rorro Geschrieben 6. Dezember 2025 Melden Geschrieben 6. Dezember 2025 (bearbeitet) vor 8 Stunden schrieb nannyogg57: So ist es auch mit der Theologie. Experimentelle Erfahrung? Oh, das wusste ich nicht. Lese ich zum ersten Mal. vor 8 Stunden schrieb nannyogg57: Du beanspruchst hier besondere Kenntnisse in medizinischen Fragen, weil du die Bücher dazu gelesen hast. Ja. Und wenn Du mich was dazu fragst, schaue ich nach und sage Dir sicher, auf welcher Seite es wo steht und versuche es zu erklären. vor 8 Stunden schrieb nannyogg57: Du kannst hier nachfragen: Woher weißt du das? Hast du überhaupt Ahnung? Das machst du immer, wenn dir eine Absicht nicht behagt. Wenn sie dir behagt, dann interessieren dich die dicken theologischen Bücher nicht. Weil es keine echte Nachfrage ist, sondern der Versuch, alles als unglaubwürdig zu diskreditieren, was dir nicht passt. Das ist Blödsinn. Wer eine Meinung hat und sich dabei auf Autorität beruft (das tue ich ja auch nicht selten), der sollte diese Autorität nennen können mit Roß und Reiter. “Guck selber nach“ ist keine überzeugende Argumentation. In dem NT-Kommentaren, die ich habe (von lehrstuhlinhabenden Neutestamentlern geschrieben) finde ich Deine Behauptung nicht, daß Jesus „nur“ das meinte. Wenn Dein Wissen auf (experimenteller) Erfahrung beruht, dann ist das ja erstaunlich, oder? Hättest Du geschrieben „ich habe damals gelernt, daß Jesus nur das meinte“, dann hättest Du mein vollstes Verständnis. Du glaubst gar nicht, was ich alles im Studium gelernt habe, was sich schon als Irrtum herausgestellt hat (natürlich nicht alles). Also: es kann sein, daß Er nur das meinte - vielleicht auch nicht. bearbeitet 6. Dezember 2025 von rorro Zitieren
Chrysologus Geschrieben 6. Dezember 2025 Melden Geschrieben 6. Dezember 2025 vor 9 Stunden schrieb rorro: Und noch einmal: in - wie wir jetzt gelernt haben - >99,99% der Fälle richtet sich der Eintrag nach der Biologie. Deswegen wäre die Kirche dann maximal "Handlangerin der Biologie". Theologisch und rechtlich genügt es eben nicht, wenn es in den meisten Fällen schon passt. Selbst ein Geschlechtseintrag basierend auf dem Vornamen wird in weit über 99% der Fälle "korrekt" sein, ganz egal ob man das Geschlecht nun phänotypisch, genotypisch, nach Selbsteinschätzung oder nach sozialer Rolle bestimmt. Zitieren
rorro Geschrieben 6. Dezember 2025 Melden Geschrieben 6. Dezember 2025 (bearbeitet) vor 3 Stunden schrieb Chrysologus: Theologisch und rechtlich genügt es eben nicht, wenn es in den meisten Fällen schon passt. Sagt wer? Wenn alles immer rechtlich geklärt wäre, bräuchten wir kaum Gerichte, um Einzelfälle zu klären. vor 3 Stunden schrieb Chrysologus: Selbst ein Geschlechtseintrag basierend auf dem Vornamen wird in weit über 99% der Fälle "korrekt" sein, ganz egal ob man das Geschlecht nun phänotypisch, genotypisch, nach Selbsteinschätzung oder nach sozialer Rolle bestimmt. Das ist eine deutsche Brille. Es gibt genug Länder, in denen es Namen gibt, die für beide Geschlechter stehen (bei uns auch, bspw. „Conny“, doch dann verlangt die Behörde in Deutschland(!) einen deutlichen zweiten Vornamen, andere Länder tun das nicht). Und der Name wird ja aufgrund des Geschlechts gewählt, daß sich äußerlich zeigt, welches ja nahezu immer korrekt ist. bearbeitet 6. Dezember 2025 von rorro Zitieren
Shubashi Geschrieben 7. Dezember 2025 Melden Geschrieben 7. Dezember 2025 Mal eine Frage, da der Thread ja sowieso off-topic ist: haben staatliche standesamtliche Einträge eigentlich irgendeine kirchenrechtliche Relevanz? Könnte z.B. jemand auf seinen in Deutschland frei wählbaren Geschlechtseintrag pochen, um als Frau Aufnahme im Priesterseminar zu finden? Zitieren
Guppy Geschrieben 7. Dezember 2025 Melden Geschrieben 7. Dezember 2025 Zitat Es gab zumindest einen Aspekt, bei dem es wirklich emotional wurde: die AfD. Es ging konkret um zuvor getroffene Äußerungen des Bunds Katholischer Unternehmer (BKU), die als ein Gesprächsangebot an die AfD gelesen wurden. Stetter-Karp hatte zu Beginn der Vollversammlung die Mitglieder angesprochen - der Bund Katholischer Unternehmer ist Mitglied im ZdK - und ein Befremden über, wie sie sagte, "eine gewisse Normalisierung dieser in Teilen faschistischen Partei" geäußert. Sie hat aber ebenso erklärt, man stünde im Austausch mit dem BKU und sei sich einig, dass Erfolge der AfD verhindert werden müssten. Es sei jedoch strittig, wie man das mache. Am zweiten Tag der Vollversammlung wurde das Thema überraschend noch einmal von dem ehemaligen Bundesvorsitzenden des Verbands, Ulrich Hemel, aufgegriffen. Er ging ans Mikrofon, wies Stetter-Karps Kritik sehr deutlich zurück und sagte, sie sei sehr verletzend für den Verband gewesen. Dieser Beitrag wurde aber vom Präsidium unterbrochen. Das Thema blieb ein wenig in der Luft hängen, es könnte also zu weiteren Diskussionen führen. https://www.domradio.de/artikel/zdk-stimmt-fuer-synodalkonferenz-und-reflektiert-umgang-mit-der-afd Karp, die "antifaschistische" Kämpferin der Kirche. Zum Glück haben wir sie. 😎 Zitieren
rorro Geschrieben 7. Dezember 2025 Melden Geschrieben 7. Dezember 2025 Im Grunde genommen plädiert der ZdK und die Bischöfe für die verzerrte Version dessen, was dem Autor des gleichnamigen Buches vorgeworfen wurde: die "Benedikt-Option" (Namensgeber war der Hl. Benedikt von Nursia, nicht der Papst). hier eben auf polit. Kontakt bezogen: mit denen wollen wir nichts zu tun haben. Und wer sich einem Gespräch öffnet, wie der BKU, der ist schon der Sympathie verdächtig und Kontaktschuld ist mit die höchste Schuld, der man im woken Zeitalter überführt werden kann. Zitieren
duesi Geschrieben 11. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 11. Dezember 2025 Am 7.12.2025 um 16:35 schrieb rorro: Im Grunde genommen plädiert der ZdK und die Bischöfe für die verzerrte Version dessen, was dem Autor des gleichnamigen Buches vorgeworfen wurde: die "Benedikt-Option" (Namensgeber war der Hl. Benedikt von Nursia, nicht der Papst). hier eben auf polit. Kontakt bezogen: mit denen wollen wir nichts zu tun haben. Und wer sich einem Gespräch öffnet, wie der BKU, der ist schon der Sympathie verdächtig und Kontaktschuld ist mit die höchste Schuld, der man im woken Zeitalter überführt werden kann. Genauso wie Jesus Kontaktschuld vorgeworfen wurde, weil er mit Zöllnern und Sündern Gemeinschaft hatte. Zitieren
duesi Geschrieben 11. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 11. Dezember 2025 Ich hätte jetzt eine ganze Zeit über keine Zeit, Postings zu machen. Hier sind ja ganz spannende Diskussionen entstanden. Zitieren
duesi Geschrieben 11. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 11. Dezember 2025 Am 3.12.2025 um 16:23 schrieb rorro: Was, wenn der Ortsbischof bzw. seine Vorgänger (ohne Revision durch den aktuellen) mehrfach festgestellt haben, daß das menschliche Leben von der Zeugung bis zum natürlichen Tod immer zu achten sei und das somit ein Wert Jesu ist? Dürfen dann eigentlich Menschen in der Kirche mit Ämtern aktiv sein, die mit ihrer Mitgliedschaft einer Partei für eindeutig andere Werte stehen? Das Problem deiner Betrachtungsweise ist, dass der Christ nicht in erster Linie moralische Werte vertritt, die irgendwie rechtsstaatlich durchsetzbar wären, sondern die frohe Botschaft vom Erlöser. Und ja, ein Christ darf an den Wert des Lebens von der Befruchtung bis zum natürlichen Tod glauben und trotzdem eine Partei wählen, die Schwangerschaftsabbrüche nicht gesetzlich sanktionieren möchte. Es ist auch ein völliger Unsinn, das Setzen des Wahlkreuzchens moralisch oder theologisch zu überhöhen. Denn die Tatsache, dass eine Frau in einer ungewollten Schwangerschaft in einer Konfliktsituation ist, ändert sich nicht dadurch, dass man drakonische Strafen für Schwangerschaftsabbrüche verhängt. Zunächst einmal sagt das Evangelium, dass die Bedürfnisse einer solchen Frau bei Jesus Annahme und Stillung finden können. Dass auch die Bedürfnisse des ungewollten Kindes bei Jesus Annahme und Stillung finden. Die Aufgabe von uns Christen ist es, diese gute Botschaft in die Welt zu tragen und sowohl die Frau als auch das Kind ohne moralisierenden Zeigefinger zu lieben. Der Frau und auch dem Kind ist nicht dadurch geholfen, dass ich ein Wahlkreuzchen bei einer Partei mache, die sich auf die Fahne geschrieben hat, Schwangerschaftsabbrüche zu sanktionieren. Zitieren
duesi Geschrieben 11. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 11. Dezember 2025 Am 2.12.2025 um 16:57 schrieb Aleachim: Ich würde jetzt nicht sagen, dass Bischof Wilmer in diesem Gespräch ein "anderes Evangelium" vertritt, nur weil er nicht in der Ausprägung wie Stegemann bereit ist, auf AfDler zuzugehen. Er gibt Stegemann ja grundsätzlich recht und sagt, dass man natürlich auch den Dialog suchen sollte, aber man bestimmte Positionen einfach nicht dulden, ignorieren, oder gar gutheißen kann. In dem Fall müsse man sich klar dagegen stellen. Und irgendwie stimme ich ihm auch zu. Jeder, der die Brandmauer und andere Abwehrversuche verteidigt oder notwendig findet, hat dafür ja einen guten Grund. Ein möglicher Grund (vielleicht der Hauptgrund), den glaub ich Bischof Wilmer auch nennt, ist der Schutz von Schwächeren. Es wird in diesem Podcast (ein Stück vor der AfD-Thematik, glaub ich), thematisiert, dass es eine wichtige Aufgabe der Kirche ist, auf der Seite der Opfer zu stehen. Stegemann würdigt das als ganz großes Verdienst. Gibt dann aber zu bedenken, dass das heute schnell kippt. Es werden nur noch die Opfer gehört. Es wird nur noch den Opfern geglaubt. Täter (und manchmal sogar nur Verdächtige) werden komplett ausgeschlossen, manchmal fast entmenschlicht. Zum Schutz der Opfer dürfe man diesen Menschen gar nicht mehr zuhören. Ich glaube, diese Problematik wird ganz oft verkannt, deshalb wähnt man sich nicht nur im Recht, sondern sogar in der Pflicht, so konsequent gegen AfD-Mitglieder, -Wähler oder -Sympathisanten vorzugehen. Ja nicht das kleinste Zugeständnis. Die Grundintention ist eine gute (Das sollte man anerkennen.) Aber vor lauter Angst, ist man auf einem Auge blind und sieht nicht mehr, dass niemand nur Täter ist. Und mir scheint, dass da einfach auch der Glaube fehlt, dass es etwas in einem Menschen verändert, wenn man ihm mit Liebe begegnet. Ich glaube, es ist ein anderes Interview mit Stegemann, wo er erzählt, dass es in einem Theater, in dem er gearbeitet hat, auch mal die Überlegung gab, dass AfD-Mitglieder keinen Zutritt haben sollten. Er stellte sich vehement dagegen, mit der Begründung, dass er daran glaube, dass Theater wirklich etwas bewirken kann und mehr ist, als bloße Unterhaltung. Mit diesem Glauben müsste man vielmehr sagen, AfD-Mitglieder zahlen nur den halben Preis. Womöglich könnten regelmäßige Theaterbesuche einen AfDler zu einer anderen Ansicht bewegen... (Ich denke, das war mit einem Augenzwinkern gemeint. Aber die Grundidee finde ich richtig!) Ich stimme dir zu. Ich meine, wenn man sich an Jesus orientiert, er hatte keinerlei Kontaktängste gegenüber fragwürdigen oder gesellschaftlich ausgegrenzen Menschen. Hart entgegengetreten ist er nur den Pharisäern. Und ich meine, dass Jesus das aus einer Fürsorgeverantwortung gegenüber den Sündern und Zöllnern getan hat. Er hat sich ja auch mit Nikodemus, einem Pharisäer, ganz persönlich getroffen. Also hat er die Pharisäer nicht geschmäht, um sie abzuwerten, sondern um sich dabei öffentlich vor die Zöllner und Sünder zu stellen. Ansonsten hatte er sowohl einen Zeloten als auch einen Kollaborateur mit den Römern in seinem Gefolge. Auf unsere Situation bezogen wäre das vergleichbar mit einem Kaffeeklatsch, bei dem sowohl ein AfD-Wähler als auch ein muslimischer Salafist mitkommen. Zitieren
duesi Geschrieben 11. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 11. Dezember 2025 Am 4.12.2025 um 14:05 schrieb Chrysologus: Das höngt davon ab, welchem Verständnis von Gehorsam in der KIrche man anhängt - ich für mich bin davon überzeugt, das man der Lehre der Kirche klar widersprechen darf, dass man zu anderen Ansichten udn Einsichten kommen darf und dass das das Normal der Kirchengeschichte ist. Das gilt für die Frage des Umgangs mit bestimmten Parteien ebenso wie für die Frage der richtigen Liturgieform wie für die Frage der Moraltheologie. Nur wenn man diese Freigheit für sich in Anspruch nimmt, dann möge man bite nicht behaupten, ales geteu anzunehmen,das die Kirche vorlegt. Ich weiß nicht, ob ein solches Handeln Deine Gottesbeziehung beschädigt - das kann niemand wissen außer Dir. Sünde ist nun mal in meinem Verständnis kein objektiver Zustand - ganz gleich, ob man AfD wählt oder Sex mit einem MEnschen hat, mit dem man nicht verheiratet ist. Aber Funktionsträger oder öffentlich bekennendes Mitglieder eines Veriens zu sein, den die Kirche klar und amtlich als unchristlich benannt hat, kann unter Umständen nicht vereinbar mit bestimmten Funktionen sein. Ich stimme dir in dem grundlegenden Gedanken zu, dass nicht jeder Widerspruch zur Kirchenlehre gleich mit einem schlechten Gewissen einhergehen braucht. Denn die Kirche nimmt für sich in Anspruch, mir den Weg in die Beziehung zu einer lebendigen Gottheit zu weisen. Wenn ich wirklich diesen lebendigen Gott suche und die Verkündigung der Kirche dabei ernst nehme, aber auch meine eigenen Fragen und Zweifel vollends ernst nehme, ist es ganz normal, dass ich mich hier und da zu reiben beginne. Und nur in dieser Reibung entsteht Erkenntnisgewinn und Leben, nicht toter Paragraphen- und Buchstabenglaube. Zitieren
duesi Geschrieben 11. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 11. Dezember 2025 Am 5.12.2025 um 10:52 schrieb Cosifantutti: Deine Herangehensweise finde ich sehr unterkomplex….… ……… natürlich hatte die NSDAP nicht in ihrem „Wahlprogramm“ stehen, dass sie „Juden vergasen wolle“…. Aber Fakt ist doch: die NSDAP war von Anfang an eine sehr stark antisemitische Partei, daran gab es nie einen Hauch von Zweifel. Hitler hatte ja schon ausführlich in seinem Buch „Mein Kampf“ aus den frühen 20er Jahren seine konsequent antisemitische Weltsicht breit und klar dargelegt. Immer war für die Anhänger der NSDAP klar, dass die Juden eigentlich überhaupt keinerlei bürgerliches Existenzrecht in Deutschland haben….. der jahrelangen politischen Agitation folgten ab 1933 nach Regierungsübernahme der NSDAP auch konsequent verschiedene Maßnahmen und „Gesetze“ der politischen und bürgerlichen Ausgrenzung….. auch für die NDSAP war noch 1933 keineswegs klar, wie die später sogenannte „Endlösung“ letztendlich konkret aussehen sollte: Vertreibung, Ausweisung, Umsiedlung ? Auch für die jüdischen Bürger in Deutschland war das ja überhaupt nicht klar, wo das alles letztlich enden sollte, sie wären dann ja alle schon spätestens im Januar 1933 aus Deutschland ausgereist / geflüchtet etc… in ein sicheres Land…. ( hätten sie 1933 schon das „historische Wissen“ von uns heute gehabt… ) Nach dem Überfall auf die Sowjetunion hat sich die „Regierungspolitik“ der NSDAP nochmals vollkommen radikalisiert und dies führte dann letztendlich zum Beschluss der, die Juden Europas zu ermorden und auf der „Wannsee-Konferenz“ die „praktische“ Umsetzung und Durchführung zu besprechen….. Aus heutiger Sicht kann man ja durchaus die Überlegung anstellen, ob die Katholische Kirche in Deutschland als GESAMTINSTITUTION nicht von Anfang an ganz klar Stellung gegen die Politik Hitlers und der NSDAP hätte beziehen sollen und schon spätestens ab 1930 ( und dann natürlich in den folgenden Jahren ) hätte klar formulieren sollen, dass eine Partei mit einer solchen ausgeprägten antisemitischen Weltsicht für Katholiken auf gar keinen Fall wählbar ist. Wenn dann heute Parteien in Deutschland auftreten, deren Hauptaktivität darin besteht, gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen zu hetzten, mit Denkkategorien, „Die gehören eigentlich gar nicht zu uns, habe hier nichts zu suchen, sind im Grunde nur „schädlich“ für „unser Volk“ etc…. Denkkategorien von Ausgrenzung, Rassismus, Spaltung, demagogische Vorgehensweise, Diffamierungskampagnen….etc… Die Katholische Kirche in Deutschland überschreitet nicht grundsätzliche ihre „Kompetenzen“ wenn sie ganz allgemein darauf hinweist, dass Ausgrenzung, Spaltung, Rassismus, Diffamierung keine Mittel der politischen Auseinandersetzung und keine Mittel des politischen Diskurses snd. Was konkret die AfD angeht so ist natürlich erst mal grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Wählern und Amtsträgern….. Danke für die Geschichtslehrstunde. So tief habe ich mich tatsächlich noch nicht mit der Geschichte der NSDAP auseinander gesetzt. Bekannt war mir aber, dass beispielsweise die evangelisch-reformierte Kirche in den Niederlanden NSDAP-Mitglieder von Anfang an von der Kirchenmitgliedschaft ausschloss und dadurch in die Lage kam, für ein Drittel aller niederländischen Judenrettungsaktionen verantwortlich zu sein. AfD-Wähler halte ich meistens eher für sehr naiv, als dass ich ihnen böse Absichten unterstellen würde. Ganz im Gegensatz zu deren Kandidaten .Und ja, ich stimme dir zu, dass die katholische Kirche nicht ihre Kompetenzen überschreitet, wenn sie das Wählen einer Partei, die hauptsächlich hetzt und spaltet, als Unvereinbar mit dem katholisch-Christlichen Glauben bezeichnet. Zitieren
rorro Geschrieben 11. Dezember 2025 Melden Geschrieben 11. Dezember 2025 (bearbeitet) vor 3 Stunden schrieb duesi: Das Problem deiner Betrachtungsweise ist, dass der Christ nicht in erster Linie moralische Werte vertritt, die irgendwie rechtsstaatlich durchsetzbar wären, sondern die frohe Botschaft vom Erlöser. Und ja, ein Christ darf an den Wert des Lebens von der Befruchtung bis zum natürlichen Tod glauben und trotzdem eine Partei wählen, die Schwangerschaftsabbrüche nicht gesetzlich sanktionieren möchte. Es ist auch ein völliger Unsinn, das Setzen des Wahlkreuzchens moralisch oder theologisch zu überhöhen. Denn die Tatsache, dass eine Frau in einer ungewollten Schwangerschaft in einer Konfliktsituation ist, ändert sich nicht dadurch, dass man drakonische Strafen für Schwangerschaftsabbrüche verhängt. Zunächst einmal sagt das Evangelium, dass die Bedürfnisse einer solchen Frau bei Jesus Annahme und Stillung finden können. Dass auch die Bedürfnisse des ungewollten Kindes bei Jesus Annahme und Stillung finden. Die Aufgabe von uns Christen ist es, diese gute Botschaft in die Welt zu tragen und sowohl die Frau als auch das Kind ohne moralisierenden Zeigefinger zu lieben. Der Frau und auch dem Kind ist nicht dadurch geholfen, dass ich ein Wahlkreuzchen bei einer Partei mache, die sich auf die Fahne geschrieben hat, Schwangerschaftsabbrüche zu sanktionieren. Interessant, was Du in meine Frage alles reingelesen hast. Ich habe bloß die Frage gestellt, warum es aus christlicher/katholischer Sicht falsch ist, die Partei X zu wählen oder gar bei ihr Mitglied zu sein, die fundamentale(!) christliche Vorstellungen vom Menschen verwirft, während es okay sein soll, die Partei Y zu wählen und sie aktiv zu unterstützen, die andere, nicht minder fundamentale(!) christliche Vorstellungen vom Menschen verwirft. Mir geht es - wie oft - um die Inkonsequenz. Und im Zuge dessen hier um die wortwörtliche Scheinheiligkeit. Mehr nicht. bearbeitet 11. Dezember 2025 von rorro Zitieren
Chrysologus Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 (bearbeitet) vor 8 Stunden schrieb rorro: Und im Zuge dessen hier um die wortwörtliche Scheinheiligkeit. So, wenn eine Ordnung den Vorgaben der Bischöfe folgt, dann nennst Du das also scheinheilig. Schon interessant. Du forderst also, dass Katholiken keine Parteien unterstützen dürfen, die schwerste Sünden nicht strafrechtlich verfolgen wollen? bearbeitet 12. Dezember 2025 von Chrysologus Zitieren
rorro Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 vor 3 Minuten schrieb Chrysologus: So, wenn eine Ordnung den Vorgaben der Bischöfe folgt, dann nennst Du das also scheinheilig. Gibt es eine Vorgabe der Bischöfe, Parteien zu wählen, die das christliche Menschenbild mindestens partiell ablehnen? vor 3 Minuten schrieb Chrysologus: Du forderst also, dass Katholiken keine Parteien unterstützen dürfen, die schwerste Sünden nicht strafrechtlich verfolgen wollen? Ich fordere gar nichts. Ich finde es nur erstaunlich, daß die einen Parteien, die schwerste Sünden staatlich legalisieren und staatlich finanzieren wollen, von bischöflicher Seite als wählbar gelten, andere Parteien, die das bei anderen schwersten Sünden ebenso sehen, aber als unwählbar gelten. Ich weiß leider nicht, wie ich das noch ausdrücken soll, ohne daß es erneut zu Mißverständnissen führt. So eine Doppelmoral empfinde ich als zutiefst scheinheilig, ja. 1 Zitieren
Kara Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 vor 2 Minuten schrieb rorro: Ich finde es nur erstaunlich, daß die einen Parteien, die schwerste Sünden staatlich legalisieren und staatlich finanzieren wollen, von bischöflicher Seite als wählbar gelten, andere Parteien, die das bei anderen schwersten Sünden ebenso sehen, aber als unwählbar gelten. Weil es in den Köpfen halt doch einen Unterschied zwischen Menschen und Menschen gib. Sünden gegenüber Bald-Menschen und Bald-nicht-mehr-Menschen sind nicht schön, aber im Sinne des kleineren Übels tolerabel. Ich meine... irgendwas muss man die Leute ja wählen lassen. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 vor 18 Minuten schrieb rorro: Ich finde es nur erstaunlich, daß die einen Parteien, die schwerste Sünden staatlich legalisieren und staatlich finanzieren wollen, von bischöflicher Seite als wählbar gelten, andere Parteien, die das bei anderen schwersten Sünden ebenso sehen, aber als unwählbar gelten. Womöglich sind die Bischöfe klüger als Du! Zitat Rechtsextreme Parteien und solche, die am Rande dieser Ideologie wuchern, können für Christinnen und Christen daher kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar. Die Verbreitungrechtsextremer Parolen – dazu gehören insbesondere Rassismus und Antisemitismus – ist überdies mit einem haupt- oder ehrenamtlichen Dienst in der Kirche unvereinbar. Einstimmer Beschluss der Vollversammlung der DBK vom 22. Februar 2024 - dem zu folgen nach Deinen Worten scheinheilig ist. Zitieren
rorro Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 Ich habe das jetzt mehr als einmal versucht klarzumachen, andere haben das auch verstanden. Für mich ist das Thema damit erledigt. Du liegst voll daneben, wahrscheinlich irgendwelche Anti-Reflexe gegen mich. Die seien Dir natürlich gegönnt. 1 Zitieren
Flo77 Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 Davon mal ab, daß der Begriff "rechtsextrem" mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit überstrapaziert wurde, verstehe ich Rorros Vorwurf an den Episkopat in dieser Frage sich mehr als scheinheilig zu präsentieren. Wo ich noch nicht bis zum eigentlichen Fundament durchgedrungen bin, ist die Frage wie der Episkopat zu dem Schluss kommt, daß eine "rechte"/"rechtsextreme" Partei aus christlicher Perspektive nicht wählbar ist. Davon mal ab, daß die Kirche an dieser Stelle im Moment eher wie eine Regierungsorganisation klingt als wie die altehrwürdige Hüterin einer eigenen Agenda, finde ich das alles wieder sehr vage. Antisemitismus ist ein Problem, aber eines, daß von links sehr viel stärker wirkt als es das von rechts jemals getan hat. Zumal auch "Antisemitismus" ein völlig verbrannter Begriff ist, der durch die Anwendung auf alle möglichen Affekte weitgehend sinnentleert wurde. Rassismus ist auch so ein Begriff, der in der Wortbedeutung heute kaum noch wirklich sachgerecht angewendet wird. Vertreten die heutigen "Rechten" etwa noch eine solide Rasseideologie, wie weiland die NSDAP? Ich bin mir ziemlich sicher, daß nicht. Letztlich ist für mich der zitierte Satz der DBK wieder nur effektheischender Allgemeinplatz. Die DBK kann sich natürlich gerne mal zur Abschaffung des Nationalstaaten, der Völker als Traditions-, Sprach- und Schicksalsgemeinschaften und der Frage nach einer gerechten Welt äußern. Die Alternative würde mich echt mal interessieren. 1 Zitieren
rorro Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 vor 1 Stunde schrieb Kara: Weil es in den Köpfen halt doch einen Unterschied zwischen Menschen und Menschen gib. Sünden gegenüber Bald-Menschen und Bald-nicht-mehr-Menschen sind nicht schön, aber im Sinne des kleineren Übels tolerabel. Ich meine... irgendwas muss man die Leute ja wählen lassen. Biologisch sind es Menschen von Beginn an. Einerseits "Hört auf die Wissenschaft!" zu rufen und anderer Stelle genau diese Argumentation dann als "biologistisch" zu verwerfen (so wörtlich mal der ehem. Queer-Beauftragte der Grünen) ist eben auch scheinheilig. Und so billig, daß es schon Kinder einfach durchschauen. Ich frage mich wirklich, für wie blöd uns die Politikerkaste hält. Ob welche von denen gewählt werden oder nicht ist mir erst einmal schnuppe. Wer mich ins Gesicht verarcht, der hat keine Stimme verdient. Zitieren
duesi Geschrieben 12. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 vor 10 Stunden schrieb rorro: Interessant, was Du in meine Frage alles reingelesen hast. Ich habe bloß die Frage gestellt, warum es aus christlicher/katholischer Sicht falsch ist, die Partei X zu wählen oder gar bei ihr Mitglied zu sein, die fundamentale(!) christliche Vorstellungen vom Menschen verwirft, während es okay sein soll, die Partei Y zu wählen und sie aktiv zu unterstützen, die andere, nicht minder fundamentale(!) christliche Vorstellungen vom Menschen verwirft. Mir geht es - wie oft - um die Inkonsequenz. Und im Zuge dessen hier um die wortwörtliche Scheinheiligkeit. Mehr nicht. OK. Ich glaube, dass ich deinen Punkt verstehe. Die eine Partei (AfD) entmenschlicht Muslime und manchmal auch Juden durch ihre Sprache. Andere Parteien (Grüne und Linke) entmenschlichen Ungeborene durch ihre Sprache. Du siehst eine Inkonsequenz darin, die Wahl der einen Partei zu verbieten und der anderen gegenüber indifferent zu sein. Ich sehe einen anderen Schwerpunkt: Wie kann ich als Christ in einer Gesellschaft, die die Hoffnung und den Transzendenzbezug verloren hat, Hoffnung geben, die Menschen dazu motiviert, sich freiwillig für eine Kultur des Lebens zu entscheiden? Und da sehe ich deutlich (!) größere Probleme, eine Partei wie die AfD zu unterstützen, die gut integrierte und fleißige Menschen abwertet, weil sie eine andere Religion oder Herkunft haben, als eine Partei wie die Grünen, die eine leider sehr einseitige Sicht auf das Thema von Schwangerschaftskonfliktsituationen hat. 1 Zitieren
duesi Geschrieben 12. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 vor einer Stunde schrieb Flo77: Davon mal ab, daß der Begriff "rechtsextrem" mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit überstrapaziert wurde, verstehe ich Rorros Vorwurf an den Episkopat in dieser Frage sich mehr als scheinheilig zu präsentieren. Wo ich noch nicht bis zum eigentlichen Fundament durchgedrungen bin, ist die Frage wie der Episkopat zu dem Schluss kommt, daß eine "rechte"/"rechtsextreme" Partei aus christlicher Perspektive nicht wählbar ist. Davon mal ab, daß die Kirche an dieser Stelle im Moment eher wie eine Regierungsorganisation klingt als wie die altehrwürdige Hüterin einer eigenen Agenda, finde ich das alles wieder sehr vage. Antisemitismus ist ein Problem, aber eines, daß von links sehr viel stärker wirkt als es das von rechts jemals getan hat. Zumal auch "Antisemitismus" ein völlig verbrannter Begriff ist, der durch die Anwendung auf alle möglichen Affekte weitgehend sinnentleert wurde. Rassismus ist auch so ein Begriff, der in der Wortbedeutung heute kaum noch wirklich sachgerecht angewendet wird. Vertreten die heutigen "Rechten" etwa noch eine solide Rasseideologie, wie weiland die NSDAP? Ich bin mir ziemlich sicher, daß nicht. Letztlich ist für mich der zitierte Satz der DBK wieder nur effektheischender Allgemeinplatz. Die DBK kann sich natürlich gerne mal zur Abschaffung des Nationalstaaten, der Völker als Traditions-, Sprach- und Schicksalsgemeinschaften und der Frage nach einer gerechten Welt äußern. Die Alternative würde mich echt mal interessieren. Was macht ein "Volk" aus? Das ist eine interessante Frage. Kann man sich als Volk verstehen, ohne in ein tribalistisches "wir gegen die anderen" zu verfallen? Und was sagt der Glaube dazu? Es heißt in der Schrift "er wird die Völker richten in Geradheit". Dann ist in Sacharja die Vision von den Völkern, die zum Laubhüttenfest nach Jerusalem pilgern, um Weisung zu bekommen. Die Zugehörigkeit zu einem Volk wird nicht aufgelöst. Und trotzdem ist die Vision da von etwas Übervölkischem, was die Völker verbindet und Frieden ermöglicht. Das setzt auch eine Durchlässigkeit voraus. Dass völkische Zugehörigkeit nicht zu eng definiert werden darf. Zitieren
rorro Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 vor 8 Minuten schrieb duesi: Und da sehe ich deutlich (!) größere Probleme, eine Partei wie die AfD zu unterstützen, die gut integrierte und fleißige Menschen abwertet, weil sie eine andere Religion oder Herkunft haben, als eine Partei wie die Grünen, die eine leider sehr einseitige Sicht auf das Thema von Schwangerschaftskonfliktsituationen hat. ich kann beide Parteien nicht unterstützen. Wer Gewalt gegen Menschen rechtfertigt, geboren wie ungeboren, ist für mich indiskutabel. Das sind dann graduelle Unterschiede, keine substantiellen. Und wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten... Zitieren
duesi Geschrieben 12. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 Was ich mich frage, ist, warum wir in allen Detailfragen auf eine Stellungnahme der DBK warten brauchen. Wir sind doch mündige Christen und können uns selbst Gedanken darüber machen, wie eine gesunde Theologie von Völkern aussehen könnte. Wenn es wichtig wird und unsere Theologie ein Eigenleben entwickelt, wird sich die DBK schon früh genug dazu äußern. Vielleicht sogar der Vatikan. Zitieren
Kara Geschrieben 12. Dezember 2025 Melden Geschrieben 12. Dezember 2025 vor 7 Minuten schrieb rorro: Wer Gewalt gegen Menschen rechtfertigt, geboren wie ungeboren, ist für mich indiskutabel. Welche Gewalt gegen welche Menschen rechtfertigt die AfD eigentlich in ihrem Parteiprogramm? Also was über die Sicht z.B. der Union auf erlaubte Gewaltanwendung hinausgeht? 1 Zitieren
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