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Was sind die Grundlagen christl. Lebensführung?


Dio

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Hallo!

 

Meine Bekannte fragte mich neulich per mail: "Du kannst mir doch gewiss Auskunft geben: WAS sind eigentlich die Grundlagen christlicher Lebensführung? Vertrauen, Nächstenliebe und Demut gehören bestimmt dazu- was noch?".

 

Ich stellte fest, daß diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten war, wie es zunächst schien. Ich holte sozusagen Luft um zu antworten und dann: pfffffffft...*ääh*.

 

Ich erklärte ihr nach längerem Überlegen, daß es IMHO so ist, daß aus dem ersten Gebot sich alle anderen "Lebensführungsrichtlinien" ergeben, quasi automatisch- denn wer Gott liebt , wird aus Liebe tun, was ER vorgibt zu tun, wer den Nächsten liebt, wird die andern 9 Gebote halten und wer den Nächsten liebt, muss überhaupt als Grundlage sich selber lieben, um Liebe verschenken zu können.

 

Diese Antworten haben ihr aber nicht ausgereicht. Daher kam mir der Gedanke, EUCH HIER zu fragen: WAS sind Eurer Meinung nach die

"GRUNDLAGEN CHRISTLICHER LEBENSFÜHRUNG"?

 

Ich werde ihr den Fred dann mailen :blink: vielen Dank auch!

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Gottesliebe und Nächstenliebe.

 

gruss

peter

 

 

Wobei das "und" zwischen "Gottesliebe -und- Nächstenliebe"

für das Wirken des "Heiligen Geistes" einsteht.

Edited by pmn
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Hauptsünden vermeiden

Hauptsünden sind: Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit oder Überdruß [acedia].

 

Die Haupttugenden leben, dazu:

die drei theologischen Tugenden

Glaube Liebe, Hoffnung und

die vier Kardinaltugenden Klugheit, Mäßigkeit, Starkmut und Gerechtigkeit.

 

 

Die Kardinaltugenden (Quelle: http://theol.uibk.ac.at/itl/377-9.html )

 

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1805. Vier Tugenden sind Angelpunkte des sittlichen Lebens. Aus diesem Grund nennt man sie „Kardinal"-Tugenden; alle anderen sind rund um sie angeordnet. Es sind dies die Klugheit, die Gerechtigkeit, die Tapferkeit und die Mäßigung. „Wenn jemand Gerechtigkeit liebt, in ihren Mühen findet er die Tugenden. Denn sie lehrt Maß und Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit" (Weish 8,7). Auch unter anderen Bezeichnungen werden diese Tugenden in zahlreichen Texten der Schrift gelobt.

 

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1806. Die Klugheit ist jene Tugend, welche die praktische Vernunft bereit macht, in jeder Lage unser wahres Gut zu erfassen und die richtigen Mittel zu wählen, um es zu erlangen. „Der Kluge achtet auf seinen Schritt" (Spr 14,15). „Seid also besonnen und nüchtern, und betet!" (1 Petr 4,7). „Klugheit ist die rechte Vernunft als Grund des Handelns", schreibt der hl. Thomas (s. th. 2--2,47,2, sc) im Anschluß an Aristoteles. Sie hat nichts mit Schüchternheit oder Ängstlichkeit, mit Doppelzüngigkeit oder Verstellung zu tun. Man nennt sie „auriga virtutum" [Lenkerin der Tugenden]: sie steuert die anderen Tugenden, indem sie ihnen Regel und Maß gibt. Die Klugheit lenkt unmittelbar das Gewissensurteil. Der kluge Mensch bestimmt und ordnet sein Verhalten diesem Urteil gemäß. Dank dieser Tugend wenden wir die sittlichen Grundsätze irrtumslos auf die einzelnen Situationen an und überwinden die Zweifel hinsichtlich des Guten, das zu tun, und des Bösen, das zu meiden ist.

 

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1807. Die Gerechtigkeit als sittliche Tugend ist der beständige, feste Wille, Gott und dem Nächsten das zu geben, was ihnen gebührt. Die Gerechtigkeit gegenüber Gott nennt man „Tugend der Gottesverehrung" [virtus religionis]. Gerechtigkeit gegenüber Menschen ordnet darauf hin, die Rechte eines jeden zu achten und in den menschlichen Beziehungen jene Harmonie herzustellen, welche die Rechtschaffenheit gegenüber den Personen und dem Gemeinwohl fördert. Der gerechte Mensch, von dem in der Heiligen Schrift oft gesprochen wird, zeichnet sich durch die ständige Geradheit seines Denkens und die Richtigkeit seines Verhaltens gegenüber dem Nächsten aus. „Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Stammes genossen richten" (Lev 19,15). „Ihr Herren, gebt den Sklaven, was recht und billig ist; ihr wißt, daß auch ihr im Himmel einen Herrn habt" (Kol 4,1).

 

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1808. Die Tapferkeit ist jene sittliche Tugend, die in Schwierigkeiten standhalten und im Erstreben des Guten durchhalten läßt. Sie festigt die Entschlossenheit, Versuchungen zu widerstehen und im sittlichen Leben Hindernisse zu überwinden. Die Tugend der Tapferkeit befähigt, die Angst, selbst die vor dem Tod, zu besiegen und allen Prüfungen und Verfolgungen die Stirn zu bieten. Sie macht bereit, für eine gerechte Sache auch das eigene Leben zu opfern. „Meine Stärke und mein Lied ist der Herr" (Ps 118,14). „In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt" (Joh 16,33).

 

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1809. Die Mäßigung ist jene sittliche Tugend, welche die Neigung zu verschiedenen Vergnügungen zügelt und im Gebrauch geschaffener Güter das rechte Maß einhalten läßt. Sie sichert die Herrschaft des Willens über die Triebe und läßt die Begierden die Grenzen des Ehrbaren nicht überschreiten. Der maßvolle Mensch richtet sein sinnliches Strebe vermögen auf das Gute, bewahrt ein gesundes Unterscheidungsvermögen und richtet sich nach dem Wort: „Folg nicht deinem Herzen und deinen Augen, um nach dem Begehren deiner Seele zu leben" (Sir 5,2) [Vgl. Sir 37,27-31]. Die Tugend des Maßhaltens wird im Alten Testament oft gelobt: „FoIg nicht deinen Begierden, von deinen Gelüsten halte dich fern!" (Sir 18,30). Im Neuen Testament wird sie „Besonnenheit" oder „Nüchternheit" genannt. Wir sollen „besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben" (Tit 2,12).

 

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„Ein gutes Leben führen ist nichts anderes, als Gott aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus ganzem Sinn zu lieben. Man bewahrt ihm (durch die Mäßigung) eine ganze Liebe, die kein Unglück erschüttern kann (was Sache der Tapferkeit ist), die einzig ihm gehorcht (das ist die Gerechtigkeit) und die wachsam ist, um alle Dinge zu besehen aus Angst, man könnte sich von List und Lüge überraschen lassen (und das ist Klugheit)" (Augustinus, mor. eccl. 1,25,46).

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Matthäus 22, 37-40

 

Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste?

 

Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.

 

Das ist das wichtigste und erste Gebot.

 

Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

 

An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

 

Werner

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Aha. OK das deckt sich relativ genau mit dem, was ich ihr geschrieben habe. Was, wenn sie aber noch genauere Richtlinien haben möchte? Angenommen, es steht einer vor Euch, der sagt: nenn mir doch bitte sie Grundlagen Deiner Lebensführung als Christ, ich bin total neu auf diesem Gebiet und habe keine Ahnung? (So ohne "Grundkenntnisse" sagen wir mal? Bleibt es dann bei dem 1. Gebot als Aussage, auf der alles andere fußt und sich daraus entwickelt?

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