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Eine Bibel - viele Uebersetzungen


Max
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Hallo Leute,

 

als ich mir eine englische Bibel kaufen wollte, sah ich dass es da heisse Diskussionen gibt um welche Uebersetzung nun am besten sei. Mir wurde dann die "revised standard version- catholic edition" (Ignatius Bibel) empfohlen, die sich nah am Originaltext halten soll.

 

Viele neue Uebersetzungen (new revised, New jerusalem,...) haben "inclusive language", im Text wird dann vermieden eine maennliche Form fuer Gott zu gebrauchen (also immer wo "he" steht, dann "God" schreiben, oder jeglichen Aussage, die eine Aussage ueber Geschlecht macht.)

 

Im deutschen habe ich mir ueber die Uebersetzung nie so Gedanken gemacht. Da habe ich nur die Einheitsuebersetzung. Wie sieht's da aus?

 

Und habt ihr ne Meinung was die beste deutsche oder englische version ist?

 

Interessant war ja auch das hier: http://www.kath.net/detail.php?id=6718

 

 

Laut "Focus"-Bericht wird außerdem seit zwei Jahren an einer "Bibel in gerechter Sprache" gearbeitet. Gott sei in der von 53 Philologen erarbeiteten Neuübersetzung nicht mehr "Vater", sondern "Vater und Mutter", der "Heilige Geist" werde zur "Heiligen Geistkraft".

 

 

Gruesse

 

Max

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ich denke, dass jede kirche ihre eigene/favorisiere bibel hat. bei so etwas will sich ja niemand lumpen lassen und besser sein als der andere.

 

jetzt aus jesus wegen irgendwelchen feministischen strömungen eine frau machen zu wollen ist *ecklusiv* und kommt sicherlich aus einer *exklusiven* richtung. diese exklusive richtung ist jedoch nicht die katholische ...

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Laut "Focus"-Bericht wird außerdem seit zwei Jahren an einer "Bibel in gerechter Sprache" gearbeitet. Gott sei in der von 53 Philologen erarbeiteten Neuübersetzung nicht mehr "Vater", sondern "Vater und Mutter", der "Heilige Geist" werde zur "Heiligen Geistkraft".

 

Das läuft auf eine Fälschung heraus.

"Heilige Geisteskraft" - bloss, weil's grammatisch femininum ist - da dreht sich mir der Magen um. Das sind keine Philologen, sondern Philolügner.

 

„Die Lutherbibel muss dem Sprachwandel Rechnung tragen“, sagt er gegenüber "Focus". Er könne sich einige Texte - die Erlebnisse von König David sowie die Königsbücher - "gut in Harry-Potter-Sprache vorstellen".

Harry Potter ist eine Überseztung aus dem englischen - und gerade die letzten Bände sind unter großem Zeitdruck in ziemlich schlechtes Deutsch und ziemlich schlampig übersetzt worden. *graus* Dann immer noch lieber die Einheizübersetzung, wo zwar nicht sauber übersetzt ist, aber wenigstens das Deutsch erträglich.

 

Ich benutze vorzugsweise die "Jerusalemer Bibel" (Schulausgabe, Anfagn der 70-er) oder die Elberfelder - di hab' ich auf CD.

Edited by Lucia Hünermann
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Und habt ihr ne Meinung was die beste deutsche oder englische version ist?

Die beste englische Version ist meiner Meinung nach die King James Bible, die beste deutsche die Lutherbibel in der Textfassung 1912. Alle anderen mir bekannten Versionen reichen sprachlich nicht an diese Texte heran. Die sind im Grunde noch besser als der Urtext. :blink:

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Bibel wird in "gerechter Sprache" übersetzt

 

Frankfurt a.M./Speyer (epd). Ein Team von 45 Übersetzerinnen und Übersetzern arbeitet zurzeit an einer deutschen Bibel in "gerechter Sprache". Diese solle keine Frauen diskriminierenden Formulierungen mehr enthalten, sagt die Frankfurter Pfarrerin Hanne Köhler. Die ersten in diesem Jahr erstellten Stücke werden derzeit in der Praxis erprobt. An dem Projekt arbeiten die Theologieprofessoren Luise Schottroff, Frank Crüsemann und Jürgen Ebach mit.

Bislang sei Gott in Bibelübersetzungen fast immer männlich angeredet worden als Vater, Herr oder Schöpfer, kritisiert Köhler. Sie ist die von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beauftragte Projektleiterin. Dagegen gebe es in der Bibel auch weibliche Gottesbilder wie Mutter, Weisheit oder Geisteskraft.

Mit der neuen Übersetzung solle die Vielfalt der Bilder aufgedeckt werden. Statt "Vater unser im Himmel" könne es nach dem Vorbild der Übersetzung des Evangelischen Kirchentags von 1999 heißen: "Gott, für uns wie Vater und Mutter im Himmel". Frauen sollen nach Köhlers Angaben in Bibeltexten nicht mehr verschwiegen werden. Die Gefolgschaft Jesu werde mit "Jüngerinnen und Jünger Jesu" übersetzt.

60 Pfarrer, Lehrer und ehrenamtliche Mitarbeiter benutzen die ersten Übersetzungen in der Praxis, um ihre Tauglichkeit zu prüfen. Wenn etwa Jugendliche eine Formulierung lächerlich finden, werde sie geändert. Bei den ersten Rückmeldungen haben sich nach den Worten von Köhler Pfarrer im Gegensatz zu Gemeindegliedern als vorsichtiger bei sprachlichen Änderungen erwiesen.

 

Die Pfarrer wollten lieber bei der Anrede "er" für Gott bleiben, während Gemeindeglieder eine Abwechslung zwischen "er" und "sie" befürwortet hätten. Die Übersetzer berücksichtigen neben einer geschlechtergerechten Sprache auch das jüdische Textverständnis. An dem evangelischen Arbeitsvorhaben wirken auch einige katholische Übersetzer mit.

Die Übersetzung des Gottesnamens habe für Auseinandersetzungen gesorgt, berichtet Erhard Domay. Der Leiter der theologischen Fortbildung in der Evangelischen Kirche der Pfalz ist Mitherausgeber der neuen Übersetzung. Die Gottesanrede "Herr", mit der Luther das jüdische "adonaj" übersetzt habe, werde wegen der patriarchalen und obrigkeitsstaatlichen Bedeutungen durch den Ausdruck "Gott/adonaj" ersetzt.

Die Übersetzung der Bibel soll Ende 2004 abgeschlossen sein und 2006 in einer ersten Auflage von 10.000 Exemplaren herausgegeben werden. 200.000 Euro werden an Spenden gesucht. Im Februar soll ein "Werkbuch gerechte Sprache" erscheinen, das erste Ergebnisse für die Gemeindearbeit veröffentlicht. Ein Beirat unter Vorsitz des hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker begleitet nach Köhlers Angaben das Vorhaben. (11637/18.12.02)

 

Quelle: http://www.epd.de/598_12003.htm

 

 

Anmerkung meinerseits:

 

Als Christ glaube ich, daß Gott selbst uns gelehrt hat, wie wir von ihm reden sollen.

Wenn jemand nun diese Begriffe ändert, so sagt er damit entweder, daß all diese männlichen Bilder nicht der göttlichen Offenbarung entspringen, oder er glaubt zwar, daß sie von Gott gelehrt wurden, betrachtet sie aber als vollkommen willkürlich und unbedeutend.

Dann stellt sich aber die Frage, ob das Christentum für Gott nicht ebenso unbedeutend ist und wir nicht besser eine "geschlechtsneutrale" Religion erfinden sollten.

 

 

Tach zusammen

Erich

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Mir stellt sich eher die Frage, ob die Übersetzerinnen und Übersetzer nicht einen an der Waffel oder am Waffelus haben. Wer bezahlt eigentlich so einen Quatsch bzw. so eine Quatschin? Das wird doch den einen Euro oder die andere Eura kosten, da diese Klugscheißerinnen und Klugscheißer ja sicher nicht für Gotteslohn und Göttinnenlohnin arbeiten.

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Bibel wird in "gerechter Sprache" übersetzt

Wenn man das fuer noetig haelt, dann muss man ja der Meinung sein, dass der Urtext in ungerechter Sprache geschrieben ist.

 

Da koennte man ja noch viel abaendern. Alle die Stellen veraendern, die man nicht mag...

 

Dass Gott ein "Mann" sei haben Christen ja dennoch nie behauptet...

 

max

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Peppermint Patty

Hi zusammen!

 

Hoffen und beten wir, daß die nötigen 200.000 € Spendengelder nie zusammenkommen mögen!

 

Scheint mir eine typische ABM-Aktion für sonst arbeitslose Philologen zu sein, die sollten lieber was Vernünftiges machen aus ihrem Leben! :ph34r:

 

Ich fühle mich in der Bibel nicht unterrepräsentiert, es geht ja dabei auch nicht um die sprachliche Makulatur, auf die ich auch bei allen dergestalten säkularen Aktionen gut und gerne verzichten kann, sondern um die wirkliche Präsenz von Frauen in der Bibel, die ja durchaus gegeben ist und das sicher mehr als damals üblich.

 

Grüße

Patty

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Und was für Frauen es dort gibt, Patty. Starke, kraftvolle Frauen, die an entscheidenden Stellen im Leben des Volkes Israel aktiv werden. Wobei manche Wege gehen zu denen mir nichts mehr einfällt.

 

Aber mal zurück zum Thread.

 

Für das AT schätze ich sehr Buber/Rosenzweig.

 

Für das NT lese ich neben der Einheitsübersetzung:

 

DAS NEUE TESTAMENT Übersetzt von Fridolin Stier. Mal abgesehen von der Sprache hat das Buch Papier, Schriftbild und Format in der für mich idealen Version. Die Bibel liegt so richtig gut in der Hand.

 

MÜNCHENER NEUES TESTAMENT. Es ist eine Studienübersetzung und sehr, sehr wortgetreu als Übersetzung aus der griechischen Sprache. Es hat das "Robert Ketelhohnsche Gütesiegel" bekommen.

 

 

Herzliche Grüße

Martin

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Justin Cognito

Ich verwende fürs neue Testament

 

Aland u.a. (Hrsg.), The Greek New Testament (4. Aufl), Stuttgart 2000

Griechische Ausgabe, Englische Version die vom Schriftbild her schöner ist als die deutsche Version, bzw. ich tu mir mit größeren Buchstaben halt leichter ....

Dazu gibt es auch ein praktisches Wörterbuch

R.Kasshühlke, Kleines Wörterbuch zum Neuen Testament, Griechisch - Deutsch (3. Aufl), Stuttgart 2001

 

Als Übersetzung verwende ich das Münchner Neue Testament.

J.Hainz (Hrsg.) Münchner Neues Testament - Studienübersetzung (5. Aufl), Düsseldorf 1998

 

Vom Collegium Biblicum München herausgegeben - so griechisch wie möglich und so deutsch wie nötig übersetzt. Der an das Original angelehnte Satzbau (viele Partizipien) macht das Lesen zwar komplizierter, dafür (für mich) spannender. Bei der Einheitsübersetzung lauf ich immer in Gefahr etwas zu "überlesen" weil ich es schon so oft gelesen / gehört habe und alles etwas sprachlich "geglättet" klingt.

Edited by Kryztow
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Hallo!

 

Die Münchener Studienbibel hört sich ganz interessant an! :blink:

Kann mir jemand bitte, damit ich mir ein "Bild" davon machen kann, zwei kleine Auszüge (als Scan vielleicht) anbieten? Sehr interessieren würde mich Joh 2,1-12 und Lk 1,26-38; oder Joh 1,1-18.

 

Herzlichen Dank!

 

Juan

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Hallo,

Juans Bitte möchte ich mich anschließen. Es wäre hilfreich, um zu sehen, ob diese Übersetzung auch was für mich wäre.

Vorab schon mal herzlichen Dank!

Historiker

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altersuender

Im sechsten Monat aber wurde geschickt der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt der Galilaia, deren Name Nazareth, zu einer Jungfrau, verlobt einem Manne, dessen Name Joseph, aus (dem) Haus David, und der Name der Jungfrau (war) Mariam. Und hineingehend zu ihr sprach er: Gruß (dir), Begnadete, der Herr (ist) mit dir. Die aber wurde bei dem Wort verwirrt und überlegte, was für eine Begrüßung diese sei. Und (es) sprach der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Mariam; denn du fandest Gnade bei Gott. Und siehe, du wirst empfangen im Leib und gebären einen Sohn und wirst rufen seinen Namen Jesus. Dieser wird groß sein und Sohn (des) Höchsten gerufen werden, und geben wird ihm Gott (der) Herr den Thron Davids, seines Vaters, und er wird als König herrschen über das Haus Jakob in die Aionen, und seines Königtums wird nicht sein ein Ende. (Es) sprach aber Mariam zu dem Engel: Wie wird sein dies, da einen Mann ich nicht erkenne? Und antwortend sprach der Engel zu ihr: Heiliger Geist wird kommen auf Dich und Kraft (des) Höchsten wird dich überschatten; deshalb wird auch das Gezeugte heilig gerufen werden, Sohn Gottes. Uns siehe, Elisabet, deine Verwandte, hat auch selbst empfangen einen Sohn in ihrem Alter, und dieser ist (der) sechste (Monat) für sie, die unfruchtbar Gerufene; weil nicht kraftlos sein wird von Gott her jedes Wort. (Es) sprach aber Mariam: Siehe, die Magd (des) Herrn; es geschehe mir nach deinem Wort. Und wegging von ihr der Engel. (Lk 1, 26-38).

 

Und am dritten Tag Hochzeit war im Kana der Galilaia, und (es) war die Mutter von Jesus dort, gerufen wurde aber auch Jesus und seine Schüler zu der Hochzeit. Und als Mangel war an Wein, sagt die Mutter von Jesus zu ihm: Wein haben sie nicht. [und] (es) sagt ihr Jesus: Was (ist zwischen) mir und dir, Frau? Noch ist nicht gekommen meine Stunde. (Es) sagt seine Mutter zu den Dienern: Was immer er euch sagt, tut! (Es) waren aber dort sechs steinerne Wasserkrüge gemäß der Reinigung der Judaier dastehend, fassend je zwei oder drei Metreten. (Es) sagte ihnen Jesus: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben. Und er sagte ihnen: Schöpft jetzt und bringt dem Tafelmeister; die aber brachten. Als aber kostete der Tafelmeister das Wasser, (das) Wein gewordene, und nicht wusste, woher es ist - die Diener aber wussten (es), die geschöpft haben das Wasser -, ruft den Bräutigam der Tafelmeister, und er sagt ihm: Jeder Mensch setzt zuerst den guten Wein vor, und wann die trunken sind, den geringeren; du hast bewahrt den guten Wein bis jetzt. Diesen Anfang der Zeichen machte Jesus im Kana der Galilaia, und er offenbarte seine Herrlichkeit, und (es) glaubten an ihn seine Schüler. Danach hinabstieg er nach Kapharnaum, er und seine Mutter und [seine] Brüder und seine Schüler, und dort blieben sie nicht viele Tage. (Joh 1-12).

 

() übersetzungsbedingte Hinzufügungen zum Text

[] unsichere Lesart

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Lieber altersünder!

 

Herzlichen Dank für diese prompte Erfüllung meiner Bitte! Das ist sehr nett von Dir! :P

 

Nun muss ich die Stellen mal "unter die Lupe nehmen"... :blink:

 

Gottes Segen und einen schönen Neujahrstag!

 

Juan

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Hallo,

auch von mir herzlichen Dank. Ich hoffe, ich habe morgen Gelegenheit, die Münchener Studienbibel in einer Bibliothek auszuleihen, um mich noch intensiver damit beschäftigen zu können.

Viele Grüße

Historiker

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Justin Cognito

Ich kann auch noch die Synopse zum Münchner Neuen Testament sehr empfehlen:

 

J. Hainz (Hrsg.), Synopse zum Münchner Neuen Testament (2 Aufl,), Düsseldorf, 1998

 

Hier kommt die große Anlehnung an das griechische Original natürlich auch der besseren Vergleichbarkeit der Paralellstellen zugute.

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