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Eine christliche Perspektive auf den Umgang mit der AfD


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Geschrieben
vor 17 Stunden schrieb rorro:

Hinweis des Nicht-Mod: es könnte hier zu politisch werden…

 

Und weiter?

Geschrieben
vor 14 Stunden schrieb gouvernante:

Kurze Mod-Erinnerung:

Hier bitte dabei bleiben, was Glaube und Theologie zu Programm und dem Handeln der Mitglieder der og. Partei zu sagen hat.

 

Wusste gar nicht, dass Glaube und Theologie etwas zu sagen Vermögen, dachte bisher, dass Gläubige und Theologen etwas zu sagen hätten. Da habe ich mich aber geirrt, die dürfen auch nur mit Worthülsen und Phrasen um sich werfen, um nicht gleich  als braun zu gelten

Geschrieben
vor 6 Stunden schrieb Die Angelika:

Und weiter?

 

Dann wird evtl. die Diskussion administrativ abgewürgt.

Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb Guppy:

Über das Thema Inklusion an Schulen kann man ja verschiedener Meinung sein und gute Argumente dafür haben. Wer der Meinung ist, dass geistig behinderte Kinder in sonderpädagogischen Schulen besser aufgehoben sind als in Regelschulen, weil dort besser auf ihre Bedürfnisse eingegangen werden kann und sie deshalb mehr davon profitieren, ist deshalb kein Behindertenfeind.

 

Auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen eingehen kann man in beiden Schulformen in gleicher Weise - in der Regelschule ist das allerdings teurer.  Das stört manche.

Geschrieben
vor 11 Minuten schrieb Chrysologus:

Auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen eingehen kann man in beiden Schulformen in gleicher Weise - in der Regelschule ist das allerdings teurer.  Das stört manche.

 

Ich bin sehr für integrativen Unterricht - aber nicht so wie in NRW exerziert. Da wurden mit dem Grund "wir haben ja die Konvention unterschrieben" extrem viele Sonderschulen geschlossen und die Kinder an die Normschule geschickt. Ohne bauliche Anpassung derselben, was nicht selten auch gar nicht gut ging, ohne ausreichendes Personal - vieles wurde den nicht weitergebildeten Lehrern einfach reingedrückt, die ja jetzt schon den Ausputzer der Nation spielen sollen. Aber "wir haben ja die Konvention unterschrieben" - egal wenn die Kinder darunter leiden. Gesinnungsethiker sind dann am schlimmsten, wenn ihre Entscheidungen sie selbst nicht betreffen ....

 

 

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Geschrieben

Das ist eine vollkommen andere Frage als die Frage, ob Inklusion als solche richtig is oder ob man aus Kostengründen und um Kontakte zu vermeiden Menschen mit Behinderungen (und dazu gehören auch Körperbehinderungen!) aussondert.

Geschrieben (bearbeitet)

Ja, aber durch so ein Vorgehen (hier mal wieder der reinen Gesinnungsethik-Partei) verbrennt man gekonnt ein wichtiges Thema.

bearbeitet von rorro
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Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Chrysologus:

aus Kostengründen und um Kontakte zu vermeiden Menschen mit Behinderungen

Und das ist die Begründung der AfD? Dann finde ich das auch skandalös.

Bei der real existierenden Inklusion hat @rorro das Problem ja schon richtig beschrieben. Somit ist die real existierende Inklusion ziemlich kontraproduktiv, solange nicht erst mal die Voraussetzungen geschaffen sind (was nicht allein Geld, sondern auch viel Zeit braucht)

 

Werner

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Werner001:

Und das ist die Begründung der AfD? Dann finde ich das auch skandalös.

 

Die Begründung ist, dass Inklusion in den Schulen in der Praxis nicht funktioniert und deshalb sowohl die behinderten wie auch die nicht behinderten Kinder mehr Nach- als Vorteile davon haben.

 

Das wird dann von manchen als "Behindertenfeindlichkeit" dargestellt, oft gerade aus der Ecke, die noch nie einen Ton zur massenhaften Abtreibung von Behinderten wegen ihrer Behinderung gesagt haben und allgemein der Meinung sind, Abtreibung von Behinderten (und nicht Behinderten) wäre ein Grundrecht.

Geschrieben
3 hours ago, Chrysologus said:

Das ist eine vollkommen andere Frage als die Frage, ob Inklusion als solche richtig is oder ob man aus Kostengründen und um Kontakte zu vermeiden Menschen mit Behinderungen (und dazu gehören auch Körperbehinderungen!) aussondert.


Das alte Problem von „gut gemeint“ und „gut gemacht“. Ich finde in solchen Kontexten die Realität wichtiger als die Absichten, denn Ressourcen sind immer begrenzt. Übrigens handelt die Kirche im Bereich von Schule und Gesundheitswesen exakt so: wenn ihr die Mittel ausgehen, schließt sie Einrichtungen, egal, ob es Bedarf daran gibt. In so einem Fall wäre halt notwendig, dass Kirche selbst eben nicht rein dem moralisch wünschenswerten, sondern ebenso dem praktisch umsetzbaren folgt

Geschrieben
9 hours ago, Chrysologus said:

Auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen eingehen kann man in beiden Schulformen in gleicher Weise - in der Regelschule ist das allerdings teurer.  Das stört manche.

Da müsste man erstmal festhalten unter welchen Behinderungen diese Kinder leiden. Können sie dem normalen Unterricht trotzdem folgen, resp. kann es erwartet werden? Dann spricht nix gegen ihre Integration in die Regelschule. Ein Rollstuhl zb ist wirklich kein Grund für ihren Ausschluss davon.

 

Aber wenn nicht leiden oft die "normalen" Kinder im Unterricht. Meist sind es sprachliche Gründe oder asoziales Verhalten der sog. Behinderten, gelernt im Elternhaus. Ich hab da so ein paar Erfahrungen aus meiner Grundschulzeit in BW. Und das ist kein Einzelfall.

 

Geschrieben

Ich betreue als Betriebsarzt integrative Kindergärten. Der personelle Aufwand für Betreuung wie Therapie ist deutlich höher als bei normalen Kitas. Dafür müssten Schulen massiv um- und ausgebaut werden. Ich bin dafür, daß das geschieht, nur wie gesagt: erst die Bedingungen schaffen. dann zusammenlegen.

Geschrieben
vor 30 Minuten schrieb rorro:

erst die Bedingungen schaffen. dann zusammenlegen.

 

Da die AfD das zweite ablehnt, muss man das erste gar nicht erst machen. Gilt für alle Behinderungen - man will sie dem öffentlichen Blick entziehen und wird dann die Kosten beklagen, die sie verursachen.

Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb Chrysologus:

Da die AfD das zweite ablehnt, muss man das erste gar nicht erst machen. Gilt für alle Behinderungen - man will sie dem öffentlichen Blick entziehen und wird dann die Kosten beklagen, die sie verursachen.

 

Bei mir muss sich die AfD nicht bemühen, das ist vergeblich.

 

Daß Menschen mit Behinderung bei Utilitaristen keinen leichten Stand haben, ist klar. Gilt für links wie für rechts.

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Chrysologus:

Da die AfD das zweite ablehnt, muss man das erste gar nicht erst machen. Gilt für alle Behinderungen - man will sie dem öffentlichen Blick entziehen und wird dann die Kosten beklagen, die sie verursachen.

Sieht jetzt erstmal nach reiner schwarz-weiß-Malerei von Dir aus. Wo wurde denn behauptet, daß man das zweite nicht wolle, AUCH WENN die Bedingungen geschaffen wären?

 

Ich habe drei Kinder durch ein Schulsystem treiben müssen, daß mit dem Thema Inklusion hoffnungslos überfordert war. Übrigens nicht, weil in den Klassen Kinder mit körperlichen Behinderungen waren, sondern weil die Kandidaten schlicht unbeschulbar waren und weder Lehrkörper noch Betreuer einen normalen - oder wenigstens zielgerichteten - Unterricht schaffen konnten. Ist für Eltern von Gymnasialkindern jetzt nicht so wahnsinnig interessant, denn die eigenen Kinder sind davon ja eher selten betroffen.

 

Und in einem Land, in dem die Krankenkassen die Genehmigung von Behandlungen und Hilfsmitteln nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip prüfen, was auch heißt, daß ab einem bestimmten Alter längst nicht mehr alle Therapien bezahlt werden und dessen gesamter Sozialstaat auf der Kippe steht auch beim Thema Bildung die Frage nach der Finanzierbarkeit und der Sinnhaftigkeit eines 1:1 Betreuungsschlüssels für Schüler mit Herausforderungen gestellt werden muss (mal völlig unabhängig davon, daß dieser Schlüssel schon aufgrund fehlenden Personals überhaupt gewährleistet werden kann), ist leider eine Realität, an der auch der glühendste Verweis auf "verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen" nichts ändert.

 

Was Leo XIII. zum Wahlprogramm der Linken sagen würde, ist glaube ich auch kein Geheimnis.

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Chrysologus:

Da die AfD das zweite ablehnt, muss man das erste gar nicht erst machen. Gilt für alle Behinderungen - man will sie dem öffentlichen Blick entziehen und wird dann die Kosten beklagen, die sie verursachen.

 

Hast du eine konkrete Quelle für deine inzwischen mehrfach aufgestellte Unterstellung, die AfD wolle Behinderungen/Behinderte aus dem öffentlichen Raum verdammten/aus dem öffentlichen Blick entziehen? Oder entspringt das deiner Phantasie?

Geschrieben

Was mich an dieser Diskussion gerade tatsächlich wundert, ist der Aspekt real existierende Verhältnisse mit den politischen Absichtserklärungen der AfD zu vermischen. Die AfD bestimmt politisch nicht mit, hat es noch nie. Wie z.B. Inklusion läuft, haben grundsätzlich andere entschieden.

Ich sehe hier ein grundsätzliches Problem in der Diskussion, weil so überhaupt nicht über reale Politik, sondern bloße Absichtserklärungen diskutiert wird. Das führt aber zu einem grundsätzlichen Missverständnis vom Wesen des Politischen, weil es eigentlich dann nur noch um moralisierende Weltanschauungsfragen geht.

Die Kirche war früher gerade in Deutschland recht pragmatisch, weil sie ja auch ein ziemlich gewichtiger sozialer Akteur war. Wenn aber diese Rolle schwindet, besteht die Gefahr, immer idealistischer und weltanschaulicher zu argumentieren, während die Lebensrealität der Menschen immer weiter aus dem Blick verschwindet.

Für mich ist der Christus des Evangeliums aber immer ein Akteur unter den Menschen, dessen Kraft gerade aus seiner Ansprache der Menschen in ihren Nöten kommt. Wer braucht Hilfe in seiner Not? Der Kranke, der Überfallene, der Hungrige, der Gefangene, der in seinen Sünden verstrickte Mensch.

Eine Kirche, die sich nur noch in Doktrinen oder Parteipolitik verstrickt, läßt sich meiner Meinung nach in ein Feld verführen, in dem sie gar nicht „gewinnen“ kann. Sie wird einfach zu einem weiteren Imageverbreiter und Ideologielautsprecher unter unendlich vielen anderen.  Das ist in meinen Augen ein echtes Dilemma, weil gerade so heute „Followerschaft“ generiert wird. 

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