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Was soll man davon halten?


Maple
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Nachdem unsere neuen Ministranten eingewiesen sind und fleißig dienen, gibt es ein Problem. In unserer ministrantenlosen/-armen Zeit hat es sich bei einigen Gemeinemitgliedern eingebürgert, daß man sobald sich der Pfarrer mit der Hostienschale vom Altar wegbewegt nach vorn stürzt a la "das Büffet ist eröffnet". Das hat zwar auch schon viele gestört, aber jetzt kommt halt das Problem mit den Minis noch dazu.

 

Zur Kommunion stellt man sich bei uns halbrund an eine Stufe um den Altar auf der dieser erhöht steht. Zwei Ministranten stehen links und der Rest rechts vom Altar. Die Minis sollten eigentlich zuerst die Kommunion kriegen, wenn der letzte sie empfangen hat, machen alle gemeinsam eine Kniebeuge und gehen jeweils rechts und links an ihre Plätze. Da die Gemeinde so nach vorn stürzt (erinnert teilweise wirklich schon an olympische Wettkämpfe im Gehen), stellen sich einige gleich in die Mitte zwischen die Ministranten, d.h. alle müssen solange warten bis wirklich der letzte Ministrant die Kommunion hat und sich dann durch die Menge quälen. Der Mini-Ablauf soll aber nicht geändert werden, da das nun schon 30 Jahre Tradition hat und auch ein schönes Bild ergibt.

 

Unser derzeitiger Pfarrer kam vor ca. 2 Jahren als wir sehr schwach mit Ministranten besetzt waren und es das Problem so nicht gab. Wir haben ihn mal darauf angesprochen, daß er entweder mal die Gemeinde bittet etwas abzuwarten (gefällt ihm selbst nicht) was er aber nciht macht bzw. daß er den Minis zuerst die Kommunion gibt, damit die Gemeinde lernt, daß es sich nicht lohnt zu rennen. Das verweigert er auch, da er kein Gemeindemitglied "denunzieren" möchte, wobei von uns der Vorschlag kam er könnte ja auch hinter dem Altar zur anderen Seite gehen und damit den Übergehen aus dem Weg. Das macht er aber auch nicht.

 

Seine Antwort: "Nein, ich mache das nicht und wenn man mich noch 1000 mal bittet, außerdem gebe ich sowieso jedem die Kommunion auch wenn ich weiß, daß er nicht katholisch ist und auch so nicht weiß was da passiert."

 

Auf unsere geschockten Gesichter kam dann noch folgende Antwort: "Wenn es Euch nicht paßt, dann geht doch in eine andere Gemeinde oder werdet evangelisch."

Kann sich ein Pfarrer so etwas erlauben? Ich bin immer noch völlig perplex.

Hat einer noch einen anderen Vorschlag wie man das Problem lösen kann?

Edited by Conny
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Vielleicht weiss bei euch dieser Mann Rat:

reinelt.jpg

Das ist doch ein guter Kumpel von ihm.

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Conny, ich verstehe den Zusammenhang mit den ANtworten Eures Pfarrers nicht. Minis sollen zuerst bekommen, o.k. Die Buffet-Mentalität soll verhindert werden, o.k. Das ist das Problem. Und nun die Antwort: er gebe die Kommunion jedem - das ist doch ein anderes Thema, oder? UNd warum kann man evangelisch werden, wenn man lieber möchte, daß er die Kommunion nicht jedem gibt? Häääää? *grübel*

 

Vielleicht lag es ja an der Hitze. Hier in Köln war ich neulich in einer Gemeinde, da hat der Priester auch irgendwie die halbe Liturgie vergessen.

 

Gruß

Axel

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Conny, ich verstehe den Zusammenhang mit den ANtworten Eures Pfarrers nicht. Minis sollen zuerst bekommen, o.k. Die Buffet-Mentalität soll verhindert werden, o.k. Das ist das Problem. Und nun die Antwort: er gebe die Kommunion jedem - das ist doch ein anderes Thema, oder? UNd warum kann man evangelisch werden, wenn man lieber möchte, daß er die Kommunion nicht jedem gibt? Häääää? *grübel*

 

Vielleicht lag es ja an der Hitze. Hier in Köln war ich neulich in einer Gemeinde, da hat der Priester auch irgendwie die halbe Liturgie vergessen.

 

Gruß

Axel

Das "ich gebe jedem" kam als "und außerdem" nach seiner Rechtfertigung zu Minis nicht zuerst und das er kein Gemeindemitglied, das sich zwischen die Minis stellt übergeht.

 

Das mit dem evangelisch werden, was mich persönlich sehr tief getroffen hat, war praktisch sein Abschlußbeitrag zur Diskussion warum/warum nicht. Ich interpretiere es frei: geht doch in eine andere Gemeinde oder zu den Evangelen, aber belästigt mich nicht. Obwohl ich alles nicht verstehe.

 

An der Hitze kann es nicht gelegen haben, denn wenn man das nach diesen Antworten überhaupt noch sagen kann, war er voll "bei Verstand".

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wie wär es damit:

er "bewegt sich mit Hostenschale" zu den Minis,

gibt ihnen die Hostie

geht dann zurück an den Altar und die Minis und er kommunizieren gemeinsam.

Dann erst teil er aus.

 

Wenn die Gemeinde so mal 4-5 Mal dumm dastand und wartete, werden sie bald "etwas langsamer" nach vorne stürzen. :blink:

Edited by Edith
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Auf unsere geschockten Gesichter kam dann noch folgende Antwort: "Wenn es Euch nicht paßt, dann geht doch in eine andere Gemeinde oder werdet evangelisch."

eine echte Unverschämtheit.

Der Pfarrer sollte sich entschuldigen - könnte ja schlicht ein flapsiger Ausbruch gewesen sein.

Andernfalls, würde ich erst mal aufhören, zu ministrieren und evtl sogar die Gemeinde wechseln. (Tu ich seit Jahren - weil ich mich in der Messe nicht dauernd ärgern will).

Schreib dem Dekan, oder sprich ihn an, daß du auf diese Art und Weise aufgefordert worden bist. Im Idealfall gibts dann ein brüderliches Gespräch.

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Hallo Conny,

 

bei uns ist es eher anders herum. Die Leute kommen so zögerlich, dass ich manchmal denke, gleich steht der Pfarrer da vorne und keiner kommt. Erst wenn die Meßdiener weggegangen sind, bewegen sich die Leute aus der Bank.

 

Man könnte auch vorne in die Bänke Leute setzten, die aus der Bank treten, stehen bleiben und die "Einflugschneisen" blockieren?

 

Oder die Meßdiener gehen zum Altar und empfangen dort direkt die Kommunion?

 

Wenn die Pfarrer nicht mitmacht, ist sowieso fast alles zum Scheitern verurteilt. Mal abgesehen davon, dass es würdelos aussehen könnte - es geschieht ja nichts schlimmes. Man könnte sogar sagen, sie haben es alle eilig, zum Herrn zu gelangen.

 

Herzliche Grüße

Martin

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Liebe Conny,

wenn Du den Pfarrer nicht nochmal ansprechen willst, dann schreib' ihm vielleicht mal einen Brief. Nett und freundlich, und erklär' ihm noch mal, wo Du das Problem siehst. Vielleicht hat er sich einfach von einer Überzahl von Leuten erdrückt gefühlt - oder er hatte gerade einen schlechten Tag.

 

Vielleicht gestaltet Ihr von den Minis auch mal eine "Jugendmesse" für die Gemeinde mit dem Thema: die ersten werden die letzten sein (als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl). Oder auch zum Thema: Ministranten. Oder einen Artikel im Gemeindeblättchen ... Schließlich seid Ihr die Vertreter der Gemeinde am Altar - und die gewählten Volksvertreter (Bundes- oder Landtagsabgeordnete) werden - wenn sie sich denn mal blicken lassen - doch auch nicht einfach "rumgeschubst".

 

Liebe Grüße,

Lucia

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Ich hab das Gefühl, dass die eigentliche Frage sich überhaupt nicht um Kommunionempfang und Ministranten dreht, sondern um die Hilflosigkeit eines Pfarrers, der nicht so recht weiß, wie man eine Gemeinde leitet. Sollte das Kommunionproblem gelöst sein, wird das Grundproblem an anderer Stelle sich wieder Luft machen.

 

Da ist guter Rat teuer, besonders, falls Euer Pfarrer schon älter sein sollte. Eine wirkliche Lösung gibt es dann wohl nicht.

Vielleicht ist es am Besten, wenn man auf den Einzelfall reagiert. Das hieße im konkreten Fall: Eine Lobby schaffen, die ein Bewusstsein in der Gemeinde schafft, dass dieses Vorstürmen wirklich eine Unart ist. Am besten fängt man wohl mit den Leuten an, die nach der Messe noch vor der Kirche herumstehen. Und dann mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen und am besten in Absprache mit dem Pfarrgemeinderat.

 

Und das Ganze als eine Chance sehen, nicht dauernd Ansprüche an den Pfarrer zu richten (die er womöglich aus persönlichen Schwächen gar nicht erfüllen kann), sondern solche Dinge selbst in die Hand zu nehmen - was auch durchaus angemessen ist.

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Danke erst einmal für Eure Antworten (würde mich auch über weitere freuen).

 

Die Kommunionausteilung ist zwar auch ein Problem, aber mir persönlich ging es mehr um die Auswüchse des Pfarrers, die mich persönlich sehr tief getroffen haben.

 

Hier noch mal ein paar Kommentare/Antworten auf Eure Beiträge (sorry, wenn es zu lang ist, aber mir ist das sehr wichtig):

Andernfalls, würde ich erst mal aufhören, zu ministrieren und evtl sogar die Gemeinde wechseln.

Damit nichts falsch ankommt. Ich persönlich ministriere nicht, sondern habe mich in letzter Zeit sehr um die Minis bemüht. Wie schon in anderen Threads erwähnt, habe ich in den letzten Monaten einen Kurs auf die Beine gestellt um neue Minis "auzubilden", da wir unter extremen Mangel litten und die "Willigen" ohne Einführung nicht anfangen wollten, was vollkommen berechtigt ist. Laut Pfarrer hätte es gereicht, wenn man einfach mal in den Werktagsmessen anfängt, aber meines Erachtens gehört etwas mehr zum Dienst als einfaches Rumlaufen und Aufgaben erfüllen. Es ist ja auch ein besonderer Sinn dahinter und diesen muß man auch vermitteln. Da ich selbst nicht ministriert habe (damals durften keine Mädchen und Jungs gab es für unsere bescheidenen Verhältnisse im Überfluß), habe ich mir sachkundige Unterstützung von einer Studienfreundin (und OMI in anderen Bistum,Gemeinde) geholt. Der Pfarrer hat sich nicht einmal darum gekümmert oder wenigstens mal gefragt, abgesehen davon, daß er den Namen meiner Unterstützung nicht mal kannte (wer ist denn das?) und bis heute fehlt ein "danke" an uns beide (wir erwarten nur das simple Wort).

 

Man könnte auch vorne in die Bänke Leute setzten, die aus der Bank treten, stehen bleiben und die "Einflugschneisen" blockieren?

Leider haben wir nicht genug Leute dafür und viel zu viele Einflugschneisen (solls auch bei Minikirchen geben-ist halt ne moderne).

 

Liebe Conny,

wenn Du den Pfarrer nicht nochmal ansprechen willst, dann schreib' ihm vielleicht mal einen Brief. Nett und freundlich, und erklär' ihm noch mal, wo Du das Problem siehst. Vielleicht hat er sich einfach von einer Überzahl von Leuten erdrückt gefühlt - oder er hatte gerade einen schlechten Tag.

 

Vielleicht gestaltet Ihr von den Minis auch mal eine "Jugendmesse" für die Gemeinde mit dem Thema: die ersten werden die letzten sein (als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl). Oder auch zum Thema: Ministranten. Oder einen Artikel im Gemeindeblättchen ... Schließlich seid Ihr die Vertreter der Gemeinde am Altar - und die gewählten Volksvertreter (Bundes- oder Landtagsabgeordnete) werden - wenn sie sich denn mal blicken lassen - doch auch nicht einfach "rumgeschubst".

Von einer Überzahl an Leuten kann nicht die Rede sein, denn wir waren nur zu zweit. Wir sind jetzt soweit überein gekommen, daß wir ihn am nächsten Sonntag noch einmal auf seine Ausfälle ansprechen werden (in der Woche geht nicht, da ich zu allem Übel noch im Prüfungsstreß bin) und sehen was er sagt. *gekürzt*

 

Gemeindeblättchen haben wir leider nicht...

Jugendgottesdienst ist natürlich eine Superidee, aber leider nicht bei unserem Pfarrer. Erst zeigt er sich total aufgeschlossen und dann ein paar Minuten vor dem Gottesdienst oder auch in der Messe ändert er alles ab oder läßt Sachen ganz ausfallen - gerade wie es ihm beliebt. Eigentlich wollten wir auch einen schönen Minieinführungsgottesdienst, haben Lieder einstudiert, Texte entworfen, Vorschläge für den Ablauf gemacht. Und wie wars? Die Lieder durften wir nur nach ein paar Diskussionen so singen wie wir wollten (teilweise halt mal als Kanon ohne Gemeinde), dann hatten wir extra jemanden der Gitarre spielt - beim einem Lied wurde dann trotzdem georgelt und dann wieder aufgehört. Wir durften nur einen Text vorlesen (war eine etwas heitere Betrachtung des Dienens) und das auch erst nach langem Hin und Her, da die Gemeinde ja angeblich das Wort "Adrenalinstoß" nicht versteht. Er hält die Gemeinde allgemein etwas für blöd, denn neulich erklärte er in der Predigt, daß er doch mit "die Zwölf" die Apostel meint (keine Kindermesse!). Tja, ansonsten war es ein ganz normaler Gottesdienst. Er ist nicht einmal in der Predigt auf díe Ministranten eingegangen.

 

zu Meckys Beitrag:

Ja unser Pfarrer ist schon älter. Er betreut die Gemeinde als Rentnerpfarrer. Mit der Kommunion gab es schon mal Versuche von einem PGR-Mitglied, die aber vom Pfarrer nur angehört wurden und nie etwas unternommen. Allgemein geht es seit seinem Antritt hier den Bach runter. Wir wissen ja, daß er nicht so viel macht weil er nicht kann aber eher gar nicht will und nehmen deshalb schon viel in die Hand. Allerdings wird dies weder geschätzt noch unterstützt. Ich habe mich ja deshalb um die Minis gekümmert, wo wir beim letzten Üben zB dann pünktlich die Kirche räumen mussten (auch noch 45 min eher als vereinbart). Als wir uns zu Proben für das Singen im Einführungsgottesdienst treffen wollten, waren alle da außer der Pfarrer und wir kamen nicht ins Pfarrhaus, weil wir keinen Schlüssel bekommen. Jugendabende gab es fast 6 Monate gar nicht und dann wollte er nur 1x im Monat, was wir wenigstens auf 14 Tage hochgeschraubt haben. Da läßt er sich dann aber nicht unbedingt blicken, weil er wichtige Telefonate zu führen hat oder ist gar nicht erst da und wie bekommen wenigstens gnädigerweise mal den Schlüssel. Teilweise wird die Jugend nicht vermeldet oder dann immer zu falschen Zeiten, was er darauf angesprochen als "Klimbim" abtat.

Klar ist er älter und das muß man berücksichtigen, aber wenn ich eine Pfarrei übernehme, habe ich auch Verantwortung dafür und wenn sich schon Leute kümmern, sollten diese auch unterstützt werden. Vieles wird so gleich im Keim erstickt.

Besonders krass ist halt auch der Unterschíed zu seinem Vorgänger, welcher "nur" als Pfarradministrator die Gemeinde geschmissen hat und das bei einem 60-80 Wochenstunden-Hauptamtsjob. Da war bedeutend mehr los und vieles wurde da auch erst ins Leben gerufen. *gekürzt*

 

Entschuldigt für die Länge, aber ich überlege auch gerade nach diesen Aussagen mein Engagement zurückzufahren, weil in diesen 2 Jahren so gut wie keine Unterstützung kam (Lob gab es nur von unserem alten Pfarrer) und Aktivitäten wohl gar nicht so gern gesehen werden. Manchmal bekommt man den Eindruck als wird bewußt auf die Schließung hingearbeitet.

 

Auf Wunsch von Conny gekürzt. Lucia

Danke Lucia! :blink: (Ich habe dann auch noch mal gekürzt)

Edited by Conny
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Liebe Conny,

schmeiß' nicht gleich das Handtuch! Vielleicht könnt Ihr Euch - wenn die Entfernungen nicht allzu groß sind - ja mit Nachbargemeinden im Dekanat zusammentun. Auf Dekanatsebene habe ich recht gute Erfahrungen gemacht mit Pfarr-übergreifenden Kinderfreizeiten, Jugendchören, "Spiel ohne Pfarrgrenzen", wo Gruppen der verschiedenen Gemeinden im Eierlaufen, Luftballon-Aufpusten, Kerze-mit-Wasserpistole-löschen etc. gegeneinander angetreten sind.

Vielleicht ist Euer Pfarrer ja auch mal bereit, die Kirche für einen Dekanats-Jugendgottesdienst an einen Priester der Nachbargemeinde "auszuleihen"? Dann hätte Euer Pfarrer auch seine "Ruhe". Was den PGR angeht: der ist eigentlich das Gremium, das Pfarrfeste oder Familientage etc. organisiert - und der PGR muß nicht vom Pfarrer einberufen werden; die Einladungen werden vom Vorstand bzw. Vorsitzenden verschickt, der/die auch die Tagesordnung erstellen. Wenn so eine starke Spannung zwischen Priester und Gemeindejugend besteht, dann wäre das meiner Meinung nach auch durchaus ein Anlass, eine Sondersitzung des PGR einzberufen - genau mit diesem Thema.

Vielleicht beherzigst Du ja auch einfach mal Jürgens/Roberts Tip - vielleicht läßt sich Euer Pfarrer eher von einem guten Freund mal was sagen. Und so wie Du die Dinge schilderst, merkt man doch Deutlich, dass es Dir um die Sache geht, und nicht um persönliche Profilierung oder darum, dem Pfarrer eine "reinzuwürgen".

 

Ich drück' Dir die Daumen (im Gebet), viel Erfolg!

 

Liebe Grüße,

Lucia

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Liebe Conny,

 

ein Priester sollte seiner Gemeinde "dienen", nicht sie absolutistisch "beherrschen". Wenn ich mir das Geschriebene so ansehe, habe ich das Gefühl, der Mann hat ein Persönlichkeitsproblem. Wenn sich die Gemeinde einig wäre, könnte man etwas erreichen. Z. B. das keiner zur Kommunion geht. Leider aber war es in Deutschland noch nie möglich, Leute zu einigen und etwas auf Dauer auf die Beine zu stellen, wenn sie selber etwas dazu tun müssen. Die meisten warten auf einen dummen, der den Kopf hinhält und dann den Ärger kassiert.

 

Es wäre hier eindeutig die Aufgabe des Gemeinderates, dafür zu sorgen, das der Priester sich mit der Gemeinde auf einen vernünftigen Konsens einigt oder schonungslos eine Beschwerde beim Bischof einlegt.

 

In meiner Heimatgemeinde stellen sich die Messdiener um den Altar und bekommen die Kommunion. Dann kommen erst die in der Mitte sitzenden den Bankreihen nach dran, dann jeweils die Seiten.

 

Um die Kinder für die Gemeinde und Kirche nach der 1. hl. Kommunion weiter zu interessieren, haben wir folgende Regelung: Jedes Kind wird nach der Messe aufgefordert, sich für ein Jahr einer Gruppe anzuschließen: Kinderkirchenchor, Messdiener oder Spielegruppe. Alle 3 Gruppen leisten viel in der Gemeinde und manche sind bis zum Erwachsenenalter weiter dabei. Jede Gruppe macht auch Ausflüge und Aktionen mit dem Ergebnis, dass wir über 50 Messdiener haben. Das ist natürlich eine Lobby, die sich auch mal locker mit dem Pastor anlegt. Der ist nämlich manchmal auch gestresst und gibt unpassende Antworten. Er kriegt dann aber auch sofort Kontra und da er letztlich daran interessiert ist die Gruppen zu erhalten, lenkt er meistens ein.

 

Einer alleine oder zwei, das ist natürlich zu wenig. Könnt ihr die andern Gemeindemitglieder nicht motivieren? Ein Gemeindeblättchen wäre nicht schlecht.

Edited by utah-r
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Guest Ketelhohn

Conny, nach deinem ausführlichen Bericht klärt sich für mich das Bild ein wenig. Wenn ich nicht irre, handelt es sich um den Typus eines Pfarrers, den ich gerade in der ehemaligen „Zone“ nicht selten getroffen habe: ein an sich gläubiger, treuer, aber nach vielen Enttäuschungen resignierter und vielleicht auch sarkastisch gewordener Priester.

 

Der Mut zu etwas Neuem hat ihn wahrscheinlich schon vor langem verlassen. Vielleicht ist es auch gerade eure Aufgabe, ihn vorm Abgleiten in die Hoffnungslosigkeit zu bewahren? Zumindest möchte ich vorschlagen, daß ihr auch eure eigene Position – oder eure Haltung ihm gegenüber – einmal überdenkt. Denn da scheint sich doch seit längerem schon etwas angestaut zu haben.

 

Sehr verständlich ist zum Beispiel, wenn ihr selber in der Liturgie auch „gestalten“ möchtet. Andererseits ist die Liturgie ja auch etwas uns Vorgegebenes, das nicht unserer freien Verfügung unterliegt. Nun scheint euer Pfarrer nicht in der Lage zu sein, auf souveräne Weise mit euern Wünschen und Vorstellungen umzugehen, soll heißen: den rechten Mittelweg zu finden, euch zu bremsen, wo ihr übers Ziel vielleicht hinausschießt, mitzugehen, wo ihr der Würde der Feier dient, und gewähren zu lassen, wo es um euretwillen gut und der Gemeinde unschädlich wäre.

 

Gerade im aktuellen Fall hat der Pfarrer offensichtlich überhaupt nicht begriffen, worum es euch geht, sondern – so scheint mir – gleich wieder bloß irgendeine eurer fixen Ideen – denn so kommt’s bei ihm an – gewittert. Doch was könnt ihr nun tun? Ich warne davor, in der Gemeinde Fronten aufzubauen. Etwa durch Einschaltung anderer, haupt- oder ehrenamtlicher Gemeindemitarbeiter und -helfer.

 

Vielmehr möchte ich euch einladen, ihm zu helfen. Erst einmal sucht doch noch einmal das Gespräch mit ihm: im brüderlichen Geist der Liebe. Nicht fordernd, sondern dienend. Wenn das nicht möglich ist oder zu keiner Versöhnung führt, dann kann es vielleicht hilfreich sein, den zuständigen Dekan oder auch den Bischof um Hilfe und ein Gespräch zu bitten. Aber im selben Geist. Und vielleicht könnt ihr – als allererstes – um die Gnade beten, eurem Pfarrer vergeben zu können.

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Guest Ketelhohn

P.S.: Angesichts der öffentlichen Diskussion an dieser Stelle könne es geschehen, daß der Streit nun indirekt weitergeht. Darauf würde ich es nicht ankommen lassen. Also wartet nicht zu lange.

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Conny, nach deinem ausführlichen Bericht klärt sich für mich das Bild ein wenig. Wenn ich nicht irre, handelt es sich um den Typus eines Pfarrers, den ich gerade in der ehemaligen „Zone“ nicht selten getroffen habe: ein an sich gläubiger, treuer, aber nach vielen Enttäuschungen resignierter und vielleicht auch sarkastisch gewordener Priester.

Genau dies ist aber nicht der Fall, denn für Sachen die ihn interessieren (eigentlich nur außerhalb der Gemeinde) investiert er sehr wohl viel Zeit und was nicht alles. Wenn er dann schon selber sagt, daß er sich da eigentlich eine ganz ruhige Gemeinde vorgestellt hat, wo er nichts machen muß.

 

fixe und neue Ideen: Oftmals glänzt gerade die Jugend immer mit irgendwelchen ganz modernen Ideen und Umstellung des ganzen Gottesdienstes. Dies ist aber gerade bei uns nicht der Fall und wir haben auch schon Sachen, die von außen an uns getragen wurde abgelehnt, da sie uns zu albern waren. Wir denken da doch noch eher traditionell und sind meistens nur dafür mal ein paar von den moderneren Liedern zu singen. An ganz normalen Fürbittexten und Gestaltung einer Messe zu einem bestimmten Thema ist doch nun wirklich nichts fixes und neues zu erkennen.

 

Wir wollen gar keine Lobby aufbauen und uns geht es hauptsächlich um seine Aussage, denn gerade als Pfarrer dazu noch in der Diaspora sollte man wohl nicht auf die kleinste Frage die Leute zu den Evangelen schicken - irgendwo geht da doch Ökumene zu weit.

 

Natürlich soll sich der Pfarrer nicht um alles kümmern, aber wenn er extra sagt daß er dabei sein will (am Anfang war es zB unmöglich sich mal ohne zu treffen), dann sollte er auch da sein und dann nicht einfach telefonieren oder sonstwas. Wenn da nichts vorbereitet ist und alle gucken sich nur blöd an kommt auch keiner mehr, denn das kann man überall.

 

Wenn die Diskussion zu öffentlich wird (obwohl ich ja die einzige aus meinem Bistum hier bin), kann er gern auch wieder gelöscht werden.

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Guest Ketelhohn

Conny, ich kann natürlich auch ganz falsch liegen mit meiner Klerikaldiagnose. Der Rat, den ich geben kann, bleibt aber, ehrlich gesagt, derselbe. (Aber ich weiß auch, daß es immer leichter ist, andern kluge Ratschläge zu erteilen – und noch dazu aus der Ferne.)

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Conny, ich kann natürlich auch ganz falsch liegen mit meiner Klerikaldiagnose. Der Rat, den ich geben kann, bleibt aber, ehrlich gesagt, derselbe. (Aber ich weiß auch, daß es immer leichter ist, andern kluge Ratschläge zu erteilen – und noch dazu aus der Ferne.)

Nee, war doch nicht böse gemeint. Ich weiß ja, daß man bei Jugend immer gleich an revolutionär denkt, aber wir sind halt anders :blink:

 

Wollte meinen Beitrag auch editieren, so daß man nicht unbedingt auf den Pfarrer und die Gemeinde schließen kann (obwohl das Bistum ja groß ist), aber funktioniert technisch nicht. Mal sehen ob das Lucia hinkriegt...

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Guest Ketelhohn

»keine Lobby aufbauen«

 

Noch ein Nachtrag: Daß ihr »keine Lobby aufbauen« aufbauen wollt, war mir schon klar. Mein Hinweis bezog sich eher auf einen andern Ratgeber.

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Nachtrag:

 

Mittlerweile bin ich von der völligen Unfähigkeit des Pfarrers überzeugt.

 

Eigentlich wollten wir ihn ja am Sonntag darauf ansprechen, aber ich bekam schon am Samstag einen Anruf von ihm, ob ich nicht die Lesung machen könnte. Dann fragte er noch, ob wir uns wegen der Unstimmigkeiten nach den Urlauben aller nciht mal zusammensetzen sollten. Ich stellte mich mal dumm und fragte um welche Unstimmigkeiten es denn geht. - Die Kommunion. - Ich erklärte dann, daß das für uns längst erledigt ist, denn wir hatten eine Frage gestellt/Vorschläge gemacht und als Antwort ein Nein erhalten. Uns ginge es einzig und allein um seine Bemerkungen im Anschluß. Daraufhin erntete ich erst einmal einen ca. 30-sekündigen-Lachanfall. Nachdem er sich wieder beruhigt hatte, erklärte ich ihm, daß wir das überhaupt nicht witzig fanden und es uns entschieden zu weit ging. Seine Antwort war ein flappsiges: "Was? Wegen dem?" und er wollte wieder anfangen zu erklären, warum er die Kommunion so macht. Ich sagte ihm wiederum, daß das für uns kein Thema mehr ist, sondern uns seine Bemerkungen einfach zu weitgehen und wir das so nicht hinnehmen. Daraufhin kam nur: "Das war vielleicht etwas scharf, aber richtig; denn wenn einem jemand in die Liturgie reinredet (darf man nicht mal mehr Fragen stellen oder Vorschläge machen?), muß man das so sagen. Tschüß" und aufgelegt.

Am Sonntag gab er uns gerade so die Hand (man muß einem ja dabei nicht anschauen) und war dabei auch schon halb in ein anderes Gespräch vertieft, wo er sich auch sofort hin verdrückte und dann schnell nicht mehr gesehen wurde.

 

Mittlerweile weiß ich, daß es so einigen vor den Kopf stößt. Eine Frau wollte einen Kreis zum Bibelteilen gründen und hatte auch schon mehrere Interessenten. Dies wurde aber auch nie von ihm vermeldet. Als sie dann kam, war sie die einzige, da keinem anderen Bescheid gesagt wurde (wollte er übernehmen). Beim 2. Termin wurde ihr gesagt, daß das doch bereits gestern war, nur daß kein einziges Gemeindemitglied jemals da war.

Irgendwann soll er mal geäußert haben, daß für ihn eh nur 3 Leute in der Gemeinde maßgeblich sind.

 

Super, oder?

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Das Gesprächsangebot des Pfarrers - seinen ersten Schritt - auszuschlagen, war nicht sehr diplomatisch, Conny. Wenn ich mit jemandem reden möchte, dann muß ich auch in der Lage sein, ihm zuzuhören. Wenn ich seinen Gesprächsinhalt ablehne, wie kann ich dann erwarten, dass er meinem Gesprächswunsch Aufmerksamkeit schenkt.

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Das Gesprächsangebot des Pfarrers - seinen ersten Schritt - auszuschlagen, war nicht sehr diplomatisch, Conny. Wenn ich mit jemandem reden möchte, dann muß ich auch in der Lage sein, ihm zuzuhören. Wenn ich seinen Gesprächsinhalt ablehne, wie kann ich dann erwarten, dass er meinem Gesprächswunsch Aufmerksamkeit schenkt.

Ich hab da auch ein bißchen gekürzt geschrieben, denn als er wußte, daß sich das Thema Kommunion erledigt hatte, zog er sein Gesprächsangebot zurück und seine Bemerkungen scheinen ihn ja nur zu belustigen, denn laut seinen Aussagen ist alles geklärt und von der Richtigkeit seiner Bemerkungen ist er 100%-ig überzeugt.

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Nun ja, von der Richtigkeit Deiner Meinung bist Du ja auch überzeugt, das ist ja auch okay so. Aber jetzt den Stolzen mimen hielt ich für falsch. Bitte um ein geschwisterliches Gespräch, nicht er "gegen" viele, sondern am besten unter vier Augen. "Entsetzt sein" führt nicht weiter.

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COnny,

 

jetzt schlag mich, aber ich kann die Reaktion des Pfarrers langsam ein bisschen nachvollziehen.

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