Jump to content

Organspende - eine christliche Aufgabe?


Moonshadow
 Share

Recommended Posts

Ich habe im Rahmen meines Medizinstudiums immer wieder mit Menschen zu tun, die ein Spenderorgan tragen oder, häufiger, auf eins warten. Privat kenne ich dagegen sehr viele Menschen, die aus mir fadenscheinigen Gründen eine Organentnahme nach ihrem Tod ablehnen. Neben der Angst, einem werde im Zweifelsfall nicht ausreichend geholfen, höre ich oft das pseudochristliche Argument, man könne ja "unvollständig" nicht mehr auferstehen (ich war bis jetzt nie der Überzeugung, in meinem Körper, sondern mit meiner Seele wieder aufzuerstehen), oder die Organentnahme seie eine Art Leichenschändung und störe die Totenruhe. Es würde mich interessieren, was die anderen Forenteilnehmer darüber denken. Müßte man nicht im christlichen Sinne der Nächstenliebe davon ausgehen, daß das Beisichführen eines Organspendeausweis christliche Pflicht ist?

Link to comment
Share on other sites

Hallo Moonshadow,

 

das sollte nicht nur eine christliche Pflicht sein, sonst müßten ca. 80% der Weltbevölkerung ohne Organspenden auskommen.

 

Ich meine das Problem, daß es zuwenig Organspender gibt läßt sich sehr leicht lösen:

 

Jeder der keinen Ausweis bei sich hat, gilt als Organspender. Wer seine Organe nicht spenden möchte kann sich einen Organnichtspender-Ausweis besorgen. Das Recht sollten wir den Menschen einräumen.

 

Das Problem würde sich dann schnell lösen, weil die meisten Menschen einfach zu faul sind, sich einen solchen Ausweis zu besorgen.

 

Grüße Harry

Link to comment
Share on other sites

Ich würde das gern erweitern und es zu einer allgemein-menschlichen Verpflichtung erklären. Allerdings habe ich auch Verständnis für Menschen, die aus nicht rationalen Gründen Angst davor haben.

 

Ich selbst hatte jahrelang einen Spenderausweis. Leider konnte ich ihn vor einigen Jahren einmotten, weil meine Organe keiner mehr will. Das fand ich sehr bedauerlich.

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Moonshadow am 10:46 - 8.März.2001

Ich habe im Rahmen meines Medizinstudiums immer wieder mit Menschen zu tun, die ein Spenderorgan tragen oder, häufiger, auf eins warten. Privat kenne ich dagegen sehr viele Menschen, die aus mir fadenscheinigen Gründen eine Organentnahme nach ihrem Tod ablehnen. Neben der Angst, einem werde im Zweifelsfall nicht ausreichend geholfen, höre ich oft das pseudochristliche Argument, man könne ja "unvollständig" nicht mehr auferstehen (ich war bis jetzt nie der Überzeugung, in meinem Körper, sondern mit meiner Seele wieder aufzuerstehen), oder die Organentnahme seie eine Art Leichenschändung und störe die Totenruhe. Es würde mich interessieren, was die anderen Forenteilnehmer darüber denken. Müßte man nicht im christlichen Sinne der Nächstenliebe davon ausgehen, daß das Beisichführen eines Organspendeausweis christliche Pflicht ist?

 

Liebe Moonshadow!

 

Vom christlichen Standpunkt aus kann es einen Akt der Nächstenliebe darstellen, einem schwerkranken Menschen eines der eigenen Organe zu spenden, die paarig vorhanden sind (z.B. die Niere), so daß man selbst mit dem anderen, noch vorhandenen, Exemplar weiterleben kann.

 

Eine Ablehnung der Spende lebenswichtiger Organe, wie z.B. des Herzens, beruht darauf, daß der Mensch nicht Herr über Leben und Tod ist, sondern diese Entscheidung allein Gott zufällt.

 

Da man einem wirklich "Toten" jedoch keine Organe mehr entnehmen kann, bzw. diese noch verpflanzen kann, muß man dies bei noch Lebenden tun. Diese Noch-Lebenden sind in der Regel "Sterbende",  deren Leben zwar über kurz oder lang beendet sein wird, dennoch sind sie noch nicht "tot".

 

In den letzten Jahren hat man die Todesdefinition auf eine "Hirntoddefinition" hin verändert, eben, um diese Organspenden möglich zu machen. Und bei dieser Definition liegt  die Schwierigkeit.

 

Natürlich wirst Du wiederauferstehen mit Leib und mit Seele, dies ist katholische Lehre.

 

Zur Zeit heißt es noch, die Leute sollten freiwillig sich dazu bereiterklären, nach ihrem "Hirntod" Organe zu spenden. Wie schnell eine solche Freiwilligkeit in einen Zwang umschlagen kann, finde ich, sieht man ganz gut an Deiner Formulierung, die Leute brächten "fadenscheinige" Argumente vor, um nicht ihre Organe  spenden zu müssen.

 

Viele Grüße

Katharina

Link to comment
Share on other sites

Hallo, Katharina!

 

Die Lebendspende eines Organs ist nur bei Verwandten, Ehepartnern und Menschen, die eine sehr intensive persönliche Beziehung zueinander haben, zulässig, ansonsten ist sie verboten. (Auf der einen Seite glücklicherweise, denn ansonsten würden Organversteigerung z.B. via Internet wohl häufiger anzutreffen sein, und niemals sollte jemand Teile seines Körpers verkaufen wollen - aber das ist ein anderes Thema).

 

Mir graust bei der Vorstellung, noch Lebenden würden die Organe zur Transplantation einfach so entnommen. Das liegt vielleicht an den verschiedenen Vorstellungen und Definitionen von tot. Hier die medizinische: Fällt das Herzkreislaufsystem aus (Herzstillstand), so ist der Mensch klinisch tot. Dieser Zustand ist mittels Reanimation wieder rückgängig zu machen. Ein klinisch Toter lebt also noch. Nach 8 Minuten Herzstillstand beginnt jedoch das Gehirn, irreversible Schäden zu nehmen und stirbt im weiteren Verlauf ab, bis das Gehirn komplett seine Funktion aufgegeben hat. Ein solcher Mensch ist hirntot, dies ist ein Zustand, der nicht mehr reversibel, ein Point of no return. Dieser Mensch ist im Sinne der Medizin und des Gesetzes tot. Er stirbt nicht mehr, er ist bereits tot. Dieser zustand muß bei Erwachsenen über mindestens eine, bei Kindern über mindestens 24 h nachgewiesen sein, bevor man ein Organ zur Transplantation entnehmen darf. Daraufhin erfolgt das Sterben jeder Zelle des menschlichen Körpers, gleichzeitig verdauen die noch vorhandenen Enzyme und Sekrete (z.B. Magensaft, Pancreassaft etc.) den eigenen Körper und die Darmbakterien tun ihr übriges. Der Körper verwest, bis absolut kein Leben (also keine einzige Zelle mit Ausnahme der Bakterien, die aber ja eigentlich eigene Lebewesen sind) vorhanden ist. Ich nehme an, dieser Zustand ist das, was Du als tot bezeichnest.

 

Ich finde im übrigen nicht, daß Organspende zum Zwang werden sollte. Niemandem sollte gegen seinen Willen ein Organ entnommen werden, auch wenn er/sie es nicht mehr braucht. Deshalb finde ich den Vorschlag von Harry auch nicht gut, denn das Spenden eines Organs sollte immer eine bewußte und freiwillige Entscheidung sein. Wenn Du meinen Beitrag genau gelesen hättest, wäre Dir aufgefallen, daß ich davon gesprochen habe, daß MIR die Argumente als fadenscheinig erscheinen, ICH kann sie angesichts der Tatsache, daß mit einer Organspende Leben gerettet werden kann, nicht nachvollziehen. Meine persönliche Meinung erhebt keinen Anspruch auf objektive Wahrheit.

 

Viele Grüße

Link to comment
Share on other sites

Jeder der keinen Ausweis bei sich hat, gilt als Organspender. Wer seine Organe nicht spenden möchte kann sich einen Organnichtspender-Ausweis besorgen. Das Recht sollten wir den Menschen einräumen.

Harry

 

Aber sonst geht's dir noch gut, oder?

Jedem, der nicht will, dass ihm seine Organe entnommen werden - ob nun unchristlich oder nicht - soll man SEINEN Willen lassen!

Link to comment
Share on other sites

Die Dt. Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirchen in Deutschland haben 1990 eine gemeinsame Erklärung zu diesem Thema gegeben. Darin heißt es u.a.:

 

"Nach christlichem Verständnis ist das Leben und damit der Leib ein Geschenk des Schöpfers, über das der Mensch nicht nach

Belieben verfügen kann, das er aber nach sorgfältiger Gewissensprüfung aus Liebe zum Nächsten einsetzten darf [...]

Wer für den Fall des eigenen Todes die Einwilligung zur Entnahme von Organen gibt, handelt ethnisch verantwortlich, denn dadurch kann anderen Menschen geholfen werden, deren Leben aufs höchste Belastet oder gefährdet ist. Angehörige, die die Einwilligung zur Organtransplantation geben, machen sich nicht eines Mangels an Pietät gegenüber dem Verstorbenen schuldig. Sie handeln ethnisch verantwortungsvoll, weil sie ungeachtet des von ihnen empfundenen Schmerzes im Sinne des Verstorbenen entscheiden, anderen Menschen beizustehen und durch Organspende Leben zu retten [...]

Nicht an der Unversehrtheit des Leichnams hängt die Erwartung der Auferstehung der Toten, sondern der Glaube vertraut darauf, dass der gnädige Gott aus dem Tod zum Leben auferweckt [...]

Aus christlicher Sicht ist die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tod ein Zeichen der Nächstenliebe und Solidarität mit

Kranken und Behinderten [...]"

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Katharina am 11:14 - 8.März.2001

 

Eine Ablehnung der Spende lebenswichtiger Organe, wie z.B. des Herzens, beruht darauf, daß der Mensch nicht Herr über Leben und Tod ist, sondern diese Entscheidung allein Gott zufällt.


 

Ach Kathatrina,

 

da du die Meinung vertrittst, daß Gott der Herr über Leben und Tod ist, dann findest Du in Ordung, wenn, um nur ein Beispiel zu nennen, Kinder von Sexualverbrechern ermordet werden.

 

Jeder Mensch kann oder könnte der Herr über Leben und Tod sein. Maßt er sich an, der Herr über den Tod eines oder mehrerer Menschen zu sein, dann ist er in der Regel ein Mörder.

 

Und Dein Gott?

 

Gruß Pedrino

 

(Geändert von pedrino um 17:29 - 8.März.2001)

Link to comment
Share on other sites

Hallo EXPLORER,

 

mir gehts noch gut, aber Dir auch ? Du hast den Text nicht richtig verstanden, lese bitte nocheinmal.

 

Ich möchte ja gerade das jemand, der seine Organe nicht spenden möchte, dies auch nicht tun muß !

 

Vieleicht ist meine Wortschöpfung Organnichtspende-Ausweis etwas schwierig zu verstehen.

 

Also jeder der seine Organe nicht spenden möchte, kann das durch diesen Ausweis erreichen. Es wäre auch noch zusätzlich denkbar, das diejenigen alternativ einen Eintrag in einer zentralen Meldestelle für Organ-Nichtspender machen lassen, oder ähnliches, um die Sache abzusichern, falls sie ihren ausweis verloren oder vergessen haben.

 

Ich möchte nur die Initiative umkehren. Man muß also etwas tun, um seine Organe nicht zu spenden. Im Moment ist es umgekehrt.

 

Die meisten Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, sind prinzipiell bereit ihre Organe zu spenden. Sie haben oft nur deswegen keinen Ausweis, weil sie garnicht wissen, wo sie den bekommen, bzw. schlicht und einfach zu faul sind sich einen Ausweis zu besorgen.

 

Eine gewisse Angst spielt sicherlich auch eine Rolle, aber wer dieser Angst nicht überwindet, bzw. andere Gründe egal welche hat, und nicht spenden möchte, der soll dazu die Möglichkeit haben.

 

Jetzt verstanden, EXPLORER ?

 

Grüße Harry

Link to comment
Share on other sites


Neben der Angst, einem werde im Zweifelsfall nicht ausreichend geholfen, höre ich oft das pseudochristliche Argument, man könne ja "unvollständig" nicht mehr auferstehen (ich war bis jetzt nie der Überzeugung, in meinem Körper, sondern mit meiner Seele wieder aufzuerstehen), oder die Organentnahme seie eine Art Leichenschändung und störe die Totenruhe.

 

Dieses Argument ist nicht nur pseudo, es ist Schwachsinn und hat wirklich mit christlichem Glauben absolut nichts zu tun. Im Gegenteil waren schon die ersten Christen davon überzeugt, daß die von Löwen verstümmelten  oder verbrannten Märtyrer direkt auferstehen.

 

Über die Organspende mache ich mir für den eigenen Umgang schon lange meine Gedanken.Die Geschichte mit den paarigen Organen ist für mich kein Problem, das Argument, den Handel zu unterbinden wiegt allerdings schwer. Genauso schwer wiegt aber die nicht ganz leichte Frage nach dem "Anspruch" auf ein Spenderorgan. Auch die Hirntoddebatte ist nicht ganz auf die leichte Schulter zu nehmen, ich halte es aber für verantwortbar, wenn jemand ganz bewußt entscheidet, in einem Zustand, in dem er mindestens irreversibel Sterbender ist, sein Leben für andere zu geben. Er sollte sich aber wirklich bewußt dafür entscheiden und wissen, daß der Hirntod nach heutigen Erkenntnissen möglicherweise der Todeszeitpunkt ist. Es ist durchaus nicht sicher, daß das in 20 Jahren auch noch so gesehen wird. Etwas Skepsis gegenüber zu großer Wissenschaftsgläubigkeit sollte die Geschichte lehren.

 

Probleme sehe ich auch im grundsätzlichen Umgang mit Sterbenden und Toten, d.h. die Menschenwürde ist auch gegenüber dem leblosen Körper zu wahren. Die Gefahr des "Ausschlachtens" - weniger von der pathologischen Technik als von der Gesinnung her - ist m.E. da.

 


Ach Kathatrina,

 

da du die Meinung vertrittst, daß Gott der Herr über Leben und Tod ist, dann findest Du in Ordung, wenn, um nur ein Beispiel zu nennen, Kinder von Sexualverbrechern ermordet werden.

 

Wie kommste denn auf diesen Schwachsinn? Das ist unfair und beleidigend. Vielleicht schlägt sich hier aber schon die Auffassung nieder, daß jeder, der seine Organe nicht freigibt, den potentiellen Empfängern ein "Recht" auf seine Organe streitig macht.

Link to comment
Share on other sites


Zitat von Moonshadow am 10:46 - 8.März.2001

man könne ja "unvollständig" nicht mehr auferstehen

 

Hallo Moonshadow,

 

grundsätzlich stehe ich bezogen auf meinen Körper zur Organspende. Ich meine, durch vernünftige Aufklärung wird sich die Anzahl der Organspender auch steigern lassen.

 

Vielleicht will es der Zufall, dass auch religiösen Würdenträgern durch Organverpflanzungen das Leben verlängert wird und die Presse in ausreichendem Maße davon berichtet.  Dann wird sich auch die Vorstellung bei den Gläubigen verringern, sie würden "unvollständig" auferstehen.

 

Gruß Pedrino

Link to comment
Share on other sites

Zitat von TomTom am 15:50 - 9.März.2001

 

Zitat von Katharina am 11:14 - 8.März.2001

 

..., daß der Mensch nicht Herr über Leben und Tod ist, sondern diese Entscheidung allein Gott zufällt.

 

Zitat von pedrino

 

da du die Meinung vertrittst, daß Gott der Herr über Leben und Tod ist, dann findest Du in Ordung, wenn, um nur ein Beispiel zu nennen, Kinder von Sexualverbrechern ermordet werden.

 

Jeder Mensch kann oder könnte der Herr über Leben und Tod sein. Maßt er sich an, der Herr über den Tod eines oder mehrerer Menschen zu sein, dann ist er in der Regel ein Mörder.

 

Und Dein Gott?

 

Hallo TomTom,

 

meine o. g. Aussage bezog sich ausschließlich auf Katharinas Glaube, dass Gott der Herr über Leben und Tod ist.

 

Gruß Pedrino

Link to comment
Share on other sites


meine o. g. Aussage bezog sich ausschließlich auf Katharinas Glaube, dass Gott der Herr über Leben und Tod ist.

 

Um so unverständlicher ist mir Deine Aussage, denn Katharinas Glaube, der auch meiner ist, rechtfertigt doch gerade keinen Eingriff in das Leben anderer, also auch und gerade nicht durch Sexualverbrecher in das Leben von Kindern. Da Katharina selbst Mutter ist, ist Deine Unterstellung umso unsinniger.

 


Vielleicht will es der Zufall, dass auch religiösen Würdenträgern durch Organverpflanzungen das Leben verlängert wird und die Presse in ausreichendem Maße davon berichtet.  Dann wird sich auch die Vorstellung bei den Gläubigen verringern, sie würden "unvollständig" auferstehen

 

Ich weiß nicht, wie das bei jüdischen, islamischen oder sonstigen Würdenträgern ist, bei den katholischen ist das jedenfalls nicht nötig. Vor knapp 20 Jahren schon gab es Meldungen, daß z.B. die Bischöfe aus den USA sämtlich Ihre Augen nach dem Tod zur Transplantation freigegeben haben. Damals war die Transplantationsmedizin noch nicht so stark entwickelt, aber die Hornhäute der Augen konnten auch einige Stunden nach dem Tod noch entnommen werden, weshalb diese Transplantationen zuerst ins Blickfeld kamen. Die Hirntoddebatte gabs damals halt auch noch nicht.

 

Im übrigen habe ich m.E. hinreichend dargestellt, daß die Vorstellung eines "unvollständigen Auferstehens" alles andere als christlich ist.

Link to comment
Share on other sites

Zitat von TomTom am 16:51 - 9.März.2001

 

Mein Zitat:

"Jeder Mensch kann oder könnte der Herr über Leben und Tod sein. Maßt er sich an, der Herr über den Tod eines oder mehrerer Menschen zu sein, dann ist er in der Regel ein Mörder. Und Dein Gott?"

 

 

Hallo TomTom,

 

wenn Du meine Zeilen nicht so lesen möchtest, wie ich sie geschrieben habe, na gut, jede/r kann das Geschriebene interpretieren, wie sie/er möchte.

 

Gruß Pedrino

 

(Geändert von pedrino um 17:20 - 9.März.2001)

Link to comment
Share on other sites


Mein Zitat:

"Jeder Mensch kann oder könnte der Herr über Leben und Tod sein. Maßt er sich an, der Herr über den Tod eines oder mehrerer Menschen zu sein, dann ist er in der Regel ein Mörder. Und Dein Gott?"

 

Es sollte Dir aufgefallen sein, daß es in Katharinas Aussagen nicht um das faktische "sich- zum-Herrn-über-Leben-und-Tod-machen" geht. Du setzt hier Gott mit einem Mörder gleich, obwohl Du bei einem Minimum an Allgemeinbildung wissen mußt, daß dies falsch ist. Gott ist Herr über Leben und Tod, er hat jeden Menschen aus Liebe erschaffen und ihm die Freiheit geschenkt, sich für oder gegen ihn zu entscheiden. Mißbrauch dieser Freiheit kann dann auch dazu führen, daß sich ein Mensch selbstgerecht zum Herrn über andere macht. Letztlich bleibt aber Gott auch dann der Herr, denn was im Endeffekt mit dem Getöteten geschieht, liegt wieder bei ihm, der das Leben will. Endgültiger Tod kann nur durch selbstgewählte Verweigerung des Lebensangebotes Gottes kommen.

 

Niemand wird Dich zu überreden versuchen, diesen Glauben zu teilen. Du solltest aber, wenn Du ein Mindestmaß an Fairneß wahren und als Gesprächspartner ernstgenommen werden willst, die Intention Deines Gegenübers berücksichtigen. Und genau in dieser Perspektive ist Deine Replik auf Katharinas Bemerkung eben unfair und beleidigend.

Link to comment
Share on other sites


Zitat von TomTom am 10:33 - 10.März.2001

 


 

Hallo TomTom,

 

Deine "Glaubensaussagen" sind und bleiben religiöse Phrasen.

 

"Mißbrauch dieser Freiheit kann dann auch dazu führen, daß sich ein Mensch selbstgerecht zum Herrn über andere macht"

 

"Gott ist Herr über Leben und Tod, er hat jeden Menschen aus Liebe erschaffen und ihm die Freiheit geschenkt, sich für oder gegen ihn zu entscheiden"

 

Die meisten der armen Kreaturen, die von Hitler, Stalin oder dergleichen zu Millionen in den Tod getrieben wurden, haben sich nicht gegen Gott entschieden.

 

Dein Gott hat sie alle jämmerlich im Stich gelassen.

 

Phrasen bleiben Phrasen, auch wenn darüber unzählige Bücher verfaßt wurden und eine riesige Institution wie die Kirche dahinter steht.

 

Gruß Pedrino

Link to comment
Share on other sites

 Share

×
×
  • Create New...