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Anonyme Geburt


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Hallo allerseits!

Heute habe ich im Radio gehört, dass es in München-Schwabing künftig neben einer "Baby-Klappe" auch die Möglichkeit einer "anonymen Geburt" geben soll.

Meine Frage nun: Was ist eine anonyme Geburt? und Wie soll die vorsichgehen?

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(Quelle: http://www.yavivo.de)

 

19.10.2000 (MD-Verlag)

 

In einem bislang für Deutschland einmaligen Projekt ermöglicht der Sozialdienst katholischer Frauen im bayerischen Amberg die anonyme Geburt. 'Die verzweifelten Mütter müssten deshalb nicht wie vor 100 Jahren auf der Toilette oder im Hinterzimmer heimlich entbinden', sagt die Vorsitzende des Sozialdienstes, Maria Geiss-Wittmann.

 

Geiss-Wittmann setzt sich mit ihrem „Projekt Moses“ damit bewusst über Gesetze hinweg. Nach der derzeitigen Rechtslage macht man sich strafbar, wenn man einer Schwangeren rät, ihren Namen bei der Geburt zu verschweigen. Eine Geburt muss innerhalb von einer Woche angezeigt werden. Bisher hat das Projekt Moses Säuglinge anonym in einer so genannten Babyklappe aufgenommen. Doch mit Unterstützung der örtlichen CSU-Politiker wagen sich Geiss-Wittmann und auch die Mediziner der Klinik St. Anna in Sulzbach-Rosenberg weiter vor, und werden zukünftig keine gebärende Frau nach ihrem Namen fragen.

 

Unterstützung kommt von über 50 prominenten Frauen, die kürzlich einen Brief an die Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin schrieben. Darin fordern unter anderem Barbara Eligmann, Anke Engelke und Uschi Glas nach dem Vorbild Frankreichs eine Legalisierung der anonymen Geburt: „Uns ist klar, dass bei der anonymen Geburt ein Interessenkonflikt zwischen dem Bedürfnis der Mutter nach Nicht-Offenbarung ihrer Daten und dem Recht des Kindes, seine Herkunft zu kennen, besteht. Doch Schwangere müssten Kinder entbinden können, ohne ihren Namen zu nennen und andere Formalitäten zu erledigen, verbunden mit der Möglichkeit, sich unerkannt vom Säugling zu trennen. In der Praxis gibt es diese Fälle ohnehin“, schreiben die Unterzeichnerinnen.

 

Das Bundesjustizministerium teilte mit, man sei derzeit dabei, das Anliegen zu prüfen. In Deutschland bestehen rechtliche Bedenken, hieß es aus dem Ministerium auf Anfrage, beispielsweise das Recht des Kindes auf seine Abstammung. „In Frankreich gibt es Überlegungen, die Möglichkeit zur anonymen Geburt wieder rückgängig zu machen“, sagte ein Sprecher.

 

Maria Geiss-Wittmann sieht weiterhin Handlungsbedarf. „Das Gesetz muss geändert werden, zu Gunsten der Frau und des noch nicht geborenen Kindes.“ Der CSU-Landesgruppenchef Michael Glos will deshalb in den nächsten Wochen einen Gesetzesentwurf in den Bundestag einbringen.

 

In Deutschland werden rund 40 Babys pro Jahr ausgesetzt, 20 davon sterben. „Man darf nicht vergessen“, argumentiert Geiss-Wittmann, „dass alle getöteten Neugeborenen Deutschlands nicht in einem Krankenhaus zur Welt kamen. Wir wollen nur die Frauen erreichen, dann können wir auch die Konflikte lösen“.

 

(Ulf Hoffmann)

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Zur anonymen Geburt hat sich die PDS bereits einige Gedanken gemacht:

 

"Um die Notlage der Schwangeren und Mütter abzuwenden, müssten folgende Bedingungen erfüllt werden:

 

Ausstellung eines anonymen Mutterpasses zur Sicherung der medizinischen Betreuung während der Schwangerschaft - hier könnte über eine anonymisierte Registriernummer nachgedacht werden.

Die medizinische Versorgung aller Menschen muss gemäß Art. 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und Art. 12, Abs. 2 des UN-Paktes über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte durch staatliche Stellen gewährleistet werden. Die Schweigepflicht muss vom ärztlichen Personal auf die helfenden Dienste und die Verwaltungsangestellten ausgedehnt werden.

Zum Schutz vor Babyhändlern könnte die Geburt des Kindes mit einer vorläufigen anonymen Registriernummer gemeldet werden. Sobald das Kind einen Familiennamen hat, könnte diese Nummer aus den Akten gelöscht und das Kind mit einer Geburtsurkunde versehen werden.

Streichung des Amtshilfegebotes nach § 76 des Ausländergesetzes oder zumindest Aussetzung für Krankenhäuser. Frauen ohne gültige Papiere müssen bei einer Geburt sicher sein können, dass sie nicht abgeschoben werden.

Übernahme der Kosten durch den Bundeshaushalt. Es könnte bei den Gesundheitsämtern ein patientenunabhängiges Budget zur Verfügung gestellt werden, dass die Kosten von Vorsorge, medizinischer Betreuung und Entbindung im Falle von anonymen Geburten übernimmt."

 

(Gabi Ohler, Referentin für feministische Politik)

 

 

 

 

(Geändert von Cano um 17:39 - 27.März.2001)

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OK, nachdem wir geklärt haben, was das ist: Wie steht's dann mit der katholischen (oder auch anderen) Meinung zu diesem Thema??

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Zitat von EXPLORER am 17:53 - 27.März.2001

OK, nachdem wir geklärt haben, was das ist: Wie steht's dann mit der katholischen (oder auch anderen) Meinung zu diesem Thema??

 

Hallo,

 

ich meine, das Schlimmste, was jemanden passieren kann, ist anonym geboren worden zu sein.

Man erinnere sich an die Kriegswaisen, deren Herkunft zu Tausenden nicht geklärt ist.

 

Es ist, als wenn man aus dem Nichts auf der Bühne der Lebens erscheint. Diese Leere sollte man jedem Kind ersparen.

 

Die Ursachen hierfür sind zu erforschen und geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

 

Kluge Köpfe entwickeln geeignete Rezepte und die Gesellschaft setzt diese, mit Unterstützung aller Gruppierungen, in die Tat um.

 

"Krinderkriegen" darf für niemanden eine Schande oder eine übermässige Belastung sein.

 

Gruß Pedrino

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>Es ist, als wenn man aus dem Nichts auf der Bühne der Lebens erscheint. Diese Leere sollte man jedem Kind ersparen<

 

Ja, aber ist es nicht im Zweifelsfalle besser, als ÜBERHAUPT NICHT auf der Bühne des Lebens zu erscheinen?

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Zitat von pedrino am 20:19 - 27.März.2001


Zitat von EXPLORER am 17:53 - 27.März.2001

OK, nachdem wir geklärt haben, was das ist: Wie steht's dann mit der katholischen (oder auch anderen) Meinung zu diesem Thema??

 

Hallo,

 

ich meine, das Schlimmste, was jemanden passieren kann, ist anonym geboren worden zu sein.

Man erinnere sich an die Kriegswaisen, deren Herkunft zu Tausenden nicht geklärt ist.

 

Es ist, als wenn man aus dem Nichts auf der Bühne der Lebens erscheint. Diese Leere sollte man jedem Kind ersparen.

 

Die Ursachen hierfür sind zu erforschen und geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

 

Kluge Köpfe entwickeln geeignete Rezepte und die Gesellschaft setzt diese, mit Unterstützung aller Gruppierungen, in die Tat um.

 

"Krinderkriegen" darf für niemanden eine Schande oder eine übermässige Belastung sein.

 

Gruß Pedrino


 

>>ich meine, das Schlimmste, was jemanden passieren kann, ist anonym geboren worden zu sein.

Man erinnere sich an die Kriegswaisen, deren Herkunft zu Tausenden nicht geklärt ist.<<

 

Ob das in einem Zusammenhang mit der anonymen Geburt stehen soll, sei mal dahin gestellt. Auch ob es das Schlimmste sei; ich finde es viel grausamer wenn das Ungeborene mit einer Zange aus dem Mutterleib gezogen wird nur um ihm die anonyme Geburt zu ersparen. Was soll den das für eine Schicksal sein, geschweige denn eine Lösung?????

 

>>Es ist, als wenn man aus dem Nichts auf der Bühne der Lebens erscheint. Diese Leere sollte man jedem Kind ersparen.<<

 

Ich kann mich gut erinnern dass Du es warst der das menschliche Leben als Zufall bezeichnet hat. Wenn dem so ist, kann ein Mensch der anomym oder öffentlich geboren wird, ja nicht an einer Leere leiden. Oder siehst du das jetzt anders?

 

>>Die Ursachen hierfür sind zu erforschen und geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.<<

 

Welche denn? Abtreibung etwa??

 

>>Kluge Köpfe entwickeln geeignete Rezepte und die Gesellschaft setzt diese, mit Unterstützung aller Gruppierungen, in die Tat um.<<

 

Ja was denn wohl? Wie sollen denn "kluge Köpfe" eine anonyme Geburt verhindern?

 

>>"Krinderkriegen" darf für niemanden eine Schande oder eine übermässige Belastung sein.<<

 

Irgendwie zäumst Du das Pferd von hinten auf.

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Zitat von lissie am 20:29 - 27.März.2001

>

Ja, aber ist es nicht im Zweifelsfalle besser, als ÜBERHAUPT NICHT auf der Bühne des Lebens zu erscheinen?

 

Liebe Lissie,

 

das wird man nie feststellen können. Für viele Opfer von Verbrechen wäre es besser gewesen, die Täter wären nie geboren worden, andererseits wäre es für viele eine Katastrophe gewesen, wären ihre "Lebensretter" nie geboren worden.

 

Ich erinnere an den amerikanischen Film mit James Stuart "Ist das Leben nicht schön" indem in eindrucksvoller Weise geschildert wird, wie es ist, nicht geboren worden zu sein.

 

Gruß Pedrino

 

(Geändert von pedrino um 20:52 - 27.März.2001)

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Für ein Kind sind Bezugspersonen wichtig, das müssen nicht leibliche Verwandte sein. Natürlich ist jedem Kind eine liebevolle Beziehung zu einer Person, die sich zugehörig und verantwortlich fühlt zu wünschen. Das kann bei Pflegeeltern sehr gut der Fall sein, wie es bei leiblichen Eltern nicht der Fall sein kann. Anonym geboren zu sein, heisst Mutter und Vater nicht zu kennen, - vielen geht es mit ihren leiblichen Eltern nicht anders.

Gerade, dass Väter sich vom Acker machen, ist ein Grund für verzweifelte Mütter ihr Kind nicht selbst annehmen zu wollen. Das ihr Kind lebt ist doch ein legitimer Wunsch, elterliche Verantwortung abzulehnen auch.

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Hi pedrino,

 

ich halte die erwähnten Einrichtungen höchst notwendig, und es wird Zeit, daß dafür Akzeptanz geschaffen wird.

Daß Kinder vor dem Aussetzungstod bewahrt werden, ist ein Gebot der Humanität.

Hier geht es um konkrete Not - ob uns solche Situationen gefallen oder nicht: Das Kind ist bereits geboren bzw. die Geburt steht unmittelbar bevor, und die Mutter will das Kind nicht. In diesem Fall sind Babyklappen und anonyme Entbindungen eine notwendige Hilfe, um Menschenleben zu retten!

 

Viele Grüße

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Zitat von HAbeNUs am 20:37 -

 

 

Mein lieber HAbeNUs

 

"Ob das in einem Zusammenhang mit der anonymen Geburt stehen soll, sei mal dahin gestellt. Auch ob es das Schlimmste sei; ich finde es viel grausamer wenn das Ungeborene mit einer Zange aus dem Mutterleib gezogen wird nur um ihm die anonyme Geburt zu ersparen. Was soll den das für eine Schicksal sein, geschweige denn eine Lösung?????"

 

Also ich gehe davon aus, daß in den Entbindungsstationen alle Neugeborenen auf die gleiche humane Art durch die Ärzte und Hebammen entbunden werden.

 

 

"Ich kann mich gut erinnern dass Du es warst der das menschliche Leben als Zufall bezeichnet hat. Wenn dem so ist, kann ein Mensch der anomym oder öffentlich geboren wird, ja nicht an einer Leere leiden. Oder siehst du das jetzt anders?"

 

Hier ist nicht die gesellschaftliche Sichtweise gefragt, sondern das Einzelschicksal. Welches Gefühl hättest du, wenn du nicht wüßtest, wer deine  Eltern und Großeltern sind ?

 

 

"Welche denn? Abtreibung etwa??"

 

Hier geht es nicht um Schwangerschaftunterbrechungen, sondern um geborene Kinder, die keine leiblichen Eltern kennen.

 

 

"Ja was denn wohl? Wie sollen denn "kluge Köpfe" eine anonyme Geburt verhindern? "

 

Anonyme Geburten haben immer eine Ursache. Diese sind zu beseitigen.

 

 

""Krinderkriegen" darf für niemanden eine Schande oder eine übermässige Belastung sein."

 

Vielleicht solltest du einmal Mütter (heute um die 50 Jahre aufwärts) befragen, welche gesellschaftlichen Nachteile sie hatten, nur weil sie ein uneheliches Kind hatten.

 

Aber natürlich waschen sich heute gerade die Bevölkerungsgruppen ihre Hände in Unschuld, unter denen diese Mütter am Meisten zu leiden hatten.

 

Gruß Pedrino

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Zitat von Koelscher am 21:01 - 27.März.2001

 

ich halte die erwähnten Einrichtungen höchst notwendig, und es wird Zeit, daß dafür Akzeptanz geschaffen wird.


 

Hallo Koelscher,

 

ich bin dafür, dass so etwas nicht nötig sein muss, verbieten ist der falsche Weg.

 

Gruß Pedrino

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So etwas wird es immer geben, pedrino. Selbstverständlich sollte im Vorfeld alles getan werden, damit solche Fälle nicht häufig werden.

Trotzdem muß für solche Akutsituationen Hilfe dasein.

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Zitat von Koelscher am 21:39 - 27.März.2001

So etwas wird es immer geben, pedrino. Selbstverständlich sollte im Vorfeld alles getan werden, damit solche Fälle nicht häufig werden.

Trotzdem muß für solche Akutsituationen Hilfe dasein.


 

Mein lieber Koelscher,

 

ich stimme dir voll zu.

 

Gruß Pedrino

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Hallo,

 

natürlich ist unser aller Wunsch, daß gesellschaftliche Mißstände nicht nötig sind und daß in erster Linie nach deren Ursachen geforscht und Defizite beseitigt werden.

 

Solange Säuglinge aber noch ausgesetzt werden oder aber Frauen aus welchen Gründen auch immer keine andere Alternative sehen, muß eine anonyme Geburt und eine Babyklappe selbstverständlich sein.

 

Sollte einmal das Optimum erreicht sein oder die Konsequenzen dieser Problematik nicht mit anonymer Geburt / Babyklappe aufgefangen werden können, muß man eben eine Abschaffung / Konzeptänderung erwägen.

 

 

Liebe Grüße

 

sylle

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Zitat von pedrino am 20:44 - 27.März.2001


Zitat von lissie am 20:29 - 27.März.2001

>

Ja, aber ist es nicht im Zweifelsfalle besser, als ÜBERHAUPT NICHT auf der Bühne des Lebens zu erscheinen?

 

das wird man nie feststellen können. Für viele Opfer von Verbrechen wäre es besser gewesen, die Täter wären nie geboren worden, andererseits wäre es für viele eine Katastrophe gewesen, wären ihre "Lebensretter" nie geboren worden.

 


 

Lieber Pedrino,

 

was Du hier schreibst ist generell richtig, nur bringt es uns in keinster Weise weiter: Die Frage, was das Nicht-Zustandekommen eines Individuums für die Nachwelt bedeuten würde, können wir nicht nur im Falle einer "anonymen Geburt" nicht beantworten, sondern auch im Falle aller "bestmöglichen Voraussetzungen".

 

Was es heißt, nicht geboren worden zu sein, wird niemals herauszufinden sein.....

 

Ich weiß nur, daß ich eine "anonyme Geburt" aus meiner heutigen Perspektive auf jeden Fall und ohne wenn und aber der Möglichkeit gar nicht geboren worden zu sein vorziehen würde..... Gleichfalls kenne ich Menschen die in  "beste Voraussetzungen" hineingeboren wurden,  und ihre Eltern trotzdem dafür verfluchen.

 

Es ist schon eine seltsame Sache mit uns Menschen!

 

 

Lieben Gruß

 

Lissie

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Zitat von pedrino am 21:26 - 27.März.2001


Zitat von HAbeNUs am 20:37 -

 

 

Mein lieber HAbeNUs

 

"Ob das in einem Zusammenhang mit der anonymen Geburt stehen soll, sei mal dahin gestellt. Auch ob es das Schlimmste sei; ich finde es viel grausamer wenn das Ungeborene mit einer Zange aus dem Mutterleib gezogen wird nur um ihm die anonyme Geburt zu ersparen. Was soll den das für eine Schicksal sein, geschweige denn eine Lösung?????"

 

Also ich gehe davon aus, daß in den Entbindungsstationen alle Neugeborenen auf die gleiche humane Art durch die Ärzte und Hebammen entbunden werden.

 

 

"Ich kann mich gut erinnern dass Du es warst der das menschliche Leben als Zufall bezeichnet hat. Wenn dem so ist, kann ein Mensch der anomym oder öffentlich geboren wird, ja nicht an einer Leere leiden. Oder siehst du das jetzt anders?"

 

Hier ist nicht die gesellschaftliche Sichtweise gefragt, sondern das Einzelschicksal. Welches Gefühl hättest du, wenn du nicht wüßtest, wer deine  Eltern und Großeltern sind ?

 

 

"Welche denn? Abtreibung etwa??"

 

Hier geht es nicht um Schwangerschaftunterbrechungen, sondern um geborene Kinder, die keine leiblichen Eltern kennen.

 

 

"Ja was denn wohl? Wie sollen denn "kluge Köpfe" eine anonyme Geburt verhindern? "

 

Anonyme Geburten haben immer eine Ursache. Diese sind zu beseitigen.

 

 

""Krinderkriegen" darf für niemanden eine Schande oder eine übermässige Belastung sein."

 

 

 

 

Aber natürlich waschen sich heute gerade die Bevölkerungsgruppen ihre Hände in Unschuld, unter denen diese Mütter am Meisten zu leiden hatten.

 

Gruß Pedrino


 

Hallo pedrino,

 

>>Also ich gehe davon aus, daß in den Entbindungsstationen alle Neugeborenen auf die gleiche humane Art durch die Ärzte und Hebammen entbunden werden.<<

 

Ganz meinerseits. Es ging aber nicht um die Frage der humanen Geburt in einem Kreissaal, sondern in meiner Anmerkung um die Deiner Meinung nach "menschenverachtende" anonyme Geburt.

 

 

>>Hier ist nicht die gesellschaftliche Sichtweise gefragt, sondern das Einzelschicksal. Welches Gefühl hättest du, wenn du nicht wüßtest, wer deine  Eltern und Großeltern sind ?<<

 

Nee, nee mein Lieber so einfach ist das nun auch wieder nicht. Einzelschicksale formen die Gesellschaft, das dürfte selbst Dir auffallen. Ausserdem bist Du es der die Gesellschaft in die Verantwortung nimmt, nach den klugen KLöpfen versteht sich.

 

>>Hier geht es nicht um Schwangerschaftunterbrechungen, sondern um geborene Kinder, die keine leiblichen Eltern kennen.<<

 

Du willst Doch anonyme Geburten verhindern, jetzt verrat mir doch mal wie!

 

>>Anonyme Geburten haben immer eine Ursache. Diese sind zu beseitigen.<<

 

Du willst also den Zeugungsakt unter Verbot stellen??? Pedrino!

 

>>Aber natürlich waschen sich heute gerade die Bevölkerungsgruppen ihre Hände in Unschuld, unter denen diese Mütter am Meisten zu leiden hatten.<<

 

Welche Bevölkerungsgruppen sprichst Du an....? Lass mich raten.

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Liebe Übergröße,

 

du schriebst: "ich finde es viel grausamer wenn das Ungeborene mit einer Zange aus dem Mutterleib gezogen wird nur um ihm die anonyme Geburt zu ersparen. "

 

Was hat eine Zangengeburt (gibt's das denn heute noch in so schlimmer Form?) mit anonymer Geburt zu tun? Wieso scheint es sich da um einen Gegensatz zu handeln?

 

Ich denke, dass Pedrino das auch meinte mit seiner Nachfrage.

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Ach Ute, es ist doch sicher nicht die medizinisch notwendige Anwendung von Zange oder Saugglocke gemeint gewesen, sondern die Anwendung von Zangen, die nicht das Überleben des Kindes zum Ziel hat. Man hätte es auch gleich Abtreibung nennen können.

 

Kirchliche Organisationen und auch entsprechende Kommissionen der Bischofskonferenzen - nicht nur in Deutschland - befürworten die Straffreiheit der Aussetzung und die anonyme Geburt seit langem. Das einzige Problem, das ich damit habe, hängt mit den Fällen zusammen, in denen die Mutter sich einige Tage nach einer anonymen Geburt doch entschließt, das Kind anzunehmen. Hier sollten Wege der Identifizierung der Mutter vorgesehen sein. Auch eine anonyme Beratung nach der Geburt müßte möglich sein, um eine eventuelle Perspektive für Mutter und Kind aufzuzeigen.

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Ach so, TomTom!

 

Tut mir leid, aber das habe ich nicht erkannt. So gibt es Sinn. Deine Bedenken und Anregungen halte ich für sehr vernünftig und nachdenkenswert.

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Zitat von HAbeNUs am 23:30 -

 

Hallo HAbeNUs,

 

eine Geburt ist nie menschenverachtend aber eine anonyme Geburt ist würdelos für Mutter und Kind.

 

 

"Ausserdem bist Du es der die Gesellschaft in die Verantwortung nimmt, nach den klugen KLöpfen versteht sich."

 

Es sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, daß keine werdende Mutter der Vorstellung unterliegen muss, ihr Kind anonym auf die Welt bringen zu müssen.

 

 

"Du willst Doch anonyme Geburten verhindern, jetzt verrate mir doch mal wie!"

 

siehe oben

 

 

"Du willst also den Zeugungsakt unter Verbot stellen??? Pedrino!"

 

Lieber HAbeNUs,

du bist von deinen religiösen Phrasen so überzeugt, dass es in deinem Kopf nur den Zeugungsakt gibt. Jede Frau würde dir davon laufen, wenn sie feststellen würde, dass du nur auf den nüchternen, gefühlslosen Zeugungsakt aus bist.

 

 

"Welche Bevölkerungsgruppen sprichst Du an....? Lass mich raten. "

 

Die Bevölkerungsgruppe mit deinen religiösen Vorstellungen.

 

Gruß Pedrino

 

 

 

(Geändert von pedrino um 12:58 - 28.März.2001)

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eine Geburt ist nie menschenverachtend aber eine anonyme Geburt ist würdelos für Mutter und Kind.

 

Eine anonyme Geburt unter medizinischer Kontrolle ist dennoch um Größenordnungen besser, als eine heimliche Geburt ohne Unterstützung und mit den damit verbundenen gesundheitlichen Risiken.

 

 


"Ausserdem bist Du es der die Gesellschaft in die Verantwortung nimmt, nach den klugen KLöpfen versteht sich."

 

Es sind die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so zu gestalten, daß keine werdende Mutter der Vorstellung unterliegen muss, ihr Kind anonym auf die Welt bringen zu müssen.

 

Interessant, und am Ende des gleichen Beitrags benutzt Du die Bezeichnung "religiöse Phrasen". Zugegeben, deine Phrase ist nicht religiös. (Oder vielleicht doch irgendwie? wink2.gif)

 

Du sitzt da einem deterministischen Weltbild auf. Auch Marx war der Meinung, der Mensch sei ausschließlich Produkt der Umstände und man müßte nur die Umstände ändern, und alles wäre in Butter. Das Leben ist aber etwas komplizierter.

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