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Und er ging nach Kapharnaum...


orier
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"Er verließ Nazareth, um in Kapharnaum zu wohnen." (Mt 4,12-17)

 

Hier handelt es sich um mehr als um einen einfachen Ortswechsel! Nazareth war ein Ort ländlicher Ruhe, ein grösseres Dorf, an dem nicht viel los war, abgesehen von den kleinen Dorfstreitereien, die es ja auch heute noch gibt, oder nicht? Kapharnaum hingegen war ein Ort, an dem das Leben spielte, ein Arbeits-, Handels- und Verwaltungsort, eine offene und bunte Stadt, in der viele verschiedene Kulturen und Lebenseinstellungen zusammenkamen.

 

Jesus ist also dorthin gegangen, wo das Leben pulsierte und hat sich mit der Lebensweise und den Sorgen der Menschen seiner Zeit auseinander gesetzt. Jesu Weg ist der Weg hinein in die zeitgenössische Kultur.

 

Auch wir als Christen sollten uns heute mit der Lebensweise und den Sorgen der Menschen, die grösstenteils keine aktiven Christen mehr sind, auseinandersetzen! Wir sollten uns der Modernität, der Komplexität und dem Pluralismus öffnen! Denn das ist Evangelisierung: Begegnung von Kultur und Evangelium. Für Papst Johannes Paul II. Bedeutet Evangelisierung, dass die Kirche lernt und lehrt. Es geht also um ein Wechselspiel: Die Kirche hat der Gesellschaft so manches zu sagen. Umgekehrt aber kann sie auch viel von der Gesellschaft lernen.

 

Übrigens: Nicht alles in unserer modernen Gesellschaft ist „schlecht“! Es sei an die Menschenrechte erinnert. Es sei darauf hingewiesen, dass, wenn eine Katastrophe eintritt, auch und gerade die Jugend sehr solidarisch und engagiert reagiert. Lasst uns getrost davon ausgehen, dass der Herr nicht geschlafen hat, als die Gesellschaft sich zu dem entwickelt hat, was sie ist.

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Ja, Jesus ging an einen Ort, an dem einfach mehr los war. Das muss nicht zwangsläufig heißen, daß er sich dem Zeitgeist annären wollte. Seine Botschaft in dem kleinen Örtchen Nazareth zu verkünden wäre wohl mehr als unnötig gewesen. Wer hätte das denn hören sollen. Kafarnaum mit seiner Synagoge und seinem pulsierenden Leben ist odch viel eher der Ort, wo Jesus seine Botschaft vom Reich Gottes verkündigen konnte, und sicher sein konnte, daß nicht nur ein kleiner Kreis sie hört, und die Botschaft nie wirklich aus dem Ort herauskäme.

Kafarnaum aber bietet eine große Zuhörerschaft und auch einen Kreis von mehr oder weniger Schriftgelehrten, mit denen man disputieren konnte.

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Ich denke auch, das Jesus aus praktischen Erwägungen dorthin gegangen ist, wo möglichst viele Menschen waren. Erstens, weil er ja möglichst vielen Menschen seine Botschaft bringen wollte, zum Zweiten weil er auf eine gewisse Schicht angewiesen war, um erfogreich zu sein: Intelligenz und Einfluss. Intelligente Menschen mit Einfluss auf ihre Mitmenschen und Kapital um die Bewegung zu finanzieren waren notwendig, um die Botschaft zu verbreiten. Jesus war nicht nur Gott, sondern auch Mensch und als solcher wird er nicht von den Provanitäten des Lebens verschont geblieben sein.

Edited by utah-r
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