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Klingelbeutel


Heidi
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Im katholischen Forum wird derzeit die Kirchensteuer diskutiert. Zu Weihnachten wieder hochaktuell die Frage nach dem Klingelbeutel:

 

Welche Berechtigung hat er?

 

Ist solch eine "Bettelei in der Kirche" noch zeitgemäß?

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>> Ist solch eine "Bettelei in der Kirche" noch zeitgemäß? << (Heidi)

 

Finde ich schon. Geld man man immer gebrauchen. Heute mehr denn je.

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Rein steuerlich gesehen ist die Spende in den Klingelbeutel nicht zeitgemäß. Man kann sie einfach nicht absetzen... Aber man kann für seine Gemeinde auch einen Überweisungsträger benutzen und schon zahlt das Finanzamt mit. (Um so großzügiger kann dann die Spende ausfallen!)

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Regelmäßig gibt es auch "Tütchen", in die man seinen Obulus einfüllen kann (Weltmissionssonntag, Adveniat im Advent, Misereor oder missio in der Fastenzeit, Päpstliches Missionswerk der Kinder zum Dreikönigstag, Caritas-Sonntag etc.). Da kann man dann seine Adresse beilegen und bekommt ebenfalls eine Spendenquittung. Misereor sammelt zur Zeit übrigens für Afghanistan ...

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Ich habe ja sonst keine Möglichkeit, da Einblick zu bekommen: Mich würde mal interessieren, wieviel jemand so spendet. Kann das mal einer überschlagen?

 

Also nur das, was in diese Klingelbeutel gelegt wird: Wieviel ist das denn so in aller Regel? Tausend? Hundert? Fünfzig?

 

(Aber seid ehrlich, Gott weiß ja die Wahrheit und er beobachtet Euch!)

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Warum nehmen die Kirchen zu Weihnachten nicht einfach Eintritt? Da weiss man dann vorher, was der Spass kostet und man ergattert auch noch einen Sitzplatz.

 

Vielleicht tut sich ja Trilo mit mir zusammen und verkauft draussen Schwarzmarktkarten. ;)

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Für Weihnachten hätte ich noch ne andere Idee. Man braucht dazu nur ne Priestertracht und muß etwas schneller als der Pfarrer am Pult sein ... .

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Hallo Trilo,

 

dein Vorschlag ist aber nur sinnvoll, wenn man bereits an die volle Dröhnung Weihrauch gewöhnt ist. So aus nächtser Nähe genossen, kann der Stoff einen schnell als Newbie entlarven.

 

Gruß

Stefan

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Ach so, die merken, wenn es nicht der "richtige" Schwachsinn ist, den man redet.

 

Dann wäre ich ungeeignet. Ich war nämlich noch nie in einer Kirche.

 

Aber man könnte denen durch schräges Gelaber sicher die festliche Stimmung versauen. Oder man läßt sie was singen. ;-)

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Hallo Trilo,

 

Du warst noch nie in einer Kirche? Da hast Du was verpasst. Auch wenn ich nicht glaube, so ist es dennoch beeindruckend, welch kulturelle Pracht der Glaube künstlerisch und architektonisch bisher hervorgebracht hat. Ein Orgelkonzert von Bach live auf einer echten Kirchenorgel gespielt, gehört z.B. zu den Dingen, die man sich mindestens einmal im Leben gönnen muss.

 

Und wenn man mal in Rom ist, dann sollte man den Petersdom nicht links liegen lassen. Beeindruckend.

 

Und auch Du als "Gottloser" solltest zumindest einmal im Leben einen Weihnachtsgottesdienst besuchen. Schliesslich musst Du wissen, was Dir entgeht.

 

Auch wenn ich den Christen weltanschaulich nicht zustimme: Die verstehen es, mit ganz einfachen Mitteln erstaunliche Wirkungen zu erzielen.

 

Gruß

Stefan

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Das mit den Tütchen kommt mir imer etwas seltsam vor. Warum das Bargeld in die Tüte stecken, die Adresse draufschreiben, zumachen, in der Sakristei wird es dann geöffnet gezählt und aufgeschrieben, die Pfarrsekretärin schreibt dann mühsam mit der Schreibmaschine eine Spendenbescheinigung... Da kann ich doch gleich die Kontonummer auf der Tüte verwenden. Ich habe mich schon oft gefragt, warum wir in die Tüte spenden sollen. Da fallen mir nur zwei Gründe ein: Die GEMEINDE will mit einem hohen Spendenbetrag gut dastehen und der EINZELNE will auch, dass Teile der Gemeinde wissen, was er gespendet hat.  Oder der Spendenbetrag ist für eine Überweisung zu gering (dann steht aber auch keine Anschrift drauf).

 

Übrigens klingelt es bei uns in der Gemeinde sonntags wirklich. Ich war mal in einer Freievangelischen Gemeinde, da hat es nur geraschelt, da hat keiner Münzen in den Korb geworfen! Das zur Frage wegen der Spendenhöhe.

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Hallo

Der Klingelbeutel geht mir manchmal auch ganz schön auf den Geist vor allem wenn ich tief im Gedanken bin, ein leichtes Kopfschütteln und er geht weiter. Meine Spenden gehen Monatlich direkt an Bedürftige, und damit brüste ich mich nicht, Jesus sagt" Das deine linke nicht weis was deine Rechte tut" Wer sich mit seinen guten Taten brüstet hat seinen Lohn schon auf Erden und bekommt Ihn nicht mehr im Himmel.

Wenn ich so mache " Prommis sehe , Millionen schwer die damit prahlen auch mal einen Tausender gespendet zu haben, was soll das?

Gottes Segen ( Auch für die , die nicht an Ihn Glauben)

Reymund

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Zitat von Babuschka am 8:01 - 24.November.2001

Übrigens klingelt es bei uns in der Gemeinde sonntags wirklich. Ich war mal in einer Freievangelischen Gemeinde, da hat es nur geraschelt, da hat keiner Münzen in den Korb geworfen! Das zur Frage wegen der Spendenhöhe.

Die Freikirchler sind ja auch nicht im Kirchensteuersystem mit eingebunden, die wissen das auch, daß ihre Gemeinde von ihrem Kollektenbeitrag leben muß.

 

Ansonsten: Sicher ist der Klingelbeutel ein Anachronismus, der zu Zeiten von steuerlich berücksichtigten Spenden seinen Sinn verloren hat.

 

Zu Reymund: Es gibt in Frankfurt einen "Mister-10-Prozent" der alljährlich einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung stellt für mildtätige Zwecke, wenn sich eine bestimmte Anzahl Menschen findet, die ebenfalls 10 % ihrer Netto-Einkünfte spenden. Bisher haben sich diese Menschen immer gefunden. Und wenn man in solchem Maßstab spendet, wäre es dumm, die Steuerbefreiung dafür zu verschenken - die nicht gezahlten (bzw. erstatteten) Steuern auf den Spendenbetrag erhöhen das Einkommen für's Folgejahr, so daß man dann entsprechend mehr spenden kann.

 

Liebe Grüße,

Lucia

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Zitat von Stefan am 2:06 - 24.November.2001

Hallo Trilo,

 

Du warst noch nie in einer Kirche? Da hast Du was verpasst. Auch wenn ich nicht glaube, so ist es dennoch beeindruckend, welch kulturelle Pracht der Glaube künstlerisch und architektonisch bisher hervorgebracht hat. Ein Orgelkonzert von Bach live auf einer echten Kirchenorgel gespielt, gehört z.B. zu den Dingen, die man sich mindestens einmal im Leben gönnen muss.

 

Und wenn man mal in Rom ist, dann sollte man den Petersdom nicht links liegen lassen. Beeindruckend.

 

Und auch Du als "Gottloser" solltest zumindest einmal im Leben einen Weihnachtsgottesdienst besuchen. Schliesslich musst Du wissen, was Dir entgeht.

 

Auch wenn ich den Christen weltanschaulich nicht zustimme: Die verstehen es, mit ganz einfachen Mitteln erstaunliche Wirkungen zu erzielen.

 

Gruß

Stefan

 

 

 

 

 

 


 

 

Das sehe ich ganz genauso. Und ich finde sogar die Show der Katholen um einiges beeindruckender und atmosphärischer, als die der Evangelen.  Wenn nur die Inhalte nicht so hanebüchen wären!

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Der Vergleich mit einer Show ist naheliegend. Manchmal kommen mir jedoch gerade in flachen Theaterstücken die besten Ideen.

 

Davon abgesehen: Außerordentlich störend würde ich es empfinden, wenn in jedem Theaterstück ein Spendenaufruf eingebunden wäre, der bestenfalls auch noch passend zur Handlung, die Zuschauer unter öffentlicher Beobachtung dazu anhält, dem gute Gewissen eine monetäre Gewichtung beizumessen.

 

Ich denke Babuschka hat die kirchliche Situation am besten beschrieben: "Die GEMEINDE will mit einem hohen Spendenbetrag gut dastehen und der EINZELNE will auch, dass Teile der Gemeinde wissen, was er gespendet hat." Eitelkeiten der Gemeinden und der Gemeindemitglieder halten den Klingelbeutel am leben.

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> Und wenn man mal in Rom ist ... (Stefan)

 

Wenn die merken, daß einer nicht dazu gehört, fühlen die sich bestimmt gestört oder entweiht. Ich habe keinen Bock, angesprochen oder aufgerufen zu werden, und dann nichts dazu sagen zu können. Das ist christlicher Kult und geht nur die etwas an.

 

Maximal würde ich mich auf einen "Event" einlassen, also einen Spaß oder so. Aber nicht "untermischen". Das bringt nix. Die würden das sofort merken.

 

Trilo

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Hallo Trilo,

ich glaube, solche Bedenken mußt Du nicht haben. Die "touristisch interessanten" Kirchen kann man ja auch betreten, wenn kein Gottesdienst ist (in den Dom in Pisa, der neben dem schiefen Turm, wird man z. B. nur eingelassen, wenn keine Messe ist); und man benehme sich wie in einem besseren Restaurant: anständige Kleidung (bei Bocuse oder Witzigmann oder so würde man ja auch keinen in der Badehose reingelassen); dezente Lautstärke.

Wenn Du eine Messe (oder auch ein Orgelkonzert) besuchen willst, dann informier Dich vorher, wann es anfängt, zu spät kommen ist nicht besonders höflich. Du kannst Dich einfach in irgendeine Bank (für den Anfang empfehle ich relativ weit hinten) setzen. Aufgerufen oder angesprochen wird normalerweise niemand (außer in Kindergottesdiensten die Kinder), und wenn Du aufstehst oder Dich hinsetzt, so wie Dein Neben- oder Vordermann/frau, fällt es gar nicht auf. Wenn Du Dich nicht knieen willst, dann setz Dich stattdessen, dann versperrst Du keinem die Sicht.

 

Ein "Event" oder einen Spaß in der Kirche möchte ich Dir nicht empfehlen, wenn es um Gottesdienst oder Messe geht, die Du mit einem "Event" oder "Spaß" störst, wäre ich noch humorloser als sonst schon; und die meisten, denen es ernst mit ihrem Gottesdienst ist, ebenfalls.

 

Grüße,

Lucia

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Zitat von Heidi am 20:52 - 23.November.2001

Im katholischen Forum wird derzeit die Kirchensteuer diskutiert. Zu Weihnachten wieder hochaktuell die Frage nach dem Klingelbeutel:

 

Welche Berechtigung hat er?

 

Ist solch eine "Bettelei in der Kirche" noch zeitgemäß?

 

 


 

Liebe Heidi,

zu Deiner Information betr. Klingelbeutel.

In der frühen Christenzeit wurde im Gottesdienst noch "echt geteilt." Damit meine ich, daß Speise und Trank mitgebracht und nach dem Gottesdienst verteilt bzw. in einem gemeinsamen Mahl gegessen wurde. Damit war sichergestellt, daß auch die armen Leute etwas zu essen hatte. Daraus leitet sich die heutige Kollekte in unseren Kirchen während des Gottesdienstes ab. Dieses Geld wird dann sinngemäß für Caritative Aufgaben verwendet.

liebe Grüße.

Udo    

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In der frühen Christenzeit wurde im Gottesdienst noch "echt geteilt." Damit meine ich, daß Speise und Trank mitgebracht und nach dem Gottesdienst verteilt bzw. in einem gemeinsamen Mahl gegessen wurde.

 

Hallo Udo,

 

das hört sich doch recht gemütlich an. :) Kerzenschein und gutes Essen, vielleicht noch ein Gläschen Wein und eine nette Unterhaltung. So mag man sich das heute vorstellen.

 

Aber ist das tatsächlich der Ursprung des Klingelbeutels oder eher der der Kirchensteuer?

 

Den Klingelbeutel würde ich eher mit Ablasszahlungen in Verbindung bringen. Eine "freiwillige Spende" für's Seelenheil.

 

Liebe Grüße

Heidi

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Zitat von Heidi am 21:50 - 24.November.2001


In der frühen Christenzeit wurde im Gottesdienst noch "echt geteilt." Damit meine ich, daß Speise und Trank mitgebracht und nach dem Gottesdienst verteilt bzw. in einem gemeinsamen Mahl gegessen wurde.

 

Hallo Udo,

 

das hört sich doch recht gemütlich an. Kerzenschein und gutes Essen, vielleicht noch ein Gläschen Wein und eine nette Unterhaltung. So mag man sich das heute vorstellen.

 

Aber ist das tatsächlich der Ursprung des Klingelbeutels oder eher der der Kirchensteuer?

 

Den Klingelbeutel würde ich eher mit Ablasszahlungen in Verbindung bringen. Eine "freiwillige Spende" für's Seelenheil.

 

Liebe Grüße

Heidi

 

Hallo Heidi,

bitte nicht mehr die Uhr ins Mittelalter zurückstellen. Die Ablasszahlungen wurden Dank Luthers abgeschafft. Ansonsten hat Luther noch einiges anderes bewirkt, was aber leider letztendlich zur Kirchenspaltung führte.

lieben Gruß.

Udo

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Angenommen, die würden sich wirklich zum Abendessen treffen - nicht nur symbolisch, sondern einmal in der Woche mit richtigem Essen. Das wäre doch mal was anderes.

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Guest Franziskus

Das gibt's bei uns demnächst wieder - Rorate im Advent, jeden Freitag morgens um 6, und anschließend gemütliches Frühstück für alle im Pfarrheim. Is' nix Neues, Trilo!

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Zitat von Trilobit am 23:20 - 24.November.2001

Angenommen, die würden sich wirklich zum Abendessen treffen - nicht nur symbolisch, sondern einmal in der Woche mit richtigem Essen. Das wäre doch mal was anderes.


 

Hallo Trilobit,

möchte der Anmerkung von Franziskus noch eins draufsetzen und zwar folgendes:

In der kalten Jahreszeit führen alle kath. Pfarreien in Mannheim (ob auch in anderen Städten weiß ich nicht)

an jedem Sonntag ein sog. Obdachlosenessen durch. Es werden abwechselnd von jeder Pfarrei die Obdachlosen zu einem Mittagessen und anschließend Kaffe und Kuchen eingeladen. Bei diesen Treffen besteht auch die Möglichkeit mit den Obdachlosen ins Gespräch zu kommen. Ich finde das ganze als eine caritativ sehr sinnvolle Einrichtung.

lieben Gruß.

Udo  

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Ich meine in der Kirche.

 

Früher waren Kirchen ja nicht das, was sie heute sind. Da haben sich alle Leute getroffen, der Boden war mit Stroh ausgelegt, man hat dort drin teilweise geschlafen, Handel getrieben, gegessen, gefeiert, sich getroffen usw..

 

Heute sind Kirchen so ein Zwischending zwischen Architekturdenkmal, Kunstsammlung und Gebetshaus. Nachts sind sie abgeschlossen, weil sich viel wertvolles Zeug drin befindet und somit von jedem Leben abgeschnitten. Es sind einfach tote Steinhäuser, die von ihrer Vergangenheit zeugen.

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