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Gelübde


Martin
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Agp 18

 

18 Paulus blieb noch längere Zeit. Dann verabschiedete er sich von den Brüdern und segelte zusammen mit Priszilla und Aquila nach Syrien ab. In Kenchreä hatte er sich aufgrund eines Gelübdes den Kopf kahl scheren lassen.

 

 

 

Ein Gelübde. Irgendwie ist der Gedanke verführerisch. Wenn du dieses tust, Gott, werde ich jenes tun.

 

Ein Deal, ein Geschäft.

 

Habe ich da etwas falsch verstanden?

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Mal vom Wort her: Gelübde könnte abgeleitet sein von geloben, (feierlich) versprechen.

 

Z. B. könnte jemand die Gelübde der Keuschheit, Gehorsam ablegen, wenn er in einen Orden eintritt.

 

Das Gelübde, dass ich meine, zielt auf: Wenn mir dies oder das nicht passiert, dann stifte ich eine Kapelle.

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Hallo Martin,

 

zu diesem "Gelübde" habe ich folgende Auslegung gefunden:

 

 

gby

 

bernd

 

+++++++++++++++++++++

 

A. Christlieb

 

Heimkehr von der zweiten Missionsreise.

 

Die Erfüllung eines Gelübdes in Kenchreä. Apostelgeschichte 18, 18 b.

 

Es gab bei den Israeliten mancherlei Gelübde, welche im Alten Testament häufiger erwähnt werden (4. Mose 30; 3. Mose 27, 2 - 25; 5. Mose 23, 22 - 24). Welcher Art das Gelübde des Paulus war, ob es einem Nasiräatsgelübde ähnlich war, wie manche glauben, (4. Mose 6), wissen wir nicht. Wir wollen uns deshalb an die einfache Tatsache halten, d a ß Paulus ein Gelübde getan hatte und dasselbe hier erfüllte.

 

Auch für uns gilt es treu zu sein in dem, was wir Gott gelobt haben. Wie mancher hat im Krieg gelobt, daß er im Falle einer glücklichen Heimkehr ein neues Leben beginnen und Jesu nachfolgen wolle. Wohl ihm, wenn er sein Gelübde hält. Wenn wir in schwerer Krankheitszeit oder in drohender Gefahr für unser eigenes oder unserer Angehörigen Leben oder bei drohendem Verlust unseres Eigentums das Gelübde irgendeiner besonderen Dankbarkeit getan haben, so laßt uns nicht verziehen, dasselbe einzuhalten. Jakob erfüllte sein Gelübde, das er nach dem Traum von der Himmelsleiter getan hatte (1. Mose 28, 20 - 22). Er zog wieder nach Bethel und baute dort seinen Altar (1. Mose 25, 1 - 7). Hanna brachte ihren Samuel zum Dienst in die Stiftshütte, wie sie es gelobt hatte, obwohl sie sicherlich in ihrer Mutterliebe dieses Kind gern bei sich behalten hätte (1. Samuel 1, 11. 27. 28; vergleiche Richter 11, 30 - 39). Auch Paulus handelte in Kenchreä nach seinem Gelübde.

 

Nur in einem Fall haben wir unser Gelübde nicht zu halten: Wenn dasselbe einem klaren Wort oder Willen Gottes zuwider ist, dann sind wir nie und nimmer an dasselbe gebunden. Wenn jene vierzig Männer sich verbunden haben, weder zu essen noch zu trinken, bis sie Paulus getötet hätten (Apostelgeschichte 23, 12 - 14), so ist solches widergöttliche Versprechen sicherlich nicht bindend. Aber sonst gilt das Wort: ,,Bezahle dem Höchsten deine Gelübde" (Psalm 50, 14; vergleiche Psalm 65, 2; 66, 13. 14; 116, 4. 18; Jona 2, 10; Nahum 2, 1).

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Danke, Bernd. Das geht ja genau in die Richtung meiner Frage.

 

Dennoch - es hinterläßt bei mir im Gebet ein "schales" Gefühl, wenn ich ein derartig gelagertes Gelübde sprechen würde. Es wirkt auf mich wie der Versuch der Bezahlung eines Geschenkes Gottes.

 

Später im Dank zu fragen, womit kann ich dir danken (ich habe die unglaubliche Antwort bekommen: Freue dich doch einfach) ist für mich etwas anderes.

 

Verstehst du, was ich meine?

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Lieber Martin

Mir kommt da ein Brauch in den Sinn der eine ähnliche Situation beschreibt, nur gewissermassen auf einer "niedereren" Ebene:

Was tust du, wenn du was verloren hast? Es ist dir wichtig. Und einfach nicht auffindbar. Dann gehst du zum Heiligen Antonius und bittest ihn, dir das Verborgene wieder zu besorgen. Und du versprichst ihm dafür einen bestimmten Geldbetrag. Nun gehst du wieder nach Hause, suchst nochmal und findest den Gegenstand. Tja und dann freust du dich schon. Aber du gehst auch zu Antonius und gibst ihm das versprochene Geld.

Warum soll so ein Deal verwerflich sein? Ich finde das eher ganz normal. Nicht normal ist doch, einen Dienst zu erhalten, für den du nicht "bezahlen" musst. Das heisst doch aber nicht, dass wenn du so einen "Gratisdienst" erfahren durftest, dass dann jeder weitere "Dienst" auch wieder gratis ist. (Ich weiss, ich hab das jetzt sehr salopp formuliert. Aber es geht ja ums Prinzip. :blink: )

 

Gruss

Ziska

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Liebe Ziska,

ich mach' es meist andersrum: ich besteche den St. Tonio. Der bekommt erst ein Geld, dann sag' ich ihm, was fehlt. Und meist finde ich es dann auch.

 

Gruß,

Lucia

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Ein Gelübde ist - vom Wort her erst mal nur - ein Gelöbnis, also ein Versprechen. "ich gelobe, xyz zu tun". Ende. Guter Vorsatz geht in dieselbe Richtung, ist aber nicht so bindend. Niemand muss mit dem Versprechen auch eine Bedingung verknüpfen.

 

"Zum Nachtisch gibt's Eis" (Versprechen)

"Zum Nachtisch gibt's Eis - aber nur, wenn ihr vorher das Kinderzimmer aufgeräumt habt" (Versprechen mit Bedingung)

 

"Bis Ostern ess ich kein Fleisch und bete allabendlich drei Vaterunser" (Gelübde)

 

Schon klar, dass Gott nicht das Ziel für Erpressungs/Bestechungs/Erziehungs-Versuche sein kann, Martin. Aber schau Dir doch mal die Kinder an - das scheint ein Grundmuster in der Kommunikation zu sein.

 

Gruß,

Lucia

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Das finde ich auch alles in Ordnung, Lucia. Probleme bekomme ich bei einem Gelübde in dem Stil: Wenn ich die Prüfung schaffe (weil du Gott mir dabei hilfst), tue ich dies und das.

 

Wenn "dies und das" etwas ist, dass sinnvoll ist und das ich sowieso tun könnte, dann braucht es keine Gegenleistung vorab von Gott dazu.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Lieber Martin,

Versprechen werden freiwillig gegeben. Wenn Du kein "dies-und-das"- Versprechen gibst, weil Du Dich dabei nicht wohlfühlst, ist das doch in Ordnung. Für mich sehe ich den Sinn des Gelübdes darin, dass ich mich selbst in die Pflicht nehme - ich "könnte" was tun, tu's aber dann doch nicht, weil's lästig ist, ich nicht dran denken mag, keine Lust habe (und was der großartigen Begründungen noch so sind). Wenn ich das Versprechen abgebe / Gelübde ablege, dann ist der "Verantwortungsdruck" doch ein viel größerer, mich nicht mit so faulen Ausreden zu drücken. Ich tu's nicht "für Gott" sondern "für mich selber".

 

Liebe Grüße,

Lucia

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Dennoch - es hinterläßt bei mir im Gebet ein "schales" Gefühl, wenn ich ein derartig gelagertes Gelübde sprechen würde. Es wirkt auf mich wie der Versuch der Bezahlung eines Geschenkes Gottes.

Hallo Martin,

 

ich würde ein "Gelübde" auch weniger als "Gebets-Deal" sehen, mit denen man Gottes Wohlgefälligkeit "erkaufen könnte".

 

Für mich ist ein Gelübde auch mehr als eine Dank- und Lobeshymne auf Seine unerschöpfliche grosse Liebe, auch keine Gegenleistung, sondern mehr die Öffnung für Seine Führung, das "Erkennen" Seines Willens und das freiwillige "JA" dazu. Eigentlich die Lebendigkeit von "geben" und "nehmen".

 

An manchen Tagen oder in einigen Situationen Seine Nähe so stark zu spüren, daß man immer mehr "eindringen möchte in Seine Liebe" und so dann automatisch das Verlangen spürt und spricht: "wenn ich diesen Schritt gegangen bin - und DICH PERSÖNLICH erfahren habe, dann gehe ich auch die nächsten Schritte und öffne mich immer mehr Deiner Führung"

 

Aus dieser Haltung heraus werden wir immer neue Gelübde sprechen und, das ist das schöne - sie nicht aus "uns heraus" halten, sondern einzig und allein "IN IHM" heraus halten.

 

gby

 

bernd

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