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Glaube vs. Krieg


vg

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Entschuldigt meine vielleicht dumme Frage... Ich bin leider noch ein ziemlicher Newbie auf diesem Gebiet.

 

Womit genau begruenden die Christen, die gegen eine Liberalisierung oder Attackierung des Iraks - je nachdem wie man es auslegen moechte - sind, ihren Standpunkt und womit begruenden ihn die anderen? (In jedem Fall sterben Menschen.)

 

Was ist der Unterschied zwischen diesen Christen, sie haben doch alle die selbe Glaubensgrundlage, auf die sie zurueckgreifen, oder? Das Gleiche, das zwischen Herrn George W. Bush und z. B. Herrn Gerhard Schroeder zu beobachten ist, laesst sich auch in der CDU und CSU fest stellen. Ist die CDU "weniger" christlich? Wie kann es sein, womit laesst es sich begruenden, dass Christen in solchen politischen Fragen so weit auseinander drifften?

 

Haengt das nur mit der verschiedenen Interpretation zusammen?

 

Danke, Ihr wuerdet mir wirklich sehr helfen.

 

(Geändert von vg um 16:01 - 9.März.2003)

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Bush und Schröder haben sicherlich keine gemeinsamen "Glaubensgrundlagen". Bush ist protestantischer Fundamentalist, Schröder gar nix.

 

CDU und CSU sind hauptsächlich mal politisch, das muss sich nicht unbedingt mit christlich decken.

 

Und die Ablehnung eines Irakkrieges wie Bush ihn sich vorstellt, begründe ich ganz einfach damit, dass ein Präventivkrieg gegen jedes Recht verstößt.

 

LG

Exi

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Weder Bush noch Schröder sind in irgendeinerweise Christen; gleiches gilt für grosse Teile der CDU/CSU.

 

"Wie kann es sein, womit laesst es sich begruenden, dass Christen in solchen politischen Fragen so weit auseinander drifften? "

 

Das kann deshalb sein, weil wir in einer Welt voll elender Heuchler und Lügner leben, denen Christus nicht mehr bedeutet als der Dreck unter ihren Fingernägel, die aber seinen Namen missbrauchen und besudeln, um allerlei Verbechen und Gewalt zu rechtfertigen, oder um sich einfach in der Öffentlichkeit als"gute Menschen" zu präsentieren. In den USA funktioniert das ganz prima; da braucht ein Herr Bush, der massenhaft unschuldige Menschen zu Tode verurteilt hat, und sich einen Dreck um die "Du sollst nicht töten" bzw. "Du sollst nicht richten"-Gebote schert, sich nur vor die Kamera zu stellen und zu behaupten, Christus sei der wichtigste Mensch in seinem Leben. Dass er erwiesenermassen seit Jahren in Yale's okkultisch-satanischer Bruderschaft "Skulls and Bones" ein und ausgeht, das stört die Amis anscheinend nicht; auch nicht, dass er seine Mitgliedschaft in Interviews nichtmal zu leugnen versucht. Hauptsache der Schein stimmt.

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Zitat von Gastovski am 17:54 - 9.März.2003

Weder Bush noch Schröder sind in irgendeinerweise Christen; gleiches gilt für grosse Teile der CDU/CSU.


 

Ich befürchte, man wird Bush das Christsein nicht so pauschal absprechen können. Er ist nunmal ein bekehrter und bekennender Methodist. Von außen kann man nur schwer entscheiden, ob und wie sehr er tatsächlich glaubt.

 

Dass er bei der Umsetzung einiger christlicher Gebote kläglich versagt, reicht denke ich nicht aus, um ihn zu einem "Nicht-Christen" zu erklären. Schließlich seid ihr doch alle Sünder...

 

Schröder verzichtet dagegen erfreulicherweise ganz auf religiöses Beiwerk.

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Prinzipiell gilt erst mal: Du sollst nicht töten. Das spricht gegen jede Art von Krieg und Aggression.

 

Allerdings: Es kann erlaubt sein, zur Abwendung eines großen Übels ein kleineres in Kauf zu nehmen. Ein Attentat auf Hitler wäre unter diesem Aspekt z. B. gerechtfertigt gewesen.

 

Was die politischen Parteien angeht: Denen geht es hauptsächlich um Macht, nicht um's "christlich-Sein".

 

Gruß,

Lucia

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Danke fuer Eure Antworten.

 

Mir war auch so, als haette ich gelesen, dass Herr Bush Methodist sei.

 

Und ich glaube, dass Gastovski zu sehr seine eigene politische Meinung hat einfliessen lassen, als dass es mir eine Hilfe gewesen waere. Trotzdem danke fuer das Engagement.

 

Hm... Ueber den "Praeventivkrieg" laesst sich auch streiten.

 

Ich finde auch, dass man von aussen schwer sagen kann, wie glaeubig jemand ist. Ich bin mir sicher, dass jeder zunaechst einmal versucht, etwas Gutes zu bewirken und das schliesst natuerlich mit ein, dass es  Kritik gibt. Zum Glueck gibt es die freie Meinungsaeusserung. Um ein fairer, glaubwuerdiger Kritiker zu bleiben, sollte man aber trotz Differenzen, dem anderen nicht gleich seinen

Glauben absprechen - das finde ich ein bisschen zu anmassend, zudem keiner von uns mit einem der Herren jemals persoenlich gesprochen hat. Ich finde, man disqualifiziert sich mit solchen Statements selbst.

 

Nun, habe ich Euch aber im Grossen und Ganzen richtig verstanden, dass Religion damit etwas weniger zu tun hat - es ist und bleibt die alte Interpretationsfrage?

 

Trotzdem, klar, jeder versucht sich seinen Weg durch das Chaos zu bahnen, seine persoenliche Ordnung in die Dinge zu bringen.

 

Wieso versucht man nicht toleranter zu sein, anstatt immer den anderen davon zu ueberzeugen, dass es nur einen Weg durch dieses Chaos gibt? Wieso kann es nur das eine Chritstentum geben, den einen Islam, den einen Buddhismus, etc. ...

 

Ist es nicht vielmehr so, dass jeder Mensch ein Induviduum ist und daher auch seinen individuellen Weg braucht, d.h. ihn selber finden, schaffen und durchlaufen muss?

 

Welche Antworten gibt das Christentum darauf, welche Argumente gibt es, dass das Christentum die wahre Religion ist und mehr bietet als eine andere. (Und bitte keine Kirchengeschichte, ich habe schon alles selbst gelesen)

 

So weit ich Religion verstanden habe, geht es darum, die Fakten, die man hat, noch weiter zu untersuchen und durch weitere Fakten zu stuezten. Aber jede Religion hat Fakten und Beweise und eine eigene Berechtigung. Schon alleine, dass eine Glaubensrichtung bis heute andauert, ist eine Berechtigung, wie ich finde.

 

Wie kann ich mir sicher sein, dass eine davon die einzig  Richtige ist. Oder muss ich es einfach spueren... Oder wie genau funktioniert das? Wie entschliesst man sich? Muss man nicht, um sich entschliessen zu koennen, erst einmal alle Religionen kennen und sich mit ihnen beschaeftigt haben?

 

Um den Bogen zu der Politik wieder zu bekommen... Wieso genau verbindet man Politisches eigentlich mit Religioesem?

 

Danke,

 

Eure vg

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Zitat von vg am 18:45 - 9.März.2003

Wieso genau verbindet man Politisches eigentlich mit Religioesem?


 

Das ist keine "Verbindung". Öffentlich gestaltete Religion ist eine Form des politischen Lebens einer Gesellschaft.  

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>Wieso genau verbindet man Politisches eigentlich mit Religioesem? <

 

Weil Menschen, die Politik machen, u.U, auch religiöse Werte verinnerlicht haben. (Wenngleich die religiösen Werte oft nur vorgeschoben zu sein scheinen. Meist geht es schlichtweg nur um Macht und Wirtschaft.)

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Guest Ketelhohn

»Allerdings: Es kann erlaubt sein, zur Abwendung eines großen Übels ein kleineres in Kauf zu nehmen. Ein Attentat auf Hitler wäre unter diesem Aspekt z. B. gerechtfertigt gewesen.« (Lucia).

 

Inkaufnahme eines Übels ist doch wohl etwas völlig anderes als Mord. Um aber nicht hier zum Thema des Tyrannenmordes umzuschwenken, verweise ich bloß auf meine andernorts ausgeführten Bemerkungen dazu.

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altersuender


Zitat von vg am 18:45 - 9.März.2003

 

Um den Bogen zu der Politik wieder zu bekommen... Wieso genau verbindet man Politisches eigentlich mit Religioesem?


 

Weil sich der Mensch nicht aufspalten kann: hier der politische, hier der religiöse Mensch.

 

Was konkret Bush betrifft, ja, er ist Methodist, doch hat sich, wie ich heute im Fernsehen sah, auch die methodistische Kirche gegen den Krieg ausgesprochen. Dieser Krieg ist kein 'Christentum gegen den Islam'-Krieg, sondern ein imperialistischer. Wir haben eine einzige alle anderen Staaten in militärischer Stärke bei weitem überragende Supermacht. Macht korrumpiert. Wen wundert's, dass sie missbraucht wird? Das ist der geschichtliche Normalfall, die Regel, nicht die Ausnahme.

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Guest Corinna

Entwicklung des Irak-Konflikts

 

Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zum Irak-Konflikt

 

Ein Präventivkrieg wäre sittlich unerlaubt

 

 

Das Ringen um Krieg und Frieden im Mittleren Osten geht weiter. Steht die Welt am Vorabend einer neuerlichen bewaffneten Auseinandersetzung oder werden doch noch Wege zu politischen Lösungen beschritten, um ein Blutvergießen zu vermeiden? Die politische Lage verändert sich von Tag zu Tag. In dieser Situation ist es wichtig, erneut ethische Prinzipien und christliche Optionen in Erinnerung zu rufen, wie wir sie in unserem Wort ‚Gerechter Friede‘ dargelegt haben.

 

Wir wissen uns dabei in vollständiger Übereinstimmung mit dem Papst und mit der Kirche weltweit, deren Stimme in diesen Monaten der sich ständig weiter zuspitzenden Krise unüberhörbar ist. Dankbar stellen wir auch die Gemeinsamkeit mit den evangelischen Christen fest.

 

Erstens: Ein Staat, der mehrfach den Frieden mit den Nachbarländern gebrochen und dessen Regierung den brutalen Gewalteinsatz gegen die eigene Bevölkerung nicht gescheut hat, stellt ein Risiko für die internationale Ordnung dar, das die Weltgemeinschaft nicht ignorieren darf. Das gilt zumal, wenn das Regime erkennbar danach strebt, in den Besitz von Massenvernichtungswaffen zu gelangen. Wir bejahen deshalb das Bemühen der Vereinten Nationen, Druck auf den Irak auszuüben, um eine Produktion atomarer, biologischer und chemischer Waffen zu verhindern und die irakische Angriffsfähigkeit so weit wie möglich zu schwächen. Insoweit eine politische Strategie letztlich auf die Vermeidung eines Krieges zielen muss, kann dabei unter Umständen das Mittel der Drohung sittlich erlaubt sein; keinesfalls jedoch darf diese Politik in eine Eskalationslogik geraten, die einen Krieg am Ende unvermeidlich macht.

 

Zweitens: Krieg ist immer ein schwerwiegendes Übel. Er darf darum überhaupt nur im Falle eines Angriffs oder zur Abwehr schlimmster Menschheitsverbrechen, wie eines Völkermords, in Erwägung gezogen werden. Daher erfüllt es uns mit größter Sorge, dass das völkerrechtlich verankerte Verbot des Präventivkrieges in den letzten Monaten zunehmend in Frage gestellt wird. Es geht nicht um einen Präventivkrieg, sondern um Kriegsprävention! Eine Sicherheitsstrategie, die sich zum vorbeugenden Krieg bekennt, steht im Widerspruch zur katholischen Lehre und zum Völkerrecht. Darauf hat vor wenigen Tagen der Hl. Vater selbst mit allem Nachdruck hingewiesen: "Wie uns die Charta der Vereinten Nationen und das internationale Recht erinnern, kann man nur dann auf einen Krieg zurückgreifen, wenn es sich um das allerletzte Mittel handelt". Ein präventiver Krieg ist eine Aggression, und er kann nicht als gerechter Krieg zur Selbstverteidigung definiert werden. Denn das Recht auf Selbstverteidigung setzt einen tatsächlichen oder einen unmittelbar bevorstehenden Angriff voraus, jedoch nicht nur die Möglichkeit eines Angriffs. Der Krieg zur Gefahrenvorbeugung würde das völkerrechtliche Gewaltverbot aushöhlen, politische Instabilität fördern und letztlich das ganze internationale System der Staatengemeinschaft in seinen Grundfesten erschüttern.

 

Drittens: Bei der Entscheidung über einen Einsatz militärischer Mittel müssen die absehbaren Folgen stets in Betracht gezogen werden. Kann man daran zweifeln, dass ein Krieg gegen den Irak aller Wahrscheinlichkeit nach eine Unzahl von Toten und Verwundeten, von Flüchtlingen und um ihre Existenz Gebrachten mit sich bringen würde? Auch drohen dann schwerste politische Verwerfungen im gesamten Nahen und Mittleren Osten, die die Erfolge der internationalen Allianz gegen den Terror gefährden. Fanatische islamische Fundamentalisten würden bei einem Krieg gegen den Irak möglicherweise überall in der Region an Einfluss gewinnen, und die jetzt schon starken Vorbehalte in der arabischen und muslimischen Welt gegen den Westen drohen sich weiter zu vertiefen. Werden nach einem Krieg die Aussichten auf Frieden, Stabilität und den Schutz der Menschenrechte in der Region verbessert?

 

Daher fordern wir alle Verantwortlichen auf, das in ihrer Macht Stehende zu tun, einen Krieg im Irak zu verhindern und – mit den Worten von Papst Johannes Paul II. – "das unheilvolle Flackern eines Konflikts, der mit dem Einsatz aller vermeidbar ist, auszulöschen". Niemandem sind in dieser Stunde Resignation oder ein taktierender Opportunismus erlaubt, der sich mit dem scheinbar unaufhaltsamen Lauf der Dinge arrangiert.

 

Ausdrücklich weisen wir darauf hin, dass die Weltgemeinschaft sich keineswegs zur Tatenlosigkeit verurteilt, indem sie die Option des Krieges zurückweist. Der Druck auf das Regime des Diktators Saddam Hussein und eine Politik der strikten Eindämmung seiner militärischen Handlungsfreiheit sind weiterhin erforderlich.

 

Wir rufen alle Gläubigen auf, in diesen Tagen und Wochen im Gebet für den Frieden nicht nachzulassen. Im Gebet wenden wir uns an Christus, der die Friedensstifter selig gepriesen hat.

 

 

Würzburg, den 20.01.2003

 

Quelle: http://www.dbk.de

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Zitat von Corinna am 18:48 - 12.März.2003

 

 

........

 

Wir rufen alle Gläubigen auf, in diesen Tagen und Wochen im Gebet für den Frieden nicht nachzulassen. Im Gebet wenden wir uns an Christus, der die Friedensstifter selig gepriesen hat.

 

 

Würzburg, den 20.01.2003

 

Quelle:


 

Da ja nicht erst seit heute gebetet wird, hier eine Bestandstandsaufnahme früherer Erfolge:

 

http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publi...ege_aktuell.htm

 

Aktueller Daten können ja wenn bekannt, nachgeliefert werden.

 

(Geändert von pedrino um 19:24 - 12.März.2003)

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Im Fernsehen sind diese ganzen Kriegsphantasien ja soweit weg. Gestern hab ich mir mal vorgestellt daß diese neue Superbombe mit ihren 10.000 kg Sprengstoff und ihrer Satellitensteuerung mitten in der südniedersächsischen Kreisstadt landet in der ich lebe.

Wenn ich sehe wie schön bunt die das Ding angemalt haben fällt mir für unsere Bundeswehr ein neues Feindbild ein.

 

 

Gruß Frank

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