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Der Gerechte und der Barmherzige


Benedikt
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Oft wird in der Bibel vom Gerechten gesprochen (v.a. im alten Testament) und auch gerade von dem gerechten Menschen. Dabei fällt auf, daß "der Gerechte" niemals ein Mensch ist, der ein besonders ausgeprägtes juristisches Empfinden hat, sondern einer, der, um es überspitzt zu sagen, Gott folgt.

 

Dieser scheinbare Widerspruch zwischen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, fällt dann weg, wenn man von dem (lateinischen) Gerechtigkeitsbegriff Ius zum hebräischen Begriff zurückgeht.

 

Dann bedeutet Gerechtigkeit nämlich nicht mehr, daß man alle gleich behandelt, sondern, daß man hilft.

 

Ein gutes Beispiel ist hier das orientalische Gastrecht. Dieses ist nämlich kein Recht wie unser Recht auf freie Meinung, sondern eine Interaktion zwischen Recht des Empfangenden und Pflicht des Gebenden.

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Guten Tag Benedikt,

für mich liegt in den beiden Begriffen Barmherzigkeit und Gerechtigkeit kein Widerspruch-sondern es entspricht genau meinem Verständnis von Gerechtigkeit.

Dies ist ein Weg der schließlich zum "Himmel auf Erden" führen kann- wenn jeder Einzelne verständnisvoll, behutsam und vertrauensvoll den Dialog mit dem Anderen aufnimmt und Gastfreundschaft- wie du es beschrieben hast wiederbelebt.

 

Gerechtigkeit verdient nur dann den Namen,finde ich, wenn wirklich jeder nach seinem Vermögen (Ausdruckskraft ...) gehört wird, und wessen Vermögen in dieser Hinsicht klein ist, er von den Stärkeren unterstützt wird, damit ihm Recht geschieht so wie allen anderen Bürgern auch, die raffinierter, beschlagener, intriganter und reicher sind-Gerade auf das schwächste Glied in der Kette ist zu achten, zu würdigen und zu sorgen, damit wir in unserem Zusammenleben, in unserer Gesellschaft, in unserem Staat in Frieden leben können.  

 

Grüße Marianne

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