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Das Reich Gottes ist keine Utopie


Paul-C
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Das Reich Gottes ist keine Utopie

Jahrestagung der Religionslehrer an Gymnasien im Bistum Trier

 

Trier – „Das Reich Gottes, so wie Jesus es sieht, ist keine Utopie.“ Dieses Fazit haben Prof. Dr. Gerhard Lohfink, Bad Tölz, und Prof. Dr. Jacques Haers, Loewen/ Belgien, am 28. Februar in Trier gezogen. Die beiden Professoren sprachen im Robert-Schuman-Haus auf der Jahrestagung der Religionslehrerinnen und Religionslehrer an Gymnasien im Bistum Trier. Die Tagung stand vom 26. bis 28. Februar unter dem Thema „Ende der Utopien – Hat das Reich Gottes ausgedient?“

 

In seinen Ausführungen erklärte Prof. Lohfink, dass die Antwort auf die Frage, ob Jesus eine Utopie verkündet habe, ganz von der Definition des Begriffes „Utopie“ abhänge. Übersetze man den griechischen Terminus „Utopie“ mit „kein Ort nirgendwo“, so dürfe man behaupten, dass das Reich Gottes in der Verkündigung Jesu keine Utopie darstelle. Schließlich habe das Reich Gottes in der Vorstellung Jesu einen klar umrissenen Ort, nämlich das Land Israel mit seinem Gottesvolk und der Jüngergemeinde. Allerdings sei Israel „nicht das alleinige Ziel und der alleinige Zweck des Reiches Gottes“, betonte Lohfink. Es sei „kein Ghetto, wo die Erwählten unter sich sind“, sondern schließe die gesamte restliche Welt mit ein. „Das Reich Gottes meint immer auch die ganze Welt, aber es beginnt in Israel, weil eben alles an einem konkreten, begrenzten Ort anfangen muss, was in die ganze Welt hineinreicht“, sagte Lohfink.

 

Auch im Hinblick auf den zeitlichen Aspekt könne das Reich Gottes keine Utopie sein, erklärten Lohfink und Haers. Denn die Christen stünden in einer kontinuierlichen Beziehung zu Gott. Gottes Reich sei bereits in ihrem Leben gegenwärtig und werde in Jesus Christus und seinen Taten sichtbar. Was in den Ursprungsgemeinden begonnen habe, in denen versucht worden sei, die Botschaft Jesu mitzutragen und nach Jesu Worten zu leben, habe bis heute Bestand. Aus den Ursprungsgemeinden seien immer neue Gemeinden hervorgegangen, die die Botschaft von Jesus weitergetragen hätten: „Das muss damit zusammenhängen, dass die Verkündigung Jesu weit radikaler ist als jegliche Utopie. Sie ist die einzige Hoffnung der Menschheit“, resümierte Lohfink.

 

In Foren beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jahrestagung unter anderem mit den Themen: „Reich Gottes – Schuldenerlass aus bolivianischer Sicht“, „Reich Gottes und himmlische Bilder – Das süße Jenseits im Spielfilm“ oder „Globalisierung aus der Sicht eines exportorientierten Mittelständlers“. Auch traf der Trierer Bischof Dr. Reinhard Marx zum Gedankenaustausch mit den Religionslehrerinnen und Religionslehrern zusammen.

 

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Peter Esser

(Vorbildlich. Vielleicht jetzt noch eine kurze Mail an die Diözese :blink:)

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