Jump to content

Kleines Stundenbuch


Josefine
 Share

Recommended Posts

Ich habe ein kleines Stundenbuch geschenkt gekommen. Wer kann mir helfen bei der Bestimmung der Lesewoche. Ich bin mir nicht sicher, ob ich auf Seite 378 des kleinen Stundenbuches die richtige Lesewoche ermittelt habe. Wer kann mir auch noch Hinweise geben auf sonstige Besonderheiten, z.B. Sonntage, Weihnachten, Ostern, ...

Mich würde auch noch interessieren, ob die Lesezeiten frei sind. Wann lesen zum Beispiel Geistliche und Orden das Stundengebet?

 

Viele Grüße

 

Josefine

Link to comment
Share on other sites

Liebe Josefine,

hier sind Threads, wo Du Antwort finden kannst:

http://www.kath.de/cgi-bin/ikonboard/topic...4&topic=111

http://www.kath.de/cgi-bin/ikonboard/topic...2&topic=459

Für die Woche nach der Taufe des Herrn ist die 3. Psalmwoche dran; das steht z. B. bei uns im "Sonntagsblatt" (Kirchenzeitung Bistum Würzburg) in der Rubrik "Liturgie der Woche"

 

Liebe Grüße,

Lucia

Link to comment
Share on other sites

Einspruch, Lucia. ;) Zur Vergewisserung habe ich auch nochmal im liturgischen Direktorium nachgeschlagen. Zwar gelten für Taufe des Herrn die Psalmen vom Sonntag der 3. Woche, allerdings nur für Terz/Sext/Non, weil sonst eigene Texte des Festes gelten (Proprium).

 

Taufe des Herrn gilt aber auch als 1. Sonntag im Jahreskreis, die Woche ist also die 1. Woche im JK und da werden die Psalmen der 1. Woche genommen. Genauso werden ab 1. Fastensonntag und 1. Advent immer die Psalmen der 1. Woche genommen, dann wird weitergezählt. In der 5., 9., 13. etc. Woche fängt der Psalter immer wieder mit der ersten Woche an.

 

Für die Sonn- und Festtage gibt es Eigentexte, die teilweise auch im kleinen Stundenbuch stehen.

 

Liebe Josefine, sei herzlich willkommen in der Schar der gelegentlichen oder regelmäßigen Brevierbeter. Mach Dir keine Sorgen, es gibt deutlich schlimmere Dinge, als sich in der Woche vergaloppiert zu haben, auch wenn es natürlich schön ist, wenn man weiß, daß man in einer großen Gemeinschaft steht, die durch die Gebete verbunden ist und die man selbst auch mitträgt.

 

Zu den Zeiten: die Laudes sind das Morgenlob, die Vesper das Abendgebet der Kirche. Die Laudes am Abend "nachzubeten" wäre auch von den Texten her nicht sooo sinnvoll. Die Komplet ist das letzte Wort des Tages an Gott, quasi die Bettkantenhore. Terz, Sext und Non sind nach der 3., 6. und 9. Stunde des Tages benannt, also 9, 12, 15 Uhr. Es entspricht dem Sinn dieser Einteilung des Tages, ungefähr in diesem Zeitrahmen zu bleiben. wobei man sich getrost nach dem eigenen Tagesablauf richten kann. Diese kleinen Horen bete ich öfter mal mit 1 oder 2 Stunden Abweichung. Weltpriester beten normalerweise nur eine dieser drei. Wichtiger sind ohnehin Laudes, Vesper und Komplet.

Link to comment
Share on other sites

Eine Ergänzung: die Lesehore ist "zeitenlos"

 

Früher war das die Matutin, die erste Hore des Tages in der frühen Nacht bei Ordensleuten, bei Weltpriestern vor den Laudes.

 

Heute ist die Lesehore eben zeitlos und kann immer gebetet werden. Wegen ihrer alten Stellung erscheint sie im Studenbuch als erste Hore des Tages vor den Laudes.

Link to comment
Share on other sites

Liebe Luzia "Lichtlein",

lieber TomTom,

lieber Stefan Mellentin,

 

vielen Dank für Eure Hinweise zu den Lesezeiten des Stundenbuches. Ihr hattet sicher recht, mich darauf hinzuweisen, daß es nicht so schlimm ist, sich in der Lesewoche zu vergreifen. Wichtig ist nur das Regelmäßige, und "Hauptsache gebetet". Oder?

 

Das kleine Stundenbuch, bzw. Stundengebet habe ich vor Jahren durch einem Freund kennengelernt. Damals war mir diese Gebetsform sehr fremd. Mir war das freie Gebet lieber. Ich hatte das Gefühl, dann "mehr" oder "intensiver" zu beten.  Jetzt nach Jahren bin ich doch wieder auf das Stundengebet gekommen. Zur Zeit konnte ich, durch die vielen von mir nicht freiwillg gewählten Veränderungen in meinem Leben, plötzlich nur noch schwer ocder gar nicht mehr beten. Mein persönliches Gebet war mir abhanden gekommen. Eine Freundin hatte mir von einem Orden erzählt, der Abends die Vesper betet. Ende letzten Jahres war ich oft dort zur Vesper. Ich war froh, daß mein Kontakt zu Gott nicht unterbrochen wurde und empfand das Stundengebet als sehr hilfreich.

 

Ich muß allerdings sagen, daß ich viele Text nicht verstehe. Dann fange ich an darüber nachzudenken, wie dies und jenes gemeint sein könnte. Oft schweifen dann rasch die Gedanken ab. Die Gefahr ist besonders groß, wenn ich alleine bete. In Gemeinschaft des Ordens geht das Gebet leichter von der Hand und ich habe dort meine "Gebetsaufgabe".

 

In den alten Beiträgen zum Stundenbuch, die mir durch Dich Lichtlein aufgezeigt wurden, bin ich auf einen Beitrag von Meggi gestoßen. Eine Ordensschwester hatte Ihr geraten, nicht zu viel  nachzudenken über unklare Textstellen, sondern einfach zu beten. Es einfach zu tun. Vielleicht ist das ja ein Weg.

 

Seit ich das Stundenbüchlein geschenkt bekommen habe, bete ich zu Hause. Zeitlich schaffe ich es einfach nicht mehr, zu diesem Orden zu gehen. Aber die Gemeinschaft fehlt mir. In Gemeinschaft fällt mir das Beten leichter.

 

Ich bin noch auf der Suche, wie ich das alleine mit dem Stundengebet zu Hause hinbekomme.

 

Für Anregungen, Austausch und Mitteilungen von Erfahrungen mit dem Stundengebet wäre ich dankbar.

 

 

Herzliche Grüße

 

Josefine

Link to comment
Share on other sites

Liebe Josefine!

 

Du hast Recht. Gebet in Gemeinschaft ist schöner. Dennoch hat auch das Gebet ohne Mitbeter seinen Reiz. Hin und wieder ist es mir wichtig, daß ich gerade, wenn ich allein bete über den ein oder anderen Vers länger nachdenken kann. Zum Beispiel freue ich mich auf jede Komplet am Dienstag, weil es da im Psalm heißt: "Zeig mir den Weg den ich gehen soll". Dieses Wort habe ich mal ausgiebig meditiert und dienstags kommen diese Assoziationen alle wieder hoch.

 

Und ich liebe die Lesung am Mittwoch der ersten Woche. Ein sehr schönes Gebet, das ich dem Sohn meines Cousins zur Taufe mit auf den Weg gegeben habe.

 

Frag doch mal Deinen Pfarrer, ob er nicht die Stundengebete "zufällig" immer in der Kirche betet, ob Du Dich ihm nicht anschließen könntest!?

 

Liebe Grüße

Link to comment
Share on other sites

Lieber Stefan Mellentin,

 

vielen Dank für Deinen Hinweis in Gemeinschaft das Stundengebet zu beten. Ich werde versuchen wieder mit der Ordensgemeinschaft in meinem Wohnviertel die Vesper zu beten.

 

Ich war gerade auf einen Wochenende über PID, Sterbehilfe und Gentechniken. Hier konnte ich wieder erleben, wie schön es ist mit Gleichgesinnten zu beten. Zwar wurde hier nicht das Stundengebet gebetet, doch gab es zu mehreren Tagezeiten Gelegenheit gemeinsam zu beten. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie gut es tat, auch endlich mal Gleichgesinnte zu den obengenannten Themen zu treffen.

 

Ganz herzlich wollte ich mich noch bei Dir bedanken für den Satz  aus dem Psalm am Dienstag aus der Komplet über den Du schon mal meditiert hast: "Zeige mir den Weg den ich gehen soll."  Du hast mir da einen Satz mit auf den Weg gegeben, der gut das trifft, was mich zur Zeit bewegt.

 

Herzliche Grüße

 

Josefine

Link to comment
Share on other sites

Interessant ist, daß der Sonntag liturgisch gesehen, nicht mit der Uhr sekundengenau um 0 Uhr anfängt, sondern bereits mit der Vesper des Vorabends. Deshalb findet man eine erste und eine zweite Vesper zum Sonntag.

 

Ja, ja. So isses. Liturgie drückt sich eben in einer symbolischen Sprache aus und nicht viel mit dem modernen wissenschafftlichen Denken am Hut....

 

Grüße, Carlos

Link to comment
Share on other sites


Zitat von platon am 22:43 - 27.Januar.2002

Interessant ist, daß der Sonntag liturgisch gesehen, nicht mit der Uhr sekundengenau um 0 Uhr anfängt, sondern bereits mit der Vesper des Vorabends. Deshalb findet man eine erste und eine zweite Vesper zum Sonntag.

 

Ja, ja. So isses. Liturgie drückt sich eben in einer symbolischen Sprache aus und nicht viel mit dem modernen wissenschafftlichen Denken am Hut....

 

Grüße, Carlos

 

 

Lieber Carlos!

 

Das haben wir von den Juden übernommen. Bei den Juden beginnt jeder Tag mit dem Sonnenuntergang. Deshalb ist der Sabbat von Freitag abends bis Samstag abends.

 

 

Liebe Josefine!

 

Es freut mich, daß Du am Gebet der Gemeinschaft Freude hast. In schweren Zeiten wird diese Gemeinschaft auch eine Stütze sein, wenn man eigentlich gar nicht beten möchte, aber um der Gemeinschaft willen doch zum Gebet geht. Da ist es leichter den Zugang nicht ganz zu verlieren. Betet man generell allein, dann fehlt dieser "Stein des Anstoßes" in schweren Zeiten.

Link to comment
Share on other sites


Zitat von platon am 22:43 - 27.Januar.2002

Interessant ist, daß der Sonntag liturgisch gesehen, nicht mit der Uhr sekundengenau um 0 Uhr anfängt, sondern bereits mit der Vesper des Vorabends. Deshalb findet man eine erste und eine zweite Vesper zum Sonntag.

 

Ja, ja. So isses. Liturgie drückt sich eben in einer symbolischen Sprache aus und nicht viel mit dem modernen wissenschafftlichen Denken am Hut....

 

Grüße, Carlos


 

Eben, aber genau das wird aber impliziert, wenn man sich in der großen Schar derer fühlt, die gerade auch die (richtige Fassung) der Laudes, Vesper, Komplet beten. Es ist immer irgendwo auf der Welt morgen, abend oder nacht. Es ist nie überall dasselbe Datum.

 

Axel

Link to comment
Share on other sites

Unabhängig von der Zeit (von der örtlichen Zeit) bleibt doch der starke Trost, mit anderen Betern verbunden zu sein, sei die örtliche und zeitliche Trennung noch so groß.

 

Was ich am Stundengebet schätzen gelernt habe, sind Texte die häufig wiederkehren:

Laudes und Vesper werden immer mit den gleichen Worten eröffnet. Benedictus und Magnificat wird immer gebetet. Dies schafft für mich Vertrautheit, läßt mich ruhig werden und schafft zugleich, ähnlich wie beim Rosenkranz, die Möglichkeit der Versenkung.

 

Grüße

 

Josefine

Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...