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Adventskreis


karolin
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Hallo zusammen,

 

Nachdem bereits im Oktober durch den Thread „Fastenzeit“ die Idee zu einem Adventskreis aufkam, gibt’s dieses Jahr wie versprochen einen. Vorher möchte ich nur kurz was zu sagen.

 

Ab heute werden ein paar Helfer und ich jeden Tag einen Impuls zur Adventsgestaltung hier reinstellen.

Ich habe versucht verschiedene Themen auf verschiedene Weisen anzusprechen, so findet hoffentlich jeder irgendwann irgend etwas, was ihm zusagt. Entscheidend ist immer, was ihr aus den Texten macht und wie ihr sie sehen wollt. Der ein oder andere erschließt sich erst nach längerem nachdenken, auch wenn sie alle recht einfach geschrieben sind. Jeder ist dazu eingeladen, ähnlich wie beim Bibelteilen, seine Gedanken dazu aufzuschreiben, Fragen in den Raum zu stellen, oder kleine Diskussionen anzufangen.

Wann genau ich die Texte reinstelle, kann ich nicht sagen, das hängt vom Rest meines Tagesablaufes ab.

Sinnvoll wäre es vielleicht, diesen Thread immer am Ende vom kath.de Besuch zu lesen und anschließend den Advent zu genießen und nicht mit wilden Diskussionen zu beginnen. Dies nur so als Idee. Am Rechner kommt jedenfalls keine Adventsstimmung auf.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen A&A und Katholiken eine schöne und gesegnete Adventszeit.

 

Karolin

 

 

Zu guter Letzt noch das juristische...: Die Texte stehen zum Teil unter copyrights, wenn Quellenangaben irgendwo fehlen sollten, kann daraus nicht geschlossen werden, daß dieser Text nicht darunter fällt.

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Weihnachten entfällt!

 

Es war ein ganz normaler Fernsehabend im Advent.

19.30 Uhr: "ZEIT IM BILD 1"

Nach dem Nachrichtensprecher die wichtigsten Meldungen aus aller Welt verlesen hatte sagte er mit einem traurigen Ton in der Stimme:

"Die Regierung unseres Landes hat heute beschlossen, daß in diesem Jahr Weihnachten entfällt. Die Gründe für diese - sicherlich überraschende - Entscheidung sind noch nicht veröffentlicht worden. Wir hoffen in den nächsten Nachrichtensendungen mehr darüber berichten zu können."

 

Was er anschließend noch alles sagte interessierte uns nicht mehr. Alle Kinder und Erwachsenen vor dem Fernsehapparat blickten sich betroffen an.

Wie bitte? Hatten sie richtig gehört? Weihnachten entfällt? In diesem Jahr soll es kein Weihnachtsfest geben keinen Christbaum keine Geschenke keine Krippe keine Feiertage?

Ungläubige Erstaunen sprach aus den Gesichtern. Am nächsten Tag erfuhren wir daß die Regierung wegen des zu hohen Energieaufwandes (Straßenbeleuchtung und Backherde) und der fast schon gefährlichen Hektik beim Geschenkekaufen (dauerndes Verkehrschaos in den größeren Städten) beschlossen hatte diesen ganzen "Klimbim" abzuschaffen.

Die Behörden griffen von Anfang an hart durch. Es gab keine Christkindlmärkte mehr keine weihnachtliche Beleuchtung in den Straßen der Verkauf von Weihnachtsbäumen und Lametta und anderem weihnachtlichen Schmuck wurde untersagt. In den Auslagen der Geschäfte waren Weihnachtsdekorationen streng verboten und überall wurde in den Kalendern der 25. Dezember als normaler Werktag eingeführt. Die Weihnachtsferien wurde ebenfalls abgeschafft.

Doch trotz strengster Beaufsichtigung durch die Behörden gab es bald einige Untergrundgruppen die sich dies alles nicht mehr gefallen ließen. Sie druckten kleine Taschen-Adventkalender verteilten sie und probten in den Kirchen heimlich sogenannte "Geubrtstagsfest-Vorbereitungen".

Denn die Menschen hatten erkannt daß es zu Weihnachten nicht allein um den Christbaum die Geschenke und das gute Essen geht sondern um etwas viel Wichtigeres...

 

Quelle: Loder Helmut Diözese Graz-Seckau.

 

 

 

Ja, worum eigentlich?

 

Warum bereite ich mich auf Weihnachten vor?

Was möchte ich mit dieser Vorbereitung erreichen?

 

 

Kleine Anregung: Schreibt euch heute Gründe auf ein Blatt und stellt euch diese Frage am Ende der Adventszeit noch einmal und vergleicht.

 

Grüße

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Erster Adventssonntag

 

Keine Angst, so lang ist der Text wirklich nur heute. Nehmt euch einfach etwas Zeit oder druckt ihn aus.

 

Ich hatte mir überlegt, ob ich die Adventssonntage gesondert herausstellen sollte und wenn wie. Ich wollte nicht irgendeinen Sonntagspredigttext aus der Adventszeit hier reinsetzen. Wer eine Predigt hören möchte, kann dies im sonntäglichen Gottesdienst tun. Dann muß nicht hier auch noch eine stehen. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, die Sonntage herauszustellen und miteinander zu verbinden. Sozusagen als roter Faden durch die Adventszeit. Statt der Predigt habe ich mich für ein Adventslied entschlossen. Es gibt mindestens so viele Adventslieder wie Weihnachtslieder, sie werden nur häufig im Rundfunk und in den herkömmlichen Notenbüchern übergangen. Zumeist, weil ihr Hintergrund doch etwas tiefer liegt, als der von O Tannenbaum. Also noch ein Grund, sich mal mit Adventsliedern zu beschäftigen. Dieses Lied habt ihr alle schoneinmal zumindest in der Hand gehabt. Es steht im Gotteslob (Nr.111) und im EG 16. Für die, die kein Gesangsbuch zur Hand haben stehts auch noch mal hier. Das Lied ist vom Charakter nicht sonderlich fröhlich und ich war am hin oder herüberlegen, ob ich für die Adventszeit nicht ein anderes nehmen sollte. Je länger ich mich aber mit ihm beschäftige, desto klarer würde mir, das sich hier drin eine ganz fröhliche Botschaft versteckt. Also laßt euch einfach überraschen.

 

Wenn man das Kleingedruckte im Gotteslob liest, findet man folgendes: T: Jochen Klepper 1938

 

1938 ein Jahr vor dem zweiten Weltkrieg schreibt ein Mensch dieses Lied. Um das Lied besser zu verstehen, ist es ganz interessant, seine Biographie dazu zu kennen:

 

Jochen Klepper wurde am 22.3. 1903 in Beuthen geboren und starb am 11.12. 1942 in Berlin. Er. wuchs in der Tradition eines evangelischen Pfarrhauses auf. Er studierte Theologie und fand bei der kirchlichen Presse- und Rundfunk Arbeit.. Die Realisierung seines eigentlichen Berufsziels freier Schriftsteller gelang erst, als seine spätere Frau ihm half, die Verworrenheit und Depressionen seiner Jugendjahre zu überwinden. Klepper. lernte 1929 die um 11 Jahre ältere Johanna Stein kennen. Sie stammte aus einer alten, vornehmen jüdischen Familie und brachte zwei Töchter in die 1931 geschlossene Ehe mit. Diese Hochzeit bedeutete den Bruch mit dem Elternhaus und der Heimat. Die Familie siedelte nach Berlin über, Klepper arbeitete dort beim Rundfunk. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten verlor er 1933 seine Anstellung.

Der Kampf um seine Ehe und um seine Existenz als Schriftsteller spitzte sich immer weiter zu, 1937 wurde er aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen. Da die Familie ausschließlich von seiner Schriftstellerei lebte, bedeutete das faktische Berufsverbot eine unmittelbare Gefährdung der materiellen Existenz. Klepper. erkämpfte sich aber eine, wenn auch von Kontrollen und Einschränkungen belastete Sondergenehmigung zur Fortsetzung seiner Tätigkeit. Im Dezember 1940 wurde er zur Reichswehr eingezogen, aber bereits im Oktober 1941 wegen »Wehrunwürdigkeit« wieder entlassen. Im Zuge der Verschärfung der Judenverfolgung nahm auch der Druck auf seine Familie zu. Zwar war es der älteren Stieftochter kurz vor Kriegsbeginn gelungen, nach Schweden zu emigrieren, aber für seine Frau und seine jüngere Stieftochter war es zu spät.

Als im Dezember 1942 nach langen, quälenden Bemühungen die Deportation unmittelbar bevorstand, wählte Klepper. mit seiner Familie den Freitod. Die Tagebucheintragung am Abend vor dem Tode schließt mit den Sätzen: „Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“

 

Quelle: Heiligenlexikon (gekürzt)

 

Sehen wir uns die erste Strophe des Adventsliedes an:

 

klepper-nacht.gif

 

©Musik: Bärenreiter Verlag

Quelle: Gotteslob

 

Die Nacht ist vorgedrungen,

der Tag ist nicht mehr fern.

So sei nun Lob gesungen

dem hellen Morgenstern.

Auch wer zur Nacht geweinet,

der stimme froh mit ein.

Der Morgenstern bescheinet

auch deine Angst und Pein.

 

Ich möchte keinen kompletten Text dazu schreiben, jeder soll sich selbst seine Gedanken machen können. Also hier nur ein paar Anregungen:

 

- Ist das tatsächlich so? Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. Was könnte mit Tag und Nacht alles gemeint sein?

 

- der Tag ist nicht mehr fern. – Mutmachen zum „Endspurt“? Endspurt wohin?

 

- Jochen Klepper hatte wohl für die erste Zeile seines Liedes Paulus im Kopf gehabt, der an die Römer schreibt: „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen.“

 

- Nacht kann man ganz wörtlich nehmen und dann ist es eigentlich ein Thema, worüber niemand spricht: Über die Menschen, die einsam, traurig und krank sind und deren Kummer in der Nacht noch größer erscheint.

 

- Wo herrscht bei uns Dunkelheit und Nacht?

 

- Genau diese Menschen bekommen hier das Versprechen, daß sie froh einstimmen können in das Lob dessen, der zu ihnen kommt, als Licht, damit es nicht mehr dunkel sein muß.

 

- Angst und Pein werden nicht geleugnet, sie sind noch da. Aber sie werden beschienen vom Morgenstern. Dunkelheit und Nacht ist nichts schlechtes, nichts was unbedingt und sofort beseitigt werden muß. Wer die Dunkelheit nicht kennt, vergißt irgendwann, was Tag bedeutet. Gott vertreibt die Dunkelheit nicht, er erhellt sie.

 

.-. ist diese Aufforderung nicht ganz schön schwierig? Ich hab irgendwelche Sorgen und soll fröhlich loben?!? Oder eher erleichternd?

 

- „...bescheinet auch deine Angst und Pein“. Jeder wird persönlich angesprochen. Christus kümmert sich um jeden persönlich. Er ist bei uns, auch wenn wir ihn in der Nacht nicht sehen können.

 

- In diesen Adventswochen bereiten wir uns ja auch vor auf das Kommen dieses Lichtes. Aber hat dieses Warten Auswirkungen auf uns? Welche?

 

- Die Adventszeit besteht aus dem Kommen des hellen Morgensterns, der seit langem ein festes Symbol für Christus ist. Weil er kommt, kann Lob gesungen werden auch von denen, die eigentlich nicht glücklich sind.

 

 

 

 

Wer die Melodie dazu haben möchte:

http://www.evresi.de/Predigten/eg016_die_n...orgedrungen.mid

 

Wer einen vierstimmig ausgelegten Satz haben möchte:

http://www.martinschlu.de/notenwerkstatt/s...orgedrungen.htm

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Der Narr mit den leeren Händen

 

Im Morgenland lebte vor zweitausend Jahren ein junger Narr. Und wie jeder Narr sehnte er sich danach weise zu werden. Er liebte die Sterne und wurde nicht müde sie zu betrachten und über die Unendlichkeit des Himmels zu staunen.

Und so geschah es daß in der gleichen Nacht nicht nur die Könige Kaspar Melchior und Balthasar den neuen Stern entdeckten sondern auch der Narr.

Der Stern ist heller als andern dachte er es ist ein Königsstern. Ein neuer Herrscher ist geboren. Ich will ihm meine Dienste anbieten denn jeder König braucht einen Narren. Ich will mich aufmachen und ihn suchen. Der Stern wird mich führen. Lange dachte er nach was er dem König mitbringen könne. Aber außer seiner Narrenkappe und seiner Blume besaß er nichts das ihm lieb war. So wanderte er davon. Die Narrenkappe auf dem Kopf und die Blume in der Hand.

In der ersten Nacht führte ihn der Stern zu einer Hütte. Dort begegnete er einem Kind das gelähmt war. Es weinte weil es nicht mit den anderen Kindern spielen konnte. Ach dachte der Narr, ich will ihm meine Narrenkappe schenken. Es braucht die Narrenkappe mehr als ein König. Das Kind setzte sich die Kappe auf den Kopf und lachte vor Freude. Das war dem Narren Dank genug.

In der zweiten Nacht führte in der Stern zu einem Palast. Dort begegnete er einem Kind das taub war. Es weinte, weil es nicht mit den anderen Kindern spielen konnte. Ach dachte der Narr ich will dem Kind meine Blume schenken. Es braucht die Blume mehr als ein König. Das Kind betrachtete die Blume und lächelte vor Freude. Das war dem Narren Dank genug.

Nun bleibt mir nichts mehr was ich dem König mitbringen könnte. Es ist wohl besser wenn ich umkehre. Aber als der Narr zum Himmel emporschaute, stand der Stern still und leuchtete heller als sonst.

Da fand er den Weg zu einem Stall mitten auf dem Feld. Vor dem Stall begegnete er drei Königen und einer Schar Hirten. Auch sie suchten den neuen König. Er lag in einer Krippe, war ein Kind arm und bloß. Maria, die eine frische Windel übers Stroh breiten wollte, schaute sich hilfesuchend um. Sie wußte nicht wo sie das Kind hinlegen sollte. Josef fütterte den Esel und alle anderen waren mit Geschenken beladen. Nur der Narr stand da mit leeren Händen. Voll Vertrauen legte Maria das Kind in seine Arme.

Er hatte den König gefunden, dem er in Zukunft dienen wollte. Und er wußte auch, daß er seine Narrenkappe und seine Blume für dieses Kind hingegeben hatte, das ihm nun mit seinen Lächeln die Weisheit schenkte nach der er sich sehnte.

Quelle: Loder Helmut

Wartesaal Advent

 

 

Ein paar Gedanken zum Text:

 

Geht es überhaupt noch, das wir uns Gott nähern, die wir alle unsere Hände voll zu tun haben? An allem halten wir fest: Termine, Wertgegenstände, Charaktereigenschaften. Ehrlich betrachtet, klammern wir uns doch an sie. Die Hand öffnen wollen wir nicht, es könnte ja was herausfallen.... Außerdem ist da die Überlegung, wer bin ich dann?, wer werde ich?, wenn ich loslasse. Wird man nicht auf einmal angreifbar, wenn man nichts mehr in der Hand hat? Bin ich hinterher noch zufrieden, wenn ich mich von dem ein oder anderen getrennt hab? Wir kommen zu Gott, und wollen ihm etwas schenken, bauen schöne Kirchen, schmücken die Altäre mit Blumen, all das drückt unsere Freude aus und dagegen ist auch nichts zu sagen. Nähern können wir uns Gott aber nur, indem wir selber loslassen, wenn nichts mehr da ist, womit wir uns ablenken können.

Mit leeren und nackten Händen vor Gott stehen, kann etwas bedrückendes haben. Wir haben nichts mehr in der Hand, weder gegen noch für ihn. Wir können unsere Hände nicht mehr hinter irgend etwas verstecken. Gott kann auf unser nacktes Ich schauen. So wie es ist, mit all seinen schlechten und seinen guten Seiten. Wollen wir das? Trauen wir uns das zu? Oder ist es uns zu viel, daß da jemand direkt unsere Privatsphäre betritt, die wir vielleicht zum Teil selber nicht immer gerne sehen? Mag sein, aber wir dürfen uns sicher sein, daß uns Gott so annimmt, wie wir sind. Er nimmt uns auch da an, wo wir uns selber nicht mehr annehmen wollen oder können.

An Weihnachten legt sich Gott in unsere Hände. Der Advent ist die Zeit diese Hände zu leeren, denn nur mit leeren Händen kann man nach neuem greifen und Neues hineingelegt bekommen. Also trauen wir uns, zeigen wir Gott die nackte Hand und lassen wir es zu, daß er sich in sie hineinlegt. Denn Weihnachten können wir nicht schenken, das kann nur einer: - Gott

 

Karolin

 

 

 

Meine Leeren Hände

 

 

Meine leeren Hände

.-.mehr nicht.

 

Meine leeren Hände,

zu lange schon zu verbergen gesucht

vor mir, vor ihnen, vor Dir.

 

Meine leeren Hände,

verkrampft,

nicht loslassenkönnen wollen,

was doch nicht zu begreifen ist.

 

Meine leeren Hände,

mein ganzer Reichtum vor Dir,

der schenken will.

 

Meine leeren Hände,

gefüllt mir Leben

zum Segen für andere.

 

Meine leeren Hände

.-.mehr nicht – nicht mehr.

 

 

Verfasser unbekannt

 

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(ist zwar noch montag, aber ich weiß nciht, ob ich morgen an den PC komme... - habe nämlich reli-klausur :blink: )

 

 

 

 

 

Advent

 

 

Deine Ankunft

 

Wollen elektrische Schmucksterne

 

In den Straßen vorbereiten.

 

Es orgelt aus den Warenhäusern.

 

Ausgerufen

 

Werden die Weihnachtstannen.

 

Mein Zimmer ist leer.

 

Verstaubt die Erwartung.

 

Im Dunkeln aber

 

Flüstern meine Toten:

 

Sie sahen doch kommen

 

Im letzten Augenblick.

 

......................................Inge Meidinger-Geise

 

 

 

 

 

Am Sonntag war ich in Altötting. Heiligtum Bayerns seit ältesten Zeiten. Der eine oder andere war wahrscheinlich auch schon mal dort...

Ich entschied mich für den Gottesdienst in St. Anna, etwas Abseits vom Kapellplatz – da war’s vom Parkhaus aus auch nicht so weit zu gehen...

Nach dem Gottesdienst wollte ich in die Kapelle, „Pflicht“ für jeden Altöttingbesucher. Ja, da waren wahre Menschenmassen, an die Tausend werden es wohl schon gewesen sein.

Anfangs wollte ich mein Vorhaben, in die Kapelle zu gehen, schon abblasen, bis ich dann sah, wo diese Mengen standen: Gegen einen gepflegten Christkindlmarkt hat ja niemand was einzuwenden, aber das?

 

Socken, Glückssteine, Didgeridoos (!), CD-Rohlinge... Warum hat ALDI eigentlich sein neues Hauptquartier ausgerechnet auf dem Altöttinger Kapellplatz eingerichtet?

Das Geschäft mit dem Advent blüht, der Einzelhandel freut sich – aber wie steht es mit uns?

 

 

 

Freuen wir uns noch? Über die Ankunft?

Oder sehen wir IHN etwa auch erst im letzten Augenblick kommen? Kurz vor Heiligabend in der Nachmittags“mette“?

 

 

Oder haben wir ihn gar ganz aus dem Blickfeld verloren – überblendet von Schmucksternen, übertönt von Kaufhausorgeln, verdeckt von Nordmanntannen?

 

Stehen wir zu ihm, in unserer Verantwortung als Christen und rufen wir wie Paulus: "Noch einmal sage ich: freut euch, denn der Herr ist nahe!"

 

 

 

 

Einen schönen Dienstag!

Edited by EXPLORER
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Geburt Jesu? Sagt mir nichts!

 

 

nichts.gif

 

In dieser Zeit lieber Gott wird so viel für Weihnachten vorbereitet.

Ich denke schon daran was ich verschenken werde

und freue mich auf meine. Geschenke.

 

Ich will Dich aber auch darum bitten

daß mir nicht allein wichtig ist was ich zu Weihnachten bekommen werde

sondern daß ich mich auch darauf einstellen kann

daß Jesus geboren ist.

 

Weil Jesus zu Weihnachten geboren ist

will ich nämlich seinen Geburtstag mitfeiern

weil das ein ganz besonderer Geburtstag ist.

Denn von diesem Tag an weiß ich daß Du unsere Erde so liebst

daß Dein Sohn da wohnen und leben sollte.

 

Ich bitte Dich laß es mir gelingen in dieser Adventszeit das wegzuräumen

was Jesus nicht gerne sehen will.

Und darum will ich versuchen:

 

- ja, was eigentlich? - vervollständigt selbst

 

Amen.

 

 

Aus: Hentschel Hans - Georg

Den lieben Gott entdecken

 

Gedanken dazu:

Was will Jesus nicht gern sehen? Er nimmt uns an, wie wir sind. Dessen können wir uns sicher sein. Doch machen wir uns einmal die Mühe und denken darüber nach, wie wir denn sein müßten, wenn wir in seinem Sinne handeln würden. Wie handeln Christen eigentlich, was sollte uns auszeichnen? Sprechen wir nicht nur zu Gott, hören wir ihm auch zu. Wer immer nur sich selbst reden hört, der hört die Antwort nicht. Advent – Zeit der Stille – sollte nicht nur eine Floskel sein. Hören wir auf zu streiten, uns um belangloses zu ärgern, seien wir still und hören zu: Dann erst gibt’s Antworten. Gott schreit nicht.

 

Karolin

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Eingesperrt und doch frei

Hl. Barbara

 

barbara.jpg

 

Heute ist der Gedenktag der heiligen Barbara. An diesem Tag gibt es einen schönen Brauch: Ein Kirsch- und Forsythienzweig wird in lauwarmens Wasser gestellt. Um die Weihnachtszeit brechen dann viele wunderschöne Blüten auf. Warum?

Ein kurzer Steckbrief der bekannten Märtyrerin hilft uns vielleicht weiter. Die heilige Barbara lebte vermutlich um 300 nach Christus in Nikomedien in Kleinasien und war die Tochter eines reichen Kaufmannes. Die Legende erzählt daß sie gegen den Willen ihres heidnischen Vaters Christin wurde und sich taufen ließ worauf er sie aus Zorn und Wut in einen Turm sperrte genauer gesagt in den Keller des Turmes. Auf dem Weg in ihre Kerkerzelle verfing sich ein Kirschzweig in ihrem Kleid. Barbara stellt ihn in einen kleinen Becher mit Wasser. Nun war sie eingesperrt - und doch frei! Über ihren Körper ihre Bewegungsfreiheit konnte der Vater entscheiden aber über ihren Geist ihren Glauben hatte er keine Macht.

An dem Tag an dem der Zweig aufblühte wurde sie zum Tode verurteilt. Christ zu sein war damals gefährlich ja sogar tödlich.

"Du schienst wie tot" sagt sie in der Legende zum Zweig. "Aber du bist aufgeblüht zu schönenerem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde auferstehen zum neuen Leben bei Gott!"

Es heißt daß der Vater selbst das Todesurteil vollstreckt habe.

 

Wenn Ihr den Zweig in die Vase stellt erscheint er zunächst wie abgestorben. Wochen später präsentiert er sich in voller Blütenpracht. Es ist ein Zeichen, das uns die Barbara-Legende auch anschaulich machen möchte: Barbaras Tod ist der Beginn eines neuen Lebens. Das gilt für jeden der an die Auferstehung glaubt.

Auch heute werden Menschen ihres Glaubens wegen verfolgt, eingesperrt im Beruf benachteiligt oder sogar mißhandelt. Nicht nur damals war es gefährlich zu sagen: Ich glaube.

 

Quelle: Loder Helmut

Wartesaal Advent Diözese Graz-Seckau

 

Was ist das für ein Glauben, den wir da haben? Hier in Deutschland wird keiner wegen seines Glaubens verfolgt. Für viele Christen in anderen Ländern, sieht das anders aus. Man blicke nur einmal nach Nigeria oder China. Für Christen in diesen und vielen anderen Ländern, ist der Glaube etwas so kostbares, das sie bereit sind, das Risiko von Verfolgung, Benachteiligung und Folter zu tragen. Könnten wir das auch? Was bedeutet Glaube für uns? Ist es nur die gewohnheitsmäßige Sonntagsmesse und Ausflug mit der Gemeinde, oder liegt da noch etwas tieferes dahinter?

Der Glaube hilft uns und den Verfolgten die Stunden der Gefangenheit zu ertragen, der Einsamkeit, der Angst, der Hilflosigkeit. Vieles kann uns genommen werden: Durch Scheidung, Tod, Gerichtsvollzieher, Krankheit,........ Eines kann uns nicht genommen werden:

 

Der Glaube und das Vertrauen zu Gott.

 

Denken wir auch an diejenigen Christen, die es in dieser Adventszeit nicht einfach haben und die aufgrund ihres Glaubens leiden müssen. Das sie sich ebenfalls in Frieden auf Weihnachten vorbereiten können.

 

Karolin

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Neues Adventabkommen

Vereinbarung über die Begrenzung des strategischen Geschenkrüstens vor Weihnachten

abkommen.gif

Um eine weitere unkontrollierte Ausweitung des gegenseitigen Wettschenkens zu vermeiden vor allem um die Gefahr von Vergeltungsgeschenken mit immer verheerenderen Schäden auszuschalten haben die Unterzeichner dieser Vereinbarung folgendes beschlossen:

 

1. Reduzierung der für diesen Zweck vorgesehenen Mittel auf 75% des Standes im Vorjahr

 

2. Begrenzung des Geschenkvolumens nach Anzahl Größe und Gewicht

 

3. Absoluter Verzicht auf den Einsatz von Panzern Kanonen Maschinengewehren Video-Kriegsspielen und anderem "mörderischen Spielzeug" gegenüber Kindern.

 

4. Verzicht auf den geballten Einsatz chemischer Kampfstoffe wie gewisser Sorten Süßigkeiten und ähnlichem.

 

5. Keine gegenseitige Abschreckung mehr mit sogenannten "praktischen Geschenkbomben" wie Socken Unterhosen oder Krawatten.

 

6. Sofortige Beendigung des Etikettenschwindels Jahresschlußfeiern von Betrieben und Vereinen als "Weihnachtsfeiern" zu verkaufen verbunden mit einer drastischen Reduzierung der bei solchen Anlässen zum (Un)Wohl aller Beteiligten bereitgestellten Mengen von Nahrungsmitteln und Alkoholika.

 

7. Abführung der durch diese Maßnahmen freiwerdenden Mittel an Projekte die Kinder (= Geschwister des Kindes von Bethlehem) das Überleben ermöglichen.

 

8. Intensives Studium der "Akte Weihnacht" im ersten Kapitel des Lukas-Evangeliums.

 

 

Quelle: Loder Helmut, Wartesaal Advent

 

.-. Würde ich diesen Vertrag unterschreiben?

 

.-. Welche Punkte schon, welche nicht, warum nicht?

 

.- Fehlen Punkte?

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Danke, Karolin, für den Hinweis auf Jochen Klepper - Alberich hat ihn im Katakombem-Avdentsthread ja auch zitiert.

 

Hier das ganze Lied - das schönste Adventslied, das ich kenne:

 

1. Die Nacht ist vorgedrungen,

der Tag ist nicht mehr fern.

So sei nun Lob gesungen

dem hellen Morgenstern!

Auch wer zur Nacht geweinet,

der stimme froh mit ein.

Der Morgenstern bescheinet

auch deine Angst und Pein.

 

2. Dem alle Engel dienen,

wird nun ein Kind und Knecht.

Gott selber ist erschienen

zur Sühne für sein Recht.

Wer schuldig ist auf Erden,

verhüll nicht mehr sein Haupt.

Er soll errettet werden,

wenn er dem Kinde glaubt.

 

3. Die Nacht ist schon im Schwinden,

macht euch zum Stalle auf!

Ihr sollt das Heil dort finden,

das aller Zeiten Lauf

von Anfang an verkündet,

seit eure Schuld geschah.

Nun hat sich euch verbündet,

den Gott selbst ausersah!

 

4. Noch manche Nacht wird fallen

auf Menschenleid und -schuld.

Doch wandert nun mit allen

der Stern der Gotteshuld.

Beglänzt von seinem Lichte,

hält euch kein Dunkel mehr.

Von Gottes Angesichte

kam euch die Rettung her.

 

5. Gott will im Dunkel wohnen

und hat es doch erhellt!

Als wollte er belohnen,

so richtet er die Welt!

Der sich den Erdkreis baute,

der läßt den Sünder nicht.

Wer hier dem Sohn vertraute,

kommt dort aus dem Gericht.

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Vom Schenken

Hl Nikolaus

 

Immer wieder geht es in diesen Tagen um das Schenken und das Forum bleibt ja von diesem Thema auch nicht ganz verschont.. ;-). Gerade heute an Nikolaus dürfte das Schenken wieder zum mehr oder weniger großen Thema werden: Was soll ich schenken? Wem und wie? Was bekomme ich geschenkt? Lauter Fragen....

 

Ich möchte mit euch dazu ein Stück aus dem Evangelium nach Markus betrachten, das zunächst scheinbar wenig in den Advent paßt; und zwar auf etwas andere Weise. Normalerweise hört oder liest man in der Bibel und ist dabei ein Betrachter von außen. Man versucht den Text zu verstehen, aber man lebt nicht in ihm. Nehmt euch die Zeit, lest euch den Text in Ruhe durch, ruhig mehrmals, bis ihr die Situation in jeder Einzelheit vor Augen habt und ihr das Stück aus euerm Kopf einigermaßen gut aufschreiben könntet. Versucht euch dabei in die Jünger, die Menschenmenge und Jesus hineinzuversetzen.

 

Die Heilung eines Blinden bei Jericho

46 Sie kamen nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus.

47 Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!

48 Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

49 Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.

50 Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu.

51 Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.

52 Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

 

 

 

Nun möchte ich euch bitten, versetzt euch in Bartimäus. Die Fragen dazu können euch helfen, sich in die Person hineinzuleben. Das macht nur Sinn, wenn ihr sie nicht alle auf einmal durchlest, sondern wirklich das Nachdenken über euch selbst anfangt.:

 

 

Ich sitze an der Straße. Was ist das für eine Straße?

 

Eine Wüstenstraße, ein Feldweg, eine Schnellstraße?

 

Schmal oder breit?

 

Wie sitze ich da? Ist es warm oder kalt?

 

Warum bin ich blind? Durch Krankheit, Unfall, seit Geburt?

 

Ich höre eine näherkommende Menschenmenge

 

Wie erkenne ich, daß Jesus kommt? Sagt es mir jemand? Erkenne ich seine Stimme?

 

Ich rufe ihn.

 

Die Menschen ärgern sich, befehlen mir zu schweigen.

 

Wie sagen sie das, warum befehlen sie es mir?

 

Ich lasse mich nicht einschüchtern, schreie lauter.

 

Warum? Hoffnung? Angst? Gewißheit?

 

Die Menschen sagen, ich soll Mut haben und zu ihm gehen.

 

Wie meinen sie es? Warum brauche ich Mut? Brauche ich wirklich Mut?

 

Ich werfe meinen Mantel weg.

 

Wie sieht dieser Mantel aus? Was bedeutet er mir?

 

Ich laufe auf Jesus zu.

 

Wie mache ich das? Langsam, schnell?

 

Woher weis ich wo Jesus steht; ich bin blind.

 

Höre ich seine Stimme? Helfen mir andere?

 

 

Jesus fragt mich, was er mir tun soll.

 

Wie fragt er mich das? Laut, leise?

 

Ich darf antworten.

 

 

Wie sage ich, was ich möchte?

 

Jesus schenkt mir das Sehen.

 

Was sehe ich, was ich zuvor nicht gesehen habe?

 

Ich folge Jesus auf seinem Weg

 

Wie sieht dieser Weg für mich aus?

 

 

An Weihnachten kommt Jesus zu uns. Er fragt jeden Einzelnen von uns: Was soll ich dir tun?

Was wollen wir eigentlich? Was wünschen wir uns von ihm?

 

Weihnachten besteht nur aus einem einzigen Geschenk: Aus Weihnachten. Also aus dem, daß Gott uns durch sein Kommen macht. Nutzen wir die Adventszeit um uns darauf vorzubereiten und um uns zu überlegen, was wir uns von ihm wünschen.

 

Wir müssen nichts tun für Weihnachten, ja wir können Weihnachten gar nicht machen, wir können uns Weihnachten nur schenken lassen. – Von Gott.

 

Karolin

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Christoph Overkott

Zum Advent in der Familie gehört eigentlich auch die Nikolausfeier. Wir haben am Vorabend im Familienkreis unserer Gemeinde gemütlich mit traditionellen und neueren Liedern gefeiert. Und wir hatten einen Bischof Nikolaus, der seine Rolle sehr Stil echt verkörpert hat. Tja, und dann war er heute Nacht wohl noch einmal in unser Haus gekommen um für die Kinder die Nikolausteller zu füllen.

 

 

Schnappschuss.jpg

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Zweiter Adventssonntag

 

Am letzen Sonntag haben wir ein paar Hintergründe die erste Strophe aus „Die Nacht ist vorgedrungen“ von J. Klepper angesehen. Thomas hat die anderen ja schon dazugestellt, vielleicht hat sie ja auch der ein oder andere bewußter gelesen. Ich möchte nun an den Letzen Sonntag anknüpfen und die nächsten Strophen einmal genauer ansehen. Vielleicht entwickelt sich ja ein Gespräch. Also nur zu. Hier ist’s so leer ;-)

 

2. Dem alle Engel dienen,

wird nun ein Kind und Knecht.

Gott selber ist erschienen

zur Sühne für sein Recht.

Wer schuldig ist auf Erden,

verhüll nicht mehr sein Haupt.

Er soll errettet werden,

wenn er dem Kinde glaubt.

 

 

Wieder ein paar Gedanken dazu:

 

- Der ferne Gott kommt ganz nah. Doch Gott zeigt sich an Weihnachten in einer ganz unerwarteten Gestalt: Der große Gott wird ein kleines Kind in der Krippe, der allmächtige Gott wird ein Diener und Knecht.

 

- Gott wird Knecht ihm wird trotzdem gedient. Wem dienen wir? Wer dient uns? Was ist Dienen?

 

- Gott wird Kind. Ist das nicht unpassend?

 

- Gott kommt persönlich, er schickt nicht irgend jemand.

 

- zur Sühne für sein Recht. Gott büßt für uns damit uns sein Recht zu Teil wird.

 

- „verhüll mehr sein Haupt“: Wir brauchen uns nicht mehr verstecken. Gott nimmt uns an mit allem, was wir sind und getan haben.

 

- können wir glauben, können wir vorbehaltlos einem Kind glauben? Was trauen wir Kindern zu? Glauben wir was Kinder sagen?

 

-Kindermund tut Wahrheit Kund....?

 

3. Die Nacht ist schon im Schwinden,

macht euch zum Stalle auf!

Ihr sollt das Heil dort finden,

das aller Zeiten Lauf

von Anfang an verkündet,

seit eure Schuld geschah.

Nun hat sich euch verbündet,

den Gott selbst ausersah!

 

- Es dauert nicht mehr lang, dann hört die Nacht auf. Mutzuspruch?

 

- Wo ist unser Stall? Warum finden wir ausgerechnet da das Heil?

 

- von Anfang an verkündet: Haben wir es vergessen, hören wir es nicht?

 

- von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah: Fangen wir nicht bei Adam und Eva an. Fangen wir bei uns an. Wann geschah und geschied unsere Schuld?

 

- Nun hat sich euch verbündet – Trotz Schuld, haben wir den, der uns verzeiht auf unserer Seite

 

.-. Gott hat sich in Jesus mit uns verbunden. Er ist auf unserer Seite. Warum? Ein Grund zum freuen?

 

4. Noch manche Nacht wird fallen

auf Menschenleid und -schuld.

Doch wandert nun mit allen

der Stern der Gotteshuld.

Beglänzt von seinem Lichte,

hält euch kein Dunkel mehr.

Von Gottes Angesichte

kam euch die Rettung her

 

5. Gott will im Dunkel wohnen

und hat es doch erhellt!

Als wollte er belohnen,

so richtig er die Welt!

Der sich den Erdkreis baute,

der läßt den Sünder nicht.

Wer hier dem Sohn vertraute,

kommt dort aus dem Gericht.

 

 

.-. Die Sonne kommt im ganzen Lied nirgends vor – und „Angst und Pein“ nach einer durchweinten Nacht werden nicht beseitigt. Sie beide bleiben und werden lediglich erhellt, beschienen vom „hellen Morgenstern“.

 

.-. Aus dem Zusammenhang wird deutlich, daß der Morgenstern mehr ist als Bote

des anbrechenden Tages, er steht für „Gottes Huld“, für Gottes Nähe und Zuwendung.

 

.-. Es gibt die Nacht, unsere Nacht, sie schwindet gelegentlich und kehrt aber wieder, – doch

wir sind ihr nicht hilflos ausgeliefert, Gott teilt sie mit uns.

 

.-. Gott will im Dunkel wohnen. Gott will da sein, wo er am nötigsten gebraucht wird.

 

.-. Richten. Gibt’s nicht nur im juristischen sinne. Sondern auch als gerade-richten.

 

.-. Der läßt den Sünder nicht...? Da kann man noch Worte einbauen: Allein, im Stich, im Dunkeln....

 

.-. Gott läßt uns nicht alleine, wir sind ihm nicht egal.

 

.-. Vertrauen wir Gott wirklich? Trauen wir Gott das zu?

 

 

(Wer Noten oder Melodie sucht, schaut bitte zum ersten Adventssonntag)

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Anders als erwartet

Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens

 

Eine richtig gemütliche Adventsstimmung: Die zweite Kerze brannte, Äpfel und Nüsse standen auf dem Tisch die Mutter las eine alte Legende vor. Angelika lauschte mit offenem Mund. Sabine kannte die Erzählungen aus früheren Jahren. Sie hatten ihr immer gut gefallen. Heute aber nicht. Der Mutter fiel ihre verdrossene Miene auf: "Was ist los Sabine bist du ärgerlich?"

"Ach was mir hängt dieser ganze Quatsch zum Hals heraus: Glöckelein Engelein Lichtlein brennt o komm o komm Emanuel. Wir warten doch nicht auf den Messias der ist ja längst geboren. Das ist doch das reinste Theater!"

Angelika bekam erschrockene Augen. Die Mutter sah nachdenklich aus. Sie schloß das Buch. Sabine hätte sich ohrfeigen können. Die Stimmung war dahin. Aber irgendwann mußte es mal heraus.

Am Abend - Angelika schlief schon längst - kam der Vater auf den Vorfall zu sprechen. Sabine preßte die Lippen zusammen und wartete mit verstecktem Gesicht auf die Strafpredigt. Die kam aber nicht. Statt dessen sagte ihr Vater: "Du hattest ganz recht Sabine die Legenden sind nichts mehr für dich. Dafür muß man sehr klein oder sehr weise sein. Du hast auch recht damit daß wir uns nicht vorspielen können wir warteten wie das Volk Israel auf den Erlöser. Das wäre wirklich Theater. Aber wir warten schon oder wir sollten es zumindest. Wir warten auf die Wiederkunft Jesu. Ich will dir jetzt eine andere Geschichte erzählen:

Es war ein eisiger Januartag in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als das Telegramm kam. Zum ersten Mal seit vielen Jahren bekamen wir Nachricht von meinem Vater. Er war in russischer Kriegsgefangenschaft. Das Telegramm kündigte seine baldige Heimkehr an. ich kannte meinen Vater nur von dem Hochzeitsfoto über der Eckbank. Darauf war er ein lächelnder junger Mann im Frack mit steifer Hemdbrust und weißen Handschuhen. Dieses Bild hatte ich immer vor Augen wenn meine Mutter von ihm sprach. An seinen einzigen Heimaturlaub während des Krieges konnte ich mich nicht erinnern. Meine Mutter erzählte oft davon: Er kam beladen mit Geschenken mit Cognac Stoffen Pasteten Schinken und Parfüm. Er brachte den goldenen Armreif mit den meine Mutter immer am Sonntag trug. Für mich brachte er Süßigkeiten und Berge von Spielzeug.

Dieser sagenhafte Heimaturlaub war das Muster für meine Erwartungen. Die Zeit schlich dahin meine Ungeduld wuchs und mit ihr meine Träume. Durch meine Gedanken zuckelte eine Eisenbahn ein Metallbaukasten nahm Gestalt an ein Fahrrad sauste in meine Kopf herum. Ich sah mich schon mit meinem Vater basteln bauen wandern und schwimmen. Und wir würden zusammen Schlitten fahren und Drachen steigen lassen.

An einem lauen Märzabend standen wir auf dem Bahnsteig. Endlich lief der Zug ein. Meine Mutter stolperte weinend auf einen fremden Mann zu. Daß mein Vater nicht im Frack und mit weißen Handschuhen kommen würde hatte ich gewußt. Aber daß er so erbärmlich aussehen würde so mager abgerissen fremd und bärtig das hatte ich nicht gewußt. So hatte ich ihn nicht erwartet. Und so hatte ihn meine Mutter nicht geschildert.

In seinem Pappkarton waren keine Geschenke für mich nur eine Tafel Schokolade. Die hatte er selbst an der Grenze geschenkt bekommen.

Mein Vater brachte mir Veränderungen. Bald fand er Arbeit in der Großstadt. Wir zogen um. Das kleine Dorf mit der zweitklassigen Schule blieb zurück und mit ihm meine Freunde. Vater meldete mich im Gymnasium an. Ich war ein halbes Jahr zu spät dran und mußte viel nachholen.

An den Abenden saßen wir zusammen aber nicht bei der Eisenbahn oder beim Baukasten. Wir machten Hausaufgaben. Mein Vater arbeitete sich durch meine Schulbücher um mir Nachhilfestunden geben zu können.

Ich war nur an die sanfte Nachgiebigkeit meiner Mutter gewöhnt. Mein Vater war liebevoll aber auch streng und unerbittlich in seinen Forderungen. Ich war tief enttäuscht.

Erst nach vielen Jahren als ich erwachsen wurde habe ich diese Enttäuschung überwunden. Ich habe begriffen daß meine Erwartungen tiefer und besser erfüllt worden sind. Wie sähe mein Leben wohl aus wenn mein Vater wirklich nicht mehr gewesen wäre als eine Art großzügiger Weihnachtsmann?"

Es trat eine Pause ein und Sabine schaute fragend auf. Ihr Vater lächelte ihr zu: "So Große das war also eine Geschichte für dich. Was denkst du ist das eine Adventsgeschichte?"

Günzel-Horatz Renate Geschichten zum Kirchenjahr Düsseldorf 1984.

 

 

Was machen wir aus Weihnachten? Weihnachten war kein süßer die Glocken nie klingen wie es ein Weihnachtslied besingt. Jesus ist im Stall geboren, zu Deutsch:Im Trog des Viehs. Würde man es auf heute übertragen: In der Gosse. Maria war nicht die Frau mit blassem, feinen Gesicht und langem goldenen Haar – schon gar nicht in diesen Breitengraden.... Man kann sich eher vorstellen, daß Maria erschöpft und frustriert war, daß nach so einem langen Weg nur Platz in der Gosse ist. Das ist Weihnachten. Und das feiern wir auch noch? Sollten wir uns nicht eher trauern, uns ärgern, das Jesus dort auf die Welt kam?

Meiner Meinung nach nein. Jesus kam da zur Welt, wo auch heute noch Menschen auf die Welt kommen. Gott wollte sich nicht über uns stellen, indem Gott durch Jesus Mensch wurde. Er wollte einer von uns sein. Er will uns beistehen auch dort wo es im Leben nicht so schön ist. Weihnachten ist mehr als Tannenbaum und bunte Lichter. Weihnachten liegt tiefer und man versteht es erst, wenn man den ganzen Kram der da drüber liegt zur Seite schiebt. Geschenke des erwähnten „großzügigen Weihnachtsmannes„ sind an einem Abend ausgepackt. Weihnachten bleibt mit Nachwirkungen. Auch wenn wir es, wie die Tochter in der Geschichte, nicht immer gleich erkennen.

 

Karolin

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Liebe karolin, liebe Mitleser,

 

ich habe untenstehenden Text in meinen Unterlagen gefunden, ohne Angabe des Autors und ohne Titel. Ich weiß beides nicht und konnte es leider auch nicht ausfindig machen. Ich erinnere mich aber noch gut an die Weihnachtsfeier, an der der Text vorgetragen wurde, und dass der Text mir noch lange durch den Sinn ging.

 

Vielleicht kennt jemand Autor und/oder Titel?

 

Liebe Adventsgrüße, Gabriele

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Am Himmel

stand der Weihnachtsstern.

Das Jesuskind

lag in der Krippe.

Die Hirten,

die Könige,

die Kinder

und die Alten

hören und staunten

und suchten

den Weg

zum Stall.

 

Kommst du mit?

Kommt ihr mit?

Komm doch mit!

 

Nur Martha sagte:

Gerade jetzt

habe ich keine Zeit.

Ich komme später nach.

Ich muss

meine Wäsche waschen.

Ich muss

meine Tücher spülen.

Ich muss

meine Kleider trocknen.

Ich habe viel zu tun.

Sie ging

und spannte eifrig das Seil

von Ast zu Ast

zwischen die Bäume.

 

Am Himmel

stand der Weichnachtsstern.

Maria stillte ihr Kind.

 

Die Menschen

aus der Nähe

und die Menschen

aus der Ferne

hörten und staunten

und suchten

und fanden

den Weg

zum Stall.

 

Kommt ihr mit?

Kommst du mit?

Komm doch mit!

 

 

Martha

sah sie vorübergehn.

Sie sagte:

Ich komme dann nach.

Gerade jetzt

habe ich keine Zeit.

Ich muss

für das Essen sorgen.

Ich muss

meine Brote backen.

Ich muss

frische Fische kaufen.

Sie nahm den Korb

und eilte davon

durch die engen Gassen

zum Markt.

 

 

Am Himmel

stand der Weihnachtsstern.

Josef schürte das Feuer.

 

Die Händler

aus der Stadt

und die Fischer vom See

fragten und staunten

und gingen

und ritten

zum Stall.

 

Kommt ihr mit?

Wer kommt mit?

Komm doch mit!

 

 

Aber Martha

schüttelte den Kopf:

Was ist mit den Leuten los?

Was haben es alle so eilig?

Wenn das Kind

in der Krippe

der Messias ist,

wird er es lange bleiben.

 

Übermorgen

ist auch ein Tag.

Dann will ich

den Messias besuchen.

 

 

Am Himmel

stand der Weihnachtsstern.

Das Jesuskind

schlief in der Krippe.

 

Die Schafe,

die Esel,

die Kamele,

die Ziegen

die ganzen Herden schliefen.

Alle ruhten sich aus.

 

Aber der Engel

wachte

und sprach:

 

 

Josef –

komm mit,

mit dem Kind

und Maria

kommt mit!

 

Und Josef wusste:

Wenn der Engel ruft,

müssen die Menschen gehorchen.

 

Josef

löschte das Feuer aus.

Er packte seine Sachen.

Er weckte Maria,

er weckte das Kind:

 

Kommt mit

und beeilt euch sehr!

 

 

Übermorgen

war auch ein Tag.

 

Martha

drehte den Schlüssel.

Die Wäsche war sauber.

Das Haus war geputzt,

die frischen Brote gebacken.

 

Martha

machte sich auf den Weg.

Sie schritt

durch die Gassen hinaus.

Sie verliess

die Stadt.

Sie kam

auf das Feld.

Sie ging

und fand den Stall.

 

Über der Wüste

glänzte der Stern.

Aber

die Krippe war leer.

 

 

Der letzte Engel

neben dem Stall

sah Martha traurig an:

 

Martha – Martha,

wo bist du gewesen?

 

Martha,

was hast du

in all den Tagen gemacht?

 

Ich habe geputzt

und ich habe gebacken.

Ich habe gewaschen

und habe gekocht.

 

Du hast

keine Zeit gefunden

für das Jesuskind

in der Krippe

im Stall?

 

Martha,

du kommst

zu spät.

 

 

Der Himmel war gross

und schimmerte hell.

Durch die Wüste

blies der Wind.

 

Der Wind

löschte alle Spuren

im Sand.

Denn

Herodes’ Soldaten

stürmten heran.

Und Martha

hatte Angst.

 

Am Himmel

versank der Stern.

 

Auf einmal

war Martha allein.

 

Auf einmal

war sie ganz allein,

ohne Trost,

ohne Stern,

ohne Licht.

 

Es tat sehr weh,

zu spät zu sein.

Es tat weh,

allein zu sein.

Was Martha spürte,

war nur der Wind.

Und der Wind kam aus der Wüste.

 

Herodes’ Soldaten

suchten das Kind.

Sie blickten finster.

Sie durchsuchten

den Stall.

Aber sie fanden es nicht.

 

Da fluchte der Führer:

Hier finden wir nichts.

Hier gibt es für uns

nichts zu suchen.

 

Wir gehen zurück.

Marsch!

Kommt mit!

 

 

Martha

stand lange

im leeren Stall.

 

Sie weinte über sich

und weinte über vieles,

das krumm

und schwierig ist.

 

Sie sah

den Engel nicht.

 

Doch der Engel fing

mit seiner Hand

die Tränen alle auf.

Wie Perlen

lagen die Tropfen

in der Engelhand.

 

Der Engel

säte die Tränen

in die Rinde

am alten Baum.

Und im knorrigen Ast

am Olivenbaum

schlugen sie

ihre Wurzeln.

 

 

Aus hartem Holz

spriesst der Mistelzweig.

 

Es wachsen neue Beeren

ein jedes Jahr

zur Weichnachtszeit.

 

Sie erinnern

an viele Tränen

und auch daran,

dass durch Engelshand

manchmal Tränen

zu Perlen werden.

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Ein ganz normaler Wunschzettel?!

 

Der stark beschäftigte Direktor fragte seine Sekräterin: "Noch etwas zu erledigen?" Die Sekräterin lächelte: "Da ist noch der Wunschzettel ihrer Tochter. Sie scheinen vergessen zu haben daß Weihnachten vor der Tür steht!"

"Oh wie gut daß wenigstens Sie daran gedacht haben." Der geplagte Direktor zuckte hilflos mit den Schultern: "Ich fürchte meine kleines Mädchen wird sehr ärgerlich auf mich sein und es hat auch allen Grund dazu. In den letzten Wochen war es wie verhext. Ich konnte mich kaum meiner Familie widmen. Wenn ich von den Besprechungen und anderen Terminen nach Hause komme schläft meine Tochter bereits. Nun soll sie wenigstens zu Weihnachten etwas Hübsches bekommen. Aber ich habe leider keine Zeit. Könnten Sie das nicht für mich erledigen? Auf das Geld soll es mir bestimmt nicht ankommen. Meine Tochter hat einfach einen Anspruch auf ein hübsches Geschenk. Ich verlasse mich da ganz auf Sie."

Die Sekretärin schaute ihren Chef schweigend an. Dann sagte sie mit einem feinen Lächeln: "Wie Sie wissen Herr Direktor übernehme ich auch Aufträge dieser Art gern. In diesem Fall kann ich Sie aber wirklich nicht vertreten!"

"Warum den nicht? Was kann sie ein Mädchen von sieben Jahren schon wünschen was heutzutage nicht zu erfüllen wäre?! - Na geben Sie den Wisch schon her. Muß ich das halt auch noch selber machen!"

 

Die Sekräterin reichte ihrem Chef wortlos den Wunschzettel seiner Tochter und dieser las:

"Lieber Vater !

Zum Weihnachtsfest wünsche ich mir daß Du im neuen Jahr täglich mindestens eine halbe Stunde Zeit für mich hast. Sonst nichts."

 

Deine Tochter Ruth.

 

Quelle: Loder Helmut

hrsg. Diözese Graz-Seckau

 

Geht es uns nicht auch so? Für wen könnten wir mehr Zeit aufbringen? Was nimmt uns die Zeit? Beruf, Schule, Uni, Hobbies, Computer? Manche haben nicht einmal mehr Zeit für sich selbst und das ohne es zu merken. Ohne Uhr leben? - unvorstellbar Versuchen wir doch wenigstens in dieser Adventszeit alles beiseite zu räumen, was uns Zeit nimmt, um sie an Freunde, Verwandte und Familie weiter zugeben.

Streng nach dem Motto: Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.

 

Karolin

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Hallo Christoph,

 

bei Deinem Link kommt bei mir nur sowas an:

g0拀Њp@f (

™ÜTs

 

Grüße

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Man darf nicht denken, es sei mit Gott wie mit der Person eines Zimmermanns, der wirkt oder nicht wirkt, wie er will. So steht es aber nicht um Gott: Sondern wenn Gott dich bereit findet, so muss Er wirken und sich in dich ergießen, so wie sich die Sonne in die Luft ergießen muss. Es ist ein Augenblick, bereit für Gott zu sein und Sein Ergießen in dich, es tritt Gottes Gnade ein: In demselben Moment, wo der Geist bereit ist, geht Gott hinein ohne Aufschub und ohne Zögern.

 

Der Herr hat seinem Volk entboten: "Ich stehe vor der Tür und klopfe und warte, wer mich einlässt, bei dem will ich sein." Du brauchst Ihn nicht zu suchen, nicht da und nicht dort: Er ist nicht entfernter als vor der Türe des Herzens, da steht Er und harrt und wartet, wen Er bereit findet, der ihm auftue und ihn einlasse. Du brauchst ihn nicht in der Ferne zu rufen: Ihn kommt das Warten, bis du auftust, härter an als dich. Er bedarf deiner tausendmal mehr als du Seiner.

 

-- Meister Eckhart (1260-1328) --

 

 

Ein wichtiger Aspekt für den Advent: Ankunft meint, dass wir gar nicht mehr auf Gott warten müssen, sondern Er schon längst angekommen ist. Er ist da und wartet selbst - vor der Tür unseres Herzens.

 

Man stelle sich vor: Wir erwarten einen Freund, der sich zu unserer Freude angekündigt hat. In unserer Vorfreude putzen wir die Wohnung, kochen etwas Feines, dekorieren den Tisch festlich, machen uns Gedanken über die richtige Musik, über ein Geschenk, bereiten eine Überraschung vor - und dabei steht der Freund schon längst vor der Tür, draußen, alleine, im Kalten, und wartet, und wartet, ... wir sind so sehr in uns gefangen, dass wir versäumen, die Tür einfach nur aufzumachen. Dabei wäre dies der einfachste von allen Handgriffen.

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Jetzt kann Gott kommen

hl. Johanna Franziska von Chantal

 

Ein Mann erfuhr daß Gott zu ihm kommen wollte.

"Zu mir?" schrie er. "In mein Haus?"

Er rannte durch alle Zimmer er lief die Stiegen auf und ab er kletterte zum Dachboden hinauf er stieg in den Keller hinunter.

Er sah sein Haus mit anderen Augen.

"Unmöglich!" schrie er. "In diesem Sauhaufen kann man keinen Besuch empfangen. Alles verdreckt. Alles voller Gerümpel. Kein Platz zum Ausruhen. Keine Luft zum Atmen."

Er riß Fenster und Türen auf.

"Brüder! Freunde!" rief er. "Helft mir aufräumen - irgendeiner! Aber schnell!" Er begann sein Haus zu kehren.

Durch dicke Staubwolken sah er daß ihm einer zu Hilfe gekommen war. Sie schleppten das Gerümpel vors Haus schlugen es klein und verbrannten es. Sie schrubbten Stiegen und Böden. Sie brauchten viele Kübel Wasser um die Fenster zu putzen. Und immer noch klebte der Dreck an allen Ecken und Enden.

"Das schaffen wir nie!" schnaufte der Mann.

"Das schaffen wir! " sagte der andere.

Sie plagten sich den ganzen Tag.

Als es Abend geworden war gingen sie in die Küche und deckten den Tisch.

"So" sagte der Mann jetzt kann er kommen mein Besuch! Jetzt kann Gott kommen. Wo er nur bleibt?

"Aber ich bin ja da!" sagte der andere und setzte sich an den Tisch. "Komm und iß mit mir!"

Lene Mayer-Skumanz

 

Der Text passt denke ich sehr gut zu Woges Text. Er hat ja schon ein paar Gedanken dazu aufgeschrieben.

 

Karolin

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Gott in einer glaubensfernen Zeit

hl. Lucia

 

Trotz aller Gleichgültigkeit

trotz aller Glaubensferne

trotz aller leeren Kirchen

- die kein Christ mehr übersehen kann -

trotz aller Fragen und Zweifel:

"Wo ist unser Gott heute ?"

 

Ich sage Dir: "Gott ist da!"

Und Du bist Gott treu geblieben

- trotz der Glaubensferne unserer Zeit -

gestern, heute, solange Du lebst.

 

Darum hat Gott auch heute noch eine Wohnung,

lebt er auch heute unter uns.

So war es schon zu Lebzeiten Jesu

So war es bei seiner Kreuzigung

So war es in seiner Urgemeinde

So war es zu Zeiten der Christenverfolgung

So war es zu den Glanzzeiten der Kirche:

 

Gottes Liebe blieb immer lebendig,

in den treuen Christen ihrer Zeit!

 

Heute bist Du es.

Heute empfängst Du seine Botschaft.

Heute verschenkst Du seine Liebe.

 

So wird Gottes Botschaft niemals enden,

heute nicht und auch nicht in der Zukunft.

Gott braucht Dich !

Du aber wirst zu einer Seite

im unerschöpflichen Weltenplan Gottes

ein kleines Stück Unendlichkeit.

 

Das ist Deine Bestimmung,

die Du so treu erfüllst,

und die Dir niemand nehmen kann

- trotz aller Glaubensferne dieser Zeit !

Was willst Du mehr ?

 

Verfasser unbekannt

 

 

Ja, was wollen wir mehr? Nutzen wir den Advent, um unseren eigenen Glauben und unsere eigene Gottesbeziehung näher kennenzulernen. Denn bei uns selbst und unserer eigenen Einstellung fängt alles an; nicht bei vollen Kirchen und den anderen.

 

Karolin

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UNTERHALTEN SICH DREI EMBRYOS

 

 

Der kleine Zweifler fragt:

Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?

 

Der kleine Gläubige :

Ja, klar das gibt es.

Unser Leben hier ist nur dazu

gedacht, dass wir wachsen und uns

auf das Leben nach der Geburt vorbereiten,

damit wir dann stark genug sind für das,

was uns erwartet.

 

Der kleine Skeptiker :

Blödsinn, das gibt es doch nicht,

wie soll denn das überhaupt aussehen,

ein Leben nach der Geburt?

 

Der kleine Gläubige :

Das weiß ich auch nicht so genau.

Aber es wird sicher viel heller als hier sein.

Und vielleicht werden wir herumlaufen und

mit dem Mund essen.

 

Der kleine Skeptiker :

So ein Quatsch! Herumlaufen,

das geht doch gar nicht.

Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee.

Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt.

Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben

nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur

schon jetzt viel zu kurz ist.

 

Der kleine Gläubige :

Doch, es geht bestimmt.

Es wird eben alles nur ein

bisschen anders.

 

Der kleine Skeptiker :

Es ist noch nie einer zurückgekommen

von nach der Geburt.

Mit der Geburt ist das Leben zu Ende.

Und das Leben ist

eine einzige Quälerei. Und dunkel.

 

Der kleine Gläubige :

Auch wenn ich nicht so genau weiß,

wie das Leben nach der Geburt aussieht,

jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen.

 

Der kleine Skeptiker :

Mutter?!? Du glaubst an eine Mutter?

Wo ist sie denn bitte?

 

Der kleine Gläubige :

Na hier, überall um uns herum.

Wir sind und leben in ihr und durch sie.

Ohne sie könnten wir gar nicht sein.

 

Der kleine Skeptiker :

Quatsch!

Von einer Mutter habe ich noch nie was

gemerkt, also gibt es sie auch nicht.

 

Der kleine Gläubige :

Manchmal, wenn wir ganz still sind,

kannst du sie singen hören.

Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt.

Ich glaube auf jeden Fall, dass unser eigentliches

Leben erst dann beginnt!

 

Quelle: unbekannt

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