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Sonntagsgebot


Max

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Dachte das sei ein neues Thema wert. In EWTN fragte einer was Todsuende sei. Die meinten, ein Beispiel sei das bewusste Fernbleiben von der Sonntagsmesse.

1857 Damit eine Tat eine Todsünde ist, müssen gleichzeitig drei Bedingungen erfüllt sein: „Eine Todsünde ist jene Sünde, die eine schwerwiegende Materie zum Gegenstand hat und die dazu mit vollem Bewußtsein und bedachter Zustimmung begangen wird". (KKK)

 

2181 Die sonntägliche Eucharistie legt den Grund zum ganzen christlichen Leben und bestätigt es. Deshalb sind die Gläubigen verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z. B. wegen Krankheit, Betreuung von Säuglingen) entschuldigt oder durch ihren Pfarrer dispensiert sind [Vgl. ⇒ CIC, can. 1245]. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, begeht eine schwere Sünde. (KKK)

 

 

Die in Nr 1857 erwähnte bedachte Zustimmung und das volle Bewußtsein, fehlt wie ich meine bei 99% der Nicht-Sonnatgs-Kirch-Geher.

Denn 1859 fährt fort:

"1859 Eine Todsünde erfordert volle Erkenntnis und volle Zustimmung. Sie setzt das

Wissen um die Sündhaftigkeit einer Handlung,

ihren Gegensatz zum Gesetz Gottes, voraus. Die Todsünde schließt auch eine genügend überlegte Zustimmung ein, um persönliche Willensentscheidung zu sein. Selbstverschuldete Unwissenheit und Verhärtung des Herzens [Vgl. Mk 3,5-6; Lk 16,19-31] mindern die Freiwilligkeit der Sünde nicht, sondern steigern sie." (KKK)

 

Also ich verstehe ja, dass meine Einstellun so sein sollte, dass ich Sonntags zur kirche gehen will. Und wenn Krankheit oder berufliche Zwaenge ein Gehen verhindern, ist das kein Problem. Aber da ich ja jetzt das obige weiss, kann ich ansonsten nie die Sonntagsmesse versaeumen?

 

Was wenn mich meine Freunde zu einer Wochenendtour in die Berge einladen? Da koennte ich ja dann nie zusagen, weil das ein bewusstes Fernbleiben von der Messe waere? Oder wenn ich Ferien mache und genau weiss, dass es dort keine Moeglichkeit gibt eine Kirche zu besuchen?

 

So kann das doch nicht ganz sein??? Also mir fehlt derzeit wirklich etwas ohne die Messe am Sonntag, aber kann ich nichts mehr am Sonntag tun, was den Besuch verhindern koennte?

 

Gruesse

 

Max

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Na wenn das eine Todsünde sein soll.... :angry:

 

Ich glaubs einfach nicht- welch ein Glück für mich, dass ich mir den KKK so selten antue. :blink:

 

Sollte das jetzt ein Grund sein, nicht mehr in GG schreiben zu dürfen, bitte melden!

 

 

Ellen

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Na wenn das eine Todsünde sein soll.... :angry:

 

Ich glaubs einfach nicht- welch ein Glück für mich, dass ich mir den KKK so selten antue. :blink:

 

Sollte das jetzt ein Grund sein, nicht mehr in GG schreiben zu dürfen, bitte melden!

 

 

Ellen

Ne, das ist nicht der KKK. Sondern die Interpretation mancher leute. Wuerde aber gern wissen, was da die KKK Meinung waere...

 

MAx

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Hallo,

 

also irgendwie erinnert mich das im entferntesten Sinne an:

 

Mk.

27 Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

28 Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

 

und dieser Menschensohn hat uns auch die Ähren abreißen lassen....

 

 

Wo soll denn der Sinn drin sein, nur aus Pflichtbewusstsein in den Gottesdienst zu gehen? Ich gehe in die Messe, weil ich das Bedürfnis dazu habe und nicht weil eine Institution das von mir auf irgend eine Weise verlangt. Die Steigerung wäre dann die Anwesenheitskontrolle?

 

Ich bin der Meinung, daß derjenige, der in die Messe geht, diese auch bewusst miterleben soll und sich nicht nur in die Bank setzt, weil der Nachbar das macht und weil man es aus Gewohnheit eh schon immer getan hat. Das hat dann nicht mehr viel mit der "actuosa participatio" also der von Papst Pius X. geprägten 'tätigen Teilnahme' der Gemeinde zu tun. Wäre also nicht Sinn der Sache.

 

Wenn einer geht, dann schon "richtig". Und wenn dann jemand ein paar Sonntage auslässt, weil er das Bedürfnis nicht hat, finde ich das weitaus ehrlicher als einfach nur so in der Bank zu sitzen. Liturgie ist ein geben und nehmen. Gott schenkt sich uns und wir danken ihm. Zur Liturgie gehören also immer zwei. Wenn einer an einem Tag nicht dazu bereit ist, oder kann, ist das nur menschlich. Wir sind nicht Gottes Sklaven, die jede Woche müssen, sondern wir gehen da hin, weil wir von uns aus Dank sagen wollen.

 

Grüße

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Na wenn das eine Todsünde sein soll.... :angry:

 

Ich glaubs einfach nicht- welch ein Glück für mich, dass ich mir den KKK so selten antue.  :blink:

 

Sollte das jetzt ein Grund sein, nicht mehr in GG schreiben zu dürfen, bitte melden!

 

 

Ellen

Ne, das ist nicht der KKK. Sondern die Interpretation mancher leute. Wuerde aber gern wissen, was da die KKK Meinung waere...

 

MAx

Deine Antwort verstehe ich jetzt wirklich nicht, Max.

 

Die Zitate die du brachtest waren doch aus dem KKK. :blink:

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Deine Antwort verstehe ich jetzt wirklich nicht, Max.

 

Die Zitate die du brachtest waren doch aus dem KKK. :angry:

Ne, das war eine quote aus einem anderen thread, das eine was Todsuende ist, und das andere zum Sonntagsgebot. Im KKK steht nicht, dass es eine Todsuende ist, sondern eine schwere Suende.

 

Wer das Sonntagsgebot nicht haelt begeht eine schwere Suende. Aber ist das eine Todsuende? Wohlgemerkt, eine Todsuende ist etwas sehr ernstes, eine Handlung mir der Du dich soweit von Gott trennst, dass es eines besonderen Aktes von Dir Bedarf das wieder gutzumachen. Also Beichte auf jeden Fall und wirkliche Reue. Nicht nur, "sorry, kommt nicht wieder vor". Eine nicht gebeichtete Todsuende ist, wenn ich es recht verstehe, ein Freiticket zur Hoelle.

 

Viele versuchen zu zeigen (zB Erwachsenenkatechismus), dass es solch eine Todsuende nur sehr selten gibt. Also wenn dann EWTN sagt, das Verletzen des Sonntagsgebot sei eine Todsuende...Gruesse

 

Max

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Ich gewinne mehr und mehr den Eindruck, dass der Katholizismus eine Art von Anarchie befördert. Es gibt einen Dschungel von Sünden und keiner weiß, welche man ernst nehmen sollte und welche nicht.

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Eine nicht gebeichtete Todsuende ist, wenn ich es recht verstehe, ein Freiticket zur Hoelle.

Dann müsste es in der Hölle aber ziemlich voll sein ... falls es sie überhaupt gibt und dort überhaupt jemand ist ...

Mir kommt es vor, als würden hier Kategorien am Leben erhalten, die sich wirklich im Glauben der Menschen selbst überlebt haben. Solche Vorstellen passen in das Gottesbild, das unsere Eltern als Kinder gelernt haben ... aber nicht in den Glauben an den liebenden und vergebenden Gott.

 

Laura :blink:

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also, sorry Leute, wenn ich Euch verwirrt habe. Ich dachte, Lesen kann ja nicht so schwer sein ?

 

Da steht nirgens, daß Fernbleiben an sich eine Todsünde sei.... da steht auch nicht, daß es schlimm wäre, wenn es keine Möglichkeit zur Messe gibt.... also... ihr müsst nicht immer das allerschlimmste und allerengste annehmen....

 

der Stellenwert, den ich der Messe gebe, ist die Frage.

Nicht, ob "mal was dazschischenkommt". Wenn ich normalerweise zur Messe gehe, und dann mal zu einem Bergwochenende mitgehe - also Leute - das macht Euch doch nicht ernsthaft Angst vor der Hölle, oder was?

Ist es denn so schwer zu unterscheiden, daß es eine Regel gibt, an die man sich prinzipiell zu halten hat (sowas steht im KKK) und Fälle, wo die Regel mal nicht zutrifft, zutreffen kann. Gelassenheit, Leute :blink:

 

Im Übrigen - hat der Herr die Vorabendmesse geschaffen..... und es gibt auch Werktagsmessen, liebe Leute.

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Man vergleiche Lk 14,15-24 und Mt 22,1-10, das Gleichnis vom Festmahl. Auch wenn es dort in erster Linie um das ewige Leben im Himmelreich geht, so kann man es doch sehr gut auch auf den Gottesdienst übertragen. Nur zu bekannt sind die Gründe des Fernbleibens (und leicht in die heutige Zeit zu übertragen):

- Ich habe einen Acker gekauft und muss ihn besichtigen

- Ich muss in meinen Laden gehen

- Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und schaue sie mir genauer an

- Ich habe geheiratet und kann deshalb nicht kommen

 

Man vergleiche den Stellenwert der Einladung Gottes mit dem Grund des Fernbleibens. Wenn ein guter Freund zu seiner Hochzeit einlädt, würde man normalerweise auch dann hingehen, wenn man an diesem Tag keine so große Lust darauf hat.

 

Ja, der Sabbat ist für den Menschen da, aber er ist eben auch heilig! Auch Jesus Christus geht sabbats immer in die Synagoge und lehrt. Er verwehrt sich allerdings dagegen, dass der Mensch aufgrund des Sabbats leidet oder unmenschlich behandelt wird.

 

Gott bietet im Gottesdienst die direkte Begegnung an. Da muss es wirklich schon sehr gewichtige Gründe geben, diese Einladung auszuschlagen. Manchmal gibt es wirklich unglückliche Konstellationen, wo man zwischen Gottesdienst und anderen Verantwortlichkeiten entscheiden muss, wo ich persönlich (aber mit einem flauen Gefühl im Magen) den Gewissensentscheid betone, aber oft genug sind die Gründe für ein Fernbleiben nicht ausreichend.

 

Liebe Grüße,

Wolfgang

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Ich habe kein *flaues * Gefühl im Magen, mir fehlt dann ganz einfach was.

Es ist kein schlechtes Gewissen weil ich nicht gehe- ich vermisse etwas wenn ich nicht gehe.

Ich denke jeder der glaubt sucht diese intensive Begegnung mit Gott.

Das ist etwas was ich gerne tue- sehr gerne.

Und dass dann unter Zwang zu stellen und es als Sünde zu bezeichnen, finde ich absurd.

Entweder glaube ich und der Glauben bringt mir was, dann habe ich keinerlei Problem damit. Wenn ich nur in die Kirche gehe, weil ich einen Zwang dahinter spüre, dann sehe ich da einen Riesenwiderspruch.

Dann soll man es besser ganz lassen, denn Glauben kann man nicht erzwingen.

 

Ellen

Edited by Eifellady
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Liebe Ellen,

 

Ich habe kein *flaues * Gefühl im Magen, mir fehlt dann ganz einfach was.

 

Mir fehlt auch etwas, und zwar sehr viel, wenn ich nicht den Gottesdienst besuche. Leider bin ich mir selten sicher, ob meine Gewissensentscheidung im Falle eines Fernbleibens richtig war, daher das flaue Gefühl.

 

Und dass dann unter Zwang zu stellen und es als Sünde zu bezeichnen, finde ich absurd.

Entweder glaube ich und der Glauben bringt mir was, dann habe ich keinerlei Problem damit. Wenn ich nur in die Kirche gehe, weil ich einen Zwang dahinter spüre, dann sehe ich da einen Riesenwiderspruch.

Dann soll man es besser ganz lassen, denn Glauben kann man nicht erzwingen.

 

Wie sicher bist Du Dir denn, nicht Gott zu enttäuschen, wenn Du mal nicht den Gottesdienst besuchst? Wie geschrieben, mir schwebt da immer das Gleichnis vom Hochzeitsmahl vor Augen.

 

Natürlich ist alles viel besser, wenn es aus dem Herzen kommt und nicht als Zwang, sondern als Angebot verstanden wird. Aber wir Menschen sind nun einmal nicht immer gleich gut drauf, und gerade in den schwierigen Zeiten von Unlust und Langeweile, von Enttäuschung und Depression, ist es geradezu essentiell für uns, durch das - jetzt einmal betont negativ ausgedrückt - Befolgen vorgegebener Rituale die Glaubenspraxis wach zu halten. Das betrifft neben dem Gottesdienstbesuch z.B. auch regelmäßige Gebete, Freitagsopfer, Fastenzeiten usw.

 

Ich halte sehr viel vom orthodoxen Ansatz, dass man allein durch die Einhaltung der Tradition wachsam im Glauben bleibt, dass gerade das "Was tue ich?" Früchte trägt, wenn man mit dem "Warum tue ich es?" einmal Probleme hat.

 

Liebe Grüße,

Wolfgang

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Hallo,

 

die 8:30Uhr Messe hatte ich verschlafen, während der 10:30Uhr Mese war ich zu Hause und hab mit meiner Freundin gefrühstückt und während der 19:00 Uhr Messe hatte ich gearbeitet (im Altenheim). Durfte ich jetzt um 10:30Uhr Frühstücken, oder war das eine Todsünde????? :blink::blink::blink:

 

Ratlos grüßt!

Frank

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Hallo,

 

die 8:30Uhr Messe hatte ich verschlafen, während der 10:30Uhr Mese war ich zu Hause und hab mit meiner Freundin gefrühstückt und während der 19:00 Uhr Messe hatte ich gearbeitet (im Altenheim). Durfte ich jetzt um 10:30Uhr Frühstücken, oder war das eine Todsünde????? :blink::P:blink:

 

Ratlos grüßt!

Frank

was... äh... ist eigentlich eine "schwerwiegende Sache" ?

(Bedingung zur sog. "Todsünde").

 

Frag Deinen Beichtvater, der müsste sowas eigentlich wissen. :blink:

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Liebe Ellen,

 

Ich habe kein *flaues * Gefühl im Magen, mir fehlt dann ganz einfach was.

 

Mir fehlt auch etwas, und zwar sehr viel, wenn ich nicht den Gottesdienst besuche. Leider bin ich mir selten sicher, ob meine Gewissensentscheidung im Falle eines Fernbleibens richtig war, daher das flaue Gefühl.

 

Und dass dann unter Zwang zu stellen und es als Sünde zu bezeichnen, finde ich absurd.

Entweder glaube ich und der Glauben bringt mir was, dann habe ich keinerlei Problem damit. Wenn ich nur in die Kirche gehe, weil ich einen Zwang dahinter spüre, dann sehe ich da einen Riesenwiderspruch.

Dann soll man es besser ganz lassen, denn Glauben kann man nicht erzwingen.

 

Wie sicher bist Du Dir denn, nicht Gott zu enttäuschen, wenn Du mal nicht den Gottesdienst besuchst? Wie geschrieben, mir schwebt da immer das Gleichnis vom Hochzeitsmahl vor Augen.

 

Natürlich ist alles viel besser, wenn es aus dem Herzen kommt und nicht als Zwang, sondern als Angebot verstanden wird. Aber wir Menschen sind nun einmal nicht immer gleich gut drauf, und gerade in den schwierigen Zeiten von Unlust und Langeweile, von Enttäuschung und Depression, ist es geradezu essentiell für uns, durch das - jetzt einmal betont negativ ausgedrückt - Befolgen vorgegebener Rituale die Glaubenspraxis wach zu halten. Das betrifft neben dem Gottesdienstbesuch z.B. auch regelmäßige Gebete, Freitagsopfer, Fastenzeiten usw.

 

Ich halte sehr viel vom orthodoxen Ansatz, dass man allein durch die Einhaltung der Tradition wachsam im Glauben bleibt, dass gerade das "Was tue ich?" Früchte trägt, wenn man mit dem "Warum tue ich es?" einmal Probleme hat.

 

Liebe Grüße,

Wolfgang

Hallo Wolfgang,

 

ob ich Gott enttäusche, wenn ich den Gottesdienst nicht besuche?

Ich denke, Gott wäre eher enttäuscht, wenn ich nicht so lebe, wie es das Christsein für mich impliziert.

Ich denke, das gehört alles zusammen. Denn wenn ich im Glauben lebe, dann ist für mich das eine wie das andere eigentlich selbstverständlich.

Ich versuche so zu leben, wie ich mein Christsein sehe.

Was mich dabei nur stört, ist, diese Einreden eines schlechten Gewissens oder der Sündigkeit, wenn ich den Besuch der Messe einmal - und sei es nur weil ich abends mal zulange gefeiert habe- versäume.

Heißt es denn, dass ich an dem Tag nicht bete oder versuche in Seinem Sinne zu leben?

Es geht mir um die gesamte Einstellung dazu.

Und Zwanghaftigkeit gehört für mich nicht zum Glauben- was ich tue, dass mache ich aus Überzeugung heraus und nicht weil ich es muß sondern weil ich darin einen Sinn sehe und es gerne und mit Freuden mache.

 

Viele Grüße

Ellen

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Was ist das,... die Messe? Und warum ist es so wichtig, daß ich daran teilnehme?

Habe da ein Zitat aus einem anderen Board:

 

A:

ich habe mit Liturgie als Mittelpunkt kirchlichen Lebens Probleme, wenn unter den Menschen die zur Liturgie kommen, keinerlei Beziehung vorhanden ist.

 

B:

Ja, schon. Aber ist nicht das gemeinsame Feiern irgendwie schon eine "Beziehung" zueinander? Ich jedenfalls empfinde das schon so.

Ich meine,... man sitzt ja zusammen am Tisch des Herrn, der einlädt.

Man vereinigt sich in der einen Kommunion im Herrn - vereinigt in Ihm.....ich weiß nicht,... ob ich mir eine engere Beziehung vorstellen kann. Auch, wenn das vielen vermutlich nicht bewußt ist, was da vor sich geht, daß da Kirche geschieht. Darum ist die Gemeinschaft in der Liturgie ja so grundlegend.

Der Sonntags-Kirchgang ist keine blöde Vorschrift, oder lästige Pflicht, er ist das kirchenstiftende Element in Christus.Ich kenne die wenigsten Gemeindemitglieder außerhalb der Messe - das macht aber nichts. Die Verbindung geschieht auf einer - wie ich meine - sehr viel tieferen Ebene.

Edited by Edith
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Hallo Edith,

 

sicher ist die Messe eines der wichtigsten Elemente.

Aber mein Christsein nur auf dieses zu reduzieren-also keinen Kontakt zu den anderen Gemeindemitgliedern zu haben- mich nicht dort einzubringen- ist für mich eine Verfehlung der Grundaussage meines Glaubens.

Das Doppelgebot der Liebe zeigt mir, dass zwar als erstes die Gottesliebe steht, aber als zweites schon der Mitmensch.

Ich kann nichts isoliert sehen- es gehört zusammen.

Genauso wenig wie ich Gott *isoliert* sehen kann, kann ich es mit dem Menschen tun.

Es geht mir ja im Grunde auch garnicht darum- ich will ja hier nicht sagen, dass ich die Messe als nicht notwendig erachte- ganz im Gegenteil.

Sie ist für mich auch die Grundlage des Zusammenkommens mit der *Gemeinde* um zusammen Gott zu ehren. Ihm zusammen nah zu sein.

Aber daraus einen Zwang zu machen finde ich falsch.

Denn in meinen Augen ergibt es sich ganz von selbst, dass ich die Messe besuche. Wie gesagt- mir fehlt etwas wenn ich sie nicht besuche.

Aber nicht weil ich das aus einem Zwang heraus tue, weil ich es muß- sondern weil ich es will.

Und wenn ich nicht gehen kann, dann fühle ich mich nicht sündig, sondern es ist ganz einfach so, dass mir etwas fehlt.

Diese Aussage des KKK, dass wieder dieses schlechte Gewissen und die Sündigkeit postuliert, dass ist es was mich stört.

Das sieht mal wieder so nach Zwang aus- und das ist es was ich für den Glauben ablehne. Glauben darf kein Zwang sein.

Entweder ich tue etwas aus Überzeugung heraus oder ich lasse es.

Wenn ich es nicht aus Überzeugung machen, dann ist es für mich kein Glauben sondern Heuchelei.

Und wenn Gott enttäuscht sein sollte, dann wohl eher über Heuchelei, als über den Nicht- Besuch einer Sonntagsmesse- oder auch mehrer.

 

Ellen

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Da steht nirgens, daß Fernbleiben an sich eine Todsünde sei.... da steht auch nicht, daß es schlimm wäre, wenn es keine Möglichkeit zur Messe gibt.... also... ihr müsst nicht immer das allerschlimmste und allerengste annehmen....

Ganau das ist ja die Frage. Wie kann EWTN das dann als Todsuende auslegen?

 

Allerdings ist der jetzige Zustand auch nicht der wahre, wenn vielleicht 25% der Glaubigen regelmaessig zur Kirche gehen. Irgendwas stimmt dann auch nicht. Sa sagt ja ewtas ueber den Glauben aus

 

Oder ich kenne eine protestantsiche Theologiestudentin, die geht ziemlich selten zur Kirche. Da stimmt dann auch was nicht mehr...

 

max

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Man vergleiche Lk 14,15-24 und Mt 22,1-10, das Gleichnis vom Festmahl. Auch wenn es dort in erster Linie um das ewige Leben im Himmelreich geht, so kann man es doch sehr gut auch auf den Gottesdienst übertragen.

Lieber Wolfgang,

 

sicher, man kann das von Dir erwähnte Gleichnis auf den Sonntagsgottesdienst übertragen, die Parallelen sind deutlich erkennbar. Aber muß man das so eng führen?

Ich sehe in dem Gleichnis die Einladung, sich auf Gott und Sein Reich einzulassen, und zwar in einem allgemeineren Rahmen, gewissermaßen mit meinem ganzen Leben. Der Sonntagsgottesdienst ist dabei ein wichtiger Teil davon, aber ein Fernbleiben scheint mir nun doch nicht gleichzusetzen zu sein mit der Ausschlagung der Einladung zum Hochzeitsmahl!

 

Deinen zweiten Ansatz finde ich sehr interessant:

Ich halte sehr viel vom orthodoxen Ansatz, dass man allein durch die Einhaltung der Tradition wachsam im Glauben bleibt, dass gerade das "Was tue ich?" Früchte trägt, wenn man mit dem "Warum tue ich es?" einmal Probleme hat.

Das habe ich auch schon ganz konkret in meinem Leben schon so erfahren; nur das Wörtchen allein scheint mir problematisch (aber das ist eine andere Geschichte....)

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Liebe Ellen,

 

bevor hier etwas falsch verstanden wird, möchte ich noch einmal betonen, dass wir in vielen Punkten einer Meinung sind: Der Gottesdienst ist zentral und wichtig, ohne Gottesdienst fehlt uns etwas und die innere Haltung während der Feier des Gottesdienstes ist entscheidend. Ich würde auch nie aus einem Fernbleiben vom Gottesdienst folgern, dass man deshalb eine grundsätzlich falsche Einstellung zum Glauben hat; eine solche Anmaßung steht mir nicht zu.

 

Was ich problematisch finde, ist die folgende Aussage:

 

Ich versuche so zu leben, wie ich mein Christsein sehe. Was mich dabei nur stört, ist, diese Einreden eines schlechten Gewissens oder der Sündigkeit, wenn ich den Besuch der Messe einmal - und sei es nur weil ich abends mal zulange gefeiert habe- versäume.

 

Schon Jesus Christus verwehrt sich dagegen, dass jeder seinen Glauben nach eigenen Gesichtspunkten ausrichtet. Er betont sehr stark, dass die Gläubigen sich an die Regeln der Priester halten sollen, auch wenn er sich bei den Pharisäern darüber beklagt, dass diese den Gläubigen schwere Lasten aufbürden. Wenn nun die Kirche von einer Pflicht zum Gottesdienst spricht, kann man sich nicht einfach darüber hinwegsetzen.

 

Wenn Du schreibst, dass Du so zu leben versuchst, wie Du Dein Christsein siehst, greift das zu kurz. Wir sind auch dazu angehalten, unsere Sichtweise mit derjenigen der (Amts-)Kirche abzugleichen und uns an deren Weisungen auszurichten, denn gerade sie wird vom Heiligen Geist geleitet.

 

Und Zwanghaftigkeit gehört für mich nicht zum Glauben- was ich tue, dass mache ich aus Überzeugung heraus und nicht weil ich es muß sondern weil ich darin einen Sinn sehe und es gerne und mit Freuden mache.

 

Wie gesagt, wir stimmen hier insofern überein, als die Überzeugung das entscheidende Kriterium ist. Das allein reicht aber nicht aus. In manchen Situationen muss man sich auch einmal zu etwas zwingen, sich gegen Unlust, Müdigkeit, Trägheit oder andere Dinge, die einem wichtig sind, durchzusetzen.

 

Ich werfe noch einmal einen Blick auf die orthodoxe Kirche, wo ja nicht das Gewissen, sondern die Kirche letzte Entscheidungsinstanz ist. Nach meinen Erfahrungen erleben orthodoxe Christen häufig eine Tiefe im Glauben, wie sie den meisten westlichen Christen abhanden gekommen ist. Nicht, dass sie theologisch besser gebildet wären - mit Sicherheit ist das Gegenteil der Fall -, aber die vielen Glaubensrituale des Alltags (Beten, Fasten, Almosen, Kirchgang) durchdringen das Leben. Sicherlich trägt da auch viel dazu bei, dass das Verstehen-Wollen hinter dem Vertrauen in die Kirche deutlich zurück bleibt.

 

Liebe Grüße,

Wolfgang

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Liebe Gabriele,

 

ja, die Parallele hat ihre Mängel, da gebe ich Dir recht.

 

Sicher, man kann das von Dir erwähnte Gleichnis auf den Sonntagsgottesdienst übertragen, die Parallelen sind deutlich erkennbar. Aber muß man das so eng führen?

Ich sehe in dem Gleichnis die Einladung, sich auf Gott und Sein Reich einzulassen, und zwar in einem allgemeineren Rahmen, gewissermaßen mit meinem ganzen Leben. Der Sonntagsgottesdienst ist dabei ein wichtiger Teil davon, aber ein Fernbleiben scheint mir nun doch nicht gleichzusetzen zu sein mit der Ausschlagung der Einladung zum Hochzeitsmahl!

 

Der Sonntagsgottesdienst hat in der Tat nicht die Bedeutung des Hochzeitsmahles, und meinen bisherigen Beiträgen kann auch entnommen werden, dass ich selbst hin und wieder einen ausfallen lasse - ich war mir bspw. bei meinem Urlaub in arabischen Landen sehr wohl bewusst, dass ich da wohl keinen katholischen Gottesdienst würde besuchen können, und habe das billigend in Kauf genommen; ganz wohl war mir dabei jedoch nicht!

 

Was mir mehr Sorgen macht, ist die zunehmende Leichtigkeit, mit der auf den Gottesdienstbesuch (und andere wichtige Dinge) verzichtet wird, wie schnell und einfach man sich über Kirchengebote hinwegsetzt - und zwar ohne schlechtes Gewissen! Ja, oftmals wird dann noch die Kirche angeprangert, die Menschen in ihrer Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Dabei wird über die eigene Verantwortung als Teil der Kirche nicht so viel gesprochen ... oder wer macht sich z.B. viele Gedanken darüber (jetzt mal abseits der Theologie), dass es zweifelnden Christen gut tun kann, Dich in der Messe zu sehen; oder dem Priester Motivation gibt, wenn sich verschlafene Christen doch zum Gottesdienst aufraffen?

 

Deinen zweiten Ansatz finde ich sehr interessant:
Ich halte sehr viel vom orthodoxen Ansatz, dass man allein durch die Einhaltung der Tradition wachsam im Glauben bleibt.
Das habe ich auch schon ganz konkret in meinem Leben schon so erfahren; nur das Wörtchen allein scheint mir problematisch (aber das ist eine andere Geschichte....)

 

Stimmt, das passt hier nicht. Ich entferne es ohne Ersetzung, dann stimmt der Satz wieder.

 

Liebe Grüße,

Wolfgang

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Eine nicht gebeichtete Todsuende ist, wenn ich es recht verstehe, ein Freiticket zur Hoelle.

Dann müsste es in der Hölle aber ziemlich voll sein ... falls es sie überhaupt gibt und dort überhaupt jemand ist ...

Mir kommt es vor, als würden hier Kategorien am Leben erhalten, die sich wirklich im Glauben der Menschen selbst überlebt haben. Solche Vorstellen passen in das Gottesbild, das unsere Eltern als Kinder gelernt haben ... aber nicht in den Glauben an den liebenden und vergebenden Gott.

 

Laura :blink:

Dann müsste es in der Hölle aber ziemlich voll sein ...

 

Laura, ich fürchte das ist sie!

 

falls es sie überhaupt gibt und dort überhaupt jemand ist ...

 

Laura, warum sollte es die Hölle nicht geben, weil wir alle in den Himmel kommen?

 

Laura Christ sein ohne Sonntagsgottesdienst das geht einfach nicht.

 

Ich glaube es ist nicht nur der Glaube den unsere Eltern als Kinder gelernt haben, es ist einfach das Evangelium.

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