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lara

Ist der Glaube Folge einer freien Entscheidung?

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lara

Thread wurde nicht von lara eröffnet, sondern ist durch Splitten entstanden. Titel von mir. Lucia

 

Glaube oder Nichtglaube ist in den seltensten Fällen Resultat einer freien Entscheidung. Denn in mehr als 95% aller Fälle übernehmen die Menschen ohne Wenn und Aber den Glauben ihrer Vorfahren und/oder ihrer kulturellen Umgebung (woher sollte der Glauben auch sonst kommen?).

Mittlerweile geht es mir auf den Nerv,dass du dieses "Argument" hier in die Threads postest, egal ob's vom Thema her passt oder nicht. - Davon wird es aber nicht richtiger. :blink:

Edited by Lucia Hünermann

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Volker

Glaube oder Nichtglaube ist in den seltensten Fällen Resultat einer freien Entscheidung. Denn in mehr als 95% aller Fälle übernehmen die Menschen ohne Wenn und Aber den Glauben ihrer Vorfahren und/oder ihrer kulturellen Umgebung (woher sollte der Glauben auch sonst kommen?).

Mittlerweile geht es mir auf den Nerv,dass du dieses "Argument" hier in die Threads postest, egal ob's vom Thema her passt oder nicht. - Davon wird es aber nicht richtiger. :blink:

Es passte exakt zu dem, was Du gesagt hast. Was fällt Dir denn besonders auf die Nerven? Dass das Argument nicht zu widerlegen ist?

 

Es wird durch Widerholung weder richtiger noch wird es falscher. Falsch wird es u. A. dadurch, dass Du es widerlegst. Schaffst Du das, ziehe ich es zurück. Bislang habe ich aber noch keinen einzigen Einwand dagegen gehört, folglich ist es gültig und wird von mir an den entsprechenden Stellen (wie hier zuvor geschehen) auch wieder vorgebracht.

 

Dass das Argument völlig richtig ist, kann man an der Ausbreitung der Religionen sehen. Wobei sich das Christentum auch anders ausgebreitet hat, durch Zwang und Schwertmission beispielsweise, oder dadurch, dass es in Europa früher üblich war, dass die Untertanen die Religion ihres Fürsten annahmen (ob sie nun wollten oder nicht). Teilweise stand auf der Nichttaufe die Todesstrafe - daher die Redensart "er musste dran glauben" für "er musste sterben". Aber wenn wir davon mal absehen, dann ist das eine durch die Tatsachen gestützte Behauptung.

 

Oder waren Deine Eltern etwa Hinduisten oder Muslime?

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lara

Weil das Thema jetzt wirklich off-off-topic wäre, schreibe ich jetzt nichts mehr dazu, Volker. - Das ist aber kein Zeichen für klein beigeben meinerseits. :blink:

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Kreuz2

also,wenn ich in china geboren wäre,wäre ich wohl atheist oder budhist,denk ich mal.....

gruss

kreuz

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orier

Frage an die Psychologen:

 

Wann ist man freier,

- wenn man einen Standpunkt bzw. einen Hintergrund hat, mit dem man sich auseinandersetzen muss

oder

- Wenn man völlig orientierungslos schwebt und sozusagen zur Wahl gezwungen ist?

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Petrus
Thread wurde nicht von lara eröffnet, sondern ist durch Splitten entstanden. Titel von mir. Lucia

Ursprungsthread gibt's hier.

Edited by Petrus

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pedrino
Wann ist man freier,

- wenn man einen Standpunkt bzw. einen Hintergrund hat, mit dem man sich auseinandersetzen muss

oder

- Wenn man völlig orientierungslos schwebt und sozusagen zur Wahl gezwungen ist?

Ich bin kein Psychologe aber:

 

Wenn man sich mit einem "Standpunkt bzw. einen Hintergrund " auseinandersetzen muss, dann müssen Güterabwägungen mit anderen "Standpunkten bzw. einen Hintergründen" stattfinden, sonst ist die Auseinandersetzung mit dem Standpunkt bzw. einem Hintergrund, "den man hat", unsinnig, weil es zu keinem Ergebnis führen kann.

 

Wenn man zur Wahl gezwungen wird , müssen Wahlmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Dann ist man aber auch nicht orientierungslos, weil man sich auf eine Möglichkeit (nach entsprechender Güterabwägung) festlegen kann.

Edited by pedrino

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helmut

<<Oder waren Deine Eltern etwa Hinduisten oder Muslime? >>

 

und deine atheisten?

 

gruss helmut

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Volker
<<Oder waren Deine Eltern etwa Hinduisten oder Muslime? >>

 

und deine atheisten?

Nein, mein Vater war evangelisch, ist aber zum Katholizismus konvertiert, um meine Mutter heiraten zu können. Meine Mutter war strenggläubige Katholikin, wie ihre ganze Familie auch, während die Eltern meines Vaters evangelisch waren (und auch der gesamte Rest seiner Familie!).

 

Inzwischen sind meine Eltern immer noch in der katholischen Kirche, trotz ihrer extremen schlechten Erfahrungen mit der Kirche selbst. Mein Vater würde sofort austreten, wenn er könnte, denn er ist inzwischen Atheist, meine Mutter ist noch nicht soweit - immerhin habe ich sie inzwischen soweit aufgeklärt, dass sie die meisten der christlichen Glaubensinhalte ablehnt.

 

Man könnte es so sehen: Ich war früher selbstverständlich Katholik - katholische Eltern, katholisch getauft, katholischer Religionsunterricht, Kommunionsunterricht, Firmung etc. - weil ich nicht anders konnte. Ich hätte auch ziemlichen Ärger bekommen, wenn ich mich irgendwo verweigert hätte. Im Alter von 20-26 fing ich an, mich mit Glauben und Religion näher zu beschäftigen, lernte den ZEN-Buddhismus näher kennen und wurde schließlich Agnostiker. Mit 34 (also vor 10 Jahren) trat ich aus der katholischen Kirche aus. Seit etwa einem Jahr bezeichne ich mich als Atheist.

 

Ich habe in den letzten Jahren in Glaubensdingen meine Eltern stark beeinflusst. Man könnte sagen, dass meine Eltern und ich erst spät im Leben eine Entscheidung getroffen haben - gegen den Glauben. Bei meinem Vater war es sein starkes naturwissenschaftliches Interesse, welches ihn vom Glauben abgebracht hat, bei meiner Mutter die schlechten Erfahrungen mit der Institution Kirche (wäre ein eigenes Thema wert, fast schon ein eigenes Buch: Meine Eltern haben sich stets sehr stark sozial engagiert, die letzten 15 Jahre vor allem in und für die Kirche, und sind dafür von der Kirche so schwer bestraft worden, dass es sie fast ihre Existenz gekostet hat - auf jeden Fall sind sie nervlich und finanziell von der Kirche ruiniert worden). Trotzdem kann sich meine Mutter nicht von der Kirche lösen!

 

Habe ich eine freie Entscheidung getroffen? Selbst daran zweifle ich. Ich habe mich mit meinem Glauben beschäftigt, weil ich eine Menge Fragen hatte (Neugier war stets eine starke Triebfeder für mich). Ich bin durch Zufall an das Buch "Und abermals krähte der Hahn" gekommen - ich wusste beim Kauf nicht, dass es sich um ein kritisches Buch handelt. Und plötzlich eröffnete sich eine neue Perspektive, ein Blick "hinter die Kulissen". Ich war immer noch Katholik, aber etwas distanzierter.

 

Und den Rest gab mir mein Psychologie-Studium. Aber ohne Religion wollte ich nicht leben, ich beschäftigte mich mit anderen Religionen, vor allem mit dem ZEN-Buddhismus, dessen starke antiintellektuelle Haltung mich aber abstieß.

 

Und erst seit dem 11.09.2001 fing ich wieder an, mich überhaupt für Religion zu interessieren. Seitdem habe ich sehr viel gelesen und sehr viel gelernt. Wo war der Moment, in dem ich eine "Entscheidung" getroffen habe? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich nie fähig wäre, meine eigene kritische Grundhaltung zu revidieren.

 

Ich sehe kaum Menschen, die irgendwo irgendwann mal eine "freie Entscheidung" für eine Religion getroffen haben. Wenn man in einer katholischen Familie aufwächst, ist die einzige Möglichkeit, die man zu einer freien Entscheidung hat, sich gegen den Katholizismus zu entscheiden - tut man es nicht, wird man nie wissen können, ob es eine freie Entscheidung war.

 

Wer in seinem Leben nichts anderes als Schokoladeneis gegessen hat, woher will der wissen, ob er eine freie Entscheidung trifft, wenn er sich gegen Vanilleeis entscheidet?

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Erich

>>Meine Mutter war strenggläubige Katholikin<<

 

Dein Kampf gegen Glauben und Kirche ist ein Stellvertreterkampf gegen Deine Mutter, von der Du Dich auf diese Weise glaubst lösen zu können.

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Volker
>>Meine Mutter war strenggläubige Katholikin<<

 

Dein Kampf gegen Glauben und Kirche ist ein Stellvertreterkampf gegen Deine Mutter, von der Du Dich auf diese Weise glaubst lösen zu können.

Solche Psychologisierungen haben mir gerade noch gefehlt! :blink:

 

Interessante Beobachtung: Gläubige ergießen sich oft in (meistens falsche) psychologische Mutmaßungen darüber, warum jemand den Glauben verlassen haben könnte, können diese Mutmaßungen aber nicht anstellen, wenn es darum geht, warum sie selbst glauben.

 

Sich den Kopf anderer Leute darüber zu zerbrechen, was ihrere innersten Antriebe sind, etwas getan zu haben, ist oft müßig (auch wenn ich den Hang zu diesen müßigen Betrachtungen oft selbst habe - berufsbedingt). Wenn man dies tut, dann sollte man schon eine vernünftige Theorie über menschliches Verhalten haben und damit umgehen können. Solcher Hobby-Freudianismus bringt da nicht viel.

Edited by Lucia Hünermann

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Cano

Glaube oder Nichtglaube sind m.E. nie das Resultat einer freien Entscheidung.

 

Als ich noch katholisch glaubte, tat ich dies nicht aus einer Entscheidung heraus, sondern deshalb, weil man mir diesen Glauben beigebracht hatte. Einen anderen Glauben kannte ich nicht. Meine Gläubigkeit war ein Dressurerfolg, der solange anhielt, wie ich intellektuell außerstande war, mich mit meinem anerzogenen Glauben und anderen Glaubensrichtungen sachgerecht auseinanderzusetzen. Erst mit meiner Fähigkeit, selbständig zu denken, wurden die Weichen für eine Entscheidung gestellt. Meine Entscheidung gegen den Glauben war jedoch nicht frei. Ich hatte gar keine andere Wahl, da ich nicht wider besseres Wissen glauben kann.

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Lissie
Ja, wer den Glauben nötig hat

Warum hat der eine den Glauben nötig, Cano, und der andere erhält das Gnadengeschenk, so etwas nicht zu benötigen? Woran liegt das?

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Mat

Hallo,

 

Glaube ist eine sehr vielschichtige Angelegenheit.

 

Zum einen hat sie mit Sozialisation zu tun. Da muss man Volker uneingeschränkt recht geben. Aus diesem Grund ist unser Glaube ein Glaube in Gemenschaft und aus diesem Grund spielt die Gemiende eine wesentliche Rolle in der Kirchenstruktur. Ich habe im Rahmen der Jugendarbeit sehr oft erlebt, dass Jugendliche praktizierende Katholiken wurden, im Gegensatz zu ihren Eltern, weil sie sich katholischen Jugendgruppen zugehörig fühlten.

Das gilt auch für die Sozialisation durch das eigene Elternhaus. Unbestreitbar hängt die Verpflichtung katholischer Eltern, die Kinder im Glauben zu erziehen, auch damit zusammen, dass die Glaubensweitergabe ein wesentlicher Faktor religiöser Erziehung ist.

Ich denke, dass der Zwang, den Volker beschrieben hat, katholisch zu werden oder zu bleiben, ein unbestreibarer, aus dem Sozialverhalten zu erklärendes Phänomen ist. Auch wenn der äußere Zwang praktizierend religiös zu sein heute deutlich nachgelassen hat, ist er im Verborgenen durchaus noch vorhanden.

Es ist auch nicht zu bestreiten, dass es immer noch viele Menschen gibt, die vor allem wegen ihrer Sozialisation und nur deswegen religiös sind. Da spielt etwa das Thema 'Kindheitsglaube' eine Rolle.

 

Soweit so gut. Andererseits kann es aber nicht das Ziel sein, Menschen in einer Art unmündiger Zwangsabhängigkeit zu halten. Und aus diesem Grund kann ein reifer Glaube nur dann zustande kommen, wenn man sich von seinem Kindheitsglaiuben löst und sich noch einmal neu für seinen Glauben entscheidet.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Cano
Warum hat der eine den Glauben nötig, Cano, und der andere erhält das Gnadengeschenk, so etwas nicht zu benötigen? Woran liegt das?

Die Beantwortung dieser Frage will ich den Psychologen überlassen. Möglicherweise haben auch die Soziologen noch ein Wörtchen mitzureden. Theologen müssen m.E. nicht gehört werden.

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beegee

Ist eine Religionszugehörigkeit ein Indiz dafür, daß jemand glaubt oder können auch Menschen die nicht glauben solchen Religionsgemeinschaften angehören?

 

Diese Frage war aktuell bei den Vorbereitungen zur Firmung in meiner Heimatgemeinde.

 

Die Firmung soll ja eine bewusste FREIE Entscheidung für die Nachfolge Jesus Christus sein.

 

In meiner Firmgruppe hatte ich zwei Jugendliche, die betonten: "Ich glaube an keinen Gott" - auf meine Frage, warum sie sich dann firmen lassen möchten, kam die häufig auch bei anderen Jugendlichen spontane Antwort: meine Eltern möchten das...., ich mach das wegen der Geschenke usw.

 

Sie gehören der katholischen Kirche an, bezeugen aber - daß sie nicht an einen Gott glauben.

 

Muss man also davon ausgehen, daß eine Religions- oder Konfessionszugehörigkeit noch keinen Glauben bezeugt?

 

gby

 

Bernd

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Guest Corinna
Muss man also davon ausgehen, daß eine Religions- oder Konfessionszugehörigkeit noch keinen Glauben bezeugt?

Davon kannst Du ausgehen.

 

Was ich viel interessanter fände: wie geht Ihr im Firmkurs damit um?

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beegee
Was ich viel interessanter fände: wie geht Ihr im Firmkurs damit um?

ganz locker sind wir damit umgegangen wobei von den anderen Jugendlichen auch häufiger die Frage kam, "warum lasst ihr euch überhaupt firmen"

 

aber dieser punkt hat auch immer zu anregenden diskussionen geführt bei denen deutlich wurde, daß zum Glauben "mehr gehört als Mitglied einer Kirche" zu sein

 

Neulich hatte ich wieder so ein Gespräch mit einem Jugendlichen aus der evangelischen Kirche, der meinen Glauben persönlich hinterfragte und bezeugte: an so einen Schwachsinn kann man doch heute nicht mehr glauben. Auf meine Frage ob er zu einer Kirche gehörte, gestand er, daß er sich letztes Jahr hat konfimieren lassen. Er brauchte "die Kohle" für ein Roller...

 

Darauf sagte ich nur: Hmm, interessant DU bist also käuflich....für ein paar Euros zu einem Verein gehören, indem man gar nicht Mitglied sein möchte...

 

Wenn ich in meinem Umfeld so blicke kann ich nur bestätigen, daß es unzählige solcher Menschen gibt. Sie bleiben Mitglied der Kirche, obwohl sie mit dem Glauben gar nichts anfangen können, häufig kommen so Argumente wie: "Ich möchte später mal "weiss" heiraten" oder "Ich tu das nur wegen meinen Kindern..."

 

gby

 

bernd

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Cano
Muss man also davon ausgehen, daß eine Religions- oder Konfessionszugehörigkeit noch keinen Glauben bezeugt?

Die Religionszugehörigkeit ist in erster Linie eine formale Angelegenheit und sagt über den Glauben des Zugehörigen nichts aus. Es gibt Gegenden, in denen es einem bereits die Vernunft gebietet, zumindest so zu tun, als ob man glaubt, was man glauben soll. In Deutschland sind wir in der glücklichen Lage, unseren Unglauben bekennen zu können und trotzdem Mitglied einer Kirche sein zu dürfen.

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Winni
meine Eltern möchten das...

Wenn man gläubige Eltern hat, die ihren Glauben Ernst nehmen, ist es ja auch nicht einfach Ihnen ins Gesicht zu sagen, dass man nicht glaubt.

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Winni
"Ich möchte später mal "weiss" heiraten"

 

Die christliche Religion ist für mich immernoch ein Bestandteil unserer Kultur und eine kirchliche Hochzeit ist schöner, und emotionaler als eine standesamtliche.

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Winni
ganz locker sind wir damit umgegangen

 

Damit ganz locker umzugehen, ist sicher der einfachste Weg, und meines Erachtens auch der richtige.

Ich bitte jedoch um andere Meinungen.

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Guest Corinna
ganz locker sind wir damit umgegangen wobei von den anderen Jugendlichen auch häufiger die Frage kam, "warum lasst ihr euch überhaupt firmen" .

"Ganz locker" genügt mir nicht. Haben sich die beiden firmen lassen?

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