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Sekten


Cervantes
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Was würdet ihr noch unter einer Sekte einordnen? Sind protestanten (EvangeliscH) eine Sekte? Ist die Neuapostolische Kirche eine sekte?

 

Sachts mir!

 

 

alberne Provokation entfernt.

Lucia.

Edited by Lucia Hünermann
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Peppermint Patty

Hi Cervantes!

 

EKD - nein,

 

meiste evangelische Freikirchen - nein, allerdings muß man schon aufpassen, wo man hingerät; charismatische Gemeinden würde ich mir schon genauer ansehen, da eröffnen sich aufgrund der Ausrichtung (bisweilen nicht nachzuvollziehende Wirkung des Heiligen Geistes) schon Möglichkeiten, auf die Mitglieder psychischen Druck auszuüben, wenn Pastor oder Gemeindeleitung es drauf anlegen. Allerdings kann man auch dort in der Regel unbehelligt weggehen, wenn man's rafft was abgeht.

 

Neuapostolen meiner Meinung ja, auch wenn sie sich gerne einen anderen Anschein geben würden,

 

Siebententagsadventisten bemühen sich um Aufnahme in die Evangelische Allianz (oder sind schon drin??, müßt ich nachschauen), was mir persönlich auch etwas suspekt ist.

 

Irgendwo da (zwischen Freikirchen und Siebententagsadventisten oder ebendiesen und den Neuapostolen) verläuft wohl die Grenze.

 

Aber in der Katholischen Kirche gibt es ja auch so einige Strömungen, habe ich mir sagen lassen. Sind die denn alle ganz koscher, äh verzeihung, auf der Basis des Evangeliums?? Was geht da eigentlich alles ab, das ist doch mindestens genauso spannend? :ph34r:

 

Grüße

Patty

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Hi Cervantes!

 

EKD - nein,

 

meiste evangelische Freikirchen - nein, allerdings muß man schon aufpassen, wo man hingerät; charismatische Gemeinden würde ich mir schon genauer ansehen, da eröffnen sich aufgrund der Ausrichtung (bisweilen nicht nachzuvollziehende Wirkung des Heiligen Geistes) schon Möglichkeiten, auf die Mitglieder psychischen Druck auszuüben, wenn Pastor oder Gemeindeleitung es drauf anlegen. Allerdings kann man auch dort in der Regel unbehelligt weggehen, wenn man's rafft was abgeht.

 

Neuapostolen meiner Meinung ja, auch wenn sie sich gerne einen anderen Anschein geben würden,

 

Siebententagsadventisten bemühen sich um Aufnahme in die Evangelische Allianz (oder sind schon drin??, müßt ich nachschauen), was mir persönlich auch etwas suspekt ist.

 

Irgendwo da (zwischen Freikirchen und Siebententagsadventisten oder ebendiesen und den Neuapostolen) verläuft wohl die Grenze.

 

Aber in der Katholischen Kirche gibt es ja auch so einige Strömungen, habe ich mir sagen lassen. Sind die denn alle ganz koscher, äh verzeihung, auf der Basis des Evangeliums?? Was geht da eigentlich alles ab, das ist doch mindestens genauso spannend? :ph34r:

 

Grüße

Patty

Ja ja, Johannes Paul II. und Ratzinger setzen ganz stark auf die neuen geistlichen Bewegungen, die sektenartig strukturiert sind und das volle katholische Programm predigen und leben: Es handelt sich um das Neokatechumenat und die Fokolarbewegung. Das Neokatechumenat ist wegen seines spanischen Gründers KIKO ARGÜELLO vor allem in spanischen Ländern sehr verbreitet, die Focolarini (Gründerin CHIARA LUBICH aus Friaul, hat einen slovenischen Namen) entsprechend in Italien. Wenn sich in Zukunft die Weltwirtschaftslage noch mehr zuspitzt, könnte die Rechnung aufgehen: Die Leute in der 3. Welt rennen ja jetzt schon in Scharen zu (protestantischen) Sekten, deshalb hat der Papst beschlossen: "So etwas in der Art brauchen wir auch!". Die Bewegungen unterstehen dem Papst direkt (wie dies auch bei den Orden ist), Bischöfe haben da nichts zu sagen, was zu ständigen Reibereien in den Bistümern führt. Es ist als Konkurrenzbewegung zu dem ************ Gemeindechristentum gedacht, der Papst verspricht sich davon ein neuen Aufbruch, ein neues Pfingsten, wie er immer sagt. Mein Geschmack ist es eher nicht, aber wenn es mal nichts anderes mehr gibt, gehe ich auch dort hin, wenigstens sind die Leute dort mit Herz und Seele Christen.

 

unangemessenes Adjektiv entfernt. Lucia

Edited by Lucia Hünermann
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Es handelt sich um das Neokatechumenat und die Fokolarbewegung. Das Neokatechumenat ist wegen seines spanischen Gründers KIKO ARGÜELLO vor allem in spanischen Ländern sehr verbreitet, die Focolarini (Gründerin CHIARA LUBICH aus Friaul, hat einen slovenischen Namen) entsprechend in Italien.

Nicht zu vergessen Luigi Guissanis "Communione e Liberatione"! :ph34r:

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Neuapostolen meiner Meinung ja, auch wenn sie sich gerne einen anderen Anschein geben würden,

 

Hallo Patty,

 

könntest du mir sagen warum du dieser Ansicht bist?

Ich kenne einige Neuapostolen persönlich und kann nicht feststellen,

dass es sich dabei um "Sekten"-Anhänger handelt. Vielleicht liegt es aber auch an der Definition von "Sekte". Also für mich ist z.B. Scientology eine Sekte, weil u.a. ein Verlassen der Gruppe nicht so ohne weiteres möglich ist.

 

Grüsse

Valeriana

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Was würdet ihr noch unter einer Sekte einordnen?

Also ich bin Mitglied der Sekte der Nazarener :blink:

 

 

Im Hebräischen und Arabischen werden Christen nach wie vor "Nazarener" genannt.

 

Apostelgeschichte 24,5 (Lut): Wir haben erkannt, dass dieser Mann schädlich ist und dass er Aufruhr erregt unter allen Juden auf dem ganzen Erdkreis und dass er ein Anführer der Sekte der Nazarener ist

 

gby

 

Bernd

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Ich kenne einige Neuapostolen persönlich und kann nicht feststellen, dass es sich dabei um "Sekten"-Anhänger handelt.

Liebe Valeriana,

 

Du mußt unterscheiden lernen zwischen den gefährlichen Sekten und den ungefährlichen. Manche sog. "christliche" Sekten sind nur deswegen Sekten, weil sie haarsträubende Häresien vertreten. Aus menschlicher Hinsicht sind weniger Beanstandungen.

 

Grüße, Carlos

 

@Cervantes: Die Evangelische Kirche ist unter keinen Umständen eine Sekte. Sie sind nur getrennte Glieder eines Leibes, der mystische Leib Jesu: die Kirche. Nur ihre Berechtigung zur Eucharistie und ihr Glaube daran haben sie zum großen Teil verloren.

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Justin Cognito

Was Sekten zu Sekten macht lässt sich verschieden beschreiben. Eine religionswissenschaftliche oder soziologische Beschreibung wäre sicherlich interessant, kann ich aber nicht liefern ....

 

Eine rechliche Beschreibung ist einfach: Die staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften sind keine Sekten, der Rest schon.

 

Als religiöses Unterscheidungsmerkmal würde ich für christliche Kirchen und Vereinigungen auf die Taufe schauen. Ist die Taufe von der gleichen Intention geleitet wie in den christlichen Kirchen die ja alle nur eine Taufe kennen (und deshalb ein reformiert getauftes Kind nicht noch einmal katholisch getauft wird, wenn es später katholisch werden möchte)?

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Eine rechliche Beschreibung ist einfach: Die staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften sind keine Sekten, der Rest schon.

Ach, dann ist also eine Kirche nur eine großgewordene Sekte? Schließlich war die kath. Kirche auch mal nur eine jüdische Sekte.

 

Gruß, Bongo

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Ach, dann ist also eine Kirche nur eine großgewordene Sekte? Schließlich war die kath. Kirche auch mal nur eine jüdische Sekte.

Blödsinn!

 

Aber jede Kirche hat mal klein angefangen. Aber das weisst Du auch! Lass das Provozieren!

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Der Begriff Sekte (im vorherrschenden Verständnis abgeleitet von lat. secare, trennen, abschneiden) bezeichnet eine Gruppe, die sich wegen einer besonderen Lehrmeinung von einer anderen Religion abgespaltet hat.

Weiterhin bezeichnet Sekte (hergeleitet von lat. sequi, folgen, nachfolgen) in einer zweiten Bedeutung Angehörige bestimmter religiöser oder politischer Richtungen und Programme, auch ohne dass diese sich explizit von einer anderen Religion "abgespalten" haben.

Im weiteren Sinne versteht man unter Sekten all diejenigen religiösen Gruppen, die sich stark von der in der Kultur akzeptierten Norm unterscheiden, z.B. die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstandenen neuen Gruppen, die in Deutschland auch als Jugendsekten bezeichnet werden. Auch totalitäre oder manipulierende religiöse Gruppen werden ungeachtet ihrer Lehre Sekten genannt.

Der Begriff Sekte war stets abwertend gefärbt, weil die Abspaltung vom Konsens der Ausgangsreligion als Abtrünnigkeit galt.

So wurden die ersten Christen zunächst als jüdische Sekte aufgefasst, da der Anteil an Angehörigen des Judentums zunächst überwog. Die mit Martin Luther eingeleitete Reformation war als Reform der katholischen Kirche geplant. Auch wenn mit der Augsburger Konfession eine eigenständige lutherische bzw. reformierte Kirche entstand, wurden diese Kirchen von der katholischen Kirche noch bis ins 20. Jahrhundert in manchen Texten als Sekten bezeichnet. Neue religiöse Gruppen oder Abspaltungen von bestehenden Religionen sind fast in allen Jahrhunderten entstanden.

 

http://www.net-lexikon.de/Sekte.html

 

 

Sekten

Eine Gruppe, die dazu geschaffen wurde, die Machtphantasien einer Führungsperson oder -gruppe zu verwirklichen, bezeichnen wir als Sekte. Diese Macht wird mit Mitteln der mentalen Programmierung, die ein typisches Abhängigkeitsverhältnis hervorrufen, gewonnen und erhalten. Kriterium für die Beurteilung einer Sekte ist die reale Machtstruktur und der systematische Einsatz von Überredungs- und Überzeugungstechniken (mentale Programmierung, Gehirnwäsche), also die Beziehung zwischen Führern und Anhängern. Dieses typische Abhängigkeitsverhältnis von Führern zu Anhängern bezeichnen wir als Sektenbeziehung.

 

In der Religionswissenschaft wird unter einer Sekte, auch eine Gruppe, die sich von einer Mutterreligion abgespalten hat, verstanden. Dabei bezeichnet man vom Christentum abgespaltene Gruppen als sog. "Klassische Sekten". Der Bruch mit ihrer Herkunft beruhe meistens darauf, daß sie meinen, besser, vollkommener oder gewissenhafter zu glauben, wobei oft gnostisches Gedankengut eine wesentliche Rolle spiele. Allerdings hat die neuere Forschung gezeigt, daß diese Definition nicht mehr ausreichend ist.

 

Die Klassischen Sekten sind Gruppen, deren Wurzeln zwar auf das Christentum zurückgehen, doch im Unterschied zu den christlichen Kirchen der Ökumene erkennen sie weder das christliche Glaubensbekenntnis noch die christliche Taufe an. Damit wurde aus christlicher Sicht der Trennungsakt vollzogen.

 

http://www.religio.de/sekdef.html

 

 

Eine Gruppierung, die selbst zur "in der Kultur akzeptierten Norm" geworden ist, wie die katholische Kirche, ist daher keine Sekte mehr, sondern definiert selbst, welche Gruppierung eine Sekte ist.

 

Grüsse

ulriksson

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Peppermint Patty
Neuapostolen meiner Meinung ja, auch wenn sie sich gerne einen anderen Anschein geben würden,

 

Hallo Patty,

 

könntest du mir sagen warum du dieser Ansicht bist?

Ich kenne einige Neuapostolen persönlich und kann nicht feststellen,

dass es sich dabei um "Sekten"-Anhänger handelt. Vielleicht liegt es aber auch an der Definition von "Sekte". Also für mich ist z.B. Scientology eine Sekte, weil u.a. ein Verlassen der Gruppe nicht so ohne weiteres möglich ist.

 

Grüsse

Valeriana

 

Hallo Valeriana!

 

Die Neuapostolen, haben, glaube ich, ein bestimmtes System, um im Glauben weiterzukommen, im Sinne von Progression bestimmter Glaubensschritte und damit auch Stellung in der Gemeinde. Wenn man da mit einem "Fehler" rausfällt, muß man wieder ganz von vorne anfangen. Das hält die Mitglieder natürlich schon bei der Stange...

 

Es wird wohl auch zwingend erwartet daß man sonntags im Gottesdienst erscheint und mindestens mal sehr stark nachgefragt, wenn nicht Maßnahmen ergriffen (s.o.) wenn man mal nicht da war.

 

Die Lehre ist auch etwas hahnebüchen, müßt ich aber, zugegeben alles nochmal nachlesen, ist schon etwas länger her, daß ich mich damit beschäftigt habe.

 

Für mich fangen Sekten halt schon da an, wo innerhalb der Glaubensgemeinschaft psychologischer Druck ausgeübt wird und Abhängigkeiten geschaffen werden. Z.B. wenn man der Gemeinschaft/Gemeindeleitung gegenüber nicht mehr frei seine Meinung äußern kann, falls sie von der allgemeinen Glaubensvorgabe abweicht, ohne repressive Maßnahmen zu erwarten. Man sollte sich schon gegenseitig austauschen können, um im Glauben zu wachsen, und auch die Gemeindeleitung auf Fehler hinweisen können, nicht nur umgekehrt.

 

Wie es ist, wenn man die Neuapostolische Kirche verlassen will, weiß ich nicht. Wenn das ohne Weiteres möglich ist, ist ja schonmal was gewonnen. Es gibt ja schon genug Gruppierungen, die dagegen massive Schritte ergreifen.

 

Liebe Grüße

Patty

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Hallo Patty

 

Hallo Valeriana!

 

Die Neuapostolen, haben, glaube ich, ein bestimmtes System, um im Glauben weiterzukommen, im Sinne von Progression bestimmter Glaubensschritte und damit auch Stellung in der Gemeinde. Wenn man da mit einem "Fehler" rausfällt, muß man wieder ganz von vorne anfangen. Das hält die Mitglieder natürlich schon bei der Stange...

 

Von einem derartigen System ist mir nichts bekannt. Die männlichen Mitglieder einer Gemeinde werden, sobald sie erwachsen/alt genug sind verstärkt in den seelsorgerischen Bereich eingebunden. Hat damit aber einer Probleme (z.B. der Bruder meiner Freundin) hat er durchaus die Möglichkeit (wie geschehen) keinerlei Ämter in der Gemeinde auszuüben und sich (in diesem Fall) sogar komplett aus der Gemeinde zurück zu ziehen, ohne dass ihm Nachteile persönlicher oder sonstiger Art daraus erwachsen wären.

 

Es wird wohl auch zwingend erwartet daß man sonntags im Gottesdienst erscheint und mindestens mal sehr stark nachgefragt, wenn nicht Maßnahmen ergriffen (s.o.) wenn man mal nicht da war.

 

Meine Freundin versucht, aus eigenem Bedürfnis, den Sonntagsgottesdienst zu besuchen. Ist sie aber, warum auch immer verhindert, hat sie dies vorher weder "gemeldet" noch wird sie darauf angesprochen.

 

Die Lehre ist auch etwas hahnebüchen, müßt ich aber, zugegeben alles nochmal nachlesen, ist schon etwas länger her, daß ich mich damit beschäftigt habe.

 

stimmt, manches mutet mich etwas seltsam an - geht mir aber nicht nur bei den Neuapostolen so :blink:

 

Für mich fangen Sekten halt schon da an, wo innerhalb der Glaubensgemeinschaft psychologischer Druck ausgeübt wird und Abhängigkeiten geschaffen werden. Z.B. wenn man der Gemeinschaft/Gemeindeleitung gegenüber nicht mehr frei seine Meinung äußern kann, falls sie von der allgemeinen Glaubensvorgabe abweicht, ohne repressive Maßnahmen zu erwarten. Man sollte sich schon gegenseitig austauschen können, um im Glauben zu wachsen, und auch die Gemeindeleitung auf Fehler hinweisen können, nicht nur umgekehrt.

 

da stimme ich dir zu. Diese "Forderungen" sehe ich bei meiner Freundin auch verwirklicht. Sie kann frei ihre Meinung äussern und auch nach íhrer Vorstellung leben. Dass sie dies im Einzelfall nach Prüfung, ob diese oder jene Entscheidung in Übereinstimmung mit ihrem Glauben erfolgt, ist wohl selbstverständlich. Abgesehen davon ist z.B. ihr Freundeskreis "angefüllt" u.a. mit A&As und Mitgliedern der röm. kath. Kirche und keinen störts. Der Gemeindevorsteher besucht die Mitglieder reihum, so etwa 1-2 mal im Jahr. Bei diesen Besuchen wird auch über Glaubenszweifel oder sonstige Fragen gesprochen die einem auf der Seele brennen. Wobei die Möglichkeit zu einem Gespräch natürlich jederzeit gegeben ist, falls dazu ein Anlass besteht.

 

Wie es ist, wenn man die Neuapostolische Kirche verlassen will, weiß ich nicht. Wenn das ohne Weiteres möglich ist, ist ja schonmal was gewonnen. Es gibt ja schon genug Gruppierungen, die dagegen massive Schritte ergreifen.

 

Mir ist absolut nichts gegenteiliges bekannt.

 

Liebe Grüße

Valeriana

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