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Wie weit geht Sünde?


gimu
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Ich habe neulich ein Statement gelesen, in dem ausgesagt wurde, dass wir Menschen uns der Sünde eigentlich nicht entziehen können und dass wir teilweise unbewusst und ohne dass wir es wollen sündigen. Als Beispiel hierfür wurden die ungerechten wirtschaftlichen Strukturen in unserer Welt genannt. Wie soll man das verstehen? Soll/Muss ich es als Sünde bewerten, wenn ich z. B. eine Banane esse oder eine Tasse Kaffee trinke und dadurch diese ungerechten Strukturen unterstütze?

 

LG, gimu

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Soll/Muss ich es als Sünde bewerten, wenn ich z. B. eine Banane esse oder eine Tasse Kaffee trinke und dadurch diese ungerechten Strukturen unterstütze?

..übertreib´s nicht, mit Deinem Sündenbewußsein. Beim Kaffee kannst Du ja mal sehen, ob Dir der fair gehandelte gepa-Kaffee schmeckt!

 

Gruß

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..übertreib´s nicht, mit Deinem Sündenbewußsein. Beim Kaffee kannst Du ja mal sehen, ob Dir der fair gehandelte gepa-Kaffee schmeckt!

ICH übertreibs bestimmt nicht! Die Beispiele standen da so! Und Kaffee tinke ich eh nicht soviel! :blink:

 

Aber sag mal: So unschuldig sind wir da bestimmt nicht! Einfach tatenlos zuschauen oder besser noch wegschauen und unterstützen bringst bestimmt nicht! Ich will jetzt kein Weltverbesserer sein, aber ganz richtig ist unser Handeln doch nicht, oder? Und ob das dann Sünde istl - keine Ahnung! :blink:

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Ja, reißen wir Europäer endlich alle Zollschranken gegenüber den Landwirtschaftsprodukten der armen Länder ab! Sollen sie doch endlich unseren 300-Mio-Markt überschwemmen, damit unsere europäischen Bauern endlich zugrunde gehen!

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Soll/Muss ich es als Sünde bewerten, wenn ich z. B. eine Banane esse oder eine Tasse Kaffee trinke und dadurch diese ungerechten Strukturen unterstütze?

 

LG, gimu

Hei Gimu,

 

das ist tatsaechlich eine sehr gute Frage. Ein Mensch kann in ungerechte Lebensumstaende hineingeboren sein. Er mag dann vom Unrecht profitieren. obwohl er es selbst nicht verursacht hat. (zB ein Kind eines Vaters, der durch ungerechte Umstaende reich wurde, vielleicht in einem Land wo alle anderen bitterarm sind.)

 

Es ist oft gesagt worden, dass der westliche Lebensstandard sich nicht halten liesse ohne aermere Laender, wo wir billig einkaufen koennen, obwohl wir selbst nie die dortigen Lebensbedingungen dulden wuerden.

 

Oder all die Ungerechtigkeiten die es in der Gesellschaft gibt. Warum ist fuer wirklich draengende Probleme (Hunger, Armut, Bildung) kein Geld da, waehrend fuer absolut zweitrangiges massenweise Geld da ist (Ruestung, immer neue Produkte, etc etc). Letztens meinte eine Zeitung, die Suche von Wasser auf Mars kostet so viel Geld, mit einem Bruchteil koennte man die Wasserprobleme in Afrika loesen. Fuer mich als Wissenschaftler eine berechtigte Frage, ist der Geldverbrauch der Wissenschaft akzeptabel? Aber was kann ich stattdessen machen? Auch ich muss froh sein, dass ich ueberhaupt einen Job habe; soll ich stattdessen lieber arbeitslos sein?

 

Da gaebe es sicher viele andere Beispiele.

 

Bloss: da kommen wir praktisch nicht vollstaendig raus, koennen nur ein kleines bischen zu Aenderungen beitragen.

 

Gruesse

 

Max

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Ja, reißen wir Europäer endlich alle Zollschranken gegenüber den Landwirtschaftsprodukten der armen Länder ab! Sollen sie doch endlich unseren 300-Mio-Markt überschwemmen, damit unsere europäischen Bauern endlich zugrunde gehen!

...das ist ja de fakto bereits geschehen mit der EU und mit den Global Players. Man müßte ein Wirtschaftssystem erfinden, das für die Menschen da ist, so daß nicht das Umgekehrte stattfindet: wir liefern uns einem Prinzip aus (dem freien Welthandel), fördern damit die Globalisierung und richten unsere eigenen Existenzen in Form von Klein- und Mittelbetrieben mehr oder weniger zu Grunde!

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Wie soll man das verstehen?

Hallo Gimu,

 

ich will das mal von einer anderen Seite betrachten und eine Stelle aus dem Römerbrief nennen, Kapitel 7 die Verse 18-24 in der Übersetzung: "Hoffnung für Alle"

 

Die Herrschaft der Sünde

18 Ich weiß wohl, daß der Mensch von Natur aus nicht gut ist. Deshalb werde ich niemals das Gute tun können, so sehr ich mich auch darum bemühe. 19 Ich will zwar immer wieder Gutes tun und tue doch das Schlechte; ich verabscheue das Böse, aber ich tue es dennoch. 20 Wenn ich also immer wieder gegen meine Absicht handle, dann ist klar, daß es die Sünde in mir ist, die mich zu allem Bösen verführt. 21 Ich mache immer wieder dieselbe Erfahrung: Das Gute will ich tun, aber ich tue das Böse. 22 Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als Gottes Gesetz zu erfüllen. 23 Dennoch handle ich nach einem anderen Gesetz, das in mir wohnt. Dieser Widerspruch zwischen meiner richtigen Einsicht und meinem falschen Handeln beweist, daß ich ein Gefangener der Sünde bin. 24 Ich stelle also fest: Innerlich stimme ich zwar dem Gesetz Gottes zu, aber in meinen Taten folge ich dem Gesetz der Sünde. Ich unglückseliger Mensch! Wer wird mich jemals aus dieser Gefangenschaft befreien? Gott sei Dank! Durch unseren Herrn Jesus Christus sind wir bereits befreit.

 

 

William Mc Donald hat mal folgendes Statement dazu gegeben:

 

Wenn ein junger Gläubiger diese Lektion, "daß der Mensch von Natur aus nicht gut ist", schon sehr früh in seinem Leben als Christ lernt, wird ihm das später eine Riesenmenge von Problemen ersparen. Die Bibel lehrt, daß es NICHTS GUTES in unserer alten, bösen, nicht wiedergeborenen Natur gibt. Das Fleisch taugt absolut nichts. Es wird durch unsere Bekehrung um kein Jota verbessert. Es wird auch nicht durch einen lebenslangen konsequenten Wandel als Christ veredelt. Ja nicht einmal Gott versucht es zu verbessern. Er hat es am Kreuz zum Tod verurteilt und will, daß wir es im Tod halten.

 

Wenn ich dies wirklich im Glauben erfasse, bewahrt es mich vor vergeblichem Suchen und Streben. Ich suche nicht mehr nach etwas Gutem an einer Stelle, von der Gott gesagt hat, daß es da einfach nicht zu finden ist.

 

Es bewahrt mich vor Enttäuschung. Ich bin nie mehr enttäuscht, wenn ich in mir selbst nichts Gutes finde. Denn ich weiß von vornherein, daß es da einfach nicht vorhanden ist.

 

Es bewahrt mich vor ständiger »Nabelschau«. Ich gehe von der Voraussetzung aus, daß ich aus mir selbst heraus nicht überwinden kann. Im Gegenteil - Selbstbeschäftigung hat zwangsläufig die Niederlage zur Folge.

 

Es bewahrt mich vor psychologischer und psychiatrischer »Seelsorge«, die den Scheinwerfer auf das Ich richtet. Eine derartige Therapie verkompliziert das Problem nur, anstatt es zu lösen.

 

Es lehrt mich, ständig mit dem Herrn Jesus beschäftigt zu sein. Robert Murray McCheyne (1813-1843, schottischer Pfarrer und Autor) sagt: »Für jeden Blick, den du auf dich selbst richtest, richte zehn Blicke auf Jesus.« Das ist ein gutes Verhältnis! Jemand anders hat einmal gesagt, daß selbst ein geheiligtes Ich nur ein armseliger Ersatz für einen verherrlichten Christus ist. Und der Liederdichter schreibt: »Wie süß, vom Ich hinwegzufliehn, und im Heiland sich zu bergen.«

 

Vieles in unserer heutigen Wortverkündigung und viele neue christliche Bücher schicken die Menschen auf die Selbstbeschäftigungstour und hypnotisieren sie förmlich mit ihrem Temperament, ihrem Selbstwertgefühl, ihren Komplexen und Minderwertigkeitsgefühlen. Diese ganze Richtung ist eine Tragödie an Einseitigkeit und hinterläßt in ihrem Kielwasser ein Trümmerfeld menschlicher Wracks.

 

»Ich bin viel zu schlecht, als daß ich auch nur einen Gedanken an mich selbst verdiente; stattdessen möchte ich mich selbst vergessen und auf Gott blicken, der in der Tat all meiner Gedanken wert ist.«

 

 

gby

 

Bernd

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Ja, reißen wir Europäer endlich alle Zollschranken gegenüber den Landwirtschaftsprodukten der armen Länder ab! Sollen sie doch endlich unseren 300-Mio-Markt überschwemmen, damit unsere europäischen Bauern endlich zugrunde gehen!

Ist Gruppenegoismus Sünde?

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Ist Gruppenegoismus Sünde?

Lieber Mecky,

 

das hört sich schwer nach Sünde an, oder wie Erich irgendwo geschrieben hat: Da tun sich Abgründe auf ... :blink:

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Ja, reißen wir Europäer endlich alle Zollschranken gegenüber den Landwirtschaftsprodukten der armen Länder ab! Sollen sie doch endlich unseren 300-Mio-Markt überschwemmen, damit unsere europäischen Bauern endlich zugrunde gehen!

Sind wir nicht schreckliche Egoisten? :blink:

Da bekomm ich echt soooo nen Hals!

 

Bist du Landwirt? Wir machen unsere Bauern schon selber kaputt! Da macht es nichts mehr aus, ob irgendwo einem Bananenpflücker ein anständiger Lohn bezahlt wird!

 

Aber zurück zum Thema!

 

Mich interessiert eigentlich noch, wie schwer eine Sünde wiegt, die man völlig unbewusst und ohne dass man es eigentlich will tut! Und ab wann muss man hier überhaupt von Sünde sprechen?

 

LG, gimu

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Mich interessiert eigentlich noch, wie schwer eine Sünde wiegt, die man völlig unbewusst und ohne dass man es eigentlich will tut! Und ab wann muss man hier überhaupt von Sünde sprechen?

 

LG, gimu

Hei Gimu,

 

ist Unwissenheit Suende?

 

Das wichtigste ist wohl die Einstellung: Jemand der sich nicht im geringsten darum kuemmert herauszufinden, ob sein Handeln recht ist oder nicht, dessen Unwissenheit ist sicherlcih Suende.

 

Wenn aber jemand von seiner Grundeinstellung her seine Handlungen hinterfraegt, um eben das richtige zu machen, dann scheint mir Unwissenheit keine Suende. Derjenige hat sich Gedanken gemacht aberf mangels Faehigkeit oder Information etwas falsches getan.

 

Hmm, die Intention und Motivation ist vielleicht das allerwichtigste? Ob etwas wirklich aus Liebe und Aufmerksamkeit anderen gegenueber geschieht. Oder eben aus Desinteresse und Egoismus.

 

Max

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Ist es Sünde, ein großes Auto zu fahren, während anderswo Menschen nicht das Nötigste zum Leben haben?

 

Ist es Sünde, viel Geld für einen Urlaub auszugeben, während anderswo Menschen nicht das Nötigste zum Leben haben?

 

Ist es Sünde, zu rauchen, Alkohol zu trinken, teure Möbel, teure Kleidung zu kaufen, während anderswo Menschen nicht das Nötigste zum Leben haben?

 

Matth. 19,21: "Willst Du vollkommen sein, dann geh hin, verkaufe, was Du hast, und gib es den Armen - und Du wirst einen Schatz im Himmel haben - und komm und folge mir nach?"

 

Harter Stoff, gell? Fanden die Jünger auch:

 

Matth. 19, 25:

 

"Als die Jünger das hörten, erschraken Sie sehr und fragten. 'Wer kann dann gerettet werden?'"

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Ich habe neulich ein Statement gelesen, in dem ausgesagt wurde, dass wir Menschen uns der Sünde eigentlich nicht entziehen können und dass wir teilweise unbewusst und ohne dass wir es wollen sündigen. Als Beispiel hierfür wurden die ungerechten wirtschaftlichen Strukturen in unserer Welt genannt. Wie soll man das verstehen? Soll/Muss ich es als Sünde bewerten, wenn ich z. B. eine Banane esse oder eine Tasse Kaffee trinke und dadurch diese ungerechten Strukturen unterstütze?

 

LG, gimu

Lieber gimu,

 

das hört sich für mich nach dem Begriff der "strukturellen Sünde" aus der "Befreiungstheologie" an. Ein Thema, das schon des öfteren hier im Forum diskutiert wurde. Vielleicht helfen Dir diese beiden Schlagworte und eine entsprechende Suche in alten Threads zunächst mal weiter, da prallten schon die unterschiedlichsten Meinungen aufeinander.

 

Liebe Grüße,

Wolfgang

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Justin Cognito

Ein Begriff der mich seit meiner Mittelschulzeit verfolgt ist der der "Sündenverflochtenheit". Ihn hat unser damaliger Religionslehrer verwendet um Erbsünde zu erklären. Und nach wie vor kann ich sehr viel mit ihm anfangen. Wir werden in eine Welt geboren, die alles andere als heil ist. Kaputte Familienkostellationen, kaputte Sozialsysteme, strukturelle Ungerechtigkeiten. Viele Dinge in die wir einfach so hineingestoßen werden. Eigentlich unmöglich sich hier zurechtzufinden - und trotzdem: mitten in diesen Schlamassel sagt Gott uns in der Taufe das Heil zu. Und diese Heilsansage trägt mich durch eine alles andere als heile Welt und lässt mich auch die Stimme und Hand erheben gegen manches Unheil in der Welt. Denn ich weiß dass ich, obwohl ich bis zum Hals in der Sündenverflochtenheit drin stecke, von Gott her frei sein kann - weil er mich befreit. Und da Gott mitten in die Welt gekommen ist, spielt sich auch diese Freiheit mitten in der Welt ab - ist also keine Flucht vor der Welt, sondern Zusage an und in der Welt.

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