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Martin

... zur Vergebung der Sünden?

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Martin

Warum wird der Tod Jesu als (sein) "Opfer" gesehen/verstanden - zur Vergebung der Sünden?

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Martin

Epheser 1

 

 

Loblied auf den Heilsplan Gottes

 

3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: / Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet / durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.

4 Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, / damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;

5 er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, / seine Söhne zu werden durch Jesus Christus / und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen,

6 zum Lob seiner herrlichen Gnade. / Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn;

7 durch sein Blut haben wir die Erlösung, / die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.

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Erich

Warum wird der Tod Jesu als (sein) "Opfer" gesehen/verstanden - zur Vergebung der Sünden?

 

Hierzu eine etwas längere Lewis-Erklärung aus seinem Buch "Pardon ich bin Christ"

--------------------------------------------------

Kern des christlichen Glaubens ist lediglich die Tatsache, daß uns Christi Tod auf irgendeine Weise mit Gott versöhnt und uns die Möglichkeit zu einem Neubeginn gegeben hat. Alle Theorien darüber - und Theorien darüber gibt es unzählige -, wie Christi Tod das bewirken kann, lassen das Faktum als solches ganz unberührt. Denn darin stimmen alle Christen überein, daß Christi Tod diese Wirkung hat.

 

Eine sehr häufig vertretene Theorie habe ich vorhin schon erwähnt: Unsere Strafe ist uns erlassen, weil Christus freiwillig an unserer Stelle die Strafe auf sich genommen hat. Oberflächlich gesehen, ist das eine reichlich einfältige Theorie. Wenn Gott uns ohnehin die Strafe erlassen wollte, warum in aller Welt tat er es nicht? Wie kommt er dazu, einen unschuldigen Menschen an unserer Stelle zu bestrafen?

 

Das bleibt unverständlich, wenn man an Strafe im Sinne des Strafgesetzbuches denkt. Durchaus verständlich wird es, wenn man an Schulden denkt, für die jemand aufkommt, der die Möglichkeit dazu hat. Oder wenn man an Buße nicht in dem engeren Sinn von Strafe, sondern in dem allgemeineren denkt, wo es soviel wie „die Folgen tragen“ oder „eine Rechnung begleichen“ bedeutet. Dann kann man sich an die altbekannte Erfahrungstatsache halten: Es ist gewöhnlich die Sache eines guten Freundes, jemandem wieder aus der Patsche herauszuhelfen.

 

 

In welche „Patsche“ war nun der Mensch geraten? Er hatte versucht, unabhängig zu werden, sich so zu verhalten, als gehöre er nur sich selbst. Mit anderen Worten: Der von Gott abgefallene Mensch ist nicht nur ein unvollkommenes Wesen, das vollkommen werden muß; er ist ein Rebell, der die Waffen gestreckt hat. Die Waffen strecken, sich ergeben, bereuen, einsehen, daß man auf der falschen Bahn war, und dazu bereit sein, das Leben von Grund auf neu zu beginnen -, das ist das einzige, was uns aus der „Patsche“ hilft.

 

Diese bedingungslose Übergabe, dies „Volldampf zurück“ - das ist es, was Christen unter „Buße tun“ verstehen. Buße tun ist freilich kein Vergnügen. Es ist viel schwerer, als bloß Abbitte zu leisten. Es bedeutet, allen Eigendünkel und Eigenwillen abzulegen, den wir uns im Laufe von Jahrtausenden anerzogen haben. Es bedeutet das Töten eines Teils unseres Selbst, ja eine Art Tod.

 

Man braucht in der Tat einen guten Charakter, um wirklich bereuen zu können. Und darin liegt der Haken. Ein böser Mensch braucht die Reue, und nur ein guter kann wahrhaft bereuen. Je schlechter einer ist, um so mehr muß er bereuen, und um so weniger ist er dazu fähig.

 

Der einzige Mensch, der zur Reue wirklich fähig wäre, müßte schlechthin vollkommen sein und hätte sie demnach nicht nötig.

 

Erinnern wir uns: Diese Reue, diese bereitwillige Unterwerfung in Demut, diesen Tod verlangt Gott nicht etwa vom Menschen, bevor er ihn wieder annimmt. Er könnte sie ihm sogar erlassen. Vielmehr ist dies einfach die Beschreibung des Weges, der zu Gott zurückführt. Wer Gott bittet, ihn ohne Reue, Unterwerfung und Tod wieder anzunehmen, bittet im Grunde darum, ihn anzunehmen, ohne daß er den Schritt zurück tut. Das ist in sich widersinnig. Wir müssen es eben auf uns nehmen.

 

Aber gerade das Böse, das wir bereuen müssen, hindert uns daran, wirklich zu bereuen. Konnten wir es, wenn uns Gott hilft? Ja - aber wie sollen wir uns Gottes Hilfe vorstellen?

 

Nicht anders, als daß er einen Teil seines Selbst in uns hineinlegt: Er leiht uns ein Stück von seinem Geist, und daher können wir denken; er gibt uns ein Stück von seiner Liebe, daher können wir einander lieben.

Wenn man ein Kind schreiben lehrt, führt man ihm die Hand, und es formt die Buchstaben; d h. es formt sie, weil wir ihm die Hand führen. Wir lieben und denken, weil Gott liebt, denkt und uns die Hand führt. Wären wir nicht von ihm abgefallen, so wäre das eine ganz einfache Angelegenheit.

Zu unserem Unglück sind wir nun auf Gottes Hilfe in einer Sache angewiesen, die völlig außerhalb seines Wesens liegt: Waffenstrecken, Leiden, Unterwerfung und Tod. Zum Wesen Gottes gehört nichts davon. So brauchen wir die Leitung Gottes am meisten auf einem Weg, den er selbst nicht zu gehen brauchte. Gott kann mit den Menschen nur teilen, was in seiner eigenen Natur liegt.

 

Diese Dinge aber sind seiner Natur fremd. Doch nehmen wir einmal an. Gott würde Mensch und unsere menschliche Natur, die leiden und sterben kann würde sich mit Gottes Natur in einem Wesen vereinigen: Dieses Wesen könnte uns helfen. Es könnte seinen Willen aufgeben, könnte leiden und sterben, weil es Mensch ist, und es könnte es in vollkommener Weise, weil es Gott ist. Wir können all dies nur durchstehen, wenn Gott es in uns bewirkt. Gott aber kann dies nur tun, wenn er Mensch wird.

 

Nur wenn wir an Gottes Sterben teilhaben, kann uns der Versuch zu diesem Sterben gelingen; ebenso wie unser Denken nur deswegen zu etwas führt, weil es ein Tropfen aus dem Meer seines Geistes ist. Aber wir können an Gottes Tod nicht teilhaben, wenn Gott nicht selbst stirbt, und er kann sterben, wenn er Mensch wird. Auf diese Weise begleicht er unsere Schuld, leidet er für uns, was er für sich selbst nie hätte zu leiden brauchen.

Manche Leute beklagen sich: Wenn Jesus sowohl Gott wie Mensch war, verlieren sein Leiden und sein Tod in ihren Augen allen Wert, weil es ihm verhältnismäßig leichtgefallen sein muß. Mit Recht mögen andere einen solchen Einwand als undankbar und herzlos tadeln; mich verblüfft das Unverständnis, das dieser Einwand erkennen läßt.

In gewisser Hinsicht ist er allerdings berechtigt. Diese Leute haben seine Bedeutung sogar unterschätzt. Vollkommene Unterwerfung. vollkommenes Sterben waren nicht nur leichter für Jesus, weil er Gott war; sie waren überhaupt nur dadurch möglich, daß er Gott war.

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Justin Cognito

Ich würde den Tod Jesu eher als endgültiges Sühneopfer ansehen, denn als Möglichkeitsbedingung für Sündenverzeihung vor Gott. Ich werd später mehr dazu schreiben, aber jetzt muss ich in die Arbeit .....

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lh17
Warum wird der Tod Jesu als (sein) "Opfer" gesehen/verstanden - zur Vergebung der Sünden?

 

Hierzu eine etwas längere Lewis-Erklärung aus seinem Buch "Pardon ich bin Christ"

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Kern des christlichen Glaubens ist lediglich die Tatsache, daß uns Christi Tod auf irgendeine Weise mit Gott versöhnt und uns die Möglichkeit zu einem Neubeginn gegeben hat. Alle Theorien darüber - und Theorien darüber gibt es unzählige -, wie Christi Tod das bewirken kann, lassen das Faktum als solches ganz unberührt. Denn darin stimmen alle Christen überein, daß Christi Tod diese Wirkung hat.

...auf irgend eine Weise mit Gott versöhnt hat....?

...daß Christi Tod diese Wirkung hat - das wird nicht ganz unwidersprochen hingenommen werden - zumindest nicht ganz unreflektiert!

Eine sehr häufig vertretene Theorie habe ich vorhin schon erwähnt: Unsere Strafe ist uns erlassen, weil Christus freiwillig an unserer Stelle die Strafe auf sich genommen hat. Oberflächlich gesehen, ist das eine reichlich einfältige Theorie. Wenn Gott uns ohnehin die Strafe erlassen wollte, warum in aller Welt tat er es nicht? Wie kommt er dazu, einen unschuldigen Menschen an unserer Stelle zu bestrafen?

Welche Strafe hat Jesus an unserer Stelle übernommen? Den Tod? Welchen Tod? den physischen Tod, oder den Tod, der sich als Sold der Sünde eingestellt hat? Ich dachte, nicht durch sein Sterben, sondern durch seine Auferstehung hat Jesus den Tod überwunden!

Editiert: durch seine Lehre, dem Evangelium, hat Jesus den Tod überwunden. Seine Auferstehung soll unseren Glauben bestärken!

 

Diese bedingungslose Übergabe, dies „Volldampf zurück“ - das ist es, was Christen unter „Buße tun“ verstehen. Buße tun ist freilich kein Vergnügen. Es ist viel schwerer, als bloß Abbitte zu leisten. Es bedeutet, allen Eigendünkel und Eigenwillen abzulegen, den wir uns im Laufe von Jahrtausenden anerzogen haben. Es bedeutet das Töten eines Teils unseres Selbst, ja eine Art Tod.

 

Man braucht in der Tat einen guten Charakter, um wirklich bereuen zu können. Und darin liegt der Haken. Ein böser Mensch braucht die Reue, und nur ein guter kann wahrhaft bereuen. Je schlechter einer ist, um so mehr muß er bereuen, und um so weniger ist er dazu fähig.

 

Der einzige Mensch, der zur Reue wirklich fähig wäre, müßte schlechthin vollkommen sein und hätte sie demnach nicht nötig.

Quatsch, den volllkommenen Menschen gibt´s nicht, aber Reue kam, glücklicherweise, immer schon vor!

Erinnern wir uns: Diese Reue, diese bereitwillige Unterwerfung in Demut, diesen Tod verlangt Gott nicht etwa vom Menschen, bevor er ihn wieder annimmt. Er könnte sie ihm sogar erlassen. Vielmehr ist dies einfach die Beschreibung des Weges, der zu Gott zurückführt. Wer Gott bittet, ihn ohne Reue, Unterwerfung und Tod wieder anzunehmen, bittet im Grunde darum, ihn anzunehmen, ohne daß er den Schritt zurück tut. Das ist in sich widersinnig. Wir müssen es eben auf uns nehmen.

Was jetzt - ist nun Reue erforderlich, oder nicht??

Aber gerade das Böse, das wir bereuen müssen, hindert uns daran, wirklich zu bereuen. Konnten wir es, wenn uns Gott hilft? Ja - aber wie sollen wir uns Gottes Hilfe vorstellen?

 

Nicht anders, als daß er einen Teil seines Selbst in uns hineinlegt: Er leiht uns ein Stück von seinem Geist, und daher können wir denken; er gibt uns ein Stück von seiner Liebe, daher können wir einander lieben.

Wenn man ein Kind schreiben lehrt, führt man ihm die Hand, und es formt die Buchstaben; d h. es formt sie, weil wir ihm die Hand führen. Wir lieben und denken, weil Gott liebt, denkt und uns die Hand führt. Wären wir nicht von ihm abgefallen, so wäre das eine ganz einfache Angelegenheit.

Zu unserem Unglück sind wir nun auf Gottes Hilfe in einer Sache angewiesen, die völlig außerhalb seines Wesens liegt: Waffenstrecken, Leiden, Unterwerfung und Tod. Zum Wesen Gottes gehört nichts davon. So brauchen wir die Leitung Gottes am meisten auf einem Weg, den er selbst nicht zu gehen brauchte. Gott kann mit den Menschen nur teilen, was in seiner eigenen Natur liegt.

Wir sind nicht von Gott abgefallen - wir sind auf dem Weg zu Gott - nicht die Wiedererlangung eines früheren Zustandes, sondern das Finden unserer endgültigen Bestimmung!

Vollkommene Unterwerfung. vollkommenes Sterben waren nicht nur leichter für Jesus, weil er Gott war; sie waren überhaupt nur dadurch möglich, daß er Gott war.

Vollkommene Unterwerfung, den Willen ganz aufgeben, vollkommenes Sterben -

Was war denn der Wille Jesu, den er hätte aufgeben müssen?

Es ist nicht das "vollkommene Sterben" Jesu, das Gott zur Vorbedingung seiner Vergebungsbereitschaft macht, vielmehr gibt Gott seinen Sohn einer Welt hin, die solche Blutopfer fordert!

 

(der ganze Beitrag: sehr fundamentalistische Einstellung!)

Edited by lh17

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