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Liturgie und Volksfrömmigkeit


Edith
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Habe gestern mit der Post das neue Direktorium zur Volksfrömmigkeit bekommen und überflogen.

Hat das schon jemand gelesen?

 

"Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung:

Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie

Grundsätze und Orientierungen"

 

Text auf www.dbk.de

 

 

 

 

 

 

 

Habe deinen Link anklickbar gemacht Edith

 

http://dbk.de/

Edited by Moni
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Habe gestern mit der Post das neue Direktorium zur Volksfrömmigkeit bekommen und überflogen.

Hat das schon jemand gelesen?

 

"Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung:

Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie

Grundsätze und Orientierungen"

 

Text auf www.dbk.de

Stammt von 2001.

 

Nur der Vollständigkeit halber.

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Habe gestern mit der Post das neue Direktorium zur Volksfrömmigkeit bekommen und überflogen.

Hat das schon jemand gelesen?

 

"Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung:

Direktorium über die Volksfrömmigkeit und die Liturgie

Grundsätze und Orientierungen"

 

Text auf www.dbk.de

Stammt von 2001.

 

Nur der Vollständigkeit halber.

*lach* Iss nicht wahr??!!

Und warum schicken die mir das JETZT zu??

 

Aufs Datum hab ich natürlich mal wieder nicht geschaut..... :blink:

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Stammt von 2001.

 

Nur der Vollständigkeit halber.

*lach* Iss nicht wahr??!!

Und warum schicken die mir das JETZT zu??

 

Aufs Datum hab ich natürlich mal wieder nicht geschaut..... :blink:

Ich nehme an, dass es jetzt erst übersetzt wurde. Auf vatican.va habe ich keine deutschsprachige Fassung gefunden.

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Nur interessehalber: das kann nicht dieses ominöse Papier sein, von dem da kürzlich die Rede war?

Von dem keiner wußte, was drinsteht, und von wem es ist?

:blink:

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Liebe Edith,

 

das siehst du falsch. Ominöse Papiere, von denen keiner weiß, was drin steht, haben die Eigenart, genauestens dokumentiert zu sein … :blink:

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Nein, hier geht es nict um jene berühmten 37 Punkte, sondern um Entwicklungen und Umsetzungen der Volksfrömmigkeit und der Liturgie. Das 214 Seiten starke Dokument liest sich stellenweise wie ein Abriss der Liturgiegeschichte.

 

Für die Ausgabe 20 der Zeitschrift »Gottesdienst« des Liturgischen Instituts ist auch ein Kommentar angekündigt.

 

Hier zitiere ich einen Textabschnitt, der sich mit dem (Spannungs-)verhältnis Volksfrömmigkeit und Liturgie befasst.

 

Im Licht der Liturgiekonstitution

 

 

50. Die Beziehung zwischen Liturgie und Volksfrömmigkeit wird in unserer Zeit vor allem im Licht der von der Konstitution Sacrosanctum

Concilium erlassenen Richtlinien zu betrachten sein. Sie wurden dazu festgelegt, eine harmonische Beziehung zwischen beiden Ausdrucksformen

der Frömmigkeit zu suchen. Dabei ist jedoch die Volksfrömmigkeit objektiv der Liturgie untergeordnet und auf sie

ausgerichtet.

 

Deshalb muss vor allem vermieden werden, das Verhältnis von Liturgie und Volksfrömmigkeit als Gegensatz darzustellen oder auch

beide als gleichwertig oder einander ersetzbar zu betrachten. Das Wissen um die vorrangige Bedeutung der Liturgie und die Suche

nach echteren Ausdrucksweisen dürfen jedoch auch nicht dazu führen, die Volksfrömmigkeit zu vernachlässigen, gering zu achten oder

gar als überflüssig oder schädlich für das gottesdienstliche Leben der Kirche anzusehen.

Die Nichtbeachtung beziehungsweise Missachtung der Volksfrömmigkeit führt zu unangemessener Bewertung einiger Aspekte des

kirchlichen Lebens und scheint eher von ideologischen Vorurteilen als vom christlichen Glauben herzurühren. Folgende Haltungen zählen

dazu:

 

– Es wird zu wenig berücksichtigt, dass auch die Volksfrömmigkeit eine vom Geist bewegte und gestützte kirchliche Wirklichkeit ist,

deren Funktion und Glaubwürdigkeit zu garantieren Aufgabe des Lehramtes ist.

 

– Man beachtet nicht ausreichend die Früchte der Gnade und Heiligkeit, welche die Volksfrömmigkeit hervorgebracht hat und beständig

in der kirchlichen Gemeinschaft hervorbringt.

 

– Die Ablehnung ist nicht selten Ausdruck einer trügerischen Suche nach der „reinen Liturgie“. Abgesehen davon, dass hier nach subjektiven

Kriterien Reinheit festgelegt wird, ist dies eher idealistisches Streben als geschichtliche Wirklichkeit, wie auch die weltliche Erfahrung lehrt.

 

– Die Missachtung rührt außerdem daher, dass oft eine wichtige Dimension des Menschen, nämlich das Gefühl, das völlig zu Recht

viele Ausdrucksformen der liturgischen wie der volkstümlichen Frömmigkeit durchzieht, mit seiner Entartung, der Sentimentalität, verwechselt wird.

 

 

51. In der Beziehung zwischen Liturgie und Volksfrömmigkeit be-gegnet man aber auch dem anderen Extrem: einer solchen Auf-wertung der Volksfrömmigkeit, dass sie in der Praxis der Kirche schadet.

 

Es darf nicht verschwiegen werden, dass diese Meinung – die Liturgie sei nicht mehr „der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche

zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt“, sie sei vielmehr ein kultischer Ausdruck, der dem Verständnis und dem

Gefühl des Volkes fremd ist; deshalb werde sie vernachlässigt, einer zweitrangigen Aufgabe zugeteilt oder für besondere Gruppen reser-viert

– dort, wo sie vorkommt, sei es real oder theoretisch, ernste pastorale Verirrung verursacht.

 

52. Die lobenswerte Absicht, die heutigen Menschen, vor allem, wenn sie keine hinreichende katechetische Ausbildung genossen ha-ben,

dem christlichen Kult anzunähern, und die aus der Inkulturation kommenden Schwierigkeiten, zum Beispiel die Anpassung von litur-gischen

Elementen und Strukturen an bestimmte Kulturen, dürfen weder theoretisch noch praktisch zur Entwertung der vorrangigen und

grundsätzlichen Ausdrucksweise der Liturgie führen. Anstatt die wirklichen Schwierigkeiten mit Weitsicht und Ausdauer anzugehen,

meint man, sie auf einfachste Weise lösen zu können.

 

53. Dort, wo Akte der Volksfrömmigkeit zu Lasten der liturgischen Handlungen praktiziert werden, hört man folgende Begründungen dafür:

 

– Die Volksfrömmigkeit sei die geeignete Möglichkeit, um auf freie und spontane Art das „Leben“ und seine vielfältigen Ausdrucks-formen

zu feiern. Die Liturgie dagegen, die das „Geheimnis Christi“ zum Zentrum hat und von Natur aus anamnetisch ist, verhindere Spontaneität und erscheine wiederholend und formalistisch.

 

– Der Liturgie gelinge es nicht, den glaubenden Menschen in seinem ganzen Sein, als Leib und Geist, zu erreichen. Dagegen spreche die

Volksfrömmigkeit, die sich unmittelbar an den Menschen richtet, Leib, Herz und Geist gleichermaßen an.

 

– Die Volksfrömmigkeit sei ein wirklicher und echter Raum für das Gebetsleben. Durch die Andachtsübungen führe der Gläubige einen

wirklichen Dialog mit dem Herrn, in Worten, die er ganz versteht und als seine eigenen empfindet. Die Liturgie dagegen lege ihm Worte in

den Mund, die seiner Welt oft fremd sind. Sie scheine ihn eher am Gebetsleben zu hindern.

 

- Die Feierform, in der sich die Volksfrömmigkeit ausdrückt, werde deshalb von vielen glaubenden Menschen angenommen und gewählt,

weil sie mit ihrer Kulturwelt und Gebetssprache übereinstimme. Die Liturgie dagegen sei unverständlich, weil ihre Elemente einer Kultur

entstammen, die man als fremd empfindet.

 

54. In all diesen Behauptungen wird in übertriebener und dialekti-scher Weise jener Unterschied betont, der – das lässt sich nicht abstreiten – in einigen Kulturkreisen zwischen den Ausdrucksformen der Liturgie und der Volksfrömmigkeit wirklich besteht.

Auf jeden Fall sind solche Meinungen immer auch Zeichen dafür, dass das Wesen der christlichen Liturgie ernsthaft gefährdet, wenn

nicht gar bereits seiner wesentlichen Inhalte beraubt ist. Angesichts dieser Ansichten ist an das ernste Wort des letzten Kon-zils zu erinnern: „Jede liturgische Feier ist als Werk Christi, des Priesters, und seines Leibes, der die Kirche ist, in vorzüglichem Sinn heilige Handlung, deren Wirksamkeit kein anderes Tun der Kirche an Rang und Maß erreicht“.

 

55. Eine einseitige Übertreibung der Volksfrömmigkeit ohne an-gemessene Berücksichtigung der Liturgie ist unvereinbar mit der Tatsache, dass die wesentlichen Elemente der Liturgie auf den Stiftungswillen Jesu selbst zurückgehen. Auch übersieht sie deren unersetzbaren soteriologischen und doxologischen Wert. Seit der Aufnahme des Herrn in die Herrlichkeit des Vaters und seit der Sendung des Heiligen Geistes geschehen die vollkommene Ver-herrlichung Gottes und die Vermittlung des Heils an die Menschen in erster Linie in der liturgischen Feier. Diese fordert die Zustimmung

des Glaubens und lässt den Glaubenden teilhaben am heilbringenden und fundamentalen Erlösungswerk: Leiden, Tod und Auferstehung Christi (vgl. Röm 6,2-6; 1 Kor 11,23-26).

 

In ihrem Selbstverständnis hinsichtlich des Geheimnisses der von ihr gefeierten, heilbringenden Liturgie steht für die Kirche unzweifelhaft fest, dass „sich in der Liturgie, besonders im heiligen Opfer der Eucharistie, ,das Werk unserer Erlösung vollzieht‘“. Das jedoch schließt die große Bedeutung anderer Frömmigkeitsformen nicht aus.

 

56. Die theoretische und praktische Geringschätzung der Liturgie wird unausweichlich zu einer Verdunklung der christlichen Sicht des Geheimnisses Gottes führen, der sich in seiner Barmherzigkeit dem gefallenen Menschen zuneigt, um ihn durch die Menschwerdung seines Sohnes und das Geschenk seines Heiligen Geistes an sich zu ziehen. Ebenso werden die Bedeutung der Heilsgeschichte und die Beziehungen zwischen Altem und Neuem Bund unverständlich bleiben, und das Wort Gottes, das einzige Wort, das rettet, von dem sich die Liturgie nährt und auf das sie sich unaufhörlich bezieht, wird unterbewertet. In den Gläubigen wird das Bewusstsein für den hohen Wert des Werkes Christi, des Sohnes Gottes und des Sohnes der Jungfrau Maria, des alleinigen Erlösers und einzigen Mittlers (vgl. 1 Tim 2,5; Apg 4,12) schwinden. Schließlich geht der sensus Ecclesiae verloren.

 

57. Die Überbetonung der Volksfrömmigkeit, die sich ja im Rahmen des christlichen Glaubens bewegen muss, kann einen Prozess begünstigen, der die Gläubigen von der christlichen Offenbarung entfernt und sie stattdessen zu einer kosmischen Religiosität be-ziehungsweise einer Art Naturreligion hinführt. Dies kann so weit gehen, dass zweideutige, aus vorchristlichem Denken stammende Elemente Eingang in die christliche Gottesverehrung finden, die lediglich Ausdruck der Kultur oder der Mentalität eines bestimmten Volkes oder Stammes sind. Eine zu stark betonte Volksfrömmigkeit kann zu der Illusion führen, dass man das Transzendente mit Hilfe verderblicher religiöser Erfahrungen erreichen könne.

 

So kann es geschehen, dass der echte christliche Sinn der Erlösung als unver-dientes Geschenk Gottes zugunsten einer Erlösung, die vom Men-schen

selbst erworben und Frucht seiner persönlichen Anstrengung ist (man sollte die oft reale Gefahr der pelagianischen Häresie nicht vergessen) aufs Spiel gesetzt wird. Es kann schließlich so weit kommen, dass die zweitrangigen Vermittler der Gnade, die selige Jungfrau Maria, die Engel, Heiligen und manchmal auch die Vorkämpfer der nationalen Geschichte, in der Gesinnung der Gläubigen die Funktion des einzigen Mittlers, des Herrn Jesus Christus, einnehmen.

 

 

Quelle: DBK, Kongregation für den Gottesdienst

und die Sakramentenordnung

Direktorium über die Volksfrömmigkeit

und die Liturgie

Grundsätze und Orientierungen

 

Aktuell — für uns? Oder doch nur ein Problem der Mittelmeerländer und einiger Wallfahrtsorte?

 

(Übrigens nett, dass auf dem Bearbeiten-Button »Edit(h)« steht …) :blink:

Edited by Peter Esser
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Aktuell — für uns? Oder doch nur ein Problem der Mittelmeerländer und einiger Wallfahrtsorte?

 

(Übrigens nett, dass auf dem Bearbeiten-Button »Edit(h)« steht …) :blink:

Ich weiß nicht recht... ich lebe in Bayern.... da ist die Marienfrömmigkeit auch etwas - sagen wir blumig... :blink:

 

Ich sehe die Beschriftung Edit(h) nicht ?? Aber es wäre passend.... da ich beinahe jeden meiner Beiträge edithiere.... :P

 

kann ich nix Rechtschreibung, weischt du

Edited by Edith
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Volksfrömmigkeit bedeutet, dass Ausdrucksformen aus der Lebenswelt der am Gottesdienst Teilnehmenden mit hinein genommen werden. Das bedeutet, dass u.a. Techno, HipHop und multimediale Elemente usw. in die Liturgie integriert werden dürfen oder sogar müssen.

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Mir fällt da der Pfarrer meiner Heimatgemeinde ein,

 

der hat, wohl mangels anderer Inhalte, aus der Christmette eine superkitschige Veranstaltung gemacht,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Ich weiß nicht recht... ich lebe in Bayern

 

Das gehört ja schon beinahe zu den Mittelmeeranrainern … :ph34r:

 

Nun ja: Der theologische Gehalt von »Maria Maienkönigin« erschließt sich mir auch nur etwas … mittelbar.

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