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Literarische Frage


Tifs

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Hallo allerseits,

isch hätt da wiederemal e fraach:

 

Und zwar: Gibt es einen literarischen Begriff für die Figur in einer Geschichte, die weniger weiss als der Leser?

(Es geht mir hier konkret um die Darstellung der Jünger im den Evangelien, die oft erstmal falsch verstehen, was Jesus sagt und so als Stichwortgeber für eine weitere Erklärung dienen - bsp.: Joh 4, 33; Mk 8,16; Mt 16,6 u.a.)

 

Und eine weitere Frage hätt ich dann auch noch (weil's grad so schön ist )

Ich habe mal die Theorie gehört, dass der "Lieblingsjünger" im Johannesevangelium auch so gedeutet wird, dass er einfach ein Platzhalter für jeden einzelnen Christen ist (den jeweiligen Leser des Evangeliums). Bin mir aber da nicht sicher, ob diese Theorie anerkannt ist, oder nicht. Weiss da jemand mehr zu?

 

Danke schonmal im voraus für Eure Antworten

 

Viele Grüße

 

Tifs

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Guest Juergen

Erstens was zur zweiten Frage...

 

Es gibt ein kleines aber feines Büchlein von Josef Ernst: Johannes. Ein Theologisches Portrait. Düsseldorf : Patmos,1991.

 

Ernst schreibt:

1.2.1 Der Lieblingsjünger - Eine Symbolgestalt

In der Diskussion um die Identität des Lieblingsjüngers hält sich beharrlich die Vorstellung von der Symbolgestalt, Idealfigur und von der literarischen Fiktion. Das Spektrum der korporativen Modelle reicht von »Heidenchristentum«(16), über »Typus der Jüngerschaft« bzw. »Urbild einer Jüngerschaft, die aus Offenbarungsempfängern Offenbarungsträger macht«(17), »der ideale Träger des apostolischen Zeugnisses, das vom Herzen Jesu zu den Herzen der Hörer fließt«(18), »die Verkörperung des idealen Zeugen«(19) bis hin zu dem Repräsentanten eines pneumatischen kirchlichen Dienstes in bewußter Abgrenzung von dem durch Petrus repräsentierten Gemeindeamt(20). Die abstrakt-symbolischen Deutungen haben schon deshalb keine Chance, weil die Figur des Lieblingsjüngers immer zusammen mit historischen Gestalten wie Simon Petrus (13,23ff; 18,15f; 20,2ff; 21,7; vgl. 21,20-23), der Mutter Jesu (19,26f) oder Jesus selbst genannt wird bzw. in konkreten Situationen, welche lebendige Akteure voraussetzen. Weitere Argumente sind der Gesichtspunkt der Zeugenschaft (19,34b-35; 20,2ff; 21,1ff) und die allgemeine Tendenz der Urkirche, Symbolgestalten nicht frei zu erfinden, sonder Idealisierungsabsichten mit historisch greifbaren Gestalten zu verbinden. Im Unterschied zu Petrus ist der Lieblingsjünger allerdings anonym geblieben. ...

 

Anmerkungen

(16) R. Bultmann, Johannes, 369f: »Der Lieblingsjünger repräsentiert also das Heidenchristentum, - freilich nicht hinsichtlich seiner völkischen Eigenschaft, sondern sofern es das eigentliche, zu seinem echten Selbstverständnis gelangte Chrsitentum ist.«

(17) M. Dibelius, Joh 15,13. Eine Studie des Johannes-Evangeliums, in: Festgabe für Adolf Deissmann zum 60. Gebrutstag, Tübingen 1927, 179f.

(18) H. Lietzmann, Geschichte der Alten Kirche, Bd. I: Die Anfänge, Berlin 2. Aufl. 1953, 248.

(19) E. Käsemann, Ketzer und Zeuge. Zum johanneischen Verfasserproblem, in: Exegetische Versuche und Besinnungen I, Göttingen 6. Aufl. 1967, 180.

(20) A. Kraagerud, Der Lieblingsjünger im Johannesevangelium. Ein exegetischer Versuch, Oslo 1959, 56-59.82.

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Hallo Tifs,

 

zum Thema Lieblingsjünger:

 

Traditionell wird der Lieblingsjünger mit dem Evangelisten Johannes identifiziert. Allerdings sagt das Evangelium selbst an keiner Stelle, dass der Lieblingsjünger der Evangelist ist. Daher sind auch viele andere Identifikationsversuche unternommen worden.

Der Lieblingsjünger erfüllt vermutlich die folgende Funktion:

In den Evangelien spiegeln sich zwei verschiedene Traditionen der Urgemeinde wider. Zum einen die synoptische und zum anderen die johanneische Tradition.

Die johanneische Gemeinde hat vermutlich einen Sonderweg beschritten. Im Vordergrund steht bei ihr das Zeugnis und nicht die Autorität der Apostel. Der Lieblingsjünger spricht genau. dieses Zeugnis an, wenn er nach dem Tod Jesu sagt: Und der der es gesehen hat bezeugt es und ihr wisst, sein Zeugnis ist wahr' (aus dem Kopf zitiert).

Der Lieblingsjünger ist der Zeuge und der, dem Jesus besonders innig verbunden ist. Er ist der Protagonist der johanneischen Gemeinde. In gewisser Weise ist Petrus sein Gegenspieler, der Ungestüme, manchmal Unverständige, der Jesus verleugnet. Dies deutet vermutlich auf eine gewisse Spannung zwischen dem Autoritätsanspruch des Petrus und seiner Nachfolger und der johanneischen Gemeinde hin. Erst in einem späteren Nachtrag des Johannesevangeliums finden sich versöhnlich Töne über Petrus, als der Auferstandene zu diesem sagt 'Weide meine Schafe'.

Der Lieblingsjünger war vermutlich keine reale Person, sondern der ideale Jünger. Und man kann ihn durchaus als den idealen Christen verstehen, den der am engsten in der Nachfolge seines Herrn steht,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Danke, Jürgen und Mat für Eure Antworten, jetzt bin ich ja, was meine zweite Frage betrifft, etwas schlauer!

 

Fällt auch jemand noch etwas zu meiner ersten frage ein? Das wäre toll (los, ihr im Forum vertretenen Literatur-Studendeköpp, da muss doch was dasein!)

 

 

 

Gruß

 

Tifs

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Ist ne gute Idee, Echo. Allerdings weiss ich nicht, ob sich der Begriff so schnell durchsetzen wird, dass ich ihn nächste Woche ggf. in der Prüfung verwenden kann.

Ansonsten würde mir das Wort "Kontrolldoofi" gut gefallen. Ist aber vermutlich nicht wirklich wissenschaftlich genug...

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Stimmt. Das würde knapp.

 

Ich warte lieber, bis sich der theologische (angeheiratete) Sachverstand wieder aufkreuzt.

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Zitat von Tifs am 11:40 - 3.März.2003

 

Und zwar: Gibt es einen literarischen Begriff für die Figur in einer Geschichte, die weniger weiss als der Leser?

(Es geht mir hier konkret um die Darstellung der Jünger im den Evangelien, die oft erstmal falsch verstehen, was Jesus sagt und so als Stichwortgeber für eine weitere Erklärung dienen - bsp.: Joh 4, 33; Mk 8,16; Mt 16,6 u.a.)

 

Da es eigentlich der Regelfall ist, dass der Leser einen Informationsvorsprung vor den Figuren hat, wird wohl niemand einen speziellen Begriff für diesen "Normalfall" geprägt haben.

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splitted information oder diskrepante Informiertheit, in dem vorliegenden Fall handelt es sich um Informationsvorsprung. Die Konstellation, in der der Zuschauer einen Informationsvorsprung gegenüber der den einzelnen Figuren hat, ist die quantitativ dominierende Struktur im Korpus dramatischer Texte. Bei epischen Texten bin ich mir nicht sicher, nehme aber an, daß es da auch so ist.

 

Dieser Begriff bezeichnet allerdings die Informationsvergabe und nicht die Figur selber. Einen begriff für eine Figur, die weniger weiß als der Leser kenne ich nicht.

 

(Geändert von lissie um 16:58 - 4.März.2003)

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altersuender


Zitat von Tifs am 11:40 - 3.März.2003

 

Und zwar: Gibt es einen literarischen Begriff für die Figur in einer Geschichte, die weniger weiss als der Leser?

(Es geht mir hier konkret um die Darstellung der Jünger im den Evangelien, die oft erstmal falsch verstehen, was Jesus sagt und so als Stichwortgeber für eine weitere Erklärung dienen - bsp.: Joh 4, 33; Mk 8,16; Mt 16,6 u.a.)


 

Tifs,

 

meinst Du tatsächlich wie der Leser? Oder geht es Dir eher um das, was Dein Klammertext ausdrückt, also den Stichtwortgeber für weitere Erklärungen? Für ersteres glaube ich nicht, dass es einen Begriff gibt bzw. eine dafür sprichwortlich typische Figur. Für letzteres schon eher (wenn mir auch auf Anhieb nichts einfällt).

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Tifs, jetzt habe ich mir nochmal den Kontext Deiner Frage angeschaut. Ich nehme an, Du willst darauf hinaus, daß es sich um ein bewußtes  dramaturgisches Mittel handelt, daß die Jünger weniger wissen oder  etwas falsch verstehen, damit Jesus genau zu diesem Zeitpunkt die Klarstellung entlockt wird. Dafür gibt es keinen Begriff, es ist einfach zentrale Funktion von Dramaturgie, Informationsvergabe mit Tricks wie ausgesprochenen Wissenslücken und Informationsrückständen von Stichwortgebern zu "entlocken", wenn es gerade benötigt wird.

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Huhu Allerseits und vielen Dank für die Antworten!

 

ErichAS: Es ist so, dass ich für beides einen Begriff suchte, aber wenn es nur für eines einen Begriff gibt (eben für den Stichwortgeber), dann wüsste ich den gerne. Also: Bitte durchforste Dein Hirn nach diesem Begriff!

 

Lissie: Die "diskrepante Informiertheit" gefällt mir schonmal ganz gut, danke.

 

Stefan: Die Literaturwissenschaftler haben doch für ALLES einen Ausdruck, besonders für das Normale, oder?

 

Ansonsten wollte ich (um es nochmal klar zu machen) darauf hinaus, dass die Jünger (oder überhaupt andere Leute) Dinge, die Jesus sagt oder tut, so GRAVIEREND falsch verstehen, dass der informierte Leser (und das waren ja die Gemeinden, für die die Evangelien geschrieben wurden) vermutlich wegen so viel Unverstand die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen hat.

(Und der weniger informierte Leser es nochmal genau erklärt bekommt und so erfährt, dass Jesus selbst den Jüngern alles genau erklären musste).

 

Viele Grüße

 

Tifs

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Zitat von Tifs am 17:38 - 4.März.2003

Huhu Allerseits und vielen Dank für die Antworten!

 

ErichAS: Es ist so, dass ich für beides einen Begriff suchte, aber wenn es nur für eines einen Begriff gibt (eben für den Stichwortgeber), dann wüsste ich den gerne. Also: Bitte durchforste Dein Hirn nach diesem Begriff!

 

Lissie: Die "diskrepante Informiertheit" gefällt mir schonmal ganz gut, danke.

 

 

Stefan: Die Literaturwissenschaftler haben doch für ALLES einen Ausdruck, besonders für das Normale, oder?

 

Ansonsten wollte ich (um es nochmal klar zu machen) darauf hinaus, dass die Jünger (oder überhaupt andere Leute) Dinge, die Jesus sagt oder tut, so GRAVIEREND falsch verstehen, dass der informierte Leser (und das waren ja die Gemeinden, für die die Evangelien geschrieben wurden) vermutlich wegen so viel Unverstand die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen hat.

(Und der weniger informierte Leser es nochmal genau erklärt bekommt und so erfährt, dass Jesus selbst den Jüngern alles genau erklären musste).

 

Viele Grüße

 

Tifs

 

Nun ja liebe Tifs,

 

1. Waren die Jünger vorösterlich. D.h., sie wussten nicht, was die Gemeinde von Anfang an weiß. Und das Unverständnis der Jünger erfüllt dabei eine literarische Funktion. Die Evangelien demonstrieren mit dem Unverständnis der Jünger, dass man Ostern kennen und annehmen muss, wenn man Leben und Botschaft Jesu verstehen will.

 

2. Ist das Unverständnis der Jünger auch tröstlich für Alle, die sich im Glauben abmühen und sich nicht als große Glaubensleuchten fühlen.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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altersuender

Und wenn ich zu Mats Beitrag noch hinzufügen darf: ob wir wirklich ein so viel besseres Verständnis dessen haben, was Jesus sagte und tat, wage ich zu bezweifeln. Bestes Richtmaß auf Verständnis dürfte wohl das eigene Handeln sein. Und gemessen an dem, habe ich vielleicht mehr Wissen, aber sicher sehr viel weniger begriffen.

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Das Johannesevangelium nutzt doch, soviel ich weiß, diesen »Effekt« des Missverständnisses (es ist hier eher ein Missverstehen als ein Nicht-Verstehen), um in eine andere Verständnisebene zu führen.

 

Von der wörtlichen in die heilsgeschichtliche Ebene zum Beispiel.

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Zitat von Echo Romeo am 17:58 - 4.März.2003

Das Johannesevangelium nutzt doch, soviel ich weiß, diesen »Effekt« des Missverständnisses (es ist hier eher ein Missverstehen als ein Nicht-Verstehen), um in eine andere Verständnisebene zu führen.

 

Von der wörtlichen in die heilsgeschichtliche Ebene zum Beispiel.

 

Sehe ich auch so, Echo. Und ich dachte, für dieses Stilmittel gäbe es vielleicht einen knackigen Ausdruck...

 

Mat und ErichAS haben natürlich ebenfalls recht mit dem, was sie sagen, ich wollte hier ja auch keine Wertung abgeben, sondern lediglich nach einem Fachbegriff für dieses Phänomen suchen... Aber gibt's dann wohl nicht, dann werd ich es eben umschreiben müssen, falls die Sprache drauf kommt.

 

Viele Grüße

 

Tifs

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Da habe ich noch etwas. Vielleicht kennst du es ja schon, Tifs.

 

Aus dem »Ökumenischen Taschenbuchkommentar zum Neuen Testament«, Jürgen Becker, Das Evangelium nach Johannes 4|1, GTB, Seite 135f.

 

Exkurs 2: Mißverständnisse im Joh

 

Literaturauswahl: Bultmann, R.: Korn. z. St. — Leroy, H.: Rätsel und Miß-verständnis, BBB 30, 1968 (Lit.). —Schnackenburg, R.: Korn. 1 zu 2,19 und z. St.

 

In den joh Dialogen begegnen häufig Mißverständnisse, die nach einem ganz bestimmten Schema funktionieren. Dabei hat ein Wort zwei Bedeutungen. Das Mißverständnis basiert auf dem irdischen Sinn, während die göttliche Bedeutung den eigentlichen Sinn erschließt. Das Mißverständnis geht also nicht von einer falschen Wortbedeutung aus, sondern wähnt nur, diese eine irdische Bedeutung sei gemeint. Die göttliche Bedeutung wird gar nicht erst in den Verstehenshorizont aufgenommen (Bultmann). Solche Mißverständ-nisse sind literarische Komposition von E und Ausdruck seiner Theologie:

Mißverständnis ist Zeichen des Unglaubens. Das Verhaftetsein im Irdischen (1,13; 3,6) führt zu ihm. Nur dem Glauben ist der himmlische Sinn erschlossen. So ist das Mißverständnis Ausdruck des joh Dualismus. Darum begegnet das Mißverständnismotiv auch immer im Gespräch mit Juden, den Re-präsentanten des Unglaubens: 2,19—22; 3,3f.; 4,lOf.31ff.; 6,41f.51f.; 7,33—36; 8,21 f.31—33.51—53.56—58.

Diese Stellen sind zu unterscheiden vom Unverständnis der Jünger. Es beruht nicht auf Fehlinterpretation durch nur irdisches und darum absurdes Verständnis, sondern auf Verständnismangel, dem dann aufgeholfen wird (vgl. 13,13 ff.; 14,4 f.8.22; 16,17f.). Es geht also um Belehrung für jene, deren Glaubensverständnis vertieft wird. Sie erhalten Belehrung, während das Mißverständnis wegen des Unglaubens erhalten bleibt. Diese Differenzie-rung zwischen Miß- und Unverständnis hat nur eine Ausnahme: 4,31 ff. mißverstehen die Jünger Jesus, aber zugleich klärt Jesus das Mißverständnis auf, so daß diese Ausnahme die Regel bestätigt.

Blickt man auf die Personen, die mit Miß- und Unverständnis behaftet sind, zeigt die gruppenspezifische Differenzierung, daß der theologischen Begründung für das Mißverständnis eine soziologische Ebene entspricht: In der Gemeinde kann es im Prinzip nur Unverständnis, außerhalb ihrer nur Mißverständnis geben. Die Gemeinde lebt im Bewußtsein einer »Sondersprache« (Leroy), die draußen nicht richtig gedeutet wird. Damit ist die Basis für das Mißverständnis gegeben. Die »Geburt« als geistliche Erneuerung (3,3 f.), das »lebendige Wasser« als ewiges Leben (4,10ff.), das »Fortgehen« als Erhöhung Jesu usw. sind ihre sprachlichen Eigentümlichkeiten. Natürlich ist objektiv solche Sprache in der joh Umwelt nachweisbar, d. h. sie läßt sich nicht nur in ihrem irdisch-alltäglichen Sinn, sondern auch in ihrem religiösen Verwendungszusammenhang außerhalb des Joh aufweisen. Aber auf der subjektiven Bewußtseinsebene empfindet die joh Gemeinde, daß der speziell von ihr im religiösen Verwendungsbereich gemeinte Sinn nicht angenommen wird. Ihr 0ffenbarungsverständnis, das sich in solchen Aussagen ausspricht, stößt auf Ablehnung. Sie weiß, ihre Theologie wird als fremdartig vornehmlich von den Juden zurückgewiesen. So ist der soziale Hintergrund des Miß-verständnismotives dieser, daß ein Gemeindeverband sich als Gruppe mit einer speziellen Theologie als unverstanden, abgegrenzt und isoliert von der Umwelt erfährt. Dies trifft sich mit anderen Beobachtungen zur Gemeindesituation, die in dieselbe Richtung weisen wie z. B. der joh Dualismus (vgl. Exkurs 3) oder konkret der Synagogenausschluß (vgl. Einleitung 3b). Von dieser Situation herkommend, bildet dann E das Mißverständnis als literarisches Mittel aus, Unglauben aufzuweisen und zu demaskieren: Wer mißversteht, zeigt, daß er das anstößige und fremde jenseitige Heilsangebot, das die irdische Vergänglichkeit überwindende ewige Leben, gar nicht wahrnimmt.

 

 

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Könnte vielleicht helfen. Bezüglich deiner Ausgangsfrage schlage ich die Begriffe Unverständnis- und Missverständnismotiv vor. Und der letzte Satz – wie aus dem Leben, bzw. aus dem Forum gegriffen.

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Guest Ketelhohn

»Solche Mißverständnisse sind literarische Komposition von E und Ausdruck seiner Theologie«

 

Da aber erhebt sich drängend die Frage: Wer ist E? Emil oder Egon? Der Gärtner oder der Butler?

Oder doch jEsus?

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Echo Romeo beginnt zu rappen.

 

Mensch Robert, du, Klugmensch, das ist doch klar,

dasses nicht der Adam, die Eva, der JEsus war,

Du fasst es, ja du, wenn du es fassen kannst,

der Eva wars,

der Eva, Eva,

Evang’list, der Hans!

 

 

(Damit gehe ich zum Contest!)

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