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Geschrieben

Eine gute Sache!

 

Ich halte den Einsatz von KI an manchen Stellen durchaus für nützlich und stelle ja selbst immer mal wieder KI-Texte ein, würde aber sofort unterschreiben, dass man KI-Texte fairerweise also solche ausweisen sollte und habe mich auch immer an dieses Prinzip gehalten.

 

Wenn jemand hingegen die KI die ganze Arbeit machen lässt, das aber nicht sagt, während der Diskussionspartner sich selbst bemüht und selbst schreibt, ist das für den Letzteren doof.

 

Es mag bitte nicht als Wehleidigkeit erscheinen, aber hier möchte ich doch gerne anmerken, dass ich selbst bei einer längeren Diskussion in diesem Forum "Opfer" einer solchen Praxis wurde. Ich habe mir ordentlich Zeit genommen und Mühe gemacht, während die andere Person ganz offensichtlich eine KI benutzt hat, um lang Antwort-Beiträge an mich zu verfassen. Ich hatte damals noch wenig Erfahrungen mit KI-Texten und es deshalb (naiverweise?) nicht gemerkt. Mir fiel nur auf, dass die Beiträge zumindest oberflächlich oft rhetorisch stark wirkten, aber argumentativ eigentlich  schwach waren und am eigentlichen Kern vorbeigingen; und dass es nicht selbst anhand sehr konkreter Analysen nicht möglich war, weiterzukommen, weil der andere (das heißt die KI) eben einfach immer weitergemacht hat, ohne wirklich angemessen auf di Kritik des Gegenübers einzugehen. Das gibt es bei Diskussionen mit Menschen natürlich auch, aber diese Art des rhetorischen Überspielens hat etwas Charakteristisches, würde ich vermuten. 

 

Genau so etwas passiert, wenn man eine KI beauftragt, eine These, die eigentlich schlecht zu verteidigen ist, dennoch stark zu machen, wie ich dann später bemerkt habe, wenn ich eine KI zum privaten Austesten oder als Spielerei einfach mal gebeten habe, bestimme eigentlich unsinnige oder schwache Positionen einzunehmen und diese konsequent zu verteidigen. (Natürlich gibt es auch viele weitere Indizien für eine KI-Urheberschaft, die man kennenlernt, wenn man eine gewisse Erfahrung sammelt.)

 

Man wenn es dann durchschaut, kommt man sich schon verdummt vor. So habe ich mich dann, wie ich zugeben muss, im Nachhinein auch über den entsprechenden User ordentlich geärgert, gerade weil ich so viel Zeit und Mühe in diese Diskussion investiert habe, und eigentlich würde ich eine Entschuldigung für angemessen halten. (Er hat zwar in etlichen Diskussionen die KI für sich schreiben lassen, ohne das je auszuweisen - nur hat es mich durch die ausführliche Diskussion halt in besonderer Weise getroffen.)

 

Ich finde es jetzt noch nicht einmal so ärgerlich, wenn jemand (ohne es zu sagen) eine KI nicht etwa nur benutzt, damit diese die eigenen Gedanken vielleicht klarer und polierter ausdrückt oder etwas vertieft, sondern wenn jemand ohne jede Transparenz die KI beauftragt, mehr oder weniger den ganzen Text für ihn zu schreiben. 

Geschrieben
vor 34 Minuten schrieb iskander:

Mir fiel nur auf, dass die Beiträge zumindest oberflächlich oft rhetorisch stark wirkten, aber argumentativ eigentlich  schwach waren und am eigentlichen Kern vorbeigingen; und dass es nicht selbst anhand sehr konkreter Analysen nicht möglich war, weiterzukommen, weil der andere (das heißt die KI) eben einfach immer weitergemacht hat, ohne wirklich angemessen auf di Kritik des Gegenübers einzugehen.

 

Das ist, was viele bei den KIs nicht verstehen: Eine KI wie Grok, ChatGPT und ähnliche können nicht validieren, d.h. nicht argumentieren in dem Sinne, dass ein Argument ein anderes schlagen kann. Jedes Argument ist gleich gut, jedes ist gleich berechtigt, einfach nur deshalb weil es da ist. Manche Argumente sind öfter da (im Trainingsdatensatz der KI, oder im Web) und kommt deshalb in den Antworten der KI öfter vor, weil es deshalb "wahrscheinlicher" ist. "Wahrscheinlicher" ist aber etwas anderes als plausibler, oder richtiger, wie wir es im normalen Sprachgebrauch verwenden können.

 

In einer KI ist "wahrscheinlich" nur statistisch signifikanter, es ist also nur die Häufigkeit, die "wahr" zu sein "scheint", aber nichts von den Inhalten hat einen Wahrheitsgehalt oder Wahrheitswert. Es ist also einer KI prinzipiell gar nicht möglich, auf die Kritik des Gegenübers einzugehen. Sie kann nur das tun, was manche hier auch tun, und immer dieselben oder andere Argumente anzuführen - eigentlich sind das dann eben auch nur Behauptungen -, damit sie irgendetwas antwortet, und so den Anschein erwecken kann, den anderen nicht zu ignorieren, oder um das letzte Wort zu haben - sie kann nicht entscheiden nicht zu antworten. Also in Wirklichkeit ignoriert eine KI den User komplett, weil sie seine Argumente zwar zur "Kenntnis" nimmt, aber komplett ignoriert, da sie nichts weiß. Ein Datensatz aus Milliarden Daten ist noch lange kein Wissen. Ein Dialog mit einer KI ist eine Datenbankabfrage, die so tut als wäre es ein Dialog.

Geschrieben

@Weihrauch

 

Ein Bewusstsein und Verständnis hat eine KI natürlich eh nicht, sie kann nur mehr oder weniger gut einen intelligent wirkenden Output erzeugen. Wie gut  sie das tut hängt auch sehr stark davon ab, welchen "Input" man ihr gibt - und dazu gehört auch die vorhergehende Diskussion,  soweit die KI auf diese Zugriff hat.  

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