Würde des Menschen am ehesten entspricht. Damit wird allerdings die Demokratie nicht christlich.

Demokratie ist christlich. Siehe weiter oben im Thread.

 

 

Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb nannyogg57:

Demokratie ist christlich. Siehe weiter oben im Thread.

 

Eine Staatsform ist nicht christlich. Menschen sind es.

 

(Zumal es massive Unterschiede gibt zwischen direkter Demokratie, parlamentarischer repräsentativer Demokratie, Parteiendemokratie, konstitutioneller demokratischer Monarchie etc….)

Geschrieben
Am 6.1.2026 um 23:11 schrieb rorro:

 

Es gab zwar zum Tode Verurteilte der Nürnberger Prozesse (z.B. Hans Frank), die nach der Beichte die Kommunion bekamen (was ich für richtig halte), aber ein AfD-Mitglied darf nicht den Chor leiten.

 

Wir entwickeln uns eben immer weiter ...

Das sind zwei verschiedene Dinge: Es ist gute katholische Lehre, dass Gott jede Sünde vergibt, wenn der Sünder seine Verfehlung einsieht und sich bemüht, sich zu bessern - auch wenn es sich, wie eben bei Hans Frank, um schwerste Sünden (Massenmord, planmäßiiger Raub) handelt. Ob Hans Frank tatsächlich im letzten Moment zur Einsicht kam, darf man getrost bezweifeln. Das Urteil darüber bleibt jedoch Gott überlassen. Insofern finde ich es ebenfalls richtig, dass ihm noch die Kommunion gespendet wurde.

Es ist auch gute christliche (nicht nur katholische) Tradition, zwar die Sünde zu hassen, nicht aber den Sünder. Wenn man erkennt, dass jemand auf dem falschen Weg ist, soll man versuchen, ihn zu überzeugen, aber nicht alle Kontakte abbrechen.

Wenn ich allerdings über das Verhältnis von Christen oder der Kirche zu einer politischen Partei oder Gruppe spreche, muss ich mich notwendigerweise mit den Zielen und der Arbeit dieser Partei befassen: Welche Forderungen und welche Handlungen widersprechen konkret der christlichen Lehre? 
Dann gerate ich aber automatisch in eine politische Diskussion.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb MartinO:

Wenn ich allerdings über das Verhältnis von Christen oder der Kirche zu einer politischen Partei oder Gruppe spreche, muss ich mich notwendigerweise mit den Zielen und der Arbeit dieser Partei befassen: Welche Forderungen und welche Handlungen widersprechen konkret der christlichen Lehre? 
Dann gerate ich aber automatisch in eine politische Diskussion.

 

Wie gesagt, nicht zwingend.

 

Ich habe überhaupt nichts dagegen, ganz im Gegenteil, daß der Christ die Parteiprogramme einer sehr kritischen Beurteilung unterzieht.

 

Nur bitte dann alle.

 

Und für einen Christen, das halte ich für eine Selbstverständlichkeit, ist die Grundlage der Entscheidung das Evangelium (und für einen Katholiken noch die Lehre der Kirche) und nicht das Grundgesetz.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 18 Stunden schrieb rorro:

 

Eine Staatsform ist nicht christlich. Menschen sind es.

 

(Zumal es massive Unterschiede gibt zwischen direkter Demokratie, parlamentarischer repräsentativer Demokratie, Parteiendemokratie, konstitutioneller demokratischer Monarchie etc….)

Es gibt ja gerade innerhalb der Kirche ein Revival, Stichwort Synodalität. Und natürlich ist das nicht ein demokratisches System mit Parteien und Abstimmung per Mehrheitsbeschluss. Theologisch ist es kirchlicherweise die Frage, wie sich der Geist Jesus äußert: Durch die Eingebung in einen Einzelnen, der deshalb unfehlbar sein muss oder durch das Kollegium der Bischöfe oder durch den sensus fidelium? Die letzten beiden hat man erst mit dem Vat II wieder angefangen ernst zu nehmen. Aber das ist nix Neues, das ist uralt.

Geschrieben
Am 9.1.2026 um 12:09 schrieb Guppy:

Wie wäre es, wenn die Bischöfe sich mal im die Balken im eigenen Auge kümmern?

 

Die Kirche in Deutschland und vorallem die Bischöfe haben doch in den letzten Jahren genug Schuld auf sich geladen, z.B. bei Corona oder bei der "Flüchtlingspolitik", wo kaum Kritik zu hören war und man sich zum Helfershelfer der Regierung gemacht hat, bis heute ohne Reue und Einsicht darüber wie inhuman das eigentlich alles war.

 

Aber großspurig mit dem Finger auf andere zeigen, die nicht alles kritiklos mitmachen und aus guten Gründen Widerspruch erheben.

 

 

da die Bischöfe Deine Haltung nicht teilen ?😉

Geschrieben
Am 11.1.2026 um 08:21 schrieb Spadafora:

da die Bischöfe Deine Haltung nicht teilen ?😉

 

Nein, natürlich kann jeder Bischof - wie jede andere Person auch - seine eigene Meinung zu politischen/sozialen Themen. Er soll aber dann nicht seine politische Privatmeinung als eine Art kirchliche Lehre  und andere Meinungen als unchristlich oder nicht vereinbar mit der Kirchenlehre darstellen.

 

Das war im Fall von Corona so, wo die Kirche in Deutschland so ziemlich versagt hat und das war auch im Fall der "Survival of the fittest"-Flüchtlingspolitik so.

Geschrieben
vor 36 Minuten schrieb Guppy:

Das war im Fall von Corona so, wo die Kirche in Deutschland so ziemlich versagt hat und das war auch im Fall der "Survival of the fittest"-Flüchtlingspolitik so.

 

Ich weiß, dass du hier eine Partei präferierst, deren Vertreter für den Schusswaffengebrauch sind. Deswegen halte ich deinen vorgeblichen "Lebenschutz" auch für wenig glaubwürdig. 

 

Aber wenn einem die Lehre der Kirche nicht gefällt, dann erklärt man die schnell zur Privatmeinung des Bischofs. 

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Chrysologus:

Ich weiß, dass du hier eine Partei präferierst, deren Vertreter für den Schusswaffengebrauch sind.

 

Ich bin ja kein AfD-Wähler, aber den Schusswaffengebrauch sieht das Gesetz ggf. vor.

 

Ein anderes Thema ist die Frage ob ich das gutheiße (sowohl Gesetz wie etwaigen Gebrauch).

 

Dich das wird voraussichtlich zu politisch…

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