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Lebt der Dalai Lama zölibatär?


Edith
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Weiß jemand, ob der Dalai Lama zölibatär lebt?

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Weiß jemand warum? Gibts da im Buddhismus religiöse Gründe?

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Ich habe mir mal sagen lassen, daß es das in allen Religionen gibt....

selbst Medizinmänner in Afrika sollen angeblich vor wichtigen religiösen Handlungen sich der Sexulaität enthalten, selbst wenn sie verheiratet sind.

 

Weiß da jemand bescheid?

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Soviel ich weiß: ja. Alle buddhistischen Mönche leben im Zölibat. Im Buddhismus ist es ja Ziel, den Kreislauf der Wiedergeburten zu durchbrechen, der durch irdische Begierden ausgelöst wird. Da stehen so was Irdisches wie Frauen dem Weg ins Nirwana schon entgegen...

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Ich habe mir mal sagen lassen, daß es das in allen Religionen gibt....

Ja und das Zölibat ist auch älter als das Christentum. Auch griechische Priesterinnen waren beispielsweise unberührbar für Menschen. (Allerdings nicht für die Götter, denen sie dienten).

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Buddhistische Mönche leben genau so im Zölibat, wie christliche Mönche. Es geht in beiden Religionen um die geistige Welt. Damit dieser Weg nicht durch profane weltliche Dinge gestört werden, soll sich der Mönch möglichst oft auf seine geistige Welt konzentrieren. Sind wir sonst sehr stark von Instinken geleitet, versuchen die Mönche diesen Kreislauf zu druchbrechen. Würden sie mit einer Frau leben, so kämen in der Regel irgendwann Kinder und der Mönch müsste sich um das tägliche Brot seiner Familie kümmern. Damit hätte er nicht mehr genügend Zeit für seine geistige Weiterentwicklung. Eine ganz einfache Rechnung.

Soweit mir bekannt ist, kommen die Jungen schon sehr jung ins Kloster. Sie werden aber nicht gezwungen ihr Leben lang dort zu bleiben. Wer sich entschließt doch eine Familie zu gründen, kann dies tun. So habe ich es unlängst einem Bericht im Fernsehen entnommen. Ich lasse mich aber gerne verbessern, wenn es jemand genauer weiß.

Jutta

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selbst  Medizinmänner in Afrika sollen angeblich vor wichtigen religiösen Handlungen sich der Sexulaität enthalten, selbst wenn sie verheiratet sind.

Ja. Und kürzlich hab' ich einen Zeitungsartikel über eine afrikanische Regenmacherin-Königin (o.ä.) gelesen, die ebenfalls zölibatär leben muss.

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Buddhistische Mönche leben genau so im Zölibat, wie christliche Mönche. Es geht in beiden Religionen um die geistige Welt. Damit dieser Weg nicht durch profane weltliche Dinge gestört werden, soll sich der Mönch möglichst oft auf seine geistige Welt konzentrieren. Sind wir sonst sehr stark von Instinken geleitet, versuchen die Mönche diesen Kreislauf zu druchbrechen. Würden sie mit einer Frau leben, so kämen in der Regel irgendwann Kinder und der Mönch müsste sich um das tägliche Brot seiner Familie kümmern. Damit hätte er nicht mehr genügend Zeit für seine geistige Weiterentwicklung. Eine ganz einfache Rechnung.

Soweit mir bekannt ist, kommen die Jungen schon sehr jung ins Kloster. Sie werden aber nicht gezwungen ihr Leben lang dort zu bleiben. Wer sich entschließt doch eine Familie zu gründen, kann dies tun. So habe ich es unlängst einem Bericht im Fernsehen entnommen. Ich lasse mich aber gerne verbessern, wenn es jemand genauer weiß.

Jutta

Hallo Jutta

Schriftlich belegen kann ich dir Folgendes auch nicht. Aber ich war mal in Thailand und hab' dort mit einigen Mönchen und Nichtmönchen über den Buddismus gesprochen:

Ausgesprochen viele junge Männer gehen ins Kloster. Allerdings nur auf Zeit! Also etwa ein Jahr lang oder so. Die Hauptgründe sind vor allem finanzieller Art. Als Mönch erhältst du von der Bevölkerung alles, was du zum Leben brauchst. Ausserdem haben die jugendlichen Mönche grossen Spass miteinander. Sie rauchen übrigens sehr viel. Und sie schauen den Frauen ziemlich unkeusch hinterher...

 

Gruss

Ziska

 

PS: Die buddistischen Nonnen werden übrigens von allen sehr gering geachtet und haben kaum Rechte. Gewusst?

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selbst Medizinmänner in Afrika sollen angeblich vor wichtigen religiösen Handlungen sich der Sexulaität enthalten, selbst wenn sie verheiratet sind.

Das kenn ich auch von Musikern. :blink: *seufz* (Aber nur VOR den "wichtigen Handlungen").

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ahja. Danke für die Beiträge.

Kann mir dann jemand die Kritik am Zölibat nur an der kath. Kirche erklären?

Ich habe nämlich noch nie gehört, daß der Dalai Lama dafür auch so kritisiert worden wäre. Wie kommts? :P

 

Scheint so, also gehörte überall und "immer schon" Enthaltsamkeit und Gottsuche zusammen.... :blink:

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Franciscus non papa
ahja. Danke für die Beiträge.

Kann mir dann jemand die Kritik am Zölibat nur an der kath. Kirche erklären?

Ich habe nämlich noch nie gehört, daß der Dalai Lama dafür auch so kritisiert worden wäre. Wie kommts? :P

 

Scheint so, also gehörte überall und "immer schon" Enthaltsamkeit und Gottsuche zusammen.... :blink:

kann doch wohl so sein, dass es hierzulande einfach etwas mehr betroffenheit wegen des zölibats-gebotes der kath. kirche gibt. logische folge: es wird kritisiert, was einen betrifft. ob es in anderen religionen sowas ähnliches gibt, ist da eher weniger relvant.

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ahja. Danke für die Beiträge.

Kann mir dann jemand die Kritik am Zölibat nur an der kath. Kirche erklären?

Ich habe nämlich noch nie gehört, daß der Dalai Lama dafür auch so kritisiert worden wäre. Wie kommts? :blink:

 

Scheint so, also gehörte überall und "immer schon" Enthaltsamkeit und Gottsuche zusammen.... :P

Na ja, meine Kritik an der argentinischen Schulpolitik hält sich auch arg in Grenzen. Wenn ich Argentinier wäre und in Argentinien leben würde, wäre das sicherlich anders. Der Lebensstil buddhistischer Mönche in Thailand tangiert mich persönlich eher peripher.

 

Abgesehen davon geht der Buddhismus weitaus lockerer mit dem Zölibat um... :blink:

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Ich denke, der grundlegende Unterschied ist: Wenn ein junger Mann sich entscheidet Priester zu werden, so ist das unwiederruflich. Ein buddhistischer Mönch kann das Kloster jederzeit verlassen und eine Familie gründen, ohne dadurch aus seiner Religionsgemeinschaft ausgestoßen zu werden oder Repressalien erleiden zu müssen. Zumindest ist das die Information, die ich bislang habe.

Priester oder auch Ordensleute, die aus dem Orden austreten, haben viele Nachteile. Haben sie z. Z. ein Lehramt inne oder arbeiten in einer krichlichen Institution, so sind sie mit dem Austritt aus dem Amt / Orden auch arbeiteslos. Aber damit nicht gut. Wo die Kirche kann, versucht sie diesen Menschen Steine in den Weg zu legen. Mehrere Bekannte von mir haben diesen Weg hinter sich. Man hat ihnen Ärger gemacht, wo man nur konnte. Machenschaften der Kirche, die mit Jesus nichts mehr zu tun haben.

Die Entscheidung geht ja letztlich nur Gott und den betreffenden Menschen etwas an. Wenn die einen Konsens miteinander finden, sollte der Papst sich auch raus halten, denn er ist ja nicht mehr als Gott. Es ist eine Gewissensfrage und allemal besser ehrlicher zu seinen Gefühlen zu stehen, als sich zu verleugnen und unglücklich zu sein. Ich glaube nicht, das Gott uns unglücklich sehen will.

 

Jutta

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Wie ist das mit einem Buddh. Mönch, der an einer buddh. Tempelschule- sagen wir als Lehrer - tätig ist...

was passiert, wenn der aus dem Kloster austritt?

 

Messen wir da nicht mit zweierlei Maß?

 

 

Und: wen bitte... betrifft der Zölibat??? Ich meine von den Kritikern???????

???????????????????????????????????????????????????????????????????

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??? ich versteh nur noch Bahnhof ???

 

Was möchtest Du uns sagen, Edith?

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??? ich versteh nur noch Bahnhof ???

 

Was möchtest Du uns sagen, Edith?

Naja, ich frage mich, warum die eine Institution wahnsinnig kritisiert wird, die andere nicht?

*schulterzuck*

 

Ich frage mich, warum man die Gemeinsamkeiten zB auf dem Kirchentag mit dem Dalai Lama nicht aufgegriffen hat... schade.

Wo doch offenbar die Mystiker aller Religionen sehr viel Gemeinsames pflegen, bezügl. des Lebensstils.

 

Aber ich weiß schon, was Du meinst, Lucia *zwinker*... das wird langsam eine Disskussion :blink: Ist schon gut.

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Hallo Edith,

 

ich verstehe schon, was Du uns sagen willst. :blink:

 

Es gibt offensichtlich einen "guten" und einen "schlechten Zölibat.

 

Der in dem so hoch angesagten Buddhismus ist der "gute", der in der so wenig angesagten Kirche ist der "schlechte".

 

Jedenfalls ist das bedauerlicherweise in der veröffentlichten Meinung so.

 

Gruß

Cicero

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Wie im Christentum gibt es auch im Buddhismus unterschiedliche Strömungen und Glaubensrichtungen. Allerdings sind die Unterschiede in der Bewertung nicht so groß wie im Christentum. Keine buddhistische Glaubensrichtung beansprucht die wahre Lehre für sich; für die Buddhisten ist der Buddhismus nur ein Weg von vielen zur Erleuchtung, es mag noch andere geben. Ein echtes Schisma - wie es viele Christen zwischen Katholizismus und Protestantismus sehen - bedrückt die Buddhisten nicht.

 

So wird es auch mit dem Zölibat unterschiedlich gehandhabt. Nicht alle Mönche praktizieren ihn. In Japan z.B. wurde schon sehr früh das Zölibat für Zen Mönche wieder aufgehoben.

 

Auch ist das Zölibat bei den anderen Mönchen nicht wirklich Plficht in dem Sinne, daß man zölibatär leben muß, um Mönch zu werden und zu bleiben; auch wird man nicht seines Amtes enthoben, verstoßen oder ähnliche Strafen verhängt.

 

Allerding, allerdings, wird man sich dann vorhalten lassen müssen, dass ein nicht-zölibatäres Leben als Mönch die Beschreitung des Weges zur Erleuchtung erheblich erschwert ("unmöglich" wird es für die Buddhisten nicht, wie gesagt, viele Wege führen zur Erleuchtung) und es wird einem versucht, die Sinnlosigkeit des Unterfanges klar zu machen. Meist wird es demjenigen nach kurzer Zeit selber klar, Mönch ist im Buddhismus in full time job, der quasi keine Zeit für Familie und Kind zuläßt; vor allem, wenn man Bettelmönch ist. Aber diese Erkenntnis und die daraus folgende Entscheidung überläßt man dem Mönch.

 

Im Buddhismus erlangt man Erleuchtung durch Erkenntnis, nicht durch Einhalten von Gebote (die man vielleicht nicht einmal nachvollziehen kann). Man selbst muß auf den Trichter kommen, daher machen von anderen aufgestellte Verbote im Buddhismus wenig Sinn.

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Erstaunlicherweise gibt es auch in anderen Religionen das Zölibat. Der Buddhismus ist bereits genannt worden, ich möchte noch den Jainismus hinzufügen - eine noch ältere Religion. Die Besonderheit des Jainismus ist: sie ist eine atheistische Religion, in der der Glaube an einen oder mehrere Götter explizit abgelehnt wird.

 

Dass in der Hinwendung zur Sexualität eine Abwendung vom spirituellen Leben gesehen wird, ist also keine Besonderheit des Christentums. Allerdings finden wir auch das Gegenteil, nämlich dass Sexualität als eine besondere Form der spirituellen Erfüllung gesehen wird.

 

Es gibt eben nur wenige Punkte, wo man zwischen den vielen verschiedenen Religionen Gemeinsamkeiten finden wird. Nur wenn man sich auf diese Gemeinsamkeiten konzentriert, hat man überhaupt eine Chance, herauszufinden, was Religion überhaupt ist. Denn alles, was unterschiedlich ist, kann nicht zum Kern der Religion gehören, muss also eine (meist kulturell bedingte) Ursache haben und folglich eher nebensächlich sein.

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Allerdings finden wir auch das Gegenteil, nämlich dass Sexualität als eine besondere Form der spirituellen Erfüllung gesehen wird.

Bei wem denn?

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Onkelchen Osho hat mit dieser Idee in den 70er Jahren den Sprit für seine RollsRoyce-Flotte finanziert.

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Die Besonderheit des Jainismus ist: sie ist eine atheistische Religion, in der der Glaube an einen oder mehrere Götter explizit abgelehnt wird.

Auch der Buddhismus ist atheistisch. Deshalb ist es eigentlich auch keine Religion sondern eine Philosophie.

 

Gruss

Ziska

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Allerdings finden wir auch das Gegenteil, nämlich dass Sexualität als eine besondere Form der spirituellen Erfüllung gesehen wird.

Bei wem denn?

Stichwort Tantrismus.

 

Gruss

Ziska

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Die Besonderheit des Jainismus ist: sie ist eine atheistische Religion, in der der Glaube an einen oder mehrere Götter explizit abgelehnt wird.

Auch der Buddhismus ist atheistisch. Deshalb ist es eigentlich auch keine Religion sondern eine Philosophie.

Ich würde den Buddhismus eher als agnostisch bezeichnen - Götter werden auch nicht explizit abgelehnt, im Gegenteil, in einigen Richtungen des Buddhismus werden sogar Götter verehrt. Deswegen ist der Buddhismus selbst zum Katholizismus (aber nur von seiner Seite aus) "kompatibel" - d. h., Du kannst Buddhist und Katholik gleichzeitig sein.

 

Ansonsten wirft dies die schwierige Frage auf, was man denn nun als Religion bezeichnet. Den Buddhismus, auch den diesseitsorientierten ZEN-Buddhismus (in dem weder an Götter noch an ein Leben im Jenseits geglaubt wird, auch nicht an Wiedergeburt) würde ich explizit zu den Religionen rechnen, wie auch den Jainismus. Das wird auch überall so gehandhabt, so zählt man den Buddhismus mit zu den "großen Weltreligionen".

 

Der Glaube an Gott (oder an Götter) ist definitiv kein Merkmal, welches eine Religion von einer Nicht-Religion (oder Philosophie) unterscheidet.

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Hallo

 

Der Unterschied zu Europäischen Klöstern besteht in der nähe des Volkes zu den Klöstern.

 

In diesen Ländern geht ein junger Mann ins Kloster, weil es sich im Lebenslauf gut macht, wenn man für ein Jahr ins Kloster geht.

Insbesondere dann, wenn man einmal Manager oder etwas ähnliches wird.(Japan)

Bei uns macht man höchstens ein sozales Jahr.

Wenn ein junger Mann bei uns das selbe macht ist das schon auffällig.

Diesen kulturellen Unterschied können wir leider nicht beseitigen.

Gruß oskar

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Guest Ketelhohn

Zur Eingangsfrage zurück: Rituelle Sexualpraktiken sind wesentlicher Bestandteil der allermeisten heidnischen Kulte, von den kongolesischen Maji-Maji-Kriegern bis zum allergöttlichsten Meisterbeschäler des Lamaismus.

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In diesen Ländern geht ein junger Mann ins Kloster, weil es sich im Lebenslauf gut macht, wenn man für ein Jahr ins Kloster geht.

Insbesondere dann, wenn man einmal Manager oder etwas ähnliches wird.(Japan)

ja, das fand ich auch immer schon nachahmenswert.

Erst mal reflektieren, worums EIGENTLICH geht im Leben, und dann rein in den Alltag.

 

Täte uns gut.

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