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Ordensleben


Max
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Hallo Max,

 

es überleben solche Orden, die

 

1. noch nicht überaltert sind

2. ein Profil und eine Perspektive bieten können.

 

Das ist nicht von einer bestimmten Positioneierung innerhalb der Kirche abhängig.

Es gibt ganz traditionelle Klöster, die sterben, weil Traditionalität alleine keine Basis ist (da gibt es im benediktinischen Bereich einige Beispiele).

Es gibt aber auch 'liberale' Klöster, die enormen Zulauf haben.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

 

 

Hallo Matthias,

 

da habe ich aber auch schon anderes gehoert. Ich sprach mit einem Karmelitten in einer kleinen Gemeinschaft in Schweden, die sehr kontemplativ und in Stille leben. In Deutschland und anderswo haben ja, meines Wissens, die maennlichen Karmelitten eher den Ruf sehr weltlich zu sein, der Pater aber meinte zu mir, die einzige Provinz, die am Wachsen sei sei eine im Sueden Frankreichs, wo die Brueder zu ihren Wurzeln finden wollen, wieder mehr Kontemplation, Stille, und mehr Konsequenz. Oder auch so Details wie dass die ordenskleidung getragen wird. Aehnliches meinte ich aus Diskussionen auf www.orden-online.de herauszuhoeren.

 

Ich bin mir nicht sicher, aber manches was ich gesehen habe, erschien mir etwas halbherzig. Da gibt es Armutsgeluebde, aber im Prinzip haben die Moenche ein Zimmer voll mit Besitz, nur dass es eben auf dem Papier nicht als eigener definiert ist. Und solche Sachen...

 

Weisst Du, oder andere hier, wie das im deutschsprachigen Raum so aussieht? Welche Kloester haben besonders Zulauf? Und welches sind eher traditionelle oder liberale?

 

Gruesse

 

max

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Hallo Max,

 

ich habe natürlich keinen vollständigen Überblick. Aber zu dem, was ich weiß:

 

ein Beispiel für ein 'liberales' Kloster mit Zulauf ist die benediktinerabtei Königsmünster in Meschede

 

ein weiteres interessantes Beispiel ist das Benediktinerinnenkloster in Köln: der Konvent war vollkommen überaltert, aber eine neue Priorin hat in den achziger Jahren für einen neuen Zulauf gesorgt.

 

dann gibt es natürlich so etwas wie die Karthäuser, die nie viel Zulauf hatten, aber immer genügend Nachwuchs, offensichtlich unberührt vom Lauf der Zeiten.

 

 

Zum Thema Halbherzigkeit:

Das ist so eine Sache und da gibt es unterschiedliche Ansätze. Es gibt da eine Bandbreite vom Asketen bis zum 'Edelmönch', Für alle Ansätze scheinen sich genügend Leute zu interessieren. Ich halte das grundsätzlich auch nicht für problematisch.

Problematisch wird es, wenn Klöster meinen, sie müssten Interessenspolitik treiben und mit Mächtigen klüngeln, wenn Ordensleute arrogant und überheblich auftreten (habe ich auch schon erlebt), wenn jenseits allen Besitzes das geistliche Leben stirbt (das gibt es bei allen Varianten von Ordensleuten).

 

Mich würde übrigens hier auch ein Beitrag von Franz-Xaver als 'Betroffener' interessieren,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Zum Thema Halbherzigkeit:

Das ist so eine Sache und da gibt es unterschiedliche Ansätze. Es gibt da eine Bandbreite vom Asketen bis zum 'Edelmönch', Für alle Ansätze scheinen sich genügend Leute zu interessieren. Ich halte das grundsätzlich auch nicht für problematisch.

Problematisch wird es, wenn Klöster meinen, sie müssten Interessenspolitik treiben und mit Mächtigen klüngeln, wenn Ordensleute arrogant und überheblich auftreten (habe ich auch schon erlebt), wenn jenseits allen Besitzes das geistliche Leben stirbt (das gibt es bei allen Varianten von Ordensleuten).

 

Mich würde übrigens hier auch ein Beitrag von Franz-Xaver als 'Betroffener' interessieren,

 

viele Grüße,

 

Matthias

Nun, ich hatte von manchen gehoert, die dann abends in die Stadt zum Biertrinken gehen oder Kinogucken. Andere die ihren Abend in der Zelle vor dem Fernseher verbringen. Oder eh soviel Zeugs in ihrer Zelle haben, dass man von Armut und Einfachheit nicht mehr viel reden kann.

 

Oder solche, die es wegen der weltlichen Aufgaben gar nicht mehr schaffen bei den Chorgebeten dabeizusein, oder Zeit fuer inneres gebet zu haben.

 

Das ist ja hoffentlich nur an manchen Orten so, aber das ist ja sicher nicht der Sinn des Ordenslebens. An den wenigen wirklich kontemplativen Orten die ich kenne, hat mich einfach die Atmosphaere und die Leute ueberzeugt.

 

Bloss wo man was findet, das weiss ich nicht so genau...

 

 

Gruesse

 

MAx

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Ich werde mich zu dem Thema melden. Bitte etwas Geduld. :blink:

 

Franz-Xaver

Das wird bestimmt spannend (*wartundhändereib*),

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Ich denke, es werden die Orden überleben, die an den Wurzeln bleiben.

 

Ein Mensch der heute ins Kloster geht, will nicht das gleiche Leben vorfinden, das er/sie eh schon hatte, nur mit Habit.... sondern eine radikalere Nachfolge, radikal, im Sinne von radix-Wurzel.

 

Ich habe fast den Eindruck, dasß "tätige" Orden es derzeit schwerer haben, ihren Weg zu finden, als "kontemplative" Orden.

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Ich denke, es werden die Orden überleben, die an den Wurzeln bleiben.

 

Ein Mensch der heute ins Kloster geht, will nicht das gleiche Leben vorfinden, das er/sie eh schon hatte, nur mit Habit.... sondern eine radikalere Nachfolge, radikal, im Sinne von radix-Wurzel.

 

Ich habe fast den Eindruck, dasß "tätige" Orden es derzeit schwerer haben, ihren Weg zu finden, als "kontemplative" Orden.

Danke ich eigentlich auch. Nur weiss ich nicht wwo es solche gibt. Also falls ihr da ein paar Tipps habt.

 

Gruesse

 

max

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Ich denke, es werden die Orden überleben, die an den Wurzeln bleiben.

 

Ein Mensch der heute ins Kloster geht, will nicht das gleiche Leben vorfinden, das er/sie eh schon hatte, nur mit Habit.... sondern eine radikalere Nachfolge, radikal, im Sinne von radix-Wurzel.

 

Ich habe fast den Eindruck, dasß "tätige" Orden es derzeit schwerer haben, ihren Weg zu finden, als "kontemplative" Orden.

Danke ich eigentlich auch. Nur weiss ich nicht wwo es solche gibt. Also falls ihr da ein paar Tipps habt.

 

Gruesse

 

max

was schewebt dir denn so vor? Irgendeine besondere Richtung?

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was schewebt dir denn so vor? Irgendeine besondere Richtung?

Hei Edith,

 

ich kenne mich halt da wenig aus, und sehe dass es auch bei verschiedenen Orden ganz unterschiedliche Kloester gibt.

 

Also ich wuerde gerne einen Ort finden, der kontemplativ ist und die Menschen konsequent ein Ordensleben fuehren, also nicht so von "weltlichen Dingen" so eingenommen sind, dass das spirituelle leidet. Und halt durch Gaestehaeuser dieses an andere weitergeben, ohne jetzt aber diesen riesigen Kursbetrieb zu haben. Einfaches Mitleben.

 

Muensterschwarzach und ottilien fand ich schoen, aber es war doch fuer mich ein zu gross vielleicht. Wie eine grosse Firma, schien mir.

 

der einzigste Ort den ich kenne und der in diese Richtung geht, ist eine ganz kleine Karmelittengemeinschaft in Suedschweden (Norraby/Tågarp). Vielleicht ist das ja aber etwas ganz seltenes...

 

Oder gibt's sowas in Deutschland?

 

Gruesse

 

Max

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was schewebt dir denn so vor? Irgendeine besondere Richtung?

 

Also ich wuerde gerne einen Ort finden, der kontemplativ ist und die Menschen konsequent ein Ordensleben fuehren, also nicht so von "weltlichen Dingen" so eingenommen sind, dass das spirituelle leidet. Und halt durch Gaestehaeuser dieses an andere weitergeben, ohne jetzt aber diesen riesigen Kursbetrieb zu haben. Einfaches Mitleben.

der einzigste Ort den ich kenne und der in diese Richtung geht, ist eine ganz kleine Karmelittengemeinschaft in Suedschweden (Norraby/Tågarp). Vielleicht ist das ja aber etwas ganz seltenes...

 

Oder gibt's sowas in Deutschland?

 

Gruesse

 

Max

Hallo Max,

also wenn es die karmelitanische Spiritualität ist, die es Dir angetan hat, könnte Dir Reisach gefallen.

Wobei ich warnende hinzufüge, daß die Männer OCD nicht annähernd so beschaulich leben, wie die Frauen OCD.

 

Wenns nicht die Karmeliten-Spiritualiät sein muß, wie wärs dan mit Zisterzienser oder wenns ganz radikal sein soll, Trappisten oder gar Karthäuser.

 

Müsstest mir schon ein bisserl mehr sagen, was Dich so treibt, spirituell (gerne auch per PM), und evtl. noch, wo Du wohnst... dann helf ich Dir gerne mit ein paar Namen.

:blink:

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Also es gibt schon einige Klöster,die sehr kontemplativ leben.Auch hier in Deutschland.

 

Es sind aber eher kleinere Klöster,und wie Mat schon bemerkte,haben sie nicht die Fülle an Kursbetrieb,und sind deshalb vieleicht auch unbekannter.

 

Mir ist ein Kloster bekannt,das sehr streng nach den Regeln des Benedikts leben.

Nur von der Hände Arbeit leben,ist in dem Kloster kein Slogan,sondern genau so wird da gelebt.

 

Was das eigentlich wirklich bedeutet,kann man nur nachvollziehen,wenn man dort mitgelebt hat.

 

Und auch dieses Kloster hat erstaunlicher weise keine Nachwuchssorgen.

 

Im Postulat und Noviziat leben ständig vier bis sechs Frauen.

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Also es gibt schon einige Klöster,die sehr kontemplativ leben.Auch hier in Deutschland.

 

Es sind aber eher kleinere Klöster,und wie Mat schon bemerkte,haben sie nicht die Fülle an Kursbetrieb,und sind deshalb vieleicht auch unbekannter.

 

Mir ist ein Kloster bekannt,das sehr streng nach den Regeln des Benedikts leben.

Nur von der Hände Arbeit leben,ist in dem Kloster kein Slogan,sondern genau so wird da gelebt.

 

Was das eigentlich wirklich bedeutet,kann man nur nachvollziehen,wenn man dort mitgelebt hat.

 

Und auch dieses Kloster hat erstaunlicher weise keine Nachwuchssorgen.

 

Im Postulat und Noviziat leben ständig vier bis sechs Frauen.

Hei Moni,

 

mir scheint es gibt da mehr Frauenkloester in der Richtung als Maennerkloester. In Skandiavien gibt es in jedem Land einen Karmel fur Frauen ohne Nachwuchsschwierigkeiten, aber so gut wie kein maennlciehs Kloster. Und in Deutschland ist das glaube ich aehnlich....

 

Bei religioesen Exerzitien sind meiner Erfahrung nach auch viel mehr Frauen dabei....

 

Gruesse

 

Max

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Ich werde mich zu dem Thema melden. Bitte etwas Geduld. :blink:

 

Franz-Xaver

Hei Franz Xaver,

 

wollt nur fragen, ob Du noch an dieses Thema denkst. Wuerd mich interessieren. Ungeduldig wie ich bin :blink:

 

Gruesse

 

MAx

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Ich werde mich zu dem Thema melden. Bitte etwas Geduld. :blink:

 

Franz-Xaver

Hei Franz Xaver,

 

wollt nur fragen, ob Du noch an dieses Thema denkst. Wuerd mich interessieren. Ungeduldig wie ich bin :blink:

 

Gruesse

 

MAx

Mich auch!!! :blink:

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Ich denke, es werden die Orden überleben, die an den Wurzeln bleiben.

 

Ein Mensch der heute ins Kloster geht, will nicht das gleiche Leben vorfinden, das er/sie eh schon hatte, nur mit Habit.... sondern eine radikalere Nachfolge, radikal, im Sinne von radix-Wurzel.

 

Ich habe fast den Eindruck, dasß "tätige" Orden es derzeit schwerer haben, ihren Weg zu finden, als "kontemplative" Orden.

Hallo Edith,

 

da kenne ich auch Gegenbeispiele:

 

Z.B. die Abtei Ettal hat keinerlei Nachwuchssorgen, obwohl sie sicherloch kein radikales Leben anstrebt,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Ich denke, es werden die Orden überleben, die an den Wurzeln bleiben.

 

Ein Mensch der heute ins Kloster geht, will nicht das gleiche Leben vorfinden, das er/sie eh schon hatte, nur mit Habit.... sondern eine radikalere Nachfolge, radikal, im Sinne von radix-Wurzel.

 

Ich habe fast den Eindruck, dasß "tätige" Orden es derzeit schwerer haben, ihren Weg zu finden, als "kontemplative" Orden.

Hallo Edith,

 

da kenne ich auch Gegenbeispiele:

 

Z.B. die Abtei Ettal hat keinerlei Nachwuchssorgen, obwohl sie sicherloch kein radikales Leben anstrebt,

 

viele Grüße,

 

Matthias

Ich kenne Ettal nicht gut genug, um mir ein Urteil erlauben zu können.

Aber die haben neben der Landschaft auch noch den Vorteil, eine Schule zu haben... den Nachwuchs quasi im Haus :blink:

 

Aber wenn es dort viele Eintritte gibt, ist das oft ein Zeichen, daß die benediktinische Spiritualität echt und lebendig gelebt wird.

 

Radikal meine ich ja nun nicht als irgendwie extrem. Sondern eben einfach an der Wurzel bleibend.

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die Abtei Ettal hat keinerlei Nachwuchssorgen

Kunststück.

 

Bei der landschaftlichen Lage ...

 

:-)

... aus diesem Grund heißt es auch im Klosterjargon "Touristenkloster",

 

viele Grüße,

 

Matthias

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