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Auferstehung und Reinkarnation


Magdalene
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Auferstehung und Reinkarnation

 

Michael Hull über eine eschatologische Frage

 

NEW YORK, den 17. Mai 2003 (ZENIT.org).- Dies ist der Text einer Ansprache von Pater Michael Hull, gehalten auf einer Videokonferenz von Theologen am 29. April, organisiert von der vatikanischen Kongregation für den Klerus.

 

Pater Hull ist Professor für Altes und Neues Testament am St. Josephs Seminar. Der Text ist leicht überarbeitet.

* *

 

Auferstehung und Reinkarnation

Von Pater Michael Hull

 

Die Ganzheitlichkeit der menschlichen Person -- Körper und Seele, in diesem und im nächsten Leben – war, ist und bleibt einer der schwerer zu verstehenden Aspekte der göttlichen Offenbarung. Die Worte des heiligen Augustinus bleiben relevant: “Keine Lehre des christlichen Glaubens wird so heftig und so hartnäckig bekämpft wie die Lehre der Auferstehung des Fleisches” (Enarrationes in Psalmos, Erklärungen zu den Psalmen, Ps. 88, ser. 2, par. 5).

 

Diese Lehre, die immer wieder in Schrift und Tradition bekräftigt wird, findet ihre erhabenste Darstellung in dem 15. Kapitel des ersten Briefes des heiligen Paulus an die Korinther. Und sie wird unaufhörlich von den Christen beim Rezitieren des ‚Nizäischen Glaubensbekenntnisses’ bekräftigt: “Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben”. Sie gehört zum Glauben an die Verheißungen Gottes.

 

Die menschliche Vernunft begreift zwar oft von sich aus die Unsterblichkeit der Seele, es gelingt ihr aber nicht, die wesentliche Einheit der menschlichen Person zu begreifen, die nach dem Bild Gottes (“Imago Dei”) geschaffen ist. So hat oft die Vernunft und das Heidentum “durch ein Glas undeutlich und verschwommen” einen Schimmer des ewigen, von Christus offenbarten und in seiner eigenen leiblichen Auferstehung von den Toten bestätigten, Lebens gesehen, aber sie können nicht “den Plan des von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer aller Dinge, verborgenen Geheimnisses” erkennen.” (Epheser 3:9).

 

Die falsche Vorstellung von einer Seelenwanderung (bei Plato und Pythagoras) oder einer Reinkarnation (im Hinduismus und Buddhismus) behauptet einen natürlichen Übergang der Menschenseelen von Körper zu Körper. Noch immer in vielen östlichen Religionen, in der Theosophie und im Spiritualismus als wahr akzeptiert, unterscheidet sich die Reinkarnation sehr stark von der Auferstehung des christlichen Glaubens, in dem die menschliche Person -- Körper und Seele -- am jüngsten Tag wieder zu einem Ganzen integriert wird zur Rettung oder zur Verdammnis.

 

Vor der Parusie (Wiederkunft Christi) geht die individuelle Seele, nachdem über sie (bei ihrem Tod) in einem besonderen Gericht die Entscheidung fällt, entweder sofort in die ewige Seligkeit im Himmel ein (oder in einen Zustand der Läuterung, der für die Freude des Himmels notwendig ist) oder in die ewige Qual in der Hölle (vgl. Benedict XII., Benedictus Deus).

 

Bei der Parusie wird in dem allgemeinen Gericht der Körper mit seiner Seele wieder vereinigt. Jeder auferstandene Leib wird mit seiner Seele vereinigt, jeder wird dann seine Identität, seine Ganzheit und seine Unsterblichkeit erkennen.

 

Die Gerechten werden nun mit ihrer mit dem Körper vereinigten Seele weiterhin die beglückende Schau (Gottes) genießen und sich der Leidlosigkeit, der Herrlichkeit, der Unbeschwertheit und der [Erkenntnis] erfreuen. Die Ungerechten werden ohne die oben genannten Merkmale weiterhin ihre immer währende Strafe erleiden, nunmehr als vollständige Personen, mit Körper und Seele.

 

Die Auferstehung des Leibes schließt jeden Gedanken an Reinkarnation aus, weil Christi Auferstehung weder eine Rückkehr in das irdische Leben noch eine Wanderung seiner Seele in einen anderen Körper war. Vielmehr ist die Auferstehung des Leibes die Erfüllung der Verheißungen Gottes im Alten und Neuen Testament.

 

Die Auferstehung des Leibes des Herren ist die Erstlingsfrucht der Auferstehung. “Denn wie von einem Menschen der Tod kam, ist auch von einem Menschen die Auferstehung der Toten gekommen. Und gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht. Ein jeder aber, wenn die Reihe an ihm ist: als Erstling Christus, dann bei seinem Kommen, jene, die Christus angehören” (1. Korinther 15:21-23).

 

Die Reinkarnation lässt uns eingeschlossen in einer ewigen körperlichen Heimatlosigkeit, mit der Zusicherung von nicht mehr als einer Erneuerung der Seele. Der christliche Glaube verspricht eine Auferstehung der menschlichen Person -- Körper und Seele -- durch das Eingreifen des Vaters, des Sohnes und des Geistes zu einem ewigen Leben im Paradies.

 

In seinem apostolischen Brief “Tertio Millennio Adveniente” vom November 1994 schreibt Johannes Paul II.: “Wie sollen wir uns das Leben jenseits des Todes vorstellen? Einige ziehen verschiedene Formen der Reinkarnation in Betracht: Je nach jemandes bisherigem Leben würde man ein neues Leben empfangen entweder in einer höheren oder niedrigeren Gestalt, bis die volle Läuterung erlangt ist. Dieser Glaube, der tief in einigen östlichen Religionen verwurzelt ist, weist selbst darauf hin, dass der Mensch gegen die Endgültigkeit des Todes rebelliert. Er ist überzeugt, dass seine Natur im Wesentlichen geistlich und unsterblich ist. Die christliche Offenbarung schließt die Reinkarnation aus. In ihr ist der Mensch dazu aufgerufen, die Erfüllung im Laufe einer einzigen irdischen Existenz zu erlangen”.

 

(Quelle)

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Christoph Overkott

Der Text dürfte zwar in seiner grundsätzlichen Unterscheidung zwischen christlicher Auferstehung und nichtchristlicher Reinkarnationslehre von christlicher Seite her unbestritten sein.

 

Er weist aber gravierende Mängel auf, die auch von katholischen Theologen nicht widerspruchslos hingenommen werden dürften.

 

1. In seiner Auseinandersetzung mit der leiblichen Auferstehung überspringt er die Lehre vom pneumatischen Leib der Auferstandenen.

 

2. Gleichzeitig stellt er das Auferstehungsgeschehen auf einer Zeitachse dar, die der Einheit in Verschiedenheit von Ewigkeit und Zeit nicht gerecht wird.

 

3. In seiner Auseinandersetzung mit den nichtchristlichen Reinkarnationslehren überspringt er die Lehre von der christlichen Wiedergeburt.

 

4. Und schließlich wird er auch der Bedeutung von Liebe und Nächstenliebe im Hinblick auf Auferstehung und Wiedergeburt nicht gerecht.

 

5. So mangelt es ihm an einer Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit Auferstehung und Wiedergeburt im Sinne der ökumenischen Katholizität des Konzils und erweist sich als theologische Polemik.

Edited by Christoph Overkott
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Der Text ...  weist aber gravierende Mängel auf, die auch von katholischen Theologen nicht widerspruchslos hingenommen werden dürften.

Hallo Christoph,

mit Deiner Kritik schießt Du meines Erachtens weit über's Ziel hinaus.

 

1. In seiner Auseinandersetzung mit der leiblichen Auferstehung überspringt er die Lehre vom pneumatischen Leib der Auferstandenen.
Hier möchte ich Dich darauf hinweisen, dass der Ausdruck "pneumatischer Leib" auch nicht im KKK vorkommt; ganz im Gegenteil: der Text spricht ganz klar vom "auferstandenen Leib", wie auch der Katechismus. Der Auferstehungsleib kann gar kein "pneumatischer" sein (pneuma: Wind, Hauch, Atem), weil sonst Thomas die Wunden des Herrn gar nicht hätte berühren können.

 

2. Gleichzeitig stellt er das Auferstehungsgeschehen auf einer Zeitachse dar, die der Einheit in Verschiedenheit von Ewigkeit und Zeit nicht gerecht wird.

Unfug. Die Zeitachse hast Du Dir hineininterpretiert - was die Abfolge der Ereignisse angeht steht der Text voll und ganz auf der Linie des KKK.

 

3. In seiner Auseinandersetzung mit den nichtchristlichen Reinkarnationslehren überspringt er die Lehre von der christlichen Wiedergeburt.

Die christliche Wiedergeburt findet in der Taufe statt - mit derselben Berechtigung könntest Du anmerken, dass der Text nicht auf das Sakrament der Vergebung eingeht. Es ist kein Fehler, sich thematisch zu beschränken!

 

4. Und schließlich wird er auch der Bedeutung von Liebe und Nächstenliebe im Hinblick auf Auferstehung und Wiedergeburt nicht gerecht.

Wie gesagt: Es ist kein Fehler, sich thematisch zu beschränken. Und nicht jeder muß diesem Overkottschen Spleen frönen. Ganz im Gegenteil, ich bin froh um jeden Text, wo dies lieblos-nervtötende Liebesgeschwätz nicht vorkommt.

 

5. So mangelt es ihm an einer Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit Auferstehung und Wiedergeburt im Sinne der ökumenischen Katholizität des Konzils und erweist sich als theologische Polemik.
Diese Schlußfolgerung ist aus der Luft gegriffen. Nirgends hast Du vorher auf das Konzil hingewiesen - und polemisch (polemos heißt Krieg!) ist der Artikel nicht - wohl aber Deine agressiven Anmerkungen.

 

Lucia

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Christoph Overkott
Hier möchte ich darauf hinweisen, dass der Ausdruck "pneumatischer Leib" auch nicht im KKK vorkommt; ganz im Gegenteil: der Text spricht ganz klar vom "auferstandenen Leib", wie auch der Katechismus. Der Auferstehungsleib kann gar kein "pneumatischer" sein (pneuma: Wind, Hauch, Atem), weil sonst Thomas die Wunden des Herrn gar nicht hätte berühren können.

 

Das griechische Wort "pneumatisch" wird in der Einheitsübersetzung und im Anschluss daran auch in der deutschen Übersetzung des KKK mit "himmlisch" widergegeben.

 

was die Abfolge der Ereignisse angeht steht der Text voll und ganz auf der Linie des KKK.

 

Steht nur halb auf der Linie des KKK, weil damit das Verhältnis von Ewigkeit und Zeit ignoriert wird.

 

Die christliche Wiedergeburt findet in der Taufe statt - mit derselben Berechtigung könntest Du anmerken, dass der Text nicht auf das Sakrament der Vergebung eingeht. Es ist kein Fehler, sich thematisch zu beschränken!

 

Es ist ignorant Begriffe außen vor zu lassen, wenn der eigene Glaube dieselbe Begrifflichkeit benutzt. Hier müßte per Definition eine saubere Abgrenzung erfolgen und darauf hingewiesen werden, dass unter Wiedergeburt auch die Kirchenväter die Auferstehung verstanden haben.

 

Auch eine Betrachtung und Erwägung von Liebe und Nächstenliebe ist im Hinblick auf eine Auseinandersetzung mit Auferstehung und Wiedergeburt unerlässlich.

Edited by Christoph Overkott
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> Vor der Parusie (Wiederkunft Christi) geht die individuelle Seele, nachdem über sie (bei ihrem Tod) in einem besonderen Gericht die Entscheidung fällt, entweder sofort in die ewige Seligkeit im Himmel ein (oder in einen Zustand der Läuterung, der für die Freude des Himmels notwendig ist) oder in die ewige Qual in der Hölle (vgl. Benedict XII., Benedictus Deus).

 

Bei der Parusie wird in dem allgemeinen Gericht der Körper mit seiner Seele wieder vereinigt. Jeder auferstandene Leib wird mit seiner Seele vereinigt, jeder wird dann seine Identität, seine Ganzheit und seine Unsterblichkeit erkennen.<

 

 

Ist der erste der beiden zitierten Absätze, dieser Zwischenschritt, auch Bestandteil katholischer Lehre? Ich bin bisher davon ausgegangen, dass es für die Toten unter dem Gesichtspuntk der Ewigkeit keines Zwischenschrittes bedarf, sondern dass all die zu unterschiedlichen Zeitpunkten gestorbenen "gleichzeitig" im Gericht ankommen.

 

Ein "besonderes Gericht" würde eine Reihe von Fragen aufwerfen.

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Guest Ketelhohn

»Er weist aber gravierende Mängel auf, die auch von katholischen Theologen nicht widerspruchslos hingenommen werden dürften.« (Christoph)

 

Nein, keine gravierenden Mängel. Allenfalls geringfügige. So steht etwa im Nicænum nichts von der allgemeinen Auferstehung, sondern erst im Constantinopolitanum. Dort aber ist von der »Auferstehung der Toten« die Rede. »Auferstehung des Fleisches« heißt es dagegen im Apostolicum.

 

»1. In seiner Auseinandersetzung mit der leiblichen Auferstehung überspringt er die Lehre vom pneumatischen Leib der Auferstandenen.« (Christoph)

 

»Hier möchte ich Dich darauf hinweisen, daß der Ausdruck "pneumatischer Leib" auch nicht im KKK vorkommt; ganz im Gegenteil: der Text spricht ganz klar vom "auferstandenen Leib", wie auch der Katechismus. Der Auferstehungsleib kann gar kein "pneumatischer" sein (pneuma: Wind, Hauch, Atem), weil sonst Thomas die Wunden des Herrn gar nicht hätte berühren können.« (Lucia H.)

 

Lucias Einwand ist zutreffend. Wir werden im selben Fleische auferstehen, in welchem wir während unseres irdischen Lebens gelebt haben. Das und das allein ist von Anfang an der Glaube der Kirche.

 

»2. Gleichzeitig stellt er das Auferstehungsgeschehen auf einer Zeitachse dar, die der Einheit in Verschiedenheit von Ewigkeit und Zeit nicht gerecht wird.« (Christoph)

 

»Unfug. Die Zeitachse hast Du Dir hineininterpretiert - was die Abfolge der Ereignisse angeht steht der Text voll und ganz auf der Linie des KKK.« (Lucia H.)

 

Wie immer Lucias Einwand gemeint sei, tatsächlich finden das individuelle Gericht, die Reinigung der Seelen, die Auferstehung des Fleisches und das Jüngste Gericht innerhalb der Zeit statt. Von den vollendeten Seelen, die bereits jetzt der Anschauung Gottes genießen, wissen wir, daß sie zumindest unserer irdischen Art von Zeitgebundenheit enthoben sein müssen. Mehr läßt sich kaum sagen.

 

»3. In seiner Auseinandersetzung mit den nichtchristlichen Reinkarnationslehren überspringt er die Lehre von der christlichen Wiedergeburt.« (Christoph)

 

»Die christliche Wiedergeburt findet in der Taufe statt - mit derselben Berechtigung könntest Du anmerken, daß der Text nicht auf das Sakrament der Vergebung eingeht. Es ist kein Fehler, sich thematisch zu beschränken!« (Lucia H.)

 

Wiederum ist Lucias Einwand ist zutreffend. Im übrigen handelt es sich hier um eine allegorische Redeweise, die mit konkreten Wiedergeburts- oder Reinkarnationsvorstellungen nichts gemein hat.

 

»Es ist ignorant, Begriffe außen vor zu lassen, wenn der eigene Glaube dieselbe Begrifflichkeit benutzt.« (Christoph)

 

Falsch, denn es handelt sich um völlig verschiedene Begriffe. (Merke: Ein Begriff ist was anderes als ein Wort.) Ich für meine Person hätte bei der Thematik auch nicht im Traum an den Begriff von der Taufe als dem Bad der Wiedergeburt gedacht.

 

»Hier müßte […] darauf hingewiesen werden, daß unter Wiedergeburt auch die Kirchenväter die Auferstehung verstanden haben.« (Christoph)

 

Belege? Originalsprachliche Ausdrücke?

 

»4. Und schließlich wird er auch der Bedeutung von Liebe und Nächstenliebe im Hinblick auf Auferstehung und Wiedergeburt nicht gerecht.« (Christoph)

 

»Wie gesagt: Es ist kein Fehler, sich thematisch zu beschränken. Und nicht jeder muß diesem Overkottschen Spleen frönen. Ganz im Gegenteil, ich bin froh um jeden Text, wo dies lieblos-nervtötende Liebesgeschwätz nicht vorkommt.« (Lucia H.)

 

Ganz recht. Alles zu seiner Zeit. Im übrigen hat die Auferstehung des Fleisches mit der Liebe derer, die auferstehen, tatsächlich gar nichts zu tun.

 

»5. So mangelt es ihm an einer Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung mit Auferstehung und Wiedergeburt im Sinne der ökumenischen Katholizität des Konzils und erweist sich als theologische Polemik.« (Christoph)

 

Keineswegs mangelt es an Ernsthaftigkeit. Mit der Auferstehung setzen wir uns nicht auseinander, wir bekennen sie. Die Auseinandersetzung dagegen ist erforderlich mit den falschen Wiedergeburtslehren. – Von welchem Konzil Christoph redet, ist nicht ersichtlich; »ökumenische Katholizität« ist ein Pleonasmus; polemisch ist Christophs Beitrag, jedoch ohne Substanz. Der angegriffene Artikel dagegen ist ausgesprochen sachlich, obgleich der Materie auch etwas Polemik nicht schadete.

 

»„Vor der Parusie (Wiederkunft Christi) geht die individuelle Seele, nachdem über sie (bei ihrem Tod) in einem besonderen Gericht die Entscheidung fällt, entweder sofort in die ewige Seligkeit im Himmel ein (oder in einen Zustand der Läuterung, der für die Freude des Himmels notwendig ist) oder in die ewige Qual in der Hölle (vgl. Benedict XII., Benedictus Deus).

 

Bei der Parusie wird in dem allgemeinen Gericht der Körper mit seiner Seele wieder vereinigt. Jeder auferstandene Leib wird mit seiner Seele vereinigt, jeder wird dann seine Identität, seine Ganzheit und seine Unsterblichkeit erkennen.“

 

Ist der erste der beiden zitierten Absätze, dieser Zwischenschritt, auch Bestandteil katholischer Lehre? Ich bin bisher davon ausgegangen, dass es für die Toten unter dem Gesichtspuntk der Ewigkeit keines Zwischenschrittes bedarf, sondern dass all die zu unterschiedlichen Zeitpunkten gestorbenen "gleichzeitig" im Gericht ankommen.« (Martin)

 

Ja. Selbstverständlich ist das der Glaube der Kirche.

Edited by Ketelhohn
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Christoph Overkott
»Er weist aber gravierende Mängel auf, die auch von katholischen Theologen nicht widerspruchslos hingenommen werden dürften.« (Christoph)

 

Nein, keine gravierenden Mängel. Allenfalls geringfügige. So steht etwa im Nicænum nichts von der allgemeinen Auferstehung, sondern erst im Constantinopolitanum. Dort aber ist von der »Auferstehung der Toten« die Rede. »Auferstehung des Fleisches« heißt es dagegen im Apostolicum.

Paulus hat sich mit dieser Frage ausführlich beschäftigt und in diesem Punkt den Glauben der Kirche aller Zeiten formuliert:

 

33 Lasst euch nicht irreführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.

34 Werdet nüchtern, wie es sich gehört, und sündigt nicht! Einige Leute wissen nichts von Gott; ich sage das, damit ihr euch schämt.

35 Nun könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben?

36 Was für eine törichte Frage! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.

37 Und was du säst, hat noch nicht die Gestalt, die entstehen wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel ein Weizenkorn oder ein anderes.

38 Gott gibt ihm die Gestalt, die er vorgesehen hat, jedem Samen eine andere.

39 Auch die Lebewesen haben nicht alle die gleiche Gestalt. Die Gestalt der Menschen ist anders als die der Haustiere, die Gestalt der Vögel anders als die der Fische.

40 Auch gibt es Himmelskörper und irdische Körper. Die Schönheit der Himmelskörper ist anders als die der irdischen Körper.

41 Der Glanz der Sonne ist anders als der Glanz des Mondes, anders als der Glanz der Sterne; denn auch die Gestirne unterscheiden sich durch ihren Glanz.

42 So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich.

43 Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark.

44 Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen.

45 So steht es auch in der Schrift: Adam, der Erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der Letzte Adam wurde lebendig machender Geist.

 

(1 Kor 15,33-45)

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Guest Ketelhohn

Zutreffend ist, was oben gesagt und nun mit dem Apostelzitat belegt wird: daß nämlich Paulus I Cor 15,44 vom Auferstehungsleib als »geistlichem« oder »geistigem Leib« redet (corpus spiritale, swma pneumatikon); die Einheitsübersetzung will mit ihrem Begriff des »überirdischen Leibes« vielleicht dem Mißverständnis entgegentreten, es sei kein materieller Leib gemeint.

 

Sie verfehlt damit allerdings den Sinn des vom Apostel gebrauchten Begriffspaares: swma yucikon - swma pneumatikon (corpus animale – corpus spiritale). Man muß, um das recht zu verstehen, wohl ein wenig die zeitgenössische Redeweise kennen und die Themen damaliger Philosophie – womit nicht gesagt ist, das Paulus hier sensu stricto philosophisch redete. Aber die durchaus gängigen Begriffe, derer er sich bedient, stammen aus dem Diskurs der Philosophen.

 

Ohne das im einzelnen weiter ausführen zu wollen, stelle ich fest, daß in Anbetracht des Gesagten die Übersetzung von Hamp, Stenzel & Kürzinger (Pattloch) den Sinn am besten trifft: »sinnenhafter Leib – geistiger Leib«. Die gegensätzlichen Attribute geben hier gemäß platonischer Seelenlehre die „Richtung“ des Leibes an, die Orientierung oder den Antrieb. Der Leib selbst ist dabei aber jedesmal als ein aus Materie bestehender verstanden.

Edited by Ketelhohn
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Christoph Overkott

Und das genau meint pneumatischer Leib.

 

Ein eleganter Rückzieher, Robert.

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