Jump to content

Jahwe, Christus, Allah


Christoph Overkott
 Share

Recommended Posts

Christoph Overkott

Besonders an Pfingsten nehmen wir Jerusalem in den Blick. An keinem Ort der Welt ist Gott so sehr offenbar und so sehr verborgen. Besonders den Theologen der großen Weltreligionen kommt in dieser Region große Verantwortung zu. Aber auch die Gläubigen müssen sich immer wieder auf den Geist des Friedens in ihren Religionen besinnen. Christen fragen sich, inwieweit trinitarische Theologie besondere Denkstrukturen der Versöhnung in sich birgt. Auch die anderen fragen sich, inweit alle monotheistischen Religionen den einen Gott suchen. Mögen sich alle vom Geist des Friedens und der Versöhnung erfüllen lassen.

 

Was seht ihr das?

Edited by Christoph Overkott
Link to comment
Share on other sites

Echo Romeo
Christen fragen sich, inwieweit trinitarische Theologie besondere Denkstrukturen der Versöhnung in sich birgt.

 

Ouuups. Da muss etwas an mir vorbeigegangen sein.

 

(Vielleicht liegt es daran, dass ich den Weihnachtsmann, den Osterhasen und das Sandmännchen in mir noch nicht integriert habe …)

Link to comment
Share on other sites

Ouuups. Da muss etwas an mir vorbeigegangen sein.

Ovi ist eben zur Zeit auf dem Versöhnungstrip. Ein einsamer Rufer in der Wüste.

Link to comment
Share on other sites

Volker_Biallass

Hallo Christoph :angry:

Mögen sich alle vom Geist des Friedens und der Versöhnung erfüllen lassen.

 

Was seht ihr das?

 

Wenn dem so sei, sollte man dem zumindest soweit begegnen, dass man den Gottesnamen nicht unnütz vokalisiert, sondern wenn, dann nur als Tetragramm schreibt :blink:

 

Nicht nur, dass man Juden damit Unerhörtes vor den Kopf dröhnt, sondern auch prinzipiell um der Heiligkeit willen ist da IMHO Zurückhaltung angeraten.

 

bcnu Volker

Link to comment
Share on other sites

Christoph Overkott

Alle Namen Gottes sollen friedens- und segensreich vokalisiert werden dürfen.

Edited by Christoph Overkott
Link to comment
Share on other sites

Echo Romeo
sondern auch prinzipiell um der Heiligkeit willen ist da IMHO Zurückhaltung angeraten.

 

Ist mir auch ein Anliegen, Volker. (IMHO ist aber kein Tetragramm, oder?)

Link to comment
Share on other sites

Alle Namen Gottes sollen friedens- und segensreich vokalisiert werden

 

seit wann hat Gott den mehrere Namen??

 

In der Bibel spricht er immer nur von mein heiliger Name und zwar im Singular!!

Edited by Erich
Link to comment
Share on other sites

Ich hätte das Evangelium von heute früher lesen sollen:

 

Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.

 

Also Gott hat nur einen Namen, wie Jesus Christus hier sagt.

Wenn dem nicht so wäre, hätte er doch sagen müssen:Ich habe deine [vielen] Namen den Menschen offenbart.

 

Tach zusammen

Erich

Link to comment
Share on other sites

Echo Romeo

Ich schreibe zur Zeit jeden Morgen brav meine Kilogramm auf. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Aber im Ernst, Christoph. Wenn ich mal ehrlich fragen darf … Was ist eigentlich deiner Rede Sinn?

Link to comment
Share on other sites

seit wann hat Gott den mehrere Namen??

 

In der Bibel spricht er immer nur von mein heiliger Name und zwar im Singular!!

Was Namen angeht, spricht er im Singular. Allerdings wirst Du mehrere Stellen finden, wo nicht "El" (= Gott) steht, sondern "Elohim" (= Götter). Und das scheint mir nicht - wie Echo vermutlich schreiben würde :blink: - ein "pluralis Majestix" :angry: zu sein, sondern eine beabsichtigte (oder versehentliche?) Anspielung auf den alten Mehrgottglauben der Israelis.

Link to comment
Share on other sites

"Elohim" (= Götter).

 

zeig mir nur eine Stelle im AT wo mit dem "Elohim" der Juden mehrere Götter gemeint sind.

Link to comment
Share on other sites

Volker_Biallass

Hallo Erich :blink:

"Elohim" (= Götter).

zeig mir nur eine Stelle im AT wo mit dem "Elohim" der Juden mehrere Götter gemeint sind.

 

An allen Ecken und Enden ...

 

Ex 3,6 Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.

 

oder noch weitaus schöner und mit einigen der Namen Gottes ...

 

Sir 51,12 Er erlöste mich von allem Unheil und rettete mich am Tag der Not. Darum danke ich dem Herrn und will seinen Namen loben und verherrlichen. Danket dem Herrn, denn er ist gut, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Gott der Lobgesänge, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Wächter Israels, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Schöpfer des Alls, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Erlöser Israels, denn seine Huld währt ewig. Danket dem, der Israels Versprengte sammelt, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Erbauer seiner Stadt und seines Heiligtums, denn seine Huld währt ewig. Danket dem, der dem Haus David Macht verlieh, denn seine Huld währt ewig. Danket dem, der Zadoks Söhne zu Priestern erwählt hat, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Schild Abrahams, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Fels Isaaks, denn seine Huld währt ewig. Danket dem Starken Jakobs, denn seine Huld währt ewig. Danket dem, der Zion erwählt hat, denn seine Huld währt ewig. Danket dem König der höchsten Könige, denn seine Huld währt ewig. Seinem Volk verleiht er Macht - das ist ein Ruhm für all seine Frommen, für Israels Söhne, das Volk, das sich ihm nahen darf. Halleluja!

 

Jüdischer Monotheismus heißt, dass sich in all den Erfahrungen ein einiger und einziger kund tut, scheint also oft - aus unverständiger Außensicht - ein Polytheismus in Personalunion zu sein.

 

bcnu Volker

Link to comment
Share on other sites

An allen Ecken und Enden ...

 

Ex 3,6 Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.

 

das sind also 3 Götter ? Hääääää???

 

oder noch weitaus schöner und mit einigen der Namen Gottes ...

 

.....jedoch von Menschen verliehene Namen. Das stimmt!

Link to comment
Share on other sites

Christoph Overkott

Pfingstgruss des Papstes:

 

Einen glaubensfrohen Gruß richte ich an die Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache. Macht Gottes Erbarmen allen Menschen sichtbar! Dazu möge der Heilige Geist die göttliche Liebe in eure Herzen eingießen. Euch allen wünsche ich ein gesegnetes, frohes Pfingstfest!“

Link to comment
Share on other sites

Volker_Biallass

Hallo Erich :blink:

An allen Ecken und Enden ...

 

Ex 3,6 Dann fuhr er fort: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.

 

das sind also 3 Götter ? Hääääää???

 

Je nach Blickwinkel mag es so scheinen. Das Judentum scheitert dort, wo es untereinander richtet, wo Isaak und Abraham im Streit miteinander liegen, wer Gott nun mehr an seiner Seite hat, denn der einzige, mit dem sie zu streiten und mit dem sie sich anzulegen haben, ist je Gott selbst.

 

In unserem Ökumenismus übersehen wir es immer wieder gerne, dass das Wirken Jesu zu einem nicht unerheblichen Teil aus jüdischer Ökumene bestand, dass 'richtet nicht' und die Anbetung 'in Wahrheit und Geist' (versus Tempelkult) ein komplettes ökumenisches Programm wiedergeben.

 

Nicht die Juden haben recht, nicht die Samaritaner haben recht, keiner hat recht, außer dem Einen selbst.

 

Fasse versuchshalber mal 'Vater Unser' auf als "Ich bin Gott und Vater Jesu, der Gott und Vater der Kirchenväter, der Gott und Vater von Robert, der Gott und Vater von Erich und der Gott der Vater von Volker. Ich bin der Eine und ich bin Derselbe.". Und dann stelle dir noch vor, dass der dich beim abendlichen Spaziergang als finstre Gesatlt überfallen kann, so dass du am nächsten Morgen mit geprellter Hüfte zum Orthopäden musst :blink:

 

Es zeichnet diesen Gott ganz ungeheuerlich aus, dass er nicht verallgemeinerbar und nicht fixierbar ist, nicht mit griechischem Denken zu erfassen ist. Und noch ungerheuerlicher zeichnet es uns als Christen aus, dass wir keinen eigenen Zugang zu ihm haben, sondern unser Zugang zu ihm in diesem Jesus, seinem Sohn und seinem Christus besteht.

 

Die Bibel bietet zB eine ganz knappes und vollständig klares Programm zur ökumenischen Abendmahls/Eucharistie-Frage: Wer den Herrn nicht liebt, sei verflucht! Marána tha - Unser Herr, komm! (1Kor 16,22) und 1Joh entfaltet deutlich, was diese Liebe an uns ausrichtet, wann wir uns ihrer (und damit unseres Glaubens) gewiß sein können.

 

Die Kirche (und die rk ebenso wie die ev und freikirchlichen) hat leider die starke Tendenz zur Vereinnahmung Gottes, was zu einer Schwächung der Anbetung führt. Dieser Gott ist aber ebenso wie sein Sohn extrem störrisch, lässt sich nicht vereinnahmen, nicht in vereinbaren oder unvereinbaren Lehren einkasernieren, und dann mit Standortverschiebungen manipulieren, sondern er wendet sich zu, wie's ihm justament beliebt.

 

Wenn wir uns bewußt würden, dass es in unseren Lehren nicht um die Darbietung und das Verstehen Gottes gehen kann, sondern dass sie nur eine Funktion für unseren Glauben als vertrauensvolles Handeln, Bekennen und Beten besitzen, dass Monotheismus nicht heißt, "es gibt nur einen Gott, und jetzt streiten wird drum, wer von uns den zur Seite hat, denn er kann ja nur einem beistehen ...", sondern dass Monotheismus bedeutet, dass er ein und derselbe ist, ob bei Israel in der Verschleppung, auf dem OeKT rempelnd und segnend im Gedränge oder in aller Ruhe und Geduld im Tabernakel ... Oekumene ist ein gordischer Knoten, Jesus auch als Schwert gekommen ... ich meine nicht, dass wir ihn auf ewig in der Verstrickung sich widerstreitender Lehren halten können, dass da nicht ein 'verflucht nochmal ... "Grüßt einander mit dem heiligen Kuß!" (1Kor 16,20) über uns hereinbrechen könnte, wenn wir etwas weniger lehren und etwas inniger zu beten begreifen :blink:

 

oder noch weitaus schöner und mit einigen der Namen Gottes ...

 

.....jedoch von Menschen verliehene Namen. Das stimmt!

 

'Name Gottes' ist keine Eigenschaft an ihm selbst, sonder der Name besteht nur zwischen ihm und uns.

 

Er dient nicht zur Identifizierung aus einer Menge heraus, so wie unsere Namen, sondern gibt an, wie wir ihn erleben. Wenn Jesus Gottes Namen kundgetan hat, heißt dass nicht, dass er uns eine verborgene Botschaft überbracht hat, was in Gottes Personalausweis steht, sondern nur, dass er ihn uns erlebbar gemacht hat, wir ihn nun diesem Erlebnis ansprechen können, als Vater, als Liebe, als Vergebung, als Gnade, dass wir in diesem Ansprechen erkennen, dass er auch Schild Abrahams, Fels Isaaks, Starker Jakobs, Schatz Israels, dein Gott und mein Gott ist.

 

bcnu Volker

Link to comment
Share on other sites

Christen fragen sich, inwieweit trinitarische Theologie besondere Denkstrukturen der Versöhnung in sich birgt.

Wenn Gott die Liebe ist, so setzt die Liebe auch den Dialog voraus. Insofern ist Trinität schon ein Begriff für die Liebe. Wenn Gott den Menschen nicht zu seinem Sein braucht, er die Liebe ist, dann war von Anfang in Gott Beziehung vorhanden. Die Mystiker sprechen daher vom "innergöttlichen Dialog".

 

Und dann ist Trinität auch ein Inbegriff dafür, daß Gott ganz anders ist, wie Du ihn Dir vorstellen vermagst.... eben unbegreiflich.... Begriffen wird er nur als "Geheimnis", d.h. als das Sich-Zeigen von ungreifbarer Freiheit und so weiter...

Link to comment
Share on other sites

Ich hätte das Evangelium von heute früher lesen sollen:

 

Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.

 

Also Gott hat nur einen Namen, wie Jesus Christus hier sagt.

Wenn dem nicht so wäre, hätte er doch sagen müssen:Ich habe deine [vielen] Namen den Menschen offenbart.

 

Tach zusammen

Erich

Bleiben tut es, daß Gott sich als der "Jahwe" (=ich bin der "ich bin da") offenbart hat. Mit anderen Worten ist Gott derjenige, der gar keinen Namen hat. Seit Jesus dürfen wir ihn aber wie ein Kind "Abba" (=lieber Vati) nennen.... Und das ist eine ganze Menge mehr.....

Edited by platon
Link to comment
Share on other sites

In der Genesis steht dort, wo von "Gott" und "Er" die Rede ist, meistens Elohim. El ist der Gott (Einzahl), wie in Isra-El, Elohim ist der Plural. In der Bibel hat Gott viele Namen, u. a. El Eljon, Zebaoth, El Schadai.

 

Wenn man nun noch bedenkt, dass damals, als die Bibel geschrieben wurde, Namen alles andere als Schall und Rauch waren, dann kommt man schon ins Grübeln. Elohim wird zwar meist als "Pluralis Majestatis" gedeutet, aber es ist mehr als nur fraglich, ob das korrekt ist. Immerhin war zu der Zeit, als große Teile der Bibel geschrieben wurden, der Monotheismus noch nicht allgemein verbreitet.

 

Wenn man die Bibel richtig übersetzen würde, dann begänne sie mit den Worten:

 

"Am Anfang schuf die Götter die Himmel und die Erde ..." (wirklich, "schuf" in der Einzahl, aber Götter in der Mehrzahl).

 

Weiter geht es dann mit "Und die Erde, die war Tohuwabohu und Dunkelheit auf dem Gesicht des Urmeeres und der Hauch der Götter schwebend auf dem Urgesicht des Wassers. Und es sprachen die Götter, Licht sei, Licht wurde."

 

Man sieht, es wurde gleich mit einer ganz bestimmten Interpretation übersetzt. Man hörte nicht auf die Worte, sondern ließ sich gleich von einer spezifischen Deutung leiten. Das hat dann wieder zahlreiche Irrtümer und Misstverständnisse zur Folge.

 

Vielleicht war Jahwe nur ein kleiner Provinzgott, der wegen fortgsetzter Grausamkeit dann abgelöst wurde, wobei man (= die Götter) Jesus zur Erde sandten, um diese Ablösung zu verkünden ... :blink:

 

(Letzteres bitte nicht ernstnehmen)

Link to comment
Share on other sites

Christoph Overkott
Christen fragen sich, inwieweit trinitarische Theologie besondere Denkstrukturen der Versöhnung in sich birgt.

Wenn Gott die Liebe ist, so setzt die Liebe auch den Dialog voraus. Insofern ist Trinität schon ein Begriff für die Liebe. Wenn Gott den Menschen nicht zu seinem Sein braucht, er die Liebe ist, dann war von Anfang in Gott Beziehung vorhanden. Die Mystiker sprechen daher vom "innergöttlichen Dialog".

Wenn Gott die Liebe ist, so setzt die Liebe auch den Dialog voraus.

 

Ich würde so formulieren: weil Gott die Liebe ist, ergibt sich der Dialog.

 

Insofern ist Trinität schon ein Begriff für die Liebe.

 

Der Begriff der Liebe erscheint in der Bibel eher als der Begriff der Trinität, obwohl sich explizite Anklänge an den Begriff der Trinität auch schon bei Johannes finden (1 Joh 5,7-8).

 

Dies unterstreicht einmal mehr, dass sich im Gottesverständnis Liebe und Trinität ergänzen und entfalten.

 

Gott war von Anfang an Liebe und Beziehung. Den innergöttlichen Dialog kann man auch als Gebet bezeichnen.

 

In das Gespräch und die Beziehung hat Gott auch den Menschen einbezogen und sich ihm offenbart.

 

Diese Offenbarung scheint auch in allem auf, was in anderen Religionen wahr ist und sich als Stimme des Gewissens äußert.

 

Darin zeigt sich, dass Gott Beziehung in Freiheit will.

Edited by Christoph Overkott
Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...