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Nachösterlicher Zusatz


mehlspeise

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Unser Exegese Professor erzählt immer was von "nachösterlichen Zusätzen". Keiner traut sich zu fragen, ob man auch an diese Zusätze glauben soll, oder nur an die "kleinen Einheiten".

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Unser Exegese Professor erzählt immer was von "nachösterlichen Zusätzen". Keiner traut sich zu fragen, ob man auch an diese Zusätze glauben soll, oder nur an die "kleinen Einheiten".

Hallo mehlspeise,

 

Deine Frage rüht m.E. am Selbstverständnis eines Exeten. In der Literarkritik wird versucht, die Entwicklung eines Textes nachzuzeichnen. Dadurch wird der Text zerlegt. Aber, was bringt diese Erkenntnis, die ja auch auf bestimmten Modellen beruht in Bezug auf den Glauben

 

1. Der Endtext ist kanonisiert, nicht eine literarische Vorstufe.

 

2. Die Literarkritik kann die Entwicklung eines Textes nachhzeichnen und damit einen ideengeschichtlichen Hintergrund eröffnen. Das trägt zum tieferen Verständnis des Textes bei, weil man hier erkennt, warum ein Autor bzw. Redaktor so und nicht anders formuliert.

 

3. Jetzt folgert mancher aus der Entwicklungsgeschichte eines Textes, dass Vorstufen wertvoller seien als das Endprodukt. Ich würde mich einer solchen Wertung immer enthalten. Für den Glauben ist der Endtext entscheiden.

 

4. Bestimmte Fragestellungen können es allerdings erforderlich machen, sich vor allem mit einer Vorstufe des Textes zu beschäftigen, etwa bei der Frage nach dem historischen Jesus. Aber auch hier kann es nicht um die Wertung einer Textschicht gehen (etwa: je näher an Jesus, desto autentischer und damit glaubwürdiger), so etwas würde der Text selbst nicht hergeben.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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rundum Zustimmung!

Auch Zustimmung. Die Bibelschreiber haben durchaus mit Absicht die jeweiligen Vorlagen verändert.

 

Trotzdem kann es für das Verständnis des vorliegenden Bibeltextes hilfreich sein, seine Textgeschichte zu kennen.

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ein beispiel...:

 

im johannesevangelium wird immer wieder darauf hingewiesen, daß die jünger "nach ostern" verstanden, was der herr gesagt hatte...

 

z.b. Joh2, die tempelreinigung. auf der ebene der erzählung ist den jüngern nicht klar, was geschehen ist. aber nach ostern werden sie es begreifen. der text verlässt also hier die erzählebene und wechselt in die nachösterliche perspektive...

 

einig sind wir uns ja wohl, daß die gesamtheit des NT im prinzip ein nachösterlicher "zusatz" ist, denn alle NT-texte sind erst nach ostern geschrieben...

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ein beispiel...:

 

im johannesevangelium wird immer wieder darauf hingewiesen, daß die jünger "nach ostern" verstanden, was der herr gesagt hatte...

 

z.b. Joh2, die tempelreinigung. auf der ebene der erzählung ist den jüngern nicht klar, was geschehen ist. aber nach ostern werden sie es begreifen. der text verlässt also hier die erzählebene und wechselt in die nachösterliche perspektive...

 

einig sind wir uns ja wohl, daß die gesamtheit des NT im prinzip ein nachösterlicher "zusatz" ist, denn alle NT-texte sind erst nach ostern geschrieben...

Hallo Stefan,

 

Du klammerst mit Deinem Posting jetzt aber jene Hardcore "Exegeten" aus, die eine Augenzeugenschaft der Evangelisten postulieren. Die müssten sich ja schon bei Jesu Reden ordentliche Protokolle angefertigt haben, damit sie wirklich Wort für Wort aus dem Munde des Herrn überliefern konnten :blink: ,

 

viele Grüße,

 

Matthias

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Hallo Stefan,

 

Du klammerst mit Deinem Posting jetzt aber jene Hardcore "Exegeten" aus, die eine Augenzeugenschaft der Evangelisten postulieren. Die müssten sich ja schon bei Jesu Reden ordentliche Protokolle angefertigt haben, damit sie wirklich Wort für Wort aus dem Munde des Herrn überliefern konnten :blink: ,

 

viele Grüße,

 

Matthias

jep. das tue ich in der tat! :P

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